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Full text of "Die sibyllinischen Weissagungen vollstaendig gesammelt [microform] nach neuer Handschriften-vergleichung"

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Class Book 

University of Chicago Library • 

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DIE 



SIBYLLINISCHrtWilSSAGUlVGEN 



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VOLLSTAENDIG GESAMMELT, 



NACH NEUER HANDSCHRIFTEN -VERGLEICHUNG, MIT KRITISCHEM 
COMMENTARE UND METRISCHER DEUTSCHER UERERSETZUNG 



HERAUSGEGEBEN 



VON 



Djr. J. fi. FRIEDLIEB, 

PROFESSOR ANJ)ER UMVERSITAET ZU BRESLAU. 



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LEIPZIG 

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VORWORT. 



Als ich mich zu einer Herausgabe der Sibyllinischen Schriften ent- 
schloss, war es mir bereits bekannt, dass in den Handschriften der Va- 
tikanischen BibUothek, aus welcher Angelo Mai das Xf. — XIV. Buch der 
Sibyllen veröifentlicht hatte, ausser diesen noch Theile der bekannten 
acht Bücher enthalten seien, ferner dass die in München befindliche 
Handschrift No. CCCLI. genau dieselben Bücher und Bruchstücke ent- 
halte, welche auch in jenen Handschriften stehen. Die Hoffnung dieses 
neue Material bei der Revision, des Textes der Sibyllen benätzen, und 
die Aussicht auch den in Florenz befindlichen Codex F in den Bereich 
meiner Arbeit ziehen zu können, bestimmten mich vorzugsweise Hand 
ans Werk zu legen, um dem Publikum nicht nur eine vollständige Samm- 
lung der Sibyllen, sondern auch einen möglichst fehlerfreien Text zu 
liefern. In wieweit mir dies gelungen, werden die Sachverständigen be- 
urtheilen. Im vierten , sechsten und einem Theile des achten Buches 
konnte verhältnissmässig das Meiste zur Herstellung des Textes gesche- 
hen, weil mir dazu ausser den früher bekannten die bisher nicht ver- 
; glichenen Handschriften- H Q V nebst dem von den bekannten nur wehig 
abweichenden cod. F zu Gebote standen. Aber auch in allen übrigen 
Büchern wurden auf Grund der theils neu, theils von neuem vergüche- 
nen Manuscripte und bei sorgfältiger Benutzung der in den Schriften 
verschiedener Väter, Kirchen- und Profanschriftsteller enthaltenen Frag- 
mente, nicht unbedeutende und zahlreiche Aenderüngen des' Textes vor- 
genommen. Die vier letzten Bücher , welche Angelo Mai zuerst im Jahre 
1828 als Abdruck der Handschriften veröffentlichte , nachdem er das 
M4te Buch bereits 1817 herausgegeben hatte, bedurften einer durchgän- 
gigen Emendation, wovon der grösste Theil mit Hilfe des cod. H erfol- 
gen konnte. V^o diese Handschrift selbst fehlerhaft war, wurde unter 

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VI * VORWORT, 

behutsamer Ariwendung der Coiijekturalkritik emendirt. Die in der zwei- 
ten Abtlieilung enthaltenen kritischen Noten geben über das Ganze hin- 
reichende Auskunlt. Die Varianten sind genau verzeichnet, so dass sich 
Jeder über den Zustand des Textes und meine Emendationen ein siche- 
res ürtheil bilden kann. Durch einen vollständigen Index, sowie durch 
die vorgedfuckte kurze Inhaltsangabe ist für den bequemen Gebrauch 
dieser für Theolögen , Philologen und Historiker keineswegs bedeutungs- 
losen Schrift Sorge getragen. Die beigegebene Uebersetzung, welche 
mehr auf richtige Wiedergabe der Gedanken als auf formale Vollendung 
Anspruch macht, sollte bei der in diesen Schriften häuflg vorkommen- 
den Dunkelheit des Sinnes und Ausdrucks meine eigene ÄufTassung ver- 
anschaulichen , und dürfte selbst für einen Theil der Leser zur richtigen 
Erfassung des Originals förderhch sein. 

Dem Werke ist eine Einleitung in die Sibylhnischen Schriften vor- 
gedruckt. Ich versuchte darin unter Anderm vorzugsweise über die Com- 
posilion und den Charakter der einzelnen Bücher eine möglichst genaue 
ond klare Einsicht zu vermitteln , sowie auch über die Abfassungszeit 
und die Verfasser solche Aufschlüsse zu geben, wie sieh dieselben bei 
Beachtung der Innern Merkmale darbieten. Sollte aber diese Arbeit 
nicht über Gebühr ausgedehnt werden, so mussten, wie es auch ge- 
schehen, öfters statt einer ausführlichen Darlegung meiner Untersuchun- 
gen, nur die Resultate derselben angegeben werden. Obgleich ich überall 
selbständig forschte, so baben dennoch die bereits vorhandenen dan- 
kenswerthen Arbeiten über denselben Gegenstand , namentlich aber ,die 
gründlichen Untersuchungen von Bleek , wie ich glaube , die gebührende 
Berücksichtigung gefunden. . ' 

Die Pflicht der Dankbarkeit bestimmt mich zum Schlüsse noch eini- 
ger Männer zu gedenken, welche. mir bei dieser nun vollendeten Arbeit 
besonders förderlich waren: Dr. Keil machte im Jahre 1845 für mich 
die Collationen in Rom und Florenz mit der freundlichsten Bereitwilhg- 
keit. Prof. Dr. Gildemeister in Marburg überliess • mir seine gefer- 
tigte Collation der Pariser Handschriften , wodurch ich in Stand ^gesetzt 
■wurde , die in der Ausgabe von Alexandre angegeben Varianten derselben 
Manuscripte zu prüfen und zu vervollständigen. 

Breslau im Mai 1852. 

DER VERFASSER. 



EINLEITUNO. 

I. UEBER DEN INHALT DER SIBYLLEN. 



§. 1. 

W enn man die Zeugnisse der Alten über die Sibyllen und die von 
ihnen mitgetheilten Fragmente Sibyllinischer Weissagungen durchgeht, so 
wird man bald zu der üeberzeugung geführt, dass das Heidenthum, die 
spätere Zeit des Judenthums und die früheste im Christenthum ihre 
eigenen und eigen thümlichen Sibyllen besassen. Die ältesten sind die 
heidnischen, wovon die erste im Gebiete der Sage sich bewegende Er- 
wähnung auf den Zeugnissen Heraklits und Piatos ruht. Plato kennt nur 
Eine Sibylle; Aristoteles, Aristophanes, vieJleicht auch schon Heraklit 
wissen von mehreren. Herodot kennt Sibylliriische Verse und citirt 
einige derselben. Zur Zeit Varros unterschied man nicht weniger als 
zehn Sibyllen , unter welchen die Erythräische die vornehmste und daran 
kenntlich war, dass ihr Name sich in ihren eigenen Versen befand. In 
allen diesen Nachrichten, die sich durch die Zeugnisse mancher alten 
Schriftsteller noch vermehren lassen *), herrscht jedoch weder Ueberein- 
stimmung, noch Sicherheit. Seihst die Benennung der einzelnen Sibyllen 
steht nicht fest, und über den Inhalt ihrer Orakel sind, ausser den we- 
nigen Fragmenten bei Herodot, Strabo, Lucian, Pausanias, Clemens 
Alexandrin US , Eusebius, Laclantius, Augustinus, Proklus und andern 
noch spätem Schriftstellern '^) , mu* noch einige spärliche Angaben vor- 
handen, wornach die fünfte von Värro genannte, oder die Erythräische 
Sibylle den nach Troja ziehenden Griechen und über Trojas Sturtz ge- 
weissagt haben soll, so wie dass Homer Lügen herichten werde '). 



1) Dieselben sind zusammengestelll bei Opsop. Sibjll. Orac. Paris. 1599. S. 56— 143. 

2) Vgl. das. S. 414-504. 

3) Die NachiicLt sieht bei Lact. Div. Inst. lib. 1. c. 6. 



VIII EINLEITUNG. 

Die Sage, dass Homer Verse aus der Sibylle "entnommen habe, steht bei 
Diodorus Siculus ^). Nach Plutarch und Pausanias ^) weissagte die Si- 
bylle von Vulkanischen Eruptionen, vom Aufbrausen des Meeres, und 
über den Untergang von Städten. Dasselbe folgt auch aus den vielfachen 
Nachrichten über den Gebrauch der Sibyllen bei Cicero , Livius und Dio- 
nysius von Halfcarnass. Der Erstere bemerkt über dieselben in formaler 
Hinsicht noch ^) : die Verse der Sibylle seien akrostichisch gewesen. 
Er denkt hierbei an die Cumäische Sibylle, von deren Schx-iften ein 
Theil, nachdem sie Tarquinius Superbus um dreihundert Goldstücke er- 
standen, auf dem Capitolium aufbewahrt und in schwierigen Lagen des 
Staats zu Rathe gezogen wurden ").' Da aber jene Sibyllinischen Bücher 
bei dem Brande des Capitols 84 v. Chr. verbrannten und nachher aus 
den Städten Itahens, aus Erythräa und Asien, von Samos und~ Sizilien 
eine neue Sammlung angelegt wurde ^); so ist es wenigstens ungewiss, 
welche SibyUinischen Verse akrostichisch gewesen; zumal gerade dieses 
von Cicero für die Aechtheit der Verse angegebene Merkmal von Diony- 
sius aus Halicarnass als das charakteristische Kennzeichen der unter- 
schobenen Averse bezeichnet wird °). Nehmen wir noch hinzu, dass Virgil 
seine in der dritten Ecloge enthaltene , alsbald an den Alttestamentlichen 
Prophetismus erinnernde Beschreibung des goldenen Zeitalters für eine 
Weissagung der Cumäischen Sibylle ausgiebt; so finden wir, dass, ausser 
den vorhandenen Fragmenten , über den Inhalt und die Zahl der Sibylli- 
nischen Orakel wenig Sicheres festzustellen ist. Noch unsicherer sind 
die Nachrichten über Wirksamkeit, Geburtsort und Begräbnissstätte der 
Sibyllen; so dass man der Aeusserung des Philosophen Hermias: „über 
die Sibyllen werde so Wunderbares erzählt , dass es Fabel zu sein 
scheine", völlig beizustimmen versucht ist, wenn man die mähr- 
chenhaften Nachrichten darüber bei Plutarch, Dionysius von Haü- 
carnass , Diodorus Siculus, Sfrabo, Justin, Pausanias, Stephanus, Sui- 
das u. a. best '). 

Die auf uns gekommenen Sibyllinischen Fragmente aus dem Heiden- 
thume haben das gemeinsame Merkmal, dass sie aus Hexametern be- 
stehen, und überall, wo sie mit der Gottheit in Verbindung treten, sich 



1) Bibliolh. lib. IV. c. 66. 

2j f'lut. de Pylhiae Orac. Vol. II. p. 617. Pausan. Corinlh. c. 7. 

3) De Divinai. Mb. II. c. 54. 

4) Dionys. Haue. Archaeol. lib. IV. c. 62. Gellius Noct. AU. lib. I. c. 19. Lact. a. a. 0. 

5) Dionys. Haiic. a. a. 0., Tacil. Ann'al. lib. VI. c. 12. 

6) a. a. 0. 

7) Vgl. Plut., Dionys. Halic, Diod. a. a. 0. Strabo Geogr. XIV. -p. 924. ed. Oxon. Justin. 
Cohort. C.37. Pausan. Phoc. §. 12. No.l.'Slephan. de Urb. u. d.W. riß/tf. Suidasu.d.W. 



EINLEITUNG. . ix 

als eine Frucht .des Polytheismus kenntlich machen. Die Sibylle heisst 
daher aucji eine Priesterinn des Apollo *). Einige Verse der Sibyllen 
müssen akröstichisch gewesen sein , was sich als das Gemeinsame von 
Ciceros und Dionysius Halicarn. Nachrichten ergiebt. 

§.2. 

Nach Plutarch und Clemens Alexandrinas hiess die Erythräische 
Sibylle auch Herophile, ein Name, welchen Varro auf die Cumäische, 
Pausanias- auf die Delphische Sibylle bezieht ^). Derselbe Clemens be- 
zeichnet diese Sibylle auch als die Hebräische , , und ihrem Inhalte nach 
zu urtheilen, soweit derselbe erkennbar ist, trifft des Clemens Urtheil 
auch insofern zu, als sie theilweise dieselben Weissagungen enthalten 
haben müssen. Da jedoch bei allen diesen Schriftstellern ein Schwan- 
ken in dem Gebrauche der Bezeichnung dieser Sibyllen nicht zu verken- 
nen ist, so lässt sich hierauf die nahe liegende Vermuthung, dass man 
schon früh eine Hebräische Sibylle wiewohl unter anderm Namen, bald 
als Erythräische, bald als Cumäische im vorchristlichen Heidenthum ge- 
kannt habe , nicht stützen. Die Existenz einer Hebräischen , vorchrist- 
lichen. Sibylle ist jedoch ausser Zweifel. Der Jüdische Geschichtschreiber 
Flavius Josephus theilt nämlich ein Fragment aus einer Sibylle mit, wel- 
ches auf der biblischen Erzählung- von dem Thurmbau zu Babel beruht^). 
Dasselbe Fragment kannte auch Alexander Polyhistor, wie Cyrillus Alexan- 
drinus und Eusebius, letzterer nach Eupolemus und Äbydenus erwähnen ''). 
Yirgils Schilderung des zukünftigen goldenen Zeitalters muss ebenfalls in 
einer Sibylle gestanden haben, welche das Alte Testament kannte und 
benutzt hatte. Auch diese Sibylle ist daher eine Hebräische. 

Wenn es wahr ist, was in dem von Cramer^) herausgegebenen, 
dem dreizehnten Jahrhundert angehörigen Fragmente angegeben wird, 
dass Philo in der Vita Mosis eine Sibylle die Chaldäische genannt habe; 
dann hätten wir in dem berühmten Alexandriner einen fernem Zeugen 
für die vorchristliche Existenz einer hebräischen Sibylle. In den jetzt 
vorhandenen Schriften Philos steht jedoch diese Nachricht nicht. 

Pausanias ") nennt eine Hebräische Sibylle, welche Sabbe geheissen 



1) Pausan. a. a. 0. Proclas Comment. in Plat. Tim. p. 792. ed. Schneider. Lucian. 
fle morte Peregr. c' 29. 

2) Plut. a. a. 0. Clem. Alex. Slrom; lib. I. c. 21. §. 108. Varro bei Lact. a. a. 0. 
Pausan. Plioc. §. 12. n. 9. • ^ 

.3) Anliq. Jud. lib. L c. 4. n. 3. 

4) Cyrill.c. Julian. I. p. 9. Eiiseb. Chron. lib. I. c.4. vgl. Praep. Evangel. lib. IX. c. 15. 

5) Anecd. Paris. Vol. 1. p. 332. seq. 

6) Phoc. §. 12. n. 9. 



X EINLEITUNG. 

iiud von Andern die Babylonische, auch Aegyptische genannt worden sei. 
Hiermit hängt das spätere Zeugniss des Suidas und das in dem Frag- 
mente hei Gramer enthaltene zusammen , worin die Chaldäische , oder 
Hebräische und Persische Sibylle Sambethe heisst, Justin kennt eben- 
falls die Babylonische Sibylle, nennt sie gleich Pausanias eine Tochter - 
des Berosus und bemerkt von ihr , dass sie zu Cumae in Campanien 
■geweissagt habe *). Aelian endhch, welcher vier Sibyllen vorzugsweise 
nemit, bemerkt, dass es noch sechs andere geben solle, unter ihnen" die 
Cumäische und Jüdische-). " - 

Zur Charakteristik dieser Hebräischen Sibylle lässt sich vorerst nur 
Wenig anführen. Aus dem Fragmente bei Josephus erhellt nicht, dass 
sie griechisch und in Versen abgefasst war; wohl aber aus dem dort vor- 
kommenden Ausdrucke ■d-sovg, dass Josephus seinp Nachricht durch 
heidnische Vermittlung einhalten hatte ^). Bei Alexander Polyhistor nach 
dem Citate Cyrills stand freilich -0-sov. Der Inhalt dieser Weissagungen 
war, da die Weissagung vom Thurmbau izu Babel, und vom goldenen 
Zeitalter darin stand, wenigstens theilweise aus dem Alten Testamente - 
entlehnt. 

Später werden wir die Tbeile der. Hebräischen Sibylle und ihren 
Inhalt noch bestimmter anzugeben im Stande sein. 

§. 3.' ' ■ ' 

Die Sibyllen, welche von einer Anzahl Kirchenschriftsteller und von 
mehreren Vätern des zweiten, dritten, vierten und fünften Jahrhunderts 
erwähnt, besonders aber von Athenagoras, Theophilus, Lactantius, Cle- 
mens Alexandrin US , Eusebius und Augustinus benutzt werden, welche 
eine nicht unbeträchtliche Anzahl Verse aus denselben mittheilen ,< unter- 
scheiden sich durch das darin vorwaltende spezifisch christliche Element 
sowohl von den heidnischen als von der Jüdischen Sibylle ; obgleich nicht 
zu verkennen ist , dass sie eine Anzahl Weissagungen , welche sich unter 
den heidnischen und in der Jüdischen Sibylle erweislich befanden , die 
aber nach ihrem Inhalte dem Christenthum nicht widerstrebten, in sich 
aufgenommen haben. Die ersten christlichen Kirchen Schriftsteller, welche 
die Sibyllen erwähnen und ciliren, wussten nur von Einer Klasse von 

1) Justin a. a. 0. 
■ 2) Var. bist. üb. XII. c. 35, 

3) Die ISachricbt bei Josephus lautet : Jltqi «Je xov nv^yov rovzov xal rijs «AAo. 
(puivias T(3y avO-QMJioiy (li^vrixui, xal 2ißvXXcf , Xiyovca ovtws • Hccftmy ofAoqxa- 
vioy öyTtoy 'ay&qumMv niqyov coxotfofiTjaay Tivts vijjrjXoraroy , w? inl xov ovqccvov 
ayaßtjaofxeyoi (ft' ctvxov. Ol df &eoI civ£fA,ovs inmifiijjayxES äyixQ£\jJccy xoy nvq- 
yoy , y.cd ISiay txaaxt^ (pay^y Mtaxav • xal dia xovro Baßvkdjya avvißt] xkrjd-ijvui 
xriv nokiy. - 



EINLEITUNG. xi 

Sibyllen, nämlich von heidnischen. Alhenagoras z. B., Theophilus und 
Justin halten die -Hebräische Sibylle vor sich und gebrauchen sie, ohne 
die Quelle zu ahnen , woraus die Weissagungen derselben geflossen, zu 
ihren Argumentationen gegen die Heiden *). Clemens Alexandrinus citirt 
bald aus einer notorisch heidnischen Sibylle^), bald aus der jüdischen, 
bald aus der christlichen. Ebenso verlabri Lactantius , nur dass er die 
heidnische selten, um so häufiger aber die beiden andern citirt. Dieses 
Verfahren bestätigt unsere oben ausgesprochene Ansicht, dass die christ- 
lichen Sibyllen eine Sammlung von Orakeln waren , in welchen sich heid- 
nische und Jüdische Weissagungen mit den christlichen zu einer Anzahl 
Sibyllen vereinigt vorfanden. Auf diesen Zustand der Sibyllen, und die 
üngeeignetheit des Gebrauches derselben gegen die Heiden scheint man 
jedoch bald aufmerksam geworden zu sein. Eusebius erwähnt ausdrück- 
lich, dass die Auktorität der Sibvllen und ihre Beweiskraft nicht ohne 
Anfechtung und wie es scheint auch von S'eiten der Christen selbst ge- 
blieben sei^). Augustinus führt sie zwar öfters an und benutzt sie, aber 
er gedenkt auch des erhobenen Widerspruchs und ist selbst nicht ge- 
neigt ihrer Beweiskraft zu viiel zuzugestehen "*). Origenes erwähnt der 
Sibylle hur Einmal gegen Celsus'"'), gebraucht sie aber nirgfends. Ter- 
tullian, obgleich er die Sibylle kennt, wie sich aus seinen Schriften ad 
Nationes und de Pallio ") ergiebt, gebraucht sie in seinem Apologetikus 
dennoch nicht gegen die Heiden; desgleichen Tatian und Arnobius. Am- 
brosius citirt die Sibylle nur Einmal; Cyprian, Minucius Felix, Cyrillus von 
JeAsälem, Athanasius, Basilius d. Gr., Dionysius Alexandrinus u. A. er- 
wähnen sie gar nicht. 

• §. 4. " 

Nach diesen Vorbemerkungen gehen wir zu der vorliegenden Samm- 
lung Sibyllinischer Weissagungen über. Die Frage, welchen Aiitheil 
Heidenthum, Judenthum und Christenthum an derselben haben, die Be- 
stimmung der Zeit und des Ortes ihrer Abfassung, sollen im Folgenden 
zur Erörterung kommen. Dieselben Untersuchungen sind seit dem fünfzehn- 
ten Jahrhunderte schon oft und in verschiedenem Sinne gemacht wor- 
den ^). Umfassend und' gründlich sind die acht ersten Bücher von Bleek 



1) Vgl. Liician. de raorle Peregiini c. 29. 

2) Z. B. Slrpm. Hb. I. c. 21. 

3) Euseb. Const. Or. ad S. Coet. c. 19. 

4) Vgl. de Civ. D. L. XVIII. c. 47. Contra Füust. üb. XIII. c. 2. 

5) üb. V. c. 61. 

- 6) üb. IL c. 12. de Pallio §.2. 

7) Die Lilleraiiu- hierüber findet sich bei Faliricius bibl. gv. T. I. c. 33. ßernbaidy 
Grundriss der griech. Lilleratur. 2. Tbl. S. 300—302. 



XII EINLEITUNG. 

uniersucht worden; dessen Urtheil bis jetzt fast durchgängig maasgebend 
geblieben ist. Von.Bleek wesentlich nicht verschieden und im Allgemei- 
nen richtig ist das ürtheil, welches G. Bernhardy über die acht ersten 
Bücher nach Form und Inhalt ausspricht '). Die Beurtheilung derselben 
Bücher bei Möhler^) führt ungefähr zu demselben Resultate, während 
Gfrörer in seiner Schrift Philo und die alexandrinische Theosophie ^) 
die mulhmasslich ältesten Stücke der Sibyllen einer eigenthümhchen und 
sorgfältigen Prüfung unterworfen hat. 

§.5. 

Wir besitzen gegenwärtig zwölf Bücher Sibylhnischer Weissagungen 
in griechischer Sprache, nebst einigen Fragmenten. Der Inhalt dieser 
Schriften, welche in den Handschriften gewöhnüch- unter dem allgemei- 
nen Ausdrucke xQT^fff-toi Gtßvlliay.oc zusammengefasst werden, ist in den 
einzelnen Büchern sehr verschieden und besteht zum grössern Theile aus 
eitler in das Gewand der Prophetie gehüllten Erzählung geschehener 
Dinge, deren Quellen sich deutlich genug erkennen lassen. Ein anderer 
Theil besteht aus Weissagungen über Tempel, Städte, Inseln, Länder, 
Völker und Reiche , wobei Dinge der Zukunft , Jedoch häufig mit Gegen- 
ständen der Gegenwart und Vergangenheit gemischt, ausgesagt werden. 
Einige besondere Zugaben, wohin namentlich eine Anzahl Sittensprüche 
und Vorschriften und einige poetische Schilderungen zu rechnen sind, 
finden sich in einigen Büchern vor. 

Alle diese Schriften mit ihrem verschiedenartigen Inhalte sind weder 
von ein und demselben Verfasser , noch lässt sich die -Zeit der Abfas- 
sung selbst nur in dasselbe Jahrhundert zusammenfassen. Welche Bü- 
cher oder Theile derselben ursprünglich zusammengehörten, welche 
einander voraussetzen , dies wird in dem Fortgang unserer Untersuchun- 
gen klar werden. Vorerst ist jedoch jedes der einzelnen Bücher und 
Fragmente als ein für sich bestehendes Ganzes anzusehen und zu behandeln. 



'D' 



§. 6. 

i) I E B E 1 Ü E N F R A G M E N T E A ü S T H E P H I L ü S. 

Die zwei zuerst von Opsopöus dem ersten Buche vorgedruckten 
Fragmente Sibyllinischer Weissagungen enthalten eine motivirte Auffor- 
derung, den Einen , wahren Gott zu verehren und den thörichten Götzen- 
dienst aufzugeben. 



1) a. a. O.S. 296-299. 

2) Palrologie l. S. 945 - 952. 

3) II. Tbl. S. 121-173. 



EINLEITUNG. xfli 

Das ei-ste Fragment ist nach V, 19 — 27 ausdrücklich an Solche ge- 
richtet, welche statt Gott zu dienen den Dämonen opferten. Dieselben 
werden deshalb hart getadelt und ermahnt, die Finsterniss zu verlassen 
und sich an Gott, den Schöpfer, Erhalter und Regierer der Welt, zu 
halten. 

Nach Theophilus *) gehörte dieses Fragment ebenso wie das fol- 
gende zweite in das Proömium der Sibylle. Jedoch können beide nicht 
unverbunden aufeinander gefolgt sein; denn das zweite Fi*agment setzt 
eine Anzahl Gedanken voraus; welche sich in dem ersten nicht vorfin- 
den. "Zunächst ist es gegen die gerichtet , welche Gott wie die Götter 
in der Zeit geboren werden lassen. Der Verfasser folgert aus dem er- 
fahrungsmässig feststehenden Salze: ,, alles Gewordne vergeht", dass 
Gott nicht durch Mann und Weib erzeugt sein könne; sondern dass 
Gott, der Ewige, auch von Ewigkeit her sein müsse. 

Es ist nicht unmöglich , dass das von uns S. 230 mitgetheilte zweite 
Fragment von drei Versen, welche^ bei Theophilus a. a. 0. cap. 3. steht, 
theilweise den Uebergang von dem ersten Fragmente zum zweiten ge- 
bildet habe ; denn in jenen drei Versen wird die Ansicht der Götzendie^ 
ner, dass die Götter durch Zeugung ins Dasein gerufen wurden und 
dann unsterblich blieben, als eine halllose nachgewiesen, und sieht so- 
mit in einer gewissen Verbindung mit dem Anfang des zweiten Frag- 
ments. Jedoch muss sowohl vorher wie nachher Mehreres gestanden 
haben, was Theophilus als für seinen Zweck unbrauchbar mitzutheilen 
nicht für gut gefunden hat. 

Im Fortgange des zweiten Fragments wird Gott abermals als der 
Schöpfer des Himmels und der Erde geschildert, welcher Alles einge- 
richtet hat und erhält. Darauf wird auf die Belohnung der Guten und die 
Bestrafung der Böseu durch Krieg, Pest und andere irdische Uebel auf- 
merksam gemacht. Dasselbe , aber mit Rücksicht auf die jenseitigen Be- 
lohnungen und Strafen, kehrt am Schlüsse des Fragments wieder, nach- 
dem nochmals , und zwar spezieller wie im ersten Fragmente , die Thor- 
heit des- Götzendienstes und die Sündhaftigkeit des Abfalls von Gott 
nachgewiesen worden ist. 

Beide Fragmente, haben Einen und denselben Verfasser, und bilde- 
ten den Anfang eines grössern Buches. Etwas spezifisch Christliches 
findet sich darin nicht vor. Der Verfasser steht auf dem Standpunkte 
des orthodoxen Judenthums ; seine Gedanken und Anschauungen beruhen 
auf dem Alten Testamente. Nach Fragment 1, v. 21. u. f. verlangt 
er, dass Gott Hekatomben geopfert werden. . Das Wandeln auf den We- 



l) Ad Amol. lib. II. c. 36. 



XIV EINLEITUNG. 

gen der Gerechten v. 37.; das Trinken des mit feurigem Weine gefüll- 
ten Bechers der Rache v. 38 — 40.; die Erbschaft des Lebens, das Woh- 
nen im Paradiese und das Essen des Himmelsbrodes, sind sammtlich be- 
kannte dem A. T. entlehnte Gedanken. 

Durch Alles dieses, besonders aber durch v. 21. wird es klar, dass 
der Verfasser dieses Stücks ein Jude ist. Gfrörer hat- die Verwandtschaft 
des Verf. mit dem Standpunkte der jüdisch -Alexandrinischen Religions- 
philosophie zur Zeit Philos befriedigend nachgewiesen *). Hieraus sowie 
insbesondere aus v. 22 — :30. des zweiten Fragments, wornach der Verf. 
den Aegyptischen Thierdienst vor Augen hat, und die von ihm angere- 
deten Personen Aegyptische Götzendiener sind, ergiebt sich als sehr 
wahrscheinlich, dass der Verfasser ein in Aegy]}ten lebender Jude 
war, welcher theils seine daselbst ansässigen und in Götzendienst 
versunkenen Stammgenossen , theils die götzendienerischen Aegypter 
überhaupt zur Verehrung des wahren' Gottes zurückführen oder hinbrin- 
gen wollte. ' 

Die Abfassungszeit lässt sich aus den bei Theophilus, Clemens 
Alexandrinus , Justin (coliort.), Eusebius und Lactantius vorkommenden 
Citaten zunächst dahin bestimmen, dass das Buch, woraus diese Frag- 
mente stammen, in der zweiten Hälfte des zweiten christlichen Jahr- 
hunderts vorhanden war. Dass aber die AbfassungszeiE viel früher an- 
zusetzen, und dass jenes Buch und mit ihm diese beiden Fragmente noch 
lange vor den Anfang der christlichen Zeitrechnung zu setzen seien, so 
wie dass dieselben ein Stück der vorchristlichen Hebräischen Sibylle bil- 
dete«; dies wird bei den Untersuchungen zum dritten Buche, wo dieser 
Punkt nochmals 2ur Sprache kommen uud seine Erledigung finden muss, 
nachgewiesen werden. ' - 

§.7. 

DAS ERSTE BUCH. ~ 

Im ersten Buche wird in Form einer histox'ischen Mittheilung die 
Erschaflung der Welt und der Menschen, der Sündenfall und die ersten 
Zustände des Menschengeschlechts nach demselben bis zum siebenten 
Geschlechte, dem zweiten nach der Fluth, erzählt. Dann folgt eine 
Weissagung von dem Erscheinen des Sohnes Gottes auf Erden, von sei- 
nem Wirken und Leiden , der Himmelfahrt Christi und der Gründung 
des Christenthums. Ein Orakel gegen. die Israehten, über die Zerstörung 
des Tempels und die Zerstreuung der Hebräer samrat einer mehr allge- 



4) a. ä. S. 123—132. 



EINLEITUNG.- xv 

mein gehaltenen Vorhersagung von Empörung und Unglück, machen den 
Schhiss des Buches. 

Seinem Inhalte nach zerlegt sich dieses Buch in zwei Theile, wovon 
der erste bis v. 323. reicht, und der andere den Schhiss bildet. - Der 
erste. Theil beruht, was die Schöpfungsgescliichte , den Sündenfall und 
die Sündfluth betrifft, wesenthch auf" den Mittheilungen des Alten Testa- 
ments; jedoch nicht ohne einige Abweichungen, namentlich in der Er- 
zählung, von der Sündfluth, woselbst nicht nur v. 254 — 256. von der 
Mosaischen Erzähluug abweichen , sondern auch v. 128. n. f. eine 
Aufforderung Gottes an Noah ergeht, Busse zu predigen ,- worauf sodann 
diese Busspredigt ausführlich mitgetheilt wird. Hiervon steht nichts im 
A. T. , sondern die Quelle ist wahrscheinlich eine Jüdische Tradition, 
wovon sich eine Andeutung bei Josephüs und' im Talmud findet ^). Bei 
Theophilus ') ist die Sage von Deukalion dahin erklärt, dass Noe, als er 
den damals lebenden Menschen die Sündfluth vorherverkündigte, gesagt 
habe: dsvre, xalet vfzag o •d^ebg eig fisrävomv, daraus habe sich in 
der Sage der Name Deukalion gebildet. Hier haben wir gleichfalls eine 
Spur dieser Tradition von der Busspredigt Noaiis. Wenn im zweiten 
Briefe Pe tri c. 2, v. 5. Noah ein y,rjQv§ 6iy.ai.0Gvvr]g genannt wii^d, so 
ist hierin im Wesentlichen derselbe Gedanke enthalten. 

Bis zur Sündfluth werden fünf Geschlechter , und bis zu den 
Titanen , noch zwei Geschlechter gezählt, während nach der Gene- 
sis Noah, von Adam an gezählt, der zehnte Nachkomme ist. Diese 
Differenz würde noch bedeutend vermehrt, wenn es richtig wäre, was 
Möhler ^) bemerkt, dass die Sibylle, der Schöpfungsgeschichte ent- 
gegen, ihre Geschlechter jedesmal durch eine neue Schöpfung Gottes ent- 
stehen lasse.' Obgleich die Ausdrücke , "wodurch in diesem, so wie auch 
in dem folgenden Buche die Aufeinanderfolge der Geschlechter bezeichnet 
wh-d, diese Auffassung nahe legen, so glaube ich dennoch, dass dies - 
lediglich der poetischen Darstellung angehört, und dass eine eigentliche 
neue Schöpfung der einzelnen Generationen in der Sibylle nicht gelehrt 
wird. Durch die v. 283. etc. und v. 307. und besonders v. 383.. ge- 
brauchten Ausdrücke wird dies bestätigt. Die Form der Darstellung 
aber ,' wornach die Geschlechter nach der Vernichtung des Vorhergehen- 
den neu auftreten, scheint der Verf. des ersten Buches aus der Lektüre 
der "'Egya v.ai 'H/jegai- Hesiods zu haben-, womit auch Einzelnes in die- 
sen Generationen oft wörtlich übereinstimmt. Die Anzahl der Geschlechter 



1) Josephirs Antiq. I, 3. 1. Bereschilh Rabba 30. vgl. anch Koran Siir, V, 11. 71. 

2) ad Amol. üb. in. p. 129. 
3)- Pfilrologie !. S. 948. 



x\i EINLEITUNG. 

stimmt jedoch nicht mitHesiod, ebensowenig der i][aupt - und Gesammt- 
iiihalt des in den einzelnen Generationen Vorkommenden. Eine Bear- 
beitung der Hesiodischen Sagen durch einen gebildeten Juden lässt sich 
unschwer erkennen. Das Ganze erscheint als ein Versuch, die heidni- 
schen Mythen von den ersten Menschengeschlechtern mit Alttestaraent- 
lichen Anschauungen zu verbinden. 

Die im zweiten Geschlechte aufgeführten yq-riyogoL aXq^rjGvfjqag wer- 
den im Buch Henoch g/^Tyj/o^ot genannt, Engel, die Nephilim in der 
Genesis, welche sich mit den Töchtern der Menschen verbinden '). Im 
Buch Henoch kommen jedoch, ähnhch wie in der Genesis durch diese 
Verbindung die Giganten zur Welt -) ; in der Sibylle erscheinen die Gigan- 
ten erst im fünften Geschlechte, und Noah lebt unter ihnen. 

Zum Schlüsse der Charakteristik dieses ersten Theiles des ersten 
Buches diene die Bemerkung, dass v. 175 — 178. auch im achten Buche 
V. 184 — 187; ferner v. 183. im siebenten Buche v. 7. stehen; v. 184 
— 188. steht grossenlheils wörtlich Buch III, v, 402—405; jedoch ist 
hier die ürsprünglichkeit auf Seite des dritten Buchs zu suchen. . V. 19 
—196 stehen Buch VII. v. 9—12. 

Ausdrücke, welche entweder in ungewöhnlicher Bedeutung oder 
Form vorkommen, oder einer spätem Gräcität angehören, sind v. 77. 
KOQvaGsiv, V. 175. aidolrj, v. 231. eoaS^geto, v. 293. f.iEaat,to, v. 294. 
dia6r]lea}, v. 385. aoloi. 

Der zweite Theil von v. 324. an unterscheidet sich wesentlich von 
dem vorigen dadurch, dass er auf dem Standpunkte des neuen Testa- 
mentes steht, und seine Mittheilungen grösstenlheils aus dieser Quelle 
und aus der christhchen Geschichte schöpft. Die Benutzung des ersten 
Evangeliums tritt besonders hervor v. 332 — 335, die des vierten v. 340., 
welcher Vers jedoch ^uch im achten Buche steht , das hier noch an meh- 
reren Stellen- benutzt ist. Auch im dritten Buche stehen einige 
Stellen. Vgl. v. 388. mit Buch III, v. 179., v. 391., und 392. mit 
Buch III, v. 182—183. 

Die Verschiedenheit dieses zw^eiten Theiles vom ersten zeigt sich 
auch in dem Buchstabenräthsel über den Namen Jesu v. 326. u. folgd. 
Im ersten Theile findet sich zwar auch ein Bäthsel über den Namen 
Gottes V. 141. u. folgd.; dieses trägt jedoch einen ganz andern Charakter. 

Aus dem Bemerkten ergiebt sich, dass beide Theile in Bezug auf 
ihre Quellen und die ganze Darstellung. so sehr von einander verschieden 



1) Vgl. Fahric. Cod. Pseudepigr. V. T. S. 180. Teslam. XII Patriarch, bei Fabric. 
a. a. 0. S. 530. Bleek Tlieol. Zeilschrift. [Berlin 1819.] I, S. 168. 

2) Fobric. a. a. 0. S. 183. 



EINLEITUNG. xvn 

sind , dass sie unmöglich Einem Verfasser zugeschrieben werden können. 
Der Verfasser des ersten Theiles ist ein Jude, welcher die heidnischen 
Traditionen mit dem Judenthum zu verschmelzen suchte; der Verf. des 
zweiten Stücks ist ein Christ und sowenig dem jüdischen Volke ange- 
hörig, dass er von den aus dem Lande gejagten Hebräern v. 396. sagen 
kann, sie irrten umher und mischten Unkraut unter den Weizen. 

Die Frage, betreffend die Abfassungszeit dieses Buchs und seiner 
einzelnen Theile, hängt mit der gleichen im zweiten Buche zu erhebenden 
zusammen und findet dort ihre Erörterung. 

§. 8. 
ZWEITES BUCH. 

Das zweite Buch schildert in prophetischer Darstellung die Zeiten 
des neunten und zehnten Geschlechts; von letzterem die schlimmen Zu- 
stände und die erfreulichen, worunter sich besonders der Eintritt des 
Messiasreiches in die Welt, und die Belohnungen, welche Christus zur 
Zeit seines Einzugs in die Himroelsstadt seinen getreuen Kämpfern 
zutheilen werde, hervorheben. Zur Belehrung, worin der Kampf 
der Kämpfer Christi bestehe, folgen ohne Uebergang 93 Verse aus 
dem früher Phocylides zugeschriebenen aus 217 Hexametern bestehenden 
jtolri^.ia vovd-STi7.6v, welches aber seit Jos. Scaliger auf seinen wahren 
Ursprung zurückgeführt ist, wornach es von einem Alexandrinischen 
Juden verfasst worden ist und als Quelle besonders die didaktischen 
Schriften des A. T. hat. 

In unserm Sibyllen -Buche sind zwischen die Verse des Pseudopho- 
cylides noch einige eingeschoben, andere sind umgebildet. Auch befin- 
den sich diese Verse nur in den Handschriften F L R. — Die Anreihung 
dieser Verse an das Vorhergehende findet erst nach Beendigung der 
Verse selbst statt v. 149 — 153. 

Von V. 154. an folgen sodann Weissagungen über das letzte Ge- 
schlecht. Dasselbe wird in Verbindung gesetzt mit dem Ende der Welt, 
dessen in den letzten Zeiten eintretende Vorzeichen angegeben werden. 
Daran reiht sich eine Schilderung des letzten Gerichtes und des unglei- 
chen Looses für die Bösen und Guten, worauf zum Schlüsse die Sibylle 
über" sich selbst noch einige besondere Mittheilungen macht. 

Der Anfang des zweiten Buches nach dem Exordium, wovon ähn- 
liche Verse im dritten Buche wiederkehren , ist fragmentarisch und bildet 
den Uebergang zur Schilderung des im zehnten Geschlechte eintreffenden 
Endes der Zeit und der dauernden Gründung des Messiasreiches. Mitten 
in der völligen Verderbtheit der Menschen wird Gott Rom demüthigen 

B 



xvni EINLEITUNG. 

und die Götzen vernichten. Durch Unglück und Kriege wird die Erde 
entvölkert. Dann erst kömmt eine bessere Zeit, worin der Messias in 
die himmlische Stadt, das neue Jerusalem der Apokalypse, einzieht und 
die standhaften Gerechten belohnt. 

Unter den von v. 55. folgenden Versen des Pseudo -Phocylides be- 
findet sich eine Anzahl Verse, welche man häufig als christlichen Inhalts 
bezeichnet hat '}, so die Verse 59. 62. 63. 65. 72. 73. 76. 80. 81. 82. 
96. Jedoch ist nur einer derselben, nämlich v. 65., der Art, dass er 
nicht seine Erklärung aus dem A, T. finden kann. Ferner v. 82., eine 
Stelle aus Hos. VI, 6., scheint wegen der Abweichung von Hoseas und 
der Üebereinstimmung mit Matth. 9, 13., 12, 7. aus dem Evangehum 
genommen in sein. Insbesondere ist aber von den in Phocylides einge- 
schobenen Versen, nämlich v. 70. 79. 90-96. 101—102. 106—107. 
112-113. 119. 122. 143 — 144., kein einziger auf dem Boden des 
Christenthums erwachsen 

Nach den PhocyUdeischen Versen und ihrer nachträglichen Verbin- 
dung, von V. 154. an lässt sich die Benutzung des Neuen Testaments, 
insbesondere der Evangelien und Apokalypse, nicht verkennen. Neben 
denselben hat der Verf. aber auch noch andere Quellen benutzt. Schon 
V. 155. scheint einer apokryjijhischen Urkunde oder einer Sage anzuge- 
hören , obgleich ein ähnlicher V. in Hesiods 'lEgya v. 1 79. vorkommt. 
Die Verse 163 und 164. standen im apokry^Dhischen Evangehum der 
Aegypter und werden als solche citirt von Clemens Alexandrinus Strom, 
lib. III, pg. 445 ■). Die Erscheinung Beliars ist der in dem Neuen 
Testamente verheissene Antichrist ^). Der Name kömmt als Bezeichnung 
des Satan vor bei Paulus 2 Cor. c. 6, v. 15.; dieselbe findet sich auch 
in dem Testamentum duodecim patriarcharum ^), und die ganze Bezeich- 
nung steht auch im dritten Buche der Sibyllen v. 63. 

Die V. 171. u. folgd. geweissagte Ankunft der Hebi'äer, welche 
kommen werden, ihre Stammgenossen zu suchen, hat ihren Haltpunkt 
im vierten Buche des Esra c. 13-, v. 39. u. f. Die Wiederkunft des 
Thesbiten v. 187. u. f. ist theils ein apokalyptisches Bild, theils in der 
jüdischen Tradition von der Wiederkunft des Elias begründet. Die v. 215. 
erwähnten vier Engel, welche die Thore des Hades öffnen und die Ver- 
storbenen zu Gerichte führen, scheinen apokalyptische Bilder zu sein. 
Als thätige Gottesboten werden dieselben auch in dem Buche Henoch (bei 
Fabric. I, 187. vgl. S. ,550.) erwähnt. 

1) Alexander z. d. VY. 

2) Vgl. Fabric. a. a. 0. I, S. 336. 

3) 1 Joh. 2, 18.; 2 Tliess. 2, 8—10. .-ipoc. 13, 14.; 16, 13.; 19, 20. 

4) Fabric. a. a. 0. S. 539. 547. 



EINLEITUNG. XIX 

V. 312. werden sieben Busszeiten erwähnt, welche Gott durch die 
Vermittlung der heiligen Jungfrau den Menschen gewährt habe. Ferner 
V. 331. u. f., Gott werde auf das Gebet der Frommen hören, und Men- 
schen aus lange währenden Qualen befreien. Die heilige Jungfrau als 
Fürbitterin wird auch bei Irenaeus adv. haer. IIb. V. c. 19. erwähnt. 
Die zweite Lehre, welche das Fegfeuer statuirt, findet ihren Anhaltpunkt 
schon 2 Maccab. c. 12, v. 43 — 45. und 1 Cor. 3, 15. Beide hier vor- 
kommenden Lehren in ihrer Entwicklung gehören der christlichen Doktrin 
der ersten christlichen Zeit an. 

Eine Anzahl Stellen dieses Buches , besonders aber das Stück v. 195 
— 213., mit Ausnahme von sieben Versen, findet sich im achten und 
dritten Buche wieder; ebenso stehen v. 307 — 3 12.. 329. und 330. im 
achten Buche; v. 327. steht im dritten. Der Verf. hat beide Bücher vor 
sich gehabt und benutzt. 

Theils späte , theils ungewöhnliche Wörter sind v. 8. ■9'iö(ov für 
■d-oiov, v. 13. elsvd-eQOTtQUffca, v. 39. EtaeXXaGTixög, v. 158. d-oivrjGOV- 
rai, V. 263. TViGroksTac. 

§. 9. 

Ehe wir weiter zur Ermittelung des Verfassers und der Abfassungs- 
zeit des zweiten Buches schreiten, ist es zweckdienlich zuvor das Ver- 
hältniss des ersten Buches zum zweiten zu besprechen. 

In den Handschriften F L R ist das erste Buch mit dem zweiten 
verbunden, so dass das zweite Buch die Fortsetzung des ersten ist. 
Diese Ansicht, welche auch Bleek theilt, findet bei näherer Erwägung 
ihre Bestätigung in Folgendem: 

Das erste Buch führt bis v. 323. die Geschichte der Menschen von 
der Schöpfung Adams bis auf die Titanen durch sieben Geschlechter fort. 
Daran reiht sich von v. 324. an die Messianische Zeit, welche aber nicht 
auf die Zeit der Titanen folgen konnte, sondern bald ins zehnte, bald 
ins eilfte Geschlecht gesetzt wurde. Da nun die Sibylle im Exordium 
V. 1. und 2. den Plan hatte, von dem Uranfang der Menschen bis zum 
letzten Geschlechte zu weissagen, so ist es nicht wahrscheinlich, dass 
dieselbe \on der Titanen -Zeit auf die Messianische Zeit übergegangen 
sei. Nehmen wir hinzu, was zum ersten Buche hervorgehoben 
wurde, dass das Stück daselbst v. 324. bis Ende auf andern Quellen 
beruht und einen andern Verf. unterstellt als das vorhergehende; so 
ist offenbar, dass die Weissagung der Sibylle mit v. 323. gewaltsam 
abgebrochen ist. 

Das zweite Buch beginnt mit dem Geschlechte vor dem zehnten. 
Beide werden zuerst etwas fragmentarisch geschildert und sodann werden 

B* 



XX EINLEITUNG. 

die letzten Zeiten des zehnten Geschlechts angeknüpft'}. Nimmt man 
das zweite Buch zu dem ersten hinzu, dann bestätigt sich dasjenige, 
was die Sibylle v. 1 — 4. als Zierihrer Weissagung angegeben; nur dass 
das achte Geschlecht ganz fehlt und das neunte sehr kurz und in allge- 
meinen Ausdrücken gezeichnet wird. 

Dwnnach zeigt sich das zweite Buch als eine Fortsetzung des ersten, 
wobei Eine Generation ausgefallen- ist, wogegen die Erscheinung des 
Messias mid das aus den Heiden neu gegründete Geschlecht (v. 383. und 
384.) von anderer Hand eingefügt, sodann ein kurzer Uebergang ge- 
macht (Buch 2, l — 5.) und hierauf ein Stück (v. 6 — v. 33.) aus der Si- 
bylle, von welcher die vv. 1 — 323. des ersten Buchs herrühren, aufge- 
nommen worden ist. Hiei*an knüpfte sodann der Verf. des Stücks I, 
324. u. folgd. seine Schilderung der letzten Dinge; wobei er jedocli die 
V. 56 — 148. aus einem vorhandenen vövd-£tiy.6v mit einigen Zusätzen 
einschob, und sodann seine Weissagungen, unter' Benutzung verschiedener 
Quellen, bis zu Ende führte. 

Sind diese Bemerkungen richtig, so folgt daraus, dass das erste 
und zweite Buch aus einer vorhandenen' von einem Juden verfertigten 
Sibylle entstanden ist, welche das Stück des ersten Buches bis v. 323. 
und das Stück des zweiten Buches v. 6 — 33. enthielt, dazwischen auch 
noch eine Schilderung des achten und den Anfang des neunten Ge- 
schlechts. Dieses Zwischenstück Hess der Verf. unserer Sibylle aus- 
fallen, schob dafür I, v. 324— H, v. 5. ein, entnahm aus jener jüdischen 
Sibylle das Stück v. 6 — 33, womit diese wahrscheinlich zu Ende war, 
Und führte dann mit Einschiebung der Phocylideischen Verse seine eigene 
Zuthat bis zum Schlüsse des Buchs. 

Dieser Verf. unserer Sibylle war kein Jude, sondern ein Christ, 
was bereits nachgewiesen worden ist. Dass er ein Judenchrist gewesen, 
könnte man aus v. 384. bestreiten wollen, wo er das neue Geschlecht 
der Christen aus den Heiden entstehen lässt, sowie aus seiner scharfen 
Beurtheilung der verstockten Hebräer I, 387. 396. und 397. Jedoch 
erklärt sich dies" auch aus dem Eifer eines Convertiten. Wogegen die 
Bezeichnungen Gottes als Sabaoth Adonai lib. H, v. 240., die grosse 
Pietät gegen die Erzväter und Propheten, die Angabe wann die Prophe- 
ten aufliörten, und die an rabbinische Schilderungen erinnernden Aus- 
malungen der ewigen Strafen und Belohnungen auf einen Christen aus 
dem Judenthume hinweisen. 

Die Ermittlung der Abfassungszeit des ersten und zweiten Buches 
bietet aus Mangel an festen Anhaltspunkten Einerseits und hinreichend 



1) Vgl. dagegen Bleek a. a. 0. S. 196. 



EJNLEITüNe. XXI 

alter Bezeugung Andrerseits Schwierigkeiten. Während Thorlacius das 
jüngste der in mehrere Oraiiel abgetheilten Bücher in die Mitte des 
^zweiten Jahrhunderts setzt, gelangt Bleek zu einem andern Resultate, und 
folgert namenllich daraus, dass kein Kirchenvater der ersten vier Jahr- 
hunderte eine Stelle daraus anführe und die Sibyllen von ihnen nicht 
vor Moses gesetzt würden, wogegen es in unserer Sibylk heisst, *sie sei 
eine Zeitgenossinn Noabs gewesen, dass diese Schrift sicher nicht vor dem 
vierten Jahrhundert bekannt geworden , und wahrscheinlich erst in die 
Mitte des fünften Jahrhunderts zu setzen sei ^). 

Das erste und zweite Buch, welches nach unsern obigen Bemer- 
kungen ein Ganzes bildet, setzt die Abfassung der Apokalypse und 'des 
Johannes - Evangeliums voraus. Jerusalem und der Tempel ist zerstört 
üb. I, v. 394. Die Hebräer sind aus dem Lande gejagt und irren in 
der Fremde als Widersacher der Gläubigen v. 395. und 396.; Rom da- 
gegen ist noch nicht von seiner Höhe berabgestürtzt, sondern dies soll 
erst in den letzten Zeiten geschehen. Das Heidenthum ist noch nicht 
überwunden Hb. H, v. 17. und 18; der Tag wo der Messias in das 
neue Jerusalem einziehen wird, ist noch fern und ein Gegenstand der 
Hoffnung, deren Erfüllung durch einen leuchtenden Stern angekündigt 
werden soll. 

Das Merkmal der spätesten Zeit unter dem hier Bemerkten, nämlich 
lib. I, V. 394 — 396., führt in die Zeit bald nach Hadrian. Da jedoch 
unsere Schrift aus dem apoki7phischen Evangelium der Aegypter eine 
Stelle enthält und aus dem achten Buche eine Anzahl Stellen entlehnt 
hat; da ferner die kirchliche Lehre von der heiligen Jungfrau als Für- 
bitterinn schon bestimmter formulirt ist als bei Irenäus, ebenso die Lehre 
von der Wirksamkeit der Fürbitte der Gerechten zur Erlösung aus dem 
Reinigungsorte; so ist die Zeit der Abfassung dieser Schrift nicht vor 
den Schluss des zweiten Jahrhunderts zu setzen. 

Der Verf. des dem Phocylides früher zugeschriebenen 7rotr]f.ia vov- 
■d-sTv/.6v war allem Anscheine nach kein Christ, sondern ein Alexandri- 
nischer Jude. Im fünften christlichen Jahrhunderte hat Stobaeus diesen 
Pseudo-Pbocylides fleissig benutzt, ihn aber für eine alte Schrift gehalten. 
Da jenes ^oirj/ua das Heidenthum in seiner ganzen Blüthe dem Juden- 
thum gegenüber voraussetzt, so ist es nicht tiefer als in das erste oder 
zweite christliche Jahrhundert zu setzen. 

Das christliche was in diesen Versen vorkömmt ist, wie Bernhardy 
richtig bemerkt, wahrscheinlich durch unsere Sibylle in jenen Text noch. 



l) Vgl. Thorlac. Libri Sibyllistarum Vet. Eccles. Havn. 1815. pg. 60. elc. Bleek 
a. a. 0. S. 193—194. - 



XXII EINLEITUNG. 

vor der Zeit des Stobaeus gekomrae». Dieses Resultat, welchem ich je- 
doch keine besondere Beweiskraft zulege, steht wenigtens nicht in Wider- 
spruch mit unserer obigen Annahme. 

Wenn nun unsere Sibylle von den Kirchenvätern -der vier ersten 
Jahrhunderte nicht erwähnt würde, so könnte dies zunächst wenig ver- 
fangen. Gemäss ihrer späten Abfassungszeit wären i;iur Eusebius, Lac- 
tantius und Augustinus hierher zu ziehen, indem die übrigen zu be- 
rücksichtigenden Schriftsteller des dritten und vierten Jahrhunderts die 
Sibyllen nicht benutzten. Die Stelle in Justins erster Apologie c. 20., 
welche sich auf lib. II, v. 197. bezieht, ist nicht von Gewicht, da sich 
auch lib. IV, v. 171. die entsprechende Stelle findet. Aber bei Eusebius 
steht eine Stelle in der Oratio, Constantini ad Sanctorum Coetum c, 19., 
welche sich auf Sibyll. I, v. 287. und 288. bezieht '), so^dass also die- 
ses Buch nicht ganz ohne Bezeugung aus jener Zeit ist. Augustinus be- 
nutzte nur das dritte und achte Buch der Sibyllen ; sein Schweigen kann 
daher nicht auffallen, zumal da was über Christus und Christenthum in 
dem ersten und zweiten Buche Wichtiges vorkömmt, sich auch im achten 
Buche vorfindet. Es war daher um so weniger Veranlassung jene Bücher 
zu citiren. Lactanz lebte in Nicoraedien. War unsere Sibylle erst spät 
entstanden, am Ende des zweiten, oder gar erst zu Anfang des dritten 
Jahrhunderts an einem Orte, wo diese Schrift wenig Aufsehen erregte, so 
ist leicht zu erklären, wie Lactanz jene Schrift unbekannt sein konnte. 
Den Zeitpunkt der Abfassung mit Bleek im fünften Jahrhundert anzuneh- 
men ist kein hinreichender Grund vorhanden; vielmehr würde es auf- 
fallend sein, wenn in jener Zeit ein Judenchrist noch eine solche Schrift 
verfasst haben sollte. 

§. 10. 
DRITTES BUCH. 

Das dritte Buch erscheint nach der kurzen von v. 1 — 7. reichenden 
Vorrede als ein Conglomerat verschiedener nur lose an einander gefüg- 
ter Orakel. Zunächst sondert sich das Ganze in drei grössere Partien 
V. 1—294., V. 295—488., v. 489—828.; ohne dass jedoch jede dersel- 
ben für sich eine eng zusammenhängende, geschlossene Einheit bildete. 

Das erste Stück besteht wiederum aus 6 verschiedenen Orakeln: 
1) v. 1 — 62. enthält zunächst bis v. 35. Aussprüche, die mit dem ersten 

der aus Theophilus mifgetheilten Fragmente grosse Verwandtschaft 



1) Die Stelle Jaulet : ^ roivvv 'Eqvd-Qala Si'ßvkXa, qjciaxovaa iavTrju ijcrrj yava^ 
fistit TOP xuTaxXvafxov yivea&ai. Hieraus folgt jedoch nur die Bezeugung des ersten, 
nicht christlichen Tbeils des ersten Bachs. 



EINLEITUNG. XXIII 

haben, während v. 36 — 62. nach einer Schilderung der menschlichen 

Verruchlheit von dem Messianischen Reiche imd der Zeit des Er- 
scheinens desselben handeln. 
2) V. 63 — 96. beziehen sich auf die Zeit Beliars, die Herrschaft eines 

Weibes und das Ende der Well. Die vier letzten Verse sind ein 

Fragment. 
3} V. 97 — 161. enthalten Weissagungen von dem Thurmbau und der 

Sprachverwirrung, von dem zehnten Geschlechte nach der Fluth, von 

der Herrschaft der Kinder des Uranus und der Gäa, und zuletzt von 

der folgenden Aegyptischeu Herrschaft. 
4) V. 162 — 195, werden drei Reiche, das Jüdische, Macedonische und 

Römische, geschildert, und das Erstarken der Juden nach der Mace- 

donischen Herrschaft geweissagt. 
5).v. 196-210. handeln über den Sturtz der Titanen und schliessen 

mit einer Schilderung unglücklicher Zeiten. 
6) V, 210 — 294. folgen Mittheilungen aus der Jüdischen Geschichte, von 

ihrem Ursprünge an bis zur Wiedererbauung des Tempels unter den 

Persern. 

Das zweite Stück v. 295 — 488. enthält eine Sammlung von 
Weissagungen meist unglücklicher Zustände verschiedener Reiche, Völker 
und Städte. Es bildet in sich ein zusammenhängendes Ganzes, woraus 
sich die Schilderung eines Römischen Herrschers, seiner Regierung und 
dessen erfolgender Untergang besonders herausheben; ferner eine Weissa- 
gung über Troja und den Dichter der liiade. 

Das dritte Stück v. 489 — 827. hat darin mehr Aehnlichkeit mit 
dem ersten zum Unterschiede von dem zweiten, dass ein bestimmter 
ausgeprägter einheitlicher Charakter darin liegt, obgleich es ebenso wie 
das erste in eine Anzahl von Weissagungen zerfällt. Es enthält nämhch: 

1) Weissagungen gegen Asiatische und Aegyptische Völker. 

2) Ein Orakel gegen Hellas, und die Aufforderung, Gott im Tempel 
durch Opfer zu verehren, nebst Schilderung eines Geschlechts von 
Gottes Verehrern. 

3) Ueber die Zeit der allgemeinen Bekehrung zu Gott. Ueher einen 
König aus Asien und den Untergang Aegyptens. Hieran schliesst sich 

4) Eine Aufforderung, Gott zu versöhnen. 

5) Schilderung der Zeit des von Gott gesandten Königs. Weissagung 
von feindlichen Unternehmungen gegen Judäa und den Tempel. 

6) Von den glücklichen Zeiten der Kinder Gottes. 

7) Aufforderung an die Hellenen, die Sprösslinge der zwölf Stämme 
zurückkehren zu lassen. 

8) Ueber die Messianische Zeit. 



xxiv EINLEITUNG. 

9) üeber die letzten Dinge. Die Nothwendigkeit der Opfer. 
10) Nachrichten der Sibylle über sich selbst. 

Durchgehen wir nun die einzelnen Theile, so ist zunächst zu be- 
merken, dass V. 1 — 62. von Castaho und Opsopöus mit dem zweiten 
Buche verbunden sind, ohne allen Grund. Sodann bilden im ersten Stücke 
Nr. 1. und 2. ein durch eine bestimmt erkennbare Idee zusammengehö- 
riges Ganzes. Ebenso bilden Nr. 3 — 5. eine zusammengehörende Gruppe, 
während Nr. 6. ein Ganzes für sich ausmacht. 

Das Exordium v. 1 — 7. zeigt eine vom Gesang ermüdete Sibylle, 
welche aber durch Gottes Befehl aufs Neue angetrieben wird zu weis- 
sagen. Dieses Buch setzt daher einen andern Gesang voraus, und ist 
den Selbstunterbrechungen ähnlich, wie sie v. 162—166., v. 295 — 303., 
V. 489—491. vorkommen. 

Dass an der Spitze des dritten Buchs wenn auch nicht der in die- 
sem Exordium vorausgesetzte Gesang, doch aber noch ein Gesang ge- 
standen habe, diess lässt sich aus einigen überkommenen Nachrichten er- 
weisen. Lactantius theilt Verse mit aus dem Anfange der Erythräischen 
Sibylle und aus dem Ende. Aus dem Anfange citirt er die Verse 5. und 
6. jenes Proömiums ; aus dem Ende wird der v. 774. des dritten Buchs 
citirt '). Zur Zeit des Lactantius enthielt also das Buch der Erythräa 
das Proömium als Anfang und den Schluss des dritten Buchs als Schluss. 
Auch die Verse 84 — 86. des Proömiums citirt er als Verse der Erythräa, 
während sich aus vielen Stellen noch ergiebt, dass er das dritte Buch 
der Erythräa zugeschrieben hat. Dieselbe Sibylle, sagt Lactantius ferner ^), 
habe ihren Namen in ihrem Gesänge angegeben und bemerkt, dass sie 
aus Babylon gebürtig sei , während man von ihr sagen werde , sie sei 
aus Erythrä. Diese Sibylle preise vorzugsweise den Einen Gott. Alles 
das hat nur Bedeutung und Richtigkeit , wenn jenes Proömium der Si- 
bylle des dritten Buchs zugelheilt wird. 

Sehr richtig bemerkt Bleek, welcher dieselbe Ansicht begründet ^), 
dass auch aus dem bei Clemens Alexandrinus Strom, lib. VI, c. 5. er- 
wähnten Inhalte der Sibylle ganz dasselbe folge, indem dort das Proö- 
mium vorausgesetzt werde, welches mit Weissagungen über die Zukunft 
zusammengehangen haben müsse. 

Dasjenige also , was gegenwärtig dem Anfang des dritten Buches 
fehlt, war das Proömium, dessen Fragmente bei Theophilus erhalten sind. 

Sehen wir auf die Verse 8—45. des dritten Buchs, so ergiebt eine 



1) Lact. Div. Instit. lib. IV, c. 6. 

2) a. a. 0. lib. I, c. 6. 

3) a. a. 0. S. 162. n. folgt!. 



EINLEITUNG. XXV 

Vergleichung derselben mit jenem Proömium , dass wir bier einen Aus- 
zug aus demselben besitzen mit einigen angebrachten Veränderungen. 
Dieser Auszug, der mit der gegenwärtigen Form des dritten Buches in 
Verbindung steht, ist darum besonders wichtig, weil er uns einen Finger- 
zeig giebt, was in jenem Proömium ausser jenen Fragmenten enthalten 
wai\ Nach Justin. Cohort. c. 38. standen die v. 24. und 25. unseres 
dritten Buches in dem Hymnus tov 7tavT0y.Q(xT0Q0g -9-sov ; ferner . der 
V. 27. nebst noch zwei andern , welche von uns in jenes Proömium 
wieder aufgenommen worden sind *). Jener Hymnus bei Justin ist son- 
der Zweifel eben dieses Proömium. Eine genauere Vergleichung jenes 
Auszuges mit den Fragmenten des Proömiums dürfte im Stande sein 
uns noch auf niehreres Derartige aufmerksam zu machen, wie auch das 
Verhältniss des zweiten Fragments zum ersten in näheres Licht zu setzen. 
Für unsern gegenwärtigen Zweck genügen diese Hinweisungen, und die 
endliche Bemerkung, dass jener Auszug bis zum v. 35. reicht und mit dem 
Nachfolgenden von dem Verfasser des Auszugs in Verbindung gebracht ist. 

Bleek glaubt, dass jener Auszug von dem Verf. -des ersten und 
zweiten Buches gemacht worden sei, und folgert dies zunächst aus dem 
Exordium des dritten Buchs, so wie aus v. 18. 20. 35. desselben Buches 
und ähnlichen Ausdrücken im ersten Buche; ferner aus Eusebius, wel- 
cher aus dem Proömium als der Sibylle zugehörig Verse anführe -}. Wir 
bemerken hierzu, dass das Exordium an und für sich zwar in dieser 
Sache nicht für beweisend erachtet werden kann; dass jedoch die ähn- 
lichen Ausdräcke , insbesondere -aber auch v. 26., welcher sich im zwei- 
ten Buche V. 195. und zwar aus Buch VHI, v. 317. vorfindet, eine Ver- 
wandtschaft dieser Schriften bestätigen. We-nn, wie oben erwähnt wurde, 
Lactantius den v. 27. anführt und noch zwei Verse, die jezt nicht in 
dem Auszuge stehen, so folgt gleichialls, dass Lactantius diesen Auszug 
nicht kannte, sondern dass v. 27. mit den beiden andern im Proömium 
stand. Die weitere Folgerung Bleeks, wornach dieser Auszug im 4ten 
oder 5ten Jahrhundert entstanden sein soll, hängt mit dessen Ansicht 
von der Abfassungszeit des ersten und zweiten Buchs zusammen. Wenn 
Eusebius aus dem Proömium citirt und nicht aus diesem Auszuge, so 
folgt daraus noch nichts, da Eusebius den ersten Theil des ersten 
Buchs gekannt hat, wie oben nachgewiesen wurde. 

Dieser Auszug aus jenem Hymnus ist demnach vermuthlich wie auch 
die Abfassung des ersten und zweiten Buchs in das Ende des 2ten 
oder in den Anfang des dritten Jahrhunderts zu setzen. 



1) Lact. a. a. 0. II, c. 12. 

2) Vgl. Blcek a. a. 0. S. 199. 



XXVI EINLEITUNG. 

Von V. 36—62. sieht ein an jenen Auszug angehängtes Stück, wel- 
cljes der Verfasser des Auszugs vorfand, und womit die folgenden v. 63 
— 96. früher durch eine jezt fehlende Verbindung zusammengehangen 
zu haben scheinen; denn während bis v. 56. die Zeit der Erscheinung 
des Messias angegeben ist, folgt nach einem fragmentarischen Stücke von 
v. 63. an die Schilderung der auf den Messias folgenden Zeit ßeliars. 

Zur Bestimmung der Zeit der Abfassung dieses Stücks sind in dem- 
selben einige nicht unwichtige Haltpunkte gegeben. Nach v. 46. u. f. 
soll, wann Rom auch Aegypten beherrscht, der Messias erscheinen. Die- 
ser wird aber geschildert, wie ihn die Juden erwarteten, und nicht wie 
er historisch auftrat. 

Zu derselben Zeit soll ein für Rom selbst schädHcher Krieg unter 
Dreien herrschen. Offenbar sind hierunter die Triumviri Antonius, Octa- 
vius und Lepidus gemeint. 

Dann soll Behar kommen, welcher Juden und Heiden verführen 
wird, bis Gott ihn vernichte. Dieses Ereigniss wird in Verbindung mit 
einer Zeit gesetzt, wo eine Wittwe die sämmtliche Erde beherrscht. 
Nach der ganzen Schilderung ist Cleopatra unter dieser Wittwe zu 
verstehen. 

Demnach lebte der Verfasser zur Zeit der Römischen Triumviren 
Antonius, Octavius und Lepidus, wo die üppige und verschwenderische 
Cleopatra durch ihre Verbindung mit Antonius noch Aussichten auf die 
W^eltherrschaft hatte. Wann diese Herrschaft beginnt, dann sollte auch 
Beliar kommen aus den Sebasten, d. i. aus den Römischen Herrschern. 
Entweder dachte sich der Verfasser den Antonius selbst als den künfti- 
gen Beliar, oder einen ihm Gleichzeitigen. Somit erhalten wir die Zeit 
nicht lauge vor der Schlacht bei Actium als die Zeit, in welcher dieses 
Stück verfasst ist'). Der Verfasser war ein Jude, wie sich theils aus 
seiner Messias -Idee , besonders aber aus v. 69. und 70. ergiebt, wor- 
nach Beliar Hebräer und Heiden verführt. Christen existiren für den 
Verfasser noch nicht. 

§. 11. 

Das folgende Stück v. 97 — 161. gehört dem Vorhergehenden nicht 
an; lässt sich jedoch mit den beiden bis v. 210. nachfolgenden zusam- 
mengefügt denken, insofern als das v. 161. Abgebrochene durch v. 162 
— 166. zum Nachfolgenden hingeleitet wird, und durch v. 158. und 159. 
das sämmtlich Folgende seine Berechtigung erhält. In v. 196 — 198. wird 
ein neuer Uebergang vermittelt, und v. 199. weist wiederum auf das 



1) Vgl. Bleek a. a. 0. S. 201. u. folgd. Gfrörer a. a. 0. S. 135. u. f. 



EINLEITUNG. xxvii 

Stück V. 97 — 161. zurück. In allen diesen Uebergängen zeigt sich ge- 
nugsam, dass mehrere ursprünglich fremde Bestandtheile aneinander ge- 
schoben sind. 

Nach Erzählung der Geschichte von der Sprachverwirrung und der 
Theilung der Reiche kömmt der Verfasser zum zehnten Geschlechte nach 
der Fluth. Die Entstehung der verschiedenen Reiche wird hier in den 
drei ersten derselben, in den Reichen des Saturn, Titan und Japetus 
nachgewiesen. Dieses von v. 110. folgende Stück ist aus einer heidni- 
schen Tbeogonie und hat in v. 110 — 153. viele Äehnlichkeit mit 
der Theogonie Hesiods. Jedoch herrscht ausser bedeutenden Abwei- 
chungen, worauf schon Lactanlius aufmerksam machte*), insbesondere 
der Hauptunterschied, dass die heidnischen Götter hier als sterbliche 
nach der Fluth lebende Menschen erscheinen. Sowie im ersten Buche 
eine üeberarbeitung der heidnischen in Hesiods '"Eqya enthaltenen Tra- 
dition von den verschiedenen Zeitaltern ist, so steht hier ein ähnliches 
Stück, welches die Götter Hesiods zu Menschen macht. Weitere Unter- 
schiede zwischen Hesiods Theogonie und unserm Stücke sind noch die, 
dass nach Hesiod von der Gäa und Uranus die Götter abstammen und 
dass dort von einer Theilung der Erde unter Saturn, Titan und Japetus 
keine Rede ist. In unserm Stücke entstammen der Gäa und Uranus 
drei Rinder, die sich in die Welt theilen; eine Anspielung auf die bi- 
Mische Erzählung von den drei Söhnen Noabs, durch welche die Erde 
bevölkert wurde. Bei Hesiod ist ferner die ganze Erzählung in andern 
Verbindungen und in seinem Gedichte zerstreut. Saturn zerreisst selbst 
die Kinder seiner Gattin Rhea wegen einer Weissagung, wornach ihm 
ein Sohn für die Behauptung seiner Herrschaft im Himmel einst ge- 
fährUch werden sollte: In der Sibylle sind es die Titanen nach einer 
zwischen Saturn und Titan getroffenen Uebereinkunft, welche die männ- 
hchen Kinder der Rhea tödten, damit Titan dem Saturn in der Herr- 
schaft einst nachfolgen könne. Nach derselben wird der heimlich er- 
zeugte Sohn Jupiter mittelst dreier Cretenser nach Phrygien gesandt 
(wahrscheinlich gebar Rhea aut Greta den Jupiter); nach Hesiod wird er 
durch die Gäa auf Greta selbst in Lyctos verborgen. 

Die Erzählung des -Krieges zwischen den Titanen und den Kindern 
Saturns geschieht nach der Sibylle wegen der Gefangennehmung der 
Rhea und des Saturn durch die Titanen. Die Absicht hierbei ist, den 
Anfang des Krieges unter den Menschen zu erklären. Bei Hesiod sind 
die ganze Veranlassung ebenso wie der Endzweck andere. 

In der Sibylle haben wir demnach eine vollständige Bearbeitung je- 



1) a. a. 0. Hb. I, c. 14. 



XXVIII EINLEITUNG. 

ner Mythe. Aus der Theogonie ist eine Erzählung von den ersten Herr- 
schern unter den Menschen gevporden. Dieselbe ist angelehnt an das 
A. T. und unter den Gesichtspunkt des Monotheismus gebracht, indem 
Gott nachher die Titanen bestraft *). 

Der Schluss dieses Stückes v. 158 — 161. ist insofern richtig, als 
das Aegyptische Reich durch die Perser geslürtzt ward; geschichtlich un- 
richtig ist aber die Aufeinanderfolge der Reiche. Der Verfasser geht da- 
bei von Aegypten aus und zählt dasselbe vor dem Römischen noch- 
mals auf. 

V. 162—166. bilden einen Uebergang, und das Stück v. 167 — 198. 
ist zwischen zusammen Gehörendes eingeschoben; denn v. 199. u. f. 
setzen das v. 156. Abgebrochene in näherer Spezialisirung fort. Dieses 
Einschiebsel verräth jedoch keinen andern Verfasser; denn nach v. 162. 
u. f. war es dessen Absicht die herrschenden Reiche zu nennen; er 
nennt nun zuerst v. 167 — 170. das Salomonisehe Reich, und zwar nicht 
ohne Uebertreibung der Thalsachen. Zwar hatten David und Salomo 
nicht unbeträchtliche Eroberungen gemacht ; aber nur einem Juden spä- 
terer Zeit konnte es einfallen, das Jüdische Reich über die Wirk- 
lichkeit hinaus auszudehnen und es selbst unter den Weltreichen auf- 
zuführen ^). 

Das von v. 171. an Folgende reiht sich chronologisch nicht an. Man 
sieht, es ist die Absicht des Verfassers, einige Reiche herauszuheben 
und besonders zu schildern. Darum lässt er nach dem Salomonischen 
das Macedonische und darauf das Römische folgen. Die letzte Erzäh- 
lung scbliesst er mit der Zeit des siebenten Herrschers über Aegypten 
ab. Das Herrschergeschlecht Aegyjjtens ist der Maassstab , nach wel- 
chem der Verfasser die Zeit misst. Wenn derselbe noch das neue Er- 
starken des Hebräischen Volkes ohne alle weitere Verbindung nachbringt, so 
bekundet er sich durch alles Dieses als einen in Aegypten lebenden Juden. 

Durch einen eingestreuten Monolog der Sibylle wird das von v. 199 
— 212. Folgende mit dem Vorausgegangenen verbunden. Zuerst knüpft 
die Prophetinn wieder an die Titanen an , deren Bestrafung mit Angabe 
der Ursache kurz mitgetheilt wird. . Hierauf weissagt sie von Griechischen 
Königen und von dem Unglücke, womit Phrygien und namenthch Troja 
heimgesucht werden solle; daran reihen sich Weissagungen gegen die 
Assyrier, Perser, Aegypter und ihnen benachbarte Völker, worauf zu den 
Kariern und Pamphyliern übergegangen wird. 



1) Vgl. dagegen Bleek a. a. 0. S. 208. u. f. und Gfiörer a. a,. 0. S. 141., welche 
einen lieidniscben Verfasser annelimen. 

2) Vgl. III, Reg. c. 4, Jos. Anliq. lib. VIH, c. 2. 



EINLEITUNG. XXIX 

§. 12. 

Ueberblicken wir nunmehr das Stück von v. 97 — 210. nochmals, so 
hat sich uns der Verfasser als ein in Aegypten lebender Jude bereits 
kenntlich gemacht. Auch die Zeit der Abfassung dieses Orakel lässt sich 
annähernd genau bestimmen: Den Anfang des Stücks, die Erzählung von 
dem Thurmbau, kannte nicht nur Josephus als in einer Sibylle enthal- 
ten; sondern selbst dem frühern Alexander Polyhistor war sie als ein 
Sibyllen- Orakel bekannt *}. Mit dieser Erzählung hängt das Folgende^ 
wie wir gesehen, wohl zusammen, und hat demnach zunächst die Ver- 
muthung desselben Alters für sich. Dieselbe wird bestätigt durch v. 176., 
wo auf die bestehende Auktorität des Rörnischen Senates, vor der Zeit 
der Cäsaren, hingewiesen wird. 

Die Sibylle führt das Römische Reich fort bis auf den siebenten 
König Aegyptens, der von den Hellenen abstammt. Dass darunter Pto- 
lemäus Philometor oder Physkon zu verstehen sei, kann nach den Mit- 
theilungen Bleeks, Gfrörers, Alexanders, so wie nach einfacher Betrach- 
tung der Aegyptischen Geschichte zur Zeit der Ptolemäer, keinem Zweifel 
unterliegen. 

Die V. 194. u. f. geweissagte Erhebung des Volkes Gottes ist als 
eine bereits geschehene zu betrachten. Israel hat wieder eine politische 
Bedeutsamkeit erlangt, und darauf gründen sich die Hoffnungen der 
Aegyptischen Juden und der in der Weissagung herrschende Stolz. Von 
dem Herabsinken dieser Macht weiss der Verfasser noch nichts. Somit 
werden wir in die Zeit der Maccabäer oder ihrer ersten Nachfolger 
verwiesen. 

Aus jenen äussern und diesen Innern Zeugnissen folgt für die Zeit 
der Abfassung dieses Stückes, dass der Verfasser desselben in der Zeit 
der Ptolemäer Philometor und Physkon, wo das Jüdische Reich wieder 
erstarkt war, lebte und schrieb. Annähernd kann man das Jahr 160 
V. Chr. annehmen ^). 

§. 13. 

In ^dem durch die Verse 210 — 212. an. das vorige angereihten 
Stücke v. 213 — 295. wird die Geschichte des Hebräischen Volkes pro- 
phetisch beschrieben, nachdem ihm zuvor Unglück verkündigt worden 
ist. Dieses Unglück besteht nach v. 265 — 281. in der Wegführung nach 
Assyrien als Strafe für den verübten Götzendienst. Daran reiht sich 



1) Vgl. oben §. 2. 

2) Vgl. Bleek a. a, 0. S. 211. u. f. S. 217. 



EINI 



XXX EINL^TÜNG. 

eine Verheissung besserer Zeiten, beginnend unter einem von Gott ge- 
sandten Könige, unter welcbeni — es ist Cyrus zu verstehen — der in 
Trümmern liegende Tempel .neu aufgebaut werden soll. Die andern Kö- 
nige der Perser werden gleicbfalJs den Bau fördern, so dass der Tempel 
werden wird wie er vorher w^r 

Der Verfasser ist dersötbe wie in dem Vorhergehenden, ein in 
Aegypten um 160 v. Chr. lebender "fcde. Zur nähern Charakterisirung 
desselben dienen besonders v. 221 — 229., woraus man den dem Gesetze 
treu anhängenden Juden hinreichend erkennt. Die ganze Stelle ist eine 
Rücksichtnahme auf Dt. c. 18, v. 10. und 11., und enthält Aeussei'un- 
gen, wie sie ähnhcb bei Philo öfters vorkommen/). Auch das Folgende 
bis V. 248. bezieht sich auf das Mos. Gesetz , ^^f welches der Verfasser 
sich V, 246. noch ausdrücklich beruft. 

So wie das Ganze dieses Stückes denselben Verfasser verkündigt 
wie das unmittelbar vorhergehende, so stehen auch die chronologischen 
Merkmale damit nicht in Widerspruch. Der Verfasser fülirt die Geschichte 
des Israelitischen Volkes fort bis auf die Zeit nach dem Exil. Nach 
Cyrus werden v. 291. noch die sämmtlichen Perserfürsten, welche den 
Tempelbau unterstützten, allgemein angegeben, und von v. 282. an 
dauernde glückliche Zeiten für die Hebräer untei'stellt. Die Verfolgun- 
gen, welche in der Maccabäer- Zeit eintrafen, erwähnt der Verfasser nicht 
mehr, vielleicht darum, weil das Volk denselben nicht erlag. 

§. 14. 

Wir kommen nunmehr zu der zweiten grössern Abtheilung des 
dritten Buches v. 295—488. 

Im Eingange knöpft die Sibylle v. 301. und 302. an das vorherige 
Stück ab. Wenn dort die Verwüstung des Tempels als eine Strafe für 
die Juden wegen ihres Abfalls von Gott hingestellt ist; so wird hier Ba- 
bylon Unglück geweissagt, weil es den Tempel zerstörte. Der geschil- 
derte Untergang Babels bezieht skh auf die Zeit um 539 v. Chr., wo 
dasselbe der Gewalt der Perser erlag. Die folgende Weissagung ist 
V. 318. chronologisch bestimmt, und führt in das Jahr 160 v. Chr., 
wodurch sich der Verfasser zugleich als derselbe des vorhergehenden 
Stückes zu erkennen giebt. 

Das folgende Orakel gegen Gog und Magog bietet das Eigenthüm- 
liche, dass Gog und Magog zwischen den Flüssen Aethiopiens liegt, 
während im A. T. und in der Apokalypse ^j dieser Ausdruck unbekannte 



1) Vgl. Philo ed. Mang. Tom. I. pg. 466.; II. pg. 84. 

2) Ezechiel c. 38. v. 2. Apocal. c. 20, v. 8. 



EINLEITUNG. XXXI 

Völker des Nordens bezeichnet, die Josephus mit dem Namen Scythen, 
flieronymus als Völker aufführt, welche nördlich jenseits des Kaukasus 
und der Maeotis palus und am Caspiscben Meere bis nach Indien bin 
lagen. Die Sibylle nennt das Land oberhalb Aegypten von Syene an, 
weil es ihr unbekannt war, mit diesem biblischen Namen, und macht sich 
somit abermals als einen in Aegypten lebenden Juden kenntlich. 

Es folgt nun eine sich verallgemeinernde Weissagung zuerst gegen 
Libyen gerichtet. Die v. 324. genannten Töchter des Abendlandes sind 
nicht Städte Libyens , wie Bleek meint '), sondern Städte im Occident, 
und zwar solche nach v. 328. , welche zur Zeit des Rriegszugs Nebu- 
cadnezars gegen Jerusalem an der Verwüstung des Tempels Theil ge 
nommen hatten. 

Von V. 334. an werden theils Zeichen zukünftigen Unglücks ange- 
geben, theils einer Reihe von Städten in verschiedenen Ländern Unter- 
gang geweissagt. Das Zeichen am Mäotischen See v. 338. hängt zusam- 
men mit der bei den Alten herrschenden Meinung, dass dieser See 
immer mehr versande ^j. Die namentlich genannten Städte liegen gröss- 
tenlheils in Kleinasien und waren häufig Zerstörungen durch Erdbeben 
ausgesetzt. Das v. 342. genannte Jassis ist Jassos in Carien, auf einer 
dicht neben dem Festlande gelegenen Insel. Kehre ist Cebrene in My- 
sien, und existirte zur Zeit der Römerherrschaft nicht mehr. Colophon 
ist wahrscheinlich Alt- Colophon in Lydien am Halys, 70 Stadien von 
Ephesus, welches unter Lysimachus verödete. Die geweissagte Zerstö- 
rung von Ephesus bezieht sich wahrscheinlich auf 'die durch Herostrat 
360 V. Chr. erfolgte. Nicäa ist vermulhlich in Bithynien das frühere 
Antigonia, welches von Lysimachus zu Ehren 'der Nike, einer Tochter 
des Antipater, Nicäa genannt wurde. Antiochien ist in Carien am 
Mäander, Sinope in Paphlagonien, Smyrna in Lydien zu suchen. Die 
Orte lür die Namen Pandonia, Tanagra, Marosyne sind vielleicht Textes- 
Corruptionen. Bei Pandonia ist schwerlich an Pandosia in Epirus zu 
denken, da bis v. 344. alle Städte in Kleinasien lagen. Für Marosyne 
ist die Lesart Alexanders Myrine eine Conjektur, weil in Mysien ein 
Myrine lag. 

Von V. 345. sollen zwar Städte Europas angegeben werden, aber. 
Skyagra, Klitus, Basilis und Meropäa sind unbestimmbare Orte, ßasilis 
ist schwerlich ßasilia in Gallien. Dagegen sind v. 346. die Städte sämmt- 
licli Europäische bis auf die zuletzt genannte. Antigone, Magnesia, My- 
cene lagen in Griechenland, dagegen Pantheia lag in Persien, und auch 



1) a. a. 0. S. 218. 

2) Vgl. Foibiger alte Geographie II, 453. ; III, 1114. 



XXXII EINLEITUNG. - 

die drei v. 347. genannten Städte liegen nicht in Europa. Unter Gaza 
ist wahrscheinlich Gaza in Persien in der Landschaft Sigdonia zu ver- 
stehen. Hierapolis ist' entweder das in Phrygien, oder das in Syrien 
gelegene. Astypaläa lag in Carien. 

V. 348. u. folgd. folgt eine Weissagung gegen Aegypten und Rom, 
Saraos, Delos und Smyrna, während Asien und Europa nur Gutes ge- 
weissagt wird, bis v. 381. u. f. auch die Unglücksweissagung zu beiden 
Ländern gelangt. Unter diesen Orakeln zeichnet sich die Weissagung 
von Asiens Macht über Rom aus, eine frühere Asiatische Hoffnung, 
welche auch lib. X, 144. steht und nicht in Erfüllung gieng '). Ferner 
die Weissagung über Samos und Delos, welche im vierten und achten 
Buche wiederkehrt und welcher TertuUian gedenkt -). Das Asien und 
Europa geweissagte Unglück soll durch Macedonien und zwar nach v. 383. 
durch das Geschlecht unächter Kroniden kommen. Es ist dabei an 
Alexander d. Gr. zu denken, wie er im neunten Buche v. 195. u. folgd. 
noch näher bezeichnet wird. Der von v. 388. an geschilderte Herrscher 
ist wahrscheinlich Ptolemäus Keraunos. Ln neunten Buch v. 205. u. f. 
216. 256. wird er auf die Herrschaft der Ptolemäer deutlich bezogen. 
Die Schilderung seines Geschlechts ist poetisch und mit Rücksicht auf 
die Prophetie Daniels (c. 7, v. 7. u. f.); so dass aus demselben nicht 
zuviel gefolgert werden darf ^) ; vielmehr haben wir an dieser poetisch 
auslaufenden Schilderung des Ptolemäer- Geschlechts einen neuen Grund, 
einen unter ihnen lebenden Verfasser zu erkennen. 

Die angereihte Weissagung über Phrygien enthält manches Dunkle 
und zeigt, dass ein Theil dieser Orakel aus altern heidnischen zusammen- 
gesetzt ist. Die Stadt Antanders ist Doryläum in Phrygien, und nicht 
Antandros in Mysien , wie Alexander . will. Dunkel ist v. 408. die Be- 
zeichnung einer Neptunischen Zeit, ebenso wie vorher die v. 402. und 
403., welche eine Anspielung auf die Sündfluth und die Noachiden zu 
sein scheinen (vgl. lib. I, v. 184 — 187.) 

Die Weissagung über Ilion und Homer, welche auch im neunten 
Buche steht, wird der Sibylle schon von ApoUodorus Erythräus ,nach 
dem Zeugnisse Varros zugeschrieben. Varro schrieb jedoch das Orakel 
der Erythräischen , Pausanias der Delphischen Sibylle zu ''). Richtig 
bemerkt hierzu Gfrörer (S. 1 46.) , die gegen Homer ausgesprochene Be- 
schuldigung setze jene jüdische Ansicht voraus , dass das Vorzügliche, 
was die Grieclien besitzen, aus den heil. Schriften der Juden entlehnt 



1) Vgl. Tacit. Hist. lib. V. c. 13. Sueton. Vesp. c. 4. 

2) TerliiU. de PalHo c. 2. 

3) Vgl. dagegen Alexandre zu v. 397 — 399. 

4) Vgl. Lad. Div. Inst. lib. I. c. 6. Pausan. Phoc. §. 12. 



EINLEITUNG. XXXIII 

sei. Die von v. 433. an folgenden Weissagungen beziehen sich grössten- 
Iheils auf Kleinasiatische Länder und Städte. V. 449. u. f. wird auf 
Persien, Europa und Asien übergegangen. Daran reihen sich Orakel gegep 
Samos und Cypern ,, gegen Italien und über den aus Italien stammenden 
Mann der Verwüstung, worauf die Sibylle wiederum ihren Blick nach 
Kleinasien wendet. 

Au^h hier ist an eine Sammlung von Orakeln zu denken, welche 
der Verfasser benutzte. V. 435. ist an die im Dienste des Hysimachus 
befindlichen Aetolier zu denken. Das v. 437. getiannte Byzanz ist kei- 
neswegs, wie Alexander glaubt, eine junge Stadt, ebensowenig wie Chal- 
cedon, und es ist nicht unmöglich, dass jene Stadt bei ihrer günstigen 
Lage schon früher in Asien eine Rolle spielte. Der v. 445. geweissagte 
Wohlstand von Rhodus bezieht sich auf die Zeit nach der Perser-Herrschaft 
über die Insel, wo die Stadt Rhodus gegründet wurde, die nach Alexan- 
ders d. Gr. Tod bald zu hoher Blüthe gelangte. Ihre Unterwerfung unter 
die Römer geschah später nach Cäsars Tod und vollständig erst unter 
Vespasiaui Hieran ist jedoch in unserm Orakel schon wegen v. 449. 
nicht zu denken. Die v. 464. u. f. mitgetheilte Weissagung gegen Ita- 
lien ist auf die Zeit des bellum sociale zu beziehen. Der v. 470. ge- 
nannte Mann der Verwüstung ist wahrscheinlich Sulla. 

§. 15. 

Nach diesen Erörterungen über die zweite grössere Abtheilung des 
dritten Buches v.'295 — 488. gelangen wir zu dem Ergebnisse, dass in 
diesen Versen eine Anzahl von Weissagungen, grösstentheils aus alten 
heidnischen Orakeln herrührend, angesammelt ist. Der Verfasser ist 
derselbe, welcher sich uns auch im vorhergehenden Stücke zu erkennen 
gab, ein unter den Ptolemäern in Aegypten lebender Jude. Insbesondere 
macht er sich als solchen kenntlich v. 314 — 318., woselbst v. 316. auf 
Ezechiel c. 14, v. 7. Röcksicht genommen ist, ein Gedanke, der auch 
im Evangelium des Lucas von dem greisen Simeon auf die Mutter Jesu 
prophetisch angewendet erscheint. 

§.16. 

In der dritten Abtheilung des dritten Buches folgen^nach 
einem kurzen Eingange Weissagungen gegen Phönizien, Greta, Thrazien und 
die über Thrazien nördlich hinaus liegenden fremden Länder, welche mit den 
Namen Gog, Magog, Marson und Aggon bezeichnet werden. Sodann kehrt die 
Sibylle wieder nach Kleinasien zurück, bringt ferner Weissagungen gegen 
die Mauren, Aelhiopier, Kappadozier, Araber, und kömmt endlich zu den 
Hellenen, mit welchen sie sich länger und ausführlich befasst. Ein 

c 



XXXIV • EINLEITUNG. 

fremdes Volk wird Hellas schrecklich' verwüsten, bis- es vollständig' ge- 
plündert und" geknechtet ist. Zu dem Kriege gesellen sich Pest, Dürre und 
Verheerung durch Feuer, so dasä nur ein Drittheil der Menschen am 
Leben bleibt. Die Ursache von all diesem Unglück rührt daher, dass 
Griechenland sterblichen Herrschern vertraute, den Todten opferte und 
den Götzen diente. Wann aber der Zorn Gottes hereinbricht, dann wird 
Griechenland auch Gott anrufen in der Noth und im Tempel des Herrn 
opfern. Dann endüch soll es von Krieg, Pest und Sklaverei befreit 
w^erden. 

Diese Weissagungen sind nur theilweise Ereignisse, welche in die 
Form der Vorhersagung gefasst werden ; denn von Greta ist ein solches 
Unglück wie das von der Sibylle prophezeihte nie bekannt geworden,, 
Vermuthlich ist auch in der Weissagung gegen Phönizien kein bestimmtes 
Faktum aufzusuchen, obgleich es unter Nebucadnezar, unter Alexander 
d. Gl", und später unter den Ptolemäern mehrfach verwüstet wurde. In 
dem Orakel gegen Thrazien ist ein historischer Haltpunkt gegeben: Die 
Galater und Dardaniden (Phrygier) werden Griechenland verheeren und 
heimwärts gegen Norden hinaufziehend auch Thrazien Unglück bereiten. 
Der Zeitpunkt wann dies geschehen, dürfte schwer zu ermitteln sein. 
Wahrscheinlich fällt er noch 234 v. Chr. , wo die Galater in Kleinasien 
feste Wohnsitze bekamen und Nachbarn der Phrygier wurden. Ebenso 
ist er auch vor die Unterjochung Griechenlands durch die Römer zu 
setzen, wodurch sich die Zeit wenigstens annähernd ermittelt. 

Die Weissagung gegen die Hellenen beziehen Bleek und Gfrörer auf 
die Unterjochung Griechenlands durch die Römer in der Zeit des Mace- 
donischen Perseus, was wegen der Furchtbarkeit des geschilderten Un- 
glücks wahrscheinlich ist. Die Zeitbestimmung, weldie in v. 551. u. f. 
liegt, führt zu keinem sichern Resultate , weil der terminus a quo nicht 
fest' zu bestimmen ist., Alexandre, welcher von der Zeit an rechnet, 
wo zuerst in Griechenland Städte entstanden, kömmt so mitten in die 
Zeiten der Ptolemäer. Die Gränze abwärts ist die Zeit, woi-in der Ver- 
fasser lebte, indem er sich die Messianiscbe Zeit, wo nach der Prophetie 
des A. Bundes alle Völker sich zu Jehovah bekehren sollen, "als nahe 
bevoi'stehend denkt. Dann erst hofft er für Hellas auch wieder auf 
glückliche Zeiten. Folglich ist Hellas noch ndtten in seiner unglücklichen 
Lage und schmachtet unter dem Joche. 

Der Jude mit seinen glänzenden Messias - Hoffnungen zeichnet sich 
ganz besonders in der v. 573. u. f. folgenden mit dem Vorhergehenden 
eng verbundenen Schilderung der wahren Gottesverehrer in der Messia- 
nischen Zeit, wobei es an scharfem Tadel gegen die unreinen Götzen- 
diener nicht felilt. Während die frommen Gotlesverehrer ihres Glückes 



EINLEITUNG. XXXV 

geniessen sollen , wird diesen , den Phöniziern , Aegyptern , Lateinern, 
Griechen, Persern, Galatern und ganz Asien Unglück aller Art geweis- 
sagt, bis man endlich der Götzen sich schämen, dieselben hinwegwerfen 
und verbergen werde. Dies soll, geschehen unter dem siebenten Könige 
Aegyptens, wann ein König aus Asien heranzieht und Aegypten erobert. 

Der siebente König Aegyptens ist nach der Schilderung der Zeit 
Ptolemäus Philometor. Der König aus Asien ist Antiochus Epiphanes, 
welcher 170 v. Chr. einen Kriegszug nach Aegypten unternahm. Da der 
Verfasser jenes Ereigniss kennt und daran die Zeit des Messias und der 
Heidenbekehrung knüpft, so ist dies ein Zeichen, dass er in dieser Zeit 
lebte, und dass wir also denselben Verfasser wie im vorigen Stücke vor 
ims haben. 

Von V. 624. an beginnt eine Ermahnungen die SterbUchen, Gott durch 
Opfer zu versöhnen und recht zu handeln im Hinblicke auf den kommenden 
göttüchen Zorn, wovon die Vorzeichen besonders an dem durch die Herr- 
schaft der Fremden verwüsteten Hellas zu erkennen seien. Das kom- 
mende Elend wird bis v. 651. noch weiter ausgemalt, und daran die 
Weissagung von der Erscheinung des Messias geknüpft, welcher ähnlich 
wie Jes. c. 41, v. 2. vom Orient kommen und das Volk Gottes glück- 
lich machen werde, trotz dem, dass götzendienerische Könige Jerusalem 
in jener Zeit belagern, im Kreis rings um die Stadt ihre Throne aufge - 
schlagen haben und ihre schändlichen Opfer bringen. Alle diese gottlo- 
sen Herrscher wird Gott alsdann vernichten, so dass die Erde das Blut 
der Erschlagenen trinkt, das Wild des Feldes von ihrem Fleische sich 
sättigt, und Jedermann den strafenden Gott erkennen wird. * 

Diese Weissagung reicht bis v. 697. , worauf die Sibylle die Wahr- 
heit derselben betheuert und alsdann, mit Anklängen an die Propheten, 
das Glück des Jüdischen Volkes in der Messianischen Zeit auslührlich 
schildert und voraussagt, dass auch andere Völker sich dann zu Gott 
bekehren und dem Volke des Herrn zugesellen würden. 

In enger Verbindung hiermit steht v. 732. die Aufforderung an 
Hellas, das Volk der zwölf .Stämme zurückkehren zu lassen und selbst 
Gott zu dienen, damit sie an dem Glücke der Messianischen Zeit Theil 
nehmen mögen. Abermals werden diese trefflichen kommenden Zeiten 
geschildert bis v. 760., worauf die Ermahnung folgt, den Götzendienst 
fahren zu lassen und sich vor Ehebruch, Knabenliebe und Kindermord 
zu hüten. Auf diese Unterbrechung folgt die weitere Schilderung des 
Messias-Reiches, wo Ein Gesetz auf der ganzen Erde gelten, ausserdem 
Einen Tempel in Jerusalem es gar keinen Tempel mehr geben wird, und 
^on allen Ländern der Welt man herankömmt, um in diesem Tempel zu 
opfern. Diese Schilderung des Messianischen Reiches mit besonderer 



XXXVI EINLEITUNG. 

Rücksichtnahmp auf Jesaias c. 11, 6 — 8. u. Zachar. c. 2, 10. geht bis 
V. 794., worauf die Sibylle noch ein Kennzeichen angiebt von dem Ende 
der Zeit und dem Anfange jenes Messiasreiches. So komme endlich der 
ewige Friede, und Jedermann sei dann.genöthigt, dem grossen Könige, 
Gott, zu opfern. Hiermit schliesst die Weissagung v. 807. 

Blicken wir auf dieses Stück von v. 624. an zurück, so ist zunächst 
zu bemerken, dass v. 624. und 625. als Orphische Verse von Clemens 
Alexandrinus citirt werden '} ; ferner, dass v. 629. weiter unten (v. 759.) 
abermals vorkommt und eine Beziehung auf Dt. c. 4, 35. ist. Die Verse 
649—651. sind ebenfalls weiter unten, jedoch mit einem V. vermehrt, 
wiederholt (v. 728—731.). Der Inhalt dieser Verse stammt aus Ezechiel 
c. 39, 9. und ist dort gegen die Scythen gerichtet, welche aus dem hei- 
ligen Lande vertrieben werden sollen. Lactantius, welcher Div. Inst, 
lib. VII, c. 26. auf diese Sibylliuische Stelle Rücksicht nimmt, erklärt 
dieselbe so: Tum per annos Septem perpetes intactae erunt sylvae, nee 
excidetur de montibus lignum, sed arma gentium comburentur. Die zu 
Grunde liegende Idee ist die Ansicht, dass die Gottesverehrer in der 
Messianischen Zeit über alle ihre Feinde obsiegen werden. Deshalb 
denkt sich auch v. 660. u. f. die Sibylle die Erscheinung des Messias 
zu einer Zeit, wo Jerusalem von feindlichen heidnischen Königen bela- 
gert sich in der grössten Gefahr befindet. So wird die Gesammtheit 
der Feinde auf Einmal bewältigt, ihre Schilde und Waffen reichen sieben 
Jahre lang aus zum Brennen, so dass man kein Holz in dem Walde zu 
lallen braucht. Aus dieser Erklärung, so wie aus Lactantius folgt die 
Aechtheit der v. 728 — 731., wo sie somit auch in gutem Zusammen- 
hange stehen. Es ist jedoch nicht unmöglich, dass dieselben Verse auch 
an der frühem Stelle stehen konnten, nur ist dort offenbar ein verbin- 
dender Vers ausgefallen"^). 

Die Aufforderung an die Hellenen v. 732. erklärt Bleek S. 234. 
dahin, dass dieselben ermahnt werden, keinen Kriegszug gegen die Juden 
zu unternehmen. Damit stimmt auch Gfrörer, und beide schlagen des- 
halb eine Textes -Aenderung vor: f^irj areiXai ertl cet. Richtiger erklärt 
Alexandre die Stelle : die Aufforderung gelte den Griechen, als den Herr- 
schern Aegyjjtens, die Juden zu entlassen, um ihrem Volke zu Hilfe zu 
ziehen. In jener Zeit der Messias - Erwartung hätten die Juden aus 
Alexandria nach Palästina ziehen wollen, seien aber von den Ptoleraäern 
zurückgehalten worden. Diese Ansicht scheint darum <iie richtige zu sein, 
weil zur Zeit, wo der Verfasser schrieb, die Griechen selbst in grosser 



1) Prolrept. c. 7. 

2) Die abweichende Ansicht von Gfrörer sehe man a. a. 0. S. 160., die von Bleek S. 231. 



EINLEITUNG. xxxvn 

Noth und Sklaverei waren, weshalb nur an die Griechischen Herrscher 
Aegyptens gedacht werden kann. 

Den V. 775. erklärt Gfrörer (S. 163.) für ein Einschiebsel nament- 
lich aus dem Grunde, weil Lactantius a. a. 0. lib. IV; c. 6. und Augusti- 
nus (de quinque haeresib. c. 3.) das Wort olxog in v. 774. von dem 
Logos deuteten, ohne dieses Verses 775. zu gedenken. Diese Ansicht 
scheint richtig zu sein, wiewohl der Vers in allen Handschriften steht. 
Alexandre schlägt vor statt' vlov zu lesen vrjov, eine zwar einfache Lö- 
sung der Schwierigkeit, aber darum unwahrscheinhch , weil v. 774. vom 
Logos verstanden wurde. 

Die V. 776 — 778. sind nach Jesaias c. 40, v. 34. Die Rolle, 
welche ~v. 780, und 781. den Propheten zugelegt wird, ist ähnlich in 
den frühern v. 582. und 583. ausgedrückt. Sie sind eine Abwehr des 
Bösen und die Bringer des Guten, die Könige und Richter der Menschen 
in der Messianischen Zeit. Endlich die v. 781 — 783. hält Gfrörer für 
eingeschoben, jedoch ohne hinreichenden Grund, 

§. 17. 

Da somit auch das letzte Stück demselben Verfasser zuzulegen ist 
wie die nächst vorhergehenden, so gelangen wir für das ganze dritte 
Buch von V. 97. an bis v. 807. zu dem Resultate, dass dasselbe Einen 
und denselben Verfasser hat, einen von der Messiashoffnung erfüllten in 
Äegypten um das Jahr 160 v. Chr. lebenden Juden. Derselbe hat im 
ersten Stücke die heidnische Theogonie überarbeitet und Im zweiten 
Stücke. alte Orakel gesammelt. 

Zu demselben Buche, und zwar an den Anfang, gehörte auch der 
Hymnus auf Gott, dessen Fragmente Theophihis mitgetheilt hat. Diesel- 
ben stammen aus derselben Zeit und gehören demselben Verfasser an, 
welchen das dritte Stück hatte, indem Lactantius, wie oben beinerkt 
wurde, aus dem Proömium und aus diesem dritten Stücke, als aus der- 
selben Sibylle Verse citirt. Die Verse 46 — 96. gehören einem Verfasser 
an, der nicht viel früher als 31 v. Chr. gelebt haben kann. Dagegen die 
jetzt am Anfange des dritten Buchs stehenden Verse 1—45. sind aus 
späterer Zeit, und enthalten nach dem Exordium eine Ueberarbeitmig 
jenes altern Proömiums. Ebenso ist es von dem Schlüsse des ganzen 
Buchs V, 808 — 828. fragUch, in welche Zeit dessen Abfassung zu setzen 
sei. Die Verse 808 — 817. bilden den natürüchen Schluss des Buchs, 
und sind auch durch Lactantius an zwei Stellen bezeugt '), indem da- 
selbst auf die Verse 809. 813. 815. und 817. unverkennbar hingewiesen 



1) Diy. Inst. lib. I, c. 6., IV. c. 15. 



xxxvill EINLEITUNG. 

wird. Dagegen scheinen die Verse 818—828. von späterer Hand zu 
sein, worin sogar v. 822 — 826. im Widerspruch stehen mit v. 808. und 
809. nnd nicht nur keine Bezeugung für sich haben , sondern durch die 
Zeugnisse Tatians nnd des Clemens Alexandrinus ') insofern ausgeschlos- 
sen werden, als darnach keine Sibylle älter als Moses sein soll, während 
in den v. 822 — 826. das Alter der Sibylle auf die Zeit der Sündfluth 
zurückgeführt wird. 

Bleek vermuthet a. a. 0. S. 240., dass diese späteren Verse, ebenso 
wie der Anfang des Buchs v. 1 — 45. von dem Verfasser des ersten und 
zweiten Buchs herrühren. Diese Vermuthung gewinnt besonders da- 
durch an Wahrscheinhchkeit, dass wir die Verse 1 — 45. bereits demsel- 
ben Verfasser zuzulegen veranlasst waren , welcher nicht nur das dritte 
Buch mit dem zweiten durch ein besonderes Exordium in Verbindung 
setzte, sondern auch einen Auszug aus dem frühern Proömium mit Hin- 
weglassüng des ursprünglichen hinzufügte. Von diesem Schriftsteller ist 
es daher gar nicht auffallend, wenn er dieses Buch auch noch mit einem 
besondern, wiewohl etwas ungeschickten Schlüsse versah. 

Nimmt man von dem dritten Buche die spätere fremde Zulhat hin- 
weg, nämlich den jetzigen Anfang desselben v. 1 — 45. und den Scbluss 
V. 818 — 828., als das am spätesten Hinzugekommene; ferner v. 47 — 96., 
welche um 40 — 31 v. Chr. verfasst sind, und fügt man das ursprüngUch 
dazu gehörige Proömium, wie es seinem grössten Theile nach bei Theo- 
philus erhalten worden ist, wieder hinzu; so hat man die für sich be- 
stehende von einem Juden um 160 v. Chr. verfasste Sibylle, von welcher 
ohne Bedenken angenommen werden kann , dass sie die von Alexander 
Polyhistor, Varro, Josephus u. A. gekannte alte, vorchristliche, Erythräische 
Sibylle sei, welche Theophilus und Athenagoras benutzten, welcher Lac- 
tantius einen ganz besondern Vorzug vor andern einräumt, und wovon 
er die Zahl der Verse auf ungefähr 1000 ansetzt '^). Hieraus sehen wir 
zugleich, dass an unserer Sibylle nur wenig fehlt: denn sie enthält jetzt 
nach Abzug des Fremdartigen und Hinzufügung der ächten Fragmente im 
Ganzen 905 Verse, so dass im Ganzen nur etwa 95 Vei'se fehlen, wovon 
einige auf das Proömium fallen, die andern in das Buch selbst gehörten. 

Diese Erythräische Sibylle war die alte Hebräische, wie sie von 
Clemens, Pausanias u. A. ausdrücklich genannt wird. Sie verdiente die- 
sen Namen um so mehr, da sie ein Jude verfasst hatte und die Quelle 
ihrer Orakel hauptsächlich das alte Testament war. 

Alle Stücke, welche nach den Angaben der alten Zeugen in der Ery- 

1) Talian. Or. ad Gr. c. 41, p§. 156. Ko. 5. ed. Olto. Clem. Alex. Strom. I. 
c. 21. §. 108. 

2) Lact. a. a. 0. lib. I, c. 6. 



EINLEITUNG. XXXIX 

thräischen oder Hebräischen Sibylle gestanden haben sollen, finden sich 
in der unsrigen wieder; ein Beweis, dass unsere Folgerung auf guter 
Grundlage ruht. Wir können aber auch noch einen Schritt weiter gehen : 
Virgil hat in der vierten Ecloge die Weissagung des goldenen Zeitalters, 
und schreibt diese der Cumäischen Sibylle zu. Diese Weissagung, welche 
auf Jesfiias c. 41. ruht, steht auch in unserer Sibylle v. 784 — 794., so 
dass wir auch den Namen der Cumäa dieser Hebräischen Sibylle zulegen 
können, obgleich hierbei eine Yerwechselung zu Grunde liegt, welche 
aber leicht möglich war , da nach Varro die Cumäa auch die Namen 
Amalthea , Demophile und Herophile trug '). 

§. 18. 
VIERTES. BUCH. 

• Das vierte Buch beginnt mit einer Anrede an die Völker Asiens und 
Europas, worin die. Sibylle sich, im Gegensatze zu der Wahrsagerinn 
Apollos, die Prophetinn Gottes nennt, welche vom ersten bis zum eilften 
Geschlechte weissagen werde. 

Das erste der Orakel , v. 24 — 26. enthält aber jene Weissagung 
nicht; sondern giebt zunächst die Versicherung, dass die rechtschaffenen 
Verehrer des wahren Gottes glücklich sein werden, obgleich sie bei den 
Gottesverächtern und Götzendienern ein Gegenstand des Spottes seien. 
Während die Frommen von Gott gesegnet in dem fruchtbaren Lande 
verbleiben sollen, wird jenen mit dem Gerichte Gottes gedroht. 

■ Die Verse 47 — 48. bilden ein en^üeb ergang, worauf die Weissagun- 
gen vom ersten bis zehnten^) Geschlechte, welches in die Zeit der Ma,- 
cedonischen Herrschaft lallt, ihren Anfang nehmen. Auf die Assyrische 
Herrsjchaft werden sechs Geschlechter gerechnet, auf die Medische kom- 
men zwei, auf die Persische und Macedonische je Eines. Mit dem Ende 
der Macedonischen Herrschaft beginnt die Römische, wohin die von 
v. 102. an mitgetheilten Orakel gehören. 

Die Assyrische Herrschaft beginnt gleich nach der Sündfluth und 
reicht bis zur Herrschaft der Meder. Die Sibylle denkt sich als das 
Ende jenes Reiches erst den Zeitpunkt, wo unter Nebucadnezar und 
Cyaxares die mit den Medern verbündeten Babylonier, 600 v. Chr., Ni- 
nive zerstörten. Davon dass Babylon das ältere Reich war, dass nach- 
her erst Assyrien folgte und dem wieder erstarkten Babylonien erlag. 



1) Lact. a. a. 0. 

2) Bis zum eilflen nach der von Fabric. und ßleek vorgeschlagenen Aenderang des 
V. 47., welche, obgleich gegen die Handschriften, doch nach dem Zusammenhange richtig 
ist; da späterhin das Römische Reich als in das eilfte Geschlecht fallend nnlerstellt ist. 



XL , EINLEITUNG. 

weiss der Verfasser nichts. In gleicher Weise wird auch das Aegyptische 
und Jüdische Reich übergangen. Ein Zeitraum von 600 Jahren wird in 
sechs Geschlechter zerlegt. Dass aber die Sibylle mit diesen Generatio- 
nen keinen festen Begriff verbindet, erhellt schon daraus, dass auf die 
Medische Herrschaft zwei, auf die Persische Ein Geschlecht gerechnet 
werden. ,. ' 

Unter den Weissagungen , welche in die Mederherrschaft fallen, he- 
ben sich einige besonders hervor. Zuerst die Vorhersagung einer Son- 
nenfinsterniss und bedeutender für viele Städte verderblicher Erdbeben. 
Wenn man annehmen könnte, dass der Verfasser hier chronologisch ge- 
nau erzählte, so könnte an die 585 v. Chr. von Thaies geweissagte 
Sonnenfinsterniss gedacht werden. Diese Annahme erscheint aber be- 
denklich, zumal da im Folgenden auch einer zwischen Medern und Per- 
sern am Euphrat geschlagenen blutigen Schlacht, worauf die geschlage- 
nen Meder über den Tigris entfliehen, Erwähnung geschieht, wovon die 
Geschichte nichts weiss. In dieselbe Zeit verlegt der Verfasser auch den 
Trojanischen Krieg '(v. 70. u. f.) und eine zwanzigjährige Hungersnoth 
in Aegypten. Das Letztere ist, wenn man unter dieser Hungersnoth nicht 
eine alle Jahre über ganz Aegypten verbreitete, sondern eine jedesmal 
nur einen Theil des Landes treffende denkt , nicht unmöglich , obgleich 
sonst nicht erwähnt. Die Verse 76—79. beziehen sich auf den verun- 
glückten Ki'iegszug des Xerxes nach Griechenland. Die geweissagte Ver- 
wüstung Siziliens durch eine Eruption des Aetna könnte die im Jahre 
477, oder auch die 427 v. Chr. sein, welcher Thucydides gedenkt, wenn 
nicht zugleich der Untergang Krotoas dabei gemeldet wäre. Diese Stadt 
existirte, obschon ziemlich entvölkert, noch zur Zeit Hannibals, und 
wurde nachher durch eine Römische Colonie verstärkt. Das Unglück, 
welches nach der Schilderung der Sibylle Kro ton traf, kann daher jeden- 
falls nicht so hedeutend gewesen sein, wie es hier angegeben wird. 
Die Leseart ßQOTWv stM Kqotiov in v. 82. ist eine Conjectur. . 

Der V. 83—85. erwähnte Streit in Hellas ist, wie schon Opsopöus 
bemerkte, auf den Peloponnesischen Krieg zu beziehen. 

In der von v. 88. an geschilderten Zeit der Macedonier-Herrschaft 
wird unter Andern als Weissagung aufgeführt die Eroberung Thebens 
und die Verpflanzung der Carier nach Tyrus, während die Tyrier selbst 
zu Grunde gehen sollen. Wenn sich auch von dem letztern Ereignisse 
anderweitig keine Nachrichten vorfinden, so ist dasselbe, bei ^der Dürftig- 
keit der Nachrichten überhaupt, welche wir über Tyrus zur Zeit seines 
Verfalls besitzen, dennoch nicht als unglaubwürdig von der Hand zu 
weisen. 

Die Weissagung über Samos und Delos kannte TertuUian de Pallio 



EINLEITUNG. XLI 

G. 2. ; sie steht auch im dritten und achten Buche '), und stammt wabr- 
scheinHch aus einem alten heidnischen Orakeli Dfe ganze folgende Reihe 
von Orakeln (v. 67 — 100.) weist theils auf dieselbe Quelle, eine ältere 
Orakelsammlung, zurück; theils sind sie Weissagungen ex eventu. Da- 
hin geh<5rt die Vorhersagung von Babylons Entvölkerung, und von der 
durch die Macedonier vorgenommenen Verpflanzung der Bewohner Bactras 
und Susas nach Griechenland. Zu jener Orakelsammlung gehören die 
Verse 97 — 101-, wovon v. 97 — 98. bei Strabo erwähnt und einem alten 
Orakel zugeschrieben werden ') ; sie betreffen die durch Austreten des 
Pyramus veranlasste Verwüstung von Cypern. 

Der Rhodus geweissagte Untergang wird von Pausanias ^) als Si- 
byllinisch erwähnt. Dasselbe Orakel steht auch im dritten Buche v. 486. 
und ist von Tenedos ausgesagt im achten Buche v. 160. Rhodus wurde 
224 Y. Chr. durch ein Erdbeben zerstört. 

Die Weissagungen von der Römer -Herrschaft und über dieses Zeit- 
alter beginnen von v. 102. Durch einen Italischen Krieg soll die Mace- 
donische Herrschaft zu Grunde gehen und die Rausche anfangen. Aus 
diesem Zeitraum wird sodann als Vorhersagung eine Anzahl verderblicher 
Ereignisse erwähnt: so ' die Verwüstung Carlhagos und Laodiceas, die Er- 
oberung Corinihs (vgl. Buch HI, v. 487. u. f.) , der Untergang Myras 
und Pataras, die Unterjochung Armeniens, die Zerstörung Jerusalems und 
des Tempels. Hieran reiht sich die Erwähnung der Flucht eines Römi- 
schen Königs über den Euphrat. Nero und der an diesen sich anleh- 
nende spätere Volksglaube über' seine Wiederkunft ist in dieser Schilde- 
rung zu erkennen. Ebenso zeichnet sich der v. 125 — 127. erwähnte 
Feldherr als Titus. Die Weissagung gegen Salamis und Paphos v. 128. 
und 129. bezieht sich auf das ündück, welches im Jahre 71 nach Chr. 
unter Vespasian Cypern betra:f und wovon Eusebius im Chronicon be- 
richtet. Acht Jahre nachher erfolgte das v. 130-. u. folgd. geweissagte 
Erdbeben in Italien bei einer Eruption des Vesuv unter Titus 79 n. Chr. 

Da an das letzte Ereigniss der Verfasser unmittelbar die Zeit von der 
Rückkehr Neros anreiht, so ist dies ein Beweis für die Gleichzeitigkeit 
des Verfassers mit diesem Ereignisse. 

Als Ursache alles dieses Unglücks giebt die Prophetinn an, dass das 
Geschlecht der frommen Juden unschuldig vernichtet worden sei. Die 
Rückkehr Neros wird damit in Verbindung gesetzt. 

V. 140. u. f. folgt ein Orakel über Cypern und Äntipchien, welches 
der Verfasser des Fragments bei Gramer (Anecd. I, p. 334.) in der He- 

1) hb. in, V. 363. lib. VIIl, v. 165—166. 

2) Sirabo Geogr. lib. I, p. 53. lib. Xlf, p. 536. 

3) Pausan. Corinlh. c. 7, §. 1. 



XLli EINLEITUNG. 

bräischen Sibylle vorfand und eitirte, Diß Weissagung über den Reich- 
thum, welcher einstens' von Rom nach Asien kommen sollte v. 145. u. f., 
war eine ältere Erwartung der Asiaten (vgl. lib. III, v. 350. u. folgd.), 
welche nicht in Erfüllung ging. 

Ueber die Hungersnoth in Carlen v. 149. u. f. ist sonst nichts be- 
kannt. Von V. 152 — 160. folgt eine allgemeine Reflexion, auf Zuständen 
aus der Zeit des Verfassers beruhend, welcher sich den Zorn Gottes als 
nahe bevorstehend denkt. Naturgemäss reiht sich hieran, eine Ermah- 
nung, Gott zu versöhnen, weil sonst die Welt zu Grunde gehen werde. 

Das Buch schliesst mit einem Blicke in die Zeit nach dem Welt- 
ende, wo Gott die Todten wieder auferweckt, worauf das Gericht und 
mit ihm Belohnung und Strafe eintreten werden. 

§. 19. 

Gemäss den vorausgeschickten Erörterungen zeigt sich das vierte 
Buch als ein für sich bestehendes und eine Anzahl grösstentheils ältere 
Orakel enthaltendes Ganzes. Der Verfasser des Buches macht sich in' 
den Versen 25— 39. 115 — 118. 135—136. als einen Juden kenntlich, 
der wie weiter aus v. 115. und 116., 125—127., 130. u. f. erhellt, um 
das Jahr 79 oder 80 nach Chr. lebte. Dieses Ergebniss wird durch 
äussere Zeugnfsse in sofern bestätigt, als in der ersten Apologie Justins, 
bei TertuUian und bei Clemens Alexandrinus schon Citate aus dem Buche 
vorkommen. Die Bezeugung Strabos geht über die Abfassungszeit des 
Buchs hinaus und spricht für das frühere Vorhandensein einzelner Ora- 
kel, so wie dass in dieses Buch ältere Weissagungen aufgenommen wor- 
den sind. 

Etwas spezifisch Christliches ist im ganzen Buche nicht zu erken- 
nen. Wenn die Verse 164. und 180 — 181. auf die entgegengesetzte 
Vermuthung führen könnten, so schwindet dieselbe doch bei näherer Er- 
wägung der Stellen ; denn der dort vorkommende Ausdruck „und waschet 
euch ab in quellenden Strömen" ist nicht von der Taufe zu verstehen; 
sondern ist ähnlich wie Jesai. c. 1, v. 16. das ,, waschet, reiniget euch", 
als Symbol der Aussöhnung mit Gott zu fassen. An der andern Stelle 
ist Rede von der Auferstehung und der Neugestaltung der Leiber, eine 
Lehre, die schon zur Zeit Christi zwischen den Sadduzäern und Phari- 
säern als Zankapfel diente. Da der Tempel bereits zerstört war, so er- 
klärt es sich, warum der Verf. von keinem Tempel mehr etwas wissen 
will (v. 27.) und warum er das Jüdische Reich unter den Weltreichen 
gar nicht mehr erwähnt. Die Zerstörung Jerusalems und das grosse 
Unglück, das die Juden betroffen, waren geeignet, die stolzen üeberhe- 
bungen der Juden, wie sie noch im dritten Buche erscheinen, fern zu halten. 



EINLEITUNG. xliii 

§.20. 
FUENFTES BUCH. 

Nach einem übersichtlichen Eingange v. 1 — 9. enthält dieses Buch 
in der Form der Vorhersagung grösstentheils Geschichtserzählung aus 
verschiedenen Ländern und Reichen bis v. 511., woran sich als Epilog 
die Schilderung eines Rampfes der Sternbilder im Thierkreise schhesst. 
Der ganze Stoff sondert sich in verschiedene Gruppen. So v?ird v. 10 
— 51. eine Reihe Römischer Regenten von Julius Cäsar bis Hadrian und 
noch dreier Herrscher nach ihm aufgeführt und geschildert. Die Verse 52 
— 110. handeln- vorzugsweise von Aegyptischen Zuständen. Die Sibylle 
kündigt sich an als Schwester der Isis, prophezeit den Untergang des" 
Isistempels und den Fall des stolzen Memphis, sammt Angabe der Ur- 
sache. Es, folgen hierauf Weissagungen, erstlich gegen Thmuis, eine 
noch zu Ammians Zeit bedeutende Stadt, wo der Bock göttliche Vereh- 
rung genoss; ferner gegen Xuis, die Inselstadt Xois (bei Strabo, Xoes 
bei Steph. genannt) im Sybennitischen Nomos gelegen und die frühere 
Residenz einer Pharaonendynastie; sodann gegen Alexandrien. Obgleich 
nach V. 92. im Texte eine Lücke ist, so ersieht man doch, dass das 
Orakel am Schlüsse sich verallgemeinernd auf das Aegyptische Land aus- 
dehnt, woselbst ein von Gott gesandter König grosse Verwüstung anrich- 
ten werde und auch die Stadt der Seligen plündern wolle; dann werde 
das Ende der Menschen kommen. Der König stammt aus Cissia, in 
Susiaha in Persien , und soll vom Abendlande kommen. Das Orakel ist 
dunkel und eine bestimmte Person nicht zu erkennen *). Der Uebergang 
V. 111—114. weist auf eine Völkerschaft in Aegypten. Darauf folgt ein 
Orakel gegen die Perser, wobei es aber der Verfasser mit der Geographie 
nicht genau nimmt. So soll nach v. 115 — 118. durch eine üeberschwem- 
mung des Euphrat auch Iberien und Massagetien leiden, und enthält das- 
selbe Orakel zugleich Weissagungen gegen die Babylonier, gegen ganz 
Asien, Smyrna, Bithynien, Syrien und Phönizien. 

Von V. 137. folgt ein Orakel gegen Hellas, welches ein König von 
Italien aus verwüsten werde. Hiermit verbindet sich die Vorstellung von 
Beliar in der Person Neros , und der Gedanke , dass durch ihn Kämpfe 
um die Herrschaft entstehen sollen, worauf die Sieger Jerusalem und 
den Tempel zerstören. Das v. 155. erwähnte vierte Jahr bezieht sich 
auf die Zeit nach der Zerstörung des Tempels. Ein Gestirn wird auf 
die Erde fallen und Babylon sammt Italien verbrennen. Darin wird der 
Untergang des üppigen und hochmüthigen Roms geweissagt. 



1) Alexandre denkt an Nero z. d. Sl. 



XLIV EINLEITUNG; 

Das Stück V. 115—178. setzt Bleek (a. a. 0. S. 179.) ins erste 
christliche Jahrhundert, hauptsächhch wegen der vorkommenden lebendi- 
gen Schilderung Neros. Was uns diesem Urtheil beizutreten bestimmt, 
ist besonders die Weissagung gegen Rom wegen der Zerstörung Jeru- 
salems. Jene Weissagung sollte sich nach der Ansicht des Verfassers 
bald nach der Zerstörung des Tempels erfüllen. 

Sodann kehrt die Sibylle zu Aegypten zurück und weissagt Unglück 
über mehrere Städte daselbst. Python, vormals ""Dipolis d. i. Diospolis 
lag im Aegyptischen Delta. Theben wurde früher ebenfalls Diospolis 
genannt; ist aber hiervo,n ausdrücklich v. 189. geschieden. Der dieser 
Stadt geweissagte Untergang kann auf die Plünderung derselben durch 
Cambyses bezogen werden. 

Von V, 200. an bis v. 433. hebt sich eine neue Gruppe Orakel 
heraus. Im Vordergrund derselben erscheint Judäa; aber wie in der 
vorhergehenden Gruppe, so sind auch in dieser verschiedene Weissagun- 
gen zusammengebracht. 

V. 200 — 205. ist dunkel. Unter Bqvxxeoov ist an die Britten zu 
denken und nicht 'an die Brultii in Unter -Italien. Das Meer soll bei den 
Britten und Galliern von Blut aufschäumen, weil sie an den Rindern 
des Herrn gefrevelt, als ein Phönizischer König aus Syrien zu den Sido- 
niern eine Schaar Gallier führte. Die Einwohner Raveunas sollen ver- 
nichtet werden, ob durch denselben König, ist ungewiss. 

Vespasian kam aus Phönizien mit der fünften, zehnten und fünf- 
zehnten Legion, wozu aus Syrien noch die' dritte oder Gallische stiess, 
nach Judäa '). Der Verfasser denkt sich , dass bei diesem Zuge die 
Britten und Gallier besonders zum Buine Judäas mitgewirkt haben, und 
weissagt daher diesen, sowie selbst der Hafenstadt Ravenna, seit Augustus 
die Flottenstation , von wo aus die Abfahrt nach Phönizien stattfand, 
hierfür Verderben. Die Weissagung ist eine reine Drohung, die auf kei- 
nem Fi^ktum beruht, und steht als Dichtung im Zusammenhange mit dem 
darauf Folgenden , wornach die Natur niit den Sternen in Kampf geräth 
und dadurch Aethiopien und Indien zu Grunde gehen. Eine ähnliche, 
aber grossartigere Dichtung kehrt am Ende des Buches wieder. 

Im folgenden v. 214. beginnenden Orakel kehrt die Sibylle zu Be- 
har zurück, welchen die Parzen einem Orakelspruche entgegen in der 
Luft herbeiführen werden. Unglück trifft Corinth, weil alle Menschen, 
wegen des an Jerusalem und dem erwählten Volke begangenen Frevels, ge- 
straft werden. In einer verwünschenden' Anrede wird der Verderber 
näher bezeichnet, und den Juden für die Zukunft, wann das Persische 



1) Josephus Bell. Jud. lib. III, c. 1. 4. 5. Tacit. Hist. üb. IV, c. 39. Üb. V, c. 1. 



EINLEITUNG. XLV 

Land erst frei sein werde von Krieg, Leiden und Pest, d. h. nach Be- 
endigung der Perserkriege, in welche die Römer lange Zeit- verwickelt 
waren '), bessere Zeiten geweissagt. Diese glückliche Zeit wird in Ver- 
bindung mit dem Messias, dem zweiten Moses und Josua, gesetzt, und 
bis V. 285. weiter geschildert. 

Bleek a. a. 0. S. 183. rechnet das Stück v. 260—285. zu den äl- 
teren, und setzt es um 160 v. Chr., welchem Gfrörer beitritt. Der 
Hauptgrund liegt in v. 264., wornach Judäa noch der Ptolemäer-Herr- 
schaft unterworfen sein musste, als der Verfasser schrieb. Dieser Mei- 
nung kann ich darum nicht beitreten , weil v. 264. weiter nichts sagt, 
als dass die Hellenen nicht mehr im Jüdischen Lande sein werden. 
Von einer Herrschaft der Hellenen ist keine Rede. Die Hellenen, welche 
sich im Judenlande weit ausgebreitet hatten und eine Anzahl Städte besassen 
konnten sehr wohl dem Verfasser die Veranlassung zu der Aeusserung in 
V. 264. und 265. geben, selbst wenn der Verfasser unter Hadrian lebte. 

Die Verse 286 — 327. sind eine Sammlung von Orakeln gegen 
Kleinasialische Städte und Inseln , nach deren Mittheilung der Verfasser, 
welcher sich v. 329. zu den Juden rechnet, der für das bereits schreck- 
hch heimgesuchte Judenland noch Schhmmeres befürchtet, eine Bitte um 
Schonung für Judäa an Gott richtet. 

Das Orakel gegen den Tempel zu Ephesus, wornach derselbe 
durch ein Erdbeben zu Grunde geben sollte, wird auch von Clemens 
Alexandrinus Protrept. c. 4. erwähnt. Es scheint eine Weissagung der 
Zukunft gewesen zu sein : denn der Tempel gieng nicht zu Grunde, son- 
dern wurde später in eine christliche Kirche des heil. Johannes ver- 
wandelt. Die Verse 306. und 307. sind dunkel. ■ Der dort erwähnte 
Lycurgus, wofür Alexandre Samornos zu lesen vorschlägt, ist ein unbe- 
kannter Name. Wenn ferner nach v. 316. Lesbos im Eridanus zu 
Grunde gehen soll , so ist entweder hier der fabelhafte Fluss Eridanus 
der Alten, der in den Ocean einmündet, gemeint, oder es ist das Aegäische 
Meer darunter zu verstehen. 

Von V. 333. an folgen Orakel gegen Thrazien, Macedonien, Klein- 
asiatische Länder und gegen Italien. Hieran reiben sich Weissagungen 
über das Ende der Welt und über die kurz vorher und nachher sich er- 
eignenden Dinge , unter ihnen die Erscheinung Beliars und ein Occiden- 
talischer Krieg, welcher in Macedonien enden soll, worunter vielleicht 
die Schlacht bei Actium zu verstehen ist. Nach einem eingeschobenen 
Stücke V, 370 — 373., wovon v. 370. wahrscheinHch spätere fremde Zu- 
that ist, beschäftigt sich die Sibylle noch weiter mit dem Ende der Zeit, 



1) Bleek ermitlelt hieraus die Zeil 117 n. Chr. a. a. 0. S. 184. 



XLVI EINLEITUNG. 

mit Nero, dem zukünftigen Beliar, und weissagt über Roms dereinstigen 
Untergang bis v. 396. Die nachfolgenden Verse 397 — 413. sind lücken- 
haft. Namentlich ist vor v. 397. und vor v. 402. Einiges ausgefallen. 
Die erste Lücke könnte äutdi v. 328 — 332. ausgefüllt werden; in der 
zweiten standen als üebergang Verse, welche die weitere Verherrlichung 
des Tempels betrafen. Der Verfasser erzählt v. 398. u. f., dass er den 
Tempel zum zweitenmale in Flammen aufgehen sah, und erwähnt auch 
v. 408. dessen Zerstörer und sein Ende 411 — 413., jedoch so, wie es 
sich geschichtlich mit Titas nicht zugetragen hat. 

In den folgenden Versen geht die Prophezeiung in die Messianische 
Zeit aus, wo, ähnlich wäe v. 260—285., Jerusalem seinen grössten 
Glanz haben soll. Dieses Stück schliesst sich dem Sinne nach passend 
an jenes frühere an, während es an seiner jetzigen Stelle ausser dem 
Zusammenhange steht. 

Eine Anzahl Orakel, scheinbar planlos zusammengefügt, folgen von 
V. 434—457. ■ Zuerst gegen Babylon und die Chaldäer. Babylon er- 
scheint als Hauptstadt von Assyrien und Parthien, und soll bei einem 
Erdbeben zusammensinken. Die Chaldäer werden den Römej'n in Asien 
dienstbar sein. Die v. 444—446. sind ganz dunkel, wahrscheinlich durch 
Textes-Corruption. Eigenthümlich ist ferner die W^eissagung von der 
einstigen Austrocknung des Mittelmeeres, während Asien und Greta 
überschwemmt werden sollen. Die folgenden Orakel gegen Cypern, Paphos 
und Salamis haben Aehnlichkeit mit denen im vierten Buche, und sind 
sammt denen über Tyrus und Phönizien vielleicht aus altern Orakeln 
entnommen. 

Ebensowenig mit historischer Grundlage versehen sind einige von 
V» 458. an folgende Orakel. Im fünften Geschlechte soll durch einen 
Römischen Herrscher und durch einen Regenten des Occidents ein 
grosser Krieg in Aegypten entschieden werden. Alexandre denkt hierbei 
an das fünfte Königsgeschlecht nach Ptpleraäus Philometor, und kömmt 
so auf die Zeit der Cleopatra; eine unwahrscheinhche Vermuthung. Viel- 
mehr scheint dieses ebenso wie das folgende eine blosse Dichtung zu 
sein, wornach der gewaltige Strom (Alexandre meint den Nil) und iiie 
grössten Seen erstarren und Fremde Verderben bringend nach Asien 
und Thrazien kommen sollen. Hiermit wird abermals das Ende der 
Welt in Verbindung gebracht, und zum Tröste für die Gottesverehrer die 
bald kommende Messianische Zeit in Aussicht gestellt (bis v. 483.). 

Abermalige Weissagungen über Aegypten schliessen die Reihe der 
Oi'tikel in diesem Buche v. 511. Unter diesen steht die über Isis und 
Serapis bei Clemens Protrept. c. 4. Der Priester, durch dessen An- 
regung in Aegypten ein Tempel gebaut wird, dessen Zerstörung der Ver- 



EINLEITUNG. XLvn 

fasser kennt, ist Onias; der Tempel ist der in Leontopolis, welcher fast 
gleichzeitig mit dem Jerusalemischen zerstört wurde. 

Zum Schlüsse, als das Weltende herbeiführend, wird ein Kampf der 
Gestirne, wobei die Erde in 5rand geräth, beschrieben. Die Quelle die- 
ser letztern Schilderung sucht man gewöhnlich in des Aratus 0aiv6(.ieva, 
einer dichterischen Beschreibung der Sternbilder, woselbst aber von 
einem Kampfe der Gestirne keine Rede, auch sonst keine Aehnlichkeit 
vorhanden ist, ausser dass bei Aratüs dieselben Sternbilder, wie dies 
natürlich ist, vorkommen. 

§. 21. . 

Als Resultat ergiebt sich zunächst, dass im fünften Buche Orakel 
verschiedenen Inhalts und Werthes zusammengestellt sind. Dieselben 
sondern sich grossentheils zu. einzelnen, bald kleinern, bald grössern 
Gruppen ab; so wird bis v. 51 von Römischen, v. 52 — 199. von 
Aegyptischen Zuständen gehandelt. Vorzugsweise die Juden angehend 
sind V. 200—433. Verschiedenen Inhalts v. 434 — 483. üeber Äegyp- 
ten handeln v. 484^511. Auch sind einzelne Orakel altern Ursprungs 
aufgenommen. 

Die äussere Bezeugung des Buchs beruht auf Citateu dieser Sibylle 
bei Clemens Alexandrinus und Lactantius, und zwar von v. 107. an aus 
allen Theilen des Buchs. Die Innern Merkmale sind verschieden. Ein 
Theil derselben deutet auf die erste Regierungszeit Hadrians, wozu na- 
mentlich V. 329. gehört; der v. 51. dagegen führt in die Regierungszeit 
der drei Nachfolger des Kaisers Hadrian. Bleek setzt die Abfassungszeit 
in den Anfang von Hadrians Regierung und erklart deshalb den v. 51. 
für einen spätem Zusatz 'J. Jra zehnten (zwölften) Buche, wo das Stück 
des fünften v. 1 — 51. benutzt und erweitert ist, steht derselbe Vers, 
aber mit weiterer Ausführung (v. 176. u. folgd.). Es ist nun zwar nicht 
unmöglich, dass dieser Vers aus jenem Buche in das fünfte gelangte; 
jedoch ist dies nur dann wahrscheinlich, wenn die frühere Abfassung 
des Buchs sonst festzustellen ist. Hierhin gehören erstlich die von Bleek 
hervorgehobenen Punkte: die Ansprache an Hadrian und die Verherrli- 
chung desselben. Ferner v. 247. u. folgd., welche, wie wir oben erör- 
tert, in die Zeit circa 117 n. Chr. führen. Sodann v. 329., wo die 
Sibylle zu Gott um Schonung für das bereits schwer heimgesuchte Jffdäa 
fleht. Der letzte Punkt erscheint als am meisten beweisend für die in 
der ersten Regierungszeit Hadrians erfolgte Abfassung des Buches. 



1) a. a. 0. S. 175. 



XLVIII EINLEITUNG. 

« 

Das ganze Buch hat Einen Verfasser. Dies ergiebt sich besonders 
aus der sich dreimal wiederholenden Schilderung Neros in verschiedenen 
Theilen der Schrift, so wie auch daraus, dass' die Sibylle, welche zuerst 
von der Zeit der Lateiner weissagt, dann sich als der Isis Schwester kund 
thut und darauf Äegyptische Zustände berichtet, später, nachdem sie v. 200 
— 433. vorzugsweise Jüdische, v. 434 — 483. aber gemischte Orakel ge- 
bracht, wieder zu Aegypten zurückkehrt. Am' meisten sondert sich als 
fremdartiger Bestandtheil v. 1 — 51. aus; jedoch nicht vöUig der Art, 
dass man ihn dem Verfasser des übrigen Theils absprechen könnte. 
Dass der Verfasser aber frühere Orakel benutzt und aufgenommen hat, 
dies ist an den betreffenden Stellen bereits nachgewiesen worden. 

Der Urheber des Buchs lebte in Aegypten. Besonders ergiebt sich 
dies aus der Bezeichnung der Sibylle als Schwester der Isis, sowie 
daraus, dass die Aegyptischen Zustände eine ganz besondere Berücksich- 
tigung finden, und gegen den Götzencultus daselbst gesprochen wird 
V. 77. Die Erwähnung des Tempels in Leontopoljs, seiner Gründung 
und Zerstörung, endlich die Bekanntschaft mit den Bildern des Thier- 
kreises und die Gewandtheit sich derselben zu bedienen, weisen eben- 
falls auf Aegypten hin. 

Dass der Verfasser ein Christ gewesen sei, nimmt Bleek besonders 
deshalb an, weil Nero, der wülhende Verfolger der Christen, als Beliar 
oder Antichrist wiederholt geschildert, Hadrians dagegen, des Feindes 
der Juden, rühmend gedacht werde. Diese Ansicht gewinnt noch beson- 
ders an Stärke durch den v. 370., welcher von den Lapsis der ersten 
Christen zur Zeit der Verfolgungen zu sprechen scheint. Der Annahme 
eines christlichen Verfassers steht aber entgegen, dass abgesehen von 
dem v. 370. nichts spezifisch Christliches im ganzen Buche aufzufinden 
ist ; spezifisch Jüdisches dagegen in allen Theilen des Buchs. So heisst 
v. 36. Vespasian der Vertilger der Frommen. Im v. 68. wird als Grund 
des gegen Memphis geweissagten Uebels angegeben , weil es gegen die 
von Gott gesalbten Kinder gewüthet habe, V. 107. heisst Jerusalem die 
Stadt der Sehgen. V. 154. ist Jerusalem die mächtige Stadt, die Juden 
sind das gerechte Volk. V. 161. ist Rede von den heiligen Hebräern 
und dem wahrhaften Tempel. Nach v. 201. sind die Juden die Kinder 
des Herrn; nach v, 226. und 227. das Volk der Gerechten. V. 247- 
erscheint die Messianische Zeit in der Zukunft, nach v. 256. u. f. der 
Messias selbst. Die Weissagung v. 260—285. und die Bitte v. 328— 
332. deuten unverkennbar auf einen Juden. Ebenso die Verse 352., 
400. u. folgd., 482. u. folgd., 502. u. folgd. 

Da demnach so starke durch das ganze Buch durchlaufende Beweise 
für einen Juden als Verfasser des Buchs vorhanden sind, so können wir 



EINLEITUNG. • XLIX 

uns nur für diese Ansicht entscheiden, und müssen demnach- den ent- 
gegenstehenden V. 370. so erklären , . dass er von den Lapsis nicht 
spricht, was wohl zulässig ist. Das Loh Hadrians, wenn die Abfassung 
in die erste Regierungszeit dieses Kaisers lallt, ist nicht unerklädich. 
Die Grausamkeit Neros konnte ihn auch einem Juden als den künftig 
wiederkehrenden Beliar, wozu die Volkssage ihn machte, erscheinen lassen. 

§. 22. 
SECHSTES BUCH. 

Das sechste bloss aus 28 Versen bestehende Buch- ist ein Hymnus 
auf Christus, den Sohn Gottes, worin dessen Erscheinung in der Welt, 
seine Wirksamkeit und seine einstige Wiederkunft, jedoch aphoristisch 
und ohne consequenten Fortschritt geschildert wird bis v. 20. Daran 
reiht sich eine kurze Weissagung gegen Judäa und eine Lobpreisung des 
Kreuzholzes. 

In den Handschriften H M Q V steht dieses Buch in Verbindung mit 
einem Theile des achten v. 218—428., und zwar so, dass v. 217., der 
erste Vers des Akroslicbs, weggelallen, dagegen ein neuer Vers über 
Rhodus (lib. VII, v. 1.) eingeschoben ist. Demnach erscheint in diesen 
Handschriften das sechste Buch als Anfang des Akroslicbs über Christus, 
so zwar, dass der Anfang des Akroslicbs fehlt. Hieraus ergiebt -sich, 
dass diese Zusammenfügung nicht ursprünglich war, sondern ein Werk 
späterer Zeit, und zwar nach Augustinus zu setzen ist, welcher das voll- 
ständige Akrostich noch vor sich hatte und auch das sechste Buch 
kannte. Der letzte oder Uebergangsvers dieses Buchs in den obigen 
Handschriften passt weder zum sechsten Buche, noch zum Akrostich, 
und jst richtig von Alexandre an den Anfang des siebenten Buches ge- 
setzt worden., Es ergiebt sich hieraus zugleich, dass früher, bevor das 
sechste Buch mit dem Akrostich verbunden wurde, jenes seine Slelle un- 
mittelbar vor dem siebenten Buch halte, und zugleich, dass das sechste 
Buch kein Fragment, sondern ein vollständiger für sich bestehender kur- 
zer chrisllicher Hymnus ist. 

Der Verfasser dieses Hymnus war ein Christ, welcher vor Lactan- 
tius gelebt liaben muss, da dieser an drei verschiedenen Stellen Verse 
aus demselben als aus eiaer von der Sibylle des achten Buchs verschie- 
denen citirt. Auf die Lobpreisung des Kreuzes bezieht sich der heil. 
Gregor von Nazianz ad Nemesium T. II, p. 144. Sozoinenus citirt die" 
Stelle zweimal als sibylliniscb. Der heil. Augustinus kannte den Hymnus, 
wie schon bemerkt, ebenlalls. 

In den Handschriilen H M Q V ist der Anfang des v. 23. geändert, 
und wie es scheint aus dogmatischen Bedenken für naiCovra gesetzt 



L EINLEITUNG. 

eld-övxa. Jedoch ist dieser Vers in - seiner richtigen Fassung keines- 
wegs, wie Alexandre glaubt, häretisch und doketisch , sondern er besagt 
dasjenige, was auch im zweiten Psalme v. 3. steht, nämlich, dass Gott 
des bösen menschlichen Sinnens spotte. 

Die V. 21. ausgesprochene Drohung gegen Judäa könnte veranlassen, 
die Zeit der Abfassung noch vor die Zerstörung Jerusalems zu setzen. 
Jedoch wäre diese Annahme unsicher, zumal da v. 6. ähnlich wie lib. VII, 
V. 84. auf die apokryphische Tradition hinweist, dass bei der Taufe 
Jesu ein Feuer erschienen sei '). Ausserdem ist dieser und der fol- 
gende Vers, dessen Leseart aber möglicherweise corrupt ist, auch der 
unrichtigen Ansicht verdächtig, 'als habe sich Christus mit dem Menschen 
Jesus bei der Taufe erst vereinigt; eine Ansicht, welcher einige Sekten 
des zweiten Jahrhundert huldigten. 

• , - . » " 

§-. 23. 
SIEBENTES BUCH. 

Dieses Buch beginnt fragmentarisch und sieht in den ersten 
23 Versen aus wie eine planlose Sammlung zerstreuter Orakel -Verse 
über mehrere Inseln, über die Sündfluth, über Aethiopien, Aegyplen und 
Laodicea. Die Verse über die Sündfluth sind auch im ersten Buche ent- 
halten, und weisen auf eine gemeinsame Quelle hin. 

Aehnhch verhält es sich mit den Versen 24 — 63., von welchen sich 
die V. 24 — 40. auf den Messias, sein kommendes Strafgericht und seine 
Herrschergewalt über die Engel, denen ähnlich wie im Pastor des Her- 
mas (lib. I. Vis. III, c. 4.) die Elemente und Städte anvertraut seien, 
bezieht. Die Vei'se 40 — 63. handeln von der verderbten Perserherr- 
schaft, von Troja und andern Städten und, Ländern. 

Der Auffassung und Anschauung in v. 24 — 40. ähnlich ist das fol- 
gende Stück V. 64 — 75. Es beginnt mit einer Weissagung gegen Cölesy- 
rien, welches den Messias nicht erkannte. Derselbe wird als der von 
Ewigkeit her herrschende Mensch gewordne geschildert und seine Ver- 
herrlichung in eigenthümlichen Symbolen dargestellt. Darnach sind ihm 
drei Thürme im Himmel errichtet, worin die Hoffnung, Frömmigkeit und 
Heiligkeit -wohnen. Das Ganze hat ebenfalls Aehnlichkeit mit der Dar- 
stellung in einer Vision des Hermas ^). . 

Ein besonderes Stück bilden die Verse 76 — 95. Sie enthalten Vor- 



1) Vgl. Epipban. Haeres 30. c. 13.: sfßt ivd-vs nsQiiXafAxpe xhy xonov qoig [xiya, 
und im xtjQvyfz« Uiriiov: ilera cum baptizarelur', ignem super aquam esse visiim. 

2) a. a. 0. Vis. III, c. 2. und c. 8. Die Texlesänderung des v. 72, vcofxijroQsg be- 
treffend vgl. die Nole z. d. Stelle. 



EINLEITUNG. W 

Schriften über die Gptt. wohlgefälligen Opfer und spezielle Anweisungen 
zum Yerfahren bei Ausübung der Gastfreundschalt. Dieses Stück enthält 
kein gesundes Christenthum, sondern trägt das Gepräge einer judaisiren- 
den Sekte *). Der v. 84,, worin die Vorstellung liegt, Christus sei neben 
der Wassertaufe aus einer Feuertaufe hervorgegangen, hat Aehnlichkeit 
mit V. 6. des sechsten Buches , und weist auf dieselbe apokryphische 
Quelle, nämlich den Ebionitismus hin ^). 

In den Versen 96 — 117. sind verschiedene Orakel zusammengefasst, 
gegen Sardinien, Mygdonien, Celtiberien, Rom, Syrien und Theben. Die- 
selben sind wie es scheint einer allem Sammlung entnommen. Hieran 
sind die Verse 118-^150. gereiht , worin von den letzten Zeiten und 
dem dereinstigen Weltbrand geweissagt wird, wobei auch die Gottlosen 
mit in Brand gerathen sollen.. Darauf soll eine neue Welt ^entstehen 
und das Volk Gottes wiederhergestellt werden. Eine kurze Schilderung 
der Messianischen Zeit bildet den Scbluss. Von v. 151. an weissagt die 
Sibylle über- sich selbst. Sie klagt sich an als Sünderinn , welche die 
Ehe verachtete und leichtsinnig schwor. Deshalb werde sie vom Feuer 
verzehrt werden. Eine dunkle Stelle über ihr Grab und die Aufforde- 
rung sie zu steinigen, damit sie so gerettet werde, schliessen das Ganze. 

' . §. 24. 

Das siebente Buch erscheint als ein Congloraerat verschiedener, un- 
geordneter und grossentheils fragmentarischer Orakel. Zunächst j) sind 
V. 1 — 23. Fragmente, wovon v. 7 — 12. im ersten Buche in der Predigt 
Noahs enthalten sind. v. 13 — 15. weisen auf dieselbe Quelle und zei- 
gen zugleich, dass jene Predigt Noahs ein besonderes Buch war, 
worin noch mehr stand als in das erste Buch der Sibyllen aufgenommen 
worden ist. Die Weissagung v. 21. .von der Vertreibung des Ajjis aus 
Aegypten bezieht sich auf die Regierungszeit Hadrians und ein Ereigniss, 
wovon Spartian,. Hadrians Lebensbeschreiber, Meldung thut. Auch ältere 
Orakel sind in diesen Versen enthalten, so über Rhodus, Delos, Cypern 
und SiziÜen. 

2) Die folgenden Verse 24 — 37. sind ein Fragment, die auf eine 
mit dem zweiten Buche gemeinsame Quelle hinweisen (vgl. v. 27. und 
hb. n, v. 241. 284). Die Engellebre daselbst hat Aehnlichkeit mit der 
im Pastor des Hermas. 

3) Die Verse 38 — 75. enthalten verschiedene Orakel, zusammenge- 
setzt von dem Verfasser des vorigen Stücks, welcher v. 66 — 75. zu den 



1) Vgl. Josephus Anliq. lib, XVIII, c. 1. §. 5. 

2) Vgl. Ä. Schliemann die Clemenlinen. Hambg. 1844, S. 258. Epiphan. a. a. 0. 
S. 141. ed. Paris. 

D* 



LH EINLEITUNG. 

ähnlichen Vorstellnngen wie dort zurückkehrt. Die v. 40. u. folgd. vor- 
kommende Zeitbestimmung von einer neuen Perser -Regierung weist auf 
das Geschlecht der Arsaciden und die Verse -48— 50. auf die Zeit hin, 
wo Crassus durch die Parther eine Niederlage erlitt *). 

4) Von demselhen Verfasser sind, auch die Verse 76 — 95. Die 
Opfervorschriften veiTathen eine judaisirende Sekte unter den Christen. 

5) V. 96—117. sind eine gemischte Sammlung von Orakeln, wäh- 
rend die Verse 118—150. als Quelle ganz' wie Nr. 2. die auch im 
zweiten Buche gebrauchte und mit den Versen 151. bis Ende denselben 
Verfasser verrathen. Der v. 123. ist bei Lactantius Div. Inst. lib. VII, 
c. 16. benutzt und damit zunächst nur das Stück 118 — 150. bezeugt. 
Da aber von v. 24 — 150. ein und derselbe Verfasser erscheint, und selbst 
das erste Stück in einzelnen Versen auf dieselbe benutzte Quelle hin- 
weist, so ist- dieses ganze Buch, das nach den vorliegenden Merkmalen 
einen -zum Judenthume hinneigenden Christen zum Verfasser hat^ durch 
jene Stelle des Lactantius bezeugt. 

Etwas ganz Sicheres über das Alter des Buchs lässt sich zwarnicht 
aufstellen; aber nach den Spuren in v. 21., v. 48 — 50. und nach dem, 
wie sich der Verfasser selbst charakterisirt , zu urtheilen, ist die Abfas- 
sung nach Hadrian, in die zweite Hälfte des zweiten Jahrhunderts zu 
setzen. Die fragmentarische Gestalt hat es vermuthlich erst später 
erhalten. 

§. 25. 
^ACHTES BUGH.^ 

Zu Anfang des achten Buchs bemerkt die Sibylle, dass sie vom 
kommenden Zorne Gottes und von dem Ende der Zeiten weissagen 
wolle. Auf frühere Orakel hindeutend fügt sie hinzu, dass sie ehedem 
anfangend von dem Sturtze des Babylonischen Thurms und der Sprach- 
verwirrung, weiter vom Aegyptischen , Persischen, Medischen, Aethiopi- 
schen, Babylonischen und Macedonischen Reiche Vorhersagungen gege- 
ben habe; jetzt dagegen beziehe sich ihre Prophezeiung auf das Rö- 
mische Reich. Die Reihenfolge dieser Reiche ist gleich der im dritten 
Buche V. 159 — 161., nur mit' dem Unterschiede, dass daselbst nach dem 
Macedonischen' das Aegyptische Reich abermals genannt ist. 

Nach dem Eingange folgt von v. 10—159. die über Rom angekün- 
digte Weissagung ziemlich zusammenhängend, jedoch mit einzelnen Re- 
flexionen untermengt. Zuerst wird in einera . mehr allgemeinen Theile 
"von Roms Gewaltherrschaft und seiner Bestrafung mit Anknüpfung an 



1) Vgl. Alexandre z. d. St. 



EINLEITUNG. . LIU 

das kommende Weltende geweissagt. Diese Weissagung läuft sodann 
ohne gehörige Verbindung in eine Schilderung der menschlichen Ver- 
ruchtheit, besonders der Geldgier und ihrer unseligen Folgen aus, worauf 
von T. 50. an die Sibylle wieder zu Rom zurückkehrend dessen Demü- 
thigung und Verödung ausführlich verkündigt. 

Hierauf werden einige Herrscher Roms geschildert. Als der sechs- 
zehnte derselben ist Hadrian sehr deutlich gezeichnet v. 52 — 64. Nach 
ihm sollen, und zwar in den letzten Tagen, noch drei herrschen. Es 
sind die drei Adoptiv- Söhne Hadrians gemeint. Von ihnen aber wird 
nur der Eine noch bezeichnet, nämlich Antoninus Philosophus oder 
Marc. Aurel. Eine weitere Regierung kennt der Verfasser nicht mehr; 
vielmehr erwartet er unter diesem Neros Wiederkunft, Roms Fall, 
das Ende der Welt und das Gericht (bis v. 106.). Selbst von Marc 
Aureis Regierung verräth der Verfasser keine genaue Renntniss. Zwar 
nennt er ihn lange regierend und weiss , dass er Kinder besitzt v. 133. ; 
zugleich aber schildert er ihn als geizig und viel Schätze aufsammelnd, 
lim bei Neros Wiederkehr damit nach Asien zu flüchten und dort die 
Schätze in Sicherheit zu bringen '). 

Da der geschichtliche Stoff des Verfassers zu Ende ist, so geht er 
bis V. 122. in der Weise voran, dass er über Roms Untergang und das 
Weltgericht eine Betrachtung anstellt, und in dunkler Rede von einem 
herankommenden Drachen weissagt, zusammenhängend mit seiner Vor- 
stellung vom nahen Weltende , und in der Darstellung an das zwölfte 
und dreizehnte Capitel der Apokalypse erinnernd. Hierauf folgt eine Re- 
flexion über die Zeit nach dem Leben und den Aufenthalt im Hades, 
wo das Lehen auJhört, aller Unterschied des Lebens wegfallt, eine un- 
endliche Stille herrscht und keine Leidenschaft mehr gekannt ist. 

Nach V. 122. ist eine Lücke im Texte. Gemäss dem, was die fol- 
genden Verse voraussetzen, muss etwas Aehnliches wie in den Versen 
57 — 59. des dritten Buches steht, hier ausgefallen sein ; der v. 59. dort 
und der v. 124. hier schliessen in gleicher Weise ab. Nach der im 
Texte jetzt fehlenden mit L'onie verbundenen Aufforderung an die Städte, 
sich nur immer zu überheben und- zu zieren, bis der Straflag endlich 
komme, wird sodann Rom herausgehoben und dessen künftige Demüthi- 
gung geweissagt. 

Von V. 131 — 138. folgt eine Weissagung über das sechste Ge- 
schlecht der Lateinischen Henscher und von einem ruhinreichen Nach- 
folger aus demselben Geschlechte. Die Zeit wird v. 138. bestimmt 



1) Hiermit hängt wohl die Sage IIb. III, v. 350., lib. IV, v. 145 — 148. zusammen, 
dass einstens von Rom aus viel Reichlhum nach Asien wandein werde. 



Liv EINLEITUNG. 

durch den fünfzehnten König, welcher dann über Aegypten gebieten 
solle. Der Verfasser knüpft hieran abermals die Weissagung von Neros 
Wiederkunft, und giebt daselbst in den Versen 139. und 148 — 149. eine 
doppelte Zeitbestimmung, näöilich die Erscheinung des Phönix zum fünf- 
ten Miale, und Neros Ankunft im Jahre 948. der Stadt.. Alle diese Be- 
stimmungen führen auf Ein Resultat. Das sechste Geschlecht der Herr- 
scher zählt Alexandre (z. d. St.) richtig so, dass er von dem Geschlechte 
des Augustus , den Cäsaren anfangend , das Geschlecht . der Flavier als 
das fünfte, das folgende, welches faktisch mit Hadrian endigte, aber durch 
Adoption fortgesetzt wurde, als das sechste bezeichnet und somit v. 133. 
u. f. auf den Nachfolger Hadrians kommt. Die fünfzehn Könige Aegyp- 
tens sind die fünfzehn Römischen Herrscher bis auf Hadrian, welche 
V. 50. schon aufgeführt sind. Der Verfasser will sagen, diese Ereig- 
nisse werden eintreffen, wann Aegypten fünfzehn Könige gehabt habe. 
Er wollte damit die ungenauere Bestimmung v. 131. ü. f." durch einen 
neuen Haltpunkt berichtigen. Deshalb kann nur an Römische Herrscher 
gedacht werden, welche gleichfalls Aegypten regierten. 

Die fünfte Erscheinung des Phönix führt zu keinem genauen Re- 
sultate, da dieser Zeitraum nicht ganz feststeht '), Nach Tacitüs (Annal. 
Jib. VI, c. 28.) war der Phönix zum vierten Male unter Tiberius erschie- 
nen , und sollte das fünftemal zur Zeit von Roms Untergang wieder 
kommen. Diese Zeit aber war nicht berechnet. Die Sibylle dagegen 
bringt sie mit der Rückkehr Neros und mit dem Jahr 948. u. c. in 
Verbindung; das letztere darum, weil 94:8 = Qtof.irj ist, und weil sie 
diese Zahl für eine das Schicksal Roms entscheidende hält. Da die Si- 
bylle, welche sich ebensowenig wie Tacitus die Phönixperiode von glei- 
cher Länge denkt, diese Zeit selbst mit dem Ende des sechsten Herr- 
scher-Geschlechts, mit Hadrian und dessen Nachfolger, in Verbindung 
setzt, so bleibt zur Verification unserer Beziehung nur zu bemerken 
übrig, dass das Jahr 948. u. c. das Jahr 196 oder 194 nach Chr. ist, 
also die Zeit des Septimius Severus. Diese Weissagung, wo Nero in 
Rom einziehen sollte, war aber dem Verfasser, welcher vorher lebte, 
noch in Aussicht; er glaubte, dass Marc Aurel bis dahin leben würde, 
darum weissagte er ihm auch v. 68. eine lange Regierung. 

Die Sibylle schUesst dieses erste bis v. 159. gehende Orakel mit 
einer Wehklage über Rom, und einer Andeutung, wornach das Unglück 
bei der Wiederkunft Neros kommen soll. Einige dunkle Verse , welche 
das spätere Loos Neros abbilden, machen den Schluss. 



1) Vgl. Herodot. Bist, üb, II, c, 73. Plin. N. Hist. Hb. X, c. 2. Clem. Rom. I. Cor. 
c. 25. Teilull. de Resurr. §. 13. 



EINLEITUNG. LV 

Das andere grössere Stück dieses Buchs reicht von v. 160 
— 216., und besteht zu Anfang aus fragmentarischen Orakeln, wovon 
mehrere Verse im dritten und vierten Buche stehen und ältere Weissa- 
gungen enthalten. Sodann folgt v. 169 — 177. ein Orakel über den 
Messias, über das Schicksal Roms am Ende der Zeit, und über Neros 
Rückkehr, wodurch sich zugleich derselbe Verfasser wie im vorigen 
Stücke kund giebt. 

Nach V. 177. ist im Texte eine Lücke, worauf die Sibylle in der 
Schilderung der letzten Zeiten fortfährt und auf einige Vorzeichen der- 
selben aufmerksam macht, v. 194. u* f. wünscht sie nicht zur Zeit der 
Herrschaft Roms , sondern während der Messias - Herrschaft zu leben, 
wo die ArgUst und Schlechtigkeit in den Hades versinken. 

Die Verse 199 — 216. sind mehrere Fragmente, welche das Ende 
der Welt, die Erscheinung des Messianischen Reiches und das Gottes- 
gericht betreffen. Wann das zehnte Geschlecht der Menschen gestorben, 
dann soll die Macht eines Weibes beginnen und mit ihr das Unglück. 
Diese Schilderung ist ebenso wie v. 190. u. folgd. ein Anklang an die 
Apokalypse cap. 17., während v. 205. u. folgd. die Benutzung des Pro- 
pheten Jesaias (c. 35, v, 5. und 6.) verrathen. Ein Fragment, welches 
das Glück der Messianischen Zeit, und ein anderes, welches die Zeit der 
Erfüllung schildert, schliessen das Stück. Ohne alle Vermittlung beginnt 
sodann . . 

das dritte Stück mit dem Akrostlch an der Spitze, von 
V. 217. anfangend und bis zu Ende des Buchs fortgehend. Von den 
beiden vorhergehenden theilweise schon formal, durchgehends aber nach 
Inhalt und Tendenz gesondert, ist es in sich selbst zugleich von man- 
nichfacher Composition. Die ersten vierunddreissig Verse , enthalten das 
Lactantius bekannte, von Eusebius vollständig und von Augustinus gross - 
tentheils mitgetheilte Akrostich, dessen Anfangsbuchstaben die Worte 
'irjGOvg xQBiGTog Ssov vlbg (TcovrjQ atavQog bilden, während der Inhalt 
dieser Verse eine Schilderung des kommenden Richttags, der Ankunft 
des ewigen Königs zum Gerichte, und der darauf folgenden Zustände ist. 

Die Verse dieses Akrostichs standen zur Zeit des Lactantius nicht 
allein für sich, sondern, in Verbindung mit andern Versen, die sich in 
dem achten Buche vorfinden. Dies erhellt namenthch aus Lact. Div. Inst, 
üb. VII, c. 20., wo er, nachdem er die Erythräische Sibylle ausdrücklich 
von einer andern Sibylle unterschieden, und sodann aus dieser andern 
die Verse 241. und 242. hintereinander angeführt hat, bemerkt: „dieselbe 
Sibylle sage an einer andern Stelle" und darauf die Verse 413—416. 
des achten Buches citirt. Hieraus folgt, dass die Lostrennung dieses 
Akrostichs und die Verbindung theils mit dem sechsten Buche, wie in 



LVi EINLEITUNG. 

den codd. H M Q V geschehen, theils mit einem Eingange in Prosa, wie 
eine nicht geringe Zahl von Codices dieselbe hat *), ein Werk späterer 
Zeit, wenigstens nach Laclantius ist. Zwar scheint Eusebius schon die- 
ses Akrostich als Ganzes vor sich gehabt zu haben , denn er spricht 
von demselben als einem Carmen und schreibt es der Sibylla Erythräa 
zu ^), in welcher es nicht stehen konnte. Auch aus seinen weitern Be- 
merkungen a. a. 0. c. 19. kann man folgern, dass er dieses Akrostich 
als ein für sich bestehendes Ganzes gekannt habe; indem er es ein 
Poema nennt, welches Cicero ins Lateinische übersetzt habe. Jedoch 
gerade aus dieser Stelle geht hervor, dass Eusebius sich nur ganz ober- 
flächüch mit dieser Angelegenheit befasst hatte, und dass aus seiner 
Aeusserung nichts mit Sicherheit zu folgern ist. 

Augustinus kannte von diesem Akrostich nur die ersten 27 Verse, 
so dass die Verse, deren Anfangsbuchstaben das Wort aravQÖg bilden, 
fehlten ^). Er kannte dieselben in einer schlechten lateinischen üeber- 
setzung, wie es scheint für sich bestehend. - Sodann zeigte ihm Flac- 
cianus einen griechischen Codex, worin diese 27 Verse gleichfalls stan- 
den, aber nur einen kleinen Theil der Sibylle, welche auch er irrthüm- 
lich die Erythräische oder Cumäische nennt, ausmachten. 

So existirte demnach erst nach Lactantius das " Akrostich von- dem 
übrigen Theile des achten Buches abgetrennt. Zur Zeit Augustins be- 
stand eine lateinische Uebersetzung desselben; aber das griechische 
Akrostich war noch in Verbindung mit dem achten Buche so wie früher 
unter Lactantius vorhanden. Dasselbe wurde später viel abgeschrieben, 
bald im Original, bald in lateinischer Uebersetzung, bald mit den sänamt- 
lichen 34, bald nur mit den 27 Versen, und ist in dieser Gestalt in 
noch vielen Exemplaren vorhanden. 

Ursprünglich aber war, wie Lactantius und auch Augustinus bezeu- 
gen, das Akrostich kein Ganzes für sich, sondern mit dem achten "Buche 
verbunden, und zweifelsohne in der noch jetzt bestehenden Weise, in- 
dem der Gedanke mit dem Schlüsse des Akrostichs nicht endet, sondern 
noch bis v. 255. in einem natürlichen Schlüsse fortgeführt ist. Es wird 
darin gesagt, der in diesen Akrostichen beschriebene Erlöser sei von 
Moses vorbedeutet worden, als er seine Arme, ausstreckte und Amalek 
überwand; er sei der Stab Davids, und der von ihm verheissene Stein 
(eine Beziehung auf Psalm 117, v. 22.); wer an ihn glaube, werde das 
ewige Leben haben. 



1) Vgl, Einl. §. 33. 

2) Euseb. Const. Or. ad Sanct. Coet. c. 18. u, 19. 

3) Auguslin. de Civ. Dei lib. XVIII. c. 23. No. 1. 2. 



EINLEITUNG. lvii 

Ein neues anscheinend mit dem vorigen nicht verbundenes Stück 
gebt von v. 256-323. Jedoch ist die, Verbindung hergestellt, wenn 
man v. 256. statt xgcotv y.öfffiov liest, eine auch dem ganzen Contexte 
nach geforderte Aenderung; indem der des Christenthums wohl kundige 
Verfasser unmöglich sagen wollte, Christus werde ohne do^a und ernife- 
drigt zum Gericht« kommen; während Alles dies wohl passend ist, wenn 
es von seinem Erscheinen in der Welt gesagt wird. Aus demselben 
Grunde ist auch v. 269. statt -/.qiglv zu lesen zoafxov. Beide Male 
scheint -/.qlglv eine von Antitrinitariern absichtlich gemachte Textes-Ver- 
falschung zu sein. In den Handschriften A B F L R ist der Vers ver- 
stümmelt und geht nur bis wg, in den cod. H M Q V steht er vollstän- 
dig, jedoch mit dieser Verfälschung; eine Erscheinung, die sich noch 
öfter so z. B. v. 402 und lib. IV, v. 27. u. f. in jener Handschriften- 
Familie zeigt '). 

Die Verbindung des vorigen Stückes mit diesem ist demnach die, 
dass der v. 255. hervorgehobene Glaube im folgenden als wegen des 
glanzlosen Auftretens des Messias noth wendig bewiesen wird. Daran 
reiht sich ein kurzer üeberblick der durch die Sünde entstandenen Lage ■ 
des Menschengeschlechts. Hierauf folgt eine Schilderung von dem Er- 
scheinen des Messias in der Welt, von seinem Wirken und Leiden bis 
zu seiner Verherrlichung durch die Auferstehung, wo er seinen Jüngern 
wieder erscheint mit den vier Wundmalen, welche die vier Weltgegen- 
den symbolisiren und ebensoviele Reiche der Welt, von denen die 
Schändthat der Tödtung Jesu vollbracht wird. 

Der V. 291. ist, wenn nicht ein Einschiebsel, so doch corrupt, und 
muss letzteren Falls entweder darin gestanden haben, dass Christus der 
Welt die heihge Jungfrau noch gelassen habe; oder, dass er sie seinem 
Jünger (Johannes) anempfohlen habe. In diesem Falle scheint der Vers 
etwas später stehen zu müssen. 

Die folgenden Verse 324 — 336. bilden einen Hymnus auf Jerusalem. 
Die Zionstochter wird aufgefordert, ihren feierlich einziehenden König, 
welcher Allen in Sanftmuth erscheint, um das Joch der Satzungen weg- 
zunehmen , zu lieben und nicht auf irrige Weise durch Opferdienst ver- 
ehren zu wollen. 

Dieser Hymnus ist von dem Verfasser des frühern Stückes, aber 
speziell an die Juden in Jerusalem gerichtet. 

Betreffend die Verschiedenheit der Händschriften in Aufeinanderfolge 
einer Anzahl Verse von v. 274. an, so ist in den Noten das Nöthige 
bemerkt, und hier nur hinzuzufügen, dass die richtige, sachgemässe 

1) Vgl-. §. -33. 



LViir EINLEITUNG. 

Aufeinanderfolge in den Handschriften HMQV gegeben ist, wornach 
der Text hergestellt wurde. Ob übrigens das ganze Stück yon v. 217 
— 336. nicht überhaupt hier an unrechter Stelle sich befindet, ist eine 
Frage, die aufgeworfen werden kann. Denkt man sich dieses ganze 
Stück hinweg, so lässt sich das Folgende, von v. 337. an, ganz wohL 
an V. 216. und das Vorhergegangene anschliessen. Meines Erachtens 
gehörte das folgende Stück v. 337—429. zu dem Theile von v. 217.; 
dagegen standen v. 217—336. unmittelbar vor dem mit v. 430. begin- 
nenden Stöcke , so dass die ursprüngliche Anordnung dieses Buchs fol- 
gende war: 1) v. 1-216., sodann 2) v. 337—429., hierauf 3) v. 217 
— 336. , endlich 4) v. 430 — 480. Jedoch müssen zur Zeit des Lactan- 
tius diese Theile sämmtlich in Einem Buche vereinigt gestanden haben, 
da Lactanz, wie wir oben gesehen, aus Nr. 2. und aus Nr. 3. Verse als 
aus derselben Sibylle anführt. 

Aus der Abtheilung v. 337 — 429. sondert sich zunächst das kleinere 
Stück V. 337 — 358. heraus. Dasselbe handelt von dem Ende der Dinge, 
der Verödung der Erde, dem Untergange der Menschen und dem schreck- 
lichen Loose der unbussfertig Verstorbenen, in einer in dem zweiten 
Buche Y. 307 - 314. gleichfalls vorkommenden Schilderung. 

Das andere grössere Stück v. 359 — 429. enthält zuerst eine Ver- 
siclierung der Prophetinn, dass Gott Alles erfüllen werde, was sie ver- 
kündigt habe. Hierauf führt sie Gott selbst redend ein, mit hauptsäch- 
lich aus den Propheten des alten Bundes entlehnten Stellen dessen All- 
wissenheit und Alleinigkeit aufführend, so wie die Thorheit des Götzen- 
dienstes beweisend. Nachdem sie hierauf angegeben, welches der Gott 
gefällige Gottesdienst sei, den der Herr einst belohnen werde, folgt eine 
an das Evangelium Matth. c. 25, v. 32. u. f. erinnernde Schilderung des 
letzten Gerichtes und der darauf folgenden Zustände. 

Die Verse 430—480. enthalten eine Lobpreisung Gottes als Welt- 
beherrschers , welcher mit dem Logos in Verbindung die Menschen ge- 
schaffen und zuletzt das göttliche Wort Fleisch werden liess. Hierauf 
wird dessen Ankündigung durch Gabriel poetisch geschildert, ferner die 
Geburt des Jesu -Rindes, und schliesslich in sechs Versen die ersten 
Vorgänge nach der Geburt. 

Das folgende Stück v. 481-^501. ist ein Fragment, worin ein Christ 
dem Heiden gegenüber nach Hervorhebung der Haupt- Grundsätze der 
christlichen Ethik erörtert, wie sie, die Christen, weder Götzendienst 
üben, noch Götzentempel besuchen, noch den Götzenopfern beiwohnen 
dürfen ; ihre Pflicht sei vielmehr in reinem Herzen und guter Gesinnung, 
mit Psalmen und Gesängen Gott zu preisen. Das Stück endigt unvoll- 
endet mit einem defekten Verse. 



EINLEITUNG. i-ix 

§.26. 

Ueberblicken -wir am Schlüsse unserer Erörterungen das achte Buch 
nochmals, so zeigt sich uns jezt, dass nach dem Exordium, von v. 10 — 
501., sich nicht weniger als neun besondere Stücke kenntlich machen: 
i)v. 10— 159., 2) V. 160— 216., 3) v. 217— 255., 4) v. 256— 323., 
5) V. 324— 336., 6) v. 337-358., 7) v. 359-429., 8) v. 430— 480., 
9) V. 481r-^501. Das erste und zweite dieser Stücke hat Einen Ver- 
fasser, wie sich besonders aus der in beiden Stücken vorkommenden 
Schilderung von Neros Rückkehr herausstellt. Mit Berücksichtigung sei- 
ner dem A. T. entnommenen zahlreichen Gedanken und Sentenzen, so 
wie der Art und Weise, wie er v. 141. der Hebräer erwähnt, könnte 
man auf einen Juden als Verfasser schliessen. Dem steht nur entgegen, 
dass er namentlich bei Hadrian des Schicksals der Juden und Jerusa- 
lems auch in keiner Anspielung gedenkt; ferner dass schon v. 190. u. f. 
ein Anklang an die Apokalypse enthalten, noch mehr aber die Weissa- 
gung von der Herrschaft eines Weibes v. 200. u. folgd. mit der An- 
knüpfimg an die Messianische Zeit. Diese Merkmale lassen mehr auf 
einen christhchen Verfasser .schliessen, so dass zunächst über den Glau- 
ben des Verfassers nicht entschieden werden kann. 

Die Abfassungszeit betreffend ist schon früher nachgewiesen wor- 
den, dass nach den Andeutungen im ersten Stücke die Abfassung dessel- 
ben unter Marc Aurel zwischen 161 und 180 n. Chr. zu setzen ist. Die 
Stücke Nr. 6. und 7. schlössen sich^ wie schon bemerkt worden, wahr- 
scheinlich an das zweite Stück an und verralhen denselben Verfasser 
wie Nr. 1. und 2. Am Ende der beiden Stücke ist dieselbe eigenlhüm- 
liche Erscheinung wie im Stücke Nr. %, nämlich, dass sie, während sie 
sonst nichts spezifisch Christliches enthalten, an den Enden christlich 
abschliessen; so Nr. 6. in zwei Versen v. 357. und 358., welche beide 
auch im zweiten Buche vorkommen. ' Aebnlich verhält sich der Schluss 
in Nr. 7.. hierdurch wird der Gedanke nahe gelegt, dass ganz ähnlich, 
wie wir im ersten und zweiten «Buche sahen, ein christlicher Verfasser 
ein vorhandenes Orakel eines Jüdischen Schriftstellers aufgenommen, 
und hin und wieder Einzelnes hinzugefügt habe. Dieser christliche 
Schriftsteller verräth in der Ausdrucksweise und in der häufigen Be- 
nutzung der ähnlichen und gleichen Gedanken soviele Aehnlichkeit mit 
dem Verfasser des ersten und zweiten und eines kleinen Theiles des 
dritten Buchs, dass wir nicht umhin können, die Identität beider zu ver- 
muthen. Das Exordium setzt auch einen Mann voraus, der schon ge- 
schiehthche Oratei gegeben hat. Es sind wahrscheinlich die des dritten 
Buchs gemeint. 



LX EINLEITUNG. 

Hieraus folgt, dass zwar der ursprüngliche Verfasser der Stücke 1. 
2. 6. und 7. ein unter Marc Aurel lebender Jude war; dass aber nach- 
her ein christlicher Schriftsteller diese Stücke mit den seinigen zu Einem 
Ganzen verband. Derselbe muss vor Lactantius gelebt haben, welcher 
Verse aus diesen Stücken citirt. Dass von demselben christlichen Ver- 
fasser auch jenes Stück, worin das Akrostich enthalten, verfasst worden 
sei, beweist sich daraus, dass Lactanz aus diesem Stücke und aus Nr. 7. 
Stellen mit dem Bemerken citirt, sie seien von Einer und derselben 
Sibylle. 

Dass hierdurch zugleich unsere früher ausgesprochene Ansicht über 
die Abfassungszeit des ersten und zweiten Buches und des dritten in 
seiner gegenwärtigen Gestalt eine neue Bestätigung erhält, ist einleuch- 
tend, indem wir hier denselben Verfasser vor uns haben. 

Die Stücke Nr. 3 — 5. , 8. und 9. rühren auch von einem tjhrist- 
lichen Verfasser, und zwar, wie sich aus der bemerkten Stelle bei Lac- 
tanz ergiebt, von demselben Verfasser her, welcher die übrigen ursprüng- 
lich Jüdischen Stücke mit christlichen Zusätzen versah. Derselbe lebte 
wahrscheinUch am Ende des zweiten oder zu Anfang des dritten Jahrhun- 
derts n. Chr. Aus demUmstande, dass er in Nr. 2. die Kaisergeschichte nicht 
über Marc Aurel hinausführt, sondern daran die Messianische Zeit knüpft, 
folgt darum nichts für die frühere Existenz des Verfassers, weil er hier 
eine Jüdische Sibylle aufnahm, welche geschichtlich nicht weiter ging. 

§. 27. 
NEUNTES BUCH. 

Die Sibylle des neunten Buches beginnt mit einem allgemeinen 
Exordium, worin sie der Welt das üebelste darin verkündigen zu wollen 
verspricht. Daran reiht sich ein kurzer historischer Ueberblick ,von der 
Sündfluth bis zum zehnten Geschlechte und der Theilung der Erde in 
mehrere Reiche und Sprachen, welche ersteren die Prophetinn ange- 
ben will. 

Als erste Herrschaft wird die Aegyptische geschildert. Hierauf- in 
demselben Lande eine Vielherrschaft, und die sodann folgende HeiTschafl 
eines Mannes, welcher die Hebräer bedrängen werde, mit der weiteru 
Angabe, dass unter ihm eine Hungersnoth im Lande sein werde. Da 
die folgende Bezeichnung v. 29. und 30. auf Joseph, den Sohn Jakobs, 
gebt, und die geschilderte Hungersnoth demnach keine- andere als die 
L Mos. c. 41, V. 54. u. folgd. erwähnte sein kann, so ist jener König 
mit dem Anfangsbuchstaben der Zahl 70 vermuthlich der Aegypter Osy- 
mandyas und die von ihm geweissagle Bedrängung der gottseligen Men- 
schen ist eine Verwechselung mit einem spätem Pharao, unter welchem 



EINLEITUNG. - . LXi 

der Auszug der Israeliten aus Aegypten stattfand, der auch sofort, wie- 
wohl etwas dunkel angedeutet wird durch die Erwähnung der zehn Pla- 
gen und den Weheruf gegen Memphis, die Aegyptische Hauptstadt, die 
im Erythräischen Meere viel Volk verlieren soll, wann das Volk der zwölf 
Stämme unter Gottes Führung sich befinden werde (bis v. 37.). 

Sodann wird als ein folgender Herrscher Psammeticb aus Sais deut- 
lich genug bezeichnet, und hierauf zur Schilderung der Persischen Herr- 
schaft, als der darauf folgenden übergegangen, nachdem die Dauer der 
Aegyptischen Herrschaft auf entweder 1820 oder 1190 Jahre, je nach- 
dem der Text zu deuten, angegeben worden ist. 

Aus der Perser -Herrschaft werden zwei Punkte herausgehoben: 
1) Unglück, welches die Juden betrifft; 2) Unterjochung eines nicht ge- 
nau bezeichneten Landes durch die Perser. Wahrscheinlich denkt der 
Verfasser an die Unterjochung Aegyptens durch Cambyses 525 v. Chr. 

Von V. 53 — 60. wird den Persern, Assyrern und Aegyptern Unglück 
geweissagt. Es folgt die Jonische Königsherrschaft, wobei an die Ma- 
cedonische Herrschaft zu denken ist. Daran reiht sich eine Weissa- 
gung gegen die Meder, welche ein Indischer Abkömmling unterwerfen 
werde, und die 107 Jahre lang den Aethiopiern dienstbar sein sollen. 

Der hierauf geschilderte Indische Herrscher, der den Orient mit 
Krieg überzieht, in dessen 47tem Regierungsjahre eine allgemeine Empö- 
rung und Abfall entstehen soll, welche er nach 3 Jahren bewältigt, ist 
wahrscheinlich Thirbaka, der 712 v. Chr. König von Aegypten und 
Aethiopien war. 

Hierauf folgt v. 80 — 108. ein Orakel über die Assyrische Herrschaft 
und einen berühmten Regenten derselben mit schwankender Bezeichnung, 
worauf der Itahschen Herrschaft von ihren Anfängen an, sowie des Ver- 
hältnisses dieses Reiches zu Aegypten gedacht wird. In sehr loser Ver- 
knüpfung reiht sich daran die Erwähnung des Trojanischen Krieges, der 
Flucht des'Aeneas, der Erbauung Latiums durch ihn, sein Tod und die 
Weltherrschaft seiner Nachkömmlinge, welche bis zum Euphrat und Tigris 
sich erstreckt und wovon nur die Parther ausgenommen werden. 

Daran reiht sich eine der im dritten Buche vorkommenden nach 
Inhalt und Form ähnhche Weissagung über Homer. Das folgende kleine 
Stück V. 172 — 180. enthält eine Weissagung kriegerischer Zeiten unter 
verschiedenen Völkern, während der unächte Assyrier und Aelhiopier mit 
dem Geist eines Thieres Alles bewältigen wird , worauf Hellas 87 Jahre 
lang durch Krieg verheert werden soll. 

Als Mittelpunkt der Schilderungen betrachtet die Prophetinn stets 
Aegypten, weshalb sie auch jetzt wieder dahin zurückkehrt, nachdem sie 
V. 186 — 194. Philippus von Macedonien, 195—223. die Zeit Alexanders 



Lxii . EINLEITUNG. 

des Grossen geschildert. Alexanders Nachfolger in dem grossen Mace- 
donischen Reiche, acht Ptolemäer und die glücklichen Verhältnisse 
Aegyptens unter ihnen, das die Juden treffende Unglück und ihre Weg- 
führung nach Äegypten, werden in aufeinander folgenden Orakeln ge- 
weissagt, und dieses Stück mit der Angabe beendigt, dass nach 233 
Jahren die Ptolemäer aufhören, und ein weiblicher Sprössling nachfolgen 
werde. In der letzten Schilderung ist Cleopatra zu erkennen. 

Das folgende Orakel (v. 261 — 314.) beschäftigt sich zunächst mit 
Rom und dessen Herrschaft. Als erster Herrscher wird in unverkenn- 
barer Rücksicht auf Buch V, V. 12. u. foJgd, (vgl. Buch X, V. 12. u. f.) 
Julius Cäsar aufgeführt. Aber im Verfolge zeigt sich auch hier, dass 
der Mittelpunkt der Orakd wiederum Äegypten ist; demr die Weissagung 
geht bald wieder auf Cleopatra über, deren Verhältniss zu Antonius näher 
angegeben wird. Die Herrscherinn trifft der Weheruf der Prophetinn, 
weil sie dem Römer die Herrschaft Aegyptens zugewendet. Hierauf wird 
ihr Ende geschildert und von folgenden Drangsalen des Landes geweis- 
sagt. Die Ursachen derselben werden darin gefunden, dass das fromme 
Volk durch die Aegypter bedrängt und bewältigt wurde.' 

Die Verse 315—324. bilden den Epilog. Die Sibylle, welche bei 
ihren Landsleuten keinen Glauben findet und den Namen Unglückspro- 
phetinn führt, kündigt ad, sich nach Python und Panopeus , wo .man sie 
in Ehren halten werde , begeben zu wollen ; sie will also aus Äegypten 
auswandern und sich~ nach Phocis an die berühmten dem Apollo ehedem 
heiligen Orte begeben. . Den Schluss macht ein Gebet der Prophetinn. 

§.28. • ^ 

. Das neunte Buch zeigt in Hinsicht der Darstellung eine ungeübte 
Hand. Obgleich es ein zusammenhängendes Ganzes bildet, und eine 
Einheit angestrebt ist; so fehlt ihm doch ein guter Plan und die richtige 
Behandlung. Aehnlich wie der Verfasser des fünften Buches zeigt sich 
auch dieser in der Geschichte öfters unwissend. So beginnt er z. B. 
mit dem Aegyplischen Reiche als dem ersten und lässt darauf das Per- 
sische folgen, worauf er in der Geschichte wieder umkehrt und ältere 
Reiche gleichsam nachholt. Städte sind ihm nur wenige bekannt. Die 
Zeit Homers setzt er nach der Herrschaft der Parther. Die einzelnen 
Orakel sind durchgängig ungeschickt verbunden; die Verse grösstentheils 
fehlerhaft. Manche dieser Mängel können freilich auf den Zustand des 
Textes kommen, welcher noch an vielen Stellen, und gerade da, wo 
spezielle Notizen zu erwarten sind, bald defekt, bald verderbt ist. 

Uebrigens hat das ganze Buch nur Einen Verfasser, welcher sich 
an mehreren Stellen als einen in Äegypten lebenden Juden kund giebt. 



EINLEITUNG. LXiii 

Als chronologischer Haltpunkt zur Ermittelung der Abfassungszeit 
dient die Bemerkung v. 160 — 161., wornach die Römerherrschaft sich 
bis zum Euphrat und Tigris ausdehnen soll, und hinzugefügt wird, dass 
sie die Assyrier, wo die Parther herrschen, nicht bezwingen würden. 
Der Verfasser führt die Aegyptische Geschichte zwar nur bis zum Tode 
der Cleopatra fort-, aber er kennt die Partherherrschaft und den Damm, 
welchen Rom, das noch das Land zwischen dem Euphrat und Tigris be- 
sass, in diesem Volke für seine Eroberungen im Osten fand. 

Das Parthische Reich ging um 226 n. Chr. unter Alexander Severus 
durch den Perser Artaxerxes L, den Stifter der Dynastie der Sassaniden, 
zu Grund. Die Römer hielten das Land zwischen dem Euphrat und 
Tigris nur bis zur Regierung Hadrians fest. Dieser liess bald nach sei- 
nem Regierungsantritt jene unsichern Eroberungen fahren und hielt den 
Euphrat als* Grenzfluss im Oriente fest. Der -Verfasser, welcher die Rö- 
mer noch 'im Besitze dieses unter Hadrian aufgegebenen Landstrichs 
und im Kampfe daselbst gegen das Partbische Reich weiss, bezeichnet 
damit die Zeit, worin er lebte. Die Entstehung unseres Buches fällt 
demnach entweder in die letzte Zeit der Regierung Trajans, oder in die 
erste Regierungszeit Hadrians, zwischen 115 — 118 n. Chr. 

Theils ungebräuchliche, tbeils späte Wörter und Constructionen fin- 
den sich in ziemlich grosser Zahl; so v. 65. f-iegosiösa, v. 68. yivavo- 
XQcog, V. 71. Xojß^oei, v. 84. egarcoTtol, v. 99. aQxsiv mit tlvI, v. 106. 
syiyv(A.ct%a, v. HO. dxsQaair], v. 130. alyjiirjzijg, v. 139. ioTtof-ievoiai, 
V. 156. aXfiT^g, v. 165. Ttaidstoerai, v. 166. KecpdXaia, v. 187. (.tülov, 
V. 188. ToqdzQOig, v. 211. di.iq)ißa2.ovoiv , v. 275. diyiTdrcoQ, v. 281. 
v.aKOSQyesg, v. 282. vsotqmtcov , v. 2SS. nQO'/.ltov,'\. 291. ävÖQoßöqcp, 
V. 302. d-qeTtrfJQa. 

§. 29. 
ZEHNTES BUCH. 

Das zehnte Buch enthält nach einem dem Exordium des fünften Bu- 
ches fast wörtlich entlehnten Eingange (v. 1—9.) eine in die Form der 
Vorherverkündigung gekleidete Erzählung aus der Römischen Herrscher- 
geschichte von Augustus an bis auf Septimius Severus. Von Augustus 
bis Hadrian wird ausführhcher dasjenige erzählt, was den Anfang des 
fünften Buches (v. 10—51.) bildet, worauf die Geschichte selbständig bis 
auf Severus fortgebt. Hieran reiben sich sodann von v. 279 — 291. frag- 
mentartig einige Orakel über Phrygien, Laodicea , Hierapolis, Rom und 
einen wegen des defekten Textes nicht näher zu bestimmenden, wahr- 
scheinlich Römischen Herrscher, worauf die Sibylle nach einem weitern 
kleinen Bruchstücke mit einem Gebete abscliliesst. 



LXiv EINLEITUNG. 

Die Regentengeschichte beginnt v. 14., nachdem die vorhergehende 
Zeit der Diktatur auf 620 Jahre *) bestimmt worden, mit einem Herrscher, 
der als Augustus kennthch gemacht wird, während in ähnlichen Aus- 
drücken das fünfte Buch mit Julius Cäsar beginnt. Nachdem die gewal- 
tige Herrschaft dieses Regenten geschildert worden, erwähnt die Sibylle 
der zu dieser Zeit eintretenden Erscheinung des durch ein leuchtendes 
Gestirn angekündigten göttlichen Logos im Fleische, von wo an die 
Macht Roms wachsen, aber der Herrscher alsdann sterben werde. 

Die folgenden Herrscher bis auf Claudius und Nero sind bedeutend 
ausführlicher als im fünften Buche geschildert; jedoch zeigt sich hierbei 
nicht immer eine richtige Kenntniss der Geschichte. So wird z, B. Ca- 
ligula des Geizes und der Habsucht beschuldigt, während er notorisch 
ein Verschwender war. Die Schilderung Neros v. 78 — 94. entspricht 
der im fünften Buche. Kurz wie dort wird der drei folgenden Regenten 
Galba, Otho und Vitellius gedacht, worauf die Sibylle bei Vespasian wie- 
der länger verweilt, und eine Anzahl Ereignisse unter, ihm aufführt, die 
im fünften Buche gar nicht angedeutet sind. Die in den Versen 115 — 
119. gemachten Angaben von Vespasians Tod und zweien Herrschern 
nach ihm, die als seine Söhne bezeichnet werden , sind nicht geschicht- 
lich. Ebenso wird auch der Tod des Titus, welcher hier als Enkel 
Vespasians erscheint, unrichtig angegeben. 

Domitian, im fünften Buche v, 40. nur flüchtig gezeichnet, wird hier aus- 
führlich und als treffhcher Herrscher geschildert. Richtig und genau erzählt 
ist der an ihm vollbrachte Meuchelmord; wogegen der Tod seines Nach- 
folgers Nerva wiederum irrig beschrieben wird. Trajan findet in den 
Versen 147 — 163. eine sehr umständliche Erwähnung; auch seines To- 
des in einem fremden Lande, worunter der Verfasser Cihcien meint, 
wo Trajan 117 n. Chr. starb, wird gedacht. Sodann folgen Hadrian und 
die drei Herrscher nach ihm in ähnlicher Schilderung wie im fünften 
Buche, woselbst die Geschichte der Römischen Regenten schliesst, wäh- 
rend das zehnte Buch von v. 177. an die Eaisergeschichte fortführt; 
zunächst jedoch v. 177 — 186. in einer sehr unklaren Fassung, die kaum 
auf Antoninus Pius zu beziehen ist. Marc Aurel dagegen , Antonius Mit- 
regent und Nachfolger, ist v. 195 — 199. deuthch und im Ganzen richtig 
bezeichnet. Besonders hervorgehoben und auf Rechnung seiner Fröm- 
migkeit gesetzt wird Ein Ereigniss , nämlich , dass sein Heer durch einen 
Regen vom Himmel von dem Verschmachten gerettet worden sei. Es 
ist eine deutliche Beziehung auf das von Tertullian, Eusebius, Gregorius 



1) Aebnlich wie lib. IX, v. 273., wo wahrscheinlich rgt? d'f Sirixoaloiy za lesen ist. 



EINLEITUNG. LXV 

von Nyssa und andern christlichen *), so wie von Dio Cassius,- Julius Ca- 
pitolinus ^) u. a. nicht christlichen Schriftstellern erzählte Faktum, .welches 
sich auf dem Ki'iegszuge Marc Aurels gegen die Quaden und Markoman- 
nen zugetragen und wovon die zwölfte Legion den Namen Fulminatrix 
erhalten haben soll. 

Marc Aurels Nachfolger Coinmodus wird von v. 204. an- erwähnt- 
Seinem kriegerischen Ruhme ist etwas geschmeichelt. Dagegen sind 
seine Liebhabereien, das Reiten und Jagen^ ebenso auch sein Argwohn, das 
zurückgezogene Leben und sein Tod durch Meuchelmord richtig angegeben. 

Von V. 224 — 228. wird die nun folgende traurige Epoche der Kaiser- 
zeit etwas dunkel geschildert. V, 229. bricht die Sibylle in eine Klage 
über diese Zeit aus, und berechnet sodann die Herrscherzeit bis zum 
Ende des neunzehnten Reiches auf 24472 Jahr. Dann erst fahrt sie- 
fort und bezeichnet nach einander Pei'tinax (v. 238.), den unglückhchen 
Prätendenten Didius Julianus (v. 245.) und Pescennius Niger (v. 250.). 
Von V. 256. an folgt Septimius Severus, eine Zeichnung seines Charak- 
ters, seiner Thaten Und seines Endes. Somit wird die Geschichte bis 
zum Jahre 211 n. Chr., wo Severus zu York in Brittanien starb, fort- 
geführt, und hiermit geschlossen. 

Die noch folgenden Fragmente stehen in keiner Innern Verbindung 
mit dem Vorhergehenden, und scheinen ihre Quelle im fünften Buche 
zu haben; sind aber zu fragmentarisch und defekt, um genau bestimmt 
zu werden. Die Verse 290. und 291. bezeichnen den Verfasser als 
Gottes Verehrer und Feind der Götzen. Der Schluss ist ein Gebet der 
Sibylle zu Gott, worin sie zugleich die Hoffnung ausspricht, später wie- 
derum weitere Orakel geben zu können, und hat einige Aehnlichkeit mit 
den im dritten Buche vorkommenden Selbstunterbrechungen der Prophetinn. 

Der Text ist an mehreren Stellen defekt, an andern verderbt. Nicht 
überall konnte diesem üebelstaude abgeholfen werden. V. 68. ist dia- 
dsiiätov in der Bedeutung ,,des zwanzigsten" gesetzt. In v. 77. ist zu 
lesen dö(xoig idlrjg statt 66'f.ioiai dirjg. üebrigens zeigt der Verfasser 
dieses Buchs mehr Gewandtheit in der Darstellung als der des vorher- 
gehenden. Spätei'e oder -ungewöhnhche Ausdrücke linden sich in nicht 
geringer Zahl vor, so v. 13. dixrccTcoQog, v. 22. aöovXsvrov, v. 26. 
o-/.Tq7tTQOv%og, V, 65. TtaväyiTOQi, v. 67. oluixai, v. 84. dUvi.iov, v. 90, 
c(d-lsvf.iaza , v. 100. und 119. ay^iTtaXög , v. 106. GcpiKrfjaL, v. 111. 
veov v6f.iov, V. 123. af.icpiKS'i, v. 136. y.j:io(-iaac, v. 151. oiozQoßölovg, 
"V. 160. agsioßaTTjg , wofür hb. V, v. 40. ogeioßärr^g steht-, v. 166. -^-i;- 

1) Terlull. Apolog. c. 5, p. 63. Ad Scapnlam c. 4. p. 87. Euseb. H. E. lib. V; c. 5. 
Greg. Nyss. Or. XI. in 40. marl. Oros. üb. VII, c. 15. 

2) Dio Cassius 71, 8. Capilol. in M, Aurel. 

E 



LXVi EINLEITUNG. 

Tovg füi' Götzenopfer, v. 204. a^tpavadsi^ag, v. 205. sig für ev, v. 212. 
IjtTtiaLOi, V. 220. aßovlEVTOtg, v. 221. xr]Q0Gvvr], v. 226. TtalXaöioioi, 
V. 236. ixala^QOig, v. 241. 7VQr]viGfioi, v. 244.. ae^ofisvot, v. 269. 
HaiGüQ, V. 279. Ttolvf-iT^Krig. 

Der Verfasser dieses zehnten Buches macht sich an. mehreren Stellen 
als einen Christen kennbar, namentlich durch v. 30 — 33., wo er die Er- 
scheinung Christi auf Erden mit der Regierung des Augustus in Verbin- 
dung bringt; ferner durch die Erwähnung der Errettung Marc Aureis 
und seines Heeres im Markomannenkriege v. 197—^200., wobei nur auf- 
fallend ist, dass er diesen Regenten, den Verfolger der Christen, als 
einen besonders frommen Mann schildert; ein Fehler, der wie viele in 
diesem Buche auf Rechnung der Unkenntniss des später lebenden Verfassers 
zu setzen ist. Zur Bezeichnung desselben gehört auch v, 111. der Ausdruck 
vsog v6j.iog, welcher dort von den Geboten des Christenthums steht. 

Die Abfassungszeit betreffend, ist aus dem früher Bemerkten klar, 
dass dieses Buch nicht vor dem' Tode des Kaisers Septimius Severus, 
welcher im Jahre 211 n. Chr. starb, abgefasst sein kann. Da v. 276. 
und 277. von einem neuen Perser - Kz'iege reden und v. 285—287. von- 
einem Regenten sprechen, der vom Orient her nach Italien gilt und 
durch Meuchelmord fällt, weil er wegen seiner Mutter verhasst war; so 
ist zu vermuthen, dass in dem Texte am Ende eine Anzahl Verse aus- 
gefallen ist, und dass der letzte der Regenten Alexander Severus ist, 
dessen Regierung unter der Leitung seiner Mutter Mammäa stand, und 
welcher bald nach der Gründung des Neupersischen Reiches unter dem 
Sassaniden Artaxerxes I. einen unglücklichen Kriegszug nach Persien 
machte , *und nach Beendigung desselben , im Jahre 235, als er an den 
Rhein gezogen war, daselbst mit seiner Mutter in einem Aufstande der 
GaUischen Truppen ermordet wurde. 

Nach diesen Anzeichen fällt die Abfassung des Buchs um die" Mitte 
des dritten Jahrhunderts nach Chr. 

§. '30. 
EILFTES BUCH. 

Das eilfte 173 Verse zählende Buch versetzt den Leser nach einem 
unvollständigen Eingange und einigen Fragmenten mitten in die kriege- 
rischen Zeiten, wo die Assyrier die Welt beherrschen und die Tempel 
plündern, nachher die Perser und andere orientalische Völker sich erhe- 
ben, und die Römer mit ihnen in Kriege verwickelt ihre Eroberungen 
bis an den Euphrat ausdehnen. Zwei darauf folgende Herrscher werden so- 
dann geschildert und abermals unruhige Zeiten und Kämpfe im Osten erwähnt. 

Daran reiht sich von v. 35. an die Voi'hersagung von Vernichtung 



EINLEITUNG. IXVII 

der Germanen durch die Römer,, von einem vieljährigen Perserkriege, 
in welchem diese nicht obsiegen würden, und zwar so lange Alexandrien 
Rom mit Nahrung, versorge. Es wird hiermit auf das stets wachsende 
Andringen der Perser gegen das Römische Reich hingewiesen. 

Hierauf wendet sich die Weissagung zu den Alexandrinern. Alexan- 
drien, der Ernährerinn Roms, wird der Untergang geweissagt. Auch die 
Assyrer sollen zu Grunde gehen ; worauf noch Weissagungen gegen die 
Assyrier, gegen Mopsveste und die Aegier in Cilicien, so wie gegen An- 
tiochien feigen. Dort soll der Resieger der Perser wohnen. 

Die Verse 64 — 66. sind ein Anklang an eine Stelle im dritten 
Ruche, welche auch im achten berücksichtigt ist. Die Sibylle geht über 
zur Römischen Provinz Arabien und bringt eine Weissagung- gegen Rostra, 
die alte Hauptstadt der Edomiter , welche unter Trajan Hauptstadt der 
Provinz Arabien war. Ihre Reschäftigung mit Astrologie wird besonders 
hervorgehoben, und sodann ihr künftiges Unglück prophezeit. 

Als neues Orakel folgt von v. 74. eine Weissagung gegen Alexandria, wel- 
ches viel leiden soll, wann wegen eines abscheuUchen Tempels Kämpfe ent- 
brannt sind. Es ist hierbei an die Kriege des Vespasian undTitus in Palästina 
und Aegypten zu denken. Jedoch lehnt sich die Geschichte nicht an diese 
an, sondern der v. 79. genannte Regent gehört einer spätem Zeit an. 

Nachdem so die Weissagung in die Römische Kaisergeschichte einge-^ 
gangen ist, werden mehrere Regenten- geschildert, jedoch ohne wie im 
vorigen Ruche in der Erzählung als Hauptpersonen besonders hervorzu- 
treten ; vielmehr bilden die Weissagungen gegen verschiedene Völker, Län - 
der und Städte den Hauptstoff , welcher hin und wieder an einige Römische 
Herrscher angereiht ist. Diese Regenten sind darum auch nur theilweise mit 
einiger Sicherheit zu erkennen. V. 81 — 88. ist wahrscheinhch Maximinus 
Thrax geschildert, v. 90. Philippus Arabs, v. 103. der Kaiser Gallus, "wel- 
cher V. 144. wieder angeführt wird, worauf sodann v. 145. als dessen 
Nachfolger Aemihan, v. 157. u. f. Valerian und Gallienus bezeichnet sind. 

Die Weissagung gegen Tyana und Mazaka v. 93. hängt mit der Er- 
wähnung des Geschlechtes der Kappadozier v. 91. zusammen. Reide 
Städte lagen in Kappadozien. Mazaka hiess seit Tiber Cäsarea. Von 
dem am Fusse des Taurus gelegenen Tyana ist aus Vopiscus bekannt, 
dass es von Aurehan 272 n. Chr. erobert wurde, nachdem es schon 
unter Caracalla eine Römische Colonie gewesen. 

Die V. 104. gegen Rom geweissagten Gefahren sind die durch die 
Germanischen , Fränkischen und Golhischen Völker herbeigeführten, 
deren sich Gallus kaum erwehren konnte. Die Erwähnung einer Nieder- 
lage der Römer durch die Perser und Syrer scheint auf das unglück- 
liche Ereigniss unter Vaierian 260 n. Chr. zu gehen, welcher in einem 



MVm EINLEITUNG. 

Treffen geschlagen selbst in die Hände der Feinde fiel. In diesem Falle 
sind auch die folgenden Weissagungen gegen Syrien und Äntiochien auf 
jene Zeit zu beziehen, wo die Perser Syrien verheerten und Äntiochien 
plünderten. Die v. 122—124. angeknüpfte Weissagung bezeichnet die 
Rückkehr Neros vom Euphrat. 

Die schwierige Lage des Römischen Reichs zu der Zeit, welche der 
Verfasser berücksichtigt, spiegelt sich in mehi-eren gegen verschiedene 
Völkerschaften gerichteten Prophezeiungen. Die Vers 144. folgende Be- 
zeichnung eines Römischen Regenten, ferner die v. 149. genannte Erhe- 
bung der Perser, die Flucht der Römer und die Hilfe, welche sie von 
einem Herrscher im Orient erhalten sollen, bezieht sich auf Aemilians 
Regierungszeit und auf den. Beherrscher des Reiches Palmyra, welche 
^tadt V. 153. als Sonnenstadt kenntlich gemacht ist. Es befand sich 
daselbst ein berühmter der Sonne geheiligter Tempel. Die Hilfe des 
Odenathus gegen die Perser kam erst unter Kaiser Gallienus um 260 
n. Chr. Valerian und Gallienus sind v. 157. gemeint, womit die Regen- 
tenreihe abschliesst. 

Das von v. 158. an Folgende ist poetische Ausmalung der vielen 
die Römer in jenen Zeiten treffenden- Angriffe. Der Verfasser ist mit 
seinem geschichtlichen Wissen zu Ende und weissagt noch von einer 
ihm dunkeln Zukunft, worin er hofft, dass die gefährlichen Perser durch 
einen tapfern Römischen Regenten bezwungen werden. 

Sonach ist die Abfassungszeit dieses Buchs in die zweite»HäIfte des 
dritten Jahrhunderts, nach 260 n. Chr. zu setzen. Heber den Verfasser 
lässt sich nichts Sicheres festsetzen. Mit Rücksicht auf v. 77. , wo er 
sich gegen den Jüdischen Tempel erklärt, und in Berücksichtigung des 
Anfangs und Schlusses des Buchs ^ wornach er sich als Göttesverehrer 
kund giebt, kann man annehmen, dass er ein Christ war. Die Darstel- 
lung des Buchs ist besser als die des neunten. Einigemale (v. 39. u. f., 
y. 165. u. fölgd.) ist sie dichterisch gehalten. An der ersten Stelle v. 40. 
findet ein leichter Anklang an Hesiod statt ^j. Der Vers 117. steht auch 
Buch VHf, V, 353. An theils späten, theils ungewöhnlichen Wörtern no- 
tiren wir v. 21. g)iloTc6QcpvQog, v. 56. aaravaiovg, v. 62. oiaTQoßölovg, 
V. 100. ioßoloig, V. 107. ccy^araaTaalat, v. 130. veOTQcoroig , v. 132. 
ircagaulv^ei^ v. 167. ro£oßä'vr]v und Tqäyov. 

§. 31. 
ZWOELFTES BUCH. 

Nach einem gegen herrschsüchtige Menschen gerichteten Eingange 
V. 1 — 11. beginnt die Sibylle ihre Weissagung. Dieselbe ist von v. 12 

1) Hesiod. Theog. v. 675. 786. Scut. v. 422. 



EINLEITUNG. LXK 

— 282. ähnlich wie im zehnten Buche dem Ansehn nach eine in die 
Form der Vorhersagung gebrachte Geschichte Römischer Herrscher bis 
zum letzten Geschlechte der Lateiner. Von v. 2S3— 298. folgen meh- 
rere Orakel, grösstentheiis jedoch gegen Aegypten gerichtet. Daran reiht 
sich V. 299. die Weissagung von einer Zeit, wo es Noth thut, Gott 
durch Opfer zu versöhnen. Ein Gewaltherrscher, nach der Freiheit be- 
nannt, werde Aegypten bezwingen. Ein Sizilisches Heer, solle dem An- 
drang von Barbaren erhegen. Hierauf werden noch Aegyptische Zu- 
stände geschildert , Einiges dunkel und symbolisch , . Anderes abrupt und 
fragmentarisch. Demselben Lande weissagt die Prophetinn v. 330. u. f. 
hierauf erst ruhige Zeiten , dann einen neuen Krieg und eine unglück- 
liche Seeschlacht , wobei Alexandria eine Zeitlang^ unterworfen sein soU. 
In feiger Flucht fliehen die Gränznachbarn einer grossen Landschaft, und 
die Juden werden durch zwei Fürsten eine Niederlage erleiden. Dann 
sollen die Araber kommen, ein Thurm werde sich auf einer Insel er- 
heben; worauf bessere Zeiten, das kommende Weltende, und die künf- 
tige Herrschaft eines heiligen Volkes mit seinen Vorfahren geweissagt werden. 
Betrachtet man die Weissagung von v. 12 — 282. von Seiten der 
darin enthaltenen Sachen, so sieht man sich gleich zu Anfang in dieje- 
nigen Zeiten der Römischen Kaiserzeit versetzt, wo die Parther von 
Osten, die Germanen von Westen her beständige Angriffe auf das Reich 
unternahmen. "Willkür der Regenten 'und Ermordung derselben bald 
durch die Bürger, bald' durch das Heer; Bestechung der Truppen, Mis- 
handlung Roms, Unglück in den Provinzen, sind an der Tagesordnung. 
Zwar lassen sich in der Römischen Geschichte mehrere Zeitpunkte her- 
ausfinden, worauf diese Beziehungen passen. Durchgeht man aber die 
in die Ereignisse eingereihten Namen und weiteren Bezeichnungen der 
Regenten, von welchen im Ganzen bis zu v. 223. sechs und zwanzig auf- 
geführt und grösstentheiis durch die Anfangsbuchstaben kenntlich ge- 
macht sind, worauf noch weitere Kronprätendenten bis zum letzten Ge- 
schlechte der Lateinischen Herrscher angegeben werden; so finden sich 
in der Römischen Geschichte weder solche Personen heraus, die zu den 
mitgetheilten Ereignissen passen, noch auch stimmen von den gleich- 
zeiligen Herrschern, wie solche v. 21., v. 58., v. 105. erwähnt sind, 
weder die Anfangsbuchstaben, nocTi die weitere Bezeichnung. Der dritte 
Hegent z. B. (v. 28.), welcher mit dem Buchstaben beginnt, soll 
Rom zerstören und sodann von den Römern getödtet werden. Drei 
gleichzeitige Regenten führen nach v. 58. die Anfangsbuchstaben A, L, 
T, und zeichnen sich dadurch aus, dass sie die Tempel plündern und 
damit ihre Truppen bezahlen. In gleicher Weise unerklärlich sind auch 
die weiter folgenden Bezeichnungen der Herrscher, zusammeogehaltea 



LXX EINLEITUNG. 

mit den angelehnten Schilderungen Einer- und den Vorgängern und 
Nachfolgern in der Herrschaft Anderseits. Da Rom weder als Republik 
gedacht ist, noch auch die Zeiten angedeutet sind, welche die Ereignisse, 
wo Rom die Hauptstadt des Römischen Reiches nicht mehr war, ent- 
halten; so können unter diesen Regenten nur Römische Kaiser von 
^ugustus bis zum letzten Geschlechte der Lateinischen Herrscher, von 
welchem v. 279. die Rede ist, verstanden werden, und man hat keine 
Freiheit, zur Aufsuchung dieser Regenten über diesen Zeitraum hinauszu- 
gehen. Auch eine Anzahl mitgetheilter Fakta erreget Bedenken gegen 
die geschichtliche Wahrheit derselben. Nach v. 80 — 84. sollen unter 
dem zwölften, oder, mit Abzug der gleichzeitigen Regenten, unter dem 
neunten Herrscher die Perser nach Phönizien kommen, und dann Ver- 
heerung und Blutvergiessen in Sidon , Tripolis und Berytus entstehen. 
Das letztgenannte Berytus wurde 140 v. Chr. durch Tryphon zerstört. 
Später widerfuhr ihm kein solches üebel wie das prophezeite. Unter 
Theodosius wurde die Stadt zur Metropolis erhoben. — Auf Tripolis in 
Phönizien, an welches hier zu denken, ebenso auf Sidon, welches unter 
Artaxerxes Ochus zerstört und von Alexander d. Gr. eingenommen 
wurde, ist -ebenfalls die Prophezeiung nicht anwendbar. Ebensowenig 
passt die folgende Weissagung auf Laodicea und Tjtus. Die v. 271. 
u. f. erwähnte Sammlung von Orakeln über Inseln und die, darauf fol- 
gende Verproviantirung Roms auf zwölf Monate durch einen König, ist 
nach V. 277. noch lange vor der Herrschaft des letzten Lateinischen 
Herrschergeschlechts, und gleichfalls geschichtlich nicht unterzubringen. 

Hieraus ziehen wir den Schluss , dass der Verfasser dieses Buchs 
Einestheils die Römische Kaiserzeit, welche bis in das dritte Jahrhundert 
hinein vor ihm liegt, sodann Aegyptische Verhältnisse in Weissagungen 
darzustellen bestrebt ist; dass er aber, sei es absichtlich oder ab- 
sichtslos, aus Unkenntniss oder wegen der Beschaffenheit seiner Quellen, 
die geschichtliche Wahrheit mit der Dichtung aufs Engste verbunden 
hat, so dass beide nicht von einander zu scheiden sind. In den Weis- 
sagungen über Aegypten weiss ich nur die Stelle v. 348. mit Sicher- 
heit zu deuten: der Thurm auf der Insel ist nämlich der Pharus, wel- 
chen Ptolemäus Soter erbaute. 

Der Verfasser macht sich v. 301., wo er zur Versöhnung Gottes 
durch Ppferblut auffordert, und v. 359 — 360., wo er am Ende der Zei- 
ten die Wiederherstellung des Jüdischen Reiches erwartet, als einen Ju- 
den hinreichend erkennbar. Wahrscheinlich lebte er in Aegypten, des- 
sen Eigenthümlichkeiten er genau kennt und von welchem er mit grosser 
Theilnahme spricht (vgl. v. 283—298., v. 319—345.). 

Obgleich mehrere Anklänge und Stellen aus den frühern Büchern in 



EINLEITUNG. LXXI 

diesem Bu(;he vorkommen , so ist doch nur der v. 17. vollständig der- 
selbe, welcher im achten. Buche v. 158. steht, und es wenigstens wahr- 
scheinlich macht, dass der Verfasser dieses Buches das achte Buch 
kannte. Zur Bestimmung der Abfassungszeit des Buches lässt sich 
ausser diesem und dem früher Bemerkten, wornach das dritte christliche 
Jahrhundert anzunehmen ist, nichts Sicheres ermitteln. 

§. 32. 

Fassen wir die Resultate unserer bisherigen Erörterungen zusam- 
men, so ergiebt sich in Betreff der Äbfassungszeit und der Verfasser der 
einzelnen Bücher Folgendes: 

Das dritte Buch der in unserer Sammlung vorhandenen Orakel ist 
nach Abzug einiger kleineren spätem Bestandtheile und unter Hinzufü- 
gung des ursjjrün glichen Proömiums bei Theophilus das älteste in der 
Sammlung. Dasselbe ist um 170 — 160 v. Chr. von einem in Aegypten 
lebenden Juden verfasst, und enthält die -alte Hebräische oder Erythräische 
Sibylle. Ein Aegyptischer Jude hat darin eine Anzahl heidnischer Orakel 
und üeberlieferungen gesammelt , theilweise überarbeitet und mit den ihm 
eigenthümlichen Weissagungen, deren Quelle das A. T. ist, verschmolzen. 
Die nicht wesentliche Umänderung, welche dieses Buch am Ende des 
zweiten oder zu Anfang des dritten Jahrhunderts erfahren, rührt von 
einem Christen her, wahrscheinUch demselben , welcher auch das erste und 
zweite Buch verfasste und dem das achte Buch seine gegenwärtige Ge- 
stalt verdankt. In diesen sämmtliehen Büchern sind Stücke aus altern 
Jüdischen Sibyllen aufgenommen. Der von einem Juden herrührende 
Bestandtheil des achten Buchs ist aus der Zeit Marc Aureis. Von den 
übrigen Büchern haben das vierte, fünfte, neunte und zwölfte ebenfalls 
Juden zu Verfassern. Das siebente Buch stammt von einem judaisiren- 
den Christen. Die andern Bücher sind von Christen verfasst. Die Ab- 
fassungszeit des vierten Buchs fällt um das Jahr 80 n. Chr., die des 
fünften in das Jahr 117 n. Chr., wo es ein in Aegypten lebender Jude 
schrieb. Von einem vor Lactanz lebenden christhchen Verfasser, der 
näher-uicht zu bestimmen ist, rührt der christHche Hymnus her, wel- 
cher das sechste Buch bildet. Das siebente Buch ist in die zweite 
Hälfte des zweiten Jahrhunderts zu setzen. i 

Der Verfasser des neunten Buchs schrieb unter Trajan circa 115 — 
118 n. Chr. und lebte in Aegypten; der des zwölften lebte gleichfalls in 
Aegypten, wahrscheinlich im dritten christlichen Jahrhundert. Das zehnte 
und eilfte von Christen verfasste Buch stammen aus dem dritten Jahr- 
hundert, und zwar ist das erstere um die Mitte des dritten Jahrhun- 
derts, das zweite in der zweiten Hälfte desselben Jahrhunderts Terfasst. 



hxxn EINLEITUNG. 

IL VON DEN HANDSCHRIFTEN DER SIBYLLEN. 



§. 33. 

Gemäss dem in der zweiten Abtheilüng dieses Werkes (pg. IX — 
XII.) Mitgetheilten besitzen wir. gegenwärtig zehn Sibyllen - Handschriften, 
, A B F H L M Pr Q R V , ausserdem aus den verloren gegangenen Hand- 
schriften G p r s einige in den .Ausgaben von Opsopöus und Galläus 
niedergelegte Varianten. Von jenen erstem Handschriften unterscheiden 
sich A B Pr von F L R und beide wiederum von H M Q V nicht allein 
in jeder Gruppe eigenthüraÜchen I<esarten, Zusätzen und Auslassungen, 
sondern selbst auch in formalen EigenthümUchkeiten , so dass sich drei 
Handschriften -Familien nach der obigen Gruppirung zu erkennen geben. 

Die erste dieser Famihen enthält die acht ersten Sibyllinischen Bü- 
cher iii der Reihenfolge, wie sie seit Betuleius, welcher den Cod. Pr 
abdrucken liess, die frühem Ausgaben aufweisen und welche auch von 
uns beibehalten worden ist. Vor dem ersten Buche steht ein kurzes 
Proomium, dasselbe, welches in den Noten pg. XVII, und XVUI. ver- 
zeichnet ist. Die Phocylideischen Verse im zweiten Buche fehlen. Im 
dritten Buche ist nach v. 62. ein neuer grösserer Absatz. In der Hand- 
schiift B fehlt das Stück vom ersten Buche v. 381. bis zum v. 105. 
des dritten. 

In der zweiten Klasse, d. h. in F L R steht das achte Buch zuerst, 
worauf das zweite und dritte in Eins verbunden folgen. Sodann kom- 
men die übrigen Bücher in der obigen Ordnung. Sämmtliche Hand- 
schriften enthalten die Phocyhdeischen Verse. F und L sind vollstän- 
dige Exemplare, der cod. R dagegen enthält nur das achte Buch, die vier 
darauf folgenden und die 105 ersten Verse des fünften Buches imd zwar 
so, dass die Arbeit von dem Schreiber selbst abgebrochen erscheint. 

Die dritte Familie endlich beginnt mit dem sechsten Buche als 
neuntem. Damit verbindet sie das achte Buch von v. 217 — 428. zu 
einem Ganzen. Das vierte Buch folgt sodann als zehntes, woran sich 
die Bücher XI — XIV. anreihen. Die drei Handschriften H Q V enthalten 
diese Stücke sämmtlich; in dem cod. M dagegen fehlen die Bücher XI 
— XIII. ; wenigstens hat Angelo Mai in seiner Veröffentlichung dieses 
Manuscripts nichts weiter mitgetheilt. 

Die Lesearien in deii Handschriften der einzelnen FamiUen stimmen 
grossentlieils überein. Der Codex F enthält jedoch in einigen Büchern 
Verse, welche in den verwandten Handschriften LR nicht stehen, und 
ist übei-haupi der vollständigste in der zweiten Handschriften -Familie. 
In der ersten Klasse weicht cod. B mitunter von A und Pr wesentlich 
ab. Die Handschriften der dritten Familie stimmen grösstentheiis zu- 



EINLEITUNG. iXXlII 

sammen. Die drei Familien aber zeigen mit einander verglichen in den 
Varianten bedeutende Verschiedenheit. Die grösste herrscht in den 
Handschriften H M Q V gegenüber den beiden andern Klassen. 

Vergleicht man die Lesearten der einzelnen Familien mit den Si- 
byllinischen Fragmenten, welche sich bei Herodot, Strabo und andern 
Classikern, »ferner in grösserer Anzahl bei Clemens AJexandrinus , Euse- 
bius , Lactantius, Justin (Cohort.), Augustinus u. A. finden; so gelangt 
man zu dem Resultate, dass die Handschriften H M Q V in der Regel 
am meisten mit jenen Fragmenten übereinstimmen , dass diese also die 
ältesten Lesearten haben. Einige Beispiele werden dies klar machen: 

Im vierten Buche stehen die Verse 24 — 30. bei Clemens Alexandri- 
nus, die Verse 27 — 30. auch in der Justin zugeschriebenen Cohortatio. 
Die 'dritte Handschriften - Familie enthält wesentlich dieselben Varianten 
entgegen den abweichenden in den beiden andern Familien. Im v. 30. 
stimmt sie mehr mit Clemens gegen die jüngere Cohortatio. Desglei- 
chen stimmt sie v. 40 — 46. mit Lactantius und lässt auch gleich wie 
Lactantius den v. 44. aus. Ferner stimmt sie v. 97. und 98. mit Strabo 
und Tzetzes. Die Verse 177. und 178. fehlen in den Handschriften der 
beiden andern Familien ; sie stehen aber in den Apostolischen Consti- 
tutionen lib. V, c. 7. und in der dritten Handschriften -Familie. — Der 
V. 113., welcher in beiden Familien fehlt, ist dem Contexte nach noth- 
wendig und in H M Q V erhalten. Nur Einmal im vierten Buche v. 4 
— 7. stimmt diese Handschriftenfamilie weniger mit dem Citate des Cle- 
mens Alexandrinus als die beiden andern. 

Im sechsten Buche scheinen diese Handschrilten einige absichtliche 
Aenderungen erfahren zu haben; namentlich in den Versen 13. und 23., 
weshalb in diesen wenigen Vei'sen das im vierten Buche herrschende 
Verhältniss etwas schwankend ist, so dass einigemale die beiden andern 
Familien mehr mit den Citaten des Lactantius übereinstimmen. Im v. 22. 
stimmt die dritte Familie wieder mit Lactantius und Augustinus. Da- 
gegen herrscht das frühere Verhältniss wieder durchgängig im achten 
Buche vor. Im Akrostich haben H ^I Q V gewöhnhch die Lesearten des 
Eusebius, während die andern Familien abweichen. V. 257. ist in die- 
sen FamiUen defekt, in H M Q V und bei Lactanz steht er vollständig. 
In den Versen 361. und 373., welche bei Herodot stehen, stimmen 
H M Q V am meisten mit Herodot, ebenso v. 377. mit Lactantius. In 
V. 402. weicht die Leseart von Lactanz ab und könnte eine absichtliche 
dogmatische Aenderung.sein, wenn nicht die Natur der Leseart avd-Qtö- 
Ttoig /^ir] für avd-Qcorcog ef.irj auf einen Schreibfehler hindeutete. So- 
dann hat Lactantius die Verse 414. und 4J5. mit den Handschriften der 
beiden andern FamiUen gemein , während beide Verse in H M Q V feh- 



Lxxiv EINLEITUNG. 

len. Diese Ausnahmen können aber das beobachtete durchgreifend herr- 
schende Verhältniss nicht ändern. Endlich gehen die codd. H M Q V 
nur bis v. 428., so dass sie vom achten Buche nur die §; 26. verzeich- 
neten Stücke Nr. 3^7. , das letztere ohne den Schlussvers , enthalten, 
während die Stücke Nr. 8. und 9., die von dem christlichen Verfasser 
herrühren, fehlen. ^ 

Zum Schlus.se dieser Charakteristik der drei Handschriften-Familien 
bemerken wir noch, dass als Repräsentanten derselben die Handschriften 
AF V anzusehen sind, indem sie das jeder Familie Eigenthümliche am 
Vollständigsten aufzuweisen haben. 

Ausser diesen hier aufgeführten und den verloren gegangenen Hand- 
schriften giebt es noch Sibyllen - Manuscripte , welche entweder in grie- 
chischer Sprache das bei Eusebius vorkommende Akrostich, oder in la- 
teinischer Sprache das kürzere, des heil. Augustinus, bald mit, bald ohne 
Zusätze, enthalten. Ferner existiren Handschriften, die bloss über die 
Sibyllen handeln. Da diese sämmtlich auf die Kritik unseres Textes kei- 
nen Einfluss haben, so sind sie von uns unberücksichtigt geblieben. Als 
die ältesten dieser Handschriften erwähne ich 1) das in der Gymnasial- 
Bibliothek zu Trier befindliche lateinische Exemplar vom Jahr 692 n. Chr. 
2) Das schon von Opsopoeus S. 515—524. mitgetheilte , von Einigen 
dem Beda VenerabiHs zugeschriebene, welches sich auch mit nicht un- 
bedeutenden Varianten auf der Breslauer Königlichen Universitätsbiblio- 
thek I. Q. 278 fol. befindet. 3) Eine Pariser lat. Handschrift aus dem neunten 
Jahrhundert von Haenel *) mitgetheilt. 4) Eine griechische im Codex 
Vatic. Nr. 1120. enthaltene. Mehrere dergleichen befinden sich in Paris, 
Oxford, München, Strassburg, Wien, Prag, im Kloster Lambach und an an- 
dern Orten. Auf viele derselben haben Montfaucon, Haenel und Pertz ^) 
aufmerksam gemacht. Wie schon bemerkt, auf die Kritik unseres Tex- 
tes sind sie nicht von Einfluss ; sie sind aber ebenso wie die bei Cra- 
mer und Opsop. pg. 420. u. f. mitgetheilten Fragmente aus den Byzantinern 
üeberreste einer alten Zeit, und dienen zum Nachweise, dass die Sibyllen- 
bildung sich tief ins Mittelalter hinein fortsetzte, wo selbst auf die bilden- 
denden Künste jener Zeit, nach einigen vorhandenen Denkmälern zu 
schliessen, ihre Traditionen von Einfluss gewesen sind ^). 



1) Catal. libr. Mscr. Lips. 1830. 4. pg. 320. 

2) Montfaucon Diar. Ital. Paris 1702. 4. Haenel a. a. 0. pg. 466. Perlz Archiv für 
ältere deutsche Geschichlskande 9ter ßd. S. 474, 610. -614. A. Mai Script. Vet. Nova 
Collect. T. II. p. 53. 185. 

3) Vgl. Kinkel Gesch. der bild. Künste (Bonn 1845.) S. 192. Lessing Bd. IX. S.250. 
(Ausg. V. Lachraann). 



INHALTSANGABE. 



ERSTES FRAGMENT. 

Eine Frage der Sibylle an die sterblichen, schwachen Menschen, warum sie den höchsten 
Golt nicht fürchten und verehren.^ Schilderung Gottes nach seiner Wesenheil, seinen 
Eigenschaften und Beziehungen zur Welt und zum Menschen v. 1 — 18. Drohung we- 
gen des Abfalls von Golt, wegen Abgötterei und Gölzenopfer v. 19—22. üeber die 
Verirrung dieser Menschen. Aufforderung , die Irrwege zu verlassen und Gott zu die- 
nen. Schilderung Gottes als Regierers der Welt v. 23 — 38. 

ZWEITES FRAGMENT. 

Da alles Gewordene untergebt, so kann Gott nicht aus Mann und Weib geboren sein 
v. 1—2. Gott der Eine und Höchste, der Schöpfer der ganzen Welt und aller ge- 
schaffenen Dinge v. 3 — 11. Weiche Stellung die Menschen zu den übrigen Geschöpfen 
haben nach Gottes Wissen und Fügung v. 12—20. Ermahnung, den Götzendienst zu 
fliehen. Die Thorheit des Götzendienstes an verschiedenen Formen derselben nach- 
gewiesen. Aufforderung dem einzigen wahren Gölte zu dienen v. 21 — 38. Die Ver- 
slücktheit der götzendienerischen Menschen. Androhung der ewigen Strafe für die- 
selben lad Verbeissung des Paradieses für die treuen Gottesverehrer v. 39 — 49. 



ERSTES BUCH. 

Woräber die Sibylle prophezeien will v. 1—4. Zuerst erzählt sie die Erschaffung der 
Welt durch das Wort Gottes v. 5 — 21. Die Schöpfung des Menschen nach Gottes 
Ebenbild und sein Wohnort im Paradiese v. 22 — 25. Erschaffung der Eva. Der Ur- 
zustand des ersten Menschenpaares v. 26 - 37. Der verbotene Baum. Die erste Sünde 
und ihre Folgen. Veitreibung der Slammeliern ans dem Paradiese v. 38 — 55. Befehl 
Gottes beim Austritt der ersten Menschen aus dem Paradiese. Die Bestrafung der 
Schlange. Feindschaft zwischen ihr und den Menschen v 59—64. 

Die ersten Zustände des Menschengeschlechts auf der Erde und ihre starke Vermeh- 
rang. Sie erbauen Häuser und Städte. Ihre lange Lebensdauer und sanfter Tod. 
Ihr gutes Verhältniss zu Gott v. 65 — 73. Verschlimmerung der Menschen. Ihre Ver- 
nichtung durch Gott und Aufnahme in den Hades. Die Bedeutung des Wortes. Die 
Achtung des ersten Geschlechts bei der Nachwelt v. 74 — 86. 

Das zweite Menschengeschlecht. Erfindung der Künste und Wissenschaften. 
Untergang dieses Geschlechts v. 87 — 103. 

Das dritte Geschlecht. Ihr verderbter Sinn, Gewaltthäligkeit und Untergang 
v. 104-108. 

Schilderung der Menschen des vierten Geschlechts, welche der Zorn Gottes in den 
Tartarus stürtzt v. 109—119. 



LXXVL INHALTSANGABE. 

Das noch schlimmere fünfte Geschlecht, die" Giganten. Der gerechte Noah wird 
von Gott aufgefordert Busse zu predigen und eine Arche zu bauen. Gott offenbart 
sich Noah v. 120 — 147. Die Predigt Noahs und dessen Ankündigung der Fiuth 
V. 148 — 170. Die Verstocktheit der damaligen Menschen. Noahs Slrafrede und neue 
Androhung einer Fluth. Weissagung über Phrygien v. 171 — 198. 

Befehl Gottes an Noah in die Arche zu gehen. Die Sündfluth beginnt und vernichtet 
Alles bis, auf die Menschen und Thiere, welche mit Noah in der Arche wa2'eD v. 199 — 
229. Noah öffnet die Arche. Entsendung der Taube uud des Raben. Die Arche lan- 
det auf dem Ararat in Phrygien v. 230— 267. 

Befehl GoUes .an Noah aus der Arche zu gehen .und die Erde neu zu bevölkern. Der 
Austritt aus der Arche. Die Dauer der Sündfluth v. 268— 282. 

Das goldene Zeitalter im sechsten GcscLlechte. Freude der Sibylle über dasselbe. 
Ihre Schicksale iu demselben v. 283— 290. 

Weissagung der Sibylle. Die Regierung dreier Könige. Fruchtbarkeit der Erde. Der 
Menschen glücklicher Zustand v. 291 — 306. 

Weissagung von der Entstehung der Titanen. Ihr frevelhaftes Unternehmen gegen den 
Himmel. Die Erhebung des Meeres gegen sie wird von Sabaoth gedämpft werden und 
das Meer seine Grenzen erbalten v. 307 — 323. 

Weissagung von dem Sohne Gottes und seinem Erscheinen auf Erden. Die Benennung 
desselben, sein Wirken auf Erden. Die Geschenke^ w'elche ihm gebracht werden 
V. 324-335. 

Die Stimme in der Wüste. Schicksal derselben. An dem Steine aus Aegypten wird sich 
das Hebräer -Volk stossen, aber die Heidenvölker werden sich um ihn sammeln v. 336 
— 346. Christus als Lehrer und Richter. Seine Wunderwirkungen. Die Verstocktheit 
der Juden. Chi'isti Leiden durch dieselben. Die Kreuzigung. Verfinsterung der Sonne, 
Zeichen im Tempel Salomos. Predigt in der Unterwelt. Die Auferstehung, Erschei- 
nung, Belehrung und Himmelfahrt Christi. Der Bund des Evangeliums. Das nach ihm 
genannte neue Geschlecht aus den Heiden. Die Apostel. Aufhören der Propheten 
v. 347—386. 

Die Hebräer sollen von einem Römischen Könige bedrängt werden. Entstehung und 
Untergang von Königreichen und Bedrückung der Menschen. Zerstörung des Salomo- 
nischen Tempels, Zerstreuung und unglückliche Lage der Hebräer. Aufruhr von 
^tädten und allgemeine Bedrängniss v. 387 — 400. 



ZWEITES BUCH. 



Eingang. Die Prophelinn weissagt abermals auf Gottes Refolil v. 1 — 5. Nach Erdbeben, 
Hungersnolh, Bedrängniss und Gräuel aller Art, wodurch die Erde verödet, erscheint 
dixs zeiinte Menschengeschlecht. Aufhören des Gölzendiensle? und Bedrängniss des 
Römischen Volkes v. 6— 18. Weissagung von Brand, Krieg, Hunger und Pest, wodurch 
grosse Entvölkerung auf Erden entsteht v. 18 — 26. Golt wird die Frommen erretten 
und es werden fiiedliche und glückliche Zeiten-entstehen v. 27— 33. Weissagung einer 
Himmelserscheinung. Wettkampf für die Himmelsstadt und allgemeiner Kampf für die 
Unsterblichkeit. Christus als Kampfricliler und ßelohner der Bewährten, der Märtyrer, 
der Jungfräulichen , der wahren Gottesverehrer. Die Menschenseele eine Gnade 
Gottes V. 34-55. 

Sittenrcgeln über den Erwerb von Reichlhum, über Genügsamkeit und Ehrlichkeit. AVai- 
nungcn vor Betrug und Götzendienst. Lehi'en über die Verehrung Gottes, Achtung der 
Ellern. Ermahnung zur Gerechtigkeit und Ti-eue, zur Keuschheit, Liebe, znra Recht- 
handeln. Warnung vor Meineid, Bestechlichkeit, Diebstahl, Knabenschande, Schma- 
rotzerei, Mord, vor einigen besondern Arten von Ungerechtigkeit A'. 56— 74. 

Rlugheiisregeln. Ermahnung zur Nächstenliebe und zur Uebung der Barmherzigkeit. Die 
Prüfung des Lebens durch den Tod. Die Vergeltung im Gerichte v. 75 — 94. War- 
nung vor Unmässigkeit, Blutessen und GölzenopferDeisch. Sillliches Verhalten gegen 
Freunde und Feinde. Gegen ungerechten Erwerb. Achtung der Fremden und Tadel 
des Zeitalters in dieser Beziehung. Ermahnung zur Genügsamkeit. Sittliche Ansicht 
von Geld und Gut. Warnung vor Trug, Hinterlist und Arglist. Ermahnung 'zur Auf- 
richtigkeit v. 95 — 122. 



INHALTSANGABE. Lxxvil 

Ueber freiwilliges- und unfreiwilliges Unrecht. Gegen die Prahlerei. Gott der allein 
weise, staike und glückselige. Gegen das Trauern über Vergangenes. Ueber Gewalt- 
tbäligkeit, Zorn, Mässigung der .Mfekte. Scbädlicbkeil der Ueppigkeit, des Beichthums, 
des. Zornes. Unterschied zwischen dem Eifer der Guten und Bösen, zwischen der Tu- 
gendliebe und der sinnlichen Liebe. Ueber Guthmülhigkeit, Massigkeit, Neid, Untreue, 
Schmähung, Schlechtigkeit und Betrug. Ermahnung zur Verständigkeit, zur Enthaltung 
von Schändlichem. Das Böse soll man nicht nachahmen. Ueber die Erlaubniss zur 
Abwehr des Unrechts. Nutzen der Sanflmutb. Gegen die Leichtgläubigkeit v. 123— 148. 

Worin der Kampf und der von Gott bestimmte ewige Lohn bestehe. Das Thor des 
Lebens v. 149—153. 

Weissagnng schwerer Zeiten. Vorzeichen derselben. Weheruf der Prophetinn, weil die 
Menschen die Zeichen der letzten Zeiten nicht beachten. Das Nicht -Gebären der 
Frauen, das Erstehen von falschen Propheten. Beliars Ankunft und Wunderwerke. 
Die Noth der Auserwählten und der Hebräer v. 154 — 170. 

Die zwölf Stämme aus dem Orient. Ihre Herrschaft über die Heiden. Spätere Obmacht 
der letzlern. Die Schlafenden und die Wachsamen. Unverhoffte Ankunft des Herrn. 
Vorzeichen und Ende der Welt v. 171 — 213. Das letzte Gericht. Engel führen die 
Seelen herbei, nachdem sie belebt und mit einem unsterblichen Körper bekleidet sind. 
Die Auferstehung der beseelten Leiber an Einem Tage. Oeffnung des Hades durch 
Uriel. Gericht über die Titanen und Giganten, über die von der Sündflntb Wegge- 
rafften, und alle sonst zu Gi'unde Gegangenen. Sabaoth auf einem Throne. Christi 
Ankunft in einer Wolke." Er sitzt zur Rechten Gottes , um das Urlheil zu sprechen. 
Seine Umgebung. Verdammung aller Hebräer nach Jeremias. Errettung der Gerechten. 
Loos der Schlechten. Die sieben Bnsszeiten durch die Vermittelung der heiligen 
Jungfrau v. 214 — 313. Die Feuerprobe der Gerechten. Ihr künftiger Aufenthalt v. 314 
— 330. Fürbitte der Gerechten für die am Ort der Strafe Befindlichen. Aufnahme 
derselben ins Elysiura v. 331 — 339. 

Befürchtung der Sibylle für sich selbst in jener Zeit. Schilderung ihres frühern Lebens. 
Gebet v. 340—348. 



DRITTESBÜCH. 

ErslesStückv. 1 — V. 294. 

Die ermüdete Prophetinn fühlt sich durch Gott angetrieben aufs Neue zu weissagen 
V. 1 — 7. -Belehrung über Gott, den Schöpfer der Welt und der Menschen. Tadel we- 
gen Götzendienstes und Laster v. 8—45. Wann das grosse Gollesreich unter den 
Menschen erscheinen werde. Das Triumvirat und ßedrängniss der Menschen v. 46 — 54. 
Weheruf der Sibylle wegen der bevorstehenden schweren Zeilen. Was sie verkündigen 
will v. 55-62. 

Beliars Ankunft, Wirksamkeit und Erfolge. Sein und seiner Anhänger Ende v. 63 — 74. 
Die Herrschaft des Weibes. Das Ende der Welt und das Weltgericht v. 75 — 92. Ein 
Fragment v. 93—96. 

Von dem Thurmbau in Assur. Die Verwirrung der Sprachen. Babylon. Entstehung 
mehrerer Reiche. Bevölkerung der Erde v. 97 — 107. 

Das zehnte Geschlecht seit derFlulh. Herrschaft der Kinder der Gaea und des Uranus: 
Üronos, Tilan und Japetus. Alleinherrschaft des Kronos. Rhea und die Titanen. 
Krieg zwischen den Tilanen und Kroniden. Golles Geril;bt über dieselben v. 108 — 157. 

Entstehung eines Aegyplischen Reiches. Herrschaft der Perser, Meder, Aelhioper, Baby- 
lons, Macedoniens, Aegyptens und Roms v. 158 — 161. 

Die Sibylle erhält Befehl von den spätem Reichen zu weissagen v. 162 — 166. HerrschUt 
des Hauses Salomo über Phönizien, Asien, über Inseln und RIeinasialische Völker. 
V. 167— 170. Herrschaft der Hellenen v. 171 — 174. Die Römische Herrschaft v. 175 
— 182. Untergang des Reiches. Das siebente Reich in Aegypten. Erstarkung des 
Jüdischen Volkes. Dasselbe wird ein I>ehrer aller Menschen sein v. 182 — 195. 

Fernere Weissagung der Sibylle von den üebein, welche die Menschen befallen werden. 
Bestrafung der Tilanen. Unglück der Hellenen. Untergang der Phrygier, Trojas, der 
Perser," Assyrier, Aegypler, Libyer, Aelhiopier, Karier, Pamphyüer und aller Menschen, 
als erstes Uebel, welchem das zweite bald nachfolgt v. 196—212. 



txxvrir INHALTSANGABE. 

Uuglück der Juden. Ihre Abstammung. , Der Auszug aus Äegyplen. Die Gesetzgebung 
am Sinai v. 213 — 264. Gefangenschaft der Juden in Assyrien. Trauriger Zustand 
derselben ,* ihres Landes und Tempels. Angabe der Ursache. Weissagung über die 
Dauer der Verödung des Landes. Ermahnung df m Gesetze Golles zu vertrauen. Der 
Yon Gott gesandte König. Wiederaufbau des Tempels v. 265 — 294. 

Zweites Stück V. 295— 488. 

Die Sibylle erhält -aufs Neue Befehl zu weissagen. Gegen Babylon und Assur, gegen 
Äegyplen, Gog und Magog, gegen Libyen v. 295— 333. 

Der Stern im Westen. Das Zeichen am Mäotischen See. Untergang von Städten in 
Asien und Europa, üeber Äegyplen und die Alexandriner. Demülhignng Roms und 
Asiens Bereicherung. Ueber Samos, Dolos', Rom und Smyrna v. 334 — 366. 

Friede in Asien und glückliche Zeilen in Europa v. 367—380. Die Macedonische Herr- 
schaft. Bedrängniss von Asien und Europa. Der unächle Kronide. Unierjochung 
Babels v. 381 — 387. Ein kriegerischer Herrscher bezwingt Asien. Sein Sturtz durch 
die frühere Herrscherfamilie. Die Vernichtung der zehn Hörner. Weissagung einer 
neuen Herrschaft V. 388-400. 

üeber Pbrygien. Die Zeit seiner Heimsuchung. Dorylänm. Prophezeiung grösserer 
Uebel, Die Krie^snolh durch den Slararaherrn der Aeneaden. Sein Sturlz v. 401 — 413. 
, Ueber Uion. Sein Unglück durch Sparta. Ueber den Verfasser der Iliade und seine 
Schriften v. 414—432. 

Weissagung gegen Lycien, Cbalcedon, Kyzikus, Byzanz, Rhodus v. 433 — 448. Das Erd- 
beben in Lydien und Persiens Untergang. Theilnahrae Europas und Asiens. Vernich- 
tung von Samos durch Sidon und seine Verbündelen. Ueber Cypern, Trallis, Samos, 
Italien, Laodicea, Thrazien, Kampanien, Kyrnos, Sardo. Prophezeiung arger Verwüstung 
V. 449—482. 

Das Königsgeschlecht in Mysien. üeber Karthago, Galalien, Tenedos, Sicyon, Korinth 
V. 483—488. 

Drittes Stück v. 489— 825. 

Abermalige Auflordernng an die Prophelinn zu weissagen. Ueber Phönizien und die 
Städte am Meere: Die Ursachen des kommenden Unglücks. Ueber Crela, Thrazien, 
Gog, Magog, Marson, Aggon, Lyzien, Mysien, Plirygicn, Pamphylien, Lydien. Gegen 
die Mauren, Aelliioper, Kappadozier, Araber, v. 489 — 519. 

Die Verheerung von Hellas durch ein fremdes Volk. Griechenlands Unierjochung. Weis- 
sagung von Pest, Dürre und anderen üeLeln , wodurch zwei Drillheile der Menseben 
zu Grunde gehen v. 520 — 544. 

Tadel gegen Griechenland wegen seines Götzendienstes, üeber die Zeit der Entstehung 
des Göizenculliis in Hellas. Von der spätem Bekehrung der Hellenen zum wahren 
Gölte V. 545—572. . > 

Das Geschlecht der Gollesverehrer. Schilderung ihres glücklichen Zuslandes und Ver- 
gleichung ihrer mit andern von schwerem Unglück heimgesuclilen Völkern. Die Zeit 
der allgemeinen Bekehrung zu Golt. Der neue König Aegyplens. Die Maredonische 
Herrschaft. Der König aus Asien und der Slnrtz des Reiches Äegyplen v. 573 — 618. 

Eintritt glücklicher Zeilen v. 619-623. Aufforderung ,<in~ die Menschen zur Versöhnung 
Golles, zur üebung der Gerechtigkeit, zur Vermeidung des göttlichen Zornes in der 
Zeit der Bedrängniss. Schilderung dieser Zeit v. 624 — 651. 

Die Zeiten des von Golt gesandten Königs. Glücklicher Zustand des Volkes Gottes. Die 
Kämpfe der Könige gegen Jiidäa. Ihre Feindschaft gegen die Juden. Ihre Vernichtung 
durch Gott, ßelheuerung der Prophelinn, dass dies Alles in Erfüllung gehen werde. 
V. 652—701. ^ 

^ückliche Zeilen der Kinder Gottes. Die Veranlassung der Bekehrung der Völker zu 
Golt und ihrer Vereinigung mit dem Volke Golles zur Gollesverehrung. Ein Fragment 
V. 702—731. 

Aufforderung an Hellas sich zu demüthigpn, die Sprösslinge der zwölf Stämme zurnck- 
zusenden, und Goll zu dienen, damit anih die Helli'Ui'n Theil hnben an den kommen- 
den glücklichen- Z<M(en. Scliildenmg deiselhen v. 732 — 755. Das allgemeine Gesetz. 
Schicksal der Frevler. Aufforderung zur Gottesfurcht und Siltlichkeil v. 756 — 765. 

Die Errichlung des ewigen Reiches. Das Haus Gottes und der Sohn Gottes. Die Mes- 
sianiselie Zeil v. 767 — 794. 



INHALTSANGABE. M^IX 

Vorzeichen von\ dem Ende der Dinge. Das Ende des Kriegs. Nothwendige Opfer 

V. 795-807. 
Nachrichlen der Sibylle, über sich selbst. Die von den Menschen verkannte Prophelinn 

wird einstens zu Ehren kommen. Ueber ihre Prophelengabe. Ihre frühere Lebens- 

geschichle. Betheuerung ihrer Wahrhaftigkeit v. 808—828. 



VIERTES BUCH. 



Anrede an das Volk Asiens und Europas. Die Sibylle nicht Wahrsngerinn des Phöbus, 
sondern eine Prophetinn Gottes. Sie will vom ersten bis zum eilflen Geschlecht weis- 
sagen v. 1 — 23. 

Verheissung von Glück für die Menschen , welche Gott verehren und den Götzendienst 
fliehen, welche das Böse meiden und desshalb verspottet und verläumdet werden. Be- 
strafung der Frevler am Geiichtslage und Lohn der Frommen. Das zehnte Geschlecht 
als^ die Zeit der Erfüllung v. 24—47. 

Weissagung vom ersten Menscbengeschlechte. Die Assyrische Herrschaft und ihre 
Dauer. Aeusserung des göttlichen Zornes. Die -Herrschaft der Meder. Dauer der- 
selben. Schilderung unheilvoller Zeiten v. 48 — 69. Krieg zwischen Medern und Per- 
sern. Sieg und Weltherrschaft der Perser v. 61 — 66. 

Prophezeiung von Krieg und Aufruhr. Verderblicher Zug der Hellenen nach Phrygien 
und Asien. Zwanzigjährige Hungersnoth in Aegypten v. 67 — 75. Verunglückter Kriegs- 
zug eines Asiatischen Königs v. 76 — 79. Verheerung Siziliens durch eine Eruption 
des Aetna. Untergang Krotons. Verderbliche Kämpfe der Griechen untereinander 
v. 80-85. 

Das zehnte Geschlecht. Untergang der Persischen -und Beginn der Macedonischen Welt- 
herrschaft. Eroberung Thebens. Die Karier in Tyrus. Untergang der Tyrier. Weis- 
sagung über Sa'mos, Delos, Babylon, Baktra, Snsa, Sybaris,' Ryzikus, Rhodus v. 86 — 101. 

Ende der Macedonischen Herrschaft. Der Italische, Krieg. Italische Herrschaft. Gegen 
Karthago, Laodicea, Korinth, Myra, Patara, Armenien. Plünderung des Jernsalemi- 
schen Tempels durch die Römer v. 102-116. 

Flucht eines muttermörderischen Römischen Königs über den Enphral. Blutvergiessen im 
Gebiete der Stadt Rom. Verbrennung des Jerusalemischen' Tempels durch einen Rö- 
mischen Feldherrn und Verheerung .ludäas. Untergang von Salamis und Paphos, üeber- 
schwemmung von Cypern. Aeusserung des göttlichen Zornes gegen Italien wegen der 
.Vernichtung des frommen Geschlechls. Krieg im Occident. Rückkehr des Flüchtlings 
vom Euphrat V. 117— 139. 

Weissagung über Antiochien und Cypern, über Asien, Rom, Karien. Die Zeit der An- 
kunft des göttlichen Zornes v. 140—160. Aufforderung zur Busse und Versöhnung. 
Drohung gegen die hartnäckigen Frevler. Welt -Untergang und Neu- Gestaltung der 
Menschen. 'Das Gericht. Loos der Bösen. ' Glückseligkeit der Frommen v. 161 — 190. 



FUENFTES BUCH. 

Vorsatz der Sibylle über die Zeit der Lateiner zu weissagen. Nähere Bestimmung. Die 
Assarakiden v. 1 — 9. Der Zivillingsspross. Bezeichnung berühmter Herischer mit An- 
fangsbuchstaben und Schilderung ihrer Herrschaft v. iO — 51. Die Sibylle eine Schwester 
der Isis. Unglück, welches dem Isistempel bevorsteht. Ueberschuemmung durch den 
Nil. Ueber Memphis. Ursache seines Unglücks. Epilog der Prophelinn v. 52 — 74. 

Bedrängniss der götzendienerischen Völker. Die Thorheit der Abgötlerei v. 75— 85. .Ueber 
Thi>mis und Xuis, den Tempel- des Herakles, des Zeus und Hermes. Ueber Älexan- 
dria v. 86—99. 

Persisch - Aegyptischer Krieg. Der König aus dem Abendlande und seine Unternehmung 
gegen die Stadt der Seligen. Der Eroberer. Ueber das Ende der Menschen v. 100 — HO. 

Weissagung gegen Persien. Ueberschweraraung des Euphrat. Verheerung Iberiens, Ba- 
byloniens, Massageliens, Asiens. Ueber Pergamus, Fitane, Lesbos, Smyrna, Bilhynien, 
Syrien und Phönizien. Verwüstung von Lycien und Phrygien. Gegen die Taurier, La- 
pithen und Thessalier v. 111— 136. 



LXXX INHALTSANGABE. 

Uebcr Hellas. Der verderbliche Rriegszug eines Römischen Herrschers in dieses Land. 
Schilderung dieses Herrschers. Seine Flucht nach Babylon und Ankunft in Medien 
und Persien. Gränellhalen dieses Fürslen v. 137 — 154. Das -Vorzeichen von Unglück 
und Verwüstung, üeber Rom. Untergang der Stadt v. 155 — 178. 

Die Drangsale Aegyptens. Ueber Memphis, Python, Syene, Tenlyris, Pentapolis, Libyen, 
Cyrene. Ursache des Unglücks, welches die Brittanner und Gallier betreffen wird. 
Frevel der Gallier auf einem Zuge nuch Sidonien. Gegen fiavenna v. 179 — £05. 

Weissagung über Indien und Aelhiopien und über den Zeitpunkt ihrer Verwüstung. Ko- 
rinth nnd die Zeit seines Unglücks. Die Rückkehr des flüchtigen Herrschers. Anrede 
an den Frevler nnd Weissagung über ihn. v. 206 — 246. 

Beginn besserer Zeiten für die Juden. Die Erscheinung des Mannes vom" Himmel. 
Glückliche Zustände von Judäa und Jerusalem. Noth der Frevler v. 247— 285. 

üeber Asien, die Jonier, Karier, Lyder; über Sardes, Trallis, Laodicea, Assis. Unter- 
gang des Dianatempejs in Epbesus und der Stadt. Der göttliche Zorn und das 
Verderben der Frevler v. 286— 305. 

Prophezeiung über Smyrna, Cumae, Lesbos, Korcyra, Hierapolis, Tripolis, Milet. Bitte 
der Prophetinn für Judäa v. 306—332. 

Ueber Thrazien, die zweimeerige Stadt und den Hellespont. Verwüstung Macedoniens 
durch einen Aegyptischen" Herrscher. Bündniss der Lyder, Galater, Pamphylier, Pisi- 
dier. Verwaisung Italiens. Zeichen am Himmel. Erscheinung des zürnenden Gottes. 
Belehrung zur Abwendung des göttlichen Zornes v. 333 — 360. 

Ein am Ende der Zeit ausbrechender Krieg. Die Rückkehr des mutterfflörderischen 
Flüchtlings und die Verwüstung durch ihn. Occidentalischer Krieg. Die Entscheidung 
in- Macedonien. Das Bündniss und die Vernichtung des Occidentalischen Königs. 
Neue Kriege. Beginn friedlicher Zeilen v. 361— 385. 

Ermahnung der Sibylle an die üebelthäter. Schilderung derselben. Gegen Rom. Aber- 
maliger Ruin des Jerusalemiseben Tempels. Lob des Opferkultus. Die Zerstörung 
des Tempels durch einen unreinen König. Dessen Untergang v. 386 — 413. 

Ankunft des himmlischen Königs. Das neue Jerusalem v. 414 — 433. Weissagung gegen 
Babylon. Ueber die Chaldäer und ihr Verhältniss zu Rom v. 434— 446. 

Zustände am Ende der Zeit, üeber Italien, Asien, Greta, Cypcrn, Paphos, Salamis, Ty- 
rus nnd Phönizien v. 447 — 457. 

Das fünfte Geschlecht. üeber Aegypten , Macedonien, Asien , Lycien. Ein Kriegszug 
von Barbaren nach Asien. Untergang Thraziens. Schilderung unglücklicher Zeiten 
V. 458 — 475. Wehklagen eines Volkes im Occident. Verfinsterung der Sonne und ihr 
Leuchten über die Frommen v. 476—483. 

Ueber Isis und Serapis. Die Aufforderung eines Priesters zur Abschaffung des Götzen- 
dienstes, zum Aufbau eines Tempels und zur Bekehrung. Ein Tempel in Aegypten. 
Die Opfer des anserwählten Volkes, und sein glücklicher Zustand v. 484— 503. ■ Zei-'^ 
Störung des Aegyptischen Tempels. Zorn Gottes gegen die Frevler. Kampf der Ce- 
stirne und Brand der Erde v. 504 — 531. 



SECHSTES BUCH. 

Von dem Sohne des Unsterblichen. Sein Erscheinen auf der Erde. Die Taufe. Sein 

Lehren und Wunderwirken v. t — 15. 
Der Sprössling aus Davids Haus als Wellherrscher. Sein plölzliches Erscjieinen v. 16 — 20. 
Weissagung über Judäa. ' Ursache seiner Ürangsalej Lobpreisung des Kreuzes v. 21— 28. 



SIEBENTESBÜCH. 

Weissagung über Rhodos, Delos, Cypern, Sizilien v. 1 — 6. Fragmente, die SündDuth be- 
treffend V. 7— 11. Ueber Phrygien , Aelhiopien, Aegypten. Diß , Vertreibung des Apis.- 
Ueber Laodicea v. 12—23. 

Der Messias und sein Strafgericht. Die Gewalt des Nachkommens Davids. Die Zeit der 
Erfüllung v. 24 — 40. Sillenverderbniss unler einer Persischen Herrschaft. Entstehung 
eines blutigen Krieges. Flucht des Italischen FeJdherrn v. 40—50. 



INHALTSANGABE. LXXXI 

Ueber Ilion , Kolophon, Thessalien, Tyrns. Die Ursache des Cölesyrien treffenden Un- 
glücks. Die Erscheinung Gottes in der Menschheit. Sein Wohnsitz im Himmel v. 51 — 75. 

Opfervorschriften. Ueber die Ausübung der Gastfreundschaft v. 76—95. 

Weissagung gegen Sardo, Mygdonien , Celtiherien , Rom, Syrien, Theben t. 96 — 117. 
Weheruf gegen das Meer. Vernichtung der Erde durch Feuer. Ewige Bestrafung der 
Menschen. Ueber falsche Propheten, welche fälschlich Hebräer sich nennen v. 118— 138. 

Entstehung einer neuen Welt. Das glückliche Zeitalter v. 139 — 150. Die Hoffnung der 
Sibylle. Ueber ihr früheres Leben. Weissagung ihres Untergangs v. 151- 162. 



ACHTES BUCH. 



.Absicht der Prophelinn, den am Ende der Zeit kommenden göttlichen Zorn zu verkündi- 
gen. Angabe ihrer frühern Weissagungen seit der Sprachenverwirrung. Worüber sie 
jetzt prophezeien will v. 1 — 9. 

Roms Gewallherrschaft. Langmuth Gottes. Untergang der Welt v. 10— 16. Die Ursachen 
des Unglücks. Ueher die Geldgier nnter den Menschen und ihre verderblichen Wir- 
kungen V. 17 — 36. Untergang und Verödung Roms v. 37 — 49. 

Der sechszehnle Herrseher des Italischen Reiches. Tod desselben. Bezeichnung dreier 
Herrscher nach ihm. Der unglückliche Alleinherrscher. Rückkehr des muttermörderi- 
schen Flüchtlings. Unglückliche Lage Roms v. 50 — 80. 

Das Ende der Zeit, Nähere Bestimmung ihres Eintritts. Der Zorn Gottes soll zuerst 
die Römer treffen. Untergang Roms v. 81 — 106. 

Ein Fragment: Zustand im Reiche der Todlen v. 107— 122. Schilderung des Untergangs 
und der Demüthigung Roms v. 123—130. 

Das sechste Geschlecht der Lateinischen Herrscher. Der die Welt beherrschende Nach- 
komme dieses Geschlechts. Die Erscheinung eines kriegerischen Fürsten. Beraubung 
der Hebräer und anderer Völker. Vernichtung der Römer durch einen Rriegszug des 
Fürsten aus Asien. Eroberung Roms v. 131— 150. Weheruf der Prophetinn, Zeitbe- 
stimmung von Roms Untergang. Das Ende des Gewaltherrschers v. 151-159. 

Weissagung üher Rhodus, Theben, Aegypten, Rom, Delos, Samos, Persien v. 160 — 168. 
Die Messianische Herrschaft v. 169 — 170. Ein Fragment über den Untergang Roms 
V. 171— 177. 

Weissagung über Unfruchtbarkeit der Erde. Die Verderbtbeit der Menschen nnd ihr 
Untergang. Vorzeichen am Himmel v. 178—193. Die Sibylle wünscht zur Zeit des 
Messianischen Reiches und der Bestrafung der Gottlosen zu leben v. 194 — 199. 

Herrschaft eines Weibes nach dem zehnten Geschlecht. Vorzeichen am Himmel und auf 
der Erde v. 199—205. 

Drei Fragmente: Die Wunderwirkungen des Messias v.205— 207. Schilderung der Mes- 

- sianischen Zeit v. 208— 212. Ueber das Gericht Gottes und die Zeit, wo die Prophe- 
zeiung in Erfüllung gehen soll v. 213 — 216. 

Das Akrostich über Christus v. 217-255. DerRichttag. Die Erscheinung Gottes. 
Untergang der Welt. Anferstehung der Todten. Bestrafung der Bösen. Veränderun- 
gen am Himmel und auf der Erde. Der Trompetenschall am Gerichtstage. Besiegelung 
der Gläubigen. Der Messias nnd seine Herrschaft. Die Weissagungen üher den Mes- 
sias durch Moses und andere Propheten. Wirksamkeit des Glaubens an Christus 
V. 217— 255." 

Christi Erscheinung in der Welt. Umgestaltung der Menschen. Ueber die erste Schöpfung 
des Menschen v. 256 — 260. Fragment über die Verführung der Stammellern und ihre 
Folgen V 261—263. Die erste Schöpfung und der Gerichtstag v. 264—269. 

Menschwerdung des Messias. Ueber die von ihm gewirkten Wunder. Die von ihm zu 
Berufenden v. 270—281. Allwissenheit und Macht des göttlichen Messias v. 282 - 286. 
Schicksale Christi. Die ihm widerfahrenen Unbilden und seine bewiesene Geduld. 
Auflösung des Gesetzes. Die Kreuzigung. Das Zerreissen des Tempelvorhangs. Die 
Kreuzigung und ihre Bedeutung. Der Gang Christi nach dem Hades. Tod und Aufer- 
stehung Christi und ihre Bedeutung. Die Erscheinung des Auferstandenen. Erklärung 
der vier Wundmale v. 287—323. 

Ein Fragment betreffend den feierlichen Einzug Jesu in Jerusalem und die Bedeutung 
dieses Einzugs. Ermahnung der Prophetinn Christus als Gottes Sohn anzuerkennen, 
ihn zu liehen, seinen Namen zu führen, und die frühern Satzungen abzuschaffen v.324 — 336. 

F 



LXXXH INHALTSANGABE. 

Fragment über die Yerödung der Weltelemente. Der Weltbrand. Verödiing und 
Slille auf der Erde. Furcht der Menschen. Die sieben Busszeiten durch die Vermit- 
teiung der heiligen Jungfrau v. 337 — 358. üeber das Erfülltwerden dieser Prophe- 
zeiung V. 359—360. 

Fragment: Eine Rede des Herrn über seine Allwissenheit, üeber den Götzendienst 
V. 359 — 380. Schilderung des Götzendienstes und seiner Thorheit (durch die Prophe- 
tinn) V. 381— 389. Fortsetzung der göttlichen Rede: Gott bedarf keiner Opfer v. 390 
— 391. Schilderung der Gottlosigkeit des Götzendienstes (durch die Prophetinn) v. 392 
— 398. Fortsetzung der Rede Gottes: Die zwei von Gott gegebenen Wege, üebele 
Wahl der Menschen. Der Mensch Gottes Ebenbild v. 399—402. 

Ermahnung zur Verehrung Gottes. Nothwendigkeit und Aeusserung der Nächstenliebe. 
Das lebendige Opfer v. 403—408. 

Ermahnung Gottes an die Menschen. Verheissung von Lohn und Strafe. Der Gerichtstag 
und die Ueberführung der Bösen. Belohnung der Bewährten, üeber den Zustand je- 
ner Zeit. Christus Jesus das ersehnte Licht v. 409 — 429. 

Fragment: Gott nnd seine Weltregierung. Gott als Schöpfer und als Richter v. 430 
— 441. üeber die Erschaffung der Menschen und der Welt nach dem Willen Gottes 
V. 442-456. 

Die Veränderung der Erde. Das Rind aus der Jungfrau Maria. Die Ankündigung durch 
Gabriel. Geburt des Messias. Die Magier. Bethlehem die erwählte Heimath des Mes- 
sias V. 457—480. 

Fragment: Ermahnungen zur Demutb, Rechtschaffenheit, Nächstenliebe, Goltesliebe und 
Verehrung Gottes, wie es Christen geziemt. Was den Christen nicht erlaubt sei v. 481 
—496. Was die Christen nach Gottes Befehl thun sollen v. 497—501. 



NEUNTES (EILFTES) BUCH. 

Anrede der Prophetinn an die sämmtlichen Völker der Erde. Was sie verkündigen will 
V. 1—5. Das Geschlecht nach der Fluth. Der Thnrmbau. Die verschiedenen Spra- 
chen. Einsturtz des Thurmes. Das zehnte Geschlecht. Tbeilüng der Erde v. 6 — 19. 

Die Aegyptische Herrschaft. Aufstand und Regierung eines Eroberers, ßelcriegung des 
Israelitischen Volkes. Ein Zeichen in Aegyplen. Hungersnoth. üeber Memphis v. 20 
— 34. Das Volk der zwölf Stämme unter Gottes Befehl. Ein Hebräer König über 
Aegypten v. 35 — 42. 

Anfang der Persischen [Herrschaft. Finslerniss, Hunger und Pest bei den Juden. Ihre 
Unterjochung durch die, Perser und Meder. Eroberung Aegyptens, Libyens, Aetbio- 
piens und Pamphyliens. Die Jonische Rönigsherrschaft. Unglück der Perser, Aegyp- 
tens und Mediens. Der Indische Sprössling. Unterwerfung Mediens durch die Aethio- 
pier. Rrieg eines Indischen Herrschers gegen den Orient. Allgemeine Empörung ge- 
gen denselben und abermalige Unterjochung der Völker v. 43 — 79. , 

Die Assyrische Oberherrschaft. Der mächtige König. Einführung des göttlichen Gesetzes 
durch ihn, und Tempelbau. Sammlung der Stämme. Seine Benennung v. 80 — 92. 

Die schwachen Regenten, von welchen Einer mächtig wird. Dauer seiner Herrschaft. 
Weissagung von Krieg und von zürnenden Rönigen v. 93—105. 

Gegen Persien. Die wachsende Macht in Italien. Aufstand in Aegyplen v. 106—121. 
Ueber Phrygien. Hellenischer Krieg, üeber Ilion. Der Griechische König, Fall Tro- 
jas. Heimkehr nnd Ende des Königs v. 122 — 143. 

Der Held aus dem Stamme Assarak. Seine Flucht aus Troja. Erbauung Latiums. Tod 
des Helden. Die Wellherrschaft seines Geschlechts v. 144—162. 

üeber Homer und seine Werke v. 163—171. Kriege der Hellenen. Aufstand der Assy- 
rier, Araber, Meder, Perser, Sizilier, Lyder, Thrazier, Bilhyner, Aegypter. Der Assy- 
rische Held. Lange Kriegsnoth in Hellas. Unglück in Macedonien, Untergang Thra- 
ziens und anderer Länder. Bezeichnung und Kürze der Herrschaft eines Regenten 
V. 172 — 194. Die Regierung seines Sohnes. Unglück Europas, Unterwerfung 
Babylons. Der Zug nach dem Orient, üeber Babylon. Der entsendete König 
V. 195-209. 

Ueber Cilicien und Assyrien. Kriegsrüslung der Könige. Warnung der Prophetinn. üa- 
tcrjochuDg Asiens v. 210—218. 



INHALTSANGABE. LXXXIU 

Erbauung einer Stadt. Der Ares von Pelia. Tod des Aegyplischen Herrschers. Das Zer- 
fallen in viele Reiche. Die acht gleichnamigen Könige v. 219 — 231. 

Glücklicher Zustand Aegyplens und Aiexandrias. Unglück der Juden. Gefangene in 
Aegypten. Die acht Aegyptischen Könige. Der weibliche Sprössling v. 232 — 248. 

Weissagung über die Ermordung von Herrschern. Eine Herrscherinn in Aegypten und 
die ihr bereiteten Nachstellungen. Neu entstehende Kriege v. 249—260. 

Vielherrschaft in Rom. Die Cäsaren. To^d des letzten derselben. Trauer der Römer 
über seinen Tod v. 261—271. 

Die Herrschaft eines Diktators. Dessen Zug nach Aegypten. Gefangenschaft des Heeres. 
Prophezeiung grosser Kriege. Unglück der Herrscherinn, ihre Flucht und Vereblichang 
mit dem Könige Roms. Auslieferung Aegyptens an ihn, Tod der Hen-scherinn und 
Trauer um sie. Schilderung des unterjochten Aegyplens. Ursache seiner Erniedrigung 
v. 273—314. 

Aussage der Sibylle über sich selbst. Schlussgebet v. 315 - 324. 



ZEHNTES (ZWOELFTES) BUCH. 

Vorsatz der Prophetinn über die Zeit der Laieiner zu weissagen. Anknüpfung an die 
Herrscher Aegyptens, den Mann von Pella und die Assarakiden v. 1 — 9. 

Kurze Schilderung eines Zeitraums von 600 Jahren und zwei Dekaden der Diktatur. Eia 
kriegerischer Herrscher bezwingt Thrazien , Sizilien und Memphis. Schilderung seiner 
Gewaltherrschaft v, 10—29. 

Die Zeit der Erscheinung des "göttlichen Wortes. Wachsende Macht der Lateiner v. 30 

• — 34. Die Nachfolger des Herrschers. Bezeichnung und Schilderung des zweiten 
Nachfolgers. Seine Kriegslhalen gegen die Meder und Pariher , gegen die hochthorige 
Stadt, Alexandrien, Assyrer, Kolcher, Heniocher, Aegypter, Germanen. Die Zerstörung 
einer Stadt. Der Tod des Regenten v. 35 — 47. 

Weissagung friedlicher Zeiten unter dem folgenden Herrscher. Schilderung desselben. 
Ein drohendes Vorzeichen. Bedrückung der Römer. Unglück der Kampaner, Thrazier, 
Macedonier, Italer, Aegypter. • Gewallherrschaft in Aegypten und Vergeltung an dem 
Römischen Herrscher v. 61 — 67. Bezeichnung seines Nachfolgers. Ueber die Sarma- 
ten, Thrazier, Triballer, Römer. Sonnenfinsterniss in Italien und Pannonien. Tod des 
Begenten. Ueber seinen Nachfolger und dessen schlimme Regierung. Durchstechung 
des Isthmus. Verhällniss dieses Herrschers zu den Römern. Ueber seine Liebhabe- 
reien. Seine Flucht und Tod v. 68—94. 

Die drei Nachfolger und der Vernichter der Frommen. Verheerung von Phönizien und 
Lydien. Kriegszug gegen Jerusalem v. 95 — 104. Ueber Phönizien und Assyrien. 
Weissagung kriegerischer Zeiten. Tod des Herrschers v. 105 — 116. Dessen beide Nach- 
folger und der Herrscher nach ihnen. Friedliche Zeiten und milde Regierung eines 
neuen Regenten v. 117 — 132. Hungersnoth in Pannonien und Celtiberien. üeber As- 
syrien. Meuchlerische Ermordung des Herrschers. Kurze Regierung seines Nachfol- 
gers und Bezeichnung des folgenden Herrschers. Verwüstung von Thrazien, Germa- 
nien, Iberien. Unglück der Juden. Ueber Phönizien und Assyrien. Die Drohzeichen. 
Tod des Regenten und Ort seines Begräbnisses v. 133 — 163. Bezeichnung und Regie- 
rung des folgenden Herrschers. Sein Wirken zur Hebung des Opfercultus. Seine 
Reisen und Freigiebigkeit. Schilderung einer Friedenszeit und friedlichen Herrschaft. 
Tod des Regenten v. 164—175. 

Die Zeit der drei Nachfolger. Vernichtung der Britten , Mauren, Dazier, Araber, Perser. 
Verschönerung Roms unter dem folgenden Herrscher. Tapferkeit desselben. Besie- 
gung der Germanen. Ein Zeichen am Himmel. Wunderbare Rettung des verschmach- 
tenden Heeres. Ausrufung eines Nachfolgers und Tod des Regenten v. 176 — 206. 

Der neue Herrscher und seine Regierung. Das wunderbare Zeichen im Gebiete voa 
Rom. Entstehung von Kriegen. Die Verschlimmerung des Regenten und sein Unter- 
gang. Der gefährliche Thron in der Nähe von Rom. Kriegsunglück und Verödung 
Roms V. 207—228. 

Rückblick vom ersten Regenten Roms bis zum zwanzigsten Herrscher. Regierung eines 
bejahrten Regenten. Unheilvolle Zeiten für Rom. Kurze Regierung des Nachfolgers. 
Ankunft eines Kriegers vom Orient. Krieg in Thrazien. Die Flucht nach Bilhyniea 
und Cilicien. Krieg in Assyrien und Untergang des Kriegers t. 229 — 255. 

F* 



LXXXIT INHALTSANGABE. 

Krieg in Assyrien unter dem folgenden Herrscher. Gewaltherrschaft desselben und Plün- 
derung der eigenen Unlerlhanen. Zug nach dem Orient. Der unmündige Kaiser. Tod 
de§. gewalllhäligen Regenteu und Beschimpfung seiner Leiche v. 256 — 276. 

Aufstand der Perser und Untergang des Römischen Herrschers im Kriege. Ueber Phry- 
gien, Laodicea, Hierapolis, Rom. Tod eines Regenten auf seiner Rückkehr v. 277 — 287. 

Fragment: Weissagung glücklicher Zeiten für die Gottesverehrer v. 288 — 291. Gebet 
der Prophetinn v. 292—298. 



EILFTES (DREIZEHNTES) BUCH. 

lieber den Inhalt der folgenden Weissagungen v. 1 — 6. Ein Fragment v. 7 — 8. Krie- 
gerische und unheilvolle Zeiten unter der Assyrischen Herrschaft v. 9 — 12. Aufstand 
der Perser , Inder , Armenier , Araber. Ein Römischer König bedrängt Assyrien. Sein 
Tod V. 13—20. Der neue Herrscher und sein Sohn, lieber ihre Regierung und Ge- 
setzgebung. Der Eidbruch. Neue Kriege und Niedei'lagen der Syrer, Inder, Armenier, 
Perser, Araber, Babylonier v. 2:1—34. Besiegung der Germanen. Ein Sieg auf dem 
Meere. Persischer Krieg und Niederlage der Persei'. Die Stadt, welche Rom ernäh- 
ren wird V. 35 — 49. 

Ueber Alexandrien und Assyrien, Die Kaiserstadt. Untergang der Heiligen in Mopsveste. 
Ueber Anliochien. Aufenthalt eines Römischen Herrschers daselbst. Römisch - Persi- 
scher Krieg. Ueber Arabien und Bostra v. 50 — 73. 

Weissagung über die Bewohner von .Alexandrien. Krieg und Aufruhr von Städten wegen 
eines Tempeis. Untergang des Regenten mit seinem Sohne durch einen betagten Herr- 
scher. Der Nachfolger aus Dazien. Grausamkeit und Tod desselben. Das Herrscher- 
geschlecht der Kappadozier. Tod des Regenten bei Belagerung einer Stadt v. 74—92. 

Ueber Tyana und Mazaka, Syrien, die Stadt der Selene. Flucht des Herrschers über den 
Euphrat. Uebermuth der Römer gegen die Perser. Tod des Herrschers und seiner 
Söhne v. 93-102. 

Ein Gallier herrscht über Rom. Belagerung Roms durch fremde Völker. Weissagung 
von Krieg und Aufruhr. Verwüstung Syriens. Aufstand der Perser. Niederlage der 
Römer durch die Syrer und Perser. Die Orientalischen Flüchtlinge. Prophezeiung 
unheilvoller Zeiten v. 103 — 117. 

Ueber Syrien. Der Römische Flüchtling. Zerstörung von Antiochien. Ueber Hierapolis, 
Beröa und Chalcis. Weheruf über die Bewohner des Rasius und Amanus, über die Völker 
am Lykus, Marsyas und Pyramus. Beraubung der Städte und Zerstörung der Tempel. 
Ueber Gallien und Pannonien , Mysien, Biihynien, Lycien. Kriegszug der Sanner und 
Rarper gegen Ausonien. Der Tod des Bastardsohnes v. '118 — 142. Bezeichnung des 
folgenden Herrschers. Dessen baldiger Tod. Weissagung von Hungersnolh und Krieg. 
Aufstand der Perser. Flucht der Römer. Der Helfer aus Syrien. Bedrohung der 
Sonnen -Stadt durch die Phönizier v. 143 — 154. 

Ueber die Zeit der zwei nachfolgenden Römischen Herrscher. Symbolische Schilderung 
der Ereignisse. Bezwingung der Perser. Gebet der Prophetinn v. 155 - 173. 



ZWOELFTES (VIERZEHNTES) BUCH. 

Gegen die Herrschsucht. Drohung mit göttlicher Strafe v. 1^11. Weissagung von 
einem grausamen Herrscher v. 12— =-17. Kurze Regierung, eines kriegerischen Regen- 
ten. Friedliche Zeiten unter der Herrschaft zweier Nachfolger. Ein Zug von ihrer 
Grausamkeit. Gewaltherrschaft des darauf folgenden Herrschers über Rom. Zerstörung 
Roms durch Feuer. Ermordung des Regenten v. 18 — 43. Bezeichnung des folgenden 
Herrschers. Sieg über die Germanen und Parther. Wiederaufblühen Roms. Regie- 
rung und Tod eines Herrschers aus dem Occident. Der aus Assyrien berufene Nach- 
folger und seine Regierung. Bezeichnung der drei Nachfolger. Plünderung der Tem- 
pel und Verlheilung von Ländereien unter die Heere. Besiegung der Parther, Meder, 
Massageten und Perser. Die Söhne des letzten Herrschers. Kampf um die Allein- 
herrschaft. Rurze Regierung eines neuen Regenten. Verderbliches Ende vieler Kron- 
prätendenten. Bezeichnung eines neuen Herrschers v.44— 79. 



INHALTSANGABE. LXXXV 

Ueber Phönizien , Sidon , Tripolis , Berylus, Laodicea. Vorzeichen von Unglück über Ty- 
pus. Tod des Regenten v. 80—91. Blutige Kriege nach ihm. Bezeichnung eines 
neuen Herrschers. Das Vorzeichen von seiner Regierung. Untergang einer Stadt in 
Ciiicien. Erdbeben in Proponlis und Phrygien. Tod des Regenten. Die zwei Herr- 
scher nach ihm und die Grausamkeit des einen. Sein Zorn gegen den Senat v. 92 — 
110. Schilderung unheilvoller Zeiten. Tod der Regenten in einem Italischen Kriege. 
Der Nachfolger Iheilt Schätze an das Heer aus. Ueberschwemmung des Nils und Hun- 
gersnoth. Schilderung unglücklicher Zeiten. Tod des Regenten v. 111 — 125. Be- 
zeichnung des Nachfolgers. Seine Kriege gegen die Armenier, Parther, Assyrier und 
Perser. Neue Blüthc Roms und neue Gesetzgebung. Der Tod des Regenten auf einer 
Insel. Der Nachfolger von Griechischer Abkunft. Aufstand der Molosser , der Ein- 
wohner von Phthia, Larissa und der Skythen. Krieg am Mäotischen See und am Pha- 
sis. Verheerung in Skythien. Tod des Herrschers. Ein gewählter Nachfolger. Siege 
über die Armenier und Perser. Kriege zwischen Rolchern und Pelasgern, Phrygien 
nnd Proponlis v. 126 — 157. Das Zeichen am Himmel. Ermordung des Regenten. 
Bezeichnung des Nachfolgers aus Asien. Kriegszug im Gebiete Roms, und gegen die 
Kolcher, Heniochen, Agathyrsen und Thrazier. Tod des Regenten und Verwaisung 
Roms. Der Herrscher aus Aegypten. Siege über die Parther,#Meder, Germanen, Aga- 
thyrsen, Brittanner, Perner, Iberer, Massageten und Perser. Bestrebungen gegen Hel- 
las, Skythien und den Kaukasus. Das Zeichen am Himmel. Kurze friedliche Regie- 
rung des nachfolgenden Sohnes. Anhänglichkeit der Römer an ihn. Die Kämpfe um 
die Herrschaft. Traurige Zustände der Römer. Der dritte Dionysus v. 158 — 200. 
Verbrennung Roms. Wiederaufbau der Stadt und neue ßlülhe derselben v. 201 — 213. 

Weheruf über verschiedene Völker v. 214 — 218. Ein Vorzeichen. Ermordung des Re- 
genten durch seinen Rruder, welcher die Herrschaft übernimmt. Schilderung schwerer 
Zeiten. Erdbeben in Skythien und Hellas. Ermordung des Herrschers v. 219 — 242. 

Verloosung der Römischen Regentschaft. Die Herrschaft dreier Könige. Unruhige Re- 
gierung unter denselben. Grausamkeiten zur Behauptung der Gewalt. Kämpfe um die 
Herrschaft v. 243 — 264. Ruchlosigkeit eines Regenten. Zeichen am Himmel. Eine 
Sammlung von Orakeln und Verproviantirnng Roms. Bedrängnisse und folgende Ruhe, 
nachdem die Herrschaft zu Grunde gegangen v. 265—278. 

Weissagung von dem letzten Lateinischen Herrschergeschlecht. Blüthe des Reiches nach 
demselben, wo Gott selbst die Herrschaft führt v. 279—282. 

Ueber Libyen und Aethiopien. Raubzüge der Syrer. Schilderung eines neuen Herr- 
schers. Sein Zug nach Syrien. Verheerung Phöniziens. Weltherrschaft des einen 
von zwei Herrschern v. 283—294. 

Ueber Alexandrien und Aegypten. Vorhersagung eines Sieges dreier Jünglinge in den 
Olympischen Spielen und daran geknüpfte Aufforderung, alsdann Gott zu versöhnen 
durch Gebet und Opfer. Weissagung von blutigen Kriegen, Drangsalen und Sklaverei 
unter einem neuen Herrscher v. 295 — 310. Vernichtung eines Siziliscben Heeres. 
Andrang und Gräuelthaten der Barbaren v. 311 — 314. Die Entthronung. Kämpfe 
dreier Bewerber um die Krone. Der Widder von Cyrene v. 315 — 329. Eintritt ruhi- 
ger Zeiten. Krieg in Aegypten. Eine Seeschlacht. Bewältigung einer Stadt. Feige 
Flucht der Gränznachbarn einer grossen Landschaft v. 330 — 337. 

Niederlage der Juden und Verwüstung des Landes. Das Geschlecht der Sieger. Nieder- 
lage durch die Aegypler v. 338 — 346. Die Araber. Der Thurm auf der Insel. Be- 
wohnung der heimgesuchten Stadt v. 347 — 349. 

Weissagung einer glücklichen Zukunft. Die Heirschaft des heiligen Volkes mit seinen 
Vorfahren V, 350-360. 



XPH2MOI 2ffiYAAIAIkOI. 



SIBYLLINISCHE WEISSAGUNGEN. 



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XPH2Mai 2IBYAAIAROI. 



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jivd-Qwnoi. d-vrjTol Kai aagxcvoc, ohdsv sovreg, 
JTöJg tax'siog vxpovad-e, ßiov tskog ovz saoQÜivTeg; 
Ov tQB^et'' , ovde q)oßsXad-e Gebv, tov eiEiffxoTtov vfiiov, 
"Y^ip0TOv yvcüarrjv, TtayeTtOTtrrjv, f^aQTVQct'^^DivTiov, 

5 JIavroTQ6g)ov xTiffTjjv, -oarcg yXvnv ^vsvfi'- ev artaac 
KaTßevo, y^^yrjrrjga ßgOTcüv q:äm(pv 'B^olrjasv ; 
Eig Qeög, dg /.lövog effviv, v^tegf^eyß^g', ayivrjTog, 
navTOXQävcoQ, aogarog, bgcöfJLevpg avrog ocTpawa' 
AvTOg ö"' ov ßXerterat ■d-v.rjxrjg vtco GccQxqg ccTtccGrjg. 

10 Tig yccQ (TaQ§ övvatai tov STtovgäviov xal alrjS-rj^ 
^Ocpd^aXfxolaLv Ideiv &sov äfißgpTQv, qg itoXov oixsl; 
^AXV ovo amivoiv v.aT evavcLov tieXlolo 
^'Avd-QoiTtOi Gzrrvai övva%o\, ■d-vrjTol yeyatoveg 
"'Avögeg, ev oarrjeaai, g)Xeߣg xat aa^xsg eövveg. 

15 AvT&v TOV (xovov ovTtt aeßsaS-' riyrjTOQa ■aöaf.iov, 
^Og {.lövog eig aiwva xat l§ 'ahovog eTVxdiq 
AvToysvTjg, aysvi]Tog, ccTtavTa xQaToiv diccTtavTog, 
IlaGi ßgoTOioiv svcov tö TigiTTqgiöv ßvqiäi ^oivq). 
Trjg yMKpßovloavvrjg ös tov a^tov e^ers fiiad-bv, 

20 "Ott L Qebv 7tgoXi7t6vT£gccXrj'9'CKpv',aeva6v ts 
^^o^a'Qaiv, air^ ts d-vetv Iqgag eytctiofißag, 
/JaLfioGL Tag -d-viLag eTtotrjaqTs toIgi-v- bv aörj. 
Tvg)(plf,ai (lavLjj de ßadttevs, %al Tgißov ögdijv 
Ev-9-elav TtgoXiTtövTsg artriXQ-sTB xal öc axavS-ojv 



SIBYLLINISGHE WEISSAfiUNGEN. 



I. FRAGMENT. 

(AUS DEM PROOEMIÜM DER ERYTHRAEISCEEN SIRYLLE.) 



Sterbliche Menschen, fleischlich gesinnte und nichtige Wesen, 

Wie überhebt ihr so baM euch und schaut nicht aufs Ende des Lebens ? 

Zittert ihr nicht und fürchtet ihr Gott nicht, eueren höchsten 

Herrscher, der Alles erforscht und sieht, den Zeugen von Allem,^ 

Ihn der Alles als Schöpfer ernährt, welcher pflanzte den süssen^'- "* 5 

Geist in Alle hinein und zum Herrn aller Meiischen ihn machte?^ 

Ein Gott ist, ein einiger Gott, unendlich und ewig, ■ 

Herrscher des All, unsichtbar, selbst jedoch Alles erblickend; 

Aber er selbst jvird nimmer gesehn von sterblichen Wesen. 

Denn Wer wäre im Stand zu erblicken den himmlischen, wahren 10 

Und unsterblichen Gott mit den Augen, den Himmelsbewohner? 

Sind ja doch nicht gegenüber dem Strahl der glühenden Sonne y 

Menschen im Stand zu bestehn, nicht Männer die sterblich geboren, r 

Menschen aus morschem Gebeine, gefügt mit Adern und Fleische. ^;*- 

Ihn den alleinigen Gott verehrt als Herrscher des Weltalls, %■ 15 - 

Ihn der allein in Ewigkeit -ist und von Ewigkeit her war, * 

Aus sich selber gezeugt^ nicht geboren, und Alles beherrschend, 

Der in den Sterbüchen vvohnt,' das Zeichen gemeinsamen Lichtes* 

Aber ihr werdet gebührenden Lohn^ für die Thorheit empffüjgen : 

Denn den 'wahren und ewigen Gott nach Gebülir zu verehren 20 * 

Liesset ihr nach; statt ihoL'Hfe^t'omben, hehre, zu opfern, 

Habt den Dämonen ihr Opfer gebracht/ den Geistern im Hades. 

Und in Dunkel und Wahn geht ihr, vom ebenenV graderi" »^'^ 

Pfad abweichend ziehet ihr hin auf dornigen WegeriJ 

1* 



XPH2Mai 2IBYAAIAROI. 



AHO :EnA2MA a 



yiv-d-Qcurcoi d-vrjTOi ■acd aaQxtvot, ovdev eövceg, 
niog Taxewg vxpovad-e, ßiov ralog ovx eaoqojvTeg; 
Ov tQBfxer' , ovdh (poßsla^s Qebv, rov ETtLaY.OTiov vfxojv, 
"Yipiarov yvcoGTrjv, TtavsrtOTtTrjv, fiägrvQa Ttävxtov, 

5 JlavTOTQOcpov XTtarrjv, oarig yXvyjv jtvevfx ev ärcafft 
KccT-9-svo, yriyriTriQa ßqOTCov ^awcjv eTtoirjoev; 
Elg &sbg, dg /.lövog IgtIv, VTVsgfieye^rjg, ayevrjTOg, 
üavTO'KQCiTOiQ, aOQaTOg, OQCüfievog avrbg aitawa' 
AvTog d' ov ßXkrcBTai -d-vrjTrjg vrco aagy-qg cc7t<xar]g. 

10 Tig yccQ accQ^ dvvaxai rbv ETtovQaviov xal aXiqS-ri 
'Ocpd^aXfiolGi.v löelv Qsbv afißgoxov, qg TtoXov olv.si; 
^AlX ovd' ax'cLvcov xav' svavriov rjsXiow 
'LdvS-QcoTtOL Gxrjvtti dvvatol, S-vrjTol yeyacöveg 
"'AvÖQsg, £v oGTYjSGGi, cplsßsg y.ai GdQy.eg kovreg. 

15 ^vTOv rbv JJ.ÖVOV ovra GeßsoS- riyrjTOQa x6g{.iov, 
^Og /iiövog eig alöiva y.al «§ ahovog evvx^i] 
^vvoyevrjg, ayevrjrog, ajtavTa xQaTcov diaTtawbg, 
IlaGv ßQOTOiGiv evcov tb KQitrjQLOv ev (potC y,oivtT). 
Tijg y,axoßovXoGvvr]g de tbv a^tov e^ere {.iLGd-bv, 

2ü "OTTfc Qebv TtqoXiTtövreg akrid-ivhv hhaöv te 
Jo^aCßw, avTcp re d-veiv tsQag excttö^ßag, 
^JalfiOGi rag &viiag eTtoirjGccva toXglv ev aöj]. 
Tvq)q}'Kal f.iavL'T] de ßadcCere, zal rgißov oqStjv 
Evd-elav TcgolcTtövreg aTtrjXxf-ezs xal öl axavO-wv 



SIBYLLINISGHE WEISSAGUNGEN. 



I. FRAGMENT. 

(AUS DEM PROOEMIÜM DER ERYTHRAEISCHEN SIBYLLE.) 



Sterbliche Menschen, fleischlich gesinnte und nichtige Wesen, 

Wie überhebt ihr so bald euch und schaut nicht aufs Ende des Lebens ? 

Zittert ihr nicht und fürchtet ihr Gott nicht, eueren höchsten 

Herrscher, der Alles erforscht und sieht, den Zeugen von Allem, 

Ihn der Alles als Schöpfer ernährt, welcher pflanzte den süssen 5 

Geist in Alle hinein und zum Herrn aller Menschen ihn machte? 

Ein Gott ist, ein einiger Gott, unendlich und ewig, 

Herrscher des All, unsichtbar, selbst jedoch Alles erblickend ; 

Aber er selbst wird nimmer gesehn von sterblichen Wesen. 

Denn Wer wäre im Stand zu erblicken den himmlischen, wahren 10 

Und unsterblichen Gott mit den Augen, den Himmelsbewohner? 

Sind ja doch nicht gegenüber dem Strahl der glühenden Sonne 

Menschen im Stand zu bestehn, nicht Männer die sterblich geboren, 

Menschen aus morschem Gebeine, gefügt mit Adern und Fleische. . 

Ihn den alleinigen Gott verehrt als Herrscher des Weltalls, 15- 

Ihn der allein in Ewigkeit ist und von Ewigkeit her war. 

Aus sich selber gezeugt, nicht geboren, und Alles beherrschend. 

Der in den Sterblichen wohnt,' das Zeichen gemeinsamen Lichtes^ 

Aber ihr werdet gebührenden Lohn für die Thorheit empfangen: 

Denn den wahreü und ewigen Gott nach Gebülu' zu verehren 20 

Liesset ihr nach; statt ihni Hekatomben, hehre, zu opfern, 

Habt den Dämonen ihr Opfer gebi'acEtj den Geistern im Hades. 

Und in Dunkel und Wahn geht ihr, vom ebenen, graden 

Pfad abweichend ziehet ihr hin auf dornigen Wegen, 

1* 



4 XPH2M01 UIBTJJIAKOI. 

25 Kai OKoXöftcov sTtXttvaad-s. BqotoI ^avaaaS-e ^täraioi, 
'Ps(xß6{A.BV0i, GKOTif] v.al ttcpeyysC vvktI fiskaivrj, 
Kai XiTters axorhjv vvyjtbg, cpcorbg ös kccßead'S. 
OvTOg iöov TCavTEGGi aacprjg, ajtXävrjTog VTcägxst' 
""EX-d-ecs, fit] GKOTiT]v de diwuezs xai yvöcpov ctisL 

30 HsXiov yXvKvdsQüsg idov qxxog e^o%a XdfiTtet. 
rvöHs de narS^ifievoc aocplrjv ev arrj^saiv vficov 
Big d-sög eari, ßQOxag, avifxovg, aeiafiovg eTCiTteixjtcuty, 
AazeQOTtag, Xi^ovg, Xoif.iovg, v.al Krjösa Xvyga, 
Kai vccpevovg, KQVGTaXXa. TL dt] xad-" ev e^ayoQevo); 

35 OvQttvov 7\yelxai, yaiiqg -/^arei, avvbg vTtciQy^et, 
"Og fiovog eotI ■B-ebg, ■KcLaxrjg axQccTrjTog vttccqxcov 
^VTog^.6' earriQL^e xvtcov f^ogcprjg (.legoTtcov xe, 
^vxbg efii^s g)miv Jtävxtov yevs^g ßwxoco. 



Ano:EnA:2MA 

Eh de yevrjxbv oXcog v.al cpd-eiQexai, ov övvax^ avÖQog 
"Ex i^Quv (.n^xgag xe ^ebg xexv7tcof.iävog elvat' 
"AXXtt Qebg (.lovog elg itavvTteQxaxog, og TteTtolrjxev 
^ Ovj^ixybv, ri^Xiöv xs/ xal aaxegagj rjök aeXi^vi^v, 
5 KqQTtocpÖQOv yaläv xe, xal vötcxog ö'ldfA.ara Ttövxov, 
Ovl^ßd ^' vipiqevxa, x aevvaa %evnttxa Ttrjyaiv, 
Tcov x" evöÖQOJV itäXi yevv^ dvfiQL^fj.ov itoXv 7tXrj^.og, 
'Egrtexd öe yälrjg xivovßeva /ipuxoxQOcpelxai, 
HöixiXä xe Tixiqvtovi XcyüQod-Qoa, xgavXit/Ovxix, 

W ^ovd-d, XiyvTtxeQOcpcova xaQaaaovx" aiga xaQGotg. 
^B^i^öe vccTtaig oqecov dyglav yevvav S-ixo ^qiöv, 
^Hfiiv xe xxTTjvt] VTtexa^ev Ttävxa ßqoxoXGiv' 
nävxcov t9-' '^yjqx^Qa y.ariaxrjaev d-eöxevxxov, 
"AvöqI (5' VTtaixa^ev 7i:a/.i7tomiXa, xov xaxaXr]7i:xa. 

15 Tlg yagf" aag§ Svvaxai d-vrjxcov yviovai xdÖ^ aTtavxa ,- 
"AX^i avxbg (lOvog oiSev 6 Ttoi'qaag xccö" Sctv' dgxrjg, 
"Acpd-aQXÖg xxiaxrjg, aiwyiog, al^^ega vauov, 
Toig dyad-oig dya&bv 7tQoq)eQO}v ^^^v TtXeioya fxta&bv, 
Toig de xaxoig aSixoig xe yßXov xal ■dvjibv- eyeiqojv, 

20 Kai u6}.0ov, xal Xoißbv, id' äXyea da-^vösvTa. / 
"'Avd-Qüijtoty XL fxdx^v vipov/xevoi, h^Qi^ov^S-e; 
AXa%vv&irixs yaXdg xal xvuiöaXa ■S-siOJtOLOvvxeg. 



SIBYLLINISCHE FRAGMENTE. 5 

üeber Gestein irrt ihr. Hört auf denn, Sterbliche; Thoren, 25 

Die ihr tappet in Nacht, in lichtlos finsterem Dunkel! 

Lasset das Dunkel der Nacht und haltet am leuchtenden Licht euch. 

Sieh, wie er ist, offenbart für Alle und ohne zu irren: 

Kommt mid suchet doch nicht die ^insterniss stets und die Nacht auf. 

Siehe, wie strahlt so herrlich das Licht der prächtigen Sonne! 30 

So erkennet es doch und senket die Weisheit ins Herz euch: 

Ein Gott ist, der Regen und Wind und Stürme zusendet, 

Und den zackigen Blitz, Pest, Hunger und herbe Betrübniss, 

Schneegestöber und Eis. Doch was soll ich Alles herzählen? p. 

Ueber den Himmel gebeut er, die Erde -regiert er der Herrscher, , 35 

Welcher allein Gott ist, der unbezwingliche Schöpfer; 

Der auch die Form und Gestalt der Menschen aufrecht gemacht hat, 

Und der Aller Natur, aller lebenden Wesen gefüget. 



II. FR A. GM E NT. 

i^ (AUS DER ERYTHRAEISCHEN SIBYLLE.) 

Aber wenn Alles Gewordne vergeht, dann kann seinen Ursprung; 

Gott aus den Höften des Mannes und Weibes nimmermehr haben: . 

Sondern Gott ist allein der Eine und Höchste- von Allem, * 

Welcher den Himmel erschuf, die Sonne, den Mond und die Steriie, 

Und die fruchtbare Erd' und die Wasserquellen des Meeres, ^ ^ 

Und das hohe Gebirg' und der Quellen ewige Güsse. vSä^ 

Auch die unzählige Zahl der- Wasserthiere erschuf er, ' 

Und was immer sich regt und wegt, das ernährt er auf Erden, 

Bunter Vögel' Schaär mit heller und heiserer Stimme, 

Strausse, und welche die Luft mit rauschendem Flügel durchschneiden.- 10 

Wilder Thiere Gezücht setzt' er in die Schluchten der Berge, 

Und den Sterblichen uns unterwarf er sämmtliche Thiere. 

Ihn, welchen Gott gemacht, den setzt' er zum Herrscher von Allem, 

Und in des Menschen Gewalt gab er viel' unerforschliche Dinge: 

Denn welch sterblicher- Mensch wäre Alles zu kennen im Stande ? 15 

Aber nur Jener allein kennt es, welcher Alles im Anfang 

Schuf, der den Himmel bewohnt, der unsterbliche, ewige Schöpfer; 

Welcher den Guten das Gute verleiht zur reichen Belohnung, 

Aber auch Zorn und Strafär^verhängt über Böse und Schlechte, 

Krieg aufreget und P^tviü^ thräaenerzeugende Schmerzen. , 20 

Meubchen, warum überhebt ihr euch nutzlos und zum Verderben? 

Schämet euch doch als Gott zu verehren Katzen und Schlangen. 



4 XPHmiOl ZIBYAAIAKOI. 

25 Kcu aytoXoTtojv STtXavaad-s. Bqoxol Ttavaao^e /ndraioi, 
'Pefißofxevoi gkotIi] xal acpeyyeC vv/zri (.leXaivrj, 
Kai XiTtexe GKOTtrjv vvy.rbg, cpiorbg de Xäßead-s. 
OuTOg idoi) TtävreGGL Gacprjg, arcXävrjTog VTCaQ^sc' 
'jEX-d-ece, [xr] GKOrirjv de diwKsre -Aal yvdcpov aiei. 

30 'HeXiov yXvKvösQyieg idov cpäog %^o%a Xä(.i7teL. 
Fvöire de -nard-efisvot, Gocplrjv ev Gtrjd-Eaiv vucov' 
Big ■d-eög Igxi, ßgoxag, avei-iovg, GetGßOvg eTtiTtsfiTtcov, 
"AGiBQOTtag, Xi{.iovg, Xoif.iovg, xal ytr^daa Xvyga, 
Kai vLcpsTOvg, '/.QVGzaXXa. TL dt] xad-' ev e^ayogevco; 

35 OvQavov riyelxai, yaitjg zgavst, avrbg vTcäg^Ei, 
"Og fxovog sGrl ■d-eog, 'jiZiGTrjg anQccrrjTog vrcägxwv' 
Avtbg S sGTTjQi^s xvTtov (.lOQcprjg (.leQOTtcov re, 
^vrbg efit^e rpvGiv ^äwcov ysvs^g ßtSroco. 



Ano:En a:e MA g. 

Ei de yevr]Tbv oXcog vml (pd-eigexai, ov övvav^ ctvöqbg 
jE'x fxrjQcov f-i'^rgag te d-ebg TeruTtcof-ievog eivaf 
AXXa Qebg /Liovog elg TcavvTteQTaTog, og 7te7toiriv.ev 
OvQavbv, rjeXiov re,' nccl aorigag, rjöe GeXi^vrjv, 
5 KaQTtocpöqov yatäv ts, xai vöazog oXöy.axa Ttövcov, 
OvQed ^' viprjevza, z aevvaa %evii.aTa Ttrjycov. 
Taiv z^ evvdqcov itäXi yevva dv^Qi,ß-f.iov TtoXv TtXijS'og, 
'^EQTteta de yaiir]g viivovf.ieva ipu%oxQO(pslTai, 
HöLTiiXä Te TiTtjvcüv, Xtyi)Qod-QÖa, tQavXitovra, 

10 Sovd-d, XiyvTtTSQOcpcava TagäaaovT^ asga ragaotg. 
^Ev 6e vdcTtaig ogecov dygiav yevvav S-ero Sh^giov, 
'Hfxiv te ■/irrjvrj vTrexa^ev Tiävxa ßgozolGiV 
TlävTcov i9-' '^yi^TTJga y.areGTrjGev d-eörav/xov, 
^Avdgl S' VTcaixa^ev ■rcai.iTCOiyiXa, v.ov v.axaX'r\7t%6t,. 

15 Tig ydg Gdg§ dvvaxat ■d-vrjxcov yvtovai xäd' mtavra ; 
AXX^' avxbg [lövog olöev 6 TCOiiqGag xdd^ an agyr\g, 
"Acpd-agxog ■axiGxr^g, aitovtog, al&sga vaicov, 
Toig dyad-oXg dyad-bv Ttgocpegcov TtoXv TtXeioya fiiGS^bv^ 
ToXg de xanolg döiKOig xs %öXov yt.ai -S-vpiov iyeigcov, 

20 Kai n6Xe(.iov, y.al Xoi(.ibv^ cd aXyea Saxgvöavxa. 
"'Avd-gcoTtot, XL [.läxrjv vifiovfxevot i'/.gLtßvd-e; 
Ala%vvd^xe yaXdg zal nvcodaXa ■d-etojtOLOvvxeg. 



SIBYLLINISCHE FRAGMENTE. 5 

üeber Gestein irrt ihr. Hört auf denn, Sterbliche, Thoren, 25 

Die ihr tappet in Nacht, in lichtlos finsterem Dunkel! 

Lasset das Dunkel der Nacht und haltet am leuchtenden Licht euch. 

Sieh, wie er ist, offenbart für Alle und ohne zu irren: 

Kommt mid suchet doch nicht die .Finsterniss stets und die Nacht auf. 

Siehe, wie strahlt so herrlich das Licht der prächtigen Sonne! 30 

So erkennet es doch und senket die Weisheit ins Herz euch: 

Ein Gott ist, der Regen und Wind und Stürme zusendet, 

Und den zackigen Blitz, Pest, Hunger und herbe Betrübniss, 

Schneegestöber und Eis. Doch was soll ich Alles herzählen? 

lieber den Himmel gebeut er, die Erde regiert er der Herrscher, 35 

Welcher allein Gott ist, der unbezwingliche Schöpfer; 

Der auch die Form und Gestalt der Menschen aufrecht gemacht hat, 

Und der Aller Natur, aller lebenden Wesen gefüget. 



IL FRAGMENT. 

(AUS DER ERYTHRAEISCHEN SIBYLLE.) 

Aber wenn Alles Gewordne vergeht, dann kann seinen Ursprung 

Gott aus den Hüften des Mannes und Weibes nimmermehr haben: 

Sondern Gott ist allein der Eine und Höchste- von Allem, 

Welcher den Himmel erschuf, die Sonne, den Mond und die Sterne, 

Und die fruchtbare Erd' und die Wasserquellen des Meeres, 5 

Und das hohe Gebirg' und der Quellen ewige Güsse. 

Auch die unzählige Zahl der Wasserthiere erschuf er. 

Und was immer sich regt und wegt, das ernährt er auf Erden, 

Bunter Vögel Schaär mit heller und heiserer Stimme, 

Strausse, und welche die Luft mit rauschendem Flügel durchschneiden.- 10 

Wilder Thiere Gezücht setzt' er in die Schluchten der Berge, 

Und den Sterblichen uns unterwarf er sämratliche Thiere. 

Ihn, welchen Gott gemacht, den setzt' er zum Herrscher von Allem, 

Und in des Menschen Gewalt gab er viel' unerforschliche Dinge: 

Denn welch sterblicher- Mensch wäre Alles zu kennen im Stande? 15 

Aber nur Jener allein kennt es, welcher Alles im Anfang 

Schuf, der den Himmel bewohnt, der unsterbliche, ewige Schöpfer; 

Welcher den Guten das Gute verleiht zur reichen Belohnung, 

Aber auch Zorn und Strafe verhängt über Böse und Schlechte, 

Krieg aufreget und Pest, und Ihränenerzeugende Schmerzen. 20 

Menschen, w^arura überhebt ihr euch nutzlos und zum Verderben? 

Schämet euch doch als Gott zu verehren Katzen und Schlangen. 



6 XPH2M0I 2IBYAAIAK0I. 

Ov fiavh] Kccl Xvaacc g)Qsvd)v y,' cua^rjatv äcpaiQsi, 
. Ei Xofcadag vliTfcovai ■d-eol, ffvXovat de xvzQocg; 

25 ^vtl ÖS XQVtfrjsvTa 7t6Xov nata niova vaiecv, 

^rjToßQojTa dedoQxs, Ttvxvatg d' ccQÜxvaig dediaGTac; 
ÜQoaxvvsovTeg ocpstg, ywvag, aiXovQOvg, avorjTOi, 
Kai TCeiesLva aißea'9-^j zat egitexa StjqIcc yairjg, 
Kai Xt-d'cva ^oava, xal aydlfxaTa xsiQOfCoirjTa, 

30 Kav TcagödoLOi Kld-cov ovy^cof-iara ' tavra GsßeG-9-s^ 
'Likla re noXka fiäraca, cc St] k aiaxQOv ayogevscv, 
KaLyeS-aol f-iegoTtcov öoloT^togeg [sialvl aßovltov, 
Töjv dr] v.av, oröfiaTog XBtxai -d-avaTrjipdQOg log. 
Ov d eOTL t,ü)ri TS v.cu acpd-vtov asvaov cpcog, 

35 Kai iisknog [y'kv/.sQOv~\'-y'kvyisQd)TSQOv avögäai xccQl^ia 
^XTtQOxssc..., T(^ 6si fiovcp avxsvtt xä^iTttsiv, 
Kai TQißov ai(6vs(TGtv sv svdsßssaal ava'/kivsiv. 
Tavra Xircöw-sg ccTtavta, dr/.i]g (.isorbv to xiTteXlov, 

ZtOQOTSQOVf OTlßagbv, ßsßaQTjl-lSVOV, sv (XUX a-AQTqTOV, 

40 Ei'kywaaT^ ag)Qoavvrjat fzefir^vöti, jrvsvfiaTt Ttävrsg. 
Kov -d-eXsT^ sKvrjipai, y.ai ococpQOva itQog vöov sX^stv, 
Kai jyvwvai ßaaiXija Qsbv, vbv Ttavt' scpoQtüvta. 
Tovysxsv ald-0(j.svoto Ttvgbg oslag sqxs^^ £fp' vf-iag, 
^ai^Ttdac xavd^asad-s dt' aicHvog to Ttavrjfiag, 

45 'ffevdsacv aiaxvv-d-svrsg STt" sidcolocäcv- axQ'^ÖTOcg. 
;0a- Ös Qsbv TiixuvTsg dlrjd-ivbv dsvvaöv ts, 
^Zcorjv aX'r]QOvof.iovGi, rbv aiSvog XQÖvov avTol_ 
OmovvTsg HagaösiGov Ofia/g EQi3-r]Ma' KrJTtov, 
^aivvfxsvoc yXvzvv agrov an' ovqavov aGTsqösvTOg. 



SIBYLLINISCHE FRAGMENTE. 7 

Ists nicht Wahnsinn und Raserei, gar nicht zu begreifen. 

Wenn einen Diebstahl und Raub' die Götter an Schüssehi und Topfen 

Ueben, anstatt im goldenen Himmel herrlich zu wohnen, v 25 

Sehen auf Mottenfrass, und um Schaaren von Spinnen besorgt sind? 

Schlangen betet ihr an, Und Hunde und Katzen, ihr Thoren, 

Vögel verehret ihr auch und kriechende Thiere der Erde, 

Göttergebilde aus Stein, von Händen gefertigte Rüder, 

Aufgeschüttet Gestein an den Wegen, Solches verehrt ihr; 30 

Tiel'ides Anderen auch was thöricht und Schande zu sagen, 

Uebelberathenen Menschengeschlechts betrügliche Götzen, 

Welchen vom,; Munde herab das Gift, das tödtliche, fliesset. 

Aber wer Leben besitzt imd ewig währendes Lieht hat. 

Ihm der dem Menschengeschlecht die Freude, süsser als Honig, 35 

Zutheiit, ^dem nüi; allein zur Ehre beuge den Nacken, 

Und geh auf Wegeiff^ einher, die gebahnt sind zur Zeit der Gerecliten. 

Alles dies liesst ihr im Stich, den gefülleten Becher der Rache, 

Feurig, -Stack und schwer und ohne jedwede- Verfälschung, 

Tränket ihr aus, ihr Alle zumal, im rasenden Taumel. 40 

NücBlern wollt ihr auch nicht mehr werden und wieder verständig, 

Gott erkennen nicht an, den Alles bewachenden König. 

Drum wird euch die Gluth des brennenden Feuers erreichen; 

Tag für Tag wird zehren an euch die ewige Flamme, 

Schamerfüllt ob all des Trugs der unnützen Götzen. 45 

Aber Wer Gott den ewigen, wahren, fürchtet und ehret. 

Dem wird fällen als Lops das Leben, auf ewige Zeiten 

Wohnen wird er, wo üppig es grünt, im Garten von Eden, 

Kosten das liebliche Rrod, herstammend vom strahlenden Himmel. 



^'V 



TßN ^IBYAAIARßN 

XPHJEMnN 

^oro2 npnros. 



l^QXOfisvT] TtQtüTtjg ysveJjg fisgoTtcov av-S-Qiojtcov, 
""AxQiQ S7t' ioxarirjai, TtQoqyrjTsv.ato ta exaaTce, -^ 

'^OjtTtoatt TtQiv yiyovev, TtSaa ö^ eariv, ojtöaaa'ds fxiXXsc 
^'Eaaead-ai ■Koafitp diä . övaasßiag avd-QUJimv. 

5 Uqcütov öri xslsrai fxs Xiyetv -S-sog, wg eyeviq&ri 
idrQexswg xoa/xog. -Sv de, rromiXs -S-vrjTe, nicpaaxB , 
Novvsxsojg, iva fxiQ Ttot* sfiäiv ecpsTfitüv aiishqajjg, 
"YxpiGTOv ßaqiXija, og SKVias v-bayLOv arcavia, 
EItvs ' rtiväa^o), xai sysivaTO. "Högaae yag .y^v « **- 

10 TaQTÜQip ajxcpißttlcjv, xal (fcüg yXvKV avrbg, edcoxev, 
OvQavbv 6' vipcüGs, ykavurjv ö^ rjTcXwaa ^ccXaaaav, 
Kai TtöXov eatecpävcoosv aXig TtsQiXafXTteacv aa-vQOig, 
Kai yatav y,6Gfj.rjae cpvxoXg, 7tOTaf.ioiat dh Ttövcov 
Xsvdfisvov ixegaoGe, xat aeQi fii^ev avr/Aag 

15 Kai vaq)Ett dgaoÖBwa ' Tt-9-sig aga Y.ai yivog aXXo, 
'iX'd-vag SV /rtsXaysGGi, v.ai OQvea dwuev a^vaig, 
'^'YXatg d' av -d^Qag XaGiavxsvag, "^de dgaimvcag 
^EQTtvGtag, v.ai navß- OGa vvv Ka^ogarai. 
^VTog ravT^ ijtoirjGS X6y(p, ■xai tzuvt' \yB.vi\diq 

20 ^Slvjx v.ai ccTQexsüjg' ode yaq tisXet avzoXöxsvTog, 
OvQavoO-ßv y.a-9-OQÖiiv ' vrtOTsreXeGTO Ss noGfiog. 
Kai tÖts örj fieTSTtstra TtXäaBV TidXiv sfijtvoov egyov, 
Eixovog 1^ iöir]g dn;ofia^df.ievog veov avdga, 
KaXov, &EG7tEaiov, top ör] keXet' ev üagadEiacp 

25 'u^fißQOGiq) vaiEiv, äg ol v.aXd Eqya fXEfJ.'qXrj. 

uimdg o fiovvog ewv nagadslGOv EQi^Xi'c x'^Ttq), 






rf«!jj_ 



SIBYI^LINISCHE WEISSAGUNGEN. 

ERSTES BUCH. * 



'Ä 



Von dem Uranfang der sterblichen Menschen beginnend 
Bis zum letzten Geschlecht voraus will ich Alles verkünden, 
Wasivor Zeiten geschah, was ist und was für die Zukunft 
In delrTVVeU sich ereigenen wird durch menschliche Bö^eiß 

Erstlich ward mir Gottes Befehl genau zu verkünden' . 5 

Die Erschaffung der -Welt. Doch du, o Mensch, du verscllmitzter, 
Merke bedachtsam auf, dass du nicht meine Weisung verachtest, 
Auf den erhabehsten Herrn, der die Welten alle gegründetv 
Sprach: Es^vverde', da ward es. Denn er baute die Erde 
Ueber dem Tartarus "^üf, auch verlieh das liebliche Licht er, ' . 10 

Spannte den Himmel hoch auf und dehnte das bläuliche Meer aus, 
Kränzte das Firmament mit Haufen strahlender Sterne; 
Schmückte die Erde auch aus mit Pflanzen, gab Flüssen zu trinken 
Das sich ergiessende Meer und mischte die Lüfte mit'Winden 
Und mit feuchtem Gewölk. So schuf er auch andere Zeiten, . • 15 

Setzte die Fische ins Meer, und gab "die Vögel den Lüften, 
Zottige Tluere dem Wald, und langsam schleichende Drachen, 
Und was immer du jetzt im Weltenraume erblickest. 
Durch sein Wort dies Alles er schuf, so ist es geworden 
Schnell und Alles zumal; denn er war ewigen Ursprungs, 20 

Schauend vom Himmel herab, so wurde vollendet das Weltall. 
Dann aber bildete er wiederum ein beseeletes Wesen, 
Nach selbsteigenem Bild einen neuen Menschen abbildend, 
Göttlich und schön, und befahl, dass er sollte in dem Paradiese . 
In dem ambrosischen wohnen, um rühmlicher Werke zu pflegen. 25 

Dieser jedoch, so allein in Edens üppigem Garten, 



10 21B¥AAIAK£IN AOFOS A.^ 

ngoaXaXirjv Ttod-espyts, ,iiäl r^vxsro -elöog ad-Qrjaat 
^'AXy^ , olov avTog exsv. Toü dt] ■9-sbg avroq artovqag 
^Ek XaTtaQTqg oarovvj sTtoirjOaro Evav ayrjrrjv, 

30 KovQLÖirjv äXoxov, r]v Srj TtOQSv sv JlaqadeRrc^'^' 
TovTcp avvvalstv. '^O de [.iiv -/.aiLdmv, (leya d-vi.icp " 
Qavf.t' e%£v, e^aicpvr]g Y.ex<xQr}(i6vog, olog OQarac 
l^VTiTVTtov /LiijLir]^a' ootpolg 6^ rjfieißsTO ftvd-otg, ; 
Avvo{.iaTOig gsiovat' <9s<p yccQ itama ßßi^'qXei. 

35 Ovrs yccQ cniQaaif] voqv saxsTtov, ovre f.iiv aldco 
^'A(.L(peyfiy, ak"^ ^aav ■/.qaöiccig aTtccvsv&s /ady.oio, f- 
Kal (og -&^Qsg örj ßaiveaKOv ccTtoayiSTteeaai. (.leXeGCi. 
ToXai de v.cu i-ievETtevta &eog ecpE%{.iag ayogsvaag, 
^ei^sv TOv ösvÖqov f.ir] ipavastv. Tovg de (.läV acvbg 

40 ^E^aTtärriaev oq)ig öoXlcog, STtl {.lotgctv arfsld-eiTi, " sÄ: 
Tov -d-avccTOv, yvaiaiv te laßstv ayad-ov t£ yicMov re. ^^^ 
^A'kXa yvvTj Ttgcorrj Ttgodöxig [rtg] yivsrt' Ixetvc^, - 
"H Scoxev, Tomov 6^ äöa-^ tmsl^sansv af-iagreXi!. 
"Og Q^ £7tssaGt yvvcciHog TtSTteta/xivog, s^eXad-sayisv 

45 Ad-avätov viTtaTOv,' aacpicüv ö^ a(.isXYjGEv ecpETjiwy. 
Tovvs'ASV avT ayad-oto Xäßov '/.ayiov, olov engq^av. 
Kai TOTS Sij yXvKSQTJg avxijg TtsraX^ ' eftTtsiqävMg, 
'Eo&rjrag Tsv^avxeg, stv aXXrjXoiGLv £&rjix,av, 
Mrjösä T^" 'ai.icp€KccXvxp(xv, Irtel acpioiv rj'isv cciöcög. - 

50 ToXoiv 6^ ad-ävaxog yiörov ed-sro, xdßßaXev e^co 

id&avaTOv %(6qov. Tods yag TezsXeaixEVOv rjsv "* 

QvrjToXg sv %(ÖQa /Lislvai, STtel ovy. i(pvXaB,av 
"A.'d-avä'cov (.leyäXoiO Qeov Xöyov at^avtog. 
Ol d" äcpag k^eXd-ovrsg ercl Csldtogov aqovqav, 

55 ^oKQvac xai atovaxcüg ösvovzo' STteira de rolatv 
^Ad-ävatog avrog d-ebg eru TtQOcpsQeareQOv elrtev, 
Av^ävea&e, TiXtid^veod-^ , egyä^ead-' enl yairjg 
'Evtexvcog, tV^ exV^^ rgocprjg v.6qov IdQwovxeg. 

'^Qg (päto ' TTJg d^ aTtärrjg tov ercaitLov igTtvar^Qa 

60 NrjdvL y.ai KSvecovL Ttonqaaro yatav egeldsiv, 
üiKQtog e^eXccGag' decvrjv d' sx^Qccv Ttqotaxpev 
^Ev fj,eaq) aXX-^Xcov '/.al 6 {.lev ■xetpaX'^v TcqocpvXäaaei 
2(ä^stv, dg de ftreqvav, ejtel &ctvar6g ye Tcäqeort 
IJXrjaiov av-d-qwTtoiv v.al ioßoXcov TiaxoßovXcov. 

65 Kcci t6t6 dt] ysvsrj TtXrjd-vvsTO, (og s'neXsvGsv 

Aitog 6 TtavTO-Aqäxoiq, -Kai av^ccvev äXXog eni' aXXcp 
Aabg ccrteiqsGiog. Omovg de ixhv e^T^ourjGav 



#" 



■■'* 



.--SreYLEINtSCHfe3W£iSSAGÜii^QEN. I BUCH. il 

Strebte'-nacK Zmefelpräch^und wMschfe 'fin anderes Antlitz 

GleiclÄ3h'ielbe^'zu|eh'n. Da nahm ihm eine der Rippen 

Gott säijM Jihfti' aui'^'^d^ Seit' und^ schuf die herrliche Eva, 

Ihm zum lieben Gemahl,* und brachte sie, im' Paradiese 30 

Dort zu wohnen mit 4hm. VTer aber,, sie sehend, 'im Herzen 

WuWert' er sich, und' war höchlich erfreut, so plötzlich zu sehen 

Solch ein Gebilde, gleich ihm. Und verständige Rede zu wechseln 

Trieb's von selb'eiCihn an; denn';Gott hatte Alles gefäget. 

Denn verdunkelt , war nicht ihr Sinn von bösem Gelüste, 35 

Nicht' bedecßfen sie sich die Scham; sondern arglosen Herzens 

Wandelten sie, nicht verhüllt den Leib, gleich Thieren des Feldes. 

Ihnen aber darauf- gab Gott fürsorglich Befehle, J ^^ 
Nicht zu beruhigen den Baum. Aber doch wurden sie von; der Schlange 
Schrecklichem 'sFrjuge -verführt und gewannen die Loosei des Todes, "40 
Um von '^^' und Bös zu erhalten nähere Eimde. . _ 
Aber es üMe zuerst das Weib am Manne Terräth jaus^* 
Gab ihm und suchte!;^um Fall den arglosen Mann jzu bewegen; 
Dieser, durch Weibes Wort verführt, des unsterblichen Schöpfers 
Nicht' mehr gedäcM' er, ihn' kümmerten nicht Uie klai^ii Gebote. 45 

Darum,' wie sie-gethan, so empfingen sie üebel statt Wphlthat. - 
Damals flochten sie^aüch die Blätter der lieblichen Feigf^ 
Machten sich' Kleider daraus, und kleideten sich Init ein^der. 
Sich verhülle]^' die Scham; denn jetzt überkam gje Ver^Hamtheit. 



Gegen sie Jher entbrannte der Zorn des unsterblichen Gottes, 50 

Trieb au's dena Land^'der Unsterblichen sie.^ Da war es entschieden, 

Sterblifch auf Erden sollten sie sein; denn sie hätten bewahrt nicht, 

Was der unsterbliche Gott, der grosse, gewaltige, sagte. 

Sie aber traten hinaus zusammt auf die fruchtbare Erde, ; ,. 

Thränen vergiessend und seufzend. Jedoch der unsterbliche Vater 55 

Sprach zu ihnen darauf 'geneigt die gnädigen Worte: ; * 

„Wachset und mehret euch nun; durch Kunst unterjochet' die Erde, 
Dass in des Angesichts Schweiss ihr Nahrung habet die Fülle.". 

So sprach er. Die Schlange jedoch, die Schuld der Verführung, 
Zwang er auf Seite und Bauch gestützt die Erde zu streifen. 60 

Unerbittlich trieb er sie fort, und stiftete Feindschaft, 
Schreckliche, beiderseits; und bewahrt vor dem Streiche die eine 
Sich ihren Kopf, so hütet die Ferse der Mensch; denn genahet 
Hat sich der Tod zu ihm und zur trugvollen, giftigen Schlange. 

Jetzt aber mehrten sich sehr die Menschen, ganz so wie es wollte 65 
Der Allherrschende selbst, und fort wuchs eines zum andern, 
Ward ein unzähliges Volk. Auch Häuser zu bauen begann man 



10 2TBYJAIAK£iN ylOFOS A:"' 

ÜQoaXalirjv Tcod-eeayie, -/.al rjvxero eidog ad-Qtjaai 
^'AU^ , olov avxbg e%ev. Tov örj -S-ebg avrbg artovgag 
Ey. XaTtäqiqg OGxovv, eTvocrjcraro Evav ayrjrrjv, 

30 KovQLÖtrjv aKo%ov, t^v drj rcögev sv üaQadslbq) 
TovTO) avvvatsiv. 'O ds /.iiv xaridcov, (.isya d-vficp 
Qavi-c exsv, s^akpvrig •/.sxaQrif.ievog, olog OQaxai 
"AvTtzvTtov f.iii.irif.ia' ao(polg 6^ -^ßsißero /.ivd-oig, 
A-vrof-iäfOLg geiovoi' Oetj) yag nävxa (.laixrjXeL. 

35 OvTS yccQ cr/.Qaai7] voov sG'/tertov, ovre {.lev aldcä 
""Af-icpexov, a'klJ' ijaav y^gadiaig ccTtdvev&e xa-AOio, ; 
Kai cog SiJQsg di] ßalvsoxov aTtoazsTteeGGi- (.leXsaGc. 
TotGL 6h ytal f-ieteTtsiTa Qebg £(psT[.iag ayogevGag, 
Aei£,ev tov devdqov (.ir] ipavGsiv. Tovg dl {.läX^ alvbg 

40 ^E^aTtccTrjGsv 0(pig öolicog, ertl (.loXqav aTtskd-elv 

Tov d-avätov, yvcoGtv ts Xaßeiv ayaS-ov rs y.ay.ov te. 
A?Jm yvvrj TtQcozr] jtQOÖOTLg \TLg\ yLvet" sxsivcp, 
"i? ScoKsv, TOvTOv (5^ ccöaij Ttsld-sGxev af.i(XQTsly. 
"Og Q^ ETteaGGL yvvatybg TterceiGfisvog, s^eläd-SGxev 

45 A&avccTOv v/cLgtov, Gacpscov (J' af.ielr}Gev ecpsvf^wv. 
Tovvey.ev avT aya&oXo kaßov y.axbv, olov aTtqd^av. 
Kai xözB dr] y^vxsQijg Gvxrjg TteraX if-ifteigavTsg, 
^Ox)-i]Tag rev^avceg, eTt" dXliqXocGtv e^xav, 
Mrjdsd t" df.ccpexdXvipav, ertei Gcpiotv rj'iep aldcög. 

50 ToIgcv 6^ d&ävaTog yorov ad-sro, xaßßa'lsv e^to 
ld-9-avdTOv %ÜQ0v. Tode ydg rsTsXeGj.ievov rjev 
Qvr]ro7g sv xcoqcc {.islvat, BTtEi ovy s(pvla§av 
"AiyavÜTOv i-iayäloLO Qsov Xöyov dt^avtog. 
Ol ö' acpag E^eld-ovtsg ItcI tsiäcogov aqovqav, 

55 JäxqvGi v.ai GTOva%alg dsvovzo' aftswa da zotocv 
^AS-ävazog avzbg S-abg aTti jtqorpaQäGZBQOv alTtav, 
Av^dv€G-&s, TtXrj-d-vveGd-' , agyä^sG-d-^ anl yaii^g 
'EvTayvcog, %v^ ayrjra TQOcpijg yögov Idqcoowag. 

^ßg cpäto' TJjg d' ccTtdzrjg xbv anaixLOv eQTtvGzrJQa 

60 NrjdvC y.al y.avecovt jvotrjGazo yatav agaldeiv, 
TluQOjg s^alaGag' öaivrjv ö^ ayß-Qav TtQotaipav 
"Ev (.leGco dXXrjXcov' zal 6 (.lav yaq>alr]v TCQOcpvXaGaai 
2a)^aiv, og 6s Ttxäqvav, ajtai d-ävaxög ye itäQaGxt 
IJlyjGiov dv&QCüitcov yat ioßolcov zayoßovlcov. 

65 Kai xoxa örj yevsrj TtXiqd-vvaxo, cog ayileuGav 

Avxbg TvavToygdxcoQ, zal av^avev aXXog eft" aXXcp 
Aabg a^tsigaGLog. OXyovg de (xav e^TqaxrjGav 



SIBYLLINiSCHE -WEISSAGUNGEN. I. BUCH. il 

Strebte nach Zwiegespräch und wünschte ein anderes Antlitz 

Gleich, sich selber zu seh'n. Da nahm ihm eine der Rippen 

Gotl selbst ihm aus der Seit' und schuf die herrliche Eva, 

Ihm zum lieben Gemahl, und brachte sie, im' Paradiese 30 

Dorj. zu wohnen mit ihm. Der aber, sie sehend, im Herzen 

Wundert' er sich, und war höchlich erfreut, so plötzlich zu sehen 

Solch ein Gebilde, gleich ihm. Und verständige Rede zu wechseln 

Trieb's von selber ihn an; denn Gott hatte Alles gefüget. 

Denn verdunfielt war nicht ihr Sinn von bösem Gelüste, 35 

Nicht' bedeckten sie sich die Scham ; sondern arglosen Herzens 

Wandelten sie, nicht verhüllt den Leib, gleich Thieren des Feldes. 

Ihnen aber darauf gab Gott fürsorglich Refehle, 
Nicht zu berühren den Raum. Aber doch wurden sie von der Schlange 
Schrecklichem Truge verfährt und gewannen die Loose des Todes, 40 
Um von Gut und Rös zu erhalten nähere Kunde. 
Aber es übte zuerst das Weib am Manne Verrath aus. 
Gab ihm und suchte .zum Fall den arglosen Mann zu bewegen. 
Dieser, durch Weibes Wort verführt, des unsterblichen Schöpfers 
Nicbt mehr gedacht' er, ihn kümmerten nicht die klaren Gebote. 45 

Darum, wie sie gethan, so empfingen sie Uebel statt Wohllhat. - 
Damals flochten sie auch die Rlätter der lieblichen Feige, 
Machten sich Kleider daraus, und kleideten sich mit einander. 
Sich verhüllend die Scham; denn jetzt überkam sie Verschämtheit. 
Gegen. sie ajier entbrannte der Zorn des unsterblichen Gottes, 50 

Trieb aus dem Land der Unsterblichen sie. Da war es entschieden, 
Sterblich auf Erden sollten sie sein; denn sie hatten bewahrt nicht, 
Was der unsterbUche Gott, der grosse, gewaltige, sagte. 
Sie aber traten hinaus zusammt auf die fruchtbare Erde, 
Thränen vergiessend und seufzend. Jedoch der unsterbliche Vater 55 
Sprach zu ihnen darauf geneigt die gnädigen Worte: 

„Wachset und mehret euch nun; durch Kunst unterjochet die Erde, 
Dass in des Angesichts Schweiss ihr Nahrung habet die Fülle." 

So sprach er. Die Schlange jedoch, die Schuld der Verfühnmg, 
Zwang er auf Seite und Rauch gestützt die Erde zu streifen. 60 

Unerbittlich trieb er sie fort, und stiftete Feindschaft, 
Schreckliche, beiderseits; und bewahrt vor dem Streiche die eine 
Sich ihren Kopf, so hütet die Ferse der Mensch; denn genahet 
Hat sich der Tod zu ihm und zur trugvollen, giftigen Schlange. 

Jetzt aber mehrten sich sehr die Menschen, ganz so wie es wollte 65 
Der Allherrschende selbst, und fort wuchs eines zum andern, 
Ward ein unzähUges Volk. Auch Häuser zu bauen begann man 



12 SIBlMdlAKSlN MfÖ2->AfS '] 

üavToiovg, i^^v aüfe^TroJt&g x&V^f^^ ejtoiövv^ '' - 
£^ xai iTtiaiTafxh'cog. Olaiv TtojLpxQoviov ^/woj?''/'-- -^ 

lQ'£27taaev eigfZcorjv TioXyl^QaTOv ' Öy^yctg avlccfg'''^ ' '^ 
TeiQOfisvoi ^^VTJG^öff aXl' cog' deSftfjjiivoi vizKip'^. 
^'OXßiQL ol fieQ0pe$ f-teyqli^TOQeg, övg €(p£lj]as 
2o)TrjQ ce^dvatog ßäaikevg &s6g. ^A'KXa y.al avTol 
"HkiTOv a^Qoavvj) ßeßolruißyoi. Ol yaQ avaidwg i^"- 

75 E^ByiX(x)v TtatEQCig, ytai [ir^i'sQag' rjtif^t.ciLov, " " 

FvoiGTohg S' ovx[ syivwav.ov, adeXcpstwv enißovXoi.^ ' ' 
"Haav ccQu (xtagol, y.SKOqvd-^avoL ätjuoTt cpcordiv "t 
Kai TtoXsfÄOvg EitoLow. Elg (J' avrovg rjlv-9-ev avt] 
'YGTÖ.rri, ovQavod-ev ßeßohqixivri, xat ßiOTOio 

80 ^ecvovg e^siXsv ' tovg <J' av vTteds^aTO adiqg ' 

'yätdrjv d avT- htdXeÖGav, STtsl Ttgtorog [A.6key iddccfi 
rsvadfisvog ■d-dvccTOv, yätcc ös (iiv äfxg}er/.ttXvxps^ 
TovveKa drj TtävTsg öl eTtix^-öviov ysyacoreg 
IdvsQS^ etv aWäoidofiocg ievac xaXeovzai,. '^ " 

85 AXX' ovTOc TpavTfgi^cu '' siv a'Cdao [loXovvxeg 
Tcfiijv l'ajpyzoJ^ xat Itu tcqutov ysvog' rjoav. 

^VTCCQ ETtEL TOVTOVg VTtEdE^aTOj ÖSVtEQOV OV-d^Lg 

Twv Y.ataXelfpd-iv'vcoy ts dixaiotärcov dvS'QcoytlS)' '. 
''LiXXo yevogyTiEv^ev TtöXvTtoixiXov, olg E[.iEf.iriXet 

^^"EQy^ EQaxa, oitovdj[x,i te üccXal, xal VTTBiQOxog cciöatg^ -. 
Kai Ttvauvi] apcpi^ägTEXfag ös fihv s^T^axrjaav Z .^s 

IlavTOtag, svqövTEg dfjLrjxaviag sTCivoiaig. ' » 

Kai rig fihv yaLiqv aQOTQOig e^evqe yscogyetv, 
^lÄXXog te^xaivELv' aXXcp öh TtXsEtv [j.sfA.E?<,'r]TO, 

9ö'L^XX(i} id^laaTQOvofXßZv xal ovelqotcoXeXv td ■rcexEtvd, 
OaQfiayiiri d' aXXto, avTccQ fiayLxrj itäXw äXXcp ' . 
^!AKXoi rßJ.aXXa maara fXEfxriXoTsg te%v(i)Ovto, 
rgrjyoQÖc dXq)iqaT7iQ£g, ETttot/vfj.lrjg /nETsxovvEg 
Tavzrjg, orti q)Q£alv [ay.olf4.i]TOv] vöov eI%ov. 

iOO'ldTtXrjaTÖy TB ÖEftag, G^ißagoi [layccXot. x' Eni elÖel 
Tladv 6/xcjg' £[a.oXov d^ VTtb TaQrccQcov ö6f.iov aivbv, 
/iEGfiölg dqQiqxTOig TtEcpvXay^iEvoL i^aTtoriaac, 
Big ysEvvav (.laXsQOv XdßQOv TtvQog cniaf.mtoio. 
Töiv dr] xal y.etETCEUta näXiv ysvog dfißQi{.i6d^fj.ov 

105 'E^scpdvrj TQcravov ys vrtEQcpidXcov dvd-Q(I)Ttcav, 
^Ewwv, Ofc xaY.d TcoXXa TtsQi ag)Latv s^Eitovovwo. 
Kai tovgö' vGßivrj, dvögontaalat t' alsysival 

2vvE%E0}g diXEGZOV, VTtSQßLOV ^TOQ %ovTag. 






-M.- 



Öi?i. 



SIBYLLINISCHE'WEISSAGKNGENr I. BUCH. 13 

Mancherlei Art, auch Städte im^-jtreffüch^geb'auete Mauern 
Wurden' bereitet' mit 'Kunst. Es, dehnte das' Leben zu langen 
Reihen der- Tage sieh aus; -denn nicht "ivon drückender Sorge 70 

Starben sie aufgezehrt, nur wie vom Schlaf überwunden. 
Glückliche, treffliche Sterbliche die; sie liebtfr der Köiug 
€l)tt,sihr unsterblicher Schutzherr. Aber von Thorheit geblendet 
Sündigten öelber-^auch sie; denn schamlos spottend -der Väter, ^ ; 
Wurden die Mütter verunehrt, wurd% di# Bande des fiW^^ 75 

Nicht mehr erkannt, und Hinterlist selbst dem-BrudeK;Jereitk > 
Unrein waren -sie auch; und schwiminend im BlutCdert Männer -%, 
Wurdetttdie Kriege geführt. Da endlich kam das Vef djßrbea?;? r ; ^ 
Aus der Höhe vom Himmer gesandt und raubte das Löbeng^^ 3 
Ihnen den Schrecklichen; dann nahm- sie die ünter&CV^lt'^äuföäfeß, 80 
Hades nannte rään sie, weil Adam als erster (MMn kamf ^ ;;Js||^-ä^^ 
Ais den Tbifeer geschmeckt und ihn die Erdei ninhüllte^^r' ^.;S^f^^ ' 
Darum man%uch von allen den Erdegeborenen -Menschen >" u 
Sagt, dass diese hin8^;in des Hades Wohnungenügeheilt ■ y -^ 
Diese jedoch hielt man, obwohl sie im Hades verblieb^H, ;^: 85 

Alle^EuP' rühmliche Männer, zum ersten Geschlechte gehörend.^ 

Aber als diese dahin gegangen, da schuf er ein zweite|, 
Anderes Menschengescbliecht wiederum, mannichfach, von den Menschen, 
Welbhe besonders gerecht verblieben. Und nützliche Dinge 
Strebten die aii'i voll trefflicher Zucht und' rühmlichen Eifers ; ' s 90 

Tüchtige Weisheit auch, undUrieben mancherlei Künste, ' ' 

Und was immer die Noth für Einsicht lehrte, effaü'd miah; * 

So hat einer das Land mit Pflügen .zu bauen erfunden"; 
Andere zimmerten Holz, Jioch Anjire gedachten derTSchifffahrt; , 
Sternkundig Ändere warep und acih'tend des Fluges ^^er Vögel,{,.;', 95 
Andere übten die Jleilkunstj- wiederum "Andre die ?MagiI^. ^'^^Iti 
Andre erdachten noch •Andi'estJedw^edeSsmit, .Kunst überlege^^^ 
Wachsam, betriebsameTMenschen; jilso würden genannt sie,/*^ ;% 
Weil unermüdlichen Sinn sie bargen in ihrem Gemüthc. - 

Von kolossaler Gestalt./ünd'^gewaltigeo. äussiären-Ansehns ji^^ ;! , ^ 100 
Waren sie auch. Doch hinab in die'' schreckliche, -^lüllischeEWöhnüng^^^^^ 
Mussten sie geh'n, zur Strafe verwahrt mit^ewigen/^nden ; '^3^. " 
In der Gehenna Gluth, dem grossen untöschlichen Feuer. 

Drauf nach ihnen ein drittes Geschlecht übermüthiger Menschen 
Kam wiederum in die Welt, die waren gewaltig und schrecklich, 105 

Und der Schlechtigkeit viel wai"d gegeneinander ersonnen. 
Schlachten und Männermord und fortan ein blutig Gemetzel 
Richtete Alle zu Grund, das Volk hoichmüthigen Herzens. 



12 2IBYAAIAKSIN AOtOS :Ä^J 

JlavTOtovg, rjd^ avrs TtöXeig xal reixs' InoLov-V: 
Ev xccl €7tiGTaf.isvo}g. Olaiv 7ToXv%q6viov '^(■iccq . 

'JO^QTcaaev eig Qmrjv TCoXvrjgaTOV ov yaQ aviäig 
TeiQOf^evoi -d-rrjaxorg cäX tog 6ed{.nrj[iivoi vrrvcp. 
^'OXßLOt OL jisQOfteg ueydXriTOQeg, ovg ecpilrjas 
^toTrjQ cc-9-uvatog ßaailevg Qsög. ^AXkoi, v.ai avxoi 
^'HXvtov acpQoavvjj ßeßoXrjiiivoc. Ol yaQ ävacddig ;'^ 

Ih'E^syiXcov TtaTegccg, yial fir]T6Qag rJTt/.ia^ov, 

FvcüOTOvg (J' ovx syivcoay.ov, aöelcpsuov eTtißovXoi. 
"Haav aga [xiaQOt, xEKOQv-9-fZEvoi. aijuccTi qxarojv 
Kai TtoMixovg ItvoLovv. Eig d' avtovg rjkv'd-sv arr] 
"YoTÜTri, ovQavod-sv ßsßoXrj/nevr], xat ßtöroio 

80 /JsLvovg e^stXev ' rovg ö av VTtsde^axo adrjg ' 
"Atdiqv 6^ avT EzalsGOav, STtsl Ttqojxog (.löXey ^A^aii 
rsvffdßsvog -d-avaTOv, yaZa öe [ilv af.i(peii:äXvxpE. 
TovvExa drj TtävTsg ol etclx&Övlol ysyacUxEg 
"AvEQsg eiv aCdao ööfxoig isvai '/.aXEOvrai. 

85 "AXX" ovTOc Ttavtßg zal siv atöao (xoXovvxEg 
Tifxijv Ea%riY.av, xal ETtl Ttgcorov ysvog fjOav. 
AvTaQ EJtEL TOvTOvg VTCEÖs^aro, dsvTEQOv avd-tg 

TCÜV YMTaXELCp&SVTüiV TS ÖCYMlOTaTCOV avS'QCOTtÜV 

"LdXXo ysvog TEv^Ev TtöXvTtoL'KiXov, olg if.iE(.i'^?-et- 

90'EQy^ EQaxa, GTtovdai te -/.aXal, v.cu vTCEiQoyfig aiöcbg, 
Kai Ttw-Lvr] Gocptiq' lexvag ös fihv E^rjaxrjoav 
UavToLag, avQOWEg ccfirjxaviag ETCivoLaig. 
Kai Tig fxsv yalrjv agÖTQOtg e^evqe ysoigyelv, 
'"uä.XXog x^/.taivEiv aXXi^ dh TtXsEiv (.lEf-UXr^TO, 

^l^lAXXcff ö" aGTQOvoi-iEiv yial bvsiQOTtoXEtv ra TtEtEiva, 
0aQiJ.axir] d^ aXXq>, avTccg f.iayf/.r] itäXw aXXcii ' 
"'AXXoi 6^ aXXa EY.aGra f.i€{.ir]X6x€g texvcoovto, 
rQTjyoQOL aXg)r]GTrJQEg, E7tcoi/v/iUr]g /.lEXEXovTsg 
Tavzr]g, ottl g)QEolv [a'/.oifj.rjTOv] voov slxov. 

lao'ldTtXrjGröv XE diixäg, Gxißaqol fisydXoc t' ejtI eXöel 
TiGav 0fj.wg' £/:wXov d" VTtb xaqxäqiov d6{.iov aivov, 
yj£Gfj.oig aQQ'^y.xOLg TtEcpvXayfiEvoc l^aTtoxlGat, 
Eig yssvvav i-iaXEQOv Xäßgov ^vqog dv.a(.iäxoi,o. 

Tcov dr] Y.al fiExsTtECxa TtaXtv ysvog oiA.ßqtf.iöd'viA.ov 

105 E^Ecpävr] xq'txaxöv ys VTtEQcpiäXtov avd-QCOTtiov, 
Asiviöv, ot xavM TCoXXa TCEqt Gq)iGiv e^etcovovvxo. 
Kai xovgd' vGfiivri, avÖQOxxaGlat t' aXsysival 
2vv£XECog ojXsgxov, VTtiqßiOv rjxoQ sxovxag. 



SIBYLLINISCHE WEISSAGUNGEN. I. BUCH. 13 

Mancherlei Art, auch Städte und trefflich gebäüete Mauern 

Wurden bereitet mit Kunst. Es dehnte das Leben zu langen 

Reihen der Tage sich aus; denn nicht von drückender Sorge 70 

Starben sie aufgezehrt, nur wie vom Schlaf überwunden. 

Glückliche, treffliche Sterbliche die; sie liebte der König 

Gott, ihr unsterblicher Schutzherr. Aber von Thorheit geblendet 

Sündigten selber auch sie; denn schamlos spottend der Väter, 

Wurden die Mütter verunehrt, wurden die Bande des Blutes 75 

Nicht mehr erkannt, und Hinterlist selbst dem Bruder bereitet. : 

Unrein waren sie auch; und schwimmend im Blute der Männer 

Wurden" die Kriege geführt. Da endlich kam das Verderben 

Aus der Höhe vom Himmel gesandt und raubte das Leben 

Ihnen den SchreckUchen; dann nahm sie die untere Welt auf; :., 80 

Hades nannte man sie, weil Adam als erster dahin kam, 

Als den Tod er geschmeckt und ihn die Erde umhüllte. 

Darum man auch von allen den Erdegeborenen Menschen 

Sagt, dass diese hinab in des Hades Wohnungen gehen. 

Diese jedoch hielt man, obwohl sie im Hades verblieben, 85 

Alle für rühmUche Männer, zum ersten Geschlechte gehörend. 

Aber als diese dahiu gegangen, da schuf er ein zweites, 
Anderes Menschengeschlecht wiederum, mantiichfach, von den Menschen, 
Welche besonders gerecht verblieben. Und nützliche Dinge 
Strebten die an, voll trefflicher Zucht und rühmlichen Eifers; 90 

Tüchtige Weisheit auch, und trieben mancherlei Künste, 
Und was immer die Noth für Einsicht lehrte erfand man. 
So hat einer das Land mit Pflügen zu bauen erfunden; 
Andere zimmerten Holz, Jioch Andre gedachten der Schifffahrt ; 
Sternkundig Andere warep und achtend des Fluges der Vögel, 95 

Andere übten die Heilkunst,, wiederum Andre die Magik. 
Andre erdachten noch Andres, Jedwedes mit Kunst überlegend. 
Wachsam, betriebsame Menschen, also wurden genahnt sie, 
Weil unermüdlichen Sinn sie bargen in ihrem Gemüthe. 
Von kolossaler Gestalt und gewaltigen äusseren Ansehns 100 

Waren sie auch. Doch hinab in die schreckliche, höllische Wohnung 
Mussten sie geh'n, zur Strafe verwahrt mit ewigen Banden 
In der Gehenna Gluth, dem grossen unlöschJichen Feuer. 

Drauf nach ihnen ein drittes Geschlecht übermüthiger Menschen 
Kam wiederum in die Welt, die waren gewaltig und schrecklich, 105 

Und der Schlechtigkeit viel ward gegeneinander ersonnen. 
Schlachten und Männermord und fortan ein blutig Gemetzel 
Richtete Alle zu Grund, das Volk hochmüthigen Herzens. 



14 . ^a^ii^EKiij^ iioro^ ;>/; 

110 'OTiXoTtttov yevog- äXXo, f.i^aiüp6voy,:j,^^ppßovitov, ',---" 

^%(A.a.Ta, ovrs <9€Öv dsidcoTag-, övVy av^QcoTtovg 
^tdoßsvöt' /iiaXa yaQ TOI eTt' airoiat ßeßoXrjTO 
OiaTQOjuavrig ft^vig, nal dvaaeßir] aXeysiv^. 

Üb Kcd Tovg [.isv fcöXsfxoL T* , avägoxTaacai ts, fiäxavthre 
Eig €Qßßo£ TtQptax^av, qlt^^ e60ag, 

^Ldvß^ag Svöaßßiag-' Tovg (?' av (isTOTtio&e ^öXaiaiv 
OvQjuyLog &ebg avvüg sov.^fieveSi^yuxTO y.6afj.ov,-. 
TaQTa^(^ afi0ßaXcov^^ vrtb Ttv^fxevi yair]g. 

120 /Cal 3to£X_tif: ccXKö yevog TtoXv xBLQOxeQÖv ixiftOTtiad-Bv 
l^v^QCOTtiov Ttoirjösv/plg ßVK ayad-Qv /xersTtsLTa 
^^av^j^fig ,&sbg T£v^§y, STtsl v.(ma TtoXX' stvovovvto. 
. Ol yaQ-^ß^tGT7]Qsg TtöXli^ itXiov, rj ot' hielvoi, 
riyavveg qmXiöl, (.udgug dva(pr]}.icc xsovreg. 

125 Mö^fpß •^ß^-syj^aytsaGi. diaatotarog v.m aXrjdijg 
^Hv l^fiis, TCLGTOTiXTog, '/.aXotg t eqyoLGi (.iE[.nfilbtg. 
Kai Tc^ phv .0€og avtbg ah' oigavod-sv cpäto %ola' 

Neos, dsfJLCcgS-aQGvvov ibv, XaoXai ts TtccGi 
KrjQv^ov (xevävoiav, OTtiog Gcod-ojGLV arcavtsg. 

130 'ifv de ye ov-A aXeyoiGLv, -avaidea d:v[xbv sxovreg, 

Ilav yeyog e^oleGO} fisyaXoig vdccTcov xarakXvGfiotc;^' ^, 
2oi S' (jj-A ik Qi^j}g ys adtiprj'voio re^ijXög . - ■ 

^ovQoiTsov xeXo^dt dcHfi acpd-LTOv aGx'^GdG-d-ai. 
Qiqaco d' SV GTrj&EGGi vöov, 7tvv.ivi]v ße %s texvjjv, 

135 Ätti f.i£TQa, '/.al M>X7tov kfiol öe ts Ttävta ftsXrjGsc^ 
"£2Gve GS Gcod^val y,al o'Gol gvv göI vaLovq.w.' 
Eifii d' eyd) 6 eojv, {gv d^ evl cpQsGi g^gl vorjpov), 
OvQanov kvöidv^ai, 7tsQißeßXi]fiai defMalaaGav, 
Fala öe (xoc GzriQiyfia Ttotööjv, h;eQi Gcofia M%vt(xi 

l^Q^AriQ, ö' rjö'' aGTQCov f.is xOQpg 7teQidsÖQ'o/.iE 'TtavTr). 

'Ewea ygaf-ifiavlexo}' ^isiQaGvXXccßqg elfjn,' 'vJ)bl f-ie. 

\Ai'TQ£Lg ai Ttgäräl ovo yga^f.ia't' exovGcv saÜGTr}, 

'H XotTtrj de %a^qijta, xai eiGiv acpcova Ss rcevre' 

Tov Ttavtbg d^'ccQi^^ov eyiarovraöeg eiGt dig ourch, 

Uö Kai TQeZg TQlg'dsxaösg, gvv y^ STtfä. Tvovg de tig eifxl^ 
OvK aixvr]TOg eGj] irig Tcag' eixoV GOcpLiqg, 

"ßg cpäto' TOV öe rgoyLOg Xccßs fxvQ'iog, olov axovGs. 
Kai TOTS 6r] voeQcog Texvr]Gaf.ievpg Tcc enaGTa, 
^aovg IXXiTävevs, Xoywv '3^ e^riQ%STO toLcjv, 



SIBYLLINISCHE WEIS&AGUNGEJ^. I. BUCH. 15 

Auf sie folgte darauf eiasßäte^ ; 

Tapferes, streitbares Volk^^^^gieri^üiid schwachen Verstandes. HO 
Mähner des vierten Geschi^i|5^iewaren|; und diese vergossen 
Viel Blut, -fürchteten auch tiött iiicht und "scheüteh jiicht Menschen::. 
Denn sie hatte gewaltig wüth'endes Toben befallen, 
'iinnbethörend und Schmm-zhereitend, gottlose Qesinnung. 
Aber sie sanken hinab durch Krieg, durch MßrQiühd^ui^^^^^^^ 115 

In des Erebus Nacht, obsclibn ein sehr jubekiagend 
Gottyergessenes Volk. Die Uebrigen aber, im Gnmme 
Raffte sie aus der Welt Gott selbst,' der himmhsche Vater, 
Barg im weiten Tartarus sie, in den Tiefen der. Erde. 

Und VFiedertiiii ein ander Geschlecht noch, schlechterer Menschen 120 
Schuf er d&rauf. Jedoch über sie verhängte nichts Gutes 
Späterhin der unsterbliche Gott: denn Bös^S verübten? 
Viel sie, mehr von Uebei-muth noch als jene ergriffen; , 
Riesen, thorichten Sinns, abscheulicher Schmähungj ergeben. 

Aber vor Allen gerecht allein und vor Allen ^^lirblßig . . 125 
War ein verlässHcher Mann, No'ah, des Guten beflissen. 
Und$zn ihm vom Himmel herab sprach folgende Worte 
Gott selbst: „Noah! ermulhige dich und ' sämmthchen Völkern 
Predige Busse, damit ich sie alle zu retten im Stand bin. ^ 

Acht&n sie dies aber nicht, schamlqs >in ihrem Gemüthe, 130 

Dann Verderb' ich das jganze Geschlecht in gewältigen Flutben. 
Du aber baue alsbald aus trockenem Holze gezimmert 
Dir ein hölzernes Haus; eine haltbare Wohnung, befehl ich. 
Ich will legen Verstand in die Brust dir und tüchtigen Kunstsinn, 
Ebenso Maass und Raum; denn All dies liegt mir am Herzen,. 135 

Damit erhalten du bleibst und mit dir alle Verwandten. Jo .:: 
Ich aber bin der ich bin,,v {überlege dir das in dem Herz eri|f?^ 
Ziehe den Himmel als Klefd an und lasse vom Meer mich umgeben; 
Schemel der Füsse^ist mir die Erde, den Kölner /umfliesset 
Luft, und rings um mich kreisen im Reih'n die zahliösea^Sterhe. 140 
Buchstaben zähle ich neun; viersylbig ich bin: r«[uh° erkenn mich. 
Welche von dreien zuerst, hat zwei der Buchstaben jede, 
Und was übrig die anderen fasst ; aber Jünfe sind iautlos. 
Aber die Suinme der Zahlen enthält Achthunderte zweimal, 
Dreimal dreissig dazu mit sieben. Und weisstdu Wer ich bin, 145 

Dann bist du nicht uneingeweiht in dies göttfiche Weisheit." 

Sprach's. Aber diesen ergriff, dies hörend, gewaltiger Schrecken. 
Dann aber, als er bei sich Alles Einzelne hatte erwogen, 
Flehte die Völker er an und begann in folgenden W^orten: 



14 SIBYAAIAKP.N AOFOS J. 

Ey. Tiov dij (.lera Tavra vMTrilvd-sv bxpvreksG'vov 

110 ÖTtlÖTttTOv yevog aXXO) fiiatcpovov, cr/.QitoßovXov, 
i^vÖQwv av TerccQTr] yeveij' ot TtolXa %esG'/.ov 
ji%littxa, ovTS Gebv öeLÖtöveq, ovt' avS-QcoTtovg 
^idöflsvot' (.iccla yäq rot STt' avrolGi ßsßölrjTO 
OlaxQOfxavrig {.irjvig, xal dvoaeßir] ccksysiv'rj. 

115 Kai TOvg f.iev itolej-ioL r , ccvögoxTaGiai ts, nä%ai, tb 
Eig egsßog liqotaxpav, di'CvQOvg tvbq eovrag, 
"Idvögag övaaeßeag. Tovg d^ av ixeroTtiad-e %öXoiaiv 
OvQÜviog &ebg avrb.g aov /.isTsS^xaro -AOGfiov, 
TaQzÜQb) af.upißalcov f-ieyalcp VTto Ttvd-fievt yair]g. 

120 Kai TtäXiv aXlo yevog TtoXv xslqotsqov (xetÖTtiad-Bv 
^vd-Q(x)7tü3v TtpirjaBV, olg ovv. ayad-pv (XETSTtsuca 
^^d-ävarog QBog tbv^bv, btvbI y.ay.a tcoXV btcovovvxo. 
. Ol yccQ vßQiOTrJQBg TtoXXtp Ttlsov, rj oV exBivoi, 
riyavTsg axoXiol, fuaQcög dvacprj/iia %EOvtEg. 

125 Mövvog d BV TtavTBGaL dvaaLÖruTog v.al aXrjS-rjg 
!öV NtoB, TtLarövaTog, '/.aXotg x' BQyoiai (.isi-nqXdjg. 
Kai Tft3 fXBv .Oabg avrbg arc ovQavöd-sv cpdvo tota' 

NcoB, dsfxag d-äqavvov ibv, XaolaL ib Ttaat 
KrjQv^ov i-iBxccvoLav, OTtcog ocoS-öJatv aitavTBg. 

130 'ifj^ ds ya ovx akäyiaotv, 'UvaLÖäa -d-v/iibv sxovxag, 
Hav ysvog b^oXego) (xayäXoLg vöÜtcdv Kara-/.XvG/.io2g. 
2ol d^ cüx' Ix QiCrjg yaaöiiprjTOLO XBd-iqXbg 
JovQäxsov x£Xo.f.iai öco/.i' äcpd-ixov aGnrjGaa^ai. 
QrjGCü d' EV GTrjS-BGGt voov, TtVY.Lvrjv ßs TB xäxvTqv, 

135 Kai (.LsrcQa, xal yiöXitov' afxol de tb Ttävxa hbXtigei., 
"^'Qgtb ob Gü)d-rjvaL xal ogol gvv goI vaLovGiv. 
Ei/iil d' kyo) b Bcüv, {gv d^ evl cpQBol ofJGi. vorjGov), 
OvQavov £vÖ£dvf.iai, TtBQLßBßXiq^ai, ds ■d-ccXaGGav, 
Faia 6e fwi GZ'^QLyfxa Ttodcov, TtBQi Gojfxa v.ixvtai 

140 ^Ariq, 6' rjö^ ccGXQcov i,iB xogbg 7tBQidEdQ0f.iB Ttävzrj. 
^Evvia yQücf-ifiax^ %<^" xBXQaGvXXaßog Eiuf v6bi /ib. 
^l TQElg al TtQCüTai ovo ygäf-if-iar^ e^ovoiv axaGTr], 
'H XoiTtr] de ta XoiTta, -Kai bIgIv arpcova 6a tcevte ' 
Tov Ttavrbg d' aQiS-/.wv EY.arovTäÖ£g eIgI ölg oxxco, 

145 Kai TQBtg TQlg ÖEKaöeg, gvv y etctcc. Fvovg Sh rig ai/nl, 
Ovy. a/Livrjxog aarj xrjg Ttaq^ af.iol GOg)irjg. 

"^ißg cpäxo • xbv da TQ6{.iog Xaßa fJ.vQi.og, olov ay.ovGB. 
Kai xÖte ör] voeQcog xaxvrjGaf.iBVog xa maGxa, 
yLaovg iXXixävBVB, Xdycov d^ B^rjQXBXo xoiwv, 



SrBYLLlNfSCHE WEISSAGUNGEN. I. BUCH. 15 

Auf sie folgte darauf ein später geborenes andres 
Tapferes, streitbares Volk, mordgierig und schwachen Verstandes. 110 
Männer des vierten Geschlechts sie waren; und diese vergossen 
Viel Blut, fürchteten auch Gott iiicht und scheuten nicht Menschen: 
Denn sie hatte gewaltig wüthendes Toben befallen, 
Sinnbethörend und Schmerz bereitend, gottlose Gesinnung. 
Aber sie sanken hinab durch Krieg, durch Mord und durch Schlachten 115 
In des Erebus Nacht, obschon ein sehr zu beklagend 
Gottvergessenes Volk. Die Uebrigen aber, im Grimme 
Raffte sie aus der Welt Gott selbst, der himmhsche Vater, 
Barg im weiten Tartarus sie, in den Tiefen der Erde. 

Und wiederum ein ander Geschlecht noch schlechterer Menschen 120 
Schuf er darauf. Jedoch über sie verhängte nichts Gutes 
Späterhin der unsterbliche Gott: denn Böses verübten 
Viel sie, mehr von Uebermuth noch als jene ergriffen; 
Riesen, thörichten Sinns, abscheulicher Schmähung ergeben. 

Aber vor Allen gerecht allein und vor Allen wahrhaftig 125 

War ein verlässlicher Mann, Noah, des Guten beflissen. 
Und zu ihm vom Himmel herab sprach folgende Worte 
Gott selbst: „Noah! ermulhige dich und sämmtlichen Völkern 
Predige Busse, damit ich sie alle zu retten im Stand bin. 
Achten sie dies aber nicht, schamlos in ihrem Gemüthe, 130 

Dann Verderb' ich das ganze Geschlecht in gewaltigen Fluthen. 
Du aber baue alsbald aus trockenem Holze gezimmert 
Dir ein hölzernes Haus, eine haltbare Wohnung, befehl ich. 
Ich will legen Verstand in die Brust dir und tüchtigen Kunstsinn, 
Ebenso Maass und Raum; denn All dies liegt mir am Herzen, 135 

Damit erhalten du bleibst und mit dir alle Verwandten, 
Ich aber bin der ich bin, (überlege dir das in dem Herzen), 
Ziehe den Himmel als Kleid an und lasse vom Meer mich umgeben; 
Schemel der Füssejst mir die Erde, den Körper umfliesset 
Luft, und rings um mich kreisen im Reih'n die zahllosen Sterne. 140 
Buchstaben zähle ich neun ; viersylbig ich bin : Nun erkenn mich. 
Welche von dreien zuerst, hat zwei der Buchstaben jede, 
Und was übrig die anderen fasst; aber fünfe sind lautlos. 
Aber die Summe der Zahlen enthält Achlhunderte zweimal, 
Dreimal dreissig dazu mit sieben. Und weisst du Wer ich bin, 145 

Dann bist du nicht uneingeweiht in die göttUche Weisheit." 

Sprach's. Aber diesen ergriff, dies hörend, gewaltiger Schrecken. 
Dann aber, als er bei sich Alles Einzelne hatte erwogen, 
Flehte die Völker er an und begann in folgenden Worten: 



16 SIBTAAiAKJHN AOrOS A. 

150 'LdvÖQeg ccTtiGTOicoQoi, fieyaX^ ßeßokr]fi£vot ocargcp, 
■ Ov XiqGsi' Qebv oog^ eitga^ccTsi ^ävß^ecjyaQ oldsv. 
ud.&a.va'tos acoTrjQ, TtaveTclquOTvog, og.fi'fiiieXevaev ' 
^^yysXXscv ^vfziv, %va f^t] rpQsaiv e^anölLrjG-d-e. 
Nrixpare., rag y.auag a7tov.6jpaTB, ixTjdeßidLiüg 

155 ^XltiXocg {xccQvaa-9-s, fiiaupövov rzog e%oy.xeg, 
^%{.iaaiv avÖQöfisoig ^ölXfiv ydlav aQÖevpvreg. 
^idea^rjTE, ßQOTo\,-ToyvheQf.ie.ysSnq ycaV argearov 
OvqävLOv 7iTtarr]v, Qebv aq)d'iTOv, og nöXov oiyisi, 
Kai Tovzov TtccvxEgJkiravevaaTs, xQiqarbg VTtaQxei' 

160 TovTOv VTtsQ twrjg TtöXsiov v.6a(xqi6 rs Tiavrog, 
TergaTtödcov, TtTtjvcov ys, jv' ilscog sooe^" arcaatv. 
'jEaasrai yaq qjs Y-oa^iogloXog aTteQsigtpg avÖQÖJv, 
"YdaOLv 6lXvf.ievog, (poße0av 6^ bXoXv^er^ aoidrjv. 
"Eazai d ,.e^a7tivrjg ar^Q axardaTaTog.v/.u)^, 

165 Kai yßXog ovqavoß-sv {.isyäXov Qeöv ij^et erp^ vfxag* 
^'Earai ö arQekeqjgy or eg av-d-Qiojzovg Tigoiäipst 
2o}TrjQ ad-ävaTOgi-av i-irj Qsbv lXa^i^(jS-s, 
Kai (.LStävOLüv eyrir" ccTtp vvv, y.al f.iri'neTi firjöhv 
^^vayiolov rje kokÖv t' a^sßioTaTOv aXXog Ist* aXXq) 

170 ngätTSi, aXX^ bai(p ßiörcg 7teq)vXayfA.evog ely], 
Ol ÖS (XLv eiaaKOvqvTs'g; s(i.vy.triQtCov sxaaTog, 
''Ev.cpQOva xixX'^aKOvreg, aiag f.ief,iavr]/iievov avdga. 
Kai töxE 6 av jvaXiv avS-ig avLa%sv Nais aotöi^v ' ' 
^£2 fteya dslXawi, Kaxor^rogsg, aGraxoc avdgsg, 

175 ^löoLTqv TtqoXiTcövteg, avaideiriv noU-eovceg, 
'^AqitaGicaoi ivgavvoi, afxaQTMXoi re ßiaioi, 
WevGTat, aTtiGTÖxogoi, y,axÖ7tQdyf.iovsg, ovöev aXrjd-eig, 
^eyiTQÖxXÖTtoi -d-', evqsGGLXoyoi, dvofpr]f.ia,,xeov i eg, 
OvY. ogyriv te Qeov detötoveg vipiGvoLO, 

180 Elg ysverjv TtefiTtrrjv TtscpvXayi-iivot e^aTtOTiGai. ^ 
Ov -aXaleK^y'^Xt/vöig äXXov, aitrivssg, dXXa yeXare' 
2aQÖ6vL0v fieldf]fi(x ysXäGGSTs, onTtoxav rj^fj 
TovTO, Xeyco, to Qeov qjoßsQOv Y.al ertriXvTOv vÖloq, 
"ÖTtTiore Kai/pisidsQOv yivog ev "/ß-ovl xü^uor^ 

l%h^^evaov QLtjjGiv ddixprj'vOLGL ts^rjXög, -^ .f. 

^vt67tQvi.ivov aiGTOv ifj iv vv/.tI ysvrjzai, :{, 
Kai TtoXeig- avravögovg GEiGix&cov Eivooiyaiog 
K£vd-(xöjvog yairjg GxedccGEi, xal relxecc XvGet. 
Kai TOTE KOGf-iog artag z£ drtecQEGuov dvd-Qcojtcov 

190 Qvr^^Ezat. ^vxaq eycj TCÖGa TtEV-driGO), Tiöoa vXavGoi 



SIBYLLINISGHE WEISSAGUNGEN. I. BUCH. 17 

■Männer, ungläubiges Volk, von , schrecklichem Wahnsinn befallen, .150 
Was ihr verübt, entgeht Gott nicht; er ist ja allwissend; 
Alles erblickt er der .ewige Retter, und dieser befahl mir 
Euch zu verkünden, damit ihr nicht in der Thorheit zu Grund geht. 
Werdet denn klug, und entfernet von euch das Unrecht, und kämpft nicht 
Gegen einander gewaltsam mit blulbegierigem Herzen, 155 

Träiikend das weite Land mit vergossenem Blute der Menschen. 
Fachtet, ihr Sterbliche, doch den himmlischen, den allgewalt'gen 
Schöpfer, der Furcht nicht kennt, den ewigen Gott, der im Himmel 
Wohnet und fleht ihr Alle ihn an; denn er ist auch gütig:. 
Flehet um's Leben der Städte ihn an, der sämmtüchen Erde 160 

-■-.■■^i, '■ . • ■ ■■■--■ 

Und , der vierfüs'sigen Thiere, der Vögel, dass. Aller er schone. 

Denn es wird kommen der Tag, wo die Welt unä die Schaaren der Menschen 

Gehen durcff^Wasser zu Grund. Dann werdet ihr schreckliche Klage 

Stöhnen; denn plötzlich geschieh^s, dass die Luft euch ist imbeständig, 

Und äbec euch vom Himmel, der "Zorn des gewaltigenlGottes 165 

Kommen "wird: sicherlich .wird er ihn auf die Menschen entsenden, 

Er der unstörbliche Heiland, wofern ihr die Gottheil;, nicht sühnet, 

Busse von jetzt an thut und Schlechtes in keinerlei J^^eise 

Uebt, sei es bös oder ungerecht gar, ?nicht mehi^ gegen «inander; 

Wenn nicht vielmehr foi-tan ihr ein beiirges'ljehenj; bewahret. 170 

Die aber hörten ihn an> und irängfteadie'^^ Nase ein Jeder, 
^'ifanntem^gar wahnsinnig|ihn, ' und ;s|lbsjt einen rasenden Menschen. 
Da nun begann wiederjum Noah laut rufend- zu jammern: 

Unglückliche, ihr,5f56n Denkart schlecht, unbeständig, 
Menschen,, denen di€''Zucht entwich und*dieFr(Bchheit' gelüstet ; 175 

Räuber, tyrannisches Volk und Gewaltthat übende Frevler, 
Lügners^ sondjsr Treu, Verbrecher und Mar allßr Wahrheit, 
Ehebrecher-feezücht, -Söphis'ten ufid eilele Schmäher, 
Die ihr nicht fär|;htet deh'^ofn des AUerhabenen Gottes, 

180 



Aufbewahret auf s fünjfte Geschlecht, um Strafe zu leiden. 

Weinen wollet ihr nicht, iHarlherzigei sondern ihr;-laciiiet:S^^^ 

Werdet mit Grinsen derleinst wohl lachen,' Wenn einmliffieVeinbricht 

Jene anstürmende Fluthvyöh;i.Golt, die fui'chtbare, sag' ich ; 

Wenn auf, Erden.,die;PluflÄein neues und heilig* Geschlecht schafft. 

Ein stetswährjinues'Vol^dc^^^ gekommen aus trockener Wurzel ; 185 

Wenn- es in Eihjer^j^acl^mit^ all - seinen ^Wurzeln verschwindet, 

Und'^die St^dt6Jü|id|#e^hei|z 

Aus dem Geklüfte der^rde ^z^lätlbt iimd di^|MauMi zers^ 

Dann wird sterben die Welt giinzj^'sänamt deil'%hzähligen Menschen. 

Aber ich selbst, wie klage ich dann, wie werde ich weinen 190 

*"' ■ 2 



16 SIBYJAIAKilN AOrOS A. 

150 'LfivÖQeg ccTtiaTOXOQOt, f^eyaXq} ßeßoXrjfxevoi oXorgip, 
Ov Xiqaei- Qebv oaa eTcgä^are' Jtävra yag oldsv 
'uä-9-ccvaTog acorrjq, TtavcTtLaxortog, og jtt' exeXevoev 
^^yyekXeiv 'v[iiv, 'Iva f.ir] cpQsolv e^aTvölrjo^e. 
Nrixpate, rag xa-Kiag ccTtoy.öipaTS, firjöh ßiaicog 

155 idlXi^Xotg f.iaQvaoS'e, /iuaicpövov rtog ^xovrag, 
^%l,iaoiv avögof-isotg TtoXlrjv yaiav agdevovreg. 
^ideo&riTs, ßQOTol,-TOv VTceg/Lieys-d-r] v.ai argeorov 
OvQaviOv KfloTTjv, Qeöv äcpS-trov, dg jtbXov ot/ieX, 
Kai TOVTOv TtävTsg XczavevaaTe, XQrjaTbg vrcccQxef 

160 TovTOv VTteQ Ccorjg TtöXecov '/.ÖGf.iOiö ts Ttavrog, 
TetqaTtödcov, miqvüjv %£, %v %Xuog eaoed-^ aitaoiv. 
^jEaasrai yaq ots KÖaf-iog oXog aTtageiatog avÖQÖJv, 
"YdaGiv 6XXi\uevog, (poßeQccv ö' dXoXv^er' aotör/v. 
"'Eatai d^ e^a7tivi]g ariQ a.YXixä.o%axog v^iXv, 

165 Kai yoXog oigavöd-sv (.isyäXov Qeov ij^ei erp' v(.iäg^ 
^'Earat ö^ mgenecog, 6V eg avS-Qiorcovg ngoiäipEc 
2corrjQ ad-ctvaTOg, av f.irj Qsbv iXä^r^aS-e, 
Kai f-isrävOLav eyrir ano vvv, xal [.irf/.eTL f.ir}dev 
/Iva'AoXov rfi Y.ar/.6v t a^eidazaTOv aXXog kn aXXoj 

170 UgaTTei, cäX bai(Ji ßiOTii} 7Tsq)vXayi.iivog e'irj. 
Ol de /iiiv eiaaytovovTsg if-ivxr^QiCov h'xaoTog, 
'jEzcpQOva '/.r/.XrjaKOVTsg, cctocq f.i€f.iavrjf.i£vov aväqa. 
Kai tÖxs d^ av TtäXw avd-ig aviaxsv Neos aocdrjv * 
^£2 f-ieya öeiXaioi, y.aKO^TOgeg, aarazot avögeg, 

175 ^löoh]v TtQoXiTtSvreg, avaidelrjv nod-eovTeg, 
'^^QTtaatdloi TVQavvOL, ccfiaQTcoXol ze ßlaioi, 
Wevorai, aftLOiö/MQOL, y.ay.07tQdy/.iov6g, oudev alr^d-aig, 
^ey.TQOy.X67roL ^^, evQSGOÜ-oyoi, dvacpr]f.ia y^eovieg, 
Ovx ogyriv ts Qeov Seidiozeg vipiavoio, 

1%Q Eig yeverjv jcefiTCvriv 7tscpvlayf.ievoL l^aTtoriaai.^ 
Ov y.XalsT^ aXXvöig aXXov, aitrjVEeg, aXXa yeXare' 
^aqdövLOv f.iaiörjf.ia yeXäaaeze, ojzTcorav rj'ST] 
Tomo, Xeyco, %b Qeov (poßegbv xal emqXuvov völoq, 
""OrtTioxe y.aiviet legbv yevog ev '/ß-ovl xvf.ia, 

ISbidevaov QiLrjOiv aöiipriTOiai. T£&r]?-6g, 

^vtöjvQvi-ivov aiGTOv ifj ev vvy.il yevr]Tai, 
Kai TCCiXetg- avrävÖQOvg GetGix&cov eivoGiyatog 
Kev&(.icüvog yairjg GyedccGsi, v.ai %ei%ea XvGei. 
Kai TÖTE ■AOGi.iog (XTtag re aneiQeaUov avd-QiOTttov 

190 Qprj^eTai. ^vtccq eyco TtÖGa 7tevd'i]GLo, noGa Y.XavGCo 



SIBYLLINISCHE WEISSAGUNGEN. I. BUCH. 17 

Männer, ungläubiges Volk, von schrecklichem Wahnsinn befallen, . 150 
Was ihr verübt, entgeht Gott nicht; er ist ja allwissend; 
Alles erblickt er der ewige Retter, und dieser befahl mir 
Euch zu verkünden, damit ihr nicht in der Thorheit zu Grund geht. 
Werdet denn klug, uiid entfernet von euch das Unrecht, und kämpft nicht 
Gegen einander gewaltsam mit blulbegierigem Herzen, 155 

Tränkend das weite Land mit vergossenem Blute der Menschen. 
Fürchtet, ihr Sterbliche, doch den himmlischen, den allgewalt'gen 
Schöpfer, der Furcht nicht kennt, den ewigen Gott, der im Himmel 
Wohnet und fleht ihr Alle ihn an; demi er ist auch gütig: 
Flehet um's Lehen der Städte ihn an, der sämmtlichen Erde 160 

Und der vierfüsöigen Thiere, der Vögel, dass Aller er schone. 
Denn es wird kommen der Tag, wo die Welt und die Schaaren der Menschen 
Gehen durch Wasser zu Grund. Dann werdet ihr schreckliche Klage 
Stöhnen; denn plötzlich geschieht's, dass die Luft euch ist unbeständig. 
Und über euch vom Himmel der Zorn des gewaltigen Gottes 165 

Kommen wird : sicherlich ;svird er ihn auf die Menschen entsenden, 
Er der unsterbliche Heiland, wofern ihr die Gottheit. nicht sühnet, 
Busse von jetzt an thut und Schlechtes in keinerlei Weise 
üebt, sei es bös oder ungerecht gar, nicht mehr gegen einander; 
Wenn nicht vielmehr fortan ihr ein heiliges Leben bewahret. 170 

Die aber hörten ihn an und rümpften die Nase ein Jeder, 
Nannten gar wahnsinnig ihn, und selbst einen rasenden Menschen. 
Da nun begann wiederum Noah laut rufend zu jammern: 

Unglückliche, ihr, von Denkart schleclit, unbeständig, 
Menschen, denen die Zucht entwich und die Frechheit gelüstet; 175 

Räuber, tyrannisches Volk und Gewaltthat übende Frevler, 
Lügner sonder Treu, Verbrecher und haar aller Wahrheit, 
Ehebrecher-Gezücht, Sophisten und eitele Schmäher, 
Die ihr nicht fürchtet den Zorn des Allerhabenen Gottes, 
Aufljewahret auf's fünfte Geschlecht, um Strafe zu leiden. 180 

Weinen wollet ihr nicht, Hartherzige, sondern ihr lachet:; 
Werdet mit Grinsen dereinst wohl lachen, wenn einniäl hereinbricht 
Jene anstürmende Fluth von Gott, die furchtbare, sag' ich; 
Wenn auf Erden die FluthÄein neues und heilig Geschlecht schafft, 
Ein stetswährendes Volkf das gekommen aus trockener Wurzel; 185 

Wenn- es in Einer Nacht- mit all seinen Wurzeln verschwindet. 
Und die Städte und Menschen zusarimit der ' Erdeerschütt'rer 
Aus dem Geklüfte der Erde zerstäubt und die Mauern zerstöret. 
Dann wird sterben die Welt ganz, :sammt den urizähligen Menschen. 
Aber ich selbst, wie klage ich dann, wie werde ich weinen 190 

2 



18 21BYAAIAK£IN ÄOrOS A. 

Or/.(i) dovQaretp, Ttöoa daxQva xvftaai f-iL^oj. 
^Hv yccQ sTciX&ji tovto 0sov ■xeaeXsva/j.svov vöcoq, 
nXevasc yrj, Ttlevaovaiv oQrj, jtXevostäds aal al^Q, 
"YdcoQ effTät avtawa, xal vdaat ijcävT^ aTtoXetrai. 

195 SrrjffovTai ö' avefioi, v.ai devregog saaerai, alüv. 
'ß QiQvyi-q, TtQiüvri d^ . avadvarj acp vöarog axQOV 
JlQcorrj d' av •d-Qsxpsig yevsrjv sTeQrjv ccvd-Q(xTC(av 
^^QXOfxevTjv av-9-ig' eaaj] ös TQOcpog tcsqI TtavTbiv. 
^XX' OTs drj ysvET] ra (xccti^v sXaXriaav ad-sG[.i(ff, 

^Oü^YipLOTog TT dicß-9-r}, itäXi d' Xa^s, (pcövr^osv ts' 

""Hdrj xaiQog ercsarr], Ncoe, Ta^^aar' ayoQ£veLv,i.^- 
"Oaaa ts rjftaTt Ti^MÖhvsteaTrjvxal xavevevaa, »-^ 

Hävxa {.laX', odoa Ttagqci^ysvscu yiayia (ivql 'eTtqa^av,,^ 
'Fe^ccc a7VSiQS(Tiq}-K6af.i(pöicc Xabv ccTtst-dij. ^; 

205!^AAa räxBi' si-ißrid-LGvv vleaiv,:rß^dai.iaQTt, 

Kai vvfigxxig. ^KaXeoov d* OTtgaÖig'xeXpftat ayoQsveiv, 
TsTQaTCodiov ffvXa, ^al eQjrsfcov, '/.al Ttezisrjvaiv. 
Totai «5* evl aTfß-saaiv, eyd) fisTETtetra ßccXovfiac 
IlQOq)QOV£(og ieyai, brcoacov ^öjtjv STtireiXco. 

210 'i2g ecpar' ' avtaff: 6 ßjjy /isycx d^ Xo.%e, (puivriGev tß. 
Kai Tors d' av aXoxog,^ xai viseg, rjös ye vvfxcpai, 
. Oiyjp öovQareq) eösXrjXv^py' avT^Q:07tetTa^ '■■ ■ * 
. Brjaav t* aXXa enaaS- , oaa7tsQ$&febg TJd-sJiis Qs^acJi^ 
'AXX^ OTS 6^ aQfiOvLa Y^XrfCg TtSQL 7tw[.i sysyrjS^, - ',t 

215 Eig TtXdycov aQ^ioa&sXaa jtsQt^eßTtp svl x^Q^) 

^r] tot' STtovQaviOLO Qsov'iTsXsLsTO ßovXiq. ''^^^^^ fe , 
2vv ö' sßaXsv VBcpiXag, -/.Qvifjsv ds jtvQuvysa dLG~/.ov, 
2vv d aüTQOig f.n^vrjv, y.al ovquvlov GTS(pav(0(.La, 
HävTa TCSQLGY.STtaoag, nsyaX'~ extvivs, dstf^a ßQOTotai, 

220 ÜQrjaTrJQag rte[.i7to)V GvveTtiqysiQOVTO-'d' ^d^Tat " ^ -^- 
UävTsg, Y.al vß^aTcov cpXsßeg eXXvovTO aTtaoai, 
OvQavö^-svßysyaXcdv av£Otyofj.svo}v y.ccTaQaKTCov, 
Kai (xvxojv ygirjg zai aßvGGOv ay.a(.iaTOio 
"YdüTa i-ivQiosvTa epavrj, y.al y^- eycaXvjp^ ; „ 

225 näaa aTtsiQSGtggy :dvTbg d' €<n:€V'^x^'^o^/4ßQ(p .i, 
Oly.og ■&sG7tEGiog' tcoXXoXgi, de xv/.iaGi^ Xa^ocg '"'^ ''. / 
'^Piqyvvfxsvog, y:a\ vrjxö/iiavog aveficov VTtb ^^^^Sj^^" ' 
^'^QvvTO ösii-iaXecog' eTe/.i€v ös ye (wqLov ^ä^Qbv^" 
^TSiQa, y.tvvfisvtov vdccTcov '/.sXaQvKofisväcov. 

230 ^XX^ OTS -y.ÖGfiov anavTa Osbg' ycaTsyXvG^ vstoIgl, 
Kai tÖts S' av Neos rpQSGiv svd-'sTO, ocpg' sGad-griGrj, 



SIBYLLINISCHfiM^EISsfiGDSfGEN. ,1. BUCH. 19 

In dem hölzernen Haus, wie mischen miiThranen die Wellen! 
Denn'wann heriein nach Gotteis Befehl die Wasser einst brechen. 
Dann wird schwimmen die Erdef die Berge scllwimmen, der Äether; 
Wasser wird überall s^in,^ uäd'Älies durch's Wasser zu Grund gehn. 
Keine Winde mehr weh'ny uhd%ndere Zeiten beginnen. 195 

Phrygien du wirst zuerst wieder aus der Fläche des Wassers 
Tauchen herauf und zuerst ernähren anderer Menschen 
Neu beginnend Geschlecht, wirst sein die Mutter von Allen. 

Als er^ nun dieses umsonst" zum gesetzlosen Volke geredet, 
Da erschfen wied,erum der Höchste>jund rief ihm und sagte: 200 

Jetzt ist gekwnmen die Zeit, Ptoah,^ All das zalbeschliessen, 
Wa^ch dereilttst dir versiirach ün^ bewiUigte,'^dii* zum Gedeihen. 
Alles^was Böses verübt in Menge die früh^^n Geschlechter, 
Wegen des Volks Starrsinn wird gestraft S#äer sämmtlichen Welt jetzt. 
Du aber steige alsbald mit den|Söhnen und 4nit deinem Weibe, 205 

Sammt^^den Bräuten hinein, una^^as sonst ifeli zu rufen befehle, 
'Der vierfüssigen Thiere Geschlecht,^ijnd wa^ teechfc und was flieget. 
Diesen Allen will ich iiinein in die -Seele es legeiP 
Dass sie williglich kommen heran, die zu leben bestimmt sind. 

Also er sprach. Aber der ging laut'ausrufend und redend. 210 

Da^nun traten sein Weib, und die Siöhnesamint., ihren Bräuten 
Ein in das hölzerne Haus, und darauf die übrigen Andern; 
Jegliches eilte heran, dem Gott jzui kommen^^eboten. . 
MS nun aber die Decke mit Klammern und Riegeln verseh'n war. 
Schräg zusammengefügt an rings geglätteter Stelle: 215 

Da ward endlich vollführt der Rathschlüss Gottes im Himmel. 
Wolken trieb er zusammen und barg die feurige Scheibe, 
Sammt den Sternen den Mond, barg auch des Himmels Bekränzung; 
Alles in Dunkel gehüllt, laut donnernd, ein Schrecken der Menschen; 
Sendete flitze herab, und es hoben zugleich sich die Winde. 220 

Alle zumal, und es öffneten sich alle Adern des Wassers, 

j.. 5: Ä . 

Mächtig stürzten herab aus- der^tuft^ die entfesselten Fluthen; 
Und aus der Erdedtiefem Geklüft und aus gähnendem Abgrund 
Slüt-zten die Wasser in Massen hervor und bedeckten 'die Ertle 
Die unermessliche ganz. Nur sie die göttliche Arche 225 

Trieb auf der Fluth gepeitscht von'vielen und mächtigen Wogen, 
Und fuhr schwimmend einher, durch der Winde "^mächtigen Andrang 
Schrecklich gejag?^ doch entzwei die git*ä|tige Masse des Schaumes 
Schnitt der Kiel, und es brauste die Fluth im Wellengewoge. 

Als aber G^tt die säramllichaWelt überflüthet mit Wasser, 230 

Da beschloss in dem Herzen Ndah des Unsterblichen- Rathschluss 

2* 



18 SIBTJAIAK£LN AOFOS A. 

Oliy.fo öovQaT€ip, Ttöaa 8ay.qva v.vixaGC f-d^io. 
^)E[v yctQ €7tsX&7] tovTO Gsov ytsneXevaiiisvov vöwq, 
nievaet yij, Tt'levaovaiv oqtj, jtXevast de v.ai aid^Q, 
"Yöcüq earaL artavTa, xal vdaac Ttäv't' aTtoXelrai. 

195 STTqaowai, d' avefiot, v.cu dsiregog eGaerat, aiiov. 
'£i 0Qvylr], TtQcorrj d^ avadvojj acp' vdarog ay.QOV 
nQcorrj d^ av ■d-QEipaig yeverjv ircQ-r^v avd-QüTtwv 
'^QXOfxivriv av&Lg' eoarj ös tgocpog rteql TtdvTiov. 
^XX' OTs drj yevef] ta i.iccTr]v eXäXrjoev aS'iai.Kp, 

200'^YipiaT6g t' bjff^r], itäXi 6" "laxe, cpwvrjasv ts' 

"'Hdrj yMiQog eTtEarr], Neos, tcc sxaaT^ ayoQSV€i.v, :, 
"Oaacc TB rjfiari. tc^ gol vjteGrrjv v.a\ KarevevGa, 
nävra. f.iccX', OGGa rcägog ysvsal xasta i^.vQi' eTtga^av, 
"Pe^at ccTtecgeGicp xoGf^up dicc Xaov ccTtscS^. 

205 ^XXä taxet e/iißrj^i Gvv vlsglv, i]d(i ddfiaQTi, 

Kai vvfj.g)aig. KäXeGOv d' OTtoGOig x8Xof,iat dyoQsvsiv, 
TsxQaTtodcav (pvXa, yal eQTteräiv, xott TteTisrjvtov, 
ToIgl ö^ evi GTTid-sGGiv iyu) {.isTSTteira ßaXovf.iai 
ÜQOcpQOvscüg livai, otvogcov ^cür]v ETtireiXco. 

210 Ißg ecpar^ " airaQ o ßrj, (.isya d' "ictx^! cpwvrjGev te. 
Kai tOTB d" av aXoyflg, y.ai vleeg, rjde ys vvfupac, 
Oiy.cij dovQarscp sGsXrjXv^ov avTccQ eircstra 
. BrJGav t' aXXa sy^aoS-^, OGartsq Qebg rjd-sXe Qe^ai.'^ 
^AXT^ OTS ö^ aQfiovltt y.Xrjtg tcsqI rtw^i sysvrid-iq, 

215 Eig TtXdyiov agfioG^siGa tceql^sgtc^ evI X(i)Qq}, 
/tri '^^^ ETtovQavLoLO Qeov eteXsLsto ßovXrj. 
2vv d sßaXev vscpiXag, v.Qvxpsv de TtvQavysa dioyov, 
2vv {?' aOTQOtg /iirjvrjv, xal ovqdvLOv GTEcpdvco/iia, 
ndvTCc jtsQLGy.ETtaGag, ^isyak^ syiTVTts, deij.ia ßQorolGL, 

220 IlQi]GTrJQag tzei-itccov' GvvETtrjyEiQOVTO ö dijrat 
TLdvTsg, y.al vödrcov cpXsßeg eXXvovzo ccjtaGai, 
OvQavöd-Ev (.ißyäXoJV dvEOLyoi^iEvcov yataqay.xw, 
Kai [xvxöiv yairjg y.al aßvGGOv ay.af.idTOi.0 
"Ydara (.ivgiOEvra cpdvrj, xal y^. Ey.aXvcpßr] ; 

225 Iläaa drtEiQEGtog. ^vxog d^ STtEvrjxEToSiAßQcp 
Or/.og d-EGTtEGiog' tcoXXoIgi ds yviiaGi Xaß^oLg 
"PrjyvvuEVog, y.al vr]xöf.ievog dve/.iiov vito QiMrjg^^ 
""SIqvvto dstf-iaXEtog' etejliev ßs ys f.ivQtov dtpQOv 
^TEiga, y.ivv{.isvo)v vdaTCOv ZEXagvCofisvacov. 

230 AIX' OTS yÖGfiov aitavTa Qsbg xaT£y.XvG^ vstoigi, 
Kai TOTE S' av Neos rpQsolv ev&sto, ocpQ^ soad-Qi^GT], 



SIBYLLINISCHE%^EISSÄGüNG5iN. I. BUCH. 19 

In dem hölzernen Haus, wie mischen mit Thränen die Wellen! 
Denn wann herein nach Gottes Befehl die Wasser einst brechen, 
Dann, wird schwimmen die Erde, die Berge schwimmen, der Aether; 
Wasser wird überall sein, und Alles durch's Wasser zu Grund gehn. 
Keine Winde mehr weh'n, und andere Zeiten beginnen. 195 

Phrygien du wirst zuerst wieder aus der Fläche des Wassers 
Tauchen herauf und zuerst ernähren anderer Menschen 
Neu beginnend Geschlecht, wirst sein die Mutter von Allen. 

Als er nun dieses umsonst zum gesetzlosen Volke geredet, 
Da erschien wiederum der Höchste und rief ihm und sagte: 200 

Jetzt ist gekommen die Zelt, Noah, All das zu .beschliessen, 
Wasgich dereihst dir versprach und bewilligte, dir zum Gedeihen. 
Alles was Böses verübt in Menge die früheren Geschlechter, 
Wegen des Volks Starrsinn wird gestraft an der sämmtlichen Welt jetzt. 
Du aber steige alsbald mit den. Söhnen und mit deinem Weibe, 205 

Sammt den Bräuten hinein, und vpas sonst ich zu rufen befehle, 
Der vierfüssigen Thiere Geschlecht, und was kriecht und was flieget. 
Diesen Allen will ich hinein in die Seele es legen, 
Dass sie williglich kommen heran, die zu leben bestimmt sind. 

Also er sprach. Aber der ging laut ausrufend und redend. 210 

Da nun traten sein Weib, und die Söhne sammt ihren Bräuten 
Ein in das hölzerne Haus, und darauf die übrigen Andern; 
Jegliches eilte heran, dem Gott zu kommen geboten. 
Als nun aber die Decke mit Klammern und Biegein verseh'n war, 
Schräg zusammengefügt an rings geglätteter Stelle: 215 

Da ward endlich vollführt der Bathschluss Gottes im Himmel. 
Wolken trieb er zusammen und barg die feurige Scheibe, 
Sammt den Sternen den Mond, barg auch des Himmels Bekränzung; 
Alles in Dunkel gehüllt, laut donnernd, ein Schrecken der Menschen; 
Sendete Blitze herab, und es hoben zugleich sich die Winde 220 

Alle zumal, und es öifneten sich alle Adern des Wassers, 
Mächtig stürzten herab aus der Luft die entfesselten Fluthen; 
Und aus der Erde§tiefem Geklüft und aus gähnendem Abgrund 
Stürzten die Wasser in Massen hervor und bedeckten die Erde 
Die unermessliche ganz. Nur sie die göttliche Arche 225 

Trieb auf der Fluth gepeitscht von vielen und mächtigen Wogen, 
und fuhr schwimmend einher, durch der Winde mächtigen Andrang 
Schrecklich gejagt; doch eiitzwei die gewältige Masse des Schaumes 
Schnitt der Kiel, und es brauste, die Fluth im Wellengewoge. 

Als aber Giott die sämmtUche Welt überflüthet mit Wasser, 230 

Da beschloss in dem Herzen Noah des Unsterblichen Bathschluss 

2 * 



20 ^iBYatALdKiiN Jmb:^-^. 

^^d-aväftov ßovX^oiV sdv 6s re NrjQsqg xcSrjy. 
""il-Aa de nwfx avsip^e TteQi^earOv ccTtö teixop ■ 
^(.iTtsigoig aQuolat v.q/t' avxiov aQfxoGd-svTfx. 

235 /fat Aevffag vdazwv aTteiQeöiwv Ttöijv ?iXrjß-ög 
HävToae Neue (xÖQev Oipd-älixotGiv' b'^aa&di, 
^^si(.i e%e,v.ai ytQixdiTjv JtdXXsv p.sya, Kai tOTe 6^ ccrjQ 
Batoi GTeiXdfisvog, STteii] y.df.iev rjfxaat jtoXXotg 
KoGfiOv olov devcov, töte öceXwv, old re xXwqov, ' ■ • 

2AQ ^IfiaTOsvTa nölov /.leyav ts Ttvgavyed diGxov 

^si^sv xeKfirjxoTa' /.toXig d' slxsiL Nois ■S-aQGog. ,v * 

Kai zÖts örj TteXii^y: oiirjv arto 3i6g0i, TCOirjGag .v^^^,-. 

^'ExßaXev, ocpga yv^ evI^qsgIv, ^jtors yala ?;S' Ä 

0aiv€T^ €Tt GTSQsrj. 'H^fdh TtTSQvysGGi xa/itovaa, ^ ^ 

2tö ndvza TteQiTtTriGäGa, tcoXW TQSTtet' ' pvre yaq vdtOQ 
THv noTtaGav' fidla yaQi'cs 7tS7thriQj^^^:%d sxaGxa. - ' 
^vxaq og riGvxaGagj:nahiv iqixaTaj ^Ep,7ts Ttskaiav s- 

^vd-ig, %va yv^, ellTt'siqsliiavGavÖvdaTa TtoVka. 
jET d' aqa TtoixrieGGa öisTttaTO, ßfj ö' STtl yajav, , ' 

250 Baibv (?' df.i7tavGäG(x ds(j.ag votsqjj snl yaifjß, . < 

^^Axp eTtl Nais TtdXcv de ts rjXv^s, y.dQg)og sXaiag 
2rfj.a cpsQOvGa f.i^y' dyysXlrjg. QccQGog ö^ sxs Ttävtag t^ 

Kai fisya X'^Qt-''^j ort ^aiav STtsXTtiQsGyiOv d&QTJGai. ä ' 

Kai TOTS Sij f^STSTtSlT ^XIOV flsXdvOTtrSQOV OQVLV *'" . ^, 

255 Tdxpg V7ts^S7ts(.iipEv ' 6 ds TtTsqvysGGi Ttskot-d-wg,] *• 

Hqocpqov.scog Ttsxaxo, yaii] d^ sX^d-cov a7t£f.isivs. 

Fvöj ds TS Neos VT t yaia hsXst nsXag aGGov sovGa. 

^AX}^ OTs drj qöß-ioig sul xvf.iaGiv sv&a v.al sv^a, 

l^lxßqoGiTj Tsxvj], STtsvrixsTO oWfiaGi tcovtov, 
260 Hrjyvvfxsvri oXiyrjg STtl fjovog sGTrjqLXVO. 

"'Egti ds TL 0qvytT}g S7tl rjTtsiqoio (isXalvrjg 

^Xißarov Tavvf-irjusg oqog ' l^iqaqaT ds aaXsiTai, 

"Ott aqa GiodrjGSGd-ai S7t ,avTiT) JjtßvSsßff.isX'kov, 

"Ev TOvT(ff nsyähjiös Ttodij naTcc^f&^rjiv. if/f 
2&ö^EvS-a (pXsßsg (.isyäXov jtOTaftov 'Magat^a^ TtecpvxaGt. ' 

[Tovös] xißcoTog sfxsivev sv vxprjXoZo xdq'^vcp, 

Atj^ävTCüv vöccTCov. TÖts S' av TtdXiv ovqavöS-i Ttgb 

QsGTtsGir] (.isyccXoto Qsov TtccXtv Yaxs g)covr] 

Toiov srcog ' Nais 7V£(pvXayf44vs, tvigtsj ßlndis, 
270 QaqGaXscog s^sXd-s Gvv vlsGi, v.aL ts d&fiaqTi, 

Kai vvficpaig TqiGGalg, v.al 7tXriGdT^^fym.dv ß.rtaGfxv ^, - 

Av%6{isvoi, nXrjd^vö^isvoi, tcc dixqMMsi^ovtsg 



SIBYLLINISCHE WEISSAGUNGEN. I. BUCH. 2t 

Auszuspähen ; denn satt war er der Gaben des Nereus. 

Und "^pn des Schiffs geglätteter Wandung schnell er die Decke 

Nahm, die gefestete quer gegenüber mit trefflichen Riegeln. 

Und die gewaltige Menge von endlosen Wassern erblickend, 235 

Konnte Noah überall den Tod nur seh'n mit den Augen. 

Da überfiel ihn Beben und. Furcht. Doch es legte der Wind sich 

Jetzt ..ein wenig; denn müde war er die Welt zu durchwehen 

All^roie Tage hindurch ; und er liess die feurige Scheibe ^ 

Bl^Pünd blutig und gross, nachdem das Gewölke zertheilt war, 240 

Blicken vom Himmel herab. Kaum konnte sich Noah erholen. 

Dann aber scmckte er fort von sich eine einzige Taube, 

Sendend hinaus sie, damit er erführe, ob etwa die Erde 

Stehbar erschiene^ und fest. Aber die, mit ermüdeten' Flügeln 

Alles umfliegend, kehrte zurück. Noch waren die Wasser 245 

Nicht verlaufen; vielmehr war^AUes von ihnen erfüllet. 

Er aber ruhete nicht viel Tage, und schickte die Taube 

Wiederum aus, zu erspäh'n, ob die Massen der Wasser, gefallen. 

Die nun flog im Fluge dahin und trat auf die Erde, 

Ruhte ein Weniges aus, ermattet, auf feuchtem Gefilde; 250 

Dann kam sie zu Noah zurück und brachte ein grosses ^ 

Bptschafts-Zeichen, den Oelzweig: da wurden Alle voll Muthes' 

ünd-^VoIl unendlicher Freude: man hoffte die-Erde zu schauen. 

Und er liess -einen andern, schwarz gefiederten Vogel 

Dann aus der Arche hinaus. Doch der, den Flügeln vertrauend, 255 

Schwebte willig dahin und erreichend die Erde verblieb er. 

Noah bemerkte hieran, dass näher die Erde herankam. 

Aber als nun auf rauschender Fluth die Arche daherfuhr, 

Mittelst unsterblicher Kunst hintreibend auf wogender Meerfluth 

Hierhin und dorthin, da blieb auf schmalem Strande sie stehen. 260 

Weit und hoch gedehnt auf Phrygiens dunkelem Festland 
Ragt ein steiles Gebirg, es führet den Namen Ararät, 
Weil die Rettung auf ihm für Alle zusammen bestimmt war, 
Und in den Herzen alldort ein grosses Verlangen sich kund that. 
Dort entspringen die Adern des grossen Flusses Marsyas. 265 

Dort auf den Höhen des Bergs blieb stehen die Arche d^s Noah, 
Während das Wasser verlief. Da wieder vom Himmel erschallend 
Rief noch einmal;#äie göttliche Stimme des mächtigen Gottes 
Folgendes aus: Noah, erretteter, treuer, gerechter, 
Muthig komme heraus . mit jäen Söhnen und mit der Genossin, 270 

Sammt den drei Bräuten, und mehrt euch und füllet die sämmtlicheErde, 
Wachset heran und übt die Gerechtigkeit gegen einander 



20 2IBYAÄIAESIN AOFOS J. 

^^d-aväxov ßovXiJGiv' edv öe re NrjQsog adrjv. 
^i3xa Je noJi.i' ave(p^e Ttegt^earov cctvo TSt%ov 
^{.iTveiQOig aQf.ioiGi v.m avTiov aQfxoad-evra. 

235 Kai Xevaag vöazcov ccTtsiQeaicov TtoXv TcXrjd-og 
nävToae Neos (xÖQev 6q)^aXf.iotaiv OQaad-aL, 
/:l€l^i %%s, xal ^Qadirjv rtäXXsv (tsya. Kai rdre (J' «^^ 
Baioii arsiXäi-ievog, STtEir] %(Xf.isv 7]{.iaat rcoXXolg 
KoGf-iov oXov öevcov, röre öieXihv, ola rs yXcoQOv, 

240 ^If.iaröawa rcbXov (.leyav rs nvQavyaa dlaxov 
z/ei^sv Y.e'/.f.iri'AOTa' [.löXig d^ el%sv. Neos S-agaog. 
Kai tSts di] TteXirjy oXiqv aito vöacpi Ttoirjaag 
"ExßaXsv, b(pQa yv^ hn (pQsaiv, st tvots yala 
(DaivsT^ STL GTEQsr]. ^H ds TtTsqvysGGi xai-iovGa, 

245 Ilävza TCEQtTtrrjGaGa, TtaXiv tqsTtst ' ovrs yciQ väcoQ 
jHV v-OTCaGav' f^aXa yccQ rs :n:s7tXr]QCüxsc ta %%aGxa. 
^vTciQ dg '^ovxÜGag itaXiv TJfxaza, 7vs(J.7tB TtsXstav 
u4vd-Lg, 'Iva yvcp, eitcsq eitavGaxo vdata TtoXXä. 
'H d" aqa TttoxrisGGa diSTCTazo, ßrj ö^ STtl yatav, 

250 Baibv S a(.i7tavGaGa ösfiag voxsQfi en\ yccij], 
Alp srcl Neos TtdXiv ds ts rjXv^s, y.äQ(pog sXaiag 
2rf.ia cpsQOvGa (.isy^ ayysXirjg. QaQGOg ö^ %£ Ttavtag 
Kai (.isya %aQ[.L , Ott yaXav s7tsX7tL'QsGY,ov ad-Q^Gat. 
Kai Toze dr] (.isTETtsn:^ aXXov fxsXavoTtteQOv oqvlv 

255 Täyog VTts^sTts/mpsv ' 6 Ss TtrsQvysGGi TtSTtoiS-cog,] 
ÜQOcpQOvicog nsiaxo, yaliß S" kXß-cov a7ts/.isivs. 
Pvcü öe TS Naie ovi yaia TtsXst näXag aGGOv sovGa. 
u4XX OTs di] QÖ&toig ETtl xv{.iaotv svd-a -/.ai evd-a, 
'^[.ißgoGirj tdxvT], sTtsvrjxero oXö^uigl Ttowov, 

260 Urjyvvf.isvr] oXiyrjg STti fjövog sGtrjQi'KTO. 

"'Egtl de TV 0Qvyirjg srti rjTtsigoio f-isXaivrjg 
'HXißaTOv Tavv/^iTjxeg OQog' "^QaqaT de '/.aXelTai, 
"Ott ccQa Gco^GSGS-at ert amto TtävTeg Ef.isXXov, 
"Ev TOVTip /.isyaXr] ös itoSi] Kaza^fiiog tjev. H; 

26ö^Ev^a q)Xsßsg (.isyaXov TtOTa^iov MaQGvov 7teq)vxaGc. 
\Tovde[ xißcoTog sfxsLvsv ev viprjXolo ycagrjvcp, 
^rj^ävTtov vÖÜtcov. Tots ö^ av TtäXiv ovQavöO-L tcqo 
QsGTtsGLiq (.leyäXoio Qsov TtäXiv Xa%s q)covrj 
Toiov enog ' Nioe TtscpvXccyixsvs, tclgts, öixate, 

270 OaQGaXecog e^sX-9-s Gvv vtsGt, v.ai ts öafiagTi., 
Kai vvf.i(paig TQiGGaig, xal ^tX-rjoaTS yaZav artaGav 
u^v^öfxsvot, 7t?^riSvv6f.isvot, Ta öinaicc vsfxovTsg 



SIBYLLINISCHE WEISSAGUNGEN. I. BUCH. 2l 

Auszuspähen ; denn satt war er der Gaben des Nereus. 

Und von des Schiffs geglätteter Wandung schnell er die Decke 

Nahm, die gefestete quer gegenüber mit trefflichen Riegeln. 

Und die gewaltige Menge von endlosen Wassern erblickend, 235 

Konnte Noah überall den Tod nur seh'n mit den Augen. 

Da überfiel ihn Beben und. Furcht. Doch es legte der Wind sich 

Jetzt ein wenig; denn müde war er die Welt zu durchwehen 

AUeftdie Tage hindurch; und er Hess die feurige Scheibe 

Blaäs und blutig und gross, nachdem das Gewölke zertheilt war, 240 

Blicken vom Himmel herab. Kaum konnte sich Noah erholen. 

Dann aber schickte er fort von sich eine einzige Taube, 

Sendend hinaus sie, damit er erführe, ob etwa die Erde 

Stehbar erschiene und fest. Aber die, mit ermüdeten Flügeln 

Alles umfliegend, kehrte zurück. Noch waren die Wasser 245 

Nicht verlaufen; vielmehr war/^AÜes von ihnön erfüllet. 

Er aber ruhete nicht viel Tage, imd schickte die Taube 

Wiederum aus, zu erspäh'n, ob die Massen der Wasser gefallen. 

Die nun flog im Fluge dahin und trat auf die Erde, 

Ruhte ein Weniges aus, ermattet, auf feuchtem Gefilde; 250 

Dann kam sie zu Noah zurück und brachte ein grosses 

Botschafts-Zeichen, den Oelzweig: da wurden Alle voll Muthes' 

Und voll unendlicher Freude: man hoffte die Erde zu schauen. 

Und er liess einen andern schwarz gefiederten Vogel 

Dann aus der Arche hinaus. Doch der, den Flügeln vertrauend, 255 

Schwebte willig dahin und erreichend die Erde verblieb er. 

Noah bemerkte hieran, dass näher die Erde herankam. 

Aber als nun auf rauschender Fluth die Arche daherfuhr, 

Mittelst unsterblicher Kunst hintreibend auf wogender Meerfluth 

Hierhin und dorthin, da blieb auf schmalem Strande sie stehen. 260 

Weit und hoch gedehnt auf Phrygiens dunkelem Festland 
Ragt ein steiles Gebirg, es führet den Namen Ararät, 
Weil die Rettung auf ihm für Alle zusammen bestimmt war. 
Und in den Herzen alldort ein grosses Verlangen sich kund that. 
Dort entspringen die Adern des grossen Flusses Marsyas. 265 

Dort auf den Höhen des Bergs blieb stehen die Arche des Noah, 
Während das Wasser verlief. Da wieder vom Himmel erschallend 
Rief noch einmal die göttliche Stimme des mächtigen Gottes 
Folgendes aus : Noah, erretteter, treuer, gerechter, 
Muthig komme heraus mit den Söhnen und mit der Genossin, 270 

Sammt den drei Bräuten, und mehrt euch und füllet die sämmthcheErde, 
Wachset heran und übt die Gerechtigkeit gegen einander 



22 SIBYAAIJKilN ÄÖT02 A. 

"AVkril.oig, yi.v&alq ysvscov, axQig «tg xqi&cv ij^sc 
IIccv ysvog avO-QcoTtcov, €7t€i xglaig eaaed-^ ccTtaaiv. 

275 "Qg syar' afißQoair] cpcovfj. Ncoe q^ wg aTtb Kohrjg 
TIi^ aTtO'&aQa'^oag STtl yijg' vlol de avv avrcp, 
^Hös öocfiaQ, 'VV[x(pac rs, kal sQTtsra, Kccl Tteret^va, 
TsTQaTtöötov TS yevrj, %ai tccIX' afia Ttäyra 
OYkov öovQareov e^'^saccv slg evcc %(JijQOv. 

280 Kcu tÖts Srj toi Ncüs öinaiOTaTog avd-QCOJtcov 
^'Oydoog e^rjX-d-sv, 6lg eixoat nal (xLav rjoi 
nXrjQtoaag vöÜTeaai, Qsov iieyäXov öia ßovXäg. 

""Evd-^ avd-ig ßiOTOio verj ccvstscXs ysvsd-Xrj, jS 

XQVGsirj TtgcoTT], rJTig^ßXs-d-' €XTr], ccQiGTrj, 

285 jE§ otov TtQcoTOTtXaOTÖg avrjQ yivET ' ovroßa ö" avTrj 
OvQavlr], OTi Ttävfa Q€(^- fJ.Sf.isXrjiA.evrj eOTai. 
-^£2 yevsi]g ezTrjg ^qcütov .ysvog, (o fisya %äQna,. 
'Hg sXa%ov fisTSTtslt^ , ots d' hicpvyov aircvv oXs^QOv, 
UoXXa y.Xvdcovia-9'eta' afi' eficp Ttöasi xat daeQsaacv, 

2%'Hö'' ixvQip -d-^ ^^ysfj} ofxovvficpoLoiv TS Ttad-ovaa. 
"Ldqxi de aiv^aco' sffrai szoXvTTOüitXov avd-og 
lEv Gvxfj, fisadaei de XQOvog ßaatXrilov agxrjv 
^xrjTtTQOcpoQOv 6' s^si. Tgeig yag ßaaiXslg fisyädvfioi, 
"LdvÖQS di-aaLOTaTOi, ßoigag ds ts örjXwaovTat, 

295 HovXvsT'q 6^ ag^ovat %q6vov, Tct dinaLct y^fiovTsg 
^AvögäoLv, olai fisfXTjXs Ttovog xal egy^ sqaTSLvä. 
raiT] ö^ av xaQTtoig STtayäXXsTai avTOfiäTOLai 
Q)vOf.isvr] TtoXXoXGiv, v7tsQGTa%vovaa yeVs-S-Xr]. 
Ol 6s TS TfjS-svTriqeg ayi^gaOL rjfiaTa TtävTa 

SOQ^'JEggovtcci, vÖGcpLv vovGtov xQvsQCüv ficcXsQätov 
Qvrj^ovTac VTtvcp ßsßoXrjfisvoi, sg. 6^ a%sQ0VT(xg 
Eiv a'Cdao döfxoig aTtsXsvGovTai, xai sksIgs 
Tifjrjv s^ovGiv, eitsl fiaxägiov ysvog fiGav, 
"'OXßcoi ctvsQsg, olg ^aßacoS' vöov sGd-Xbv edioiiev, 

BOb AvTctQ y.al TOVTOiGtv asl GVficpQaGGaTO ßovXccg. 
^udXX^ ovTOL fiäxagsg, xccl siv aCdao [loXovTsg, 
""EGGOVTai. Tors S' avrs ßagv GTißagbv fisrsTtsiTa: 
^evTSQOv av ysvog aXXo ypcfiaiysvsoiv avd-qiaitfaVf 
TiTTqvcov. "OfxoLog ds TVTtog stcI staGiv sy.aGT0v,ii 

310 Eldog v.al fisye&ög ts g)VTqv ' cpwvrj ,ds fit sGTaty 
^S Ttäqog sv. TCQdjTiqg ysvsijg ©sog ev GTiQ-9-eGGiv 
"'Evd-STO. ^udXXa xal avToi VTtsqßiov tJToq exovTsg 
"YGTara ßovXevaovTat, sTteiyofievoi Ttqog oXs^qov, 



■-i^>? 



SIBYLLINISCHE WEISSAGUNGEN. I. BUCH. 25 

Von Geschlecht zu Geschleidit, bis einstens kommt zum Gerichte 
Jegliches Menschengeschlecht; denn Alle erwartet ein Richttag. 

SpfMi's mit ambrosischer Stimm'. Aber Noah vom Lager erhoben 275 
Sprang auf die Erde muthig hinab, ihm folgten die Söhne, 
Auch die Gemahlin und Bräute, die Thiere, die kriechen und fliegen; 
Auch vierfüssiger Thiere Geschlecht, und alle die andern, 
Alle traten ^umal an^s Land aus der hölzernen Wohnung. 
Und es trat als dersSchtie Noah, der' Frömmste der Menschen, 280 

Damals hinaus ; er hatte der Tage' zweihundert und einen 
Auf dem Wasser verbracht, so wollte der mächtige Gott es. 

Da wiederum, erblüheten bald neue "Zeiten des Lebens. 
Erst war die gbldene Zeit, die sechste, die beste, seitdem der ' 

Erstgebildete Mensch ward, himmlisches Zeitalter biess sie, 285 

Weil alle Dinge dem Herrn fürsorglich liegen am Herzen. ' 
du des sechsten erstes Geschlecht, o grosses Erfreuen, 
Das in der Folge mir ward, als dem schrecklichen Tod ich entronnen, 
Viel geschleudert umher zugleich mit Gatten und Schwägern, 
Und mit den Eltern auch des Gemahls und den Frauen der Schwäger. 290 
Weissagen aber will ich jetzt: Eine vielfarbige Blume 
Wird an' der Feige geseh'n zur mittleren Zeit, die besitzet 
Königliche Gewalt und Scepter. Grossmüthige Herrscher 
Drei -an Zahl, die frömmsten der Männer, verkünden die Loose, 
Herrschen vieljährige Zeit, was Recht ist den Menschen zutheilend ; 295 
Denn ihnen lieget Arbeit an dem Herzen und liebliche Werke. 
Aber noch einmal prunkt die Erde mit vielerlei Früchten, 
Vielehe gewachsen von selbst, und versorgt mit Getreide die Menschen. 
Und es werden die Väter in allen den Tagen nicht altern; 
Frei von Krankheit und Fieberfrost, dem schrecklichen bleiben; 30O 

Sterben vom Schlafe bewältigt und so im Hause des Hades 
Gehen zum Acheron hin, um dort in Ehren zu weilen; 
Weil ein trefflich Geschlecht von seligen Menschen sie waren. 
Glückliche Männer, und denen Gott Zebaoth tüchtigen Sinn gab, 
Und mit welchen er auch alle Zeit des Rathes gepflogen. 305 

Glücklich werden sie sein, auch wann sie zum Hades gegangen. 
Dann aber kömmt wiederum in der Folge ein kräftiges andreS;, 
Zweites gewaltig GescMecht der Erdegeborenen Menschen, 
Der' Titanen, von gleicher Gestalt in Allem und Jedem, 
In der Grösse, ini Ausseh'n und Wuchs, auch Eins in der Sprache, ,310 
Wie vordem seit dem ersten Geschlecht sie Gott in den Sinn gab. 
Aber auch diese, erfüllt von übermüthigem Wesen, 
Werden zum Höchsten hinstreben und so ihr Verderben beeilen, 



24 SIBYAAIAKSlNAOrOSA. 

^vTtßiov [ia%^aaa&aL S7t ovQav^ aGtEQqsvTi. 

315 Kai Tox-s ^ dr/,savov (xsyäXov Qvaig eöasr^ sv avTOtg, 
IlIaiyo(4.ev(av vöaTcov. *Ö fieyag 2aßad)& de xoX<J^&£iS 
EiQ^sc Kwkvcov, OTt fifj v.aT(m%vafiov VTtiarr]- 
^v&ig TtoiTjaetv etcI avd-qÜTtovg xayio3v(xovg. 
'^XX^ OTtOfav vddrcov rioXXwv ccTtsQSiäiov oldfia, 

320 Kv(xatog oqvv^Uvolo stc' allvöig ällo, Ttoirjxrai, ' 

^Ogyrjg 7tavsa-9-at, sig äXXa TE.ßEvd-ea Ttovrövf^ 
M.etq' bXiyfod-EiTj, XL/iisaiv xal tQrjXEOtv ccycratg .^ 

l^fxipl yatf] bgiöag, 6 fisydg Qsbg vipmsgdvvog' 
^rj TOTE Kai ftsyccXoLO Q.sov rcalg av9-qöi7toiGiv 

^'Si"H.%Ei öaqv.Ofpbqog, S-vrjToZg 6f.ioiov/.iEvog Iv yfj' 
TiaaaQa qxavriivTa (ptQcov ' ta ö^ äcpcova sv avT^ 
^laaa t' ayyEXXta * ccQt^-fibv d oXov s^ovo^n^vco • 
'OxTW yccQ (lovädag, TÖaaag öexädagud^ etvI TavTaig, 
!BF(5' ExaTOVTadag oxtw, arCLGTOv.bqoig avd^QfÖTtotg . 

330 Ovvopia dr]X(x)GEi' av 6' evI cpqegi ofjGiK vbrjGOv 
'uäS^avaTOio Oeov Xqigtov naXd^ vxpiGTOio. 
^vrbg TtXiqQtÖGEi dh Qsov vbfxov, ov yiaraXvGEi,, 
'^vTiTvitov (lifxriixa q)SQO}v, v.a\ TtävTa öida^ät. 

ToVTCp TtQOayiO^iGOVG^ lEQEig XQVobv 7tQ0q)EQ()VTEg, 

335 2fivQvav, uTag Xißavov ' y.a\ yag Tads navTa TtOLrjGEi. 
^AX"^ OTtbrav cpwvr} Tig EQrjfxairjg öia x^QVS 
"^il^Et ccTtayysXXovGa ßgorotg, v.a\ naai -ßorjaei,. 
Evd-Etag aTQaTtovg TtotrjGsfisv, 7}d^ airoQtxpat 
*Ek JtQaölrjg' Kaxiag, icat vöaGi (pcoTi^EGd-ai 

340 Ilav dißag av^'QOiTtfav, %va, yEvvr]-9-EVTEg avoid-sv, 
MrjyiETt firjöev oXcog ye yvaQEycßaivcoGt ör/.at(av ' 
{Trjv S' av ßagßagbq/Qcoy, b TtSTCsiGi^evog oqyrid-nolGiv, 
"Eüxbipag Ö(6gei piGS-bv)' xbxE Grj/xa ßgoTOtaiv 
"EGGETat E^aLcpvrig, brtbTav 7tEg)vXayix£vog ^^st 

345 'E% yijg AiyvTtTOio xaXbg Xid-ogx' sv S' aga tovt^ 
^abg TCQOGvtbxpEL '^Eßgaicov ' sd-vr] d^ ayEQOvvTäi 
AvTOv vgn]yi^G£i' xal yag Qeov vtfJifisdovTa 
rvcüGOVTat dia Tovde, nai ccTgajtbv sv g)(xt yiocvip. 
^eL^el yag ^corjv alüviov av&gwTtOLGLV 

350 jExAsxTOtg, avbfxoig ös rb Ttvg aioJGiv ETtoiGEi. 
Kai tÖte drj voGsgovg It^getui, rjd' ETtLfKOjiövg 
JJävTag, OGOt TOvr(ff TtiGxtv Evi TfOciqGÖvTctt. 
EXsipovac öi te TvcpXol, avag ßadiaovai fe %(yAot> 
Koycjpöl r* EiGaxovGOVGi, XaX-ijGOva' ov XccXeovte^. 






SlBYLLlNlSiGHEr JWEISSAfcüNGEN. I. BUCH. 2S 

Kämpfend an mit Gewalt entgegen dem sü-ableüden Himmel. 
Und dann wird gegen sie ein gewaltig Ergiessen des Meeres 315 

Koramen und rasende Fluth. Aber ZebaÖth, der AUgewalt'ge, 
Drängt erzürnt sie zurüpk: Denn nicht üeberschwemmung zu bringen 
Wiederum über die Menschen von schlechti^||Gemüthsart verhiess er. 
Aber wafet ei; deii^Zbrn::un^^das graüsige^tjoben der I^aüien, 



Gegen ein^^r^zu Bi^en gethürmti darin zui^^ Ruhe gebracht hat; 320 

SchliesseP^er auch äie Tiefen des Meeresl^^in e%ere Grehizen, 

Und mit Häfen und Felsumgebenen brandendeü Küsten iiS; 

Rings umzäunet er eS, Gött,'er'?der mächtige Dohnrer^ 

Dann kömmt auchj^zu den Menschen der SoK|i des gew^altigen Gottes, 

Angethan mit Fleisch und den Sterblichen ähnlich auf ^jlrden. 325 

Vier Vokale hat er, liifd Konsonanten aö^ ihm sind *^^ «&, 

Zweie, icH sag' es, und 'jetzt will ich die Gesammtzahl verenden: 

Acht Monaden es sind,* tfhd Zehner, noch eben so viele, 

Dann noch achthundert* dazu, so, wird deiff ungläubigen Menschen 

Er seinen Namen verkünden: Doch du, in deiaem^Gemüthe 330 

Denk' an*Christu'M, den Sohn des höchsten, unsterijlichen Gottes. 

Aber Gottes Gesetz erfüllet er selber, nicht löst er's. 

Ein ihm »ähnliches Bilä trägt er, und wird Alles lehren. 

Zu ihm treten auch Priester heran und bringen als Gabe 

Gold und Myrrhen und Weihrauch; denn so wrird Alles er fügen. 335 

Aber wenn durch das Land eine Stimme der Wüste erschallet. 
Kündend den Sterblichen an und Allen vernehmhchen Rufes, 
Grad zu machen die Pfade und aus dem Herzen zu bannen 
Bosheit jeglicher Art, und durch's Wasser-Bad ju erleuchten 
Jegliche Menschengestalt, auf dass von oben geboren 340 

Keiner in keinerlei Art vom Weg der Gerechten ablenke: 
(Aber sie wird ein barbarischer Mann, durch Tänze bezaubert. 
Mit Enthauptung belohnen): Alsdann wird ein Zeichen urplötzlich 
Ihnen den Sterblichen sein, dann wann er beschützet herankömmt 
Aus der Aegyptier Land, der Stein, der schöne, an welchem 345 

Sich der Hebräer Volk stösst: Aber es versammelii die Völker 
Um seinen Unterricht sich; denn durch ihn werden erkennen 
Sie den erhabenen Gott und den Pfad im gemeinsamen Lichte. 
Denn das ewige Leben wird er den erwähleten Menschen 
Zeigen, jedoch dem bösen Geschlecht das Feuer er bringet. 350 

Auch wird Kranke alsdann er heilen, und welche gebrechlich. 
Alle zusammt, die immer auf ihn sich stützen im Glaubien. 
Sehen auch werden die Bhnden und wiederum gehen die Lahmen, 
Taube hören genau, und die nicht redeten sprechen. 



26 SlBYAM^ßü^AOrOS A. 

S&b ^alf.iovag e^sXdasc vexQcov (J' sTtayccffTaaig Matai' ^-v -- 

^^ oQTcov TtßVTB zßt i%d^oQ siv.aXLo io 
XiXiädag v.oqsa£L Ttevzs, ra ös "ksixpava rojäxfav 
^codsKa TtXtjQcoast 'iiorpiy^vg eig HuQd-svov &yi>rp>. 

360 Kai tÖts d^ ^lagarjX '(.tsfzsS-vaftsvog^ ovy). vorjosi, ^ 
Ovds f.i€v ccvÖT^asi ßsßqQr]ßBvpg ovaoi XsTiToTg. <^"^i?- 

l^AA' ÖTtovar^^ßQaiMg'^rj^^'^^og vipiaTMO ■■ -,.- ^. 
OlöTQOii^vi]gyY.cu TtLoTLv E^'a^^^ i^arpsXeiTac, ■ 

OigäViöv ozt /Ttctlöa Gsov diedrjlriaavTO''^ ^ .^ 

365 Kai roTB drj 'KO.Xäcpovgß^xl TtTvaiiara (pagf-iaKÖs^Ta 
'JaQarjk öcüasi.fivaaQo'lg evi xeLXeab rovrcp: ; 

^ig de TQ^,ßQ(Sf.ia %oX,riv v.al elg Ttorov o^og'^^axQarov,^ 
^Jvaa£ßi&§^ dcöaovoi, xaxcp ßeßoXrjf.csvot oXoTQt^ 
^xrjd-sa yial XQadir]v, ar^uQ Ofifiaaiv om eaoQßvrag, 

dlO Tvg)kÖTeQOC^a7caXdy(.cov, ^pÖßsqioTÄSQpi kQTivatriqoiv 
^rjQwv ioßoXcav, ßagel 7tE7tBdr](xsv0i, V7tv(p. 

l^AA^ oiay hiTtsraaTj y^sigag xai TtävTa-fisTQ'^Gf], «■ 

Kai areg)avov q)0Q€a7] rbv axccV'9-ivov, rjösys ytXevqav 
Nv^oJGc yiaXd(j.oioiv, oröv x^qiv sv tqloIv ä^aig 

375 Nv§ sGrat axoToaaaa TteXcogiog 7](.iaTi, fieaatp * 
Kai TÖTE ör] vabg 26Xofztövi-og dvS-QtoTtoiai 
2rifia fidy' ekteXegei, OTtörav '^'idtoveog olv.ov. ' 
Brjaerai,, ayysXXcov ETtaväaraoiv rexf-veiwatv. 
udvTccQ ETtrjv eXS^ tqigIv rjf.iaGtv ig cpäog avS-ig, 

BSQ Kai Set^t] d-vr}TOlGi^TV7tov, xal Ttüvra dcdä^rj, 

"Ev v£q)EXatg ETCißag sig ovQavov olnQv Ööevgsi, ? 

KaXXEtipag MOGficp evayyBXirjg öici&rifia, 
Tov Kai 'E7t(.ovv(xir} ßXaGtbg vsog avdnfjGEiev 
jE^ sd^wv, ixEyäXoLO vÖhoj v.ad'OÖiqyyid-EvxEg. 

Wi^uäXXd ye Mal (lExd tavxa 2dXoi,' xa^odr]yol aGOVTai, 
Kai TOTE 6r} TtavGig EGtai f^ETSTtsira TtQOcprjTwv. 

"Ev&Ev ozav 'EßgaZot tö xaxbv -d-Egog. dfnqGcovrai, 
HoXXbv d^ av %gvGbv te -/.al agyvgov e^aXaTta^Ei 
'Pwfiaiog ßaGiXsvg. Meto, ö" av ßaGiXrjtÖEg aXXac, 

390 2vvExscog EGGOvtai aTtoXXvixävcav ßaGtXEicov, 

Kai ■d-XLxpovGL ßgoTOvg. Msya ö^ EGGErai ccvdgaGt xsivoig 
Jlraifi', orav ag^covrai VTtegrjcpavtrjg ddUoio. . 
^AXX^ OTtörav vabg 2oXofii6viog sv %d-ovl dia 
KaitTtEGExai, ßXrjS-Eig vtv' avögwv ßagßagocpcovwv 

395 XaXyteo^agiqxcov, 'Eßgaioc (J' qjto yrjg kXäaovTat- 



SIBYLLINISCHE WEI^AGUNGEN. 1. BUCH. 27 



Auctf^bämoüWwird er austreiben, und Todte erstehen.;: 355 

lieber das Wasser geht er zu Fussr In einsamer Gegend ' 

Sättiget mit fünf Broden und mit Einem Fische des Meeres 
Er füf ftausend Mann" und füllt mit den Resten der Speise 
Noch' zwölf Körbe voU^n^'bes'timmt für die heihge Jungfrau. 

Aber auch letzt will Israel nicht in der Trunkenheit merken, 360 

Auch nicht höSn wird es durch schwächliche,^Ohren gehindert. 



Wenn aber dÄi^ der '^schreckliclie Zorn, des Höchsten hereinbricht 

Auf die Hebräer und «ihren "Glauben ihnen hinwegnimmt, 

Weil das himmlische Kind des Herrn sie haben beschädigt: 

Dann «wird Israel , ihm Backenstreiche und giftigen Speichel . 365 

Auf die besudelten Wangen schleudern, und ihm als Speise 

Galle vorsetzen, zum Trank den reineri Essig ihm reichen, .. 

Gottvergessnen Gemüth's, von schrecklicher Bosheit besessen 

Brust und Herz, mit Blindheit zudem die Augen geblendet; 4. 

Mehr als Miaulwürfe bhnd, und scheusslicher noch als das giftge 370 

Kriechende Schlangengezücht, von tiefem Schlafe' bewältigt;' > 

fWann aber ausgespannt ihm die Hand', und er Alles erlittetf^; 
Und wann den Kranz von Dornen er trägt, und wann sie die Seite 
Ihm mit .ganzen durchbohrt; weshalb' dreistündiges Dunkel, 
Dunkelschattige Nacht kömmt, gewaltige mitten am Tage: 375 

Dann »wird der Salomonische Tempel den Menschen ein grosses .., 
Wunder aufweisen, wann er hinab in die Wohnung des Hades e^-' 
Wandern wird und die Wiedererstehung der Todten verkündigt. 
Aber wann er drei Tage darauf dann wieder an's Licht kömmt, 
,Und seinen Leib den Sterblichen zeigt und Alles gelehrt hat; 380 

Dann wird ei* auf den Wölifen hinan in die himmhsche Wohnung 
Geh'n, hinterlassend der Welt des Evangelimns Satzung. 
Nach , seinem eigenen Namen genannt wird ein neues Geschlecht dann 
Aus den. Heiden ersteh'n, in Gottes Gesetz unterrichtet. 
Aber nachher werden aUch die Apostel als Führer erstehen, 385 

Und es haben alsdann die Propheten' für immer ein Ende. 

Aber wann dann die Hebräer die gottlosen Saaten einärndten; 
Viel an Silber und Gold wird dann ein römischer König 
Führen plündernd hinweg. Doch hernach werden andere Reiche 
Sich erheben beständig und Könige werden zu Grund geh'n. 390 

Menschen werden bedrängt. Aber gross wird sein das Verderben 
Jener Männer, wenn sie unrechtüchen Hochmuth beginnen. 
Aber wann Salomo's Tempel auf heiliger Erde dahinsinkt^ 
Wiedergeworfen von erzgepanzerten Männern der Fremde, 
Und aus dem Lande gejagt die Hebräer die Heimath verlassen, 395 



26 21BYAAIJK£IN AOFOS A. 

355 /Jai(.iovag e^eXdasi' vsxgäiv d^ eTtaväoTccffig Mgtcci' . 

Kvfxcxra jtEL,evoeL' xal eg-rj/xaica evI x^QV 
^^ aqxtov Ttevre xal l%9vog eivaXioto 
Xiliädag -/.ogeast Ttävxs, xa. 6s Xsixpava tovxcov 
^cüSsKa Tthriqcöaei '/.ocpivqvg elg üagd-svor ayviqv. 

360 Kai Torfi d' ^iGgarjX (.isfxed-vofxevog ov%i vorjasi, 
Ovös i-iev avörjaei ßeßagrjf-ievog ovaac "kercTotg. 
"^IX OTCÖxav "Eßqaioig i'fyi %ölog vipLaxoio 
OloxQOf.iavr]g, ~/.ai Ttioxcv e^ avxuv e^arpsXetxai, 
Ovgäv'LOv oxt TtaXöa Qsov ötsdrjlrjCfavxo' ~ 

365 Kai xoxs 6r] -M.Xäcpovg ^kül TtTva^iaxa cpaQf.ia'nöeyxa 
loQariX dcÖGEi fivoaQölg evl %eß.eaL xovxco. 
Elg öe xo ßgcofia %oXr^v v.ai eig tcoxov o^og axQaxov 
^voaeßscog dcöaovai, y.axto ßeßohqf.i8voi otaxQCii 
2xri&ea /tat xQadlrjv, ccxaQ of.i(.iaaiv ovx sGogcovxeg, 

ZIQ Tvq)XöxaQOi G7taXäy.o}v, <poßsQc6x£QpL eqtivgxtjqwv 
QrjQoJv ioßoXoJV, ßaQE't itSTtedriixsvot V7tv(p. 

IdlX" otav exTCEXCcGi] XEigag zai Ttävxa [XEXQriGrj, 
Kai Gxsqjavov cpoQEGj] xbv aKav-9-tvov, rjös ys Ttlevgav 
Nv^oJGL yia'käf.iOLGLV, oxov %äQLV Ev tqlgIv ajgacg 

375 Ni}^ EGxai GnoxoEGoa TteXiOQiog r]f.iaxt f-isaaip ' 
Kai TOTE ör] vabg 2dXoftiövLog avS-QcoTioiat 
2^fia (j.sy exxeXsgel, onöxav ^^iScovsog ohiov 
BiqGExai, ayysXXtov STtavaGxaGiv xe^velcüGiv. 
^vxccQ ETtrjv eX-Sjj XQiGiv rj^iaGiv ig cpäog avS-ig, 

380 Kai ösi^j] S-vrfcotGi-^xvTtov, xal Ttävxa diöä^rj, 
'Ev vEcpskaig STtißäg sig ovqavov oixov ödEVGEi, 
KaXXeLipag 'AÖGf-iq} Exiayye'kLrig dtäS^[.ia. 
Tov xal ■ETtcüvvf.ur] ßlaGxbg viog av&rjGEiEV 
jB^ sd^aiv, (XEyä'koLO vöixoj xad-odrjyi^d-EVTEg. 

385 IdXXä ys '/.al (isxä xavxa 26Xot y.a-d-oöriyol sGOvxai, 
Kai xoTE örj TtavGig sGxat fXEXETZEtxa rtQOcprjxiov. 

^Ev-d-EV oxav 'Eßgatot xo xaxbv -d-sgog äi.ir]GO)vxac, 
IloXXbv ö' av pf^üffov XE xal agyvgov s^alaTtä^Ec 
'Pojfiaiog ßaacXsvg. Msxa d" av ßaGilr^iÖEg aXXat 

390 2vvEXscüg sGGOvxai ärcoXXvuEvcov ßaGiXsiaiv, 

Kai S-XLxpovGi ßgoxovg. Msya 6^ EGGsxat ävögaGi xEtvoig 
IIx(oi.i, oxav äg^cüvxac VTtEgrjcpavtrig aSixoio. 
^jüX" OTCÖxav vabg 2oXo}.i(I)viog sv x^-ovl Sia 
KaTtTtsGExai, ßXrj-9-slg vti" avdgwv ßagßagocpcovwv 

395 XaXytEoS-ojgT^Kiov, 'EßgaXoi S' ajto ytjg släaovxac 



SIBYLLINISCHE WEISSAGUNGEN. 1. BUCH. 27 

Auch Dämotfen: wird er austreiben, und Todte erstehen. 355 

Ueber das Wasser geht er zu Fuss. In einsamer Gegend 
Sättiget mit fünf Broden und mit Einem Fische des Meeres 
Er föüftausend Mann und füllt mit den Resten der Speise 
Noch zwölf Körbe voll can, bestimmt für die heilige Jungfrau. 

Aber auch jetzt will Israel nicht in der Trunkenheit merken, 360 

Auch nicht hören wird es durch schwächliche Ohren gehindert. 
Wenn aber dann der schreckliche Zorn des Höchsten hereinbricht 
Auf die Hebräer und ihren Glauben ihnen hinwegnimmt, 
Weil das himmlische Kind des Herrn sie haben beschädigt: 
Dann »wird Israel. ihm Backenstreiche und giftigen Speichel 365 

Auf die besudelten Wangen schleudern, und ihm als Speise 
Galle vorsetzen, zum Trank den reinen Essig ihm reichen, 
Gottvergessnen Gemüths, von schrecklicher Bosheit besessen 
Brust und Herz, mit Blindheit zudem die Augen geblendet; 
Mehr als Maulwürfe bUnd, und scheusslicher noch als das giftge 370 

Kriechende Schlangengezücht, von tiefem Schlafe bewältigt. 

Wann aber ausgespannt ihm die Hand', und er Alles erlitten,- 
Und wann den Kranz von Dornen er trägt, und wann sie die Seite 
Ihm mit Lanzen durchbohrt; weshalb dreistündiges Dunkel, 
Dunkelschattige Nacht kömmt, gewaltige mitten am Tage: 375 

Dann wird der Sailomonische Tempel den Menschen ein grosses 
Wunder aufweisen, wann er hinab in die Wohnung des Hades 
Wandern wird und die Wiedererstehung der Todten verkündigt. 
Aber wann er drei Tage darauf dann wieder an's Licht kömmt. 
Und seinen Leib den Sterblichen zeigt und Alles gelehrt hat; 380 

Dann wird er auf den Wolken hinan in die himmlische Wohnung 
Geh'n, hinterlassend der Welt des Evangeliums Satzung. 
Nach seinem eigenen Namen genannt wird ein neues Geschlecht dann 
Aus den Heiden ersteh'n, in Gottes Gesetz unterrichtet. 
Aber nachher werden auch die Apostel als Führer erstehen, 385 

Und es haben alsdann die Propheten für immer ein Ende. 

Aber wann dann die Hebräer die gottlosen Saaten einärndten; 
Viel an Silber und Gold wird dann ein römischer König 
Führen plündernd hinweg. Doch hernach werden andere Reiche 
Sich erheben beständig und Könige werden zu Grund geh'n. 390 

Menschen werden bedrängt. Aber gross wird sein das Verderben 
Jener Männer, wenn sie unrechtHchen Hochmuth beginnen. 
Aber wann Salomo's Tempel auf heiliger Erde dahinsinkt. 
Niedergeworfen von erzgepanzerten Männern der Fremde, 
Und aus dem Lande gejagt die Hebräer die Heimath verlassen, 395 



i-MKg.. , 



28 M^ SiBYAMJKS^ Aoros A, 

.IJXat,6(ievOiy}Y,^gia'tt,öiiet>oi., rtoXXrjv öe ioi a'iQCcv 
'JEv ai'V(p fil^övaiy vtoKri GTuaig sarap arcaaiv 
IdvÖQaaiv' al^dh TCoXsts vßqitöfjiEvai, jitctq^ exccara 
'^IX'qXag ydccvaöiMtiiJf^ STtel y.ay.bv rjXiTOv %qyov, 
AOO ^s^a(j.£va( fzeyalotö Qeov %okov sv -/.oXtcoioiv. 



* 



SIBYLLINISCHE WEISSAGUNGEN. I. BUCH. 



29 



Irrend umhe^^d mischend yiel Unkraut unter den Walzen: 

Darin steHtsämmtlichen Menschen bevor ein^ schrecklicher Aufruhr: 

Und es werden die Städte weinen über einander, 

Jede von jeder bedrängt, da süridliche Werke geübt sie, 

Und weil im Herzen sie traf der Zorn des allmächtigen Gottes. 400 



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28 SIBYAAIAKSi^ AOFOS A. 

ItkaCofA-svoi, v.BQ(x'Ct,öiA,svot,. jtoXXriv de tol aXgav 
^Ev oLtcff [iii^ovai, xax^ üTccGtg aarap uTtaaiv 

^udlhq'kaQ YXavaovöLV, eTtel vM'iibv rjXctov eQyov, 
400 ^e^ccfxavai fisyalow Qsov %öXov ev -/.oXitOiaiv. 



SIBYLLINISCHE WEISS^lGIJNGEN. I. BUCH. 29 

Irrend umher., und mischend viel Unkraut unter den Waizen: 

Dann steht sämmtlichen Menschen hevor ein schrecklicher Aufruhr; 

Und es werden die Städte weinen über einander, 

Jede van jeder bedrängt, da süridliche Werke geübt sie, 

Und weil im Herzen sie traf der Zorn des allmächtigen Gottes. 400 






".^ 



T ß W2 1 BT A^Mfei warn 




XP^iff-Sl^^ft' 



^Or02 JEYTEjPOX 



l,>JH]uos' tfe nttTeTtavffe Qsbg 7toXv7tdvaoq>ov ^drjv 
JToAAa Xi,vcc^o[j.6vrjg, y.ai^jiot TväXtv ev atrj^eaatv 
^'Evds^p^ S-eaTttaLoiv ertecov 7tokvyr]d-sa_ cßcovi^v. 
Uav'^dsfza'g ^hiTtXrjX'^ttGa-^Tcid' eaTtOfi'at' 'cn)^s yccg^olda 

b/'Orvi, XeytDj'TisleTacTdh'Qsb^^Tä exaat' ayoQe&B^v, 

lAXV OTtötav eTti' yrjg aeLGfiol, jiaXsQ^t^^xsQavvoi, 
BQOVTaL T^ aaTsgoTtai, ^al yrjg' €Qvgi^"'[qiiai.wt] 
Kai -fiavit] ■S-bxav TS^Xvxä'v x' avÖQOxTaiJtai, re, 
Kai (ßd-OQal avd-QWTtOJV, rj v.ai ßowv (.WKOJiBväto'v, 

10 TsTQOTtodcav v.Trjvwv re y.al ovQrjcov raXaegycov, 
'Hd^ alyojv ottov re* STtsuva de %SQGog ccqovqu :v;<- 

üoXXt} v.aXXeiqid-eiaa ysvi^asTat «| ce/xsXsiag, ^SS??^ 

Kai vMQTtoi Xeiipovaiv, eXsvd-sqoTtqaaiä 6' eotat 
HXelaroig^ kv (xsQOTCeffai, xal leQoqvXia vatüv!^^ 

15 ^T] Tove nai ysverj öeKccrrj /xera ravTCc (pavEtfai 
'u4.vd'Q(x)7tb}v, OTCÖxav asiai%d-cov aareQOJti^Trjg > 
Eid'(öX(ov ^fiXov d-Qovosi, Xaöv ts Tiva^^<x^^ ^ 
'^PxofJCrig aTtTaXöipoto^', l^syag de re TtXovTOgToXevcai 
^atofievog jtvQi ripXXw vrch (pXoyog '^HcpixCatOLO. "■ 
20 Kai TOTß 6^ alfxaToeGGat ait ovqavioi} naraßccaat 

^vTccQ KOOfxog oXog ts aTteiQeaicov avd-QWTtiov 
IdXXrXgvg kT€ivovai,jiSfri.r]v6Tsg, ev de nvßoifxip 
^tfiqvg^ yti^^pi^ovg ■d-rjGet Qebg, '^öe niQavyovg 
^yävd^QtoTtoigfot^ateQd-e dixrjg -ngtrovat ■d-efj.iarag. 
25 ^eitpig ö' av&iq^jviov earat naTcc y,6aixov aTcayra, 









ä9^ 



SIBYLLINISCHE WEISSAGUNGEN. 






ZWEITES -BUXH. 



Aher als Gott dem weisen Gesänge ein Ende verliehen, * ^ . 1 

Viellvon niiK angefleht, hat er wiederum in die Brust mir^^ - " -^^~ 
Yielerft'eue^^de' Stimme für göttliche Worte geleget. .^, 'k£^s^ , 

Ganz am Körper echehend sage ich' dies, dentf'ich weis&^^nicht^ ^ 
Was ich erzähle, doch Gott befiehlt Jedwedes zu sagen." "^^^^ 5 

Wann abier einst 'äiiJMer.Erd'^Erdbeben und schrecklicher BlitSstraht, 
Donner mit Blitzen gemejigf^'sem wird, jund. Mehlthau auf^Erden,**=^- ^k. 
Flüchtiger Wölfe rasende-' Wuth und Män^g-Ermorden ^^; ^. 
Untergang auch die Äfenschen befallt' unc^, dieTbrüllendpnfStieEe^ 
lAuch vierfüssiSe Thiere und Arbeit ertragende Esel, '''!:. "^^ . ilO 

Und "die Ziisgen und Schafe: Alsdann wir^ brachliegendes Saatland, *ä; 
Unbekümm^ft^darum -verlassen werden in Menge. 
Aus auch bleiben die Früchte, im Schwung sind Sklaven verkaufe -. 
Bei^äer '.Sterblichen Mehrzahl, und auch der Tempel Beraubung. 
Da^^pird, hernach 'das zehnte Geschlecht' der Menschen erscheinen, 15 
WannKder ErderschütterndeÄGott, der "Sender dei* Blitze, 
Bricht den Eifer der>=-Göfzfinrentzwei und schüttelt die Yolksschaär 



^j^^-'-'.,,' ,.. „ . 7^,^^ £..-^-S 



Des siebenhügUgen Roin&g'und gewalrtgercReichthum zuTGruntfoseht, 



Von stark loderndert"„Feöef verzehrt? und der,lFismime de^ Tulkan. 

TT j ■ T- *' "^ -r^*---. " ~-S^i' 

Und es%türzt vom Himmel herab dann blutiger «Regen. .^^_^^ 

••••••• ^ 

Aber die sämmtliche ^9elt mit all den unzähligen Menschen, 

Tödten einander in raseg^er Wuth, u^ bei der Vefwirjung^ , 



..^' 



Sendet noch Gott dj^ Hunger, die Rest und Blitze deS^enschert^' 

Die der Gerechtigkeit _baar das I^echf'handfab^n^^als Richter. ^^, 

Und in der sämmtlicben Welt wird so an Menschen es,- mangeln, 25 



T ß N 2 1 B Y A A I A K ß N 

yL0r02 JEYTEP02. 



1 TIfj.og de xareTtavae Qsbg TtoXvrcävaocpov c^dtjv 
JJoXXa Xi,T<xKof.i6vr]g, xat fioi, nakiv ev aTTj-d-saacv 
"lEvS-etQ^ ■d-e07tBaL(av £7ts(ov TtoXvyrjd-ea ipoivrjv. 
näv dsfiag exTtlrjX^stäa rccd' saytofiaf ovts yceg, olöa 

5 "OtTi Xeyco, xeksrai Sh Gsbg ta %/.aa'c ayoqeviiy. 

L^AA' 07tö%av ETtl yrjg oeiGfiol, 'ßaX£Qpl:%s ytsgavvol, 
BQOvrai t" ccaregoTtai, icai. yrjg eQvalßrji [aetafwl] 
Kai fiavit] ■S-cocov xe hv-AÜv t* avdqovxaisiai te, 
Kai cpS-OQal ccvS-QCüTtwv, r/ y.al ßoiov f.w}iOfxsva(ov, 

10 TeTQdTCoScov y.Tr^vcöv ts xai ovQrjiov TaXae^ytov, 
"Hö' alytov o'Cmv tb' ETteuta de yjQOog ccqovqu 
IloXlrj KaXXeupd-eZaa yevrjaeTai l§ afisXeiag, 
Kai vMQTtol Xelyjovaiv, eXev^eQOTtgaaia <J' eorat 
nXeioTOig^ ev i-iegÖTteGai, xat leQOOvXia vacov. 

15 z/^ TOTE xßt yeverj dexarrj fxera ravta (pavettttL 
^^vd-QcoTtoiv, OTtöxav Geiaiy^d-oiv aGTegOTtrjTrjg 
ElöcjXcov ^i]Xov -d-gavaei, Xaöv ze zvva^ei- : - 
"JPcofxi^g ETtraXoipoto, .fieyag de re 7tXovTog''oXEtTai 
Jatöf-LBvog Ttvql TtöXXt^ vjtb <pXoyog '^HcpdiGTOLO. 
20 Kai ncöxe (5' alfiaröeGGai an ovqaviov xaraßaGac 

^vTccQ KOGfxog oXog te aTteigeGicov avd-QWTtiav 
^^XXrXovg y.TeivovGi- fxe(A.r]v6Teg, ev de -/.vdoif-i^ 
^if-ioig ydh Xoif-iovg -d-^Gec Qebg, tjde xeQavvovg 
^^vd-Q(jL>7toig, OL atsQx^e dinrig ■x.qLvovgl -d-efUGTag. 
25 ^eiipig d" avd-QiÖTtwv earai. -/.ata yiÖGfxov ariavta, 



SIBYLLINISCHE WEISSAGUNGEN. 

ZWEITES BUCH. 



Aber als Gott dem weisen Gesänge ein Ende verliehen, 1 

Viel von mir angefleht, hat er wiederum in die Brust mir 

Vielerfreuende Stimme für göttliche Worte geleget. : 

Ganz am Körper erbebend sage ich dies, dehn ich weiss nicht 

Was ich erzähle, doch Gott befiehlt Jedwedes zu sagen. ; 5 

Wann aber einst aufyder Erd' Erdbeben und schrecklicher Blitzstrahl, 
Donner mit Blitzen gemengt sein wird, .und Mehlthau auf!, Erden, 
Flüchtiger Wölfe rasende Wuth und Männer-Ermorden ; '- 
Untergang auch die Menschen befallt unt^,. die brüllenden Stiere, 
Auch vierfüssige Thiere und Arbeit ertragende Esel, ,10 

Und die Ziegen und Schafe: Alsdann wird brachliegendes Saatland, - 
Unbekümmert darum verlassen werden in Menge. 
Aus auch bleiben die Früchte, im Schwung sind Sklavenverkäufe 
Bei; jäer Sterblichen Mehrzahl, und auch der Tempel Beraubung. 
Dan;äl|wird hernach das zehnte Geschlecht- der Menschen erscheinen, 15 
Wann.der Erderschütternde Gott, der Sender der BUtze, 
Bricht den Eifer der Götzen entzwei und schüttelt die Vplksschaär 
Des siebeniiügligen Rom's, und gewaltiger Reichthum zu Grund^^eht, 
Von stark loderndem Feuer verzehrt und derSFiamme des; Vulkan. 
Und es stürzt vom Himmel herab dann blutiger Regen.^^^^ 4./ 20 

Aber die sämmtliche Welt mit all den unzähligen Menschen, 

Tödteu einander in rasender Wuth, und bei der Verwirrung^ 

Sendet noch Gott den Hunger, die Pest .und Blitze deni Menschen, 

Die der Gerechtigkeit haar das Recht handhaben als Richter. > 

Und in der sämmtlich6n Welt wird so an Menschen es mangeln, 25 



32 



2IBYAdIAK£lN,^J&tCf2 B. 



-;a!.'^ 



'jQg, j^xvog et Y.aTLdoMTLg sjcl xd-ovi, ■9-avfidastsv, ^ 

Ayd'j^^ta^Öv. 'I!6j;ß' d^''av ts fisyag Q^^ aiS-iQt vaioiv 

^vdQßv-,w0sßshiv GidzTjQ v.aTa Ttcivra yevrjTut. 

Kai Toä^fsiJ' siQT^yr] tb ßad-eXa ts avvßfTig eatai, 
30 Kffly^ TtäXi TtXeLovag ci'iaei, 

äOpde fxsQi^Ofxevrji ovo elaeri Xcczgisvovaä. 

',Ifag Se IcfirjV} rtag öquog slevdi^ög av0^(ü0OiGiv 

"Eaaerai, wg TCagog fisv, avatdßit] jr ccnoXelTcxl. 

Kai TÖre öri-^piya Grjji<Xi Qe^g (x^ftimii^äMin^aer .1^ 
35 ; ^äfitpst focQkGX£q)äv(^ XaßT^i^ rcago/xoMog aazrjQj 
\^ ^aiXTtqhs, 7ta(:iq)ttLv(av'aTt ovQOvov^cHy^kvxog 

^'Hfiaaiv ovy, oXiyoig' roriBSIj^Q atscpog avß'QcoTtotat 

^si^si an:^ ovQ&vod-ev evaycoi'tov a-d-ksvovot. 
: Km^ TOTS yaQ f.isyag aicov. eiasXXaartiibg earai 
40 iEtg itoXiv ovqaviöv, y" oiy.ovi.iEviy.og de re Ttaaiv 

^'EaGecat av&Q(x)7tOLatv, e%a}v -yXeog ad-avaaiag. 

Kai Tovs Ttag Xabg ejtl ad-aväroiaiv ae&Xoig , 

^.Ad-hlia^t vtxrjg 7teQiy.a}Xeog. Ov yag avatööig 

".AqyvQLOv zig exsl dvvaTai arscppg wviqaaad'ai. ^ 

45 ^.Ayvogt^aq X'QiaTog rovTOig ^a 8iy.ata ßQaßevasi, 

Kai doxifxovg aviipsi, avTccQ d-eixa ftccQTvüi^djoaet 
^^^S^voTOv t' axQi' '^avaTOv rov ay(ov^7t0j,övai. 
- 'HdQx^eviKOtg^jäh dQa(.iova£^xakcog acpd-aQxo^aed-Xov 

/li.öas.1 TOvS' ^S-Xov, v.al iqtg^Ta diy.aia vsß^vinvi 
50 .idv^Qcoytoig TtaGi re, 'Aal ed-veatv aXXodaTtotai, ^ 

*"'9Fote baicog ^coÖyai, Qsbv ö^ eva yLvcoGyovaiv. 

Ofc (5' ayaTtojat yafiov ze, yafxoyXortLiav •t' artsyßvrai^'' 

^ihoBi nkovGLa öiÜQa, ahöviov e^Ttida xal Totg. 

Ilaaä' TS yctQ tpvx'f] fieQOJtiov Qsov sari %aQiG[.ia, 

55 Kov -S-ifiig avS-QCOTVOvg zrjv aXyeai 7tadT'(x.cdi.vEiv. 

[Mi] TtXovTsiv aßJ^otg, dXX^' e^ bakov^ßiOTEvetv. 

^^Qysiad-di ^7taQE0vcrLy"y,al aXXovQkov d7cs)^a'9-&l. 

Wsvoeff:; fiT] ßaQetv, xa^ o eri^'PVfj.a TtavTa^c^^v/iC^Gaetv. 

Mrjde fiairjv s'idco^ aeßov ' Tbv-^d' cccfd-Li^v- aisl 
QO JjQcora S^ov^j:L^d', (j-s^eTteLTa [de] aelo yov^ag. 

JIccvTcc ölycfia yeßsty, /.irjd' sig v.oLaiv ädczQv ek^rjg. 

Mrj Qijpi^g in^ßvi'^v dömcog, ßr^ x0vs 7tQ0fS(aW(^^'. ..; ! ; 

^"Hvav '^ffp^üg,:^L%&gjjg, (i^ &ß!Og-.Ge^^maGiel.\^l: :._ 

65 naQ^d^Mi/rjiPfi^jQ^V^J^^ 

^;: MeTQavifi€i.yi^T,ä^<§i%dm . •_ 



^^.. 




SIBYLLINISCHE WEISSAGUNGEN. II. BUCH. 3$:' 

Dass, wenn Einer • erblickt:;diefc;Fiissspur. des Menschen auf Erden, 
Er sich verwundert. Doch :^änn wird der grosse Hiramelsbewohner 
Gott wiederum für die. Menschen als Retter in Allem erscheinen. 
Auch herrscht tiefer Friede alsdann und verständig Benehmen; 
Und viel Früchte wird dann wiederum die fruchtbare Erde 30 

Tragen, sie die nicht. mehr getheilt ist und nicht mehr geknechtet. 
Je«^licher Hafen und jegliche Rhede' wird frei für die Menschen 
Sein, so wie früher es war, und schamlos Gebahren verschwindet. 

Und Gott wird alsdann ein grosses; Zeichen volllühren: 
Denn es erglänzet ein Stern einem leuchtenden Kranze fast ähnlich, 35 
Glänzend und überall leuchtend herab vom strahlenden Himmel, 
Und nicht wenige Tage hindurch: Denn vom Himmel wird er dann 
Zeigen den Siegerkranz den Menschen, die ihn sich erkämpfen; * 
Dann aber kömmt auch die Zeit des festlichen, grossen Triumphzugs 
In die .Himmlische Stadt; und zwar sämmtlichen Menschen gemeinsam 40 
Wird auf Erden er sein und den Ruhm der ünsterbliclikeit haben. 
Und es wjrd jedes Volk alsdann in unsterblichen Kämpfen 
Ringen um herrlichen Sieg; denn nicht wird einer dann schamlos 
Dort einen silbernen Kranz um Geld sich können erwerben. 
Denn der heil'ge Gesalbte' wird Diesen zutheileu was Recht ist, 45 

Und die Bewährten bekrähzen, und auch unsterblichen Kampfpreis 
Seinen Märtyrern geben , die bis zum Tode gekämpfet. #% 

Den Jungfräulichen aber, die rühmlich strebten, verlei|fi^ er 
Den unsterblichen Kaifipfpreis, und welche Gerechtigkeit, üblen 
Unter den Menschen zumal und den Völkern^; anderer Länder, 
Welche untMlig. gelebt und Gott den Einen erkannten., 
Denen jedi@^^ die lieben die Eli' und der Bulilerei fremd sind. 
Gibt .er reiche Geschenke dazu und ewige, HdfTnung. 
De^föieine jeghche Seele der Meiischen ist göttliche Gabe, 



U^^pin'Ilecht hat der Mensch sie mit allerlei Schmach zu beflecken. 55 

Vyierd.e durch Unrecht nicht reich, sondern lehe von dem was erlaubt ist. 
Sei mit dem, was du hast, vergnügt; hätte fern diqli von Fremdem. 
.Führe nicht Lügen im Mund, und Alles bewahre, Wrjs wahr ist. 
Eitele Götzen verehr' nicht; sondern-; vor Allem verehre ä - 
Den unveränderlich ewigen Gott und dann deine Eltern. - 60 

Alles was Recht ist thu', und gehe in unrecht Gericht nicht. 
Nicht Verstösse mit Unrecht den Arinen , nicht richte partheiisch. 
Richtest du schlecht,, dann wird hei7i|f,li Gott selber "^dich richten. 
Falsches Zeugniss flieh und nur verkünde was Recht \if. 
Wahre die Reinheit dir und beachte iu Allem die Liebe. 65 

Gib das gehörige Maass; gut ist Zugabe lür Alles. 

. 3 



50 



32 2IBYÄÄIAKP^N._AÖrÖ2 B. 

'£ig, %%voq si xaTidoi, rig sTtl %d-ov\, d'a.vfiäasiev, 
^AvS-QMTtov. Tore d" av re /iieyag Oehg aid-sQi vaicov 
^^ävÖQüiv evasßecov acorrjQ xara Ttavra ysvrjrcct. 
Kai TOT.s d' siQiqvrj tb ßad-eiä zs avvsatg earai, 

30 Kai yrj yiaQTtocpoQog xaQTtovg TtäXi, TtXeiovag oYast, 
Ov6e f.isQiCofxivt], ovo' siasTt XaTqevovaa. 
Hag de XifJ.rjv, itag OQf.iog elev9:eQog avSqwTCOiaiv 
"Eooerai,, cog Ttagog rjev, avatdeirj t' afrolsiTac. 
Kai tÖts drj (xeya arj{.ia Qsbg ßereTteira -Ttoirjast' 

35 u<laf.iipei. yaQ Grecpavcp Xaf.i7tQcp ftagofioLlog aaTrjg, 
^afiTtgbg, 7taf.icpaLvojv UTt ovgavov aiyXi^svTog 
"'Hfiaaiv ovx oXiyoig' tots yag orecpog avS-QcoTtoiac 
^ei^et ciTt ovQavod-ev evayüviov ad-lsvovai. 
Kai tÖzs yccQ {.leyag aiCov eiaeXXaazixbg eazat 

40 Elg TCÖXiv ovqäviöv, y' oiy.ovf.isvi'/.bg 6s zs rtaaiv 
"'Eaaezab av^qiäTCOiGiv, %%oiv xAeog ad-avaaiag. 
Kai zöze Ttag Xabg eiti a-d-avdzotaiv aeS-Xoig 
'^d-Xrjaev vixrjg Tceqc/.aXXeog. Ov yäq- avatdwg 
l^qyvqiov zig exel düvazac azicpog (ovrjaaaS-ai. 

45 "iAyvbgyaqXqiazbgzovzotg za öixata ßqaßsvast, 
Kai öd/iifj.ovg azsipsi, avzaq ■d'£[Xtt .(laqzvai^diooei 
'jdßavazöv z' axqc -9-avdzov zbv aytova Ttotovat. 
Jlaqx^'SvmoZgjSs dqai-iovGCycaXcog acpd-aqzov ae&Xov 
Jüaei zovS' ad-Xov, y.ai zqig za dixaia veftovacv, 

50 'uivd-qcoTtoig jidai zs, inai sd-vsGiv dXXoöa^oiai, 
Toig baicog ^coOvGi., Qsbv 6' sva ytvcÖG'4-ovacv. 
01 d' ayarcmOL yäfxov zs, ya^ioytXoTtiüv z aTtsyfivzai,' 
/JdjasL TtXovOLa dcoqa, auövtov sXrcLda xai zotg. 
ndaa' zs ydq ipvyjq fisqörccov Qsov sGzi xdqi.af.ia, 

55 Kov ■d-sficg dv^qcoTvovg zrjv aXysqt ^taat f.udivuv. 
\]yLri TcXovzsXy dämoig, dXX' s'§ oauovßiQzsveiv. 
'^q%sXGd-ai7taqsovai,''/.aidXXozqUov dnsy^sGß'ai. 
Wsvdsa^ l^'T] ßdt,sLV, zd d szrizvjxa Ttdvza-^vkaGasiv. 
JMiqds (xaztjv sYöcoXdGsßov zbv d^ dcpd-izöv aisi 

610 Ilqcoza Qsby zLfxäj (.lezsTtsczd [ds\ Gsto yovr}ag. 

JJdvza diycata ,VEf.istv, fn^d slg y.qLGLv ddiyipv .sX^rjg.. . 
Blrj qiipljg Tcsviriv däcxcog, (.Irj Kqivs TtqoGco/tci}' . ; 
^)H[v gv xaxcog öiyidGrjg, (lezEitsiza Qsög as ÖLKdGsf,.. 
3Iaqzvqirjv tpsvöi] (pevysiv, za ötyiaia , ö' dyoqsviSLV. 

65 Uaq-d'si'iTqv zrjqelv. '^ydTtrjv d' sv Ttdat cpvXdGGslv. 

, . Mszqa vsfisty zd dixaia' xaXbv d' STtifi&vqoy aTtaoi. 



SIBYLLINISCHE WEISSAGUNGEN, II. BUCH. 33 

Dass, wenn Einererblickt die Fussspur des Mensclien auf Erden, 
Er sich verwundert. Doch dann wird der grosse Himmeisbewohner 
Gott wiederum für die Menschen als Retter in Allem erscheinen. 
Auch herrscht tiefer Friede alsdann und verständig Benehmen; 
Und viel Früchte wird dann wiederum die fruchtbare Erde 30 

Trafen, sie die nicht mehr getheilt ist und nicht mehr geknechtet. 
Jeglicher Hafen und jegliche Rhede wird frei für die Menschen 
Sein, so wie früher es war, und schamlos Gebaliren verschwindet. 

Und Gott wird alsdann ein grosses Zeichen voUlühren: 
Denn es erglänzet ein Stern einem leuchtenden Kranze fast ähnlich, 35 
Glänzend und überall leuchtend herab vom strahlenden Himmel, 
Und nicht wenige Tage hindurch : Denn vom Himmel wird er dann 
Zeigen den Siegerkranz den Menschen, die ihn sich erkämpfen. 
Dann aber kömmt auch die Zeit des festlichen, grossen Triumphzugs 
In die himmlische Stadt; und zwar sämmtlichen Menschen gemeinsam 40 
Wird auf Erden er sein und den Rulim der Unsterblichkeit haben. 
Und es wird jedes Volk alsdann in unsterblichen Kämpfen 
Ringen um herrhchen Sieg; denn nicht wird einer dann schamlos 
Dort einen silbernen Kranz um Geld sich können erwerben. 
Denn der heil'ge Gesalbte' wird Diesen zutheileii was Recht ist, 45 

Und die Bevpährten bekränzen, und aucli unsterblichen Kanipfpreis 
Seinen Märtyrern geben, die bis zum Tode geUämpfet. 
Den Jungfräulichen aber, die rühmlich strebten, verleiht er 
Den unsterbhchen Kampfpreis, und welche Gerechtigkeit üblen 
Unter den Menschen zumal und den Völkern anderer Länder, 50 

Welche untadhg gelebt und Gott den Einen erkannten. 
Denen jedoch, die lieben die Eli' und der Bulderei fremd sind. 
Gibt er reiche Geschenke dazu und ewige^ Htiflnung. 
Denn eine jegUche Seele der Menschen ist göttliche Gabe, 
Und kein Recht hat der Mensch sie mit allerlei Sclimach zu beflecken. 55 

Werde durch Unrecht nicht reich, sondern lehe von dem was erlaubt ist. 
Sei mit dem, was du hast, vergnügt; halte fern dich von Fremdem. 
Führe nicht Lügen im Mund, und Alles bewahre, was wahr ist. 
Eitele Götzen verehr' nicht; sondern vor Allein verehre 
Den unveränderlich ewigen Gott und dann deine Eltern. - 60 

Alles was Recht ist thu', und gehe in unrecht Gericht nicht. 
Nicht Verstösse mit Unrecht den Armen, nicht richte partheiisch. 
Richtest du schlecht, dann wird hernach Gott selber dich richten. 
Falsches Zeugniss flieh und nur verkünde was Recht ist. 
Wahre die Reinheit dir und beachte in Allem die Liebe. 65 

Gib das gehörige. Maass; gut ist Zugabe lür Alles. 

3 



34 ZrBYAAIJKSlN A0r02 B. 

^va&fxov f^Tj '/.Qovstv ereQo'Cvyov, cclX laov eXxsiv. 
3Irj d' eTtWQy.rjorjg /.ii^v^ ayvcog (.irjTS bv.ovtL' 
WsvdoQyiov GTvyeec Gebg, OT%t kbv av tig of.i6ooi]. 

70 'ii| ccörAiov egyoiv Öojqov %sq\ /.ii^TtOTS ds^rj. 

2TteQ(.iaTa (.irj ylercxsiv ' STtagäatf-iog oarig eXrjTac 
Eig yevsag ysvecov, [öia] GK0Q7tiG/.ibv ßcovow. 
B'I^T^ aQCfsvo-/.OL%siv, f-irj avxocpavTstVy f.i'^Te cpovsvsiv. - 
Mia-9-bv (.lOxdrjaccvTt öidov ' /.irj -d-llße Ttevrjvci. 

75 rXcöaor] vovv £%efiev ' '/.QVTttbv löyov iv cpQsolv "iayßiv. 
^OQcpavL'/.oXg, %r]QaLg, £7tideof,ievoig 6s rtaqaGxov. 
Mrjr' adixeiv e-d-slr^g, (.irir ovv aötxovvra eäarjg. 
JjTcoxoig evdi) öidov, (.irjr' avQiov eX-d-ef-isv ilTtj^g. 
"lÖQOjac GTayjvcov %eLQl y^qfiXfivxi TtaQccGyov. 

80 "Og (5' €X£r]i.iOGvvr]v Ttaqiyßi, Qsfp olös davscKsiv. 
'Poevai Ix S-avccTOv eXeog, '/.QLOig OTtitöx' av eXd-rj. 
Ov ■d-vGirjv, sXsog ös d-eXsi Qebg avrt ■&vGLr]g. 
""EvdvGov ovv yv(.ivbv, (.isrccöog TtsLvcovr' aqrcov Guv, * 
"lÄGTsyov eig ohiov de§ac, -/.cd rvcpXbv böiqysL. 

85 NavTqyovg or/.rsiQOv " o yccQ TtXovg sgtIv adrjXog. 
XeiQa TtsGÖvTi öidov acooov d aTteQiGTaxov avöga. 
KoLva Ttäd-Tt) TtävTcov , ßiOTog xqoyög, aGxaxog bXßog. 
UXovTOv eycov, gtjv ysiQa tcevrjTevovGtv oqs^ov. 
'£lv Got edcoxe Qebg, xavrbg yj^fitpvxi -7taqä.Gyfiv. 

9Q KoLvbg Ttag 6 ßlog {.isQÖitcov avtGog de retlkrat. 
MriTtoxe, avÖQa Ttevrjta iöcov, Gxcoiprjg eTteeGGi, 
Mr]de y.axiog ye TtgoGeiTtr^g f.uo}.irjTÖv riva cpcora. ^^, 

Tb 'Cfjv £v S-avccTit) doy.ii-iccLexccL' ei xig %7tqd%ev 
^'Ey.voi-iov rj öiy.aiov, öiaKQivexat eig v.qlGlv eX&cov. 

95 Mrjöh cpQevag ßXccrcxeiv o^ivci), /.irjös itivuv a/:i£XQa. 
^lf.ia öe f.ir] cpayeetv, elöcoXodvxcov d^ aTtexeGd-ai. 
Tb ^Icpog afupißaXov (.irj rtqbg cpLXov, kXX erc" af.ivvav ' 
Ef9-e Se f.i^ XQV'^V' l-^'^F ^'^'^-vof.ia, ßi^xe öcxaicog ' 
Kav yaq aTtozxelvrjg e%9-Qbv, Geo /ei^a (.uaiveLg. 
\.0(i^AyQOv ysixoveovxog arcöaxon, (.lij [xov] d^ üq" VTteQß^g' 
Hag OQog eoxl öizacog, vTtsQßaGirj d' aXeyetvrj. 
Kxi]Gig bvriGLf.ibg eod-^ bouov, adiuov de TvpvrjQcc: 
3Irj3s XIV av^of-ievov XcoßrjG'T] yaQitbv aQ0VQt]g. 
"EoxcoGav d^ bf-töxifioi. eTtrjXvdsg ev TtoXirixaig' 

105 nävxeg yaq ^evlrjg TteqiQriGOOvxaL TtoXvi.iöyß'Ov, 
Sg S,hoi aXXiikLov ' %eXvog de ye ovxig ev vfiiv 
""Eoaex" , eTtel rcavxeg ßqoxdl a^fiaxog l^ evög eoxe, 



SIBYLLINISCHE WEISSAGUNGEN. II. BUCH. B5 

Stosse die Wage nicht seitvveirts, sondern bring sie zur Schwebe. 

Schwöre nicht falsch, sei unwissentlich es, oder sei es mit Willen: 

Den Meineidigen hasst Gott, um was er immer auch schwöret. 

Nimm nie an ein Geschenk mit der Hand, was gottlosen Ursprungs. 70 

Stehle nicht Saamen ; verflucht wird sein auf ewige Zeiten, 

Wer nur immer ihn wegnimmt, wegen des Raubes der Nahrung. 

treibe mit Knaben nicht Unzucht; verläumde nicht; übe nicht Todschlag. 

Arbeitern gib ihren Lohn, und bereite nicht Armen Betrübniss. 

Sei im Reden verständig, Geheimes bewahre im Herzen. 75 

Elterlosen steh bei, und Wittwen und denen, die arm sind. 

Thue mit Willen nicht Unrecht, auch lasse kein Unrecht geschehen. 

Gieb den Armen alsbald , und heiss sie nicht kommen auf Morgen. 

Von der Erndte Ertrag mittheile dem Armen freigebig. 

Wer aber Almosen reicht, der weiss, dass Gott er es darleiht. 80 

Mitleid rettet vom Tod, wann dereinst heran das Gericht kommt. 

Nicht will Opfer der Herr; Erbarmen verlangt er statt Opfer. 

Kleide den Nackten und gib dem Dürftigen von deinem Brode, 

Obdachlose nehme in's Haus und geleite den Bhnden. 

Mitleid erzeige den Schiffbruch Erlitlnen; unsicher ist Schiffahrt. 85 

Fallenden reiche die Hand, und rette den hilflosen Menschen. 

Leiden sind Allen geraein; Glück wechselt; ein Kreis ist das Leben. 

Wenn du Reichthum besitzest, so spende dem Dürftigen Hilfe. 

Was dir Gott immer verlieh, davon darreiche dem Armen. 

Säramtlichen Menschen ist's Leben gemein, doch ist's ungleich vertheilet. 90 

Nie, wenn du siehst einen dürftigen Mann, verhöhn' ihn mit Worten;» 

Hart selbst jfahre nicht an einen Mann der ladelüngswerth ist. 

Prüfung des Lebens erfolgt in dem Tode; ob einer gethah hat 

Unrecht oder was Recht, das .wird im Gerichte entschieden. 

Nichltgbetäube mit Weih die Sinne und trink nicht unraässig. 95 

Is3 kein Blut und geniesse kein Fleisch, das man Götzen geopfert. 

Gegen den Freund umgürte das Schwert nicht; sondern zum Schutze. 

Besser gebrauchst du esauGht, sei's rechtlich oder im Uni'echt: 

Denn erlegst du den Feind, so sind deine Häddie beflecket. 

Bleib von dem Äcker des Nachbars uiid schreite nicht einmal darüber; tOO 

Jegliche Grenze ist rechtlich und Schmerz bringt die Ueberschreitung. 

Nützlich ist des Erlaubten Erwerb; der böse bringt Schaden. 

Auch keine Avachsende- Frucht des Feldes darfst du verletzen. 

Fremdlinge ehret bei euch, gleichwie die Bürger ihr ehret. 

Denn das mühvolle Gastrecht sucht ein Jeder zu schmälern, 105 

Gleich als seien sie fremd zu einander. Doch Keiner sei Fremdling 

Unter euch, da ihr Ja alle Menschen seid Eines Gieblüte's, 



36 2IBYJAUKSIN AOTOS B. 

XcoQrj <5' ovTi ßeßaiov £/£a rbjtov avS-qwTCOLGi. 

Mrjöe d-slfig Ttlövxeiv, [nqd^ svxov aXlcc rSd' «up^ou, ' 
110 Zijv ccTtb TcZv ollycov, /.irjSev re exövra adcxov. 

if cpikoxQTjfxoavvrj ff^rrjQ y.ax6TrjT0g aTtäoiqg. 

Mrj nöd-og slg %Qvabv tj sig agyvQOV ev d aqa "aol tolg 

'jEaaerai afxcprpirig -dvfWcpd-OQog ev-d-a aldrjQog. 

Xqvoog aal döXog earl nal agyvQog av-d-QcoTtoiac. 
115 Xgvae naxcov agyriys, ßLOcpd-ÖQs, Ttävra xaXeTtTOiv, 

El-9-s ae iii} ^vrjTÖtac yeviad-at Ttrji-ia no&eivöv ' 

2ov yaQ €xr]Tt fxä%aL re, XerjXaoiac xe, (pövOL re, 

'Exd-ga de rexpa yovevacv, ääsXcpeioi te avvaifj.oig. 

Mr]öe ööXovg QocTtretv' firj Ttqog cpiXov ■^toq OTtXi^stv. 
120 MrjS-' ersQOv v.svdjjg yigadii] [vöov], aXX' ayoQsvcov ' 

BItjÖ^, cog TtatQOcpviig jtoXvjtovg, xara xcoQav a[.isißsLV. 

JJaaiv d ccTtXöog %a-9-t, rä x ex tpvxrjg ayögeve. 

"OoTig ixtov adixei, v.ay.og avrjQ ' dg 6^ irt^ aväy/.rfg, 

Ovx eQeto rb reXog' ßovXr} ö^ ev-9-vveß-' exccoTOv. 
125 JÜT] yavQOv aocpLrj, {.irix aX^^fj, (.irjx evl tvXovxm ' 

Elg Oeog eaxt öocpbg, övvaxög d-^ afia, xai TtoXvoXßog. 

MrjSs TtaQOixof-ievOLOL xaxoTg xqvxov xebv tjxoq' 

Ovxexc yaQ dvvaxac xb xexvyfievov elvat äxvxxov. 

Mrj TtQOTtexrjg ig x^^Q"' X'^^'-'^ov ö^ aygiov OQyrjv 
130 IJoXXcucg yaQ TtXrj^ag, aexcov cpövov e^exeXeaae. 

^'Eoxio v.oiva Ttäd-iq, f-iijöev /.leya, fir]d^ vrceQOJtXov. 

Ovz ayad-bv TtXeovätpv ecpv ■S-vrjxotaiv oveiaQ. 

'jFf TtoXXr] de XQvcprj TtQbg af.iexQOvg eXvcex^ eQioxag. - 

'^Yxpavyßl d" 6 -rtoXvg TtXovrog, xal eg vßgtv ae^ec. 
135 Qvfibg vfCeQx6[.ievos i.iavir]v oXoöcpQOva xevxet. 

^Ogyr] d' eaxLv oge^tg, viteQßaLvovaa de, f^rjvig.' 

Z'^Xog xcov ayaS-cov ead-Xbg, cpqvXcav de ye cpavXog. 

ToXiiia xaxctJy oXorj' ayaS-uiv de ye, -iivdog orta^ei. 

2ef^ivbg eQcog ccQexrjg' 6 de KvTtQidog, alaxpg ocpeXXei. 
140 'Hdvg ayavöcpQcov xiy.X'^Gxexai ev TtoXtrjxaig. 

^v i-iexQq} cpayeeiv, Ttieecv, v.a\ [ivd-oXoyeveiv 

nävvcov (.lexQOv ccqlgxov ' VTteQßaalr] d^ aXeyetvov. 

Mi] cpd-oveQog, /.irj aTtiGxog earf, firj XoLdoQog Xad-i^ 

Mrjde yMKoyvcö/iicov, f.irj ipevdaTvaxrig a[.iexQiqxog. 
145 2cocpQOGvvr]v aGxeZv, aiGXQCov d' eQycov UTtexeG^ai, 

l\Ir]de [.ui,tov 'Kazöxtjxa, diKrj d' ajtccXeLipov af.tvvav * 

JleC'&b) (.lev yaQ bveiag, eQig d^ %qlv avxicpvxevaei. 

Mt] TtLGreve xäxLGxa, tcqXv äxgexecog TteQag oipei.] 



SIBYLLINISCHE WEISSAGUNGEN. II. BUCH. , 37 

Und einen bleibenden Ort kein Land enthält für die Menschen. 

Strebe nach Reichthum nicht, und wünsche nichts ausser dem Einen, 

Dass du von Wenigem lebst, und mit Unrecht nichts du besitzest. 110 

Streben nach Reichthum ist die Mutter von jeglicher Rosheit. 

Nicht verlange nach Gold oder Silber; es birgt sich in diesem 

Ein zweischneidiges Eisen, welches die Herzen durchbohret. 

Silber nnd Gold ist stets für die Menschen ein trüglicher Fallstrick. 

Gold, aller üebel Quell, Vernichtnng und Unglück bereitend 115 

AUwärts, wärst du doch nicht ein begehrliches Unheil den Menschen : 

Denn um dich werden Schlachten geliefert, ist Mord und Reraubung, 

Zürnet den Eltern das Kind, Geschwister den nächsten Verwandten. 

Sinne auf Trug nicht, und nicht gegen Freunde ergreife die Waffen. 

Rirg im Herzen nicht anderen Sinn als in Worten- du aussprichst. 120 

Aendre dich nicht nach dem Ort, gleich felsentsprossnen Polypen. 

Aufrichtig sei gegen Alle und sprich so wie dir um's Herz ist. 

Schlecht ist der Mann, der freiwillig frevelt ; doch welchen die Noth zwingt, 

Nicbt behaupte ich's dann; doch ehrlich sei Jegliches Wille. 

Sei auf Weisheit nicht stolz, auch auf Stärke nicht, oder auf Reichthum. 125 

Gott nur allein ist weise, voll Macht und höchlich beglücket. 

Quäle das Herz in Sorgen dir nicht mit vergangenen Uebeln; 

Denn ungeschehen kann nicht das werden, was Einmal gescheh'n ist. 

Rrauche nicht schnelle Gewalt und zügle das heftige Zürnen: 

Ohne zu wollen hat oft wer schlug eine Mordthat verübet. * 130 

Leiden seien gemeinsam, nichts gross und nichts übermüthig. 

üeberflüssiges Gut ist nicht den Menschen zum Nutzen; 

Aber der Ueppigkeit Uebermaass bringt ihn zu maassloser Wollust. 

Grosses Vermögen bläht auf und stürzt dich hinein in den Hochmuth. 

Zorn der dich übermannt bereitet verderbliche Wutli dir. 135 

Zorn ist Aufregung nur; doch darüber hinaus ist er Wüthen. 

Eifer der Guten ist gut, aber schlecht ist der Eifer der Rosen. 

Kühnheit der Rosen ist schädüch, der Guten hat Ruhm im Gefolge. 

Liebe zur Tugend ist hehr; der Kypris Liebe bringt Schande. 

Der sanftmüthige Mann gilt als angenehm unter den Rürgern. 140 

Esse und trinke mit Maass und beobachte Maass in dem Reden. 

Maass ist von Allem das Reste ; doch Schmerz bringt die Ueberschreitung. 

Sei nicht neidisch noch unzuverlässig und lästere Niemand, 

Noch sei übelgesinnt noch ein maassloser Retrüger. 

Uebe Resonnenheit und enthalte dich schändlicher Dinge. 145 

Ahme nicht Schlechtigkeit nach, durch Gerechtigkeit tilge die Rache: 

Denn Ueberredung ist nützlich, doch Zorn bringt Zürnen zu wege. 

Glaube nicht allzu schnell, bis genau du siebest das Endziel. 



38 SIBYAAIAKP.N AOFOS B. 

Ouzog aycov, %av%^ miiv aed-lia, xavta ßqaßsia, 

150 Tovxo Jtvhq Ccoi]g, xat eiaodog ad-avaoiag, >•■■ 

''Hv &ebg ovqäviog [/«] öiyMioräröig avS-QcoTtoig 
^'EavriGe vhir]g ertasd-Xibv ' ol öh laßövrsg 
Tb OTSCpog, evd6§cog eloeX^toot Sia ravvrjg. 

^Vk OTtörav xöds orjiiicc cpavfj v.a%a y.ÖGf.iov aTtavxa, 

155 Ex yevsvrjg Ttaldeg TcolLO'/.QÖracpOi ysyacotsg, 

QXiipeig avO-Qiörccov xs Xc/.io}, }.oi[.Lo\, 7tö%moL xe, 
KatQtov ö' alXuyiiq, '/.ai Tthd-iiia öaxQva TtoXka. 
^iCi, OTtöacov TtaXdeg yÜQaig hl S-QY]vrjaovTcit,, 
OixxQ oXocpvQÖuevoi yoveag, .iv fpäqeoc occQxag 

160 Evxhevxsg -ü-äipovoiv hvt yß-ovi [.irjX^Qi 7möjv, 
^l^iaGi y.al xovirjGt TCScpvQ(.i£V0L. !ß i-ieya östlol 
^Yoxaxaig ysvs^g -(pcöxsg, -/.ayioeQyeeg, ahoi, 
NriTCLOL, ovde voovvxeg od-^ , rjviy.a cpvXa ywacxcov 
Mr] xixxcoaiv, ecpv xb S-egog {.legoTtcov avd-QioTtcov. 

165 H Se GvvaiQsaig lyyhg, oxav xivhg avxl TVQOcprjxcov 
WsvdaTtaxai TtsXccGcoGiv ercl %-d-ovl cpr]f.ii.Lovxeg. 
Kai BsXiag •5-' i]§st, -/.al Grj/^iaxa jtoXXa Ttoir^GBi, 
"^dvd-QcörcoLg. Töxs dr] oguov a.y.axaGxaGi avdqüv 
E/.Xa'/.xo}v TtLGxöJv xe, Xei]laGir] xe yevTqxat 

170 Tovxcov, Tjö'' 'EßQalcov. Jetvbg d^ avxoZg yßXog v\^ei, 
'^Hviy.a ScodsxarpvXog ait^ avxoXir^g Xabg ^'fet 
Z)]xrjGcov Xabv, ov aTtcöXsGev ^^GGVQiog -/.Xcov, 
2v{.upvXcov '^Eßaaicov e&vt] <5' eni. xoiGiv bXovvxai. 
"Ygxsqov av ccQ^ovGiv v7teQf.isvecov uvd-qÜTViov 

175 "ExXsxxcov fCiGxcüv '^EßQalcov, xaxadovXcoGavxeg 

udvxovg cog xb TtaQOtS-sv, ercel '/.Qaxog ovTtoxs XsixpSL. 
""Yiptoxog Ttävxiov, TtaveTtlGyojtog, ald-eqi vauov, 
"Ttzvov E7t avd-QCOTtOLg GzedccGei, ßXecpaQ' af.icpi.-/iaXvipag. 
~Q (.laxaQeg S-eQccTtovxsg, oGOvg sXd-iov ayQvrtvovvxag 

ISO EuQOi 6 dsGTtoCcoV xol (5' eyQrjyoQd-ev aitavxsg, 
ndvxoxs 7tQOGÖo'/.äovxeg ay.oi!.irjXOig ßXecpäqotGiv. 
"li§ev yaq t" ritog, rj öelXrjg, i] fieGOv rn-iaq' 
"H'iei ö' axQsy.eiog, -/.ai eGGsxat cog ayoqevco, 
"EGGsxac svdo{.ievoig, ox" cnt ovqavov aoxeQoevxog 

l^b^LdGxQa xe Ttävxa f.isG(i) evl r]f.iaxc jtaGc cpaveXxai 
2vv dvGi cpcoGxiJQGi, •y.axEfCEiyof.ievOLO xqÖvolo. 

Kai xSd-^ 6 QeGßixrjg ys, aTt ovqavov ccQi-ia xLxaivcov 
OvqavLOv, yalrj 6" mißag, xöxs Grjf.mxa xqiggcc 
KoGjiiq) oXco öelBet xs a7toXXv(.ievov ßibxoio. 



SIBYLLINISCHE WEISSAGUNGEN. II. BUCH. ^ 39 

Dies ist der Kampf, dies ist das Bernühn und solches der Kampfpreis ; 
Das ist des, Lebens TMr' und das der Unsterblichkeit Eingang, 150 

Welchen der himmlische Gott den gerecht befundenen Menschen 
Setzte als Siegespreis. Die aber, welche erhalten 
Jenen Kranz, die werden mit Ruhm durch dieselbe hineingehn. 

Wenn aber einst auf der ganzen Welt dies Zeichen erscheinet, 
Rinder von der Geburt an ergraut sind an ihren Schläfen: 155 

Dann überkömmt Drangsal die Menschen, Pest, Hunger und Kriege, 
Wechsel der Zeit und viel an trauei'entflossenen Thränen. 
Wehe , wie Vieler Kinder werden dann weinen im Lande, 
Bitter die Eltern beklagend und sie, mit Leinwand umhüllet. 
Legen als Leichen hinein in die Erde, die Mutter der Völker, 160 

Selbst mit Blut und Staub überdeckt. des letzten Geschlechtes 
Elende Menschen, entsetzliche ihr und Frevel- Vollbringer; 
Thoren, die ihr nicht merkt, dass, wenn der Frauen Geschlecht einst 
Nicht mehr gebiert, die Erndte der sterblichen Menschen gekommen. 
Und die Vernichtung ist nah, wenn Einige, statt der Propheten 165 *■ 

Lügenhafte Betrüger, sich nah'n und reden auf Erden. 
Auch kömmt Behar dann und wird viele W^under verrichten 
Unter den Menschen. Dann kommen in Nöthen die heiligen Männer 
Und die erwählten Getreuen, und sie und auch die Hebräer 
Werden beraubt. Doch kömmt über sie ein schreckliches Zürnen, 170 
Wann vom Aufgange her das Volk der zwölf Stämme heranzieht, 
Suchend ein A'^olk , das Assurs Sprössling zu Grunde gerichtet, 
Stammverwandter Hebräer; und dies wird die Heiden vernichten. 
Später jedoch werden sie wiederum die gewaltigen Menschen 
Die auservvählten getreuen Hebräer beherrschen, wie vorher 175 

Sie unterjochen; denn noch verlässt sie nicht ihre Stärke. 
Der Allerhöchste, der Alles erschaut und den Himmel bewohnet, 
Senkt auf die Menschen den Schlaf, ihre Augenlieder umhüllend. 
glückselige Diener, welche der Herr wann er ankommt 
Wachsam findet und die vom Schlafe sämmtUch erwacht sind, 180 

Die ausharreten stets mit nimmer ermüdeten Augen. 
Denn er wird kommen am Morgen, oder spät, oder mitten am Tage; 
Aber er kömmt ganz gewiss, und wie ich's verkünde geschieht es. 
Während man schläft wird's geschehn, wenn am sternebesäeten Himmel 
Mitten am Tag die sämmtlichen Sterne sind sichtbar für Alle 185 

Sammt den zwei Leuchten am Himmel, und schnell die Zeit dahinschwindet. 
Und der Thesbite wird dann den himmlischen Wagen am Himmel 
Führen entlang und die Erde betretend ein dreifaches Zeichen 
Geben der sämmtlichen Welt, die Zeichen des endenden Lebens. 



40 2IBYAJIAKSIN AOFOH B. 

190 ^i, OTCoaai xeivci) €vl rlfiari, cpogzocpOQOvaac 
raazeQC q)coQad-coaLv, baut ös re vrjTtia rs-ava 
TaXovyfiVGiv, baoi d^ stci "nv/iiaai vaisrccovatv. 
^l, OTtöoaL xeLvrjv rrjv ■^/.legav ad-QrjGOvaiv^ 
^^•/XvQ yag Cocpsgrj GusitaGSi rbv arceigova yioGi-iov 

195 udvToXiTqg övaaüg rs fxaarif.ißQLag ts y.ai aQXTOv. 
Kai tÖts dr] TtOTafxog •5-' o f-ieyag Ttvqog ald-Ofisvoio 
FevGEL art ovqavod-BV, v.cu navxa xbrcov dartaviiGei,' 
Faiäv t', n}y.Bav6v ts i-ieyav, ylavariv ts S-äXaGGav, 
^if.ivag v.ai TtO'vafj.ovg, (ftrjyag, Y.al a^BLktyßv qörjv, 

200 Kai Ttolov ovQccviOv. "^ictQ ovQccviot (pcoariJQsg 
Eig 6v GVQQTj^ovGt, y.al etg fiOQcprjv rcavegrifiov. 
"LdGTQa yccQ ovQavod'Sv ts -d-aXäGar] Ttävra TCBGÜxai. 
Wvyal (5' avd-qcÖTtcov TtaGat ßgv^ovGiv oöovgl, 
Katofisvac 7toraf.i(p xal d-siqi xal Ttvqog ogfif] 

205 Ev öaTtsdcp (.laXeqip, retpQa de ts itävxa xalvipsi. 
Kai %öxs yriqsvGsi Groiy^sia itqÖTCavxa %a v.6af.iov, 
^^T]Q, ycua, -d-äXaGGa, cpaog, nöXog, r]f.iaTa, vvY.teg' 
KovY.eTC Tto)xr]GOv%ai6v rjsQog arcXsTOi, OQvsig, ' 
Ov tfxia vrjY.Ta 3-äXaaGav oXcog svl vrjyrJGOVTai, 

210 Ov vavg sfig>OQTOg h/tl %viJ.aGL TtovrOTtOQrjGSL, 
Ov ßöeg IdvvrriQsg ccqotqsvgovgcv aqovQav, 
Ovy. rjxog ösvögcov avsficov VTto ' aXX" aj.ia nävxa 
Eig SV %covsvasc v.al sig nad-aQOv öiaXs^sc. 
"^Hvüia d' ad-avärov Qsov acpd-crot ayysXrriQeg 

lib'^'H^ovGi Miyccr^X, raßQirjX, 'Pa(par]X t\ OvQirjX, 
^VTol eTtiGTai-ievoL boa rig xaxct Ttgood-ev sQa^ev 
"^v&QWTicov, ipvxäg TS arto t,6cpov rjsgosvTOg 
Eig '/.qLglv a^ovGc TtöcGag STtl ßrj/iia QeoIo 
"uid-avärov, fisydXov. Eig yag (.lovog acpS-iiög sgtlv. 

220 ^vrbg 6 TtavTOXQixTCOQ, ■S-vrjTCov ö divMGTcbXog SGxai. 
Kai töts vsQTSQioig ipp^ag, i/ial 7tvev[.ia, xal avdtjV 
/i(I)GSi STtovQaviog &sbg, OGXsa ^ aqixOGd^hxa 
'Agi-ioTg Ttavxotoig, Gag^lv ös xs TcaGaig Gaqxag, 
NsvQEGiv vevQa xs, xal xe cpXeßBGGiv UTtaGaig aifia, 

225 JiQfxa ös, y ev [xQot] al tzqIv sS-sigac siGav-9-cg cpvGovGiV 
^A^ißQoauog Ttrjx^evxa xal e/arcvoa xcvrjd-evxa 
2(6fiax' eTtiyß-oviiov fiiav '^{.legav avGxrjGOvxai. 
Kai xox' a^ieiXLxxoLO xal agQrjxxov adä^iavxog 
KXel&ga TteXcoga tcvXcov xs ayaXxevxov ai'dao 

230 ''Prj^df.isvog OvgtrjX fisyag äyysXog sv&v ßaXeZxai, 



SIBYLLINISCHE WEISSAGUNGEN. II. BUCH. 41 

Wehe dann allen zumal jenes Tags, die schwangeren Leibes 190 

Werden befunden und die mit Milch unmündige Kindlein 

Säugen, oder auch die, welche wohnen auf wogender Meerfluth. 

Weh ihnen all.insgesammt, welche jenen Tag werden sehen: 

Denn stockfinstere Nacht wird die sämmtliche Welt überschatten 

Gegen den Aufgang hin, gen Untergang, Mittag und Norden. 195 

Und dann wird ein mächtiger Strom von brennendem Feuer 

Strömen vom Himmel herab und alle Welträume vernichten, 

Festland, bläuliches Meer und des grossen Oceans Fluthen, 

See'ri und Flüsse und Quellen, selbst den unerbitthchcn Hades; 

Auch des Himmels Achse. Es werden die Lichter des Himmels 200 

Fliessen zusammen in Eins und nehmen wüste Gestalt an. 

Denn es fallen in's Meer vom Himmel die sämmtlichen Sterne. 

Aber die Seelen der Menschen zumal werden knirschen mit Zälmen, 

Wenn in dem Schwefelstrom und im Drange des Feuers sie brennen, 

In dem entsetzlichen Land, und Asche wird Alles bedecken.' 205 

Und es veröden alsdann di« sämmtlichen Welt -Elemente, 

Luft, Meer, Erde und Licht, der Himmel, die Tage und Nächte. 

Nicht mehr werden die Luft die geschwinden Vögel durchfliegen, 

Nie mehr zieh'n durch Meeresfluth die schwimmenden Thiere-, 

Kein beladenes Schiff wird mehr auf den Wellen hinfahren; 210 

Nicht mehr pflügende Stiere den Acker mif Furchen durchschneiden ; 

Nicht mehr ächzen die Bäume vom Sturm; sondern alles zusammen 

Schmilzt er in Einen Guss, und läutert es, bis dass es rein ist. 

Aber wenn dann des unsterblichen Gottes ewige Boten, 
Michael, Gabriel, Raphael und Engel Uriel kommen, 215 

Welche, was immer vordem die Menschen Böses begangen, 
Wissen; alsdann werden sie alle Seelen aus nebhgem Dunkel 
Führen herbei zum Gericht, zum Thron des unsterbhchen , grossen 
Gottes; denn er allein ist einzig und unvergänglich. 
Er der Herrscher des All, er wird die Sterblichen richten. 220 

Und den Gestorbenen wird alsdann der Himmlische geben 
Leben und Geist und Sprache, Gebein auch gefügt ineinander, 
Mannigfachen Gefüges , Fleisch mit allerlei Fleische, 
Nerven zu Nerven gefügt, und Blut in sämmtlichen Adern; 
Haut auch, und in der Haut des Kof)fes spriesset das Haupthaar; 225 
Alles unsterblich gefügt und beseelet und sich bewegend: 
So werden Eines Tags die menschlichen Leiber erstehen. 
Und dann wird entzwei an des Hades gediegenen Thoren 
Brechen die mächtigen Riegel von hartem, sehr festem Demante 
Uriel der mächtige Engel und bald darnieder sie legen, 230 



42 ZIBYAAIAKIIN AOrOZ B. 

Kai Tcccaag f.iOQcpag TvoXvTtsvd-eag sig Ttgiacv a§ei, 
Eidiolcov ra [xäktara Ttcclaiyevsiov Tirrjvtov, 
^Hde TS riyävTcov, xal zöd-^ oaovg eile y.aTaxKvof.wg. 
Kai rag ev TtsldysOGiv arttöleoe -/.vf-ia ■d-aXaGar]g, 

235 Hd^ OTtooag -d-rjgeg v.ai sQTtera xal Ttereeivd 
OoivrjaavTO, oXag Tavrag ItvI ß^f.ia -/.aXeoaet ' 
Kai TtäXw, dg erpd-eigev ivl cpXoyl oaQytocpdyov TtvQ, 
Kai xavxag enl ßr^fia Qeov aT^aeiev ayetgag. 
'^Hvr/.a d avOTriGj] vexvag, {.loiqag '/.araXvoag, 

240 Kai •/.a&LOji 2aßacox)- ^^öcovat vipixegawog 

Elg d-QOvov ovqÜvlÖv xe, . fieyav öe %e xiova tv^Bj], 
'^'H'Sec (J' ev vecpeXr] rrgog r" dcpd-trov acpO-irog avrbg 
Ev 066,7] Xqioiog ovv d[.ivf.ioaiv dyyaXrriQGi, 
Kai y.ad-LGei (.leydXo) enLde£,ia ßr}(.ia%i, '/.qLvcov 

245 Evoeßeiov ßiotov ~/.al dvaosßetov rgoitov dvÖQCov. 
"li^et Y.al Mcoarig b /.leydg cpiXog vipioroLO, 
2dQyiag dvadfievog. '^ßQaai.t ö^ avxhg f.isyag ij^et, 
laadn rjö^ ^layiioß, "IiqGOvg, jdavu]X riö^ ^tiXiag, 
Ai.ißa-Aaovj.1, -/.al ^Icovag, aal ovg exTav '^Eßgatoi. 

250 Tovg ös ,«ct' ^Hge/.iiav erti ßr](.iaTL Ttdvxag oXeaaei 
KQLvo{.iivovg '^EßQaiovg, 'Iva ä^ia- egya XdßcoGi, 
Kai TiacoGiv, cmeQ ßiOTq) -d-vriTO) rig e/rga^a. 
Kai %öxe dr] Ttävxeg öid aid-of.ievov Tvoraf-iolo 
Kai cpXoyog doßearov disXevaovS-^ ' o% xe dmatoi 

255 Hdvxeg ocodriOOVT^ ' dosßelg ö^ arcl xoTglv oXovvtai 
Elg ai{^ivag oXovg, otcÖgoi itßxa TTQÖod-ev egs^av, 
''Höh cpovovg sytoirjGav, oGOi, öe GwiGrogeg eiGi, 
WevGxat, xal -/Xentai, dhXioL x olxocpQ-öqoi öeivöl, 
/leiTivoXöyOL, v.ai '/.Xeipiyaf.ioi,, dvGcpt]f.ia %eovxeg, 

260 Jeivoi -d-^, vßQLGxaL x' , dvojiioi. x', eidcoXoXdxQac xe ' 
^liö^ OTCOGöi [.leyav dddvaxov Qeov eyxaxeXetipav, 
BXdGcpr]/,iot d^ eyevovxo, xal evGeßEcov y.eQaiGxal, 
üiGxoXexai, xal xcov dykov cpd-iGrjvoQeg dvÖQCov ' 
""Hd^ OTtÖGOi doXioig xal dvaideGtv d(.i(pL7tQ0OÜTC0Lg 

265 JjQeGßvxeqoi, yeqaqol xe dnqxoveg etGOQOcoGiv, 
Aldof-ievoi ye xqiglv x" adixtog ixeQocGc Ttoiovvxeg, 
WevöaTtdxai, cprjf.i'r]Gi 7ceTceLG(.ievoi, itXatp^iBvoi xe, 
üagdaXicov xe Xvkiov oXocöxeqoc, rjSe xdxtGxot' 
^Hd^ bnÖGOi (.leyäXcog vTteQrjcpavof rjde xoxcGxal, 

270 Kai xoKOv ex xoxcov Gvvad-QoL'Zovxeg xax" oXxovg, 
^ÖQCfavtxovg yjiQag xe xaxaßXdTixovGiv exaoxa' 



SIBYLLINISCHE WEISSAGUNGEN. IL BUCH 43 

Und zum Gericht sie führen hin all die betrübten Gestalten. 

Und vor Allen zuerst die Gebilde der alten Titanen 

Und der Giganten , imd wen nur immer die Sündfluth vertilgte. 

Auch die, welche die Welle des Meers in den Fluthen hinwegnahm, 

Und wen immer das Wild und die kriechenden Thiere und Vögel 235 

Frassen: sie Alle zumal wird er zum Richtstuhle rufen. 

Und wiederum die in Flammen vertilgt das fressende Feuer, 

Sammeln wird er auch- sie und bringen zum Richtstuhlo Gottes. 

Aber wann er die Todten erweckt und das Schicksal gelöset, 

Und auf dem himmlischen Thron Adonai, der Donnrer der Höhe, 240 

Zebaoth sitzet und wann die mächtige Säule gefestet: 

Dann wird in Wolken heran zu dem Ew'gen der Ewige selber 

Kommen in Herrlichkeit, Christus mit den herrlichen Engeln. 

Und auf dem grossen Stuhle zur Rechten dann sitzt er und richtet 

Ueber das Leben der Frommen und über der Gottlosen Wandel. 245 

Moses wird auch, der grosse Freund des Höchsten, dann kommen, 

Fleischumkleidet, und Abraham auch, der grosse, wird kommen, 

Isaak und Jakob , Josua , Daniel und auch Elias ; 

Habakuk und Jonas, und wen die Hebräer getödtet. 

Aber die nach Jeremias zu richtenden, alle Hebräer, 250 

Diese wird der auf dem Richtstuhl vernichten, damit sie empfangen 

Würdigen Lohn und büssen, was sie im Leben verübet. 

Und es werden dann Alle hindurch durch den brennenden Strom gehn, 

Und durch die Flamme, die nimmer erlischt. Jedoch die Gerechten 

Werden alle gerettet hierbei. Die Gottlosen aber 255 

Gehen auf ewig zu Grund, welche früherhin Roses verübet, 

Oder die Mord vollbracht, oder welche nur Mitwisser waren, 

Lügner und Diebe, Retrüger und böse Vermögensverschwender; 

Auch die Schmarotzer und Ruhler und die, welche Schmähworte reden, 

Scheusale und Uebermüth'ge , Gesetzlose, Rilderanbeter, 260 

Und wer. immer von Gott, dem grossen, unsterbhchen abfiel; 

Und wer ein Lästerer war, und auch die Redränger der Frommen, 

Feinde des Glaubens und welche die heiligen Männer ermorden. 

Auch die, welche voll Trug und schamlosen Doppelgesichtes, 

Angesehne und Ehrfurcht gebietende Diener, beim Strafen 265 

Richten mit Menschenfurcht und Unrecht üben an Andern; 

Lügenhafte, voll Trug, die Gerüchten glauben und schwanken, 

Schädlicher noch als Panther und Wölfe, die ärgsten der Menschen; , 

Und welche immer sich hoch überheben; und auch die Wuchrer, 

Welche den Zins auf Zins in den Häusern scharren zusammen, 270 

Kinder die elternlos sind, und Wittwen sämmtlich beschädgen; 



44 2IBTAAUEILN AOFOS B. 

'Hd' OTtöaoc xriQ^ßOL y.ai OQcpavr/.oZac ötdovaiv 
E^ adr/xov egycov, bnoaoi d' idkov artb [.lox&oiv 
/lovxEC, bveiöi^ovaiv ' oaoc de yovsig kvi yrjQcc 

275 KäXXiTtov, ovre rloavTsg oXtog, ov -d-QsrtTQa yovevaiv 
^vTLTtaQaayovTsg ts, cctccq xh^ oaoi rjTtsid-iqoav, 
"Höh xal avrelTtov löyov ayQiov eig ysvsTrJQag' 
"Hd" OTtöaoi TtLarsig re aftr]QvrjaavTO XaßövTag, 
Kai -S-egaTtovreg oooi '/.ata deoTtOTecov kysvovzo, 

280 Kai ^äXiv ol ttjv aä.qv.a aoskyelaLg fiiävavrsg, 
Hd" OTtoaoL ^u>vr]v rr^v Ttaqd-BVL'/iriv aneXvGav 
^läd-QTj i-UGyöfxBvoi, OGGai, ö" hvl yaOTSQL cpoQxovg ' . 
"Ey.TQcoQxovaiv, oaoc Toxsrovg gimovaLv ad-äoficog' 
0aQf.iay.oi, r] xal (pagiiaxideg' ovv %oXgi v.a\ avrovg 

285 Ogyr] arcovQavioio v.al acßS-agroto Gsoio 

Kiovi TtQoaTtsXaaeLSv, oitov Tteql xvyXov ccTtawa 
'^xa/iiaTOg 7tova{.i6g ts qssi TtvQog' rovg ccfia Tvävxag 
^LdyyeXoL ad-aväxoLO Qsov xov\ alev iovxog, 
Ev q)loyLvaig (.kxoxl^l y,ai ev TtvQcvaig aXvasGGi, 

290 ^aOfiolg aQQifjiixoiai, 7isQiG(fiy^avxEg vTtsqd-sv, 
/Jeivoxäxüig zoXccgovgiv STtsixa 6h vvxxog afxolyqi 
Ev FeevT] -S-iqQGlv VTtb xaQxaqLoLGL ßaXovvxai, 
üoXXoig, deifiaXeoiGiv, oitov Gvioxog €Gxiv ccfisxQOv. 
I^IX" bTtbxav TtoXXag •/.oläoELg eviTtoiriGcovxaL 

295 üaGt xe olg Y.ay.bv ■^toq erjv, ccxaQ vgvsqov avxe 
'Ez jTOxa[xov f.ieyäXov ntvQivog xQOybg a(.i(pixa-9'e§si 
.Avxovg, oxx" aQu xöIglv axäad-ala 'egya f.isfirjXei. 
Kai xbxs -d-QrjvriGOVGCv t7t aXXvdig aXXog amod'ev 
OixxQOxäxr] fiocQj] (rtaxegeg ■aal vrircia xh.va, 

300 MrjxeQeg, ^(5e xs xt/jv" VTCOfiaCia vqTttöevxa. 

Ovde Gcpiv daxQvcüv xoQog eGGexai, ovöh (xev avörj 
OrAxg' bXocpvQOfXEVcov eGay.ovGsxat aXXvötg aXXov, 
L^XXd fiaxQav Koipöev-d-" VTtb xccQxagov svQcosvxa 
TaLqbfXBvov ßcoGovxat, Itv ov/ ogLolgl de %(t}QOig 

305 TIgovgc XQlg xoGGOv oGOv v.ay.bv tJXixov eqyov, 
Jaibfievoi Ttvql jtoXXiT)' eTtißgv^ovGc (J' böovGi 
Uavxeg xrjxbfxsvoc öLxpr} (.taXsQJj xs ßLji xs, 
Kai Y.aXeGOvGL xaXbv xb ■d-avsiv, v.al q)ev^sx' an avxöiv. 
Ovxext yccQ -S-avaxog xovxovg, ov vv^ avartavGsi, 

310 JJoXXa ö^ eQCoxrjGOVGi fiäxiqv Qebv viplfxeöovxa, 

Kai xbx^ ctTCOGXQEXpei, gjavsQcog xb rcgboconov an avxwv. 
'Emä yccQ aicovcov fisxavoiag rjf.iax ^eöcoxsv 



SIBYLLINISCHE WEISSAGUNGEN. II. BUCH. 45 

Auch die, welche den Wittwen und Waisen von unrecht Erworbnem 

Gehen ein Theil, wie auch die, welche schmähn, wenn sie eigen Errungnes 

Mittheilen; oder auch die, welche immer, die Eltern im Alter 

Liessen im Stich und Nichts vergalten, nicht-,Tjohn der Erziehung 275 

Reichten den Eltern dar; sondern die ungehorsam gewesen^ 

Und auch in heftiger Rede den Eltern Widerspruch Ihafen^^ ;^, 

Auch die vertrautes Gut abgeleugnet, das sie empfangen; 

Und die Dienerschaft auch, die gegen die Herrschaft gewesen. 

Auch wiederum die, welche den Leib mit Unzucht befleckten, 2S0 

Und die, welche den Gürtel der Jungfrauen schnöde gelöset. 

Und sich heimlich vermischt; oder welche die Bürde im Leibe 

Abgetrieben; auch die, welche ruchlos die Kinder aussetzten. 

Giltmischer auch und Giftmischerinnen, auch sie wird zusammen 

Mit allen Jenen der Zorn des himmlischen, ewigen Gottes 285 

Führen zur Säule heran, wo rings herum in dem Kreise 

Fliesset ein unauslöschlicher Strom von Feuer. Und jene 

Alle werden die Engel des unsterblichen ewigen Gottes 

Schrecklich mit brennenden Geissein und mit feurigen Ketten, 

Oben gefesselt vorher mit unzerbrechlichen Banden, 290 

Züchtigen; und alsdann bei Mitternachtsdunkel sie stürzen 

In die Gehenna hinab zu den üngethümen der Hölle, 

Zu den vielen und furchtbaren , wo unergründliche Nacht herrscht. 

Aber wenn sie sodann viele Strafen verhängt über alle, 

Welche von böser Gesinnung gewesen; alsdann wird sie nachher 295 

Aus dem gewaltigen Strom ein feuriges Rad sie bedrängen 

Rings wiederum, dieweil sie frevelnde Werke geübet. 

Und sie werden dann weinen von Ferne untereinander 

Ueber ihr schreckliches Loos, die Väter, unmündige Kinder, 

Mütter und an der Brust noch säugende weinende Kinder. 300 

Und ihres Weinens ist kein Ende , noch hört man die Stimme 

Derer die Jammer erfüllt schwer klagen gegen einander; 

Sondern fern in des weiten Tartarus nächtigem Dunkel 

Werden sie schreien vor Qual und in den unheihgen Räumen 

Bässen dreimal so viel als sie böse Werke geübet, 305 

Brennend in vielem Feu'r. Und knirschen werden mit Zähnen 

Alle, verzehrt von schrecklichem Durst und herber Gewaltthat; 

Und werden preisen den*Tod als ein Gut, doch flieht er vor ihnen: 

Denn nicht mehr_ gibt Ruhe der Tod, noch erquicket die Nacht sie. 

Viel aber werden umsonst sie zu Gott dem hochthronenden flehen, 310 

Doch sein Antlitz wird er dann oflen von ihnen abwenden: 

Denn zur Busse hat er gegeben den irrenden Menschen 



46 2JBYAAIAKP.N AOTOS B. 

^vÖQciGL 7tXato(.iävOLg öia xeiQog HagO-evov ayvrjg. 
Tohg d allovg, OTtOGOig ts dixrj -/.aXa t' £Qya {.isf^Xei, 

315 ^Hde y.al eiaeßlr] re dcxatoTaroi zs loyiaf-ioi, 
"'^yy^koi a.iQ6[.ievoi, dia^^aid-Of.ievov Tvoraßoio 
Big cpcog a§ovai ts "käl sig tcorjv af.isQif.ivov, 
Evd-a niXsi TQißog ad-ävavog fieyäloto QsoTo 
Kai TQtaaal rtrjyai, oXvov, {.lilirög rs yakaKiog. 

320 Fala S" lar] ■Jtävrcov, ov TsLyßGLv, ov TtegtcpQayfiotg 
OuSe fisgiCofievr], -aaQTtovg töre TtXsiovag d'iast 
.^.vTOfiaTr], zoivol ts ßi.oc, xal fcXovTog ccfioiQog. 
Ov yaQ TtTcoyhg sy.sl, ov itXovaiog, ovds Tvqavvog, 
Ov öovXog, ovT -av fieyag, ov fiiKgög tig IV sarai, 

325 Ov ßaGikslg, ovy ■^ysfiövsg' y.OLvfj ö^ ccfia itavtsg. 
KovY.sT sQsl Tig oXcog' Nv§ rjXv^sv, ovds f.isv avQiov, 
Ovx sxd-sg ysyovsv, ovk rjfnara rtoXla fisQtfiväv, 
Ovy, sag, ovy). ■d-sQog, ov ysificov, ov fisvoTtcoQOv, 
Ov ydfiog, ov -d-äva-TOg, ov nQÜosig, ovö^ ayoQaofiol, 

330 Ov övaig, avToltri ' Jtotrjasi yaQ fiaxQOv ■^fiaQ. 

Tdlg ya\ 6 TtavTOY.QarcoQ Qebg acpd-itog ciXlo TtaQsBst 
EvasßsGLv, OTVÖrav Qeov acpd-trov alviqatovrai' 
^E/. fiaXsQoXo nvQog fiay.Qauovcov t^ ccTtb ßQvyfitov 
^Avd-Q(i)TCOvg Oiooai. ddosi' ya\ rovto itoiriGSi. 

335 yis^äfisvog yaQ svorad-slg arto cpXoyog ay.af.ia.xOiO, 
"'jLXXog' arcoatrioag, Ttsfiipsc öia Xabv eavrov 
Eig Uor]v itSQav yal aicoviov aO-avccTOiaiv, 
liXvGLu) Ttsöki}, od-i ol tcsXb yvfiaxa fiaxgcc 
yHfxviqg asvväov ".AyeQovGiädog ßad-vx6X7tov . 

340 ^i dl, syco östXr], xl ysvT^GOfiat i'jfiaxt xcods, 
\4vü-\ cbv ri SvGrpQcov ys TVOvrjGafihr] TtsQi Ttävtcov 
"IlXixov, ovxs yä/iitov fisfisXrjfievr], ovxs XoyiGfiov' 
^AXXa y.al sv fisXäd-QOiGiv IfioXg TtoXvTtäftfiovog avÖQog, 
Jevofisvovg aitsTAXeiGa " to; ö exyofLa tcqogS-sv sQs^a 

345 EidvTa. 2v öh, GcoxsQ, sfuov arto fiaGxixxr^Qcov 
'^PvGat örj [xs yvvcoTtiv, avaidsa TtQrj^aGccv ys. 
"Ilds ö^ sych Xixofiai gs ßaibv itavGai fis aoLÖrjg, 
"^'.Ayis fiavvoööxa, ßaGtXsv fisyaXrjg ßaGiXslrjg. 



SIBYLLINISCHE WEISSAGUNGEN. II. BUCH. 47 

» 

Sieben Zeitalter, durch der hehren Jungfrau Vermilllung. 

Aber die Anderen, welche des Rechts und löblicher Werke 

Sich beflissen, der Frönimigkeil auch und rechtlichen Sinnes, 315 

Werden von Engeln entrückt und durch die brennenden Fluthen 

Zu dem Lichte geführt und in ein sorgloses Leben, 

Wo der unsterbhche Weg des grossen Gottes sich hinzieht, 

Und drei Quellen da sind von Wein, von Milch und von Honig. 

Und die Erde wird gleich für Alle; niclit Mauern, noch Zäune 320 

Scheiden sie mehr und Früchte trägt sie von selber in Fülle. 

Auch ist da& Leben gemeinsam und der Reichthum entbehrlich. 

Denn keinen Armen gibt's dort, noch Reichen, noch einen Tyrannen. 

Nicht werden Sklaven mehr sein; nicht gross noch klein ist mehr Einer. 

Nicht gibtV Könige mehr, noch Herrn; sondern Alle sind Gleiche. 325 

Nicht mehr spricht man alsdann»: die Nacht ist da, oder der Morgen; 

Nicht: es ist gestern geschehn; nicht gieht's viele Tage zur Sorge; 

Nicht ist Lenz, noch Sommer mehr, nicht ist Winter, nicht Spätherbst; 

Weder Hochzeit, noch Tod; nicht Kauf ist mehr, oder Verkaufen ; 

Auf- und Untergang nicht; einen langen Tag wird er machen, "330 

Und der allherrschende ewige Gott wii'd auch etwas Andres 
Noch jenen Frommen verleih'n, wenn sie fleh'n zum ewigen Gotte: 
Aus dem brennenden Fen'r und aus lange währenden 'Qualen 
Wird er die Menschen zu retten verleih'n. Dies wird er vollführen. 
Denn er entrückt die Beruhigten aus unermüdlichem Feuer, 335 

Pflanzt sie anders wohin, und schickt vermittelst der Seinen 
Sie in ein anderes lür Unsterbliche ewiges Leben, 
In das elysische Land, wo weithin Wasser ihm fliessen 
Des Acherusischen See's, des ew'gen, von grundloser Tiefe. 

Ach! ich Arme, wie wird es mir jenes Tages ergehen! 340 

Weil ich Unsinnige Alle in Sünden zu übertreffen 
Suchte, und nicht der Ehe gedacht, noch verständigen Sinns war; 
Sondern sogar in meinem Pallast, des begüterten Mannes, 
Wies die Dürftigen ab, und vorher das Schlechte mit Wissen 
Uebete aus. Aber du, o Erretter, von meinen Quälern 345 

Rette mich, mich Unverschämte, die schamlose Dinge gethan hat. 
Dich auch flehe ich an, lass ein wenig vom Sänge mich ausruhn, 
Heihger Mannaspender und König des mächtigen Reiches. 



TßN 2IBYAAIAKßN 

yL0r02 TPITOI. 



'Y^iißga^sta /.iccxag ovqccvl og %£f£ to XsQOvßlfx, 
'I6qvi.isvov, XiTOf.iai [as], TtavaXrid-ea (prmL^aaav 
IlavGov ßaiöv f.is ' iisxfii]y.a yag evöo&c t^toq. 
^"kXa xi (J.OV '/.gadirj ttccXc :n:aXXsTat, rjds ys ■O-vf.ibg 
5 TvTCx6[A.evog [.läaxiyc ßtaLexai, evdod-ev avdriv 
^^yyeXXsLv Ttaaiv; ^vrag TtaXt itävc' ayoqevaco, 
"Ooaa Qeog yieXeraL /.i^ ayoQ€vef.i€v av-S-gcoTtoiatv. 

^'^vd-QojTCOi, ■S-eoTtXaoTOv axovTsg ev eiyiovL (.logrprjv, 
TLitre i-iarr^v TtXaCead-e, xal ov'k evd-eiav cctaQTtbv 

10 BaLveta, ad-aväxov y.tiOtov f.t6f.ivrjf.ievot aiet; 

Elg Qsög eazc ^6vaQ%og, ccd-eocpaxog, aid-egc vauov, 
^vTog)vrjg, aögarog, oqwv (.lovog avxbg ccTtavra. 
"Ov yßiQ y' ou/t STtoirias Xid-o^oog, ovd" arto xqvaov 
Tsxvr]g avd-Qcorcov cpccivec xvrtog, ovd" eXscpavxog' 

15 ^^XV avxbg avsSei^sv aicoviov avxbg eavtov, 

^'Ovxa xs, y.al Ttglv eovxa, ccxaQ TtaXi 'A-ol {.lexeTCSixa. 
Tig yccQ -d-vrjxbg ecov Kaxidetv dvvccTal Gebv ooaoig; 
'jET xig xwQTqGEi xav xovvO(.ia (.covvov axovGac 
Ovgavlov {.isyccXoio Qsov, }i6af.tov xgaxeovxog ; 

20 "Og Xöyoj axxias Ttävxa, y.al ovgavbv, ^de d-äXaooav, 
^äXiov x" a-/.ä[.iavxa, asXrjvrjv xs TtXrjd-ovaav, 
^'Aoxga xs Xa[.i7tevöcovxa, -/.Qaxcciav /.ir]X€Qa Trid-vv, 
Ilrjyag nal 7toxaf.iovg, atvQ acp&ixov, rjfiaxa, vvyaag. 
uivxbg ör} Gsog eod-' 6 TtXaaag xexQayQd{.if.iaxov "Adcm, 

25 Tbv TtQCüxov TtXaad-Evxa, v.al ovvofia jcXrjQoyGavxa 
'AvxoXirjv xe övow xs i.i£ar](.ißQiav Te xat ccq'kxov. 



SIBYLLINISCHE WEISSAGUNGEN. 

DRITTES BUCH. 



Himmlischer, Donnrer der Höh, Glückseliger, der du auf Cherub 
Thronest, dich flehe ich an, ein wenig lasse mich ruhen, « 

Mich, die nur Wahres gesagt; denn ermüdet bin ich im Herzen. 
Aber was zittert mir wieder das Herz, was drängt das.Gemüth mich, 
Treffend mit Geiselhieb, von innen heraus zu verkünden 5 

Allen einen Gesang? Wiederum will ich Alles aussagen. 
Was Gott immer befiehlt , dass ich es den Menschen verkünde. 
Menschen, die ihr Gottähnlich geschaß'ne Gestaltung besitzet, 
Was irrt ihr so vergeblich umher und geht nicht auf ebnem 
Pfade voran und gedenket nicht stets des unsterblichen Schöpfers? 10 
Ein allein herrschender Gott ist, unnennbar, den Himmel bewohnend, 
Selbstgezeuget , unsichtbar, allein nur Alles erblickend, 
Welchen die Hand mit dem Meissel nicht schuf, der nicht als Gebilde 
Menschlicher Kunst aus Elfenbein, oder aus Golde bestehet: 
Sondern er selbst hat als Ewigen sich von selber bewiesen, 15 

Als den, der ist, und der früher war, und wieder nachher ist. 
Denn welch sterblicher Mensch könnte Gott mit Augen erblicken? 
Oder wer fassete ihn, um nur zu hören den- Namen 
Gottes, des himmlischen, grossen, welcher das Weltall beherrschet, 
Welcher Alles erschuf durch's Wort, das Meer und den Himmel, 20 

Und die rastlose Sonne, des Mondes wachsende Scheibe, 
Und der Sterne Glanz, und Tethys die mächtige Mutter, 
Quellen und Flüsse, unlöschliches Feu'r, die Tage und Nächte? 
Er, Gott ist's, welcher schuf den vierbuchstabigen Adam, 
Welcher gebildet zuerst ward und dess Name erfüllet 25 

Sonnenaufgang, den Untergang auch, und Mittag und Norden. 

4 



50 2IBYAJIAKSIN Ä0r02 F. 

^vTog dg egtt^ql^s tvTtov [xOQcprjv /asgoftcov rs, 

Kai -d-ijQag Ttolrjas v.ai egnsra yial Tcsvesiva. 

Ov aeßet" , ovds q)oßslod-s Qebv, fiaraicog de Ttlavaad-s 

30 IlQoay.vvsovTsg oq)etg ts, küI ailovQOiat -dvowsg, 
EidcaXoig t' aXXoig, Xtd-tvoig -9-' ldQv/-iaoi, rpcoTcov, 
Kai vaotg ad-sOLOi xad-s^öfxsvot- Ttqo d^gäcov, 

- TrjQslTs Tov BÖvxa Qebv, og Tcävta q)vXäaGec, 
TeQTtoi-isvOL v.av.ötriti "kid-cov, x^iaiv exla^eovrEg 

SbidS-avarov acorrJQog, dg ovQavbv eKViae xat yfjv. 
[^l] yevog al(xox(XQ£g, öoltov, xaxbv, aosßecov ts, 
Wevöüjv r/ öiyXcoaotov xal xayiorj-9-cov av&QWTtcov, 
^B'/jtQOvXÖTCcov, eidciiXoXaTQtüv, doXca q)QOvs6vTcov, 
Olg y.a'KOv ev gtsqvolglv evi (xe{.iavrif.iavog olatqog, 

40 ^vtolg ccQTtaCpvTeg, avatdsa -d-vf-ibv sxovrsg. 

Ovdslg [yaQ] TtXovxfov 'Aal %%(ov aXXcp fisradcoaet; 
"AXyJ %aB'vai YMnirj detvtj ^ävTsafft ßgorotat, 
. lÜGtiv (J' ov GXTjGovGLV oXojg, yjiQccL ts yvvai'Asg 
2r£Q§ovat %Qvq)icog aXXovg rcpXXaX dm xegdog, 

45 Ov GTtaQTrjv .xarsxovGat ßiov ardquiv ys Xa^ovoai. 
^vxaQ sTtsl '^Pto/xr] vmI ^lyvTtrov ßaaiXsvGaL, 
Eig ev id^vovGa, xotb Ötj ßaGiXsia /.teyiGtr] 
"^d-avccTOv ßaGiXijog stv^ av&QMTCOLGi, cpaveXxai. 
"U^ei d ayvbg ava^, ficcGrjq yrjg GxrJTtxQa KQdrrjGcov 

50 Eig aicovag rcävxag, eTzeiyo^ivoio xqovolo. 
Kai xoxe ylaxLvo)v ajtaQalxrjxog yßXog avdqutv, 
Tgetg ^Pi6/.irjv oi-axQjj fJ-olgj] v,axadr]Xr}GovxaL. 
JJavxeg ö^ avd-QcoTtoi, fieXccd-QOig IöLoiglv bXovvxat, 
'^OfCTCÖxav ovqavöd-ev nvqwog qevGj] y.axaQä-/.X7]g. 

55 OX (.101., detXairj, tcÖx" eXevGexai r\ixaq ixelvo, 
Kai y.QLGcg ad-avaxoLO Qeov /j.syaXov ßaGiXrjog; 
'lÄQXi de %oi 'lixl^sG^-e, TcbXeig, xoG^ielGd-e xe TtaGai 
Naotg %a\ GxaöLoig, ayoQa7g, yqvGolg ^oavoig xe, 
i^gyvQeoig, XcS-Lvoig xs, tV^ '£X9i]x' eig Tttxqbv rj^uaQ. 

60"H^ei. yccQ bnöxav ■3-eLov öiaßrJGeTai, odfj.ij'^ 

IlaGcv ev avd-QtoTtoiGiv. ^xccq xa exaox^ ayoQevGo), 
OoGaig ev noXeotv [.leqorteg xaxöxrjxa (peqovGiv. 

Ey. [de] 2eßaGxr]vtov rj^ec BeXlaq fxexojtiaS-ev, 
Kai GxriGBL OQecov vifjog, Gxi^aet de -d-äXaGoav, 
65 HeXcov TtvQosvxa (.isyav, Xay.Tcqäv xe oeXriviqv, 
Kai vexvag GxrjGei, yal orjfxaxa TtoXXa TtovqGei, 



SIBYLLINISCHE WEISSAGUNGEN. HL BUCH. 51 

Er ist's, welcher das Bild und die Form der Menschen gemacht hat; 

Der auch die Thiere erschuf, was kriecht auch und was da flieget. 

ISicht verehrt ihr und fürchtet nicht Gott und irret vergeblich, 

Da ihr die Schlangen verehrt und Opfer bringet den Katzen, 30 

Anderen Götzen auch und steinernen Menschengebilden, 

Und vor die Thüren von Tempeln, wo Gott nicht wohnt, euch hinlagert. 

Ihn den Gott, welcher ist, verehrt, der Alles bewahret, 

Die ihr euch freut an schlechtem Gestein, des Gerichtes vergessend 

Des unsterblichen Heilands , der Himmel und Erde geschaffen. 35 

Weh, blutdürstig Geschlecht, verschmitztes und schlechtes, gottloser 

Trügrischer und zweizüngiger Menschen, von böser Gesittung, 

Ehbrecher ihr und Götzenverehrer, Arglistiges sinnend, 

Welchen die böse und rasende Leidenschaft wohnt in dem Herzen, 

Räuber untereinander und von unverschämter Gesinnung! 40 

Denn kein reicher, begüterter Mann wiU dem Andern mittheilen; 

Sondern schreckliche Bosheit wird allen Menschen inwohnen. 

Reine Treue bewahren sie mehr. Viele Wittwen und Weiber 

Werden um des Gewinns willen heimlich Andere lieben. 

Und die Männer erlangt verachten die Sitte des Lehens. * 45 

Wenn aber Rom dereinst auch herrschet über Aegypten, 
Und es zusammen regiert; dann wird das grösste der Reiche 
Des unsterblichen Königs unter den Menschen erscheinen. 
Und es kömmt ein heiliger Herr, der die Länder der Erde 
Alle beherrscht, alle Zeiten hindurch, wie die Zeiten hinschwinden. 50 
Und dann herrscht unerbittlicher Zorn lateinischer Männer : 
Drei werden Rom alsdann mit schrecklichem Loose vernichten. 
Und in den eigenen Häusern gehn alle Menschen zu Grunde, 
Wenn vom Himmel dereinst ein feuriger Regen herabströmt. 
Wehe mir Elenden, weh! jener Tag, wann wird er erscheinen, 55 

Und des unsterblichen Gottes Gericht, des mächtigen Königs? 
Nun aber werdet gebaut ihr Städte, mit Tempeln geschmücket 
Alle, mit Stadien auch, mit Märkten und Götzen von Golde, 
Und von Silber und Stein, dass zum bitteren Tag' ihr gelanget. 
Denn er wird kommen dereinst, wann des Schwefels Dampf sich verbreitet 60 
Ueber die Menschen zuma) ; doch das will ich Einzeln verkünden, 
Wo ein herbes Geschick in den Städten die Menschen erdulden. 

Aber daher von Sebaste dereinst wird Bäiar kommen, 

Und er stellet die Höhe der Berge, macht stehen die Meerfluth, 

Auch den glänzenden Mond und die grosse feurige Sonne; 65 

Weckt die Gestorbenen auf und wird viele Zeichen verrichten 

4* 



52 2IBYAAIAKP.N AÖr02 T. . 

Idv^QcoTtOLQ' ccXX' ov%i tslsatjpÖQCc %Ga&v^ SV am(g, 
!^AAa ^rtXäva, v.al dt] ßigorcag rtoXXovQ [re] TthavriaBL, 
Hlgtovq -t ey.lsiiTOvg -d-^ '^EßQaiovg, avöfxovg ts nal aXkovg 

70 ^vsQug, o^Tiveg ovTtco Qeov Xöyov slai^xovaav. 
lAXX' OTtbxav i-ieyaXoLO 0eov TteXaffcoaiv ccTtetXal, 
Kai dvvafug cployiovoa dt ocdf.iavog eig yaiav rj^si, 
Kai BeHaq (pXe^ec '/.ai v7teQq)idXovg av&QiaTtovg 
Hctvxag, OGOL TOvt(p itiativ eveTCOirjaavTO. 

75 Kai Tove dr] xoGfiog VTto [talg] ^aXä/^rjOc ywatyiog 
"'Eaaerai aQxofievog xal Tteid-öfxsvog Ttsgl itawog. 
*^v 6^ OTtötav Y-ÖGfiov Ttawbg yrjQT] ßaGiXevGrj, 
Kai QiijJj] xQvaov re y.al agyvgov eig aXa ötav, 
Kai %aXv.6v ts GiSrjQOv eq)rj^eQUov avd-QioTtoyv 

80 Eig TtövTOv qlipji, tote örj GTOixsta TtQOTtavra 
XrjQsvGSL v.ÖG{iov, oitöxav Qsbg aid-EQt-vaioiV 
Ovgavbv elXioOT], v.ad-fX7tEQ ßißXiov elXstTac ' 
Kai iteasrai itoXv(.ioQq)og gXog itöXog sv xd-ovl öia 
Kai ftsXäyet' QsvGet de itvQog (.laXsQOv ■/.aTaQaxrrjg 

Sö'^Kaf.iarog, g)Xe§et öe yatav, cpXe^ec de d-äXaGGav, 
Kai itöXov ovQccvtov, xal r^f-iaia, v.al ktlgiv avrrjv 
Eig ev xtovsvGei, xal eig v.ad-aQOv dcaXe^et. 
Kovxäri q}coG'trjQO}v Gq)aiQ(jOfi.aTa ycayxaXötavta, 
Ov vv^, ovx rjcbg, ovx. rjfiara TtoXXa fx,€Qißvrjg, 

90 OvK eag, ovxl ^egog, ov ^fit^^wv^ ov f-ieroTtcogov. 
Kai toie Srj fieydXoio Qeov xQiGig eig /.leGov ij^et 
^iüvog (xeyäXoLO, orav räde itävTa yevrjTai. 

* ^ * 
']Q [üj] dl] TtXüiTtov vdciTcov, y,al x^QOOv ärtäarjg, 
^HeXLov dvLÖvtog, otcov dij xal uccXc dvvei. 

95 nävd^ VTtaxovGOvtai KOG/iiov TtäXw elGaviövti, 
Tovvey^ ag" avrog Ttgütog erceyvcoae xgdrog avTOv. 

* 
'^XX' OTtorav f-ieydXoto Qeov TeXecovrat drceiXal, 

"^g Tcox' eTtrinelXriGe ßgozolg, ot itvgyov %TSv^av 

Xwgrj ev IdGGvglr]. '^Ofiocßtovoi d' ■^oav aitavreg, 

100 Kai ßovXow^ dvaßrjvac eig ovgavbv aGtegoevra' 
udyTixa d ad-ävaxog (xeyäXiqv BTted^xsv dvdyzrjv 
IIvev(j.aGLV ' avtag eTtetz' avsfxoi (xeyav vxpod-i rcvgyov 
'^PL^iav, y.al S-vrjrotGLV Itz^ dXX-^Xoig'egtv wgaav 
Tovvexd TOi BaßvXcova ßgorol TtöXet ovvo^ e-d-evro. 

105 ^vrdg BTtel Ttvgyog t' eiteGs, yXc^GGai x^ av-d-gcöittov 



SIBYLLINISCHE WEISSAGUNGEN. IIL BUCH. 53 

Unter den Menschen. Jedoch in ihm ist keine Vollendung, 

Sondern Gaukel-Trug, und viele Menschen verführt er, 

Treue erwählte Hebräer und auch noch andere Männer 

Ohne Gesetz, und welche noch nicht das Wort Gottes vernahmen. 70 

Wenn aber dann die Drohungen nah'n des mächtigen Gottes 

Und die feurige Kraft auf die Erde in Fluthen herabkömmt: 

Dann verbrennt er den Beliar und auch sämmtliche Menschen, 

Die übermüthigen Sinns auf ihn ihr Vertrauen gesetzet. 

Und alsdann wird die Welt sich unter der Hand eines Weibes 75 

Finden, beherrscht von ihm und ihm in Allem gehorchend. 

Wenn dann hierauf eine Wittwe beherrscht die sämmtliche Erde, 

Und in die mächtige Fluth sie das Gold und Silber geworfen, 

Auch das Eisen und Erz kurzlebiger Menschen versenket 

In die Meerfluth hinab: dann werden der Welt Elemente 80 

Alle verödet mit sein, wann Gott, der den Aether bewohnet. 

Rollt den Himmel zusammen, rollt wie ein Buch ihn zusammen. 

Und auf die göttliche Erde wird ganz der vielförmige Himmel 

Stürzen, und auf das Meer; und strömen des schreckUchen Feuers 

Unermüdlicher Guss, der verbrennt die Erde, die Meere, 85 

Und die Achse des Hinunels, die Tage, und selber die Schöpfung 

Schmilzt er zusammen in Eins und wird zur Reinheit sie läutern. 

Und nicht werden mehr sein die glänzenden leuchtenden Kugeln; 

Nicht mehr Nacht, noch früh, noch viele Tage voll Sorgen; 

Weder Frühling noch Sommer, noch Winter; oder ein Spätherbst. 90 

Dann wird auch das Gericht des grossen Gottes erscheinen 

Für die lang dauernde Zeit der Welt, wann dies Alles sich zuträgt. 

* * 
* 

Oh der schiffbaren Fluthen und auch des sämmtlichen Festlands, 

Wo sich die Sonne erhebt und wo sie wieder hinabsinkt. 

Alles gehorcht ihm wann in die Welt er wieder hineinkommt; 95 

Weil er selber zuerst seine eigene Stärke erkannt hat. 

* , * 

* 

Aber wenn dann des grossen Gottes Drohen erfüllt wird, 
Welches er einst den Menschen gedroht, jenen die in dem Lande 
Assur erbaut einen Thurm. Gleich waren sie Alle an Sprache, 
Und zum Himmel hinan, dem gestirnten, wollten sie steigen: 100 

Aber da legte alsbald den Winden gewaltigen Zwang auf 
Der Unsterbliche. Drauf gleich stürzten die Winde von oben 
Den gar gewaltigen Thurm, und die Menschen geriethen in Hader 
Untereinander. Die Stadt ward Babylon darum geheissen. 
Aber als nun gefallen der Thurm und die Sprache der Menschen 105 



54 2IBYAAIJKSIN A0r02 r. 

IlavTOÖaTtcug cpcovaiGt di£(TTQS(pov, avTccQ ccTtaffcc 
TaXa ßgoxMv ^Xtjqovto, fieQC^Ofievcov ßaGiXiqwv. 
Kai tötb dt] deicärr] ysvsr] (xegoTtcov avS-QcoTtcov, 
^§ ovtcbq v.aTayXvGf.ibg siti nqOTsQOvg ysvET^ avögag. 

110 Kai ßaGilevae Kgövog, v.al Ttrav, ^laTterög re, 
rairjg Tsava (pegiora xat OvQavov e^eadXeGGav 
"L^v-d-QcoTtot, yairjg ts %al ovQavov ovvofxa ■d-evteg, 
Ovvsxa Ol 7tQ0q)eQCGT0t eGav ^EQOTtojv avd-qfditoov. 
TgiGGoi dr] /.isQiSeg yaiiqg y.axa ■/Ir^QOv exaGzov, 

\\f) Kai ßaGiXavGev enaGTOg s%o}v i-ieQOg, ovö^ £(.ia%ovTO' 
'^'Oqy.oi yäq %" lyivowo TtaTQog, (.leQideg re dixacai. 
Trjvi-Ka Srj Tvaxqog reXeog xqövog txsTO yrjQcog, 
Kai q" e-d-avsv xai TtaXösg, VTtSQßaGirjv oqxoigc 
^etvrjv TtovriGavTsg, STt' aXhqXovg eqiv bigGav, 

120 "Og TtävTEGGi ßqOTolGiv, %X'JV ßaGihrf'Cda Tifxrjv, 

^'^q^si' xai [ia^eGawo Kqövog Tiräv te Ttqbg avrovg. 
Tovg ÖS 'Per], xal Fala, cpcXoGTSCpavog r^ " [Acpqoditri, 
Ari^iiixriq ts, xai '^EGriiq, sv7iX6xai.i6g ts duoviq, 
^'Hyayov eg cpiXir}v, avvaysiqaGat ßaGcX^ag 

125 IJävTag, adeXcpscovg ts, Gvvaiftovg t , rjs xai äXXovg 
" ^vd-qiörtovg, o% t rjGav aq)' a%f.iaTog rids Toxrjoiv' 
Kai q exqivav ßaGiXrja Kqovov rtcivrojv ßaGiXsvsiv, 
Ovvsxa TOL TtqsGßiGTÖg x '^v ys xai siöog aqiGxog. 
"Oqxovg (J' avTs Kqovcj} (.isyäXovg Tixav STtednqxs, 

130 Mrj ■S-qsip' aqGsva xai fcaidcav ysvog, cog ßaGiXevGj] 
uä.vTbg, OTav yrjqäg ts Kqövcp xai fiotqa TteXrjTai, 
'^OrCTtöxs xsv ds ^Fsr] tixtsv, Ttaqa ttivÖ' Ixäd-rjVTO 
TiTTJvsg, xai xsvxa öisGTtcov aqqsva rCccvTa, 
QrjXsa ös ^covx^ it(av ol Ttaqa uiqTqi TqecpsGd-ai. 

135 "AX)^ OTS TTJ TqtTccTr] ysvsfj tsxs Ttbxvia 'Petiq, 
Tt%d-^ "Hqrjv 7tq(6xr]V xai STtsi töov oq)d^aX(j.olGi, 
QriXv ysvog, qjxovxo Ttqbg avxovg ayqtOL aväqsg 
Tixrjvsg. Kai STtscxa Perj xsxsv aqGsva Ttatda, 
Tbv Ta%swg dieTtsi-ape, Xa-d-qrj'idtr] 6e TqscpEG-9-ac, 

140 ^Eg 0qvyir]v, xqstg avöqag svöqxovg Kqrjxag sXovGa ' 
Tovvsxa ol Ji STtoivoixaGaV'd'^ , otc ol öisTtsficp^rj. 
'£2g d^ avxcog 6t€Tts{J.ip£ UoGsidacova XaS-qaitog. 
Tb TqiTOv (XV HXovTcova 'Psi] tsxs dta yvvaixcov, 
Acoöiavrjv naqiovGa, od-sv qssv vyqa xsXsvd-a 

145 Evq(axov :n;oxaf.io'lo, xai sig aXa [xoiqaTO vdcoq 
"ud{ifiiya ürjvsi^, xai fiiv axvyiov xaXsovGiv. 



SIBYLLINISCHE WEISSAGUNGEN. III. BUCH. 55 

In viel Sprachen verwirrt war: da nun füllten die Länder 

Alle mit Sterblichen sich, und die Reiche wurden getheilet. 

Damals entstand das zehnte Geschlecht der sterblichen Menschen, 

Seit die Sündfluth war auf die ersten Menschen gekommen. 

Und es herrschte Saturn nnd Titan und Japetus. lia 

Diese wurden der Erd' und des Himmels trefflichste Kinder 

Von den Menschen genannt, nach Erde und Himmel den Namen 

Nennend, weil sie die besten der irdischen Menschen gewesen. 

Dreifach ward die Erde getheilt nach dem Loose für Jeden, 

Und ein Jeder war Herr seines Theils, es erhob sich kein Hader; 115 

Denn es bestand vom Vater ein Schwur, und die Theilung war richtig. 

Doch als die endliche Zeit des greisen Vaters herankam. 

Und er nun starb, da wurde schmachvoll der Eidschwur gebrochen; 

Und die Kinder geriethen in Streit, eines gegen das andre. 

Wer über sämmtliche Menschen der Herr, wer die Würde des Königs 120 

Sollte besitzen, und Kampf entstand zwischen Kronos und Titan. 

Aber es brachten sie Rhea und Gaia, die Freundinn der Kränze 

Aphrodite und Demeter, Vesta und die Dione, 

Die schöngelockte, zur Freundscha||f, wieder versammelnd die Herrscher 

Alle zumal, die Geschwister, Verwandten des Bluts; und die andern 125 

Menschen auch, die von hohem Geblüt und vornehmer Eltern. 

Und sie erwählten als König Saturn, über Alle zu herrschen; 

Weil er der älteste war und auch an Gestalt ausgezeichnet. 

Schwere Eide sodann Titan dem Kronos auflegte. 

Nicht zu erzieh'n einen Mann und männlich Geschlecht, damit er selbst 130 

Herrsche, wenn einst das Schicksal und Alter Saturnus befiele. 

Wenn dann die Rhea gebar, so sassen bei ihr die Titanen, 

Und jedes männliche Kind ward sofort von ihnen zerrissen ; 

Aber das weibliche liess man lebend der Mutter zum Aufzieh'n. 

Als nun den dritten Sprössling gebar die erhabene Rhea, 135 

Da kam Hera zuerst; und als sie mit Augen gesehen 

Weiblich Geschlecht, da kehreten heim die wilden Titanen. 

Und ein männliches Kind ward darauf von Rhea geboren: 

Dieses entsandte sie schnell, um heimlich es zu ernähren. 

In der Phrygier Land, drei vereidete Kreter gewinnend. 140 

Drum ward Dis er genannt, weil er ihnen ward übersendet. 

Ebenso sandte sie auch heimlich hinweg den Poseidon. 

Rhea das herrliche Weib gebar dann als dritten den Pluton, 

Als sie ging an Dodona vorbei, wo des Flusses Eurotas 

Nasse Pfade hinzieh'n und in's Meer das getheilete Wasser 145 

Fliesst mit demPeneus gemischt, und den man denStygischen Fluss nennt. 



56 SLBYJAIJKSIN AOFOS F. 

'Hvhia d' rjxovaav Tcravsg Ttatdaq kövxas 
^ccd-Qtov, ovg eajteiQB KqÖvoq ts "JPerj' ts Gvvevvog, '. 
'^E^rjY.ovTa di zot TtaXdag avvaysiQaro Tltuv, 

105 Kai q eI% sv deafxcZat Kqovov ts 'Terjv ts gvvsvvov, 
K^vxfjsv ö' £v ycciT], nal sv ^ojGf.iotg ecpvXaoas. 
Kai TOTs örj ficv äxovaav vlol ugaTegoio Kqovoio, 
Kai OL eTtriysigav Ttöksfxov fxsyav rjös ycvdoifxov. 
^vTTj (J' eOT^ ^QXV ^oXsixov TtävTeaai ßgOToZac 

155 IlQCüTr] ydg ts ßgoToTg avTiq TtoXsfxOLO xaTaQxr]. 
Kai TOTS TiTÜvsaai &sbg naychv syyvaki^s, 
Kai TtaGOL ysvsai Tnävcov rjdk KqÖvoiö 
KciT&avov. ^VTaQ STtsiTa, y^QÖvov rtsQiTe'kXo(.isvOLO, 
udlyvTtTOv ßaGiXeiov sysigaTO ' situ to üeQGÖiv, 

160 Mridojv, ^Id-LOJtoiv ts, v,ai l^GGvglrjg Baßvlcovog, 
ElTtt MoKsdovicov, TCÖLkiv ^lyvTCTOv, tÖts 'JPco^rjg. 

Kai TOTS fjot fxsydXoLO. Qsov rpuTig sv GTTi&saaiv 
"Itctuto, v.ai fi' ixeXsvGs iZQOcprjTSvGai kütcc naGav 
Tcdav, v.ai ßaGiksvGi tu t sGaöf-isv" sv cpQsoi S-sivat. 

165 Kai fioc- TOvTO Qsbg -rtgÜTOv [.löv^ syyvdli^ev, 
'OoGao avx^QCOTtcov ßaaikrf'Cdsg riysqsd-ovTai,. 

Olxog f.isv yctQ rcgiÖTiGTog 2oXof.it6viog ag^st 
<Doivt/,rig t !^ö"<?;g STtLßrjTogag, riös xat aXloiv 
NrjGcov, HaixcpvXcov ts ysvog, JJsgGcov ts, Ogvywv ts, 

170 KagcJüv, xai JMvgojv, ^vöwv ts ysvog f/volvxgvGcov. 
^vTccg STtsid-^ "EXXrjvsg VTtsgcpiaXot xal avayvot, 
^IäXXo MaKsöovirjg %d-vog f.isya TtoixiXov ag^st, 
Ol cpoßsgbv itoXsf.iOLO vscpog tJ^ovgi ßgoTotaiv. 
^XXä fiiv ovgdvLog Qsbg ix ßvd-ov sB,aXa7tc£,st. 

175 ^vTcig STtsiT^ aXXrjg ßaGtXrjtdog sGGSTat dg%r], 
^svxr] ^ai TtoXv-ngavog, a<p^ sGTtsgiov ts d-aXäGGiqg, 
"H noXXrig yaiTqg ag^st, TtoXXovg ds GaXevGst, 
Kai TtaGi ßaGiXevGc cpoßov [.isTOrcLGd-s TtoirjGsi,, 
IloXXbv (J' av xgvGOv ts xat agyvgov s^aXaTtä^si 

180 ^)t TtoXscov TCoXXwv' jtäXi S' sGGSTai sv %d-ovl öicc 
XgvGiov, avTceg sjtsiTa ■aal agyvgog, rids ts xÖGfiog. 
Kai -d-XiipovGc ßgoTOvg' [xsto. d' sGGSTat, dvdgäGi xsivocg 
IlT(x)[xa-d'' , OTav ag^cov-d-' VTtsgrjcpavitjg dörKOio. 
^vTixa d SV TOVTOtg aasßsiag sggst avayKi], 

ISh^LdgGiqv <J' agGsvi tcXtjGiccgsc, OTT^GOvoi ts Ttatdag 
^loxgoig SV TsyssGGc, v.a\ sGGSTai rj(j.aGi xsivotg 
QXiipig sv dv^gcoTtoig ^sydXiq, xai TtdvTa Tugd^sc, 



SIBYLLINISCHE WEISSAGUNGEN. 111. BUCH. 57 

Aber als nun die Titanen gehört, dass Knaben da wären 

Heimlich, gezeugt von Saturn mit Rhea seiner Gemabhnn: 

Da versammelte Titan sechszig Söhne auf Einmal, 

Und hielt fest den Saturn imd Rhea die Gattinn in Banden, 150 

Barg in die Erde sie und hielt sie in Fesseln verwahret. 

Als aber dann die Söhne des starken Saturn dies vernommen, 

Da nun fingen sie an einen Krieg und gewalligen Schlachtlärm. 

Das ist des Kriegs Anfang bei allen den sterblichen Menschen; 

Denn für die Sterblichen war's der erste Ursprung des Krieges. 155 

Da nun suchte darauf Gott heim die Titanen mit Unglück, 
Und der Titanen Geschlechter zumal und die des Saturnus 
Starben. Aber nachher, als um sich wandten die Zeiten, 
Ward Aegyptiens Reich errichtet und drauf das der Perser, 
Meder und Aethioper und das des Assyrischen Babels. 160 

Dann Macedoniens Reich, der Aegypter wieder und Römer. 

Und da flog mir in's Herz vom grossen Gott ein Orakel, 
Und auf der sämmtlichen Erde befahl er mir es zu verkünden. 
Und zu legen in's Herz den Herrschern die Dinge der Zukunft. 
Dieses ward mir zuerst von Gott dem Einen behändigt, 165 

Wie viel Königreiche der Menschen würden entstehen. 

Denn vor Allen zuerst wird das Haus des Salomo herrschen 
Ueber Phöniziens Reiter und Asiens, und andere Inseln; 
Ueber Pamphyliens Geschlecht und die Perser und über die Phryger ; 
Ueber die Karier auch und die Mysier und goldreichen Lyder. 170 

Aber es werden darauf übermüth'ge, unreine Hellenen 
Herrschen, ein anderes Volk Macedoniens, das gross und vermischt ist. 
Sie, eine schreckhche Wolke des Kriegs, überfallen die Menschen. 
Aber der himmlische Gott wird sie vertilgen von Grund aus. 

Aber darauf wird eines anderen Reiches Beginn sein: 175 

Weiss und vielhäuptig ist's und stammt vom hesperischen Meere; 
Und viele Länder beherrscht's und viele wird es erschüttern; 
Und den Königen all wird's später Schrecken einjagen. 
Auch das Gold und Silber wird es erbeuten in Menge 
Aus viel Städten; doch wird wiederum auf der gottlichen Erde 180 

Gold später sein, auch Silber nachher, und auch vieles Schmuckwerk. 
Und sie werden bedrückt die Menschen; doch wird jenen Männern 
Unglück begegnen hernach, wann sie unrechten Hochmuth beginnen. 
Und unter ihnen alsbald wird sein der Schlechtigkeit Andrang: 
Männer werden sich nahn den Männern, in schändlichen Häusern 185 
Stellt man Knaben sich ein, und gross wird in jenen Tagen 
Unter den Menschen die Drangsal sein, und Alles verwirret, 



58 . SIBYAÄJAKSIN AOrOS F. 

Uävta de Gvy/.6\p£i, xca Ttävta xaxiov avanXriaei, 
^laXQoßlca g)ikoxQ'yjf.iOGvv7], KaxoxsQSsi ^lovTq), ■ 

190 ^v :rtoXlaig XMQj^ot, Maxsöovirj de fiaXiffra. 

Miaog d^ k^eysQet, y.al Ttag öölog saaerai amoXg, 
"■Ayqi Ttqhg Ißdof^iaTrjv ßaailrjida, rjg ßaGiksvosi, 
uäiyvTttov ßaailsvg, og a<p' 'EXXiqvcov yivog %aTca. 
Kot %6t %d-vog ueyäXoio Qbov tcöXiv xaQireQbv earai, 

195 0? TtavteGat ßqozotac ßiov Y.a&oör]yoi eaowac. 
^A'kXa TL [.lOL xal tovto Qeog voc^ sv&ero Xe^ai, 
TL TtQWTOv, xi S' tTtevca, ti ö^ vOTariov yiaxbv sarai 
JIdvTag srt' avd-QcoTtovg , tig ö^ ccgyj] tovrcov earai; 
n.QÖJtov TiräveoGL Qebg xaxbv €yyvali^6i. 

200 Ytol yciQ xQareQOio KqÖvov tLgovgl dcxag [ys], 
Ovvexä tot SiJGav ts KqÖvov •/.ol f.irjTeQa y.Edvr}v. 
^evTBQOv avd-' "'EXXiqGt TVQavvidsg, rjö^ ayegcoxoL 
"'EGGOvxai ßaGilijsg vnsQ^cpLaXoL xal avayvoi, 
KXexplya^iOi xal Ttävta xaxoc' xal ov-/,stl ■d-vri'voXg 

20o''!Af.i7tavaig 7tolef.ioio. 0Qvysg ö^ aiTtayXoi oXovvrat 
nävreg, Kai TqoI/] xa/6v %Gaatai, rn-iart xelvcij. 
^VTLYM Y.al JIsQGrjGt xal '^GGvQioig xazbv ij^st, 
HaGj] t' udlyvTCXiff, yLißvv], rid^ Aid-iÖTtBGGi, 
KaQGL xs, IIa{A.q)vXLoig xe, xaxbv . fisxaxivrj^vat, 

210 Kai TtavxBGGi ßqoxolGc. TL 6r] xad^ sv s^ayoQevco ; 
^AXX' OTtöxav xa TtQCüxa -xsXog Xaßrj, avxixa ö^ sGxac 
^evxEQ^ BTt avd-qcjTCOvg. Kai xoi TtQköxiGxa ßoriGw. 

^AvÖQaGLv evGsßeatv rj^ei xaKOv, ot TtSQi vabv 
OlxovGcv fisyav [sig] 2oXofxi6vetov, 0% xs öixauov 

215 l^vÖQCüv enyovol elGiv. "Oficog xal xwvöe ßor^GOi 
OvXov, xal ysvsr]v Ttaxiqcov, xal drjfiov ajtävxcov, 
nävxa TteQicpqadicog, ßqoxe 7toixiX6fir]Xt doXötpqov. 

^Egxl jtbXig ^^Gcrjg] xaxä yß-ovbg evqväyvia, 
^E^ {jg drj yavog eaxl dtxacoxäxcov avS-qÜTtcov, 

220 OlGiV asl ßovXrj x' ayadri, xaXä x" eqya (xefiiqXev. 
Ovxe yaq tieXLov xvxXlov dqö(xov, ovxs GsXrjvrjg, 
Ovxe TtsXiöqia eqya /iieqcfivwac xaxa yairjg, 
Ovxs ßäd-og xaqoTtoTo -d-aXccGGrjg "iixsavoto, 
Ov itxaqimv GTq{.ist oltovOTtSXcov xe Ttsxeiva, 

225 Ov fidvxetg, ov cpaq/xaxovg, vi ^rjv eitaocdovg, 
Ov fivd-ojv fxcoqcov ditaxag syyaGTqif.iv-9-cav, 
Oväe xd XaXdaitov xd ■rtqof.idvxia aGxqoXoyovGtv, 
Ovös i^ev aGxqovo^iovGi' xd ydq TtXdva nävxa 7tiq)vxsv, 



SIBYLLIiMSCHE WEISSAGUNGEN. III. BUCH 59 

Alles versinkt in Trümmer und voll ist Alles des Bösen, 

Durch den schändlichen Geiz und den übelgewonnenen Reichthum 

In viel Ländern; zumeist aber im Macedonischen Lande. 190 

Und es regt sich der Hass, und man übet allerlei Arglist, 

Bis zum siebenten Reich, über das ein Aegyptischer König 

Führet die Herrschaft dereinst, der abstammt von den Hellenen. 

Und des mächtigen Gottes Volk wird dann wieder stark sein. 
Welches den Sterblichen Allen als Führer des Lebens wird dienen. 195 
Aber warum hat auch dies in den Sinn mir die Gottheit geleget, 
Auszusagen was erst, was darauf, was als letztes der Uebel 
Kommen wird über die Menschen all und womit es beginnet? 

Die Titanen wird Gott zuerst mit Unglück heimsuchen. 
Denn die Söhne des starken Saturn werden Strafe erleiden, 200 

Weil den Saturn sie gefesselt sammt ihrer achtbaren Mutter. 
Dann wird Despotie die Hellenen heimsuchen; es kommen 
Konige, stolz, übermüthigen Sinns und unreinen Herzens, 
Ehebrecher "und schlecht durchaus; und den Sterbhchen wird nicht' 
Ruhe mehr sein vom Krieg; und alle die schrecklichen Phryger 205 

Gehen zu Grund, und übel wird's Troja ergehn jenes Tages. 
Unheil wird auch alsbald die Assyrer und Perser befallen ; 
Ganz Aegyptien auch, die Libyer und Aethioper; 
Auch die Karier und die Pamphylier', es wandert das Unglück; 
Und die Sterblichen alle. Doch was verkünd' ich ein Jedes? 210 

Äher wenn dann das Erste zu Ende ist, dann wird das Zweite 
Bald den Menschen auch nah'n. Doch erzählen will ich das Erste'. 

Ueber die frommen Männer wird Unglück kommen, die um den 
Grossen Tempel Salomo's wohnen, die der gerechten 
Männer Sprösslinge sind. Zugleich will ich laut auch verkünden , 215 
Dieser Abstammung, der Väter Geschlecht, und den Wohnsitz von Allen ; 
Alles verständig, o sterblicher Mensch, voll List und voll Trugsinn! 

Eine breitstrassige Stadt gibts im Asiatischen Lande ; 
Aus ihr ist das Geschlecht der gerechtesten Menschen entsprossen, 
Die stäts trefflichen Sinns und herrlicher Werke gedachten: 220 

Denn um der Sonne kreisförmigen Lauf nicht, noch um des Mondes, 
Noch um gewaltige Dinge sind sie auf Erden bekümmert; 
Nicht um des Oceans Tiefe, um die des bläulichen Meeres; 
Nicht um des Messens Zeichen, um Vögel der -Flugausdeuter ; 
Noch um Wahrsager, noch um Zauberer, oder Beschwörer; 225 

Nicht um thörichter Fabeln Trug von Bauchweissagern. 
Auch nicht sagen sie her aus den Sternen Chaldäische Deutung; - 
Auch betrachten sie nicht die Sterne, da All das nur Trug ist. 



60 2IBYAÄIAKP.N A0r02 F: 

"Oaaa xsv acpqovsg ccvÖQsg tQsvvioac xara rjuaq, 

230 ^^v%ag yv(j.vcc^ovTsg sg ovöhv %Qr]Gi(xov. eqyov, 
Kai QU 7tXävr]v ediöa^av asixsXiovg avd-Qcörtovg' 
'E^ d)v dr^ xaxa TtolXa ßqotolg rcelevai xarct yatccv, 
Tov TtETtXavriGd-aL oöovg x' ccyad-ag xat egya dlxaia. 
Ol de fisQifXvcoai ts dtxaioavvtjv t" aqercriv re" 

235 Kov cfLloxQiqixoGvvr] zig y^ , ^ xorxa ^ivqia tLyzsl 
QvrjTOig avO-giOTtotg, TtöXeiiov v.(u Xifxbv UTtsiQOv. 
Toloi de fxerqa dixaia tvsXsi, '/mt^ aygovg ts TtöXeig ts, 
Ovös y.ar aXlnqXiov vvxrOKXoTtcag j;eXsovatv, 
Ovo aysXag eXaovai ßouv, oiwv rs xcft aiycov, 

240 Ovöh OQOvg yairjg yevtcov tov yslrovog aXget, 
Ovde TtoXvTtXovTog rig avijQ tov sXdtTOvcc XvTtel, 
Ovös ys xrjQag ■d-Xißec, (xaXXov 6" avrs ßorj-d-et, 
uiiel £7taQ-A.sto)v glt(j}, otvoj xal eXalo) ' 
^iel d" oXßiog ev örjficp roig /.irjdkv e%ovGLV, 

245 ^^XXa 7tBvi%Q0(xsv0LGi, S-SQOvg ccTto fioXqav läXXst ' 
JjXrjQOvvTeg [J-syaXoio Qeov cpccrtv, evvofiov vf-ivov 
JJaGi yccQ ovQccviog xoivrjv sTsXsGGaTO yaiav. 

'^HvL'Ka 6^ ^%yv3tT0v Xsixpsi, y.ai Tsqrcvov oSsvGec 
^abg dcodsTiäcpvXog ev ■^ye/nÖGt ■d-eoTtefj.TtTOig, 

2bO'Ev GTvXcp TtVQÖeVTt TO VVKtSQLVOV ßlOÖSVCOV, 

Kev GriXtp vscpeXrjg Ttav rjug fj/.iaQ odsvGst, 
TovTcp d^ '^yrjTrJQcc xaraGf^Gei ßsyav xxvdqa 
BIcoGrjv, ov 7t ag sXovg ßaGcXiGO^ svqova s'/.6ixiQs, 
Qqsipafisvrj ö^ vibv hiccXeGGaro. '^Hvlaa d' riXd-e 

255 ^abv od '^ysf.wvwv, ov arc ^iyvTtTOv Qebg fiyev, 
Elg tb oqog 2iva, xai rbv vöfiov ovqavöd'sv Ttqb 
^w%B Qebg, yqä^ag 7tXa§l dvGi nävxa dlxaia, 
Kai TtqoGera^e TtoteXv, ■aal rjv aqcc^ Tig TtaqaxovGr], 
jöe vofxcp TiGELB dUrjv, 7] ^s^fft ßqOTBiaig, 

260 ^iJe, Xa-d-Cov ßqoxovg, tcügjj öLv/rj B^aaoXBltai. 
IlaGi yaq ovqävtog aocvrjv ereXeGGaro yalav, 
Kai jtaGi. v.al aqiGtov evl GTrjd-eGGi vorjfia. 
ToIgl (lövoig xaqTvbv rBXe&st QBidcoqog aqovqa 
!B§ ivbg Big ixaTbv, tbXbS-ovto tb fierqa QboXo. 

265 L^XX' aqa xal rovroig ■Kav.by BGGBvai, ovös (pvyovxav 
yLoiiiöv. Kai Gv ÖS xaTaXiTtdiv 7tBqiv.aXXBa Grjxbv 
Wsv^jj, sTCst Goi fiolqa XiJtsXv tcböov ayvbv V7idq%Bi. 
'^yß-TqG')] ÖS Jtqbg 'AGGvqLovg, 'Kai vrjTtia rinva 
"'OipEt öovXevovta Ttaq" dvöqaGi övGfiBVSEGGtv, 



SIBYLLINISCHE WEISSAGUNGEN. III. BUCH. 61 

Was die Sterblichen stäts im Unverstand täglich erforschen, 

Uebend an Dingen den Geist, die niemals Nutzen gewähren; 230 

Nur den Irrthum gelehrt haben sie den harmlosen Menschen : 

Und viel Uebel entsteht daraus den Menschen auf Erden, 

Dass man von guten Wegen abirrt und von rechtlichen Dingen. 

Die aber sind nur bedacht auf Gerechtigkeit und auf die Tugend. 

Auch besitzen sie nicht Geldgier, die den sterblichen Menschen 235 

Tausend Uebel gebiert, den Krieg und den schrecklichen Hunger. 

Auch ein richtiges Maass haben sie in den Dörfern und Städten, 

Auch vollführen sie nicht des Nachts Diebstahl an einander, 

Treiben die Heerden nicht weg der Ochsen, Schafe und Ziegen. 

Nicht nimmt der Nachbar hinweg die Grenzen vom Lande des Nachbars, 240 

Und der reichere Mann bereitet dem ärmern nicht Kränkung, 

Und betrübet die Wittwen nicht; vielmehr leistet er Hilfe, 

Steuert der Noth mit Weizen stets, mit Wein und mit Oele, 

Und ist ein glückhcher stets bei dem Volke für die, welche arm sind. 

Ja den Armen gewährt er den Theil von der eigenen Erndte, 245 

Gottes des grossen Befehl erfüllend, den Laut des Gesetzes: 

Denn Allen gab der Himmlische ja die Erde gemeinsam. 

Aber wenn es Aegypten verlässt und fröhlich einherzieht 
Das zwölfstämmige Yolk unter Gottgesendeten Führern; 
Wenn es die Theile der Nacht unter feuriger Säule hin wandert, 250 

Und in der Wolkensäule am Morgen hinzieht alle Tage : 
Dann wird er einen grossen Mann ihm setzen zum Führer, 
Moses, den bei dem Sumpf eine Königinn fand und hinwegnahm, 
Ihn sich erzog und Sohn ihn nannte. Doch dieser als er dann 
Führend das Volk, das Gott aus Aegypten hatte geleitet, 255 

Zu dem Berge Sinai kam; da gab ihm vom Himmel 
Gott das Gesetz und beschrieb zwei Tafeln mit allem was Recht war. 
Und er gebot es zu halten, und wenn Einer wäre unfolgsam, 
Sollte er büssen gesetzlich, oder durch menschliche Hände; 
Oder entging es den Menschen, so soUt' jede Strafe ihn treffen. 260 

Denn Allen gab der Himmlische ja die Erde gemeinsam. 
Und in die Brust hat er Allen gelegt eine treffliche Denkart. , 
Diesen allein erzeugt an Frucht die ergiebige Erde 
Hundertfältig von Eins; so sind die Maasse der Gottheit. 
Aber auch diese wird Unglück treffen; dem j^esthauch entfliehen 265 

Werden sie nicht. Auch du, verlassend den herrlichen Tempel, 
^irst entfliehen, bestimmt das heihge Land zu verlassen. 
Und nach Assur wirst du gefuhrt und unmündige Kinder 
Wirst du erblicken im Dienst bei feindhch gesinneten Männern; 



62 2IBYAÄIAK£IN AOFOS F. 

210 'Hd aX6%ovg' v.a\ naq ßlozog -Kai TtXovTog oXeirai' 
Haaa ös yaXa asd-ev TtXrjQiqgj xai naaa ■9-a'kaaacf 
Uag de 7tQoao%d-Lt,o}v earai, rolg aoig e-9-ifioiai.' 
Fccla <5' eQr]^og artaca aid-sv, ■/.al ßcofibg sQVfxvog, 
Kai vccbg fisydloio Qeov, xal xeLyßa [.Loxqa, 

275 nävTcc xa(.iai Ttaaeowai, on cpQsalv ovn STti-di^xag 
Id'&avätoco Qeov ayvbv vö/xov, cci^Xa 7tXavr]d-eig 
EldcoXocg eXargevaag asizeatv, ovo' £q)oßrj-9-r]g 
"^d-ävarov ysvetriqti -S-etov stävrojv t avd-QcoTtcov, 
Oux e-9-eXsg tLfxav, S-vr^Tcov sYdcoXa (J' sTtfiag. 

280 täi'^' cüv BTtra yqövwv dexädag yrj KaQTtodÖTeiga 
"Eatai eQTjfiog ccTtaaa aid-ev, v.(u d-a-vf-iaia ffrjMv. 
IdXXä (.levsi a' ayad-oXo reXog xa< dö^a ^eylorr], 
'^'£2g GOL STtexQave Qebg ccftßQOrog. l^XXcc Gv fxLfive, 
UiGTevwv fxeyäXoLO Qeov ayvolGt vofioiGiv, 

285 '^Ojtfcöre Gelo y.afA.bv bqd-bv yovv Ttgbg cpäog agrj. 
Hat tÖtb drj Qebg ovQavöd-ev 7tef.ixpev ßaGiXrju, 
KQivel d^ ävdga exaGTOv ev aLi-iazi xal TtvQog avyfj. 
^'Egxc de Ttg g)vXrj ßaGiXi^cog, rjg yevog eorat 
"'^TttaLGTOV xal TOVTO XQOvoig neqweXXo^evoiGiv 

2%''LäQ§£i, xal xatvbv Qeov Grjxbv aq^ez" eyeiQeiv. 
Kai ^ävreg üegGcov ßaGiXeZg eTtixovQiqGovai, 
XqvgÖv xe, yaXxöv xe, TtoXvxivtixbv xe Gidrigov. 
lAvtbg yag dtÖGsi Qebg evvvy^ov. ayvbv oveiQOv. 
Kai xöxe 6r vabg TtäXiv eoGexai, (og Ttaqog ^ev. 



* 



295 "^Hviaa örj ^ov -d-vfibg eTtavGaxo ev&eov vfivov, 
Kai Xixöfxi]v yeverrjga fxeyav TtavGaGd-ai, avdyxrjg ' 
Kai TtaXt fxoc /aeydXoto Qeov gxxxig ev GX'^^eGGcv 
"iGxaxo, xal f/ hieXevGe rtQog)i]X£VGav xaxd TtccGav 
Falav, xal ßaGiXevGi xd t" eGGOfteva cpgeol d-elvai. 

300 Kai i-iOL xovxo" Qebg tvqcoxov vötg evd-exo Xi^ai, 
"ÖGGa xe xfj BaßvXcovc efxrjGaxo aXyea Xvyqd 
lÄd-dvaxög d- , oxt ol vabv Qeov [xeyav e^aXdTta^ev. 

^l al GOL, BaßvXo)v, rjö^ IdoGvglcov yevog dvÖQcov, 
IJaGav dfiaQxcoXwv yaiav QOt'Qög TtoS-' cxvelxai, 

305 Kai staGav yjogav {xegoTtcov dXaXayf.ibg oXeGoei, 
Kai TvXrjyrj fieydXoio Qeov, riyr}XOQogv(Xvtov. 
Idegiog ydg goi, BaßvXcov, rj^st itox' avtad-ev. 



SIBYLLINISCHE WEISSAGUNGEN. III. BUCH 63 

Und die Gattinnen auch; alle Nahrung und Reichthum verschwindet. 270 
Jegliches Land und jegliches Meer ist von dir erfüllet ; 
Aber ein Jeghcher ist unwillig ob deiner Gewöhnung. 
Aber dein ganzes Land ist leer; der befestigte Hügel, 
Und der Tempel des grossen Gottes, gedehnete Mauern, 
Alles wird stürzen zur Erde; dieweil des unsterblichen Gottes 275 

Heilige Satzung du nicht bedacht hast; sondern verführet 
Den unansehnlichen Götzen gedient hast und nicht gefürchtet 
Den unsterblichen Vater der Götter zumal und der Menschen, 
"Und ihn nicht ehren gewollt; aber Bilder von Sterblichen ehrtest. 
Dafür wird die fruchtbare Erde siebenzig Zeiten 280 

Gänzlich verödet dir sein, mit sammt den Wundern des Tempels. 
Aber iam Ende erwartet dich Gutes und sehr .grosse Ehre, 
Wie dir's erfüllt der unsterbhche Gott. Du aber verharre 
Glaubenstreu dem heil'gen Gesetz des mächtigen Gottes; 
Wenn das ermüdete Knie aufrecht er zum Lichte dir hebet. 285 

Und vom Himmel herab wird Gott einen König dann senden, 
Der wird jeglichen Mann im Blut und Feuerglanz richten. 
Aber es ist ein Königs-Stamm, und dessen Geschlecht wird 
Nimmermehr wanken, und in den rings umlaufenden Zeiten 
Wird es herrschen und neu Gottes Tempel zu bauen beginnen. 290 

Und die Könige all der Perser werden herzu dann 
Tragen Gold und Erz und- wohlgeschmiedetes Eisen. 
Denn Gott wird in der Nacht selbst heil'ge Gesichte verleihen. 
Und es wird dann wiederum der Tempel sein wie er vorher war. 

* ^ * 
* 

Als aber nun mein Geist abliess vom göttlichen Sänge, 295 

Un^ ich den grossen Erzeuger anflehte, vom Zwang mich zu lösen: 

Da erhob- wiederum die Rede des mächtigen Gottes 

Sich mir im Herzen und trug mir auf gegen jegliche Erde 

Zu prophezein, und an's Herz zu legen den Herrschern die Zukunft. 

Dieses hat Gott mir zuerst in den Sinn zu sagen gegeben, 300 

Wie viel bitteres Leid Babylönien ward zugemessen 

Vom Unsterblichen, weil es den grossen Tempel verwüstet. 

Weh dir Babylon, weh, und du Stamm assyrischer Männer, 
üeber das ganze Gebiet der Sünder kömmt ein Geschwirr einst. 
Und das sämmtliche Land der Menschen vernichtet der Kriegslärra, 305 
Und der Schlag des grossen Gottes, des Helden der Hymnen. 
Denn einst kömrat er zu dir, Babylon, aus den Lüften von oben, 



64 2IBYAAIAKn.N AOFOü F. 

^vTccQ ciTtovQavöd-Bv v.aTaßrjGaxai s§ aylcov aot, 
Kai -d^ßbg rey.votg ahovtog e^oXoS-gevaec. 

210 Kai TOT ear] cog riod-a TtgOTOv, wg fxrj ysyovvta' 
Kai t6tb Tthqad-riarj ccTto di^iaTog, wg ttägog avrr] 
E^exsag avÖQWv r' ayad-üv ccvSqcov ts dtnaicov, 
'£2v eTt v.al vvv alfia ßoa sig aid-eqa ixayiQ'öv. 
"H'§ec GOi Tthqyr] f,iey(x?^,r], udXyvjtTS, itqog d'Uovg, 

315 ^scvT], rjv ov dtOinoT ejirjXTtLGag eQxofievrjv aot. \. 
'Fo}icpaia yccQ dielsvoszac dia ^saov aelo, 
^KOQTtiafibg de tb y.al S-ävarog y.al Xi/xog 6g)e§ei, 
Eßdof.idvi] ysvefj ßaai^rjcav, neu t6ts Tcavarj. 
^l at aot, xcüQa Fcoy rjde Maywy, fiäaov ovaa 

320 ^id^iOTtojv Ttoraf-ibiv, Tcöaov aYfxaTog ey.%v^a <J«'|/;, 
Kai xQtaecog or/ir]aig iv av-d-gcoTtoiat xenk'^ar], ■ 
Kai TtLsTaL aov yaXa noXvÖQoaog al/^ia yisXaivov. 

uäl ai aoL, ^ißviq ' cu, cxi öh, -d-älaaaä ts '/.al yä ' 
Qvyaxeqeg dvaf.iö}v, äg rj^sTe tvizqov eg '^f.iaQ. 

32b"H^£T£ xcff xalsTtoZo öioiKÖfxsvat VTt" aycüvog, 
/Jetvov xal YjcikBTtov' ösivt] ligiaig saasTac avS-ig, 
Kai xar' aväymqv Ttävxsg elevasaS-e ig oXsd-qov, 
^v-9- (OV ttd-aväroLO (.isyav diediqhqaaad-s 
Olxov, odovat acdrjQsiocg t efiaarjOaTe ösivcog. 

330 Tovveaa drj veicgcov TtXiqQri arjv yaZav aTvörpet, 

Tovg (xev VTtb ■TtoMfx.ov, xal Ttdarjg daifiovog 6Qf.ii]g, 
\Al(,iov xal lotj-iov, vrto ö' £%&Q(öv .ßaQßaQodvf.uov. 
rata €Qr](.iog aTtaoa ae&ev, xal eQrji-ia TtöXiqog. 
"Ev de dvaet daTrjQ Xdfiipei, ov egovai xoi.ir]rr]v, 

335 ''Po(.iq)aiag, Xc[.iov, d-aväToiö ts arji-ia ßgoTOiatv, 
""Hys/Lwvcov TS q)d-OQdv avögcov ixsydXoiv t STtiaiqfiwv. 
Srjfxara d^ saasTai avd-ig av av&Q(Ö7toiai, fiäyiOTa ' 
Kai ydg MaiaiTiv Xifxvrjv Täva'ig ßa^dlvrjg 
^aiipat, xaöds qoov ßa-3vv avlaxog saasTac olxbg 

340 KaQTtocpoQöv, Tb ös gavfxa to ßVQtov avxsv' acps^ai. 
Xäa(j.aTa, rjöa ßägad-q" dxccv^' itoXlal ös Ttöhiqsg 
AvravÖQOt TtaaäovTai' sv Idaaidt f^sv laaalg, 
KsßQrj, navöovlrj, KoXocpcov, "'Ecpsaog, Nixata, 
"AvTLÖxaia, Tdvayga, 2iv(6jtrj, 2fj,vQvr], MaQoavvrj, 

2iä EvQtü7tr]g ös 2xvayQa, KXixog, BaatXlg, MaQÖTtaia, 
IdvTLyovrj, Mayviqaia, Mvx'^vrj, üävS-ata, 
TaQa TCavoXßtaTTq, 'lagaTtoXtg, ^AaTvitäXaia. 
"tad-L tot', yilyvTtTOv oXobv ysvog, ayyvg bXsd-QOv, 



SIBYLLINISCHE WEISSAGUNGEN. HI. BUCH. 65 

Und aus dem Heiligen steigt er zu dir von dem Himmel hernieder, 

Und der ewige Zorn wird den Kindern Verderben bereiten. 

Dann wirst du sein, wie früher du warst, wie niemals gewesen; 3l(> 

Und vom Blute wirst du dann erfüllt, so wie früher du selber 

Blut der Männer vergössest, der trefflichen und der gerechten, 

Deren Blut noch jetzt zu dem grossen Himmel emporschreit. 

Dich Aegypten wird einst grosse Plage befallen zu Hause, 
Schreckliche, welche du nie gedacht, dass sie dich Würde treffen. 315 
Denn es wird ein-mächtiges Schwert dich mitten durchfahren. 
Und Zerstreuung und Tod und Hunger wird dich überwält'gen. 
In dem siebenten Herrschergeschlecht, dann bist du zu Ende. 

Wehe dir, wehe, du Land von Gog und Magog, das inmitten 
Der Äethiopier Flüsse da liegt; welch' Vergiessen des Blutes 320 

Wirst du empfah'n, und unter den Menschen genannt das Gerichtshaus, 
Und dein vielbethauetes Land das dunkele Blut trinkt. 

Wehe dir, Libyen, weh, weh, weh dir, du Meer und du Erde! 
Töchter des Abendlands, wie gelangt ihr zum bitteren Tage. 
Und er wird euch erreichen, wenn euch verfolget der schwere 325 

Kampf, der schrecklich und schwer ; wieder wird ein schrecklich Gericht sein, 
Und ihr werdet im Zwang allesammt das Verderben erfahren; 
Weil ihr das grosse Haus des Unsterblichen habet vernichtet. 
Und mit eisernem Zahn es schreckhch habet zernaget. 
Drum wirst du dein Land nur sehn von Todten erfüllet, 330 

Theils gefallen im Krieg und jegKcher Wucht des Geschickes, 
Theils durch Hunger und Pest und Feinde barbarischen Sinnes. 
Ganz ist das Land verödet von dir, auch die Stadt ist verlassen. 

Aber ein Stern gen Abend erglänzt, man nennt ihn Kometen, 
Der ist ein Zeichen des Schwerts, des Hungers und Todes den Menschen, 355 
Und des Verlusts von Herrschern, von grossen und trefflichen Männern. 

Und es geschehen nochmals bei den Menschen gewaltige Zeichen: 
Denn es verlässt den Mäotischen See der tiefQuthende Tanais, 
Und in dem tiefen Strom wird die Spur fruchtbringender Furche 
Sein, und die Landenge wird der Strom unermesslich bedecken. 340 

Abgründe gähnen und Klüfte, es werden die Städte in Menge 
Sinken sammt den Menschen dahin: in Asien Jassos, 
Kebra, Pandonia und Kolophon, Ephesus und Nicäa, 
Antiochien, Tanagra, Sinope, Smyrna, Marosyne ; 

Und in Europa Kyagra, Khtos, Basihs, Meropäa, 345 

Antigone, Magnesia, Mycene und Panthäa; 
Gaza vor allen beglückt, Hierapolis, Astypaläa. 
Wisse alsdann ist das böse Geschlecht der Aegypter dem Tode 

5 



66 2IBYAJIAKSIN AOFOS F. 

Kai Tor' l^Xs^avÖQsvaiv srog tb TtagehS-bv ccfieivov. 

dhO'O^TCOTe öaUfio^OQOvg 'Aairjq VTtede^aro "Pcof^rj, 
XQ^fxaTa xev rglg TÖaaa öedi^etai sfiytaXiv Idaatg 
!Ex ^Pw^ijg, oXorjV d' aTtoriasTai vßQiv-sg avTi^v. 
^'Oaaot d^ ۤ lAoirjg ^IrakCov dofiov ccfxcpsTtolevaav, 
Ely.oaccnig togoovtov ev 'Aaaidc ■dif]TsvGov(rcv 

355 Ol ^iTaXol Ttevlrjv ava (xvQiav ocpkriaovGw. 

'jQ xXtdavrj ^dxQvae ^arivldog sxyovs 'Fcofi-rjg 
üaQ&ivs, ■TColXä.v.i goIgv TtoXv^vqaroLOL ya/iocaiv 
Olvo}d-siaa XccTQig vvfzcps'vaeca ovx ev). xÖGfi<^. 
IloXXd'/.t (5' aßqijv Gslo v.ofxiqv dsGitOivü ts xsIqsc, 

ZQO'Hds, dlKrjv dcETtovGa, tcc ovqavöd-sv tcotI yalav 
'^Pixpst, hi öh yccirjg itcikiv ovQavbv atg dvsysiQec, 
"Otti ßQOTOi g)avXov ^(orjg aölxov t evsxovTO. 

"'EGTai, xccl 2(xf.cog afxfiog, sGetrac ^rjlog adtjXog, 
Kai 'Pttjfxr] QVfXT] ' td de ■&-€G(paTa stdvTcc TeXsiTat. 

365 SixvQvrjg d' bXXvftevrjg ovdelg Xoyog snÖLKOg ^gtuc, 
^^XXd aaxaig ßovXalGL y.al •^ysfxovtov y.aKÖrjjGiv. 

EiQrjvr] de yaXrjvbg ev ^AggLöi. yaXa bdevaei. 
EvQUTCrj öe fidxatQa tot' eGGevai, evßorog alSijQ, 
üovXvsTrjg, mjQcoGTog, ccxslfiarog, '^d^ d%dXaC,og, 

370 ndvra (fEQCov y.al 7tTr]vcc -aal eQitExd ■dirjQia yairjg. 
"ß (i.ay.aQiGrbg, sxetvov og eg %q6vov eoGerat dvrjg, 
'He yvvri, fxay.dqoiv xevsriq)aTOg OGGOv ayqavXog' 
EvvofiiTj ydq itaGa cctv^ ovqavov ccGTSQOsvTOg 
xigeT ejt avirqwTtovg, rjo evotair], fiera o avTtjg 

375 "H TtdvTOiv TtQOipeQOvaa ßQOtoig bp.6voia GaScpgcav, 
Kai GXOQyr], TttGTcg, q)i.Xirj ^elvcov aTtb ö avriov 
"Hde "ve övGvOfiii], fiö)fj.og, q>d-6vog, OQyrj, avota. 
0ev^€v' an dvd-QtoTriov Ttevirj, %ai q)ev^ev' dvdyxrj, 
Kai rpövog, ovXo/xsval t" egtöeg, xal veaiea Xvyqd, 

380 Kai vvn'VOy.XoTclai,, v.al ndv xatcbv ij^aGi otslvoig. 
"udXXd MaKtjdovtrj ßaqv te^s-vai "IdGGLdt 7trj/Lia, 
EvQcÖTtrjg TS [xsyiGTOv dvaGTaxvcoasrai aXyog 
'Ey. ysvexrig KQOvlöao vod-tov, dovXcov Te ysved-Xtjg. 
Keivü] v.al BaßvXoüva itöXiv öe8o^ii\GeT' eQVfivrjv, 

385 Kai TtdGiqg OTtOGrjg eTtcSeQyerai rjXiog allrjg 
JsGUOTig avdrjS-eiGa, y.av.alg atrjGiv oXelxat, 
Ov vöf.iov oxpiyovOLGL itoXvTiXdynTOiGtv exovGa. 

"H^et xai tcot" utcvot' [eig] idGGidog oXßiov ovdag, 
'.Avr]Q 7V0Qq)VQeriv Xiörcriv eftiscfzivog äfioig, 



SIBYLLINISCHE WEISSAGUNGEN. III. BUCH. 67 

Nah, Älexandrien ist das verflossene Jahr dann das beste. 

Wieviel Rom aiich immer vom zinsbaren Asien wegnahm, 310 

Asien wird wiederum von Rom erhalten die Schätze 

Dreifach zurück und den schrecklichen Stolz gegen jenes abbüssen; 

Und soviel Asiaten das Haus der Italer bestellet. 

Zwanzigmal mehr werden dann Italer in Asien als Knechte 

Dienen von Armuth bedrängt, und sich viel üebeles zuziehn. 355 

du zarter und goldreicher Spross der lateinischen Roma, 
Jungfrau, welche so oft bei vielumfreieter Buhlschaft 
Weinberauscht war, als Dienerin wirst du vermählt in der Welt nicht ; 
Aber dein üppiges Haar wird dir oft die Herrin abscheeren, 
Und die Strafe anordnend das Himmlische hin zu der Erde 360 

Schleudern und wiederum von der Erde zum Himmel erheben; 
Weil die Menschen verstrickt sind in schlechtes und gottloses Leben. 

Auch wird Samos zu Sand und Delos wird ungekannt liegen, 
Und zur Gasse wird Rom, und erfüllt werden alle Orakel. 
Und geht Smyrna zu Grund, so erhebt kein Wort sich zum Schutze; 365 
Sondern durch Pläne die schlecht, stürzt es und durchHerr scher- Verruchtheit. 

Aber in Asien wird das Land stiller Friede durchziehen. 
Auch Europa wird dann beglückt sein; der Himmel wohl nährend. 
Immerdar heiter, gesund, ohne Stürme und auch ohne Hagel, 
Bringt er alles hervor was fliegt und was wimmelt auf Erden. 370 

glückseliger Mann, oder Weib, welche in jenen Zeiten 
Leben, so lang als ruhmlos im Freien die Glücklichen leben: 
Denn jedes gute Gesetz wird herab vom strahlenden Himmel 
Zu den Mensphen gelangen, Gerechtigkeit auch und mit dieser, 
Welche vor allen den Sterblichen nützt, die verständige Eintracht, 375 
Liebe und Treu' und Gastfreundschaft; aber fern ist von ihnen 
Zwietracht sowohl als Tadel und Neid, als Zürnen und Thorheit. 
Armuth wird vor den Menschen fliehn, entfliehen der Zwang auch. 
Und der Mord und verderblicher Streit und trauriges Hadern, 
Nächtliche Diebstähle und jedes Uebel in jenen Tagen. 380 

Doch Macedonien wird schwer Unheil für Asien bereiten, 
Und es spriesset hervor das grösste Leid für Europa 
Aus der unächten Kroniden Geschlecht und dem Stamme der Sklaven. 
Jenes wird Babylon auch, die gefestete Stadt überwält'gen, 
Und die man auf der Erd' überall wo die Sonne nur scheinet 385 

Herrscherin nennet, die wird in herbem Verluste zu Grund gehn, 
Ohne Gesetz für die späteren weit verschlagenen Kinder. 

Auch wird kommen dereinst in Asiens glückUche Lande 
Plötzlich ein Mann, die Schultern bedeckt mit purpurnem Mantel, 



68 2IBYAÄIAK£iN A0r02 F. 

Z^^Ldyqiog, aXXoöixrjQ, cfi}.oy6sig' rjyeiQS yccQ avtbv . 
ÜQOGd-E zegawog (püra' xanbv ß^ ^airj Uvyov eS,ti, 
Ilaaa, TtoXvv de xd-atv Ttlsrat q)övov bf.ißQTqd-eiaa. 
^AXXa xat äg TcavaCarov artavT^ ld'i6it]g -d-egaTtsvasc' 
'^Qv örj TtBQ yeverjv avrbg ■d-sXai, e^aTtoXsGGai, 

395 ^x Tcov öi] yeverjg ksivov yevog e^aTtoleiraL ' 
'Pi^av %av ye didovg, ^v ymI xöipsi ßqoxoXoiyog 
^x öeaa örj ksqcctwv, Ttagä de cpvTOv alXo (pvrevGu. 
Koipsi TtOQcpvQsrjg yevs^g yevstrJQa ^axrjTrjv, 
KavTog acp^ vtcöv, wv hg 6/.w(pQ0va aiGiov aqQrjg, 

400 0d-eixai' yiai xoxs drj TtaQacpvöfisvdv x^Qag uQ^si. 
"'EoTat y.at OQvyij] öe (pEQeGßicj) avrixa Tsuf-iciQ, 
'"ÖTtTtöre "ABV 'JPelrjg (.iiagöv yevog, ev x-d'Ovl QEV^a, 
^udevvaov qlCjiglv ccöiyjrjTOtGi xe&r]Xbg, 
^vTOTtQe^vov TtavcüGTOv ifj ev vvxzi yevrjxac, 

405 ^£v TtöXei "uä.vxävÖQOv xe GeiGi%d-ovog ^JEvvoGiyalov, 
"Hv xQxe (pri(.iLB,ovGtv eTtcovvfxbqv /loqv'kaiov, 
^qyßvrig WQvyirjg TtoXvöanQvxoio neXatvrjg. 
""Egx^ aga KCccQog enetvog ertwvvfiirjv evoGv/ß-wv 
Kevd-liojvag yairjg GxedccGei, xal xei%ea "kvGei. 

410 2ri[.iaxa d^ ovx ayccd-oto, xaKolo de cpvGexat ccqx^ ' 
üaf-upvlov 7ioXe(.iOLO dar]f.wvag [a§ei] av6.yY.ag, 
^Iveädag \ye\ didovg avx6%d-ovag, eyyeveg al(.ia. 
'u4.Ha v.al av&ig eXwQ eitl avd-QUTVoiGiv egaGxaig. 
"'iXiov, olxxeiQto Ge' v.axa ^TCaQxrjv yag Eqivvvg 

415 BXaGxt'jGei, TceQLv.alXeg aelq)axov egvog agtgxov, 
'^GGtdog EvQcoTtrjg xe TtolvGTtegeg oldfia XiTtovGa' 
2ol de [.laXcGxa yöovg, (.wyß-ovg, axova%äg xe cpeQOVGa 
&r)GeL' ayrjQaxov d^ e^ei xleog eGGOfxevOLGc. 
Kai Ttg tfJevdoyQcecpog jtQeGßvg ßqoxbg eadexat, avd-ig, 

420 ^evdoTtaxQcg' dvGet de cpdog ev OTtfJGcv efJGC < 

Novv de TCoXvv, xai eytog -3-' e^ec af.iaxQov diavolag 
OvvöfxaGL dvGi fj.iGy6f^evov ' Xlov de xaleoGei 
^vxbv, yia\ ygaipet xa nax' "iXiov, ov fiev aXrjd-cog, 
lAXXa Gacpcog, eTtsGi, yag efioXg, fiexQcov xe ugaxiqGet' 

425 ÜQfoxog yccQ %slqeggiv efxag ßlßXovg oyofirjvrj • 
^vxbg d^ av [.läXa yiOGf^rJGet rcoXefioto xogvGxag, 
"ExxoQa IlQta(.ddriv, nai "Ay^iKkea JIrjlEicova, 
Tovg x" aXkovg, onÖGOig TtoXe^iri'ia eqya f.is(.ir]Xe. 
Kai ye S-aovg xovxotGi TtaqiGxaGd-ai ye Ttoci^aei, 

430 WsvdoyQacßiüv xaxa Ttccvxa xqoTtov [xeqoTcag xevonqävovg. 



SIBYLLINISCHE WEISSAGUNGEN. III. BUCH. 69 

Wild, falsch richtend, voilFeu'r; denn es rief ihn zum Lichte ein Blitzstrahl. 390 

Und ganz Asien wird alsdann eine böse Bedrückung 

Leiden, und vielen Mord die befeuchtete Erde einschlürfen. 

Aber auch so wird ihn, den Alles Verderber der Hades 

Raffen hinweg, und deren Geschlecht vertilgen er wollte, 

Durch deren Spross wird sein eigen Geschlecht dann selber zu Grund geh». 39o 

Ob eine Wurzel er hat, auch sie mäht ab der Verderber 

Aus zehn Hörnern, und pflanzt daneben die andere Pflanze; 

Haut den streitbaren Vater ab, den vom Purpur-Geschlechte, 

Und er wird von den Söhhen, welchen einmüthig das Kriegsglück 

Hold ist, vertilget und dann wird herrschen das Hörn, so dazu wuchs. 400 

Auch das fruchtbare Phrygien wird bald ein Zeichen erfahren ; 
Wann der Rhea beflecktes Geschlecht, das in Menge auf Erden, 
.Und das für immerdar aus ganz trockenem Holze hervorgieng, 
Sammt und sonders in Einer Nacht wird plötzlich zu Grund gehn. 
In des Antanders Stadt, Neptuns des Erdeerschüttrers, 405 

Welche man dann Doryläum wird mit Namen benennen, 
Phrygiens Stadt, des alten, des vielbeweinten und dunkeln! 
Und jene Zeit wird dann benannt nach dem Erdeerschüttrer, 
Welcher der Erde Geklüft zersprengt und die Mauern zerstöret. 
Zeichen nichts Gutes bedeutend ; es sprosst der Anfang des Unglücks. 410 
Kundige Kriegsnoth wird von allen Völkern herführen" 
Er der das Urvolk die Äneaden erzeugt, die verwandten. 
Aber auch er wiederum wird fallen durch seine Verehrer. 

Ilion dich beklag' ich; es lässt die Erinnys in Sparta 
Sprossen hervor einen trefflichen Zweig, sehr schön und gerühmet, 415 
Und hinterlässt über Asien weit und Europa die Brandung. 
Dir aber wird sie zumeist es bereiten, wenn Klagen sie herführt, 
Elend und Stöhnen. Jedoch hat sie ewigen Ruhm bei den Spätem. 

Und nachher wird ein alter Mann, mit erlogener Heimath, 
Lügen berichten; das Licht wird dunkeln in seinen Augen. - 420 

Vielen Verstand hat er, und verständigen Sinn die Erzählung. 
Aus zwei Namen gemischt, aus Chios wird er sich selber 
Nennen, und Uions Loos beschreiben; doch nicht wie es wahr ist: 
Aber offenbar sich meiner Worte und Verse bemächt'gen. 
Denn mit den Händen zuerst wird er meine Bücher entfalten; 425 

Dann aber seinerseits sehr schmücken die Helden des Krieges, 
Hektor des Priamus Sohn und den Peleiden Achilles, 
Und die übrigen auch j die gepflogen der Werke des Krieges. 
Auch, die Götter lässt er zu Hilfe kommen den Helden, 
Lügen erzählend auf jegliche Art den leichtgläubigen Menschen. 430 



70^ 21BYAAIAKSIN AOFOS F. 

Kai S^avieiv ^allov rotac xleog eaasrac evqv 

"IXlov [afig)l] ' xat ambg ccfxotßala Xe^evai -^sgya. 
Kai ^vY.vjfi yLÖY-^oio yevog %aY.a TtoX'ka cpvTevau. 

Xahnfjöwv arsvolo itoQOv nbvxoto "kaypvoa, 
435 Kai ae (.loXwv tÖts Ttalg ^ItüXiog s^svaQi^ei. 

Kv^ixs, nal aot itovTog ccTCOQQrj^sL ßaqvv oXßov. 

Kai oh Tor' aqa, Bv^ävriov, Idaaiöi, oreQ^f], 

Kai dr] v.al aTOva%ag Xrnprj, ycal avriQL-d-fiov alfia. 

Kai zgarog vipr]Xbv ^vxlrjg OQog ex v.OQvcpai(ov, 
440 Xäcfiav' avoiyofievrjg ntsTQrjg, KeXagv^srat vScoq, 

MsxQt T£ y.al TcareQwv {.lavTi^lä O'^f.iäTa TtavQj]. 

Kvl^iK {o oiyiriTeiQa JjQOTtovTidog oivOTtöloio, 

'Pvvda'/.og a^cpL os ycvf.ia v.OQvaaöixevov ai-iagayrioei,. 

Kai av, 'Pödog^ otovXvv (.isv aöovlcorog %q6vov eGörj, 
445 '^H(X€Qir] ■O-vyävrjQ, n:ovXvg de Tot oXßog omod-ev 

""EGGarai, ev TtovTCff 6^ e^stg xqccTOg e^oxov alXcov. 

^^IXa f.ieravS'cg sXojq bgjj avd-gcoTtocGiv egaGTatg, 

KdXkBGcv ^d' oXßcp ösivbv ^vybv avyßvL -drjGrj. 

^vÖLog av GeiGfibg de ra ÜSQGtdog e^evagl^si, 
450 EvQCüTtrjg t' ^^oirjg vs Xecbg QiyiGra JtsQ aXyfj. 

2tdovL(x)v (J' bXobg ßaGiXsvg, -/.al cpvXoTtig aXXcov, 

HovTOTtÖQOv 2a(4.loLg oXoov 6ei§ovGiv oXed-QOv. ' 

u^Liiaxi f.iev dÜTtedov KeXagv^srac eig aXa cpcotcov 

^OXXvfzsvcov.' aXoxoi de gvv ayXaocpaQSGt xovQaig 
45b"YßQiv aeixsXirjv iöiiqv aTto^coQrj^ovGc, 

Tal [j.ev vTtsQ vsKvtov, tal 6 oXXvfievcov vtcbq ^Iwv. 
2rjfi£tov KvTtQOv, GecG(.i^ cpS-iGSL ÖS cpdXayyag, 

Kai TtoXXdg ipv%dg dtörjg biiodvfxadbv e^si. 

TqdXXig d" rj yeircov ^BcpeGOv Gecafi0 xaraXvGst 
460 Teixed x svTtotriT^ dvÖQWv t oXocov ßaQvd-v[.io)v ' 

"OiißQrjGei, de ts yala vöcoq ^sgtov 7to%l (J' avxovg 

rata ßaQvvofievT] Ttiexat, bofiri de re -d-eiov. 

Kai 2(xiAog sv xacQ(^ ßaGtXi^'ia dcö/^ara rsv^st. 

'ItaXirj, Gol d^ ovxig 'LdQiqg dXXoxQiog ij^ei, 

465 u^XX eficpvXiov al^a tcoXvgxovov, ovx aXaTtadvbv, 

HovXvd-QvXXr^xov xe dvaidia xs Kegai^et. 

Kai d^ avxr] S-eQfifJGi utaQa GftodcfJGi xad-elGa, 

Id TCQotdji GTiqd-eGGiv edlg, evaQi^erai avxi^v. 

^'Eaarj ö^ ovx dyaS-wv {^i^xrjQ, -d-qQtov de xid-rjvri. 
AlO^'LdXXog ccTt' 'IxaXirjg Xvf^i^xrjg {/taXiv] 2§€xac dvi^Q. 

Triixog, ^aodixeca, xaxccTCQrjvrjg eQTtovGa, 



SIBYLLINISCHE WEISSAGUNGEN. III. BUCH. 71 

Auch wird der Tod ihnen mehr zum weitverbreiteten Ruhme 
Dienen um Ilion. Auch abwechselnd besingt er die Thaten. 

Lycien auch wird des Locros Geschlecht viele Uebel bereiten. 
Chalcedon, das du eine Bahn durch die Enge des Meer's hast, 
Wann das AetoUsche Kind kommt; dann wird auch dich es vernichten. 435 
Kyzikus, auch dir wird das Meer grossen Reichthum entreissen. 
Auch an Asien wird dir, Byzanz, sein das Genügen. 
Auch wirst du Stöhnen erfahren und zahllos Vergiessen des Blutes. 
Auch wird Lyciens Kraft, das hohe Gebirg, von den Höhen 
Oeffnen das Felsengeklüft und brausend die Wasser ergiessen, MO 

Bis aufhören dereinst der Väter wahrsagende Zeichen. 
Kyzikus, das du Propontis bewohnst und handelst mit Weinen, 
Um dich herum der Rhyndakus braust mit schwellenden Wogen. 
Rhodus, auch du wirst längere Zeit von Knechtschaft befreit sein, 
Tochter des Tags, und hernach auch vielen Reichthum besitzen; 445 

Und du wirst auf dem Meer die Macht vor Anderen haben. 
Aber nachher wirst du eine Beute für gierige Menschen, 
Durch deine Schönheit und Glück ein schreckliches Joch du' aufladen. 
Bei'm Erdbeben in Lydien drauf wird Persien zu Grund gehn. 
Ob auch Europas und Asiens Volk es bitter betrauert. - 450 

Sidons verderblicher KöAg und Anderer reisige Kriegsschaar 
Werden vernichtenden Tod übers Meer zu den Samiern bringen. 
Und zum Meere hin wird vom Blut der gefallenen Männer 
Rinnen das Land; und die Gattinnen mit den geschmücketen Jungfraun 
Werden die eigne unziemliche Schmach sehr bitter beklagen; 455 

Diese wegen der Todten, die ob der gefallenen Söhne. 

Cyperns Zeichen: durch Erdbeben wirds die Schaaren vertilgen; 
Und auf Einmal wird viele Seelen der Hades empfangen. 
Trallis jedoch bei Ephesus werden die trefflichen Mauern 
Böser hartherziger Menschen durch Erdbeben zerstöret; 460 

Siedendes Wasser benetzt die Erde ; dazu wird auch sie selbst 
Schlürfen die schwere Erde hinein, und die Schwefelgerüche. ' 
Und in der Zeit wird Samos Königs-Palläste erbauen. 

Aber Italien, dir kömmt nicht von Aussen die Kriegsnoth; 
Sondern verwandtes Geblüt, furchtbar, nicht leicht zu bezwingen, 4fö 
Weit berühmt, dies wird dich, du unverschämte, verwüsten. 
Auch wirst du selber, dahin bei heisser Asche gestrecket, 
Weil du vorher es im Geiste geschaut, dich selber vernichten. 
Mutter des Guten bist du nicht mehr, sondern Thiere erziehst du. 
Aus Italien kömmt ein anderer Mann der Verwüstung. 470 

Dann wirst du, Laodicäa, im jähen Sturtze vernichtet. 



72 SIBYJAIAKSIN A0r02 F. 

KaQwv ay'kabv aavv, ^mov naqu d-saxekov vöcoq, 
^lyrjGSi^g fisyccXav^ov a7toifj.cü§aGa TOxrjec. 
QQjJTiEg ca.q6ßvL,0i avaarriGovrat av Al^.iov. 

475 KaiiTtavdlq aQaßog TteXerai öia xbv TtroXiTXOqd-ov 
^i^lÖv' Ttovlverrj 6e ccTtOLfxco^aoa TO'Arja 
KvQvog, xal Sagöco, fxeyaXacg x^t-ixcovog aellaig, 
Kai 7th]yaig ayioio Qeov, y.aTcc ßsvS-sa tvovtov 
^vaovrai -/.axa vJvyLa d-akaoaüoig t^/Moatv. 

480 ^t dl, TtaQd-eviyiag bitSoag vvf.icpevasr'' atörjg, 
Kai KOvQOvg rovg cmrsQsag ßv^bg a/.ig)i7Volsvaet.' 
u£i dl, vYiTtia rh-v" akLviqyJ.a, xal ßaqvv blßov. 
Mvaojv yaia {.iccxaiQa ysvog ßaaihrilov acpvct) 
Tev^sTttt. Ov fir]v TtovXvv eTtl %q6vov eoGet ahqd-fog 

485 KaQ'/rjdtov. FaXaTaig de noXvaxovog saaezat ohixog. 

"H^EL nal Tsviöcp hcckov eaxaTOv, aXlä fisyiavov ' 

Kai 2iy.vci}v xaXyieoig vXäy^iaai, xaL as, Kö^iv&e, 

^vxqaet ETtl Ttaat/v, %aov ds ßorjOEtai avXög. , 

* , * 

'^Hvixa (5ij f.iOL -d-vf-ibg ETtavoavo bvO-eov vf.Lvov, 

490 Kai näXi [.loi [XEyaXoio Qeov q)ccTig sv GTrjd-EGaiv 
"iGxato, v.aL ^i ezeXevge TtQocpTqrevGac '/.axa yaXav. 

^l dl, 0OIVIXCOV ysvog avÖQcov rjös yvvaixcov, 
Kai rtccGaig TtoXsGi TtaqaXiaig' ovÖEni vfitov 
ÜQbg <pdog rjsXiow TtagsGOExai sv cpai xoiv^, 

495 Ovo' EXi xrjg Ccorjg agi&fibg xal cpvXov sx' sGxai, 
^^vx' aöixov yXcöxxTqg^ av6(,iov xe ßiov v.di avayvov, 
"Ov v.axEXQi\pav rtävxsg, avoLyovxEg Gxöii avayvov, 
Kai ÖEivovg öieB-evxo Xöyovg, ipEvÖEtg x' , adixovg xe, 
KaGxrjGav xaxsvavxi Qeov fiEyäXov ßaGiXrjog, 

500 Kijvoi^av ipEvdiog (xvGaQOv Gxöfxa. Tovvsk ccq^ avxovg 
"ExTtayXcog TtXrjyalGi dafxaGGEiEv naga TtaGav 
Talav, xal TtixQrjv fioiQiqv TtEfxxpEi Qsbg avxoig, 
E'§ EÖäq)Ovg cpXs^ag TtoXiag xal TtoXXa -d-sfis^Xa. 
^l di GOi, Kgrixt] itoXvcodvvE, Eig gs TtsQ ^§£i 

505 üXi^yi], xal cpoßsQa aicoviog s^aXaTta^si' 

Kai GS xa7tviCo[XEvriv TtccGa %&ü}v oxpExai avd-ig, 
Kov GE dl aicovog Xsiipsi ttvq, aXXa xa'^Grj. 

^t dl GOi, Qq^xt], t,vybv tog sig öovXiov i^t], 
Hvixa- GVf/.f.uxxoi TaXaxai xoig ^aQÖavidaiGiv 

510 EXXdö^ ETCEGGVfiEvojg Ttogd-EOvx' , xoxE GOI xaxbv EGxav 
raiji (5' Ev dXXoxQi'fi öcoGEig rjd'' EXi XrjXpj]. 



SIBYLLINISCHE WEISSAGUNGEN. III. BUCH. 73 

Ruhmreiche Stadt der Karer, am herrlichen Wasser des Lykus, 
Schweigen nachdem du beweint hast deinen stolzen Erzeuger. 
Thrazier von Akro-Byzanz werden ziehen hinauf zu dem Hämus. 
Den Kampaniern wird ein Schrecken durch Hunger entstehen, 475 

Welcher die Städte verheert. Aber wenn den alten Erzeuger 
Kyrnos beweint und Sardo bei heftigen Stürmen des Winters 
Und bei den Schlägen des heiligen Gotts: in die Tiefen des Meeres 
Werden sie dann versenkt, in die Fluth zu 'den Kindern des Meeres. 
Wehe, wehe, wie viel Jungfraun wird der Hades sich antraun; 480 

JüngUnge auch, welche nicht beerdigt, versorget der Abgrund. 
Weh, weh, Kindlein treiben im Meer und Fülle des Reichthums. 
Plötzlich wird ein Königs-Geschlecht die glückliche Erde 
Mysiens bringen hervor. Doch wahrlich nicht lange wird währen 
Karchedon. Und den Galalern wird eine schmerzliche Trauer. 485 

Auch über Tenedos kömmt das letzte, doch grösste des Unglücks. 
Sicyon auch im klirrenden Erz, und du, o Korinth, auch. 
Das vor Allen sich rühmt; doch ebenso raset der Kriegslärm. 

* u. * 

* 
Aber als mir das Gemüth ausruhte vom göttlichen Sänge; 

Da erhob wiederum die Rede des mächtigen Gottes 490 

Sich in der Brust mir und gegen die Erde zu reden befahl er. 

Wehe, weh, du Phöniker Geschlecht von Männern und Frauen, 
Und allen Städten am Meer gelegen; von euch wird ja keine 
Kommen zum Lichte der Sonne in dem gemeinsamen Lichte. 
Nicht wird mehr eine Zahl des Lebens und ein Geschlecht sein, 495 

Wegen gottloser Reden, gesetz- und zuchtlosen Lebens, 
Welches ein Jeder geübt, wann den unreinen Mund er geöffnet. 
Weil man abscheuliche Reden geführt, voll Lügen und Unrecht, 
Und sich Gott gegenüber gesetzt, dem mächtigen König, 
Und zum Trug den garstigen Mund geöffnet: drum wird er 500 

Schrecklich züchtigen sie mit Schlägen über die ganze 
Erde; es sendet der Herr über sie das grause Verderben, 
Wann er von Grund aus verbrennt die Städte und viele Gebäude. 

Wehe dir, Kreta, weh, mit Schmerz beladenes, dich wird 
Treffen ein schrecklicher Schlag, der wird dich auf immer verwüsten ; 505 
Und es wird dich nachher die sämmtliche Erde im Rauch sehn, 
Und das Feuer verlässt dich nie, sondern gänzlich verbrennst du. 

Wehe dir, Thrazien, weh, wie wirst du zur Knechtschaft gelangen, 
Wann die Galater einst, vermischt mit den Dardaniden, 
Griechenland mit Gewalt verheeren, dann trifft dich das Unglück: 510 
Bringst Unheil in fremdes Gebiet, und wirst es empfangen. 



74 2IBYJAIAKSIN AOFOS F. 

^l ai 001, rCoy, -/.ccl jtaoiv eq)s§rjg aixa Mayaty, 
Magacüv, rjö' "Ayyoiv, oaa aoi Y.aY.a (xolQa :7tsXd'Cec. 
JJoXka de y,al Avxicov viotg, Muaaiv ts, Ogvyaiv re. 

515 HoXXcc de Hai-KpvXloyv ed-vri Av8G>v le TtsGeirai,, 

MavQcov T^ , Ald-iOTtcov xe, Y-ol edifiov ßaqßaqocpdvLov, 
Ka7tin:ad6y.(x)v %', 'Agaßcov ts. Ti örj nara [xotgav enaarov 
^E^avöco; Ttäat yaq, oaoc x&öva vaieTccovaiv, 
'^'YtpiaTog dsivrjv STtiTtefixpet s&vsai nhqyriv. 

520 ""EXlriGL d^ OTCÖTav TtoXvßäqßaqov sd-vog STtaXd^}, 
IloXXa i-isv e'jiXeKTCüv avögiov oXeasis KccQrjva' 
IIolXcc öe TtLova, (.irjXa ßqOTÜv öiaSi^X-^aovTca, 
'^titTtoiv ■& , rjixLÖvo}v TS, ßoöiv T^ aysXag sQt(.ivxo}v ' 
Acoi^taTCC ö^ svTtolrjia TtvQi cpXs^ovaiv aS-soficog' 

525 üoXXoc Sh acofzara dovXa rtqbg aXXrjv ydlav avccyxrj 
'!A^ovaiv' zal Tsuva, ßa&v^wvovg ts ywattiag 
'Ex ■d'aXaiJ.cov anaXag, TQvcpsQOig Ttoal rCQogd-s TtsGovoag, 
" "Oxpovzai ösGfiotoiv V7t l%d-Qü}v ßagßaQOCficoviov 
Ilaaccv vßgiv 7täG%ovTag dstvrjv • xovx sGsr' avTciig 

530 BIcxQOv STVaQKSGGcov TioXefxov ^cotjg t^ sitaQcoyög. 
"'OipovTaL T iöLag mriGsig xal jtXovTOv ccTtavva 
'Exd-Qov yiaqitülßvTa' Tgöfiog d" VTtb yovvaGiv sOTcti. 
Osv%ovxai S' ixaTOv, slg 6^ avTovg jtavTag oXsggsc 
JIsvTS ÖS ■xivrjGovGt ßaqvv X6%ov' ol de Ttqog avTOvg . - 

535 AiGxqöig cpvQOfisvoi TtoXs^ig dsivc^ re xvdoi/^cp, 
OXgovglv s%d-QOtGL %aQav, "EXXrjGi de Ttsv^og. 

AovXsiog (5' (xQa ^vyög sGGsrai 'EXXadi naGrj ' 
nävTa ö^ 6/xov TtöXsfxög ts ßqOToXg xal XoLfiog st"" eGTai' 
XaXv.swv TS (xsyav tsv^sc Qsbg ovqavov vipov, 

540 IdßQOxLriv t' STct yaXav oXr]v " avrrj de Gidr^qa. 
AvTctQ STtsixa ßqoTol öscvaig /iXavGovGiv ccjtavTsg 
tdGTtOQivv Kccl dvr]QOGir]v' nal tvvq srtl ycclr]g 
KoT'd^Gsc 7toXvvr]GTOv, og ovqavov sxclgs v.al yrjv 
HavToov d^ av-d-qiofttov to Tqvvov [(xsqog] sGGSTai avS-ig. 

545 'EXXag drj, tL TtsnoLd-ag sm" ecvdqäatv '^ysfioveGGc 
QvrjTOig, olg ovx sgtl cpvysiv -d-avccTOw tsXsvttqv; 
Hqbg Ti TS dtüqcc (xaTaia xaTCcq)^i{ievoiGt TCoqC'Csig, 
Qvsig T sidcoXoig; Tlg toi TtXavov sv g^qsGt ■drjy.e, 
Tavxa tsXsXv, TtqoXtrcovGa Qeov (.isyaXoto TtqÖGoirtov. 

550 Ovvofia TtayyeveTao Gsßag %«, fxride Xä&j} gs. 
XiXia (5' sGT^ sTsa xat rcev-9-^ sKccTOPTadeg aXXac, 
!E^ ov drj ßaGiXsvGav v7ceqq)caXoc ßaGcXifsg 



SIBYLLINISCHE WEISSAGUNGEN. III. BUCH. 75 

Wehe, wehe dir, Gog, und euch allen zugleich nach einander, 
Magog, Marson und Aggon, wieviel bringt dir Böses das Schicksal. 
Viel aber auch den Söhnen der Lyker, der Mysier und Phryger. 
Auch wird viel Pamphyüsches Volk. und Lydisches fallen, 515 

Maurer und Aethioper und Volk fremdredender Zunge, 
Kappadoker imd Araber: doch was soll ich erzählen ^ 

JegUches, wie es sein Loos trifft ; denn wer die Erde bewohnet. 
Allen Völkern zumal schickt der Höchste erschreckliche Plage. 

Wann aber ein ganz fremdes Volk die Hellenen bekrieget, 520 

Wird's die Häupter von vielen erwähleten Männern vernichten, 
Und viel fette Schafe der Menschen wird es zertheilen, 
Pferde und Esel auch, und Schaaren laut brüllender Ochsen; 
Und ohne Fug die stattlichen Häuser mit Feuer verbrennen. 
Und viele Leiber mit Zwang als Sklaven in andere Länder 525 

Führen hinweg; selbst Kinder und tiefgegürtete, zarte 
Frauen aus den Gemächern, die nieder mit weichlichen Füssen 
Fielen, die werden geschaut in Ketten ausländischer Feinde, 
Leidend schreckliche Schmach aller Art; und nicht wird dann ihnen 
Sein ein spärhcher Helfer im Krieg und ein Beistand im Leben. 530 

Und den eignen Besitz und auch alle Reichthümer sieht man 
Sammeln den Feind und es wird ein Zittern der Kniee dann geben. 
Und ihrer Hundert entfliehn, und Einer vernichtet sie alle; 
Fünf aber treiben Schaaren hinweg; aber untereinander 
Schmachvoll sich mengend im schrecklichen Krieg und Schlachtengetümmel, 535 
Werden sie Freude dem Feind, aber Leid den Hellenen erregen. 
Aber ein Sklaven-Joch wird auf ganz Griechenland liegen; 
Und es wird AUes zugleich sein, Krieg und Pest für die Menschen, 
Und Gott wird in der Höh' den ehernen Himmel den grossen 
Machen zur Dürre auf Erden zumal; sie selber ist eisern. 540 

Aber es werden alsdann schrecklich alle Sterblichen jammern, 
Dass man säen nicht kann und pflügen. Verderbliches Feuer 
Bringt auf die Erde er auch, der Himmel und Erde geschaffen; 
Und am Leben nur bleibt nachher ein Drittheil der Menschen. 

Griechenland aber warum vertrautest du sterblichen Herrschern, 545 
Welche dem endlichen Tod doch nicht zu entfliehen vermögen? 
Und warum bringest du dar den Todten vergebliche Gaben; 
Opferst den Götzen? Wer hat den Irrthum gelegt in die Seele 
Dir, um dieses zu thun und den grossen Gott zu verlassen? 
Allvaters Namen verehr', und nie sei dir er verborgen. 550 

Tausend Jahr aber sind's und fünfhundert andere Jahre, 
Seitdem über die Griechen geherrscht übermüthige Herrscher, 



76 2IBYAJIJKSIN A0r02 T, 

'^EXhfivwv, Ol TtQOJza ßgovoig y,a/.a '^ys/.wvevoav, 
IloXXa -d-stov sldioXa y.aTacpd-ifisvoig ■d-avsövrcov, 

555 "^ilv evsKsv ta fiarata cpgoveZv vfxlv VTtedeiyß^. 
^A'k'k' OTCÖrav lA.syäXoiO Qsov yöXog eaaerai v[xlv, 
Jr) töt^ e7tLyv(x)üEad-s Qsov fxsydlow TtgöoioTtov. 
fmaai ö' avd-QWTtiov xpvyal, ^syäXa areväyovaaL, 
^Ldvra Ttgbg ovgavov evgvv avaa%6^evoi yjQag avTCov, 

bQQ^LriQ^ovTat ßaaiXrja ueyav ena^vvtOQa y.Xfjteiv, 
Kai trjreZv QVOrrjQa yßXov iisyäXoLO, xig sarai. 

^^XX äys, xai (.läd-e tovto, xai ev g)gsai xcct^S-so ojjaiv, 
"Oaaa 7tsQt7tXof.isvcov eviavrcov '/.rjosa earai. 
Tovg jBAAag t^ eggs^s ßocov TavQtov t eQii-wyMv, 

565 Ugog vaov fnsyäXoio Qeov oXonaQTtcoaaaa, 
'Ey.cpsv^st jvoXef.1010 dvarjyeog, ride (pößoto, 
Kai Xoii-iov, y.al dovXov V7fey.cpsv§st 'Cvybv avd-ig. 
^AXXa /.isyQtg ye roGOvd^ aasßcov yevog eaaevat avögcov, 
'OTtTtOTS y.sv TOVTO TtQoXäßj] TeXog aiGii-iov fmag. 

570 Ov yag fj.r] ■9-var]TS Os^, i-isxQi Ttävra yevrjTai, 
"^'Oaaa fxövog ßovXeverai. ovy, ccTeXevra Qeög ye, 
nävta TsXsG'Sijvai,' ugaTegr] d"" STttKelasT^ avayy.Tq. 

Evasßecov avögcov Isgbv ysvog saasrac av&ig, 
BovXalg rjös v6q) TtgöGyeifievoL vipiGTOio, 

575 01 vaov f.isyaXoio Qsov TtegiKvöaveovai 

^otßfj TS, KviGGi] t\ rjö^ av-d-^ tsgaig ixarofißatg, 
Tavgcov t,aTgsq)stov -d-voiaig, y.guov ts TsXeicov, 
IlgcoTOTÖxtov oiwv ts, yai agvaiv Tttova firjXa 
- Bcofx^ STcl fisyäXcp aylcog oXoxagTtsvovTsg. 

580 ^v ds dixaiOGvvjj, v6f.iov vipiGTOio XayJbvTsg, 
"'OXßiOL olxrjGovGi TtöXsig v-oi ixiovag aygovg. 
AvTol ö' vipco-d-svTsg VTt' a&avärOLO 7tgo(prJTac 
Kai fxsya %ägna ßgoTOig TtavrsGGL g)sgovTsg. 
Illovvoig yäg orpiv Scoks Qsbg (.isyag svcpgova ßovXrjv, 

585 Kai niGTiv, v.al agiGTOv svl GTrjd-sGGi v6rjf.ia' 
0%TLveg ovy. a7täT7]Gt y.svatg ovd^ sgy^ avS-gcoitcav 
XgvGsa, yal %öt.Xysia, xal agyvgov, rjö^ sXscpavTOg, 
Kai ^vXtvoiv Xid-lvtov ts -d-scov sldoiXa xafiövTcov, 
UrjXiva, i-uXTÖxgiGTa, ^(ooygag}iag TVTtostösig, 

590 Tif-iuvTsg, oGa xsv ts ßgoTol ysvs6g)govL ßovXfj ' 
^AXXa fiev aslgovGi Ttgbg ovgavbv toXevag ayvag, 
"'Ogd-gwL £^ svvrjg aisl xsgag äyvi^ovTsg 
YdaTL, y.al ti/xcogi, Qsbv Tbv asl (.isyav ovva, 



SIBYLLINISCHE WEISSAGUNGEN. 111. BUCH. 77 

Welche zuerst das Böse gelehrt die sterblichen Menschen; 

Die viel Götzen-Bilder gemacht für die, welche todt sind, 

Wegen welcher man euch unterwies auf Eitles zu sinnen. 555 

Aber wann über euch kömmt der Zorn des allmächtigen Gottes , 

Dann werdet ihr des grossen Gottes Anthtz erkennen. 

Aber die Seelen der Menschen zumal werden seufzen gewaltig, 

JJnd zum Himmel empor dem grossen die Hände erheben. 

Und man beginnt einen Helfer zu nennen den mächtigen König, 560 

Und des gewaltigen Zorns Abwehr, wer sie sei, zu erfragen. 

Aber wohlan, erfahre auch dies und nimm es zu Herzen, 
Wie viel Kümmerniss einst die gleitenden Jahre herführen. 
Wann einst Hellas die brüllenden Ochsen und Stiere geopfert 
Und zum Tempel des Herrn, des grossen, Speisopfer gebracht hat; 565 
Wird es entgehn dem lärmenden Krieg und der Furcht und dem Pesthauch, 
Wird es entrinnen nachher dem Joche, das Sklaven gebühret. 
Aber es wird das Geschlecht der gottlosen Männer bis dahin 
Währen, wann dieses Ende der Tag d^s Schicksais genommen. 
Denn nicht sollet ihr Gott mehr opfern bis Alles geschehn ist; 570 

Was der alleinige Gott beschliesst, dass es sich erfülle. 
Das wird Alles erfüllt; es liegt ein gewaltiger Zwang drauf. 

Später jedoch wird ein heilig Geschlecht gottesfürchtiger Menschen 
Da sein, die sich dem Bath und dem Sinn des Höchsten ergeben. 
Welche verherrlichen rings den Tempel des mächtigen ,Gottes 575 

Mit Trankopfern und Duft und heiligen Hekatomben, 
Opfern von wohlgemästeten Stieren und trefflichen Widdern, 
Ersthngs-Schafen und auch von fetten Zicklein der Lämmer, 
Auf dem grossen Altar darbringend in heiligem Sinne. 
Und in Gerechtigkeit und im Besitz der Gesetze des Höchsten 580 

Werden die Glücklichen Städte und fettes Gelände bewohnen. 
Aber erhöht vom Unsterblichen werden sie selbst die Propheten, 
Und zu den Sterblichen all werden grosse Freude sie bringen. 
Denn verständigen Bath hat die grosse Gottheit gegeben - 
Ihnen allein und Treu' und trefflichen Sinn in dem Herzen; 545 

Sie, die nicht mit eitelem Trug die Gebilde der Menschen, 
Goldene oder von Erz, von Elfenbein oder von Silber, 
Und die Bilder von Holz oder Steinen hinfälliger Götzen, 
Oder von Thon, mit Mennig gefärbt, thierähnliche Bilder 
Ehren, wie immer der Mensch in eitelem Sinne es treibet; 590 

Sondern welche zum Himmel die reinen Hände erheben 
Früh vom Lager, und stets rein waschen mit Wasser die Hände ; 
Welche verehren den Herrn, die ewig allmächtige Gottheit, 



78 ZIBYAÄlAKilN A0r02 F. 

'^■B-ävarov, xat sTtsiTu yovetg-' (lera d^ e^o%a Ttavtoyv 

595 ^udfvS'QCOTtcov oalrjg svvijg fisfivrj^iivoi eiffiv ' 

Kovde TtQog ccQGevoiovg Ttcudag [^lyvvvTai, ccvdyvcog, 
"Ooaci TS Oolvixeg, ^iyvTtTioi, rjde ^axlvoi, 
'^ElXag T ^Qv%OQOg, y.al aXXiov ed-vea itoXka, 
üeQacov, xal Falarcov, Ttäaiqg d^ '-dolrjg, TtaQaßavreg 

GOOl^-d-avaroio Gsov ayvbv v6[iov, ov naQeßrjoav. 
"Avd^ üv ad'ävarog diqaev Ttarreoai, ßgoroiatv 
''[A%rjV, xcci Xißbv, xat Ttrifiatä rs aTOva%ctg ts, 
Kai TtöXeiiov, v.ai Xoif.ibv, lö' ciXyea öaiiQvösvTa' 
Ovvey,ev a-S-avarov ysvertjv Ttavxoiv ctvd-QWTtwv 

605 OvY. ed-eXov ti[.i^v boLoig, sltdcoXa 6" erlf^tov 
XeiQOTtotrjva aeßovreg, a QtxpovOi ßgoroi avrol 
Ev 0%La[iaTg TteiJQoiv naTccxQvrpccvTeg di ovsiöog, 
'^ÖTtTtörav AlyvTttov ßaoiXsvg vsog eßdofxov äQXf] 
Tijg ISirjg yaiiqg, ccQL^fxov/nevog l§ ^EXXrjvojv 

610 ^Qyrig, -^g ccQ^ovat, Manedovsg aOTt&t-OL avdgeg, 
^Eld^ d' l| \4ahqg ßccatlevg f-ieyag, aierbg al-9'cov, 
"Og Tcaaav GKSTtäasi yatav itet/ij^v tb xal iTtTtecov, 
ndvTCc de GvyyioxpeL, v.ai (rtävra xayccov ccvaTtXi^aef 
'^Piipst d AiyvTtTOv ßaaiXi^iov' Ix ös re itävta 

615 Kvrjfiad'^ ikcov eTtoxEl-vai erc' svQea vtora ■d-aXccOGrjg. 
Kai tÖts öi] yt(xf.iipovGc &€(p fzsycclcp ßaaiXiji 
^Ad-aväraj yövv XevMv etvI yß'Ovl TtovXvßoTsiQjj ' 
'Eqya 6s xstQOTtolrjTa Ttvqbg cpXoyl Ttävta rcBGUtai. 
Kai rÖTS öi] %äQinqv (leyä'hqv Qsbg avögäai öcöasf 

620 Kai yccQ yi] y.ai ösvöga nal aartsxa TtoLfivLa firj^Mv 
^cöaovGL '/.aQTtbv tbv ahqd-ivbv av&Qb}7tOLGiv 
Otvov, -aal fxsXLTOg yXvxBQOv, 'kevv.ov ts yccXaxTog, 
Kai gLtov^ OTtSQ sgtI ßQorolg v-ülXiGtov artävTCov. 
^AXka Gv (.17] [xsXXcov, ßgots 7tOiv.i,X6(ir]Ti, xaxScpQOv, 

625 IdXXci 7taXLi.i7tXayyiTog argsipag, Qsbv IXaGnoio. 
&VS Qscp TavQcov syiarovradag, r]6s %al agvcov 
JJqcototoxcov, alycov ts, 7tsQi7tXo(isvaiGLv ev (OQat.g. 
^AXXa fiiv iXccGKOv, Qsbv afißgoTOv, a^yf sXs't]G'r]. 
OvTog yccQ fiSvog sgtI Qebg, %ov% eGTtv er' aXXog. 

630 Tr]v de dr/.aiOGvvr]v Tifia, '/.al iiiqdeva d-XXße. 
TavTa yccQ aS-ävaTog v.eXeTai deiXotGi ßqoToXGiv. 
^AXXa GV TOv peyäXoLO Qeov (n^vi/na cpvXa^ai, 

'^ÖTtTtOTS XSV ItävTSGGC ßQOTOlg XotfiOZO TeXeVTTj 

''EXd-f], '/mI cpoßsQoXo dtKTjg TvyjiaGi öa/xsvTeg, 



. SIBYLLINISCHE WEISSAGUNGEN. III. BUCH. 79 

Die unsterbliche; dann ihre Eltern und darnach vor allen 
DenÜen an Menschen, die ein keusches Lager besitzen; 595 

Auch sich nicht unkeusch vermischen mit männUchen Kindern, 
Wie die Phönizier thun, die Aegypter und auch die Lateiner; 
Griechenland auch das gedehnte, und sehr viele andere Völker, 
Perser und Galater und ganz Asien; die überschreiten 
Gottes heihg Gesetz, des unsterblichen, das sie verachten. 600 

Dafür wird der unsterbliche Gott alle Menschen heimsuchen 
Mit Unheil und Hunger und auch mit Leiden und Klagen; 
Mit Kriegsnoth und Pest und Thränen auspressenden Schmerzen: 
Weil den unsterblichen sie, den Erzeuger der sämmtüchen Menschen, 
Heilig nicht halten gewollt; sondern weil sie Götzen verehrten, 605 

Götzen von Händen gemacht, welche einst die Sterblichen selber 
Werfen hinweg, im Felsengeklüft aus Scham sie verbergend, 
Dann wann ein neuer König Aegyptens in siebenter Reihe 
Herrscht übers eigene Land, gezählt nach der Herrschaft der Griechen, 
Wo Macedonische Männer gewaltsam führen die Herrschaft; 610 

Und von Asien aus ein mächtiger König, ein kühner 
Adler heranzieht, der alles Land mit Fussvolk und Reitern 
Deckt und Alles zermalmt und Alles mit Unglück erfüllet; 
Und der zerstört das Aegyptische Reich und daraus alle Schätze 
Raubt und hinweg sie führt auf dem breiten Rücken des Meeres. 615 
Und dann werden sie vor dem grossen, unsterblichen König, 
Gott, das schimmernde Knie zur Erde, der nährenden beugen; 
Und in des Feuers Gluth stürzt jeglich Gebilde der Hände. 
Und es wird dann auch Gott grosse Freude den Menschen verleihen: 
Denn auch das Land und die Bäume und grosse Heerden von Schafen 620 
Werden alsdann ihre Frucht den Menschen, wie sichs gebühret, 
Geben an Wein und Honig süss, an blendender Milch auch, 
Und an Weizen, der ist für Menschen das Beste von Allem. 
Aber Sterblicher du, o Verschmitzter, arglistigen Sinnes! 
Zögere nicht, kehre um, der du irrst, und versöhne die Gottheit ; 625 
Bringe Gott dar Hekatomben von Stieren und erstgebornen 
Lämmern und Ziegen in den im Kreis sich drehenden Zeiten. 
Sühne ihn aus den unsterblichen Gott, dass er sich mög' erbarmen; 
Denn er allein ist Gott und ausser ihm giebts keinen andern. 
Und die Gerechtigkeit halte in Ehren und kränke Niemanden ; 630 

Denn dies befiehlt der unsterbliche Gott den elenden Menschen. 
Aber gedenk zu vermeiden den Zorn des erhabenen Gottes, 
Wann allen Sterblichen einst verderblicher Seuche Vollendung 
Kommt, und bewältigend sie die schreckliche Strafe erreichet. 



80 21BYAAIAK<IN AOFOS F. 

635 Kai ßaaiXehg ßaoiXija Xäßf], %iüQav x' afpihqTai, 
""E^vt] ö' e&vscc TtOQ-driorj, xal- qyvKa öwäarai, • 
'Hyeixöveg Se cpvyiaaiv eg aXXiqv yalav aTtavrsg, 
]AlXaxSj] ÖS Tfi yaia ßQOTiöv, xal ßaqßaQog aqyji] 
^EXläda TtOQd-rjai] Ttäaav, %at Ttiova yalav 

640 "E^aQvGj] itkovxoiO, xai avtlov eig sqlv avTcov 
^'El-d-coac xQvaov re. xat aqyvQOv sIvsksv (sotai 
'H cpiloxQTqfxoGvvr] v.av.a TtOLfxaLvovoa TtöXsaoC), 
XcÖQrj ev alXoTQir]' aracpoi ds ccTvavTsg %oovTaL, 
Kai Tcov f^hv yvTcig ts v.ai aygca ■SrjQia yairjg 

Mb ^agiitüv öiqhQGOvtaL' Irc^ av de ravra Tekeadjj, 
^eiipava yaia 7ts7^o3Qog avaKcöasis ■d-avöwcov. 
udvtii ö^ aGTtaqrog v.ai avrjQorog earat ccTtaaa, 
KrjQVGGOVGa TÖtXatvcc (.lyoog (zvqUov avd-QCOTtcov, 
TLoX'ka xQOvcov (XTqvxi TtSQLVsXXoixevwv eviavzcov, 

650 nälrag y.al -d-vQeovg, yaiGOvg, TtafiTtohiila OTtXa • 
Ov6s IJ.SV £x dQVf-iov S,vXa xoifJsrai. sig Ttvgbg avyrjv. 

Kai tÖt^ ccTi^ rjsXioio Qeog -rcefixpet ßaotXija, 
"Og izccGav yalav itavGet noXeiA-OLO v.av.olo, 
Ovg f.i6v äga xrslvag, olg 6' OQHia TtiGxa teXeoGag. 

655 Ovds ys Talg Idiaig ßovXalg läde nävra noiriGei, 
^^XXa Qeov f.ieyaXoio Ttt-drjaag ö6y(.iaGLv sod-Xotg. 
^abg ö^ av (.isyciXoco Qaov 7tsQv/.aXXaC 7tXovT(^ 
BeßQid-cog, %QVGc^ ts Kai agyvQcp, rjöe ze yiOGfK^ 
IIoQcpvQeq)' 'Küi yaia teXeGcpogog, ■^ds ■d-äXaGOa 

660 Tcov aya-d-cov TtXi^^ovGa. Kai aq^ovrai ßaGiXrjsg 
^^XXi]Xoig xoresiv, eTta^vvovreg xax« ■d-vficp. 
*Ö cpd-övog OVK ayad-ov TceXarai öeiXoiGi ßQOTÖiGiv. 
^^XXa näXiv ßaGiXrjeg ed-vaiv eiti Ttjvds re yalav 
"LdS-QOOi OQixriaovTai, eavrolg xrJQa cpegovreg ' 

665 2r]-/ibv yag (zeyaXoco Qeov zai cpcorag agiGTOvg 
JJoqd-Blv ßovXriGOvrai. '^OTtrjviy.a yalav %v.(x}VTai, 
QvGOvGL KvnXcp TCÖXeiog fiiagot ßaGiXrjeg, 
Tbv d-QOvov avTOv maGTog e%(av v.al Xabv aTteidi]., 
Kai qa Qsbg cßcovfj (.isyäXr] Ttqbg itavxa XaXriGBV 

670 ^abv aTtaidevTOV, y(.svsöq)QOva, v.ai ngiGig avTÖlg 
""EGGExai sx (A,syaXoio Qsov, -nal Ttüvreg oXovvrai 
XeiQog ccTc' ad-aväroio. "Ait ovqavod-ev de TtsGovvrai 
'Po(.i<palac TtvQLvOL naxa yalav ' XafiTtädeg av ye 
"I^ovzai (.isyäXai, Xdf^TtovGai elg (.isaov avÖQwv. 

675 rata de ^ayyevsreiQa GaXevoevai ^(xaGi Tielvoig 



SIBYLLINISCHE WEISSAGUNGEN. III. BUCH. 81 

Und ein König den andern bezwingt und die Länder ihm wegnimmt ; 635 

Wenn ein Volk das andre vertilgt, und Herrscher die Stämme, 

Und wenn die Fürsten entfliehn allesammt in andere Länder; 

Wenn sich verändert der Sterblichen Land, und Herrschaft von Fremden 

Hellas verwüstet zumal und der fruchtbaren Erde hinwegnimmt 

Ihren Reichthum, und sie in Streit dann gegen einander 640 

Werden gerathen um Gold und Silber (das Trachten 

Nach dem Besitze das ists, was die Städte stürtzet ins Unglück), 

In einem fremden Gebiet. Doch sie alle ohne Bestattung 

Werden sie sein, und die Geier und wilden Thiere des Feldes 

Werden verzehren ihr Fleisch. Und wann sich dieses erfüllt hat, 645 

Wird der Leichname Rest die weite Erde einschlingen. 

Sie aber wird unbesamt sein gänzlich, man wird sie nicht pflügen, 

Und die arme verkündet unzähliger Menschen Verbrechen, 

Vieler Zeiten Frist in den sich umschwingenden Jahren, 

Schilde gross und klein, und Pfeile und mancherlei Waffen; 650 

Und zum Glänze des Feuers föllt man nicht Holz in dem Walde. 

Und vom Aufgange her wird Gott einen König dann senden, 
Welcher den schrecklichen Krieg auf der sämmtlichen Erde beschwichtigt, 
Welcher die Einen vertilgt, treu erfüllend die Eide den Ändern. 
Aber nach eigenem Rath wird er nicht das Alles vollbringen; 655 

Sondern dem hohen Befehl des grossen Gottes gehorsam. 
Aber das Volk des mächtigen Herrn mit herrlichem Reichthum 
Wird es beschwert wiederum, mit Gold und Silber gescbmücket; 
Auch mit purpurnem Schmuck; die ergiebige Erde, das Meer selbst 
Sind von Gütern gefüllt. Und Könige werden beginnen 660 

Gegen einander den Zorn, und Böses hegen im Herzen. 
Nicht will werden der Neid zum Guten den elenden Menschen. 
Aber es stürmen nochmals geschaart die Herrscher der Völker 
Ueber dasselbige Land, sich, selber Verderben bereitend. 
Denn des mächtigen Gottes Haus und die trefflichsten Männer . 665 

Wollen sie richten zu Grund. Sobald sie zum Lande gelangt sind. 
Werden im Kreis um die Stadt dann opfern die schändlichen Herrscher.. 
Jeder hat seinen Thron und Jeder hat trotzige Volksschaar. 
Und mit gewaltigem Ruf wird Gott dann reden zu allem 
Ungebildeten Volk, dem eitelen, und ein Gericht kömmt 670 

Ihnen vom grossen Gott, und alle gehen zu Grunde 
Durch des Unsterblichen Hand. Und es werden vom Himmel hernieder 
Fallen zur Erde feurige Schwerdter; es werden auch grosse 
Fackeln erscheinen, die Licht in Mitte der Männer verbreiten. 
Und es wird jenes Tags die Alles erzeugende Erde 675 

6 



&2 2IBYJAIAK£IN J0r02 F. 

XeiQog icrt ad'ava.TOio, v.ai ix^ss ot i^axa tvovtov, 
nävra dh -d^gla yi^g, rjd^ äoTtera q)vXa netsivuv, 
Haaai 8^ av&QUiTCOJv ipv/.ai, v.al Ttaaa d-aXaaba 
0!Qi^ei VTt^ ad-avarobo TtQOGWTtov, v,al cpoßog earai. 

680 ^HlißocTOvg KOQvg)ag t' oqscov ßovvovg rs jtsXiOQtov . 
'PrY^ei, y.vave6v x sQeßog TtavTsaai q)avsiT(xi. 
'HegiAxi, de q>aQayyeg ev ovqbolv vifjrjXoZotv 
'^GGOvTai TthrjQBtg vsxvcov Qevaovac de Ttetgai, 
^%lxaTL, xal Ttsöiov TchqQÜoet Ttaaa xaQccÖQa. 

685 TsLxea d^ evTrolrjTa pfa^ai Tteaeovrai, aTtavra 
'AvÖQOiv övGßsvecov, ort, tov vöiiov ovx, syvioGav, 
Ovöe y.QiGi.v {.isyäkoto Qeov, all' aq)QOvt S-viiq) 
nävTsg sq)0Qfxr]-9-evT£g sg)^ f^SQOv jJQaTc XSyxag. 
Kai KQtvsL TtavTag 7ioXs(x(ff Qebg, rjSs ftaxccigr], 

690 Kai TtvQi, %ai v€T(p re v.atavXvtflvTi ' v.ai %Gxai 
Qeiov ccTtovqavöd-sv, avrccQ XLd-og, r^de X'^^^^'^ 
IlolXrj ■Kai x^^^^^V ' ■9'ävarog ö' eui TSTQciTtoö' %Gvai. 
Kai TOT« yvwGOvtat Qsbv afißgorov, og räde kqIvsc 
Olfxcoyrj t& nai akaXayiibg -^aT aTtsiQOva yalav 

695*^jf|£Taf, oXXvixEvwv avÖQuv' xai Ttävrsg avavöot 
^1/j.aTi XovGOvrac Ttisxav ds te yaia xai airrj 
^'ifiarog okXvfieviov , nOQSGOvrac ■dTjQi.a GaQxcüv. 
AvTog fj-Ot tdds Ttavxa &sbg f-ieyag aevaög ts 
Elrts jtQOcprjTsvGai. Täde d^ sGGerat ovx äreXeGra, 

700 Ovo' aveXsvTTjTa, oti %ev fiovov ev q)QSGi d-eirj. 
'LäipevGTOv yccQ ivveufia Oeov TteXevai y.ava inÖGfiov. 

Yloi d" av fieydXoio &eov Ttegfi vabv mtavteg 
"HGvxioig triGovr" , evcpQatvofievot eTti tovroig 
Olg öcoGet xTiGTrjg, 6 diKatoxQLTrjg re (lövaQxog. 

705 Avtbg yag GKSTtccGeis [xovog, [.leyäXcog re TtaQaGtag, 
Kv'AXo-9-ev (OGei reixog excov TtvQog at-9-Of.ievoto. 
^TtToXe/xoc d eGGOvrat ev (xgtbglv, rjd' evi ;fW|Oatg. 
Ov xeiQ yccQ 7toXe(.iOLO y.ay.ov, ^dXa d' eGGerat avrolg 
^vTog VTveQixaxog a^dvarog, v.ai xsig ayloto. 

710 Kai Tore ör] vrJGOi TcaGat TtöXeeg t' egeovGiv, 
'^Otctcogov a^dvarog (piXiei rovg avÖQag htEivovg' 
ndvTa yccQ avzoXGiv Gvvayiovia, rjde ßorjd-el, 
Ovqavbg, rjeXiög re S^erjXarog, rjds oeXi^vrj. 
rata de TtayyeviveiQa GaXevGexai rjf^aGi Keivoig. 

715 Hövv uTtb GTOixdrcov Xöyov a^ovGt <J' evi vfivoig' 
Jevre, TCeGÖvxeg ccTtavreg eTti x^ovl, XifjGwfxeGS-a 



SIBYLLINISCHE WEISSAGUNGEN, in. BUCH. 8^ 

Von des unsterblichen Hand bewegt, und die Fische im Meere, 

Und alle Thiere des Felds und die zahllosen Arten der Vögel, 

Alle Seelen der Menschen zumal, und di« sämmthche Meerfluth 

Werden erbeben vor ihm dem unsterblichen, allwärts die Furcht herrscht. 

Und die Höh'n und die steilen Scheitel der mächtigen Berge 680 

Bricht er, und Erebus wird, der dunkele, Allen erscheinen. 

Und das dunkle Geklüft auf der Berge Höhen, von Leichen 

Wird angefüUet es sein; es werden vom Blute die Felsen 

Triefen und ein Bergstrom wird ganz die Ebne erfüllen. 

Und das starke Gemäu'r allsammt der feindüchen Männer 685 

Stürtzt zur Erde dahin, weil sie das Gesetz nicht, erkannten, 

Nicht das Gericht des grossen Gottes ; vielmehr mit unklugem 

Sinn einstürmend zumal zum, Tempel die Speere erhoben. 

Und Golt wird durch Krieg Alle richten, durch Sehwert und durch Feuer, 

Und durch Regen, der sie überschwemmt; und es wird von dem Himmel 690 

Schwefel fallen herab und Gestein und vieler und schwerer 

Hagelschlag; und der Tod trifft auch die vierfüssigen Thiere. 

Dann werden sie den misterbUchen Gott, der so richtet, erkennen ; 

Und ein Geheul und Schrei'n auf der weiten Erde wird dann sein. 

Wann die Männer zu Grund gehn. Sprachlos werden sie Alle 695 

Sich dann baden im Blut. Das Blut der Erschlagenen selber 

Schlürfet die Erde hinein, und das Wild wird satt von dem Fleische. 

Alles dieses befahl der grosse und ewige Gott selbst 
Mir zu verkünden; darum wird nicht unerfüUet es bleiben, 
Noch ohn' Erfolg, so wie in den Sinn von ihm es gelegt ist: 700 

Denn ohne Trug wird der göttliche Geist in der Welt stets befunden» 

Aber es werden jedoch um den Tempel des mächtigen Gottes 
All seine Kinder in Ruh dann leben, erfreuet darüber. 
Was der Schöpfer verleiht, der gerechte Richter und Herrscher. 
Denn er selber beschützt sie allein mit mächtigem Beistand, 705 

Wie eine Mauer ringsum, von brennendem Feuer umgehen. 
Und ohne Krieg werden sie in den Städten sein und auf dem Lande ; 
Nicht in der Hand des entsetzlichen Kriegs , ihnen ist vielmehr Beistand , 
Er der Unsterbliche und die Hand des Heiligen selber. 
Und es werden alsdann die Inseln und alle die Städte 710 

Sagen, wie sehr der unsterbhche Gott lieb hat jene Männer; 
Denn Alles ist fürsorgend um sie und bringt ihnen Hilfe: 
Bimmel und Sonne geführet von Gott, selbst der M«iDd ist ein Beistand. 
Aber die Erde, die Mutter des All, bebt in jenen Tagen, 
Und in Gesängen dann fliesst vom Munde die liebliche Rede : 715 

Auf und fallt allesamrat auf die Erde und lasset uns anflehn 

6* 



84 SIBYJAIJEHN AOrOÜ F. 

l^-S-ävaTOv ßaaiXrja, Qebv (xsyav viptarov re. . 
JIe[Z7tco{.t€v TtQog vahv, STtei fzovog eozi dvvdüTrjg' 
Kai vo^ov viplaroco &£0v g)Qa^i6fied-(x itaweg, 

120"OGTe dixaiozatog tTtslerac TtävTOJv Y.a%a, yaXav. 
tlfisig d^ a-d-avaroio TQtßov TtEitlayrnievoi rjfj.£v, 
"'Eqya rs xsiQ07toi7]za aeßcc^Sixs^' aq)QOvt ■d-vfxi^ 
EidcoXcov ^oavcov rs ■üaTdCfd-ifisvcüv av-d-QcoTtcov. 
Tavra ßo^oovac ipv%a\ jttGTiov av&QcaTtoiv ' 

725 ^evre, 0eov xara ö'qfxov irti GTOf-iätsaGi TtsGowsg, 
"Y(xvoLGi TEQXpcof.iev Qsov ysvET^ga v.ttT oYxovg, 
^X'^Qf^'" OTtXa TCOQc^dfievoi. naza yälav aitaGav 
Etctcc xQÖvoiv firjxr] (rcsQtreXXofisvcov eviavTuv, 
üslrag, xai ■dvqsovg, KOQv-d-ag, TtafimoUilä -d-^ OTtla, . 

730 IloXXa ds '/.al zo^cov TtXrjd^, ßsXetov adtnoiv re ' 
Ovde yccQ ex dgvfxov §vka xdyjsrat etg Ttvqog avyrjv. 
yiXka, räXaiv EXXag, vTtsQ'^gjava Ttavs cpQovovaa' 
^LGGeo (J' ci'd'dvaTOv (.isyaXiqtOQa, xal rtgocpvXa^ai. 
2tsIXov 6rj £7ti TTjvds TtbXw tov Xabv aßovXov, 

735 "Ogtb f.uv e§ OGirjg yatrjg ttsXsrai fieyäXoio. 
Mrj xLvsi Kafiäqivav ' axivrjTOg yag aßsivcov ' 
HäqdaXiv ex xohrjg, [ÄiqToi xaxbv avrißoXrjGTjg. 
^XX' UTzexov, fxriS' %Gx VTteQTqcpavov ev Gx-qd-eGGL 
Qv(xbv VTteQcpLaXov, GreiXag Ttqbg ayaiva xqatacöv. 

740 Kai dovXevs Qe(p (xeyaXcp, %va Twvße fisrdGX'rjg, 
'^ÖTtTtOTs [ßri\ xal TOVTO Xaßfj reXog, o'lGLfxov rjf^aq 
'^'H^ei eTt avS-qtüTtovg ayad-ovg fxeyäXoio xar' aqxriv. 
rij yaq jtayysvereiqa ßqotolg ötoGei tbv aqiGTOv 
KaqTtbv ccTteiqeGWv gLtov, olvov, xal eXaipv. 
745 u4.v%aq oLTt ovqavbd-sv /.leXtrog yXvxeqov Ttorbv ridv, 
^evöqea t', axqoöqvojv xaqTtbv, xal ntova ft^Xa, 
Kai ßbag, ex r' aqvcav aqvag, aiycov vs xi'f^oiQOvg' 
üriyccg re qiq^eL yXvxsqag Xevxolo yäXaxxog' 
TLXrjqeLg ö' avrs TtbXeig ayad-wv xal Ttioveg ayqol 
"M^Eggovt' ' ovöe f4.axcccqa xata x^ovbg, ovde xvöoifxbg' 
Ovöh ßaqvGTSvaxovGa GaXevGerat ovxevi yaXa' 
Ov 7tbXef.wg T^, ovo' av ye xaxa x^ovbg aixftbg er' eGtac, 
Orj XL[.ibg, xaqjtojv re xaxoqqexteiqa xäXat,a' 
^^XXcc fihv elqrivrj f.teyaXrj xara yaiav ccTtaGav, 
755 JCat ßaGiXevg ßaGiX^i g)lXog [xexqt Tsqfxarog eGxai 
^iwvog, xowöv te vbixov xara yalav anuGav 
l^v^qcoTtoig TeXioeisv ev ovqav^. aGTsqöevTi 



SIBYLLL\ISCHE WEISSAGUNGEN. III. BUCH. 85 

Den unsterblichen König, Gott, den Grossen und Höchsten. 
Lasset zum Tempel uns senden; denn er allein ist der Herrscher; 
Lasset uns All das Gesetz des höchsten Gottes erwägen; 
Denn das gerechteste ist's von Allem hienieden auf Erden. 720 

Wir aber hatten vom Weg des UnsterbUchen irrig entfernt uns, 
Ehrten der Hände Gebilde, erfüllt von thörichtem Sinne, 
Bilder der Götzen geschnitzt und der Menschen, dem Tode verfallen. 
Solches rufen sie aus, die Seelen von gläubigen Menschen: 
Auf lasst unter dem Volk des Herrn uns fallen aufs Antlitz ; 725 

Lasst durch Hymnen erfreun überall Gott unsern Erzeuger; 
Waffen der Feinde erwerbend auf der sämmtlichen Erde 
Sieben Längen der Zeiten herum sich wälzender Jahre; 
Schilde gross und klein und Helme, verschiedene Waffen, 
Eine ansehnliche Zahl von Bogen und schädlichen Pfeilen. 730 

Auch haut man aus dem Walde nicht Holz zum Glänze des Feuers. 
Elendes Hellas, so höre doch auf> dich stolz zu erheben: ♦ 

Zu dem Unsterblichen fleh, dem Hochherzigen, und nimm in Acht dich. 
Sende zur selbigen Stadt das Volk, unkundig des Rathes, 
Das aus dem heihgen Land des grossen Gottes abstammet. -735 

Rühr Kamarina nicht auf; denn hesser ist sie unbeweget; 
Nicht von dem Lager den Panther, damit dir nichts Böses begegne: 
Sondern halte dich fern und nicht heg' in dem Gemüthe 
Hochauffahrenden Sinn und bereit zum gewaltigen Kampfe. 
Diene dem mächtigen Gott, auf dass dir einstens ein Theil wird, 740 
Wenn auch dies sein- Ende erreicht, und der Tag der Bestimmung 
Kömmt zu den Menschen heran, den Guten nach Gottes Befehle. 
Denn den Sterblichen wird in Menge die nährende Erde 
Geben die trefflichste Frucht an Weizen, an Wein und Oliven. 
Auch das süsse Getränk des lieblichen Honigs vom Himmel, 745 

Bäume und Früchte vom Baum, und auch gemästete Schafe; 
Ochsen und Lämmer von Schafen und auch von Ziegen die Böcke. 
Quellen fliessen sie lässt von Milch, der weissen und süssen. 
Auch werden sich wiederum mit Gütern die Städte anfüUen ; 
Und der Boden ist fett, 'weder Krieg ist auf Erden noch Schlachtlärm. 750 
Auch wird nicht mehr tief aufstöhnend die Erde erschüttert. 
Nicht wird Krieg mehr sein, nicht Trockenheit fürder auf Erden; 
Nicht mehr Hunger und nicht der Früchte zerstörende Hagel: 
Sondern ein grosser Friede herrscht auf d,er sämmtlichen Erde, 
Ujid bis ans Ende der Zeit wird Freund sein ein König dem andern; 755 
Und nach Einem Gesetz wird die Menschen auf sämmtlicher Erde 
Der unsterbhche Gott im gestirnten Himmel regieren ; 



86 SIBYAJUKSIN AOrOS F. 

itä^ccvarog, oacc rrtertQayi'rac öetXotüi ßQOTOiffiV 
uävTog yaq [xovog iarl ©sog, xovk sgtw I't' a}Jkog' 

760 ^vTog xat Ttvql (pXi^eiev %ttXe7tbv {iivog avSQcov. 
l^XXcc TcccraGTtevaavTeg sfxag cpgevag sv aTrjd-sGai, 
Qievyere Xargeiag aöhiovg' ©s^ ^covti Xärgsve' 
Moixsictv jtsg)vla^o, nal cckqctov agasvog svvt^v 
T^v (5' Idlav yevvdv 'Ttaidcov rgstpe, f^rjSs cpovevGfjg * 

765 Tolads yaq ad-ävaTO^ %i.%o%(äoBra.L, og ksv a(j.ccQT7]. 
Kai TOTE ö^ €^ey€QSi ßaatXrj'iov slg aiuvag 
üävTa'g S7t avS-qwTtovg, ayiov vöfiov ortTtöx edoyaev 
EvGeßsoi, Totg TtccGcv v7tiG%eT0 yaiay avol^etv, 
Kai noGfiov, (lOKagcov ts TtvXag, y,al xäQi-iaTa Ttavta, 

770 Ka\ vovv a&ävaxov, aicöviov evcpgoGvvrjv re. 

II(xor]g d^ |jt yairjg Xißavov nat dioga Ttgbg oX-/.ovg 
OiGovai fxeyaXoio Qeov ' kovk sGoetat älXog 
(Hxog e/t' av&QMTtoiGL xai eGGOfxevoiGL Ttvd-eGd-at, 
^^XV ov sdcons Qsbg TCiGrolg avögsoot ysQaiQeiv 

775 Ylbv yaq yiaXeovGi, ßqorol fisyaXoco ©solo. 
Kai TcaGat Ttsdioio rqißoi, xai rqrjxssg o%&ai,, 
Ovqecc d-^ viprjsvTa, v.ai ayqia xvßara 7töv%ov, 
Evßara v,ai evTtXcora ys eaGstat fjf^aGi xsivotg' 
üäGa.yaq siqrjvrj aya&wv STti yalav lv,vsiTai' 

180 '^Po/.icpaiav T^ acpeXovGt ©sov fxeyäXoio Ttqocprjraf 
^vTol yaq yiqLTaL ts ßqoTcov, ßaotXelg te ötaaLOi. 
""EGxai dr] xat itXovxog ev ccvd-quyTtOLGi dmaiog' 
^vTt] yitq iieyäXoio ©bov v.qLGig, rjöh y,ai.aq%rj. 
Evcpqav^r]Tt, yiöqr], %ai ayaXXeo' Goi yaq eöcotiev 

785 Ev^qoGvvrjv aiäivog, dg ovqavbv SKViGe xat yriv. 
^v Goi ö' oiK^Gei' Goi ö^ sGoerac ad-ävarov epaig. 
^v de Xvxoi TS v.ai aqvsg sv ovqsGiv anfxiy^ söovTac 
Xoqrov, TtaqdäXisg t sqicpoig a^a ßoGvxiGovxav 
"'Aq'Axoi Gvv (.lÖGxoig vofxadsg avXcG^GOvrai' 

790 2aq'/,oß6qog ts Xiiov axvqov (päy&tai STti (pdrvrjg, 
'i2ß ßovg' x«i TiaXdsg f.iäXa viqrciöL sv dsG^oiGiv 
"Id^ovGL' 7t7]qbv yaq S7ti x^ovi ■dnqqa Ttoi/riGsi. 
Kai ßqsfpssGGc dqaxovTsg a(xa GcpiGL KOifxrjGOvrai, 
KovK adim^GOvGf x^iQ y^Q ©sov sggsx^ Itt' avrovg. 

95 2^jWos ÖS GOI sqsio /xccX^ ctqupqadsg, Sgts voiJGai, 
Hvixa dr] Ttävxoiv tb rsXog yair](pi ysvr]Tai. 
'ÖTt^OTS V.SV qofxrpaiai sv ovqav(^ aGxsqösvTC 
'Evvvxiai dfpd-iÜGi Ttqbg sGrtsqav rjös itqbg ■^ctJ, 



SIBYLLINISCHE WEISSAGUNGEN. III. BUCH. 87 

Ein Gesetz für was immer, gethan die elenden Menschen: 

Denn er selbst ist ein einiger Gott, es giebt keinen andern ; 

Und mit Feuer wird er die schrecklichen Männer verbrennen. 760 

Aber nun eilt meine Lehren aufzubewahren ifii Herzen: 
Fliehet den gottlosen Dienst der Götzen, dem Lebenden diene. 
Hüte vor Ehebruch dich und 'dem unreinen Lager des Mannes; 
Und das eigne Geschlecht der Kinder zieh auf,' nicht ermord' es: 
Denn der Unsterbliche wird ihnen zürnen, wenn einer sündigt. 765 

Auch wird er dann ein Reich für ewige Zeiten errichten 
Unter den Menschen zumal, wann heilige Satzung den Frommen 
Er verliehn, denen er insgesammt zu eröffnen versprochen 
Erde und Welt und der Seligen .Thore und sämmtliche Freuden, 
Und den Verstand, den unsterblichen, auch, und den ewigen Frohsinn. 770 
Und von der sämmtlichen Erde wird man Geschenke und Rauchwerk 
Tragen zum Hause des mächtigen Gottes. Es wird auch kein andres . 
Haus zu erfragen mehr sein bei den Menschen, die leben in Zukunft, 
Ausser was Gott zu ehren verliehn den gläubigen Männern. 
Denn bei den Sterblichen heisst er der Sohn des mächtigen Gottes. 775 
Und alle Pfade des Felds und alle unebene Hügel, 
Und das hohe Gebirg und die brandenden Wogen des Meeres 
Wohl zu begehn und wohl zu befahren sind jenes Tags sie ; 
Denn aller Friede wird dann zu den Guten kommen auf Erden. 
Und die Propheten des mächtigen Gottes nehmen das Schwerdt weg; 780 
Denn gerechte Könige sind sie und Richter der Menschen. 
Auch wird sein bei den Menschen ein rechtlich erworbener Reichthum : 
Denn das ist das Gericht des grossen Gottes und Herrschaft. 

Freue dich, Mägdlein, und hüpfe; denn er hat auf ewige Zeiten 
Frohen Sinn dir verliehn, der Himmel und Erde gegründet. 785 

Und er wird wohnen in dir und dir ein unsterbliches Licht sein. 
Und der Wolf und das Lamm werden auf den Bergen selbander 
Weiden, und Gras mit den Böckchen zugleich die Parder verzehren. 
Bären zusammengepfercht mit Kälbern sind auf der Weide, 
Und der fleischfressende Leu wird Spreu an der Krippe zerkauen, 790 
Gleich einem Stier; und ganz unmündige Kinder an Fesseln 
Führen sie ihn; denn zahm wird das Thier auf Erden er machen. 
Und es werden vereint die Drachen mit Säuglingen liegen. 
Und nicht beschädigen sie; denn Gottes Hand wird sie schützen. 

Dir aber will ich ein leicht zu erkennendes Zeichen verkünden, 795 
Dass du es merkst, wann dereinst auf Erden das Ende von Allem 
Sein wird; Wenn man dereinst an dem sternhellen Himmel ziu- Nachtzeit 
Schwerdter gen Ahend erblickt, und auch gegen Morgen, und wenn dann 



88 2IBYAJIAK£IN AOTOS F. 

uivrina xai xovioqtoq aTt ovQavöS-ev 7tQ0(psQ7]Tat 

800 IIqos yaXav aTtaaav, kuI oi oslag rjsXioio 

'E'nXel.xpsc xceth. iiBoaov arc ovQavov, rjde Gehqviqg 
^udyxXvEQ itQOipavovai, xoä ciip ertl yalav Ymvtcci' 
^lixart y.al GTayovsaai, TteTQWv d^ arcb arjf^a ysvrjTac ' 
^v v€g)ih] 6' oipsad-s (xccyriv rte^av re xai iTt^tetov, 

805 Ola y.vvrjysairiv ■9rjQ(ov, o^i%krioiv oitoirp). 

TovTO TeXog 7to'ki[A.OLO reXel Qebg ovqavov olacov. 
IdXlcc XQV '^^'v.xag ■O^slv {xeyähp ßaaiXrj'i. 

Tavza ool, ^^aavQii^g JBaßvXwvta TsL%Ba (xav-qa 
OiaTQOftccvrjg TtQoXijzovaa, eg 'ElXäöa nefiTtofxevov tvvq 

810 Ilciac TtQoqrrjtEvovaa, Qeov fxrjvlfiaza, d-vrjToig, 
"£2azs 7tQoq)r]Tsvaal fte ßgoTOlg aiviyixata ■9-sia. 
Kai zctksovat ßgotol [xb y.ad'^ ''EXXäda TcarQidog ccXXrjg, 
'E§ ^Eqvd-QTqg yeyovvXav, avaidea ' oi de (xs Kiqya]g 
UlrjTqbg Kai Fvojarolo Ttarqog q)V]aovaL 2ißvXlav, 

815 MacvO(4,6vrjv, tpBvazeiqav ' eTtijv de yerrirat ccfcavTa, 

TrjvcKa [iov fxviqfJ.rjv tvoi-^gsts, 'aov-asti fx^ ovdeig 

Mat-vofisv7]v gyrjaets, Qeov fxeyaXrjv Se Ttqocp^riv. 

"Og yäq E(J.6i driXwGBV, a Ttqiv yevBTijqGiv efioZaiv, 

"ÖGGa TB TtqwT" eyevovTO, za fxot OBog ByzariXE^e • 

820 Täiv fievETtBira öb Ttawa 0£Og rdip ByxaTB&rjXBv, 

"£iGTB TtqOCprjTBVBtV flB TO. t" EGGÖfJ.BVa, TCqö w' BOvra, 

Kai Xs^ai -d-vriroig. "Ors yaq zarexAv^ero wofiog 
"VöaGV), v.al xig avrjq (lövog evdoyüixrjTog BXBi(pd'r], 
^YXoTÖfi(p Bvi oXxcp ETVCTtXfoGag vdätEGGL 
825 2vv d^iqGi TtTrjvoiGi ■9'', iV £(XTtXr]Gdjj rtäXi v.oafiog ' 
Tov iiev syo) vvficprj v.ai acp^ aliiaxög avxov etv%-9^v, 
T^ ra jtqiüT^ kyivovro, ta d^ iBG^ara TtävT* aTtBÖEu/ß-ri ' 
"jQgt^ cctv^ Efxov GTÖfxaTog iäS' aXrjd-iva Ttavra XeXByß-io. 



SIBYLLINISCHE WEISSAGUNGEN. 111. BUCH. 89 

Plötzlich ein Staub vom Himmel herab auf die sämmtliche Erde 

Sinket und wann der Glanz von der Sonne mitten im Laufe 800 

An dem Himmel erlischt, und des Mondes leuchtende Strahlen 

Sichtbar werden, und wieder hin zu der Erde gelangen; 

Und mit träufelndem Blut von Felsen ein Zeichen geschehn wird. 

Aber in dem Gewölk werdet ihr von Fussvolk und Reitern 

Sehn eine Schlacht, wie \yild man jagt, wie Nebelgebilde. 805 

Solch ein Ende des Kriegs macht Gott, der den Himmel bewohnet. 

Aber ein Jeghcher muss dem grossen Könige opfern.® 

Dieses sage ich dir, die ich thöricht verlassen in Assur 
Babels gedehnete Stadt, ein Feuer nach Hellas gesendet. 
Und den göttlichen Zorn weissagend den Sterblichen allen; 810 

Da den Sterblichen ich die götthchen Räthsel geweissagt. 
Und Ausländerinn nennen sie mich, die Leute in Hellas, 
Aus Erythräa mich, die schändliche. Einige werden 
Von Circe und Gnostos erzeugt Sibylle mich nennen, 
Rasende, Lügnerinn auch: Doch wenn dies Alles geschehn wird, 815 

Dann werdet ihr wohl mein noch gedenken und Niemand wird dann mich 
Nennen die Rasende mehr, sondern Gottes grosse Prophetinn. 
Denn wer mir offenbart, was ehdem geschah meinen Eltern, 
Und was zu Anfang geschah, das hat Gott mir eingegeben. 
Das Zukünftige aber legt' Alles Gott in den Sinn mir; - 820 

So dass die Zukunft ich offenbar', und was früher gewesen, 
Und es den Sterblichen sage. Denn als die Welt überschwemmt war 
Von dem Gewässer und Ein Mann allein, ein Bewährter nur übrig 
In dem gezimmerten Haus und über die Wasser daherfuhr 
Mit den Thieren und Vögeln, damit wiederum sich die Erde 825 

Fülle, da war ich die Braut desselben und seines Geblütes, 
Dem das Erste geschah und alles das Letzte gezeigt ward. 
Drum muss aus meinem Mund das Alles als Wahrheit gesagt sein. 



möN SIBYAAIAKÖN 

u40r02 TETAPT02. 



Klvre, Xscog ^Aalrjg ^£yaXa.v%eoQ, EvQcoTtrjg te, 
"Ooaa TtoXvcpd-öyyoLO dicc arofiaxog (.leyäloio 
MeXXco acp' ruiexeqov Ttavahqd-sa, f.mvxevsG'd-ai' 
Ov ipevdovg 0oißov XQ'rjaixiqyoQog, ovts fiaTaioi 

5 ^Ldvd-QojTtot ■d'ebv elTtov, STtexpevaavTO ds fxävTiV 
^uäXka Gsov fxeyaXoLO, tov ov %€Qeg eTtlaaav avÖQÖJv, 
EiöwXoig alaloiai Xi^d-o^eatoiaiv of.wiov. 
Ovre yaq olzov exet va^ Xi-9-ov lÖQvd-svra, 
Koicpöxatov, vcodov %b, ßgoraiv TtoXvaXysa Xcißrjv' 

10 1^^^^ ov idsiv ov'K sativ ccTtb xß-ovog, ovds f^sTQr^aai, 
"'OiJ.fxaGiv ev S-vr]To7g, ov TtXaa-d-evra X6f§t ■d-vrjTJj' . 
"Og, xU'd-OQCüv cc}.ia Ttävrag, vTt" ovdsvbg ccirbg OQärac 
Ov vv^ te dvocpsQri re, ytal rii,isQri, risXiög re, 
^Idarga, aslrjvaLrj te, y.al ixd^ösoaa ■d-aXaaacc, 

15 Kai yrj, ■nai 7tOT(x(,ioL tb, y.al asvvacov Grofxa Ttrj'ywv, 
KTiGf-iara Ttqbg ^corjv, b/xßQOC -9-^ a^a KCCQTtbv aQOVQr]g 
KriQovveg, '/.ccl devÖQcc, xal afiTtslov, arag ilairjv. 
OvTÖg fioc ^taattya öca cpgsvbg fjXaaev siaco, 
^AvS-QiOTtoig oaa. vvv t« '/.al OTtrcÖGa yiverat CLvd-ig, 

lO^E-A. TtQCJTiqg yeve^g axQig ivdsüävrjg acpmead-ai, 
ArQSKeojg naTaXe^aL' ccTtavra yag avrbg eXe^ev 
^E^avviov. 2v de Ttävtcc, Xscog, sTtayiovs StßvXXrjg 
"E^ oaiov GTO^ta.'Vog, qxavriv rtgoxeovrog aXrjSij. 
^'OXßiot av-d-QiOTCwv -aetvot v.aTCi yatav eaovrat, 

25 "Oggol drj GTSQ^ovGi Qebv fisyav, svXoyioweg 
Hqiv Ttieeiv cpayeeiv re, iteTCOid^ötsg svGeßirjGiv 



SIBYLLINISCHE WEISSAGUNGEN. 

VIERTES EUGH. 



Höre du, Volk des ruhmreichen Asiens und von Europa, 
Was ich werde mit starker und laut ertönender Stimme 
Weissagen aus mir selbst, und ganz die lautere Wahrheit. 
Nicht des betrüglichen Phöbus Wahrsagerinn, welchen aus Thorheit 
Gott die Menschen genannt, und auch den Propheten belogen: 5 

Sondern des mächtigen Gottes, den Hände der Menschen nicht machten, 
Aehnlich den stummen von Steinen gefertigten Bildern der Götzen. 
Denn nicht bewohnt er als Hans einen geweiheten Stein in dem Tempel, 
Welcher stumm und taub ist, und schmerzliche Schmach für die Menschen: 
Sondern welchen man nicht als Irdischer sehn kann noch messen 10 
Mit den sterbUchen Augen; den menschliche Hand nicht gebildet; 
Der aber Alles zugleich erblickt und von Keinem gesehn wird ; 
Welchem die dunkele Nacht angehört und der Tag und die Sonne, 
Und die Sterne, der Mond, und das Meer, das wimmelt von Fischen; 
Auch die Erd' und die Flüsse, der Mund der ewigen Quellen, 15 

Schöpfungen für das Leben, und Regen zugleich; der die Früchte 
In dem Felde erzeugt, auch die Bäume, die Reben, den Oelbaum. 
Dieser hat mitten hinein in den Sinn einen Zwang mir getrieben. 
Das was den Menschen geschieht für jetzt und was fürder geschehn wird, 
Von dem ersten Geschlecht bis man zum eilften gelanget 20 

Zu verkünden genau ; denn er hat Alles geredet, 
Der es vollbringt. Doch du, o Volk, hör' auf die Sibylle, 
Welche aus heihgem Mund dir wahrhafte Rede verkündet. 

Glücklich werden diejenigen Menschen sein auf der Erde, 
Welche den grossen Gott lieb haben und welche ihn preisen 25 

Ehe sie trinken und essen, auf Frömmigkeit fest sich verlassend; 



92 2IBYAAIAKSIN A0r02 A. 

Ot vrjovg [xev ccTvavrag ccTtagvijaovrai idovreg, 
Kai ßwfiovg, sI-koIcc ILS-iov atpcÖQVfxara v.o)q)ö}v, 
uä^Lfxaaiv efiipvxcov nE{XLaa[i,ev(x v,ai ■d-volaiat 

30 TeTQaatödcov ' ßMxpovGi, ö" svbg Osov sig fxsya -/.vdog, 
Ovxe (pbvov Qs^avTag avaaS-aXov, ovts yXotcolov 
Kigöog aTteiQOv ilövreg, a dt] QiycGva tstv/.tccl, 
Ovo' ccq' €fc' alXoTQirjg zohrjg tvÖS-ov aia%QOv e%ovTeg, 
Ovv' £7tl ägasvog vßQiv a7tE%d-ea ts azvyEQi^v re. 

35 'üv tqoTtov, m^Gsßirjv ts, xai ijdsa avsQsg aXloi, 
Ov TtOTB iiLf-iriGowai, ccvaidslrjv Ttod-iovreg' 
'udXlf avTOvg yXevji xe yelcori, xe iivxd-itpvTsg, 
Niqjtiot, cupqoGvvjiGLv, eTti^ipevGOVTat szeivOLg,' 
"Ogg' amol QS^ovatv, aTaGx)-aXcc xal v.av.a eqya. 

40 /JvGTtLGTOv yag artav [lEQÖTtoiv yevog. idXk' orav ijdti 
KoGf-Wv -Aal d-VTqröiv eXd^ ä.qIgic, rjv Qebg ccvrog 
üotriGsi, KQLViov aasßeig afxa x' evGeßeag ts' 
Kccl rovg övGGaßsag fzav vtio t^öcpov a^TtaXi jteixxpBL, 
Kai Tox' aTtiyvÜGOvxai, oGrjv aGeßeiav aQE^av • 

45 EvGsßaeg ök fievovGiv enl ^aldojQov agovgav, 

JJvavfia Oaov dövxog, ^un^v -d-' a/na xal ßLov avxotg. 
'^Xlcc xa i^av deaäxjj yevafj [xaXa Ttävxa xaXeXxaL' 
Nvv d' og' aTtb TtQcöxrjg yaverjg aGsxac, xads Xe§co. 

ÜQÖJxa (ikv '^GGVQlOi d^ViqxöjV CCQ^OVGIV aTtCCVXCOV, 

f)0"E^ yavEccg v.ögholo öiaKQaxeovxag av ccQxjj, 
^1 ov, (XTqviGavxog artovQaviow Qeoto, 
^vxaig Gvv TtbXaoL xa xal avd-QcoTVOiGiv aitaGiv 
rijv a'/.aXvxpa -ß-alaGGa, KaxanlvGi-ioZo qayävxog. 
Ovg Mrjdov xa&eXövxeg aTtavyJiGOvat. d-qövoiGLv, 

55 Olg yavaal ovo ^ovvac acp' cp .xäöa sGGaxat, agya' 
Nv§ aGxat GxoxoeGGa f.isGtj avl ^ftaxog ojqtj ' 
'LdtGxga ö' ait ovqavöd-av Xaiipsi, xal xvxXa GaXrjvrjg' 
Frj da, y.X6v(p GacG/j.oto xivaGGo/xevr] (xayaXoLO, 
HoXXag TtQYjvL^ai, itbXiag, xal aqy' avd-QthrcoiV 

60 '£x 6a ßvd-ov xöxa vrJGOi vTtaQKVipovGi, ■9-aXäGGrjg. 
'AX)^ oxav Evg)Qdxrjg fj.ayag alfxaxt 7tXr]fi[.tvQi]xai, 
Kai xöxa dr] M.rjdoig TLägGaiGt xa cpvXortig aivrj 
2xi^oaxai av 7ioXäii(ff' UaQGÖJv d' vtio dovQaoi Mrjdoi. 
HiTtxovxsg, rpav^ovxai VTtaq {läya Tiyqiog vÖcoq. 

Q5 üaQGiov örj yiQaxog BGxai oXov xÖGfiOiO (läyiGxov, 
Olg yavar} ^ia aacxat avaKXOQtrjg TtoXvbXßov. 
^jEGxat d oGGa '/.av ävÖQag anwyovxai, Y.aY.a agya, 



SIBYLLINISCHE WEISSAGUNGEN. IV. BUCH. 93 

Welche die Tempel verläugnen alle, welche sie sehen, 
Auch die Altäre, der stummen Steine sinnlose Gebilde, 
Die mit dem Blut von Lebendem besprützt sind und Opfern der Thiere. 
Und sie werden den Ruhm des grossen und einzigen Gottes 30 

Schauen, wenn sie nicht frevlen Mord verübt, nicht durch Diebstahl 
Grossen Gewinn sich verschafft, was ein gar schlimmes Beginnen, 
Noch eine schändliche Lust gehegt zum Bette des Andern, 
Noch gegen männlich Geschlecht ein böses und schrecklich Gelüste. 
Deren Charakter und Frömmigkeit und deren Sitten die andern 35 

Männer nicht nachahmen je, dieweil sie nach Schamlosem trachten; 
Sondern zum Spott gegen sie und lachend die Lippen verzerren, 
Kinder an Unverstand, die Trugvolles ihnen andichten. 
Was sie selber verüben für böse und schreckUche Werke. 
Denn das ganze Geschlecht der Menschen ist mistrauisch. Doch wann 40 
Kömmt das Gericht für die Welt und die Menschen, welches Gott selber 
Halten einst wird, zu richten zugleich die Bösen und Guten; 
Dann wird er auch wiederum in die Finsterniss werfen die Frevler, 
Und sie werden erkennen alsdann, was sie Böses verübet. 
Aber es werden die Frommen verbleiben im fruchtbaren Lande; 45 

Gott verleiht ihnen Geist tmd Leben zugleich und die Nahrung. 
Aber im zehnten Geschlecht wird dies sich Alles erfüllen: 
Jetzt aber will, was vom ersten Geschlecht an geschieht, ich verkünden : 
Ueber die Menschen zusammt werden erst die Assyrier herrschen, 
Sechs Geschlechter der Welt werden sie die Herrschaft behaupten, 50 
Bis wann einstens der Zorn des himmlischen Gottes entbrannt ist,. 
Mit den Städten zumal und mit den sämmtlichen Menschen 
Meer die Erde bedeckt und das fluthende Wasser hereinbricht. 

Von den Medem gestürzt werden diese der Throne sich rühmen, 
Doch nur zwei der Geschlechter, worin sich Dieses ereignet: 55 

Dunkle Nacht ^wird sein inmitten der Stunden des Tages ; 
Sterne am Himmel vergehn, und auch die Kreise des Mondes; 
Aber die Erde gepackt von Erschüttrung und heftigem Beben 
Wird viel Städte in Schutt begraben und Werke der Menschen. 
Aber hervor aus der Tiefe des Meers werden schauen die Inseln. 60 

Aber wann einst von Blut überströmt der mächtige Euphrat, 
Dann wird den Medern und Persern ein schrecklich tobender Schlachüärm 
Sich erheben im Krieg, und den Speeren der Perser erliegend 
Werden die Meder entfliehn über's mächtige Wasser des Tigris. 
Und auf der sämmtlichen Welt wird am Grössten die Persische Macht sein, 65 
Und für sie ist bestimmt ein Geschlecht viel beglücketer Herrschaft. 
Aber auch übele That wird geschehn, was die Menschen verfluchen; 



94 2IBTJAIAKSIN AOrOSJ. 

WvXÖTCidig TS, (pövoi %e, dL%oaraaLai rs, qrvyal xe, 

HvQytov ^QrjViaf.iol ts, avaaTaalai re TtoXrjwv, 
lO^EXXäg OTav fisyctXavxog STii nXatvv "EhhqaTtovcov 

nXevGsi Wqv^I ßaQelav '^ö' 'AogLöl ■/.rjQa (psgovaa. 

^vzaQ kg udiyvTtrov 7toXvav%a%a nvQOtpÖQOv te. 

^ifibg cmaQTtlrj ts, ^€Qi-:7tko/j.evcov evtawöiy 

Eizoac, q)OtTriGsi, ataxvr^TQÖ^og ■^vina NslXog 
"ih^lAXXod-i Jtov VTtb yaiav äftoxQvxpsi fieXav vöcoq. 
"H^ei d €§ Idalrjg ßaaiXsvg fiiyag syxog cceigag 

Nrjvalv äf^erQ^TOcat, tcc fihv ßv3-ov vyQct ■KsXsv&a 

Ue^evffeif nXsvaei de zs fxovvog, a.jtoaol stccTeZvac 

"Ov cpvyccd' £)c TtoXk^ov öeivr] vTtode^encti Idaalg. 
80 2c}csXir}v de laXaivav l7tiq)Xs!^si (xäXa jvaoctv 

Xevfxa TtvQog [leyäXoio, sQev^afxiviqg g)Xoybg u£lTvr]g. 

jEf de Kqotcov nsaerai. ^syccXt] itöXig alg ßadi) x^f^"- 
^"EoTcci, <?' 'EXXädc veixog' Itt' aXX'^Xoig de fiavsvTag 

UoXXag TtQiqvi^ovGi TtöXaig, TtoXXovg d' oXeaovat 
85 MaQväf.i€vof rb de veixog laöqQOTtov aXXr^XoiGLv. 

"^XX^ orav eg öeKccTrjv yevsijv (.leqÖTtiov xQÖvog 'dXd^, 

Kai xöve f4ev JJeQaaig Kvya dovXia xal (poßog eGxai. 

u4.v%aq ETceX axrjTtxQoiac Ma'/.'^doveg ctvyJjGovGiv, 

"Egtul Kai QrißaiGL xaxr] (xsTOTtiGd-ev aXcoGcg, 
90 Kägeg d' oiYriGOvGi Tvqov, Tvqiol d ccTtoXovvTai. 

Kai Säfxov äfifiog arcaGav vrt rj'CÖvsGGC ytaXvipei. 

^i]Xog d^ ovycsTt d^Xog, adrjXa de ftdvva ra AriXöv. 

Kai BaßvXtbv fxeyäXi] (lev idelv, ficxQoc de (zaxead-cci, 

STrjGeTat. axQi^GTOtGcp ert eX^ttGi^ TeixtG-d-eiaa, 
95 BäxTQa y.axoix'qGOVGi Ulaxridoveg' ol <?' ciTtb BccxvQtav 

Kai 2ovGcav (pev^ovxat ecp^ 'JSXXäda yaiav a^avreg. 
^'EGGevaL eGGOfievoig, ore JIvQOfiog aQyvQodlvrjg, 

"Hiova ngoxeojv, leQrjv elg vrGOv iKrjTai. 

Kai JSvßaQig TteGstai, Kai Kv^cKog, fivma yait^g 
WO BQaGGOfxevrjg MetGfxotGcv oXetG-9-aivovGi TtöXTqeg. 

"H^ei Kai 'Podiocg kukov vGtavov, aXXä (xeyiGvov. 
Ovre MaKsdovlr]g aei KQccvog' aXX anb dvG^wv 

\%aXbg avd^Gev jtöXeixog fxsyag, (^ vtvo KOGfiog 

ylaTQEvaei, dovXeiov %a)v Qvybv, IxaXtdrjGi. 
105 Kagyjrjdcüv, Kai oeio %a(.iai yövv jtvqyog t egeiipei. 

TXijfxov ^aodiKua, Ge de rgtoGsi, Ttove GaiG(ibg 

JjQTjvl^ag, GTTiGj] de TtccXiv JtdXig evQväyvta. 

Kai Gv, KoQLvd-e räXaiva, x&qv itot' eJtdiprj aXcüGiv. 



SIBYLLINISCHe' WEISSAGUNGEN. IV. BUCH. 95 

Schlachtengetümmel und Mord und Aufruhr entstehet und Flüchten, 

Thürme werden zerstört, die Städte gerathen in Aufrühr, 

Wann das ruhmreiche Hellas über den HeÜespontus 70 

Ueber den breiten hinfährt und nach Phrygien schweres Verderben, 

Und nach Asien trägt. In Aegypten dem furchichten Fruchtlarid 

Wird aber Hunger und Unfruchtbarkeit einherziehen zwanzig 

Kreiseride Jahre, allwo der Äebren ernährende Nilstrom 

Anderswo unter der Erde sein dunkeles Wasser yerbirget. 75 

Aber aus Asien wird den Speer ein mächtiger König 
Heben auf Schiffen ohn' Zahl, und die nassen Pfade des Meeres 
Geht er zu Fuss und schiffet allein, wo mit Füssen man hintritt: 
Und kriegsflüchtig wird ihn das arme Asien erbalten. 

Aber ein Strom von gewaltigem Feu'r wird das arme Sicilien 80 

Gänzlich verheeren mit Brand, wann des Aetna Flamme hervorbricht. 
Und Kroton, die mächtige Stadt, in die Tiefe des Stroms sinkt. 

Und in Hellas wird sein ein Streit; gegenseitig entbrennend 
Stürzen sie hin in den Staub viele Städte, viel gehen zu Grunde 
In 'dem Kampfe; der Streit aber bleibt unentschieden für beide. 85 

Aber wenn dann zum zehnten Geschlechte der Menschen die Zeit kömmt; 
Dann wird sklavisches Joch und Furcht den Persern entstehen. 
Wann aber einst Macedonien wird sich rühmen der Herrschaft, 
Dann wird rascher auch Theben bedrohn eine böse Erobrung. 
Karier wohnen in Tyrus; die Tyrier gehen zu Grunde. 90 

Und ganz Samos bedeckt der Sand an dem Ufer des Meeres. 
Delos erblickt man nicht mehr; verschwunden ist Alles von Delos. 
Und Babylon ist gross zwar zu sehn, doch winzig zum Kampfe, 
Und auferbauet wird es auf nutzlose Hoffnungen dastehn. 
Der Macedonier wohnt in. Baktra, doch Baktras Bewohner 95 

Werden mit Susa entfliebn insgesammt in die Lande von Hellas. 

Dies wird künftig geschehn, wenn des Pyramus silberne Wellen 
Schlagen ans Ufer des Meers und gelangen zur heiligen Insel. 
Auch stürzt Sybaris hin und Kyzikus, wann aufgestört wird 
Durch Erschüttrung die Erd', und die Städte gehen zu Grunde. 100 

Auch den Rhodern zuletzt kommt das Unheil, von allen das grösste. 

Auch Macedonien wird nicht beständig herrschen; im Westen 
Sprosset ein grosser Italischer Krieg und unter ihm wird sich 
Beugen die Welt im sklavischen Joch vor den Italienern. 
Karchedon, dein Tburm wird auch niederstürzen zur Erde. 105 

Armes Laodicäa, Erdbeben wird einst dich beschäd'gen. 
Stürzt dich dahin; doch wird die geräumige wieder aufstehen. 
Auch du, armes Korinth, wirst deine Eroberung seheir. 



96 2IBTJAUK£IN AOFOi: J. 

"£1 ^VY.b]Q MvQa v.a'ka, oe d" av Ttoxe ßQaGO0(.i£vr] x-9-cov 

110 JlQrjvi^si' TtQfjvijg ds vXövcg TcLitTOva^ ertl yoClav, 
Eig iregav ev^jj TCQOg)vyEXv yßöva., ola (isxoiyiog. 
^HvcTict dt] HarÖQOiv o^adSv Ttoxe Svaasßifjacv 
BqovTaXg v.ttl aecaixoiGiv allog Tteräau jielav vdwQ. 
^uäQfievLrj, '/.ai ah de f^evei öovXecog aväynt]' 

llh"H^ei zal 2oXvfioiGt, ■ncnir] Tcolefioio ■dve'K'ka 
^Iralod-ev, vrjbv de Geov (leyav e^aXciTcd^ec. 

'Hvlxa <J' ag>^oavvr]ai TteTtOid-oreg, evGeßlr^v fiev 
'Piipovat, üTvyeqov de reT^dvat (pövov iteqi vtjbv, ♦ 
Kai tÖx" ait 'iTcclirjg ßaat}.evg ßeyag, ola re ccaxrjQ, 

120 0£v^eT' ag)avTOg, artvarog, vtzIq Ttoqov Evq)Q'^Tao, 
'ÖTtTtöre ör] fiiqtQ^öy ayog OTvyeQolo g)övoto 
Tkrjaexai, a^Xa xeytoX'ka '^a'/ir] avv ;jet^< TiS^aag. 
Ilolkol d' afxg)^ leqov ''Pttifirjg icedov a.ifiaE,ovGi, 
Keivov aTtoÖQccGavTog VTtEQ xijv Ttatglöa yalav. 

125 Elg 2vQir]v ö'' rj'^et 'Ptüfi7]g TtQ6f.iog, og Jtvql vrjbv 
2v^(pXe§ag, 2olvficov itoXlovg Sogt avdQoqjOvqaei, 
'Jovdaiojv ö^ oleaec ixeyähqv yß-öva evQvdyvcav. 

Kai xbxe örj ^aXxxfuva, Iläg)0v -5-' a(xa GeiOfxbg oXeoaei, 
KvTtQOv oxav TtoXvyXvGxov vjteQüXover] (xeXav vöcoq. 

130 L^AA' OTcöxav %d^oviiqg aTtb Qtoyddog 'ixaXidog yijg 
HvQGog VTtoGTQexpag elg ovqavbv evQVv Ixärr], 
JJoXXdg de cpXe^r] itöXiag, v.al avdgag oXiaGiß, 
HoX'krj d" aid-aXbeoGa xefpQrj [xeyav ald-eqa itXrjG't], 
Kai ips'/.ddeg uttTtxwGLv aTt ovgavov, old xe (iLXxog, 

135 rivcüGxeiv xbxe (.irjviv eTtovQavLoio Qeolo, 
EvGeßecav oxi qyvXov avaixiov e^oXexovGiv. 
Eig de dvGiv xbxe veXyiog eyeiQO[ievov 7toXe(xoio 
"H^ei, Kai ''Pwfirjg 6 q)vydg, fxeya ey%og deiQiov, 
Evq}Q'i]xrjv diaßccg, TtoXXa'tg ccf^a iivQiddeGGiv. 

140 TXrifxiov "Avxibyßia, Ge de TtxbXtv ovxex^ sqovglv 
'HvLii av dcpQOGvvrjGi xeaig Ttegl dovqaGi TtcjtXTjg. 
Kai KvTtqov xbxe Xifibg oXet, nal cpvXoTtig aivr]. 

^l (XL, Kvjtqe xäXaiva, Ge de itXaxv %vfxa -d-aXaGGrjg 
Kqvxpei, xeiiieQLjjGiv avaqqicpd-elGav deXXaig. 

145 "H§ec d' elg IdGirjv jtXovxog (.ceyag, ov Ttoxe '^Pmiiiti 
^vxr] GvXrjGaGa TtovXv/xeavov v.axd d(ö(ia 
Qriv.axo' v.al dlg eTtetxa xoGavxdxig aXXa Ttagi^et 
Eig ^Agitjv, xbxe d^ eGxai vTteQytxrjGig TtoXeftoco. 
Kagcov de TtxoXie^Qa Ttag' vdaGi Maidvdqoio, 



SIBYLLINISCHE WEISSAGUNGEN. IV. BUCH. 97 

Lyrisches Myra, so schön, auch dich wird die kochende Erde 

Störtzen in Staub, und sinkend zur Erde im SchJachtengetümmel lio 

Wirst du in anderes Land wie ein Fremdling suchen zu fliehen, 

Wann die Gottlösen einst in Patara all miteiiiander 

Gott unter Donner und Beben umlangt mit der dunkelen Meerfluth. 

Auch Armenien dich erwartet ein sklavischer Zwang einst. 

Auch wird des Krieges gewaltiger Slurm Jerusalem treffen 115 

Von Italien und Gottes grossen Tempel verwüsten. 

Aber wann sie auf Thorheit vertrauend die Gottesfurcht lassen, 
Und den grässlichen Mord rings um den Tempel vollbringen ; 
Dann wird ein mächtiger König aus Italien fliehn unerwartet, 
Gleich einem Meteor, ohne Nachricht, über den Euphrat, 120 

Wann er die Schuld des frevlen Mords an der Mutter vollbracht, hat, 
Und viel Anderes noch mit boshaften Händen verübet. 
Tiele werden jedoch auf Romas heiligem Boden 
Bluten, wann Jener hinaus flieht über des Vaterlands Grenzen. 

Aber nach Syrien kömmt ein Römischer Feldherr; mit Feur wird 125 
Dieser den Tempel verbrennen und viele Bewohner durchbohren, 
Und das Jüdische Land, das grosse und weite, verheeren. 

Auch wird Salamis dann und Paphos Erdbeben vernichten, 
Wann die dunkele Flulh überschwemmt das umflutliete Cypern. 

Wann aber einst vom zerklüfteten Land der Italischen Erde 130 

Sich ein kehrendes Feur zum weilen Himmel hin ausdehnt. 
Und viele Städte verbrennt, und Männer vernichtet, und anfüllt 
Mit einer Menge von feuriger Asche die Weite des Aethers, 
Und vom Himmel herab wie Mehllhau fallen die Tropfen : 
Dann ist der Zorn des himmlischen Gottes wohl zu erkennen, 135 

Weil sie der Frommen Geschlecht unschuldig haben veriiichlet. 
Aber zum Occident wird dann der Streit des entbrennenden Krieges 
Kommen, und auch wird der Flüchtling von Rom mit gehobenem Speere ^ 
Ueber den Euphrat kommen daher mit viel tausend Genossen. 

Armes Anliochia, dich nennt man fürder nicht Stadt mehr, 140 

Wann du durch eigene Thorheil hinsinkest unter den Sp<'eren. 
Cypern rafft dann der Hunger hinweg und die würgende Feldschjacht. 

Web, weh, elendes Cypern, dich wird die gewallige Meerfluth 
Ueberdecken, wann dich die Stürme des Winters erl'assen. 

Aber nach Asien wird, eih grosser Reichthum gelangen, 145 

Welchen geplündert einstRom und geschleppt zur vermöglichen Heimath. 
Und wohl zweimal soviel wird es noch Anderes liefern 
Dann nach Asien und des Krieges Früchte geniesseii. 

Aber der Kader Stadt an den Wassern des Flusses Mäandros, 

7 



98 ZIBYAAlAKSiN AOFOS ä. 

iöo"0(TCfcc TtSTtvQycavTttt. TtSQfnaXXecc, TtixQog oXiaasi 
ylLiibq, OTdv Maiavdqog ccrtoxQviprj fisXav vdcoQ. 

^AXC oxav evasßlt] f.ikv vtc^ avd-QWJtwv ccTVÖkrjTac, 
niartg v,ai rb dUcctov, syt* ovx baiaiGi de röXfiaig 
Ziovrsg, vßqiv q' s^coOlv aräa-d-aXov, akla rs ttoXXcc, 

155 Evasßiiov d^ ovöeig Ttoifi Xbyov, hVKci xat amovg 
Uavrctg vu. cKpQoavvTqg (xsya viiitiot e^oXsaeoaiv, 
"YßQsai xcÜQOvreg, v.al etp" aifxaau %siqag e'xovTeg' 
Kcu rÖTE yiv(aGY.BiM Gebv ovY.e%L tvqtivv ebvra, 
^AXka, xöX<ii ßgid-ovrct, -/.cu e^olmovra yeved-Xriv 

iGO'Avd-QCüTtojv ficcXa TtaGav V7t* sfi7CQrjaiA.6v ^syäXoio. 

L4 fisXsoi, (j.ETäS-ea-9-s, ßQOtol, väde, fxrjde nqbg OQyip 
Üavroirjv ayayriTs Qebv fxeyav' aXXa [xeS-hTsg 
0aayava, xai arovaxccg, avögoxTaalag ra, xai vßQScg, 
^Ev TtOTct^ioig XovGaad-s oXov Ssfxag ccBvdoiGt, 

165 XsiQccg r hctccviaccvTsg ig alS-sga, raiv rtägog eQytov 
2vyyvi6/^r]v aiTeiad-s, v.al evasßiaig aaeßstav 
ÜixQccv iäaaod-e' Qsbg de Öcogsl {xerävoiav, 
Ovo' oXeGEf TcavGSL de yöXov näXiv, eiTtsq artawsg 
EvGsßirjv sqLtiixov evl cpQeGiv aaxi^GTfjTs. 

170 Et 6' ov fxot rcet-9-oiGd-e xaxocpQOvsg, aXX^ aGsßecav 
SrsQyovveg, räds Ttavra xaxatg ös^rjG-S-e ccnovalg, 

HVQ SGTai KCCTCt V.6g(4.0V oXoV Xol GrjfÄa flsyiGTOV, 

^Po/ncpaiai, GccXTttyysg, a/J,' rjsXitjj aviövrc ' 
KÖG(A.og ccTtag f.ivxr]i.ia y.at ofxßqi(j.ov fj^ov a.Y.ovGei. 

175 (HXe^si ds 'yß-bva TtaGav, aitav ö' oXegel ysvog avÖQiov, 
Kai TtccGag jtbXiag, noianoig •5-' a(ia -^ös -d-aXccGGag 
EvxavGEt, tads-TtävTa v.6vig %G£t al&aXoEGGa. 

'AXX' otav rjör] Ttccvra tifpqri GnodoEGGa yEvrjTat, 
Kai 7VVQ xotf-ir^Gj} Qebg aGTtETOv, ortaq avrjipEV ' 

iSO^ÖGTea xai GTtodiriv avrbg Qsbg sfiTtaXiv avdgcov 
]\IoQ(pU)Gsi, GTrjGEi, de ßqoTOvg jraXiv (og Ttaqog rJGav. 
Kai TOTE St] xqiGig eoTaf Irp fj öixccGsi 0Ebg avrbg, 
Kqivoiv tH'/taXi xoGfxov. "Ooot 6' VTtb övGGsßlijGcv 
"HfxaqTOv, Tovg ö avrs xvrrj v.axa yaXa xaXvipEi 

185 Taqvaqcc x' Evqcöevxa, {.wyoi Gxvyirj Ss xs ysEvva. 
"Oaaoi, ö' EVGeßEOvGc, näXiv QrjGövx' etiI yatav, 
IIvsv(.ia Qeov öövTog, '^corjv S-' äfia xal ßiov avxotg 
EvGEßsGC TtävxEg de xox^ EtGoipovxat savxovg, 
Nridvfxov rjsXiov xsqTtvbv cpäog EiGoqSojvxEg. 

190 'ß (.laxaqiGxbg, exeivov dg ig yqövov eGGexat aviqq. 



SIBYLLINISCHE WEISSAGUNGEN. IV. BUCH. 99 

Wie sie mit Thürmen so schön geziert, sie richtet zu Grund einst 150 
Bittere Noth, wann versiegt des Mäandros dunkeles Wasser. 

Aber wann einst die Frömmigkeit ist bei den Menschen verschwunden, 
Und die Treue und Recht, wann man in unheiligem Wagniss 
Lebet dahin, in unsäglichem Stolz und in Anderem vielen, 
Keiner mehr Rücksicht nimmt auf den Frommen, sondern sie selber 155 
Sämmtlich sich richten zu Grund, die Thoren, in thörichtem Wahnsinn, 
Wannm an des üebermuths froh ist, die Hände von Blute befleckt sind*: 
Alsdann dürftet ihr auch wohl erfahren, dass Gott nicht mehr mild ist, 
Sondern dass schwer dann lastet sein Zorn und vernichtet der Menschen 
Ganzes Geschlecht zumal in seinem gewaltigen Zürnen. 160 

Elende Sterbliche, fasst doch Reue, zum vielfachen Zorne 
Treibet nicht Gott den mächtigen an, vielmehr lasset fahren 
Schwerdter und Stöhnen und Mord der Männer und stolzes Betragen, 
Und in quellenden Strömen waschet die ganze Gestalt ab, 
Und gen Himmel erhebt die Hände und bittet Verzeihung - 165 

Für das frühere Thun;,, durch Gottesfurcht heilet die bittre 
Gottlosigkeit; dann wird Gott andre Gesinnung verleihen 
Und nicht vernichten ; der Zorn wird wieder sich legen, wenn ihr nur 
Treffliche Gottesfurcht übt, ihr Alle zumal in dem Herzen. 
Aber wenn ihr bösartigen Sinns nicht gehorcht, sondern Frevel 170 

Liebt und mit frevlem Gehör dies Alles nur werdet aufnehmen: 
Feuer kömmt dann in die sämmtliche Welt und ein sehr grosses Zeichen : 
Schwerdter, Trompeten zugleich, da wo sich die Sonne erhebet; 
Und die sämmtliche Welt hört Brüllen und mächtiges Brausen. 
Und er verbrennt die sämmtliche Erd' und vernichtet das ganze 175 

Menschengeschlecht, alle Städte und Flüsse zugleich mit dem Meere 
Wird er verbrennen, das Alles wird dann ein glühender Staub sein. 

Aber wann Alles nun ist geworden zur grauHchen Asche, 
Dann wird Gott das unsägliche Feur, das er machte, auslöschen; 
Und die Gebeine und Asche der Menschen wird Golt wieder selber 180 
Neugestalten und machen die Menschen, wie früher sie waren. 
Und dann kömmt das Gericht, worin Gott selbst zu Gericht sitzt, 
Richtend die Welt wiederum, und die, welche gottlos gesündigt, 
Diese wird dann nachher die verschüttete Erde verbergen, 
Jn des Tartarus Nacht, in Geklüft und schreckliche Hölle, 185 

Die aber voll von Gottesfurcht sind, die werden auch wieder 
Leben auf Erden, den Geist gibt Gott, auch Leben und Nahrung, 
Ihnen den Frommen zugleich, und dann werden Alle sich sehen, 
Wann sie das süsse, erfreuliche Licht der Sonne erblicken. 
wie glücklich der Mann, welcher jene Zeit einst erlebet. 19» 



96 2IBYAAUKSIN AOrOS J. 

''Si^Ay^lilS Mvg^Kä^cc, ae d' av tzotb ßqa.oao(.iivri x&wv 

110 ÜQrjvl^ec • ^grjvijQ'iSs yXövjp TtiTtrovo^ irtl ycäav, 
Eiq kTeqav Ev^jj itqoj^vyuv xd-övcc, ola fiSTomog. 
^Hvtka dri ilaräqiav ofxadöv Ttöte dvaaeßtr^oiv 
BQOvTCug^xcu osiaiioXaiv alXog atetaaai, (isXav vdwq. 
'u^Qlxevlr], 'Aal ffk de fisvsc dovXstog ävdyxrj' 

lib'tl^ec v.ai 2oXvfioiüt ■xayi] TtöXefioio -dvsXXa 
^Iralöd-sv, vrjbv 6s ßeov nsyav e^aXarra^st. 

Hvi'xcc (J' afpqoGvvriai, ^STtOL&özBg, evoeßirjv fisv 
'PLipovat, atvyeqov de rsXovac q)6vov Tteql vtjbv, t 
Kai tot;' aTt IxaXirig ßaaiXevg (leyag, olä rs aarrjq, 

120 0ev^eT aq)avTOg, aTtvorog, VTteq Ttoqov Evcpqi^Tao, 
'^OjVTtÖTS ÖYj (iriTqf^by ayog oxvyeqoto q)6voio 
ThrjasTai, aXXa rcTrpZA« xajc^ gvv x^*?* TcSiqaag. 
UoXXoi ö^ afxq)^ teqov 'Ptjfxrjg Ttidov alixaS,oyat, 
KeLvov ciTtoöqaaavTog VTteq ttjv (itatqida yalav. 

125 Eig Svqirjv ö' rj^ei Pwixrjg 7tq6y.og, og TCvql vrjbv 
2vfi<pX£§ag, 2oXvficov TtoXXovg öoql avdqoqfOvrJGei, 
'lovöalcüv d^ oXeaei fj,syaXr]v %d-6va svqvdyvtav. 

Kai TOTE örj ^aXtxf^tva, IIdq)Ov -S-' afxa asifff-ibg oXeggsi, 
KvTtqov orav 7toXv%Xvaxov vjveqzXovej] fxeXav vöwq. 

130 l^XX' OTCörav x&ovhqg ctTtb qcoyddog 'iraXlöog yijg 
Jlvqobg VTtoGrqiipag eig ovqavbv evqvv vKavj}, 
HoXXdg de cpXe^rj TtöXiag, v.al avdqag oXsggj}, 
JIoXXt] d" ai-d-aXoEGGa 'ceipqiq fisyav alS-eqxx itXi^Gj], 
Kai ipsxädsg TtiTixwGiv dn ovqavov, old rs [liXtog, 

135 rivcoGKEiv TOTs fi^vtv ETtovqavLoLO QeoIo, 
EvGEßscov OTC <pvXov dvairiov e^oXer/.ovGiv. 
Eig de dvGiv iÖxe vemog syecqofievov jtoXifxoio 
'H^ei, xai 'Pto^tjg 6 q)vydg, ^eya eyxog deiqoiv, 
EvcpqriTTiv diaßdg, itoXXaXg ccfia fivqiddeOGiv. 

140 TX^ficov "uävTLÖxeia, Ge de tccÖXw ovket' eqovGcv 
'Hvhi' av dcpqoGvvrjGL Tsdtg Tteql dovqaGi TttJttrig. 
Kai KvTtqov tote Xt/xbg bXet, %al (pvXoTtig aivi^. 

u£l dt, KvTtqe xd'Katva, Gs de ftXaxv yjvfxa S-aXdGGrjg 
KqvipEt, xetUEqtrjGiv dvaqqig)-9'EiGav aiXXaig. 

145 "H§EC d^ eig '^Girjv crtXovTOg ixeyag, ov tcote 'Pdiiri 
uävTr] GvXriGaaa ^ovXv/.TEavov v-axd dcofia 
OtiKaTO' xai dlg ETteixa TOGavTd^ig aXXa Ttaqi^ei, 
Eig "AGirjv, tote d^ IWat vjtsqiiiTrjGcg TtoXefiOto. 
KäqcoydE TtToXisd-qa Ttaq" vdaGi MaidvdqöLO, 



SIBYLLINISeHE WEISSAGUNGEN. IV. BUCH. 97 

Lycisches Myra, so schön, auch dich wird die kochende Erde 

Stürtzen in Staub, und sinkend zur Erde im Schlachtengetümmel iio 

Wirst du in anderes Land wie ein Fremdling suchen zu fliehen. 

Wann die Gottlösen einst in Patara all miteinander 

Gott unter Donner und Beben umfangt mit der dunkelen Meerfluth. 

Auch Armenien dich erwartet ein sklavischer Zwang einst. 

Auch wird des Krieges gewaltiger Sturm Jerusalem treffen 115 

Von Italien und Gottes grossen Tempel verwüsten. 

Aber wann sie auf Thorheit vertrauend die Gottesfurcht lassen, 
Und den grässlichen Mord pngs um den Tempel vollbringen ; 
Dann wird ein mächtiger König aus Italien fliehn unerwartet, 
Gleich einem Meteor, ohne Nachricht, über den Euphrat, 120 

Wann er die Schuld des frevlen Mords an der Mutter vollbrachte hat. 
Und viel Anderes noch mit boshaften Händen verübet. ' 
Yiele werden jedoch auf Romas heiligem Boden 
Bluten, wann Jener hinaus flieht über des Vaterlands Grenzen. 

Aber nach Syrien kömmt ein Römischer Feldherr; mit.Feur wird 125 
Dieser den Tempel verbrennen und viele Bewohner durchbohren, 
Und das Jüdische Land, das grosse und weite, verheeren. 

Auch wird Salamis dann und Paphos Erdbeben vernichten. 
Wann die dunkele Fluth überschwemmt das umflutliete Cypern. 

Wann aber einst vom zerklüfteten Land der Italischen Erde 130 

Sich ein kehrendes Feur zum weiten Himmel hin ausdehnt. 
Und viele Städte verbrennt, und Männer vernichtet, und anfüllt 
Mit einer Menge von feuriger Asche die Weite des Aethers, 
Und vom Himmel herab wie Mehlthau fallen die Tropfen : ' 
Dann ist der Zorn des himmlischen Gottes wohl zu erkennen, 135 

Weil sie der Frommen Geschlecht unschuldig haben vernichlet. 
Aber zum Occident wird dann der Streit des entbrennenden Krieges 
Kommen, und auch wird derFlücliÜing von Rom mit gehobenem Speere / 
Ueber den Euphrat kommen daher mit viel tausend Genossen. 

Armes Anliochia, dich nennt man fürder nicht Stadt mehr, 140 

Wann du durch eigene Thorheit hinsinkest unter den Speeren. 
Cypern rafft dann der Hunger hinweg und die würgende FeldscLlacht. 

Weh, weh, elendes Cypern, dich wird die gewallige Meerfluth 
üeberdecken, wann dich die Stürme des Winters erfassen. 

Aber nach Asien wird, eih grosser Reichthum gelangen, 145 

Welchen geplündert einst Rom und geschleppt zur vermöglichen Heimath. 
Und wohl zweimal soviel wird es noch Anderes liefern 
Dann nach Asien und des Krieges Früchte geniessen. 
"Aber der Karier Stadt an den Wassern des Flusses Mäandros, 



98 ZIBYAAIAKÜN AOFOS J. 

\a^"Oaaa rtiTtvQytovTac TteQixaXXea, TttnQog oXiaaei 
ulifxbg, OTCcv MaiavÖQOg aTtonQvxpji fieXav vöäg. 

^AlX orav evaeßlrj /.isv VTt' avd-QcoTtcav ocTtoXrjTai, 
IltGTig xal TO öLytaLOv, stc^ ovx oaiaiai de ToXfiaig 
ZiovTsg, vßQiv q" s^coatv äraa-d-akov, aXXa re TtoXXcc, 

155 JEvasßetüv d' ovöeig itoi^ Xoyov, aXXa xat avrovg 
nävrag vn. cc<pQOGvvrig fA.eya vrjTtioi, e^okeacoatv, 
"YßQBOv xaiQOvTeg, Kai kcp' aifiaaL xslqag exovreg' 
Kai tÖts yivtüOKeiv Qebv ov-x.e%c TtQrjvv eövra, 
l^AÄ« xöXfp ßQid-ovra, 'Aal e^oXaiovra ysvs-9-Xrjv 

160 lAv^-Qiorctov iiäXa Ttaoav V7t* s(i7tQrJG^6v fisyäXoio. 

!^ HsXeot,, (ienad-EG-d-s, ßqorol, räös, fi7]ds TCQOg ogyip 
üavToitjv ayccyrjTS Qsbv (xeyav ' aXXa iied-iweg 
0äayava, v.a\ axovayjag, avÖQOxraaiag xs, yial vßqeig, 
'Ev Ttorafiolg Xovaaad-s oXov Ssfiag asväoiai, 

165 XeiQag t' exravvaavreg eg ald-ega, xtov TtccQog eqywv 
2vyyveöfir]v alTstaS-s, aal evaeßiaig äasßscav 
üixgccv iäaaa&s' Gsbg öh dcjaet (xerävoiav, 
Ovo' oXsaei' rtavost de %6Xov näXiv, etjteQ aTtavreg 
Evaeßlr]v eQiTifiov evl cpQealv .aaKrjarjxs. 

170 Ei <J' ov fiot Ttel-d-oiad-e -aayiöcpQOveg, ccXV aaeßecav 
2veQyovTeg, xäde Jtävxa v.ay{.alg de^rjoS-e axovatg, 
HvQ eaxai v.axa v.6a(xov oXov xal arjfza f-ieyiarov, 
'Poficpaiai, aäXftiyyeg, afi' ^eXlcp aviovxt ' 
Köa^og artag fiv}irjf.ia xat Ofxßqifxov ri%ov awiaei. 

175 WXe^et de 'yß-6va jtaaav, uTtav ö' oXeaec yevog avdqaiv, 
Kai rtccaag nöXtag, Ttoxafxovg -9-^ afxa "^öe -d-aXäaaag 
^E-Knavaet, xäde-nävxa ycövig eaex' ald-aXoeGoa. 

^AXX' oxav rjdrj Ttävxa xeq)Qri aTtoööeaaa yevrjxat, 
Kai TtvQ KOifii^ar] Qebg aajtexov, oneQ avrjipev ' 

iSO^'Oaxea xal gtvoÖitjv avzbg Qebg efXTCaXiv avÖQwv 
BIoQipcoaei, axrjaet de ßqoxovg TtaXcv cog Ttagog TJaav. 
Kai xoxe dt] ■ngiaig eaxac ecp^ f] diKccaei Qebg avxbg, 
Kqlvcov e^TtaXv noa/xov. "Oaot d^ irtb dvaffeßijjffcv 
^'Hf.iaQxov, xovg d' avxe xv'^V "^^^^^ yaXa v.aXv\pev 

185 TaQxaQcc x evQcoevxa, [.iv%ol Gxvyirj de xe yeevva. 
^'OaooL d^ evaeßeovai, ttccXiv Crjaövx" eni yaiav, 
IIvev(.ia Qeov dövxog, 'Qcorjv -5-^ afxa zal ßiov avxotg 
Evaeßiac' Ttavxeg de xdx' eiaoipovxai eavxovg, 
Nrjdvfiov rjsXlov xeQTCvbv cpäog eiaoQOcovxeg. 

190 'ß fiauccQiGzbg, eneZvov dg eg xqÖvov eaaexac ccviqQ. 



SIBYLLINISCHE WEISSAGUNGEN. IV. BUCH. " 99 

t 
Wie sie mit Thürmen so schön geziert, sie richtet zu Grund einst 150 

Bittere Noth, wann tersiegt des Mäandros dunkeles Wasser. 

Aber wann einst die Frömmigkeit ist bei den Menschen verschwunden, 
Und die Treue und Recht, wann man in unheiligem Wagniss 
Lebet dahin, in unsäglichem Stolz und in Anderem vielen, 
Keiner mehr Rücksicht nimmt auf den Frommen, sondern sie selber 155 
Sämmtlich sich richten zu Grund, die Thoreu, in thörichtem Wahnsinn, 
Wannm an des üebermuths froh ist, die Hände von Blute befleckt sind*: 
Alsdann dürftet ihr auch wohlerfahren, dass Gott nicht mehr mild ist, 
Sondern dass schwer dann lastet sein Zorn und vernichtet der Menschen 
Ganzes Geschlecht zumal in seinem gewaltigen Zürnen. 160 

Elende Sterbliche, fasst doch Reue, zum vielfachen Zorne 
Treibet nicht Gott den mächtigen an, vielmehr lasset fahren 
Schwerdter und Stöhnen und Mord der Männer und sj^olzes Betragen, 
Und in quellenden Strömen waschet die ganze Gestalt ab. 
Und gen Himmel erhebt die Hände und bittet Verzeihung -165 

Für das frühere Thun;, durch Gottesfurcht heilet die bittre 
Gottlosigkeit; dann wird Gott andre Gesinnung verleihen 
Und nicht vernichten ; der Zorn wird wieder sich legen, wenn ihr nur 
Treffliche Gottesfurcht übt, ihr Alle zumal in dem Herzen. 
Aber wenn ihr bösartigen Sinns nicht gehorcht, sondern Frevel 170 

Liebt und mit frevlem Gehör dies Alles nur werdet aufnehmen: 
Feuer kömmt dann in die sämmtliche Welt und ein sehr grosses Zeichen: 
Schwerdter, Trompeten zugleich, da wo sich die Sonne erhebet; 
Und die sämmtliche Welt hört Brüllen und mächtiges Brausen. 
Und er verbrennt die sämmtliche Erd' und vernichtet das ganze 175 

Menschengeschlecht, alle Städte und Flüsse zugleich mit dem Meere 
Wird er verbrennen, das Alles wird dann ein glühender Staub sein. 

Aber wann Alles nun ist geworden zur graulichen Asche, 
Dann wird Gott das unsägliche Feur, das er machte, auslöschen ; 
Und die Gebeine und Asche der Menschen wird Gott wieder selber 180 
Neugestalten und machen die Menschen, wie früher sie waren. 
Und dann kömmt das Gericht, worin Gott selbst zu Gericht sitzt, 
Richtend die Welt wiederum, und die, welche gottlos gesündigt, 
Diese wird dann nachher die verschüttete Erde verbergen, 
In des Tartarus Nacht, in Geklüft und schreckliche Hölle. 185 

Die aber voll von Gottesfurcht sind, die werden auch wieder 
Leben auf Erden, den Geist gibt Gott, auch Leben und Nahrung, 
Ihnen den Frommen zugleich, und dann werden Alle sich sehen, 
Wann sie das süsse, erfreuliche Licht der Sonne erblicken. 

■O wie glücklich der Mann, welcher Jene Zeit einst erlebet. 190 

^ " 7* 



TßN 2IBYAAIAKßN 

XPH^UnN 

^oro2 nEMnT02. 



jäX)^ ays fioi arovöevra xQOvov xleivoüv re udatLviav 
^'HxoL fikv TvqcüTiaTcc, [xer' okkvfxevovg ßaGikijag 
Aiyvitxov, zovg Ttavrag Xat] '/.ata ycäa q)EQ£ayt,s,' 
Jim i-iBTCt Tov mXXrjg TtoXirjToga, r^ vjto ?raffa-- 
h^uävToXb] ÖEdäf.iaaTO aal koTtsgirj Ttokvokßog, 
"Ov Baßvkcov TJXey^e, vmvv d^ äge^e 0iXtrc/ccp, 
Ov Jtog, OVK "Ldtfx/xcovog aXrjSij g)r]i^ix-9-evta' 
^'Baaovrat yevsijg te aal aY(.taTog l^caagayioio, 
"Oad-^ ۤei Tgohjv, oartg vtvQog sGxiaev 6Q[.irjv. 

10 JloXXovg (J' av (xsr^ ävccKzag, agrj'icpikovg fisTa ywTttg, 
Kai fietcc ■9i/]Qbg rexva tcc dOit'koa (.nf]ko<pccyoLO^ 
^'Eauai avoB, TtguiTLatog, oartg öena öig v.OQvcp(x)au 
Fgaf-ifiaTog uQxofxevov TtoXsfAoiv ö' srci TtovXv ■agarrjoet' 
"E^Bi ö^ £X dexadog jtQiorov zvTtov ' oiars (iet' ambv 

ih'L^QXBiv, GTOt-x^lcov OGTig Xax€ yQäfj.fxaTog ccqxw' 
"Ov SgoKi] mrrj^si-, y.al ^meXltj, xal M£(.ig)cg, 
M.e(.i(pig ■TtQTqvix-d-E'iGa dc^ rjyeixovoov nanovi^Ta 
^de yvvaiTibg aöovXÜTOv stiI vJufxa jteGovGrjg. 
Kai ■dsGfj.ovg S^GSi Xaotg, nal Ttavd-^ vnoxä^Bt' 

20 jE'j' (ja-AQcp de XQ^'^V> iregq} TtagadcÖGerai aQxV'^'f 
"Ogts TQirpif.QGiotv aQid-fxbv v.&Qavr}v btcI tcqüxtqv 
'^'E^ei, Y.al Ttovafxov (piXov ovvö(.ia, og t btvI HegGae^ 
'IAq^ei -kal BaßvXiova, ßaXst dogl Sr] tSte M'^dovg. 
Elia. iQiwv aqid-fxbv XEQalrjv oGTig XaxEv ag^st. 

25 ^tg ÖExa oGTig Eiteid-^ W^et xsgairjv etvI ^q(6ti]v, 

' ^!EGaer' äva^' yisivog ök xa^' vGrarov ^ ÜKeavoio 



SIBYLLINISCHE WEISSAGUNGEN. 

FÜNFTES BUCH. 



Nun aber bring mir die traurige Zeit der berühmten Lateiner; 
Sie die vor Allen zuerst, nach dem Tode der Herrscher" A^gyptens 
Lebten, und welche die Erd' allesammt gleichmässig binwegnabBi, 
Und die nach Pellas Mitbürger gelebt, unter dem der gesammte 
Orient ward unterjocht und das glückliche Land gegen Abend, 5 

Den Babylon abgewehrt und als Leiche gewährt dem Philippus, 
Dem nicht von Ammon noch Zeus die Wahrheit wurde verkfin(Kgt. 
Welche entstammt vom Geschlecht und vom Blute der Assarakiden, 
Der einst Troja besitzt und den Andrang des Feuers bestanden. 

Aber nach vielen Gebietern und vielen kriegslustigen Männern, 10 

Und nach dem Zwillingsspross des Schafe verzehrenden Thieres, 
Dann wird vorerst ein Herrscher entstehn, der im ersten Buchstaben 
Zählet zweimal zehn und im Krieg eine grosse Gewalt übt. 
Auch von der Zehnzahl hat er das erste Zeichen; und so wird 
Herrschen nach ihm, der trägt in der Reihe des Buchstabens «rsteo, 15 
Welchen Thrazien und Sizilien fürchtet und Memphis, 
Memphis, welches gestürtzt durch die Bosheit seiner Beherrsciier 
Und der nicht unterworfenen Frau, die im Wasser versinket 
Und in Bande legt er die Völker, und Alles bezwingt er. 
Aber nicht lange nachher übergiebt er dem Andern die Herrschaft, 20 
Welcher die Zahl dreihundert als ersten Buchstaben besitzet, 
Und eines Flusses lieblichen Namen, der über die Perser 
Und über Babylon herrscht, und dieMeder dann trifft mit d^m Speere. 
Herrschen aber wird dann, der die Dreizahl erhalten als Zeichen. 
Dann wird wer zweimal zehn als ersten Buchstaben besitzet 25 

Herr sein; der aber wird zu des Oceans äussersten Fluthea 



102 2IBTAJIAKSIN AOFOS E. 

"I^ed-^ vöcoQ, afXTtcoaiv VTt' uivaovLoiaLv ai§ag. 
IIsvTi^KOvTa d^ dang y.€Q(xir]v ^ccxe, -Koiqavog %gt<x.i, 
^stvog ocpig, g)vad)v Ttö^sfiov ßaqvv, og Ttore xelgctg 

30'üfg yeveqg ravvaag oXsasc, nal nävta ragd^ei, 
'^■d-Xevcav, Xabv xTecvcov, y,ai (xvQia to1(xcjv' 
Kai T(xrj§€t to öhiV[xov vötoQ, XvS-Qq) rs 7takd§€C ' 
^AXIJ' earac xai aiarog oloLlog' slr^ ccvayici/xxpei, 
'Jaa^cov Qet^ amöv ' eXiy^ec d^ ov (xiv iövra. 

35- Tgslg 6s (xbt avtov ava'/.Tsg vtt. aXlriltov aTtoXovvzai. 
Eltä Tig evaeßscdv oXsrrjQ rj^et f-ieyag dvÖQCov, 
'ETtTcmtg dg denärriv xeQairjv ösmvvGc TtQOÖrjXov. 
Tov de, TQirjy.OGirig KSQairjg o,Ti, TtQoirev eMy%(av, 
Jlaig 'KQciTog €§acpeXsi. Mstä d' avtov f4.6Qaif.iog earai 

40 TsTQccdog ex Y.eQairjg [9-vfioq)d-6Qog\. Avtaq eTteuca 
JlevTriY.ov%äqLd-fiog yeqaqog ßqoxög. uä-vtaq erc^ avTqt, 
'OoTe TQirjTioali^g iteQaii^g Xdxsv evrvTtov ccQxrjv, 
KeXrog OQeioßarrig, aTievöcov eitl drjgtv ec^av, 
MoiQav demeXiriv ov q)ev^sTai, dlXd nafieirat' 

45 "Ov Kovtg dXXoTQir} xQvipei vezvv, [dkXd Nefislrjg] 
^Idvd-sog ovvofi exovaa. lüer^ airbv ö^ aXXog dvd^ei 
l^QyvQoxQavog dvrJQ' Tfp 6' eaasrac ovvofia Ttovrov, 
"Earai v.al irtavägiatog dvrjQ, nai Ttävra vorjaet. 
Kai erti aol, Ttavägiare, 7tave^o%s, v.vavoy^aVca, 

50 Ka\ eTti aölac yikädoiai täd' eaaevai TJfzaza Ttävra. 
Tgsig aQ^ovaiv 6 de rglraTog acpcov oiph xQaTi^asi. 

TeiqofxaL ri tgiTäXaiva xaxtjv q)äxLV ev (pqeal S-iad-ai, 
""Jaiäog 7] yvcoarr], ■aal xqriaficüv evS-eov vfivov. 

HqcüTov fiev TteQt aelo ßdaiv vaov jtohvKXavarov 

55 3Iacvddeg di^ovai, Y.ai ev TtaXdfiaiai xaxataiv 
'"Eaaerat ijfiarc zc^ös, orav Ttore NeZlog oöevar] 
Fatav oXrjv uäXyvTtrov ecog Ttrjxcov öhca irgog €§, 
"Og vXvaei yrjv Ttaaav, eTtagdevaet de ßgoroZac ' 
^iyriaei de xäqig yalrjg y.al d6§a gtQoawTtov. 

€0 M.efiq)i, av ßev vXavaT] viteQ uilyvnrov ra fieyiara' 
TlgöaS-s ydq ■^ fieydXcog yalrjg xQareovaa, yevrjar] 
yivTtQT], Sare ßoijaat v.avrov rsQTtVKeqavvov 
Ovqavo^ev cpcovfj fisydli]' MeyaXoa&eve Mifxcpi, 
Sr ro jtdXai deiXoTat ßqorotg avypvaa fieyiara, 

^b KXavaeat dqyaXer] nal Ttdftfioqog, wäre vorjaai 
yivriy d'idiov Qebv ccfißqorov ev veq)eeaoi. 
JIov aov X^fifia Kqaraibv ev dv^quTtoiai rirvyiraij 



SIBYLLINISCHE WEISSAGUNGEN. V. BUCH. 103 

Kommen und schnell mit der fallenden Flulh in Ausonien landen. 

Drauf wird, welcher die Zahl von Fünfzig erhalten, gebieten. 

Eine entsetzUche Schlange, der schnauht nach gewaltigem Kriege, 

Und nach dem eignen Geschlecht vertilgend die Hand reckt und Alles 30 

Wirret im Kampf, das Volk hinwürgt und Unzähhges waget. 

Und die zweimeerige Flulh durchsticht er und larbt sie- mit Blute. 

Aber es schwindet dahin der Verderbliche, kehret dann wieder, 

Achtet sich gleich Gott ; doch wird er ihn, der es nicht ist, beschämen. 

Aber nach ihm gehn drei der Herrscher zu Grund durch einander. 35 
-Dann wird Einer erstehn, ein gewalt'ger Vertilger der Frommen, 
Welcher siebenmal zehn als Zeichen offen an sich trägt. 
Dem aber raubet die Macht ein Sohn, der das erste des Zeichens 
Von dreihimdert enthält; und nach ihm unterlieget dem Schicksal 
Ein verderbhcher Mann; den die Vierzahl bezeichnet. , Doch nachher 40 
Kömmt ein ältlicher Mann mit der Zahl von fünfzig; und darauf. 
Welcher die Zahl dreihundert erhielt, als Anfang der Bezeichnung; 
Der das Gebirge durchzieht, ein Kelte, zum Kampfe im Orient 
Eilt; aber schmählichem Tod nicht entrinnt er, sondern erlieget; 
Und als Leiche wird ihn eine fremde Erde bedecken. 45 

Aber der Blume Nemeas Namen er trägt; und nach ihm wird 
Herrschen ein anderer Mann mit silbernem Helm; eines Meeres 
Namen er trägt, ein gai" trefflicher Mann, und der Alles einsiehet. 
Und unter dir, du trefflicher, herrlicher, dunkelgelockter. 
Und unter deinem Geschlecht nach dir geschieht dies alle Zeiten. 50 
Drei werden herrschen, doch spät wird der dritte von ihnen regieren. 

Dreimal Unglückliche ich, der Isis Schwester, muss hegen 
Uebele Rede im Herzen und göttlichen- Sang der Orakel. 
Erstlich werden ob dir, zu dem Grund des beweineten Tempels 
Stürmen Mänaden heran, und er wird in Abelen Händen 55 

Sein jenes Tags, wann der Nil die ganze Aegyptische Erde 
Wird überschwemmen dereinst, an sechszehn Ellen in Höhe, 
Der überschwemmt das sämmtliche Land und ersäufet die Menschen; 
Und des Landes Anmuth und des Antlitzes Herrhcbkeit schweigen. 

Memphis, du wirst zumeist für Aegypten Thränen vergiessen : 60 

Früher hast du mit Macht in dem Lande geherrschet, voll Trauer 
Wirst du sein, so dass selbst er, der an dem Blitze sich freuet, 
Ruft mit gewaltiger Stimme vom Himmel; mächtiges Memphis, 
Das vordem sich gewaltig erhob über schwächere Menschen, 
Weinen wirst du voll Schmerz und im Unglücke, dass du erkennest 65 
Ihn den ewigen Gott, den unsterblichen in dem Gewölke. 
Was ward unter den Menschen aus deiner so trotzigem Sinnsart? 



104 2IBTAAUK£IN J0r02 E. 

^^vd-' tav e^sfidvrjg eg kfiovg TtaXöag ■d-EOXQiarovg, 
Kai TS jcax^v äxQvvag iv avögaac rotg ayad-otoiv, 

70*jB§€ts avTi Toawv Toiav TQOq)bv eivsna Tioivrig. 
Ovx€TC aoL cpavsQcag ■d-^fitg aaüecat ev ixcmaQeoGiv, 
!E^ aoTQOJv TtSTtTioKag, eg ovQuyov ovk avaßiqajj. 
TavTju fxkv ^lyvTCT(p Qebg evveTtsv s^avörjaai. 
^YffTaTl(p xatQ^, ove ^äyy.wAOt, avdgsg eaovtai,. 

"Vb^^lXa TuXaLTtwQOvoL zaxol KazoTrjta liivovTsg, 
'Ogyrjv ad-aväroto, ßaQvyuvTtoVj'OvQavCcovog' 
u4vTi'9-eovg de iLd-ovg ■/.cu v.v(äö(x%a ■d-QrjGxevovTsg, 
Holla iJ.äV allvöig alla q)oßov(xevoc, ölg loyog ovöeig, 
Ov vovg, ov% aKorj, a ye {.lot -d-ifitg ovd^ ayoqsveiv, 

80 Eld(x)l(iiv xa enaaza, ßgoxcov ^aläfiaig yeyaiaxa ' 
jB^ iöitov xe '/.OTtcov x«< axaad-alLwv emivoiwv 
"Avd-QWTtOL öd^avxo ■8'eovg ^vllvovg, li-9-ivovg xe, 
Xahtovg xe, xQvaovg xe, xal aqyvqeovg xe, [xaxaiovg, 
'^ipvxovg, ncocpovg, xal ev tvvqI %(x)VEvd-evxag 

85 üoiriaavxo, fxdxi^v ye TteTtoc&oxeg ev xoiovxoig. 
OfMOvcg [xoffj Sovig ■d-lißexai, y.cu v.öitx&tai ßovlrj 

'^HQay.leovg xe, ^lög xe, xal ^Eq^eiao 

Kat ah S", ^Ale^ävögeccc, nlvxrj d-QeTtxeiQa \7toh']wv\, 
Ov lelipec Ttolefxög x' , ov 

90 Trig vjteQTqcpavhqg dcoaeig, baa jtQÖa^ey ege^ag. 
2iyriaetg cciojvcc Ttolvv, aal vöaxcfiov ri^iaq. 
Kov-aexi aoc gevaet XQvq)eQOv jtö^a. ♦ . . 

Kai ariv Ttaoav ölet ydiav avd-gcoTtog naxoxexvog, 
^cftaxt v-aX venveaai Ttag' ey.7rayloiGl xe ßcofioig, 
95 BaQßaQ6q)Qojv, od-evagog, ^olvöeifiaxog, acpgova Ivaawv, 
üafXTtlrj^ei tpafi.aS-rjöbv ccTtat^cov oov oled-QOv. 
Kai xöx^ ^ajj, Ttöleojv itolvolßog, nolla yiaf.tovaa. 
Klavaexai Idaalg bhq, ömqojv xägiv, cbv afco aeio 
2xeipafievr] yieqxxliiv exdQiq, TtiTtxovG eitl yalr^g. 

100 u^vxbg ö' dg Jlsgacov Idxev, ^cyvTtxov Txxolefii^ei, ' 
Kai Klaoig -d-eöS-ev ßaailevg 7teixq)d-e\g ejti xovxov 
Kxeivag avöga enaaxov, blov ßlov e^aluTtd^ei, 
"£iaxe fieveiv [lolgav xQtxdxrjv öeilotOL ßgoxotaiv. 
uivxbg d' ex. dvGfiiov eioTtxiQGexai alfiaxt y,ovq)qj, 

105 2vfi7taaav yaiav TtoltogacHv, Ttaaav egrifiaiv. ' 
^^IV bxav vipog exj} xQaxegbv, Kai xdgßog dr]d€g, 
"H^et 6^ av [xaxdgtov eS^eloav Ttoliv e^aland^ai. 



SIBYLLINISCHE WEISSACUNGEN. V. BUCH. 105 

Weil du gerast gegen meine von Gott gesalbetea Rinder, 

Und weil du üebel gebracht über die frommsinnigen Menschen, 

Wirst du wegen soviel diesen Zögling haben zur Strafe. 70 

Nicht wird dir offenbar mehr ein Recht sein unter den Seigen, 

Fielst aus den Sternen herab, wirst nicht zum Himmel mehr steigen. 

Dieses befahl mir Gott zu reden gegen Äegypten 
An der Grenze der Zeit, wann die Menschen gänzlich verderbt sind. 
Aber es sind die Schlechten in Noth, erwartend das Uebel 75 

Und des Unsterblichen Zorn, des furchtbaren Donnrers im Himmel ; 
Welche statt Gott nur Gestein und Ungethäme verehrten, 
Und durcheinander viel Anderes noch geehrt, was nicht Sprache 
Hat, noch Verstand noch Gehör, und was mir nicht erlaubt ist zu nennen. 
Jegliches Götzengebilde von sterblichen Händen geworden. 80 

Eigener Arbeit und Müh und eigener Thorheit Gedanken 
Haben die Menschen zu Göttern von Holz sich und Steinen genommen, 
Oder von Erz und Gold und Silber, solch nichtige Wesen, 
Leblos und ohne Sprache und welche im Feuer geschmolzen. 
Machten sie sich und setzten auf sie ihr Vertrauen vergeblich. 85 

Thmuis geräth sammt Xuis in Noth, es sinkt des Herakles 
Tempel dahin, auch die Tempel des Zeus und des Hermes .... 
Alexandria, auch dich, du gefeierte Mutter der Städte, 
Nicht wird dir fehlen der Krieg [und die Noth, wirst Strafe erleiden] 
jFür den hochfahrenden Sinn , und was früher du Alles verübt hast. 90 
Lange Zeit wirst du stumm sein auch an dem Tage der Heimkehr, 
Und es wird nicht mehr der üppige Trank dir hinfliessen. ... . 

Und dein ganzes Gebiet wird ein boshafter Mensißh dir verwüsten, 

Blut- und Leichenerfüllt bei schrecklichen Opferaltären; 

Er barbarischen Sinns, stark, schrecklich und wüthend in Thorheit, 95 

Zahlreich gleich dem Sande am Meer dein Verderben beeilt er. 

Und dann wirst du, die glückliche Stadt, sehr Vieles erdulden. 

Thränen ganz Asien weint, der Geschenke wegen, die von dir 

Ihm umgaben das Haupt in Freuden, nun sinkt es zur Erde. 

Der aber, welcher die Perser erhielt, wird Äegypten bekriegen. 100 

Und vom Himmel gesandt wird nach diesem ein Cissischer König, 

Jeglichen Mann vernichten und plündern die sämmtliche Habe, 

So dass übrig nur bleibt. ein Drilttheil den elenden Menschen* 

Aber mit hurtigem Sprung wird er von Abend hereilen 

Und da§ sämmtliche Land verheeren und Alles verwüsten. 105 

Doch auf dem Gipfel der Madht und umgeben von leidigem Schrecken 

K-ömmt er nachher und will die Stadt der Seligen plündern. 



106 niBYJjtJKSiN Joros E, 

Kccael rig S-eö&sv G-9-evaQÖg ßaffilsvg eK7t€fiq)d-€ig, 
nävTag o'kal ßaGiXeig fieyaXovg xcci avdgag aqlarovg. 

110 Eld-^ ovToog tiXog eaaercac arpd-irov avS-Qc^Ttoiaiv. 
uft (xi Goi, 'XQUölrj ösiXi], iL fie iolvx^ sQed-i^ecg, 
^rjlovv ^iyvTtrov stoXimoiQavirjv aXeystvi^v; 
Baive TtQog avToXir^v, Hsqowv ysvsag avorjTOvg, 
KcH drjXov TOtai to Ttaqov {.liXXov tzot' eaead-ac; ' 

115 Evq)QT^tov Tcovccfiov ^et&QOv KarccnXvafxbv sTCOiaei, ' 
Kai UeQOag bXeasi, xal ^iß-qqag, v.a.i BaßvXtSvag, 
Maaaayetag tb (ptXoTtioXsuovg, to^olgL ts itävtag. 
jdaaig oXr] ^rtvqiipXeKtog ecog vi^Gcov GraXayi^Gei. 
üsQyafxog rj tb naXai Ge(j.vr] ßOTQvöov oXeTrai, 

120 Kai ÜLTcivr] 7V(xvaQrjf.iog ev avS-QcoTtoiGL cpavaTrai. 
udeGßog oXrj dvaet ßadvv elg ßv-S-bv, wVt' aTtoXäGd-ai. 
^[xvqva xaxa XQrjfxvtov €lXcGGO/J.€vr] xaTccaXavGsi, 
""H rb TtaXac Ge^vr) v.aX eJtcovvfxog _e§ajToXeiTai. 
Bid-vvol -/kavGovGiv er}v x&ova T£q)QO}-d-€iGav, 

125 Kai 2vQcr]v {.isyäXrjv, xal 0ocvly.r]v 7toXvg)VTOv. 
./£l al GOL, ^VAiri, OGa Got, xax« {.irjyiaväaTat' 
TLövTOg UTt avTOfxäTOv STtißag xwQiqg aXsyetvrjg, 
^g xXavGat GECGfi^ re '/.aKtp, xal vafiaGi ^cxQoig, 
Tr]v ^VKirjg a(.ivQOv xal Ttjv fivQifvvovv Ttorh %eQGov. 

130 ""EGtai Kai 0Qvyi7] dsLvbg %öXog, eXvena XvTirjg,] 
'Hg %aQiv ri Jibg ■^X-9-e ^Perj, zanei TtqoGifiEivs. 

növtog bXsi TavQtov yeverjv, xal ßccQßagov 'dd-vog, 
Kai ^ajtL-d-ag daTtedov v.ara yrjg ivagi^si. 

OsGGaXlrjv xwQiqv aTCoXei notafibg ßa-9vdlvrjg, 

135 ürjveibg ßad-vQOvg, {(xegOTtag gvqcov] ccTtb yairjg. 
'Hgidavbg gxxGxcov ■9-rjQcov (xoqcpag tcots^ yevvav. 
'EXXada Trjv TQiTäXaivav avacd^ovGi rcoirizal, 
'HviK ciTt^ ^IraXirjg iGd-fiov TvXr/^sLe revovra 
Tijg fisyaXrjg 'Pcöf^rjg ßaGtXevg f-isyccg, iGÖd-eog <po)g, 

140 "Oy, <paGLV, ambg b Zevg e.uev.ev xat ^6rvia"HQr}' 
"OGTig Tcafinovoi^ cpd-6yy(p fisXirjdeag v(.ivovg 
QsaTQOKOTtcov, aTtoXav jtoXXovg ohv /at^rQt raXccivi]. 
0ev§sTai Ix BaßvXcüvog ava^ (poßeqbg v.al avaidrjg, 
"Ov Ttävreg GTvyeovGi ßgorol, ■/.ai Tcävteg uqigtol ' 

Ub'iiXeas yccQ TtöXXovg, v.ai yaoregi xaiqag e&rjuev, 
Elg aXöypvg rjftaQvs, aal s% fdiaQtov ststvxto. 
'Ü^ei <5' dg Mrjdovg y.al Ueqgwv itgbg ßaGiXijag, 
ÜQcoTOvg ovg eTtod-rjGe, aal olg xAeog lykanid^Ke, 



SIBYLLINISCHE WEISSAGUNGEN. V. BUCH. 107 

Dort gesendet von Gott wird dann ein kräftiger König 

Mächtige Herrscher zumal und die trefflichsten Männer vernichten. 

So wird kommen darauf das dauernde Ende der Menschen. HO 

Weh dir, unglückliches Herz, warum treibst du mich zu diesem, 
Um Aegyptens unglückliche Vielherrschaft zu verkünden? 
Gehe zum Orient hin, zum Thorengeschlechte der Perser, 
Diesen verkünde was erst und was sich später ereignet. 

Ueberschwemmung wird einst der Strom des Euphrates bringen, 115 
Welche Persien verheert und Iberien und Babylonien, 
Und das kriegrische Volk Massagetiens, die kundigen Schützen. 
Asien ganz von Feuer verbrannt trieft bis zu den Inseln. 
Pergamus auch, das hehre vormals, wird gänzhch vernichtet, 
Und Pitane wird ganz von Menschen entblöset erscheinen. 120 

Ganz Lesbos sinkt tief in den Abgrund, so dass es zu Grund geht. 
Smyrna gestürtzt vom Abhang hinab wird Thränen vergiessen, 
Es, das ehrwürdig vordem und berühmt war, gehet zu Grunde, 
üeber sein Land mit Asche bedeckt wird Bithynien weinen, 
Ueber das grosse Syrien auch und Phöniziens Fruchtland. 125 

Wehe, dir, Lycien, web, wie viel Uebeles wird dir bereitet: 
In das unglückliche Land wird das Meer sich von selber ergiessen, 
Dass über schrecklich Erdbeben und über die bitteren Fluthen 
Lyciens Festland weint, wo die Salbe nicht wächst, wo sie duftet. 

Phrygien auch sucht schrecklicher Zorn heim wegen der Trauer, 130 
Weshalb die göttliche Rhea hinkam und dorten verweilte. 

Wasser vernichtet der Taurer Geschlecht und das Volk der Barbaren, 
Auch die Lapithen gestreckt zu Boden wird es vernichten. 

Das Thessalische Land verheert der tieffliessende Peneus 
Mit tief wirbelnder Fluth, und spület die Menschen vom Lande. 135 

Eridanus, der zeugen einst soll der Thiere Gestalten. 

Hellas, unglückliches Land, dich werden die Dichter beklagen, 
Wann von Italien her der grosse König des grossen 
Roms, der göttliche Mann, das Land des Isthmus betreten, 
Den Zeus selber, sagt man, und die hehr6 Juno geboren; 140 

Welcher melodischen Tons und mit süss duftenden Hymnen 
Schmeichelt dem Volk, und Viele hinwürgt sammt der elenden Mutter. 
Fliehen aus Babylon wird der gefürchtete, schändliche Herrscher, 
Den jeder Sterbliche hasöt und wer nur ein trefflicher Mann ist: 
Denn Viele schlachtet er hin, an den Mutterleib legt er die Hände, 145 
Und im Ehbruch gezeuget frevelt er gegen die Frauen. 
Aber nach Medien kömmt er und zu den Fürsten der Perser, 
Die zuerst er gesucht, und welchen er Ruhm hat bereitet, 



108 2IBYJAIAK£IN A0r02 E. 

0colsvcov (.isra Tcovde xay.cov elg e&vog ärjdeg' 

150 "Og vabv ■d-eorevKTOv elev, y.al scpXs^e TtolLtag 
^aovg siaaviovTag, oaovg vflvtjae dvKctitog' 
TovTOv yaQ (pavevvog, 17 wciaig e^ertvccx^y], 
Kai ßaaiXsZg ailovro, xai ev toXglv fxevev ccQXf], 
^Eg d' bXeaav fieydhrjv t« nöXiv, "kaöv ts dixaiov. 

155 L^AA' OTav hi xeiqäxov evsog läixxpr) fisyag aavrjQ, 
"Og Ttaaäv yalav ■aaS-sKel fxovog, eivena Ttju^g 
"Hv TOI TCQÖJTOv sd^Kccv t' elvaXttp Hoaeidüvf 
"H§sc d' ovQavöd-ev t' ccGT-qQ (leyag slg aXa ÖEivrjv, 
Kai (pXe^ei' tiÖvtov ßad-hv, avrrjv re Baßvluva, 

160 ""Iraltrig yaidv -S-', fjg eivsxa TCoklot oIovto 
"^Eßgaicov ayioi Ttiarol, yial vabg dltjS-i^g. 

"Eaasai ev -d-vrjTotai, v.av.olg v.axd [A.o%dTiaaaa, 
^AXka (xevelg TtavsQrjixog oXovg aicovag ert' avrjjg, 
['EoGeTai,, aXXd ßevsl sig aicHvag TtavsQiq^og,] 

165 '2bv GTvyeova^ edacpog, ort (paQf.iav.Lriv eTto-dTjaag, 
Moixeia Ttagä aot, xal jtalöwv fJ-l^ig ad-sofiog, 
QrjXvysvr]g, adtv.ög Te, zayii] TtSXi, öva/nOQs Ttaacov. 
^i (xt, TtävT cntd-9-aQTS nöXi uiaxLviöog aXtjg, 
Maivdg exiävoxaQrjg, XVQV ^cc^sdoio naq ox^ag, 

170 Kai TtorafjLog TlßsQig ae yikavaeTai,, riv TtaQoxoLTLv, 
"Hre (xtaicpovov rjroQ exstg, aaeßij de te ■dv^öv. 
Ovv. eyvojg, ti Oebg övvaTai, tL de firjxaväaTat; 
^'u4XV £^£/£g, fiövr\ si{it, %al ovösig /U.' s^äXaTtcc^ec. 
Nvv de as xal aovg Ttävxag oXsl Qebg aisv V7tciQX^'*'f 

175 KovueTi GOv or]fj.slov «V sooe^ai ev x^ovl v.BLvrj, 
'£2g Tb TtäXai, ots odg 6 fisyag Qebg evQaTO Tifxäg. 
Melvov, ad-BGfiE, fxovr}, Jtvgl de «pXsyeS-ovTi, fiLyetGa, 
TaQvaQEOv oXur^aov sg qöov %mqov ad-eafiov. 
Nvv ÖS TtäXiv, jfiyvTtTE, Tsrjv oXocpvQOfiat ärrjv ' 

180 MeficpL, itoviov ccQxvys ^^ "^^f ^XrjGd-eiGa TsvovTOg, 
'Ev Got 7tvQafJ.iÖEg cpcovrjv ' cpd-sy^ovTai avaiörj. 
IIvS-cjv, rj TO TtäXai dlncoXig ■nXrjd-eiGa dmaicog, 
^iöjGi, GtyrjGOv, OTtwg navor] nccKOTrjTog. 
"YßQi ■x.ay.öiv, S^oavQe Ttövoov, (xaivag^ TCoXvd-q-qvs, 

185 .ÄivOTtadiig, TtoXvdcrAQV, (levstg XVQ^ ^'■^ JtavTÖg. 
HovXvETtjg eyivov gv [lovr] 'KOGfxow ugaTOvGa ' 
"AXX' OTuv ri BccQm] TO v.VTtaGGiov af^g}ißäXr}Tac 
Asvnbv ETtl QVTtaQ^, [xt^t' £%r]v, (XYiTs yevoLfiav. 
"ß &rißr], Ttov GOV Tb fisya Gd-evog; äygiog ccvijQ 



SIBYLLINISGHE WEISSAGUNGEN, V. BUCH. 109 

Auf das verhasste Volk gelauert mit ihnen den Schlechten. 

Welcher die göttlichen Teinpel zerstört und die Bürger verbrannt hat, 150 

Völker, die ihn betraten und die nach Gebühr er besungen. 

Denn als dieser erschien, da ward die Schöpiimg erschüttert, 

Könige gingen zu Grund, und welchen die Herrschaft verblieben. 

Die zerstörten die mächtige Stadt und das Volk, das gerecht war. 

Doch wann ein grosses Gestirn erglänzt nach dem vierten der Jahre, 155 
Welches allein die Erd' insgesammt verdirbt ob der Ehre, 
Welche man Anfangs erwies dem Gotte des Meeres, Poseidon: 
Dann wird das grosse Gestirn vom Himmel zum dunkelen Meer ziehn. 
Und verbrennen die Tiefe des Meers, und Babylon selber, 
Und das Italische Land, weshalb viele gingen zu Grunde, 160 

Gläubige, heiige Hebräer und auch der wahrhafte Tempel. 

'Unter den schlechten Sterblichen wirst du Böses erleiden: 
Aber verödet wirst du alle Jahre verbleiben, dazu noch, 
[So vdrd sie sein, doch verwaist wird sie gänzlich dieZeiten durch bleiben,] 
Auch hasst man dein eigen Gebiet, weil nach Gift du verlangtest; 165 
Weil du Ehbruch verübt und frevle Vermischung mit Knaben ; 
Weichhche Stadt, ungerecht und schlecht, unglücklich vor allen. 
Weh, weh, Sladt, vor allen unrein im Lateinischen Lande, 
Giftge Mänade, verwaist wirst. an dem Gestade du sitzen, 
Und der Tiberfluss wird dich beweinen als seine Gemahlinn, 170 

Die ein blutgieriges Herz du hast und gottlose Gesinnung. 
Weisst du es nicht, was Gott vermag und was er aussinnet? 
Aber du sprachst, allein bin ich und Niemand beraubt mich. 
Jetzt aber wird der ewige dich und alle die Deinen 
Richten zu Grund, keine Spur mehr von idir bleibt in jenem Lande, 175 
Wie ehemals, da der mächtige Gott deiner Ehre gedachte. 
Bleibe, gottlose, aliein und gesellt zu dem brennenden Feuer, 
In dem tartarischen Lande des Hades, dem gottlosen, wohne. 

Doch ich bejammre jetzt wiederum deine Leiden, Aegypten: 
Memphis die du die erste im Leid und gefüllt .bist mit Leichen, 180 

Die Pyramiden bei dir werden schmachvolle Rede aussagen. 
Python, die. du Dipolis ehmals mit Rechte genannt wardst. 
Schweig auf ewige Zeit, damit du von. der Schlechtigkeit lassest. 
Frevel erfüllte, an Elend so reich und an Thränen, Mänade, 
Schreckengequält, mit Thränen erfüllt, wirst immer verwaist sein'. 185 
Hoch bejahrt wardst du und allein beherrschtest die Welt du : 
Doch wann das weisse Gewand dereinst sich Barke umleget 
üeber das schmutzige Kleid, möcht' ich es nicht sein, noch es werden. 
Tlieben, wo ist deine'grosse Gewalt? Ein grausamer Mann wird 



110 SlBYAALäKilN AOFOS E. 

190 ^E^oXeasi- Xaöv ' av de SL[i.ara cpaia ßalovaa, 
QQTjvrjaeig, övorrivs, {xönq, v.cd Ttävr aitoxiaug, 
"Oaaa rb Ttqöod-ev egs^ag, ad-sßfj.tov elvena egyiov, 
Kai KOTtSTOv oipovcai, avacdscc d^^bv e%ovaav. 
^vrjvrjv ö^ oleaeis i^eyag cpwg, uäid-iorcbiv rs 

195 [TsvTvQiv] oh'^GOvat ßia (xeXavoxQoeg ^Ivöol. 

üevTaTtolc, vXavoaL [ffs Tcotet] fiByaX6a-9-evog avi^Q. 
^ ^ißvri ftayxXavars, rig aag s^yi^asTac arag; 
Tlg ös as, KvQrjvt], fiegoTtcov Ekesivcc öaxQvaet; 
Ov TtavGrj ■d-Qrjyov GTvyeQOv TtQOg y.ctiQbv oXsd-gov. 

200 "'EoaeTcci, ev JBQvrrsaat ■aal sv FdXXoig TtoXvyiqvaoig 
'.ßxsotvog xfiAadwv ^rtlrjQOvfievog acftarc 7ColX(^' 
KavTol yaQ ncmÖTrjra Osov te-Avoig eTtoirjoav, 
'Hvliia 2töoviotg ßaaiXsvg 0olvi^ raXvxavbv 
"'Hyayev hu Svgirjg TtXrj&og tcoXv ' v.ai as q)OVEVoet, 

205 \Avrr] 'JPaßevvr] ts, v.a.1 eig cpövov •^ysfxovevaec. 
'ivöol, fii] raQßeixe, ■aal Al^ioTteg /.leyccSvfioi' 
'^Hvh/.a yag rovTOvg rgoxbg a^ovog aiyo7.eQt.r7]g, 
TavQog t ev didvf.ioig fxeoov ovqavbv af.icpisXL^r], 
IlaqS-Evog e^avaßaaa, v.cu rjXiog ccficpl (.lerÜTtf^ 

210 JJrj^afisvog 'Qcovrjv, 7tSQi7taf.t7CoXov i^yefiovevor] ' 
^'Eaaerac ifiTEqrjafibg fUyag ai-d-eqiog xara yacav, 
^'^GTQOiv S' EV fiaxtfioig ^latvt] cpvaig, äot' artoXiad-ai, 
^Ev tcvqI yial orova^atg ^Ivdöjv yrjv ^i-Q-iOTtcav te. 

MvQOv 'Aoi av, KöqivS-s, tov ev goI Xvyqbv oXed-QOV 

215 '^Hviyia yag aTQETtTOiGc (xlzotg (lolgaL TQtddsXcpoc 
.KXcoadfZEvai, q>£vyovTa ööXcp iox^fioto Jtaq o^cpriv 

'!A§OVGl IXETECÜQOV, ECOg EGtÖlüoi TE TtCCVTEg 

Tbv TtäXai EKKOipavTa TtsTqrjp TtoXvrjXari %aAx^, 
Kai arjv yaXav oXeI, xal -KOipEt, wg TtQOTe^EiTai. 

220 Tomig ydq roc ddixe Qebg (lövog, eg ro jtoviqGai 
Oid zig ov TtQOXEQog xwv Gv^Ttävtcov ßaGcXi^ojv. 
ÜQcijTa {lEV £K tQLGGiov- v.EcpaX6Jv Gvv ^Xrjyäöi Qitrjg 
2Tr]Gäf.i£vog (.lEyäXtog, ETSQOig diÖGsis GTCctGaod-ai, 
"Q.aTE cpayetv GctQ'nag yovscov ßaatXrjog dväyvov. 

225 UaGc ydq dv-9-qcöftoiai cpövog xal dEi(.iaTa v-Elzai, 
EtvETAa TTJg TzoXscog jLiEyäXrjg te Xaov te öixaiov, 
2o)'Qo(XEvov Sid TtavTbg, ov s^oxog eI%e Tzqovoia. 

"'^GTüTE v.al naxSßovXs, -/.axaig ■7Xeqi'/.eL[xeve [xj^^aiv], 
^-^Q%h '^^^ v-afiaTOLO ■Kai dvd-QOJTtoig fisya TeQ(.ia, 

230 BXaftrofiävrjg zTiascog xal acii^OfiEvr^g TtäXi ^'oiQrjg, 



SIBYLLINISCHE WEISSAGUNGEN. V. BUCH. 111 

Richten zu Grunde das Volk; du aber nimmst graue Gewänder, 190 

Weinen wirst du, unglücklich, allein, und Alles jüibOssen, 

Was du nur früher verübt hast wegen der gottlosen Werke, 

Und man erblickt dich im Weh, die du schamlos warst in dem Herzen. 

Aber Syene zerstört ein mächtiger Mann; Aethiopiens 
Tentyris wird mit Gewalt von den dunkelen Indern bewohnet. 155 

Pentapohs, dich wird ein gewaltiger Herrscher betrüben. 
Libyen, reich an Thränen, wer kann deine Leiden aufzählen? 
und Cyrene, wer wird über dich unglückliche weinen? 
Bis zum Tode hört nicht mehr auf dein schreckliches Weinen. 

Bei den Brittanniern wird und bei den goldreichen Galliern 200 

Tosen erfüllen das Meer ob all der Menge des Blutes: 
Denn an den Kindern des Herrn haben sie auch Frevel verübet, 
Als nach Sidonien ein Phönizischer König aus Syrien , 
Führte die grosse Gallier Scbaar, Und auch dich wird er tödten, 
Dich Ravenna und wird- ein Anführer sein zu dem Morde. 205 

Wackere Indier, fürchtet euch nicht, und ihr, Aethioper: 
Denn wann diese umkreist des Steinbockes Lauf um die Achse, 
Und im Zwillingsgestirn der Stier die Mitte des Himmels, 
Wann die Jungfrau steigt, und die Sonne ringsum mit der Stirne 
Fest an die Zone sich hält und ringsum herrscht an dem Himmel: 210 
Dann wird gewaltiger Brand aus der Luft die Erde befallen, 
Mit den Gestirnen im Kampf wird neu die Natur, dass zu Grunde 
Geht durch Feuer und Weh der Aethiopier Land und der Inder. 

Weine auch du, o Korinth, und beweine dein traurig Verderben! 
Wann die drei Schwestern die Parzen, spinnend gewundene Fäden, 215 
Ihn der listig entrann, entgegen der Stimme am Isthmus, 
Fähren herbei in der, Luft, bis Alle ibn mögen erblicken. 
Ihn der den Felsen zerschlug ehedem mit gehärtetem Eisen: 
Dann verdirbt er dein Land auch und schlägt es, so wie es bestimmt ist. 
Denn ihm allein hat Gott es verliehn, auf dass er vollbringe, 220 

Was keiner früher vermocht von den Herrschern alle zusammen. 
Denn zuerst steht gewaltig er da und wird Anderen lassen 
Mit der Sichel abmähn drei Häupter herab von der Wurzel, 
Und so isst man das Fleisch der Ellern des unreinen Königs. 
Denn allen Menschen zumal ist bestimmt der Mord und der Schrecken 225 
Wegen der grossen Stadt und wegen des Volks der Gerechten, 
Welches gerettet stets ward, das besonders die Vorsehung schützte. 

Mann, unbeständig und thöricht, umgeben vom bösen Verhängniss, 
Anfang der Noth für die Menschen und auch ihr gewaltiges Ende, 
Da die Schöpfung beschädigt und wieder das Schicksal errettet, 230 



112 , SIBYAJIJKilN A0r02 E. 

^'Yßgt MOJtwv, Tial 7crjf.i(x, xal ayd^gtortoig [xeya Tegficc, 
Tlg ae ßgoriov ejtodn^as; rtg €vdod-Bv ov xakeiraivsL; 
jBv aoii rig ßaatXevg asf.ivbv ßiov äleas~qi<petg; 
Hävta xofxwg öiex^rjxag, olov re aaxbv ytaTexhiaag, 

235 Kai ötce aov %6a[.ioio '/.aXat Tttv^Bg rjXXax^fjffccv. 
Eig eQiv '^fiBTigrjv xvxov varaTa lavxa TtgoßdXXov 
Jlcog de Xsyetg, steioco as, y,ai, ei ri as (.iifirpof.iai, ccvdw; 
"Hv noT^ iv avd-QOJTtoig Xa[.i7tQ0v aeXag rjsXioio, 
27teiQ0i.ievrjg cuzlvog ofioaTtövöoio TCQOcprjTiov' 

240 rXtoaaa f.iev avoraCovaa v.aXbv 7vö{.ia naai ßgozolai 
0aivsTO, xat Ttqovßaive, xal rif.teQa Ttaaiv srsXXe. 
Tovd' evexa, aTsvößovXe, xüxiov ccQxriye (.isyiGTiov, 
Kai Qaf.ufyrj xat Ttsvd-og eXevasrai riiiart v.üv(i). 
'■^Qyj] Jtai TtafiaTOio Kai avd-Qiönoig (.i^ya T€Q(.ia, 

245 BXa7Tzo/.ievr]g vzioecog v.ai aiü'Co(.iivr]g TtaXc f.ioiQr)g, 
KXv^i TVfKQag cpi^f-irig duaorjyjog, avögdac 7trjf.ia. 

^XX^ ojiörav üegatg yat' aTihayovto titoXsiiolo, 
^oii.iov XB, arovaxrjs xs, xöx* eaaexat ij(.iaxt ■xelvct) 
^lovdakov f.iav.dQcov ■d-eiov yevog ovgavuovtov, 

250 O'l TteQtvauxäovat 0eov noXiv ev fieaoyaiotg, 
^.AyQL de y.ai lÖTtrjg xelyog fieya -/.vxXioaavxeg, 
^Yipöa^ deigovxat ayjgt xai vecpicov eQeßevviov.. 
Ovyiexi avQi^ei aäXrciy^ 7toXef.io:ix6fOv rixov, 
Oüö' e7tiuaivof.ievaig naXd/.iaig ix^'QOv ötoXovvxai' 

255 ^uiXXd BTttoxrjGBt xe xaxwv aivjvi xgoTtaia. 

Elg de xig eoaexai av&ig an aii^egog e^oxog dvrjQ, 
Ov 7taXä(.iag iJTtXioaev erci ^vXov TCoXvxagTiov 
'^Eßgauiiv 6 agioxog, og rjsXiöv noxe axijaev, 
(DiovTjaag Qrjaei xe xaXfj Kai yeiX,Eaiv dyvoig. 

260 ]\Ir]xexi xeigeo -d-v^iov, f.ir] oxrjO-eaat fidxatga, 
Qeioyeveg, ndi.i7tXovxe, (.lovov TVBTtod-rjuevov ävx)-og, 
(OtiJg dyaO-bv, ae(.ivöv xe xelog TtBTtoO-rn.ievov, äyvov, 
^lovöaia xogieaaa, KaXij rtöXig, tvO-eog vfipiov. 
Ouxaxi ßaKxevaei [Ttegi arjf] %^ova Ttovg dxdO-agrog 

265 'EXXi^vcüv, bf.i60-eafiov evi oxrjü-eGatv tx^ov vovv ' 
^AXXä ae wöaXtixot Ttaideg 7regixifi7]aovat, 
Kai yXtltaaaig- dyiaiaiv eitiaxf^aovTai xgärceCav, 
IlavToiaig ■O'vaiatGi, nai evxaig lvd-eoxi(.ioig. 
Ex. [.iixgag axevövrjxog oaoi xa(.idTOvg VTtefieivav, 

270 JiXeiova y.ai ;^a^/£VTa xäX' dvd^ovai ^Ixaioi' 

Ol de xaKrjv axeiXavxeg in ai^ega yXCöaaav dx)-eof.icog, 



SIBYLLINISCHE WEISSAGUNGEN. V. BUCH. 115 

Voll von Frevel und Leid, und der Menschen gewaltiges Ende! 

Wer hat nach dir sich gesehnt, wer zürnet dir nicht indem Herzen? 

Welcher König bei dir Hess fallend ein ehrbares Leben? 

Alles hast du verwirrt, überfluthet Alles mit Bösem, 

Und ' verändert durch ^lich sind die herrlichen Theile der Erde. 235 

Wirfst dieses Letzte vielleicht du uns vor zum Zank : Doch wie magst du 

Sagen, dass ich dich gewinne und rede wenn Tadel ich spreche? 

Unter den Menschen war einst das leuchtende Glänzen der Sonne, 

Als das gem'feinsame Licht der Propheten einst war ausgebreitet: 

Träufelnd trefflichen Trank für die Sterblichen alle die Sprache 240 

Da war, sie schritt voran und Allen sprosste der Tag auf. 

Desshalb, Rathloser du, und Anfang entsetzlicher üebel, 

Wird auch kommen das Schwerdt und Belrübniss an jenem Tage'. 

Anfang der Noth für die Menschen und auch ihr gewaltiges Ende', 

Da die Schöpfung beschädigt und wieder das Schicksal errettet, 245 

Bittere Rede vernimm, misstönende, Unheil für Menschen. 

Doch wann das Persische Land einst frei sein wird von dem Kriege, 
Frei von Leiden und Pest, dann wird der glücklichen Juden 
Göttlich Geschlecht jenes Tags sich erheben, der Himmelsbewohner, 
Welche mitten im Land ringsher die Stadt Gottes bewohnen, 250 

Und bis nach Joppe hinab mit hoher Mauer umschhessen, ^ 
Kühn auflhürmend zur Höh' und bis zu den dunkelen WoBien. 
Nicht mehr wird kriegsmördrischen Ton die Trompete ausstossen. 
Nicht mehr gehn sie zu Grund durch die rasenden Hände des Feindes ; 
Sondern es werden Trophäen in der Welt stehn über das Böse. 255 

Aber ein trefflicher Mann wird nachher erscheinen vom Himmel, 
Dessen Hände dereinst ausstreckte am fruchtbaren Holze . 
Von dem Hebräer-Geschlecht der Beste, der einstens -die Sonne 
Stehn liess und sprach mit trefflicher Rdfie und heiligen Lippen. 

Quäle das Herz nicht mehr, nicht setze das Schwerdt auf die Brüst dir, 260 
GöttUcher Spross, überreich, du einzig begehrhche Blume, 
Licht du, gut und hehr, ersehnetes Endziel und heilig, .' 

Herrliches Jüdisches Land, schöne Stadt, begeistert durch Hymnen. 
Nicht wird der unreine Fuss der Hellenen mehr in deinem Lande 
Springen umher, im Herzen beseelt von dem Geist gleicher Satzung; 265 
Sondern es werden in Ehr dich halten vortreffliche Diener, 
Und sie werden den Tisch hinsetzen mit heiliger Rede, 
Mit verschiedenen Opfern und Gott Wohlgefälligem Beten. 
Welche Gerechte das Leid einer kleinen Bedrängniss ertrugen. 
Die werden Gutes viel mehr und Herrliches bringen zu Wege ; 270 

Die aber übele Red' ohne Fug zum Himmel gesendet, 

8 



114 2IBTAAUKSIN AOrOS E. 

HavaovTixt kaXeöwes ivctviLov ahhqXotatv , 
• uävTovg dh 'AQvifJovaiv, ecog )i6afiog aXXayi}. 
'"Eatai, 6* €3t ve(psojv ofißQog TVVQog a.ld-o(ievoLO, 

215 KovxsTi xaQjtsvGovai ßQorol axaxw ayXccbv hc yrjg' 
JJävTa fiev aOTcagra y,al avi^QOTa, ccxQi vorjacci 
Tbv TCQvravLv TtavTcav Qsbv äftßQorov ixlhv eövxa 
^4vd-Q(OTcovg -S-prjTOvg, xcei firjxiri ■d-vrjTcc ysQaiQsiv, 
Mr^ds v.vvag aat yvrtag, a ui'iyvjtrog Kürsdsc^e 

280 2e(.ivvvEiv GTOfiäTSGGi vsoig -Kai xeiXeGi /tKOQOlg. 
"Eßgaicov de {.lovcuv ayia yß-(x)v, Ttdvrcc tocö' d'tGei, 
Na//a ixsXiGTayäog ano TtivQrjg [rjd' anb jriyy^g], 
Kai yt/Xa. 6' a^ißgÖGiov qsvgsc TtäviBOGi dixaloig' 
-. Elg sva yaq ysv.ETiJQcc Oebv fiovov e^oxov ovva 

285 'iJ^TTf aav, svGeßlrjv fxsyäXrjv xccl tcIgtiv %xov^Bg. 
^jiyXa TL ÖTj iioi, Tccüxa voog aocpbg lyyvaliCec; 
^[dqri de ae, tX-^/hcop i^Gcrj, xaTodvQOficcc omcQÜg, 
Kai yevog 'Icoviov, Kagöjv, yivöojv tcoXvxqvgcjv. 
j£t at, 2dQÖsig' at a% x.ai TtoXviqQi^re T^aXXig' 

290 ^l at, ^aoöizsia, y.alij noKi' mg dTCoXetad-s 
2eiGf4_oig oXXvfieval re, aal elg v.6vlv aXkax&BlGai,. 
^uiGGia ^ dvoq^eQJj yivdojv re ftoXvxQVGwv 
'uigreixidog otjubg 'EcpiGOv Ttrjyvv/xevog. . . 
XaGfiaGi xal GeiGfioZai rtod-^ Y^srai- elg aXa decvijv 

295 UQifjvrjg, rjö' oVe v^ag eTtnd.vtovGiv aeklai. 

'^'Ymia ö' oificö^si ^"EtpsGog, xXaiovGa Ttag'- oxd-aig, 
Kai vrjbv Cr^rovaa rbv oinsTi vaierdovra. 

Kai Tora ■dv/jcud-elg Qsbg aipd-ixog, aid-sQL vaccav, 
OvQav6-9-sv TtQvjGTTJQa ßaXeZ xarcc xQarbg dväyvov. 

SOoIAvtI ds xeLi.i(xtvog S-igog ^GGSTai rj/xazt rti^ds, 
Kai rode ärj (.lezejTBiT' eoTai avÖQSGGi ßgOTolaiv ' 
'E^oXeGSL ydg Ttävzag dvaidsag vtpiyJgavvog 
Bgovralg daTSQOTtaig ts, xegawolg ts- (fXeysd-ovavv 
'AvögaGt övGfievseGGi, v.al wg aGsßsig oXox^qsvgsi, 

Zfih"aG'ts fiivEiv veyivag jcara yrjg TtXeovag xpafidd-oco. 
"HBei yccQ yal 2[.ivQva, sbv xXalovGa ^vxovQyov, 
Elg ^cpeooto TtvXag, xal avxrj iidXXov oXslrai,. 

Kvfir] (J' ^ l-icoga, Gvv rdfiüGi TOtg S'SOTtvevaroig, 
'Ev 7taXd/A7]ai &eojv, dvögöüv döUiov v.al dd-sGfxcov, 

310 PifpBia ^ ovKETt xoGOQv ig ald-sQa ;fßß/<a 7tQodu)aEi,' 
udXXa (j.£vsi vEXQcc tv vdfxaGi Kv/xatoiGt. 
Kai TOT ave^ovGiv bfiov xay.OTtjTa fisvovTsg.- 



SIBYLLINISCHE WEISSAGUNGEN. V. BUCH. 115 

Die hörea auf in Zwietracht zu reden gegen einander. 

Werden sich selbst verbergen bis einst die Welt sich geändert. 

Aber ein Regen wird kommen von brennendem Feur aus den Wolken; 

Nicht mehr ärndten' die Menschen vom Felde die treffliche Aehfe; 275 

Nirgends wird mehr gesät noch gepflügt, bis. die sterblichen Menschen 

Scbaun den unsterblichen Gott, den Herrn" über sämmtliche Wesen, 

Ihn der in Ewigkeit ist, bis nicht mehr das Sterbliche altert, 

Weder die Hunde noch Geyr, wovon der Aegyptier lehret 

Mit jungem Mund und thörichten Lippen sie zu verehren. 280 

Nur das heilige Land der Hebräer wird alles diess bringen, 

Nass vom honigträufelnden Felsen und vqn der Quelle, 

Und auch ambrosische Milch wird strömen für alle Gerechten : 

Denn sie haben auf Gott, den einzigen grossen Erzeuger, 

Ihre Hoffnung gesetzt in Frömmigkeit und voller Treme. 285 

Aber warum behändi^et diess der kluge Verstand mir? 
Jetzt aber will, armes Asien, dich ich bitter beklagen. 
Auch der Joner Geschlecht, dei- Karier und goldreichen Lyder. 
Weh, weh, Sardes, weh, weh, und du, o liebliches Trallis! 
Weh, weh, Laodicäa, du prächtige Stadt, durch Erdbeben 290 

Wie geht ihr verwüstet zu. Grund und zu Staube gewandelt! 
Assis dem dunkelen und dem Land der goldreichen Lyder 
^ird der Artemis Haus, das in Ephesus herriich erbaut ist, 
Durch Erschüttrung und Beben dereinst in die schreckliche Meerfluth 
Slürtzen hinab, so wie wenn der Sturm die Schiffe umspület. 295 

Und das gestürzte Ephesus klagt und weinet am Ufer, 
Sucht seinen Tempel noch auf, in dem man fürder nicht wohnet. 

Und der ewige Gott, der himmlische, wird dann im Zorne 
Von dem Himmel den Blitz gen die Kraft des Unheiligen schleudern. 
Und statt Winter wird sein in jenen Tagen der Sommer. 300 

Und diess wird in der Folge gescKehn den sterblichen Menschen; 
Denn der Donnrer im Himmel vernichtet die Ruchlosen sämmtlich 
Durch seinen Donner und Blitz und mit den Flammen des Blitzes 
Für die feindlichen Männer, und wird sie als böse vernichten, 
Dass zahlreicher wie Sand die Leichen daliegen auf Erden. 305 

Kommen .wird Smyrna auch, beweinend seinen Lykurgus, 
Zu des Ephesus Thoren, und selbst um so mehr noch zu Grund gehn. 

Aber auch Cumä die Thörinn mit ihren begeisterten Quellen, 
in der Götter Hand und der Menschen, die bös und gesetzlos. 
Sinket dahin und wird in die Luft kein Frohlocken mehr schicken ; 310 
Sondern als Leiche wird sie« an Cumas Wassern da liegen, 
und zugleich werden dann auch die Bleibenden Böses erdulden. 
. ' '" . 8 * 



112 , 2IBYAJI^K£IN A0T02 E. 

"YßQL xoxwv, xat 7trj(.ia, xal avd-Qiortoig fxeya rsQfxa, 
Tig as ßgorüiv InodnqaB; Tig evdod-ev ov %aXB7taivsi; 
^v aol zig ßaaiXevg as(.ivbv ßtov äleae qtcpBtg; 
nävra v.aKwg dis^r]y.ag, oXov re •/.ay.ov v.art'/lküaag, 

235 Kai dia aov KOOfioio naXal Ttzvxsg '^XXäx^rjoccv. 
Eig SQiv "^(.UTegrjv zv^ov vazaza zccvra TtQoßaXkov 
nöjg de Xeyeig, Ttsiaoi as, kui, et zi ae (.iif.ifpo(.iat, avdä); 
^Hv noz* tv avd-QcoTtoig kaf-ingov aeXag rjsXioio, 
^jtsiQOjiiivrjg cmzivog 6f.toa7t6vdoco TtQOcprjzHiv' 

240 rXtooaa fihv avozaCovaa xaXbv Ttöi-ia naot ßgozocai 
0aivsro, xai Ttqovßaivs, xal rii.teQa "naaiv ezeXXe. 
Tovö^ £V£xa, GZEvoßovXe, xa-/.iov ccQxrjys /.isyiazwv, 
Kai Qaf.icprj xal TthS-og iXevoszac ^(.lazi xaivo). 
'^Qyjl xal xa(.iäzoio xal av^Qtoicoig (.isya z€Qfia, 

245 BXajvzoi.idvr]g XTiasiog xal aio'Coi.isvr]g TcdXi fioiQrjg, 
KXvd-t TtixQag (prj[.i7]g övaarjxaog, avögäai 7rrj/.ia. 

idXX^ bnozav ÜSQolg yai ciTiöayoizo TtzoXsfioio, 
^oif-iov ZE, azovaxrjg ze, zbz* eaaerai i'ji.tazt xalviiJ 
^lovöakov (xaxaQiov -d-slov yevog ovQavuövwv, 

250 Ol TteQivauzäovai ©eov nöXiv iv f.ieooyaioig, 
"idxQL öh xal ^Ibitiqg zaiyßS fieya xvxXioaavzeg, 
'Yipoa aeiQOvzai axQt xal vecpecov eQeßsvvöiv.. 
Ovxezt avgi^et aaXrtiy^ 7toXs/.toxzbpov rjxov, 
Ovd^ hTtit.iaLVO(.ievaig 7caXä(.iaig ix^Q^^ öioXovvzai' 

255 ^uäXXa IjiLOzriaet ze xaxöjv atiovi zgäitaia. 

Elg Ö4 zig eaaszai av&ig an aiO-SQog t^oxog avrjg, 
Ov naXai-iag rj/rXioaev Inl ^vXov TtoXvxagnov 
'Eßgakov b ccQiazog, dg riiXiov nozs azrjaev, 
0(x)vriaag grjaai ze xaXi] xal yßiXeaiv ayvolg. 

260 MrjxeTL zbIqso x)-v(.ibv, f.ir} ozrjO-saai ^läyaiga, 
Qeioysvhg, 7ta(.i7tXovz£, f.iövov neTtod-quävov äv-9-og, 
0iüg ayad-bv, asfivov zs zelog 7tS7rod-r]f.isvov, ayvov, 
'lovSaia xaQieaoa, xaXrj jtöXig, tvO-eog vf.tva)v. 
OuyJzi ßaxyevaei [Ttegl orjp] yß-öva rtovg axaO-agzog 

26b 'EXXrivcov, 6f.i60-eai.iov Ivl aziqd-saaiv eyj^ov vovv' 
^AXXä ae xvöäXi[.ioi rcaXdeg TteQizii-n'jaovai, 
Kai y?u6aaaig- ayiaiaiv t/tiazi^aovzai zgärteCav, 
üavzoiaig -d-uaiaiai, xal evxaig IvO-eozlfiotg. 
Ex [.iixQag azevozi^zog oaoi xafiaTOvg vjtefieivav, 

210 nXeiovtt xal x^Qt^vza xäX' ava^ouai ^ixaioi' 

Ol de xaxiiv azeiXavzeg in' ali^-iga yXioaaav aO-ea(.i(og, 



SIBYLLINISCHE WEISSAGUNGEN. V. BUCH. 115 

Voll von Freviel und Leid, und der Menschen gewaltiges Ende! 

Wer hat nach dir sich gesehnt, wer zürnet dir nicht in dem Herzen? 

Welcher König bei dir Hess fallend ein ehrbares Leben? 

Alles hast du verwirrt, überfluthet Alles mit Bösem, 

Und 'Verändert durch dich sind die herrlichen Theile der Erde. 235 

Wirfst dieses Letzte vielleicht du uns vor zum Zank : Doch wie magst du 

Sagen, dass ich dich gewinne und rede wenn Tadel ich spreche? 

Unter den Menschen war einst das leuchtende Glänzen der Sonne, 

Als das gemeinsame Licht der Propheten einst war ausgebreitet: 

Träulelnd trefflichen Trank für die Sterblichen alle die Sprache 240 

Da war, sie schritt voran und Allen sprosste der Tag auf. 

Desshalb, Rathloser du, u^d Anfang entsetzlicher Uebel, 

Wird auch kommen das Schwerdt und Betrübniss an jenem Tage. 

Anfang der Noth für die Menschen und auch ihr gewaltiges Ende', 

Da die Schöpfung beschädigt und wieder das Schicksal errettet, 245 

Bittere Rede vernimm, misstönende, Unheil für Menschen. 

Doch wann das Persische Land einst frei sein wird von dem Kriege, 
Frei von Leiden und Pest, dann wird der glücklichen Juden 
Göttlich Geschlecht jenes Tags sich erheben, der Himmelsbewohner, 
Welche mitten im Land ringsher die Stadt Gottes bewohnen, 250 

Und bis nach Joppe hinab mit hoher Mauer umschliessen, ^ 
Kühn auflhürmend zur Höh' und bis zu den dunkelen Wo&en. 
Nicht mehr wird kriegsmördrischen Ton die Trompete ausstossen, 
Nicht mehr gehn sie zu Grund durch die rasenden Hände des Feindes ; 
Sondern es werden Trophäen in der Welt stehn über das Böse. 255 

Aber ein trefflicher Mann wird nachher erscheinen vom Himmel, 
Dessen Hände dereinst ausstreckte am fruchtbaren Holze 
Von dem Hebräer-Geschlecht der Beste, der einstens die Sonne 
. Stehn liess und sprach mit trefflicher RdÖe und heiligen Lippen. 

Quäle das Herz nicht mehr, nicht setze das Schwerdt auf die Brust dir, 260 
Göttlicher Spross, überreich, du einzig begehrhche Blume, 
Licht du, gut und hehr, ersehnetes Endziel und heilig, ." 

Herrliches Jüdisches Land, schöne Stadt, begeistert durch Hymnen. 
Nicht wird der unreine Fuss der Hellenen mehr in deinem Lande 
Springen umher, im Herzen beseelt von dem Geist gleicher Satzung-, 265 
Sondern es werden in Ehr dich halten vortreffliche Diener, 
Und sie werden den Tisch hinsetzen mit heiliger Rede, 
Mit verschiedenen Opfern und Gott wohlgefälligem Beten. 
Welche Gerechte das Leid einer kleinen Bedräugniss ertrugen. 
Die werden Gutes viel mehr und Herrliches bringen zu Wege; 270 

Die aber übele Red' ohne Fug zum Himmel gesendet, 

8 



114 SlBYAAlÄKilN AOrOZ E. 

HavaovTui XaXiövTsg ivavTiov aXXriXolOw , 
udvTovg de icgvipovatv, ecog xoa/^og aXXay^. 
""Earai ö* ex. vecpetDV of.ißQog TtvQog alS-o[ievOLO, 

275 Kovy.sTi y.aQ7tevG0vac ßqorol GTa%vv ayXttov ac y^g' 
ndvva (xev aCTvagTa vm\ ccvi^qotcc, axQt vorjaac 
Tbv TCQVTaviv rtavTcov Qebv afißqOTOv aiev eovxa 
\4vx}-QU>7T0vg ■dyriTQvg, nal /xrjKert -d-vrjTcc yeqaiqeiv, 
3Ir]ds y.vvag xal yvrcccg, a ^lyvjtTog Kd^eöei^e 

280 2€fivvvecv arofiä'ceaai vioig Kai xeiXeai f.icoQOtg. 
"Eßgccicov ÖS f-iövcov ayia xd^uv, nawa tocö' oiaei, 
Nafia fxsXcarayeog cctvo iteTQXig ['^^'^ «tto Jtijyrjg], 
Kai yaXa 6^ ccfAßgöaiov qsvoel TtdvTeaat ÖMaioig' 
, Big eva ydg ysyer^ga Qebv (xovov e^o%ov ovra 

^b^'H^Ttiauv, evasßiiqv /isydXrjv v.ai tcLgtiv exov^eg. 
l^XXd Tc Si^, ftot Tovra voog aoipbg eyyvaXi^si; 
"u4qti 6s GS, T;Xri(.ib}l> '.^Gtr], xaTodvgofiai oiKTQcog, 
Kai yevog Itoviov, KaQÖiv, u<lvdd)v TtoXvxQvaojv. 
j£t cd, Sagdeig' cu ai, Y.al TtoXvi^Qi^TS TqäXXig' 

290 ^i at, ^aodixsia, xaXij rtöXv log djtoXetG-d-s 
2siG/407g oXXvfxevai ts, xal eig koviv dXXaxB-elGai. 
"^GGia ^ dvocpaQj] ^vdtov ts TioXvxQVGcav 
'AQxiixiöog GrjMg ^Eq)iaov crtriyvifievog. . . 
XaGfxaGv ■Kai GeiG/xotGi itod-^ i^erac eig aXa ösivriv 

295 ÜQrjvrjg, rjö' ote vrjag eTtixXv^ovaiv äeXXai. 

'^'Ymia 6^ oi[i(ü^ec ^'Eq)€Gog, xXaiovoa Ttaq'- oxd-ctig, 
Kai vrjbv trjrovGa rbv ovxeTi vaierdovvd. 

Kai Toxe xhjftcod-eig Gebg aipd-itog, aiS-egt vatcav, 
OvQavod-ev ^QrjGzrJQa ßaXsi zarä XQarbg avdyvov.. 

300 !^vri ÖS x^i'^f^vog S-SQog eirGerai ijfxari rcpde. 
Kai Toöe ör] (.leieneuv^ eorai avÖQSGGi- ßgotoiGcv ' 
^E^oXeaei yag rtävrag avaiöiag vipr/.eQavvog 
Bgowaig aGTegorvalg re, nsgawolg re- (pXeyed-ovaiv 
^AvdQÜGt dvGfxsvesGGL, xai cog ccGeßeig bXod-QevGei, 

SOö'i^ö're fieveiv vexvag v.atd yrjg rcXeovag xpafxäd-oio. 
H^et yag v.ai 2fxvQva, ebv xXaiovaa Av/.ovQyov, 
Eig 'EcpsGOLO TtvXag, v.at aVTrj fidXXov oXeitat. 

Kvfxri 6' ri ficoga, gvv vd/.iaGi roTg ■d-eOTtvevaxoig, 
Ev 7iaXäfA7]Gi ^ecov, dvögCiv ddhitov v.ai dd-ia(xü)v, 

310 Piq>e'iG^ ^ ovKSTi. TOGGov eg aid-ega x^Ql-'-'^ rcgodwaei' 
^AXXd iievst vexgä ev väixaai Kvfiaioiai. 
Kai TOT ave^ovGcv ofiov Kay.6Tr]Ta fievovTsg.- 



SIBYLLINISCHE WEISSAGUNGEN. V. BUCH. 115 

Die hören auf in Zwietracht zu reden gegen einander, 

Werden sich selbst verbergen bis einst die Welt sich geändert. 

Aber ein Regen wird kommen von brennendem Feur aus den Wolken ; 

Nicht mehr ärndten' die Menschen vom Felde die treffliche Aehre; 275 

Nirgends wird mehr gesät noch gepflügt, bis. die sterblichen Menschen 

Schaun den unsterblichen Gott, den Herrn* über sämmtliche Wesen, 

Ihn der in Ewigkeit ist, bis nicht mehr das SterbUche altert, 

Weder die Hunde noch Geyr, wovon der Aegyptier lehret 

Mit jungem Mund und thörichten Lippen sie zu verehren. 280 

Nur das heilige Land der Hebräer wird alles diess bringen, 

Nass vom honigträufelnden Felsen und von der Quelle, 

Und auch ambrosische Milch wird strömen für alle Gerechten : 

Denn sie haben auf Gott, den einzigen grossen Erzeuger, 

Ihre Hoffnung gesetzt in Frömmigkeit und voller Treue. 285 

Aber warum behändi^et diess der kluge Verstand mir? 
Jetzt aber will, armes Asien, dich ich bitter beklagen. 
Auch der Joner Geschlecht, dei' Karier und goldreichen Lyder. 
Weh, weh, Sardes, weh, weh, und du, o hebliches TraUis ! 
Weh, weh, Laodicäa, du prächtige Stadt, durch Erdbeben 290 

Wie geht ihr verwüstet zu. Grund und zu Staube gewandelt! 
Assis dem dunkelen und dem Land der goldreichen Lyder 
T^ird der Artemis Haus, das in Ephesus herriich erbaut ist. 
Durch Erschüttrung und Beben dereinst in die schreckHche Meerfluth 
Stürtzen hinab, so wie wenn der Sturm die Schiffe umspület. 295 

Und das gestürzte Ephesus klagt und weinet am Ufer, 
Sucht seinen Tempel noch auf, in dem man fürder nicht wohnet. 

Und der ewige Gott, der himmlische, wird dann im Zorne 
- Von dem Himmel den Blitz gen die Kraft des ünheiligen schleudern. 
Und statt Winter wird sein in jenen Tagen der Sommer. 300 

Und diess wird in der Folge gescKehn den sterblichen Menschen; 
Denn der Donnrer ina Himmel vernichtet die Ruchlosen sämmtUch 
Durch seinen Donner und Blitz und mit den Flammen des Blitzes 
Für die feindlichen Männer, und wird sie als böse vernichten, 
Dass zahlreicher wie Sand die Leichen daliegen auf Erden. 305 

Kommen .wird Smyrna auch, beweinend seinen Lykürgus, 
Zu des Ephesus Thoren, und selbst um so mehr noch zu Grund gehn. 

Abei- auch Cumä die Thörinn mit ihren begeisterten Quellen, 
in der Götter Hand und der Menschen, die bös und gesetzlos. 
Sinket dahin und wird in die Luft kein Frohlocken mehr schicken ; 310 
Sondern als Leiche wird sie- an Cumas Wassern da liegen. 
Und zugleich werden dann auch die Bleibenden Böses erdulden. 

' - 8* 



116 2IBY^UIÄK£IN A0r02 E. 

Eiörjaei (Tr][.i€iov exoiv, avd-^ cov sixöyrjXJs, 
Kvfiaitov örji.ios %a7^S7tog Kai cpvXov arjdeg. 
315 Ei&' oxav e^ovai xaxrjv yd-öva terpQcod-eioav, 
uliaßoq ert' 'Hgidavbv aiutviov E^aTtoXsirai. 

l/fl a% ooi, KsgywQa, xaXrj TtbXi, Ttaveo ncofiov. 
Kai, leQccTtoXi, yata /.lövr] 7tlovT(p [xiyeiaa, 
"E^etg, ov TteTtodi^nag exeuv, %iÖQOv Ttokvöay.gvv, 
320 Eig yrjv xaiaaiiivi] itaqa %ev^doi, QsQfiiööovrog. 
UevQOcpvrjg TgiTi^Xlg rs, rtag' vdaat JMacävdqoio, 
Kvfxaoi vvKtsQivotaiv vti' jjövt TtlriQtod-siaa, 
^L^QÖrjv e^oXsa€i ae Qeov jjcodri t] ts -Ttqövoia. 

Mrj II id-sXovaav iXalv fJtoißov %r]v ysirova x^^^Q^^ ' 
325 MiXrjTOv TQvtpsQTjv ciTtoXei TtqiqaTriQ nox' avo)^-€v, 
idv^" (hv elXsTO rrjv Woißov doXoeaaqv aotdvv, 
TTqv TS Goqnjv avdquv fisXeTrjv xal acocpgova ßovXrjv. 
"iXa&L, TtayyevsTWQ, TQvq)€Qf] x^ovl rij TtoXvKccQTtct} 
^lovöala fisyäXr], Yva aag yvcof-iag e7tidco(.isv. 
330 TavTTjv yccQ TtQcorrjv eyvcug, Qsbg, Iv x^Qf-T^^Of^f-v, 
Eig TO doKsZv ^QOxccQtqf.ta tsov TtavTeaoi ßgorotacv 
Elvai, v.al itQoaex^tv, olov Qebg eyyvaXi^ev. 

'Ifisigco TQiTccXaiva la QQi]y.cüv egya idsa&at, 
Kai Tsixog äi^äXaaaov vti^ cceqog €v xovir]at 
335 2vQ6f4.svov TtOTdfiriöov erc^ ix^ösvTt v.oXv(.ißig. 

'EXXi^aTtovTs väXav, tev^ei, ttovs ff' '^aavQuov Ttalg' 
Eig Ge ßcixv QQrj'ncov, xai aov ad-svog €§aXand^ei. ' 
Trjv TS Maxrjöovirjv ßaacXsvg ^lyvTtTtog aiqsl, 
Kai '/.Xifia ßaqßaqvKOv qixpst a&svog riysi-iovriwv. , 
340 udvöol ■xal FaXaTai,, üa^cpvXioi sv üialörjat 
IIavdrj(j,el xqaTsovat '/.axrjv sqiv OTcXiad-ivTsg. 

"iTaXitj TqiTaXaiva, fisvslg Ttavsqrjfiog, anXavaTog, 
^Ev ycctt] d-aXsqj], oXobv däxog s^aTtoXsad-ai. . 
^'EaTai <J' aid-sqiov \ava\ ovqavbv svqvv VTtsq&sv 
345 BqovTtjöbv ■KsXädrjfxa, Qsov cpcovrjv STtaxovaai. 
HsXiov d avTOv <pX6ysg a.(pd-iTOi ovy.st' saovToc, 
Ovös asXrjvalrjg Xa[.i7tq6v cpaog saastai av-d-ig 
^YaTaTki) Tiaiqfj), OTtoxav Qsbg '^ysf.iovsvor]. 
IlavTa fisXatvaii], GnOTirj d* sGTai v.aTa yalav, 
350 Kxxl Tvq)Xol (xsqOTtsg, -9-rjqsg re Kaxot, -kal biQvg 
"EGGsrai, rjfxaq ekscvo xQOvov JtoXvv, cÖgts vorjaccL 
^vTbv avaKTd Qebv TtavßTtlG'KOJtov ovqavod-L nqo. . 
Ambg dvafxsvsag <J' avöqag tots opv. sX^gsi, 



SIBYLLINISCHE WEISSAGUNGEN. V. BUCH. 117 

An einem Zeichen wird es erfahren weshalb es gelitten, 

Cumäs bösgeartetes Volk, und der widrige Volksstamm. 

Drauf wann alsdann das schändliche Land mit Asche bedeckt ist, 315 

Dann wird Lesbos im Eridanus auf immer zu Grund gehn. 

Wehe dir, weh, schöne Stadt, Corcyra, lass nach mit Gelagen! 
und Hierapolis, Land das allein mit Reichthum verbunden, 
Was du zu haben begehrt, ein bethränetes Land, wirst du haben. 
Aufgeschüttet zum Land an den Strömungen des Thermodon. 320 

Steiniges Tripolis auch, an Mäanders Wassern gelegen. 
Das mit dunkeler Fluth erfüllet da liegt am Gestade, 
Gottes Willen und Vorsehung wird dich gänzhch vernichten. 

Nicht dass ich mag das benachbarte Land des Phöbas vernichten: 
Einst wird das üppge Milet der Blitzstrahl von oben zerstören, 325 

Weil es den Truggesang des Phöbus sich hatte erwählet, 
Und der Menschen weise Fürsorg' und verständigen Rathschlag. 

Schone, o Vater des AU, des grossen und fruchtbaren Judas 
Ueppiges Land, auf dass wir deine Satzung vollbringen. 
Denn dieses hast du zuerst erkannt, Gott, in deiner Gnade, 330 

Dass im Voraus als Gnade von dir allen Menschen es scheine, 
Dass einen Vorzug es habe, sp wie Gott dieses bestimmt hat.' 

Dreimal Unglückhche ich will schauen die Werke der Thraker, 
Und die zweimeerige Mauer, in stauberfülletea Lüften, 
Fortgeführt wie ein Strom sich zieht an dem fischreichen Wasser. 335 

Armer Hell espont, dich wird einst gürten ein Kind der Assyrer; 
Dir gilt die Thrazische Schlacht und wird deiner Kraft dich berauben. 
Auch Mazedonien wird ein Aegyptischer König verwüsten. 
Und ein barbarisches Land wird stürtzen die Stärke der Herrscher. 
Lydier und Galate» und Pamphyler, vermischt mit Pisidern, 340 

Siegen im Abelen Streit, bewaffnet, mit sämmtlichem Volke. 

Armes Italien, du bleibst einsam und unbeweinet 
In dem blühenden Land, zum Tod der verderblichen Schlange. 

Aber hoch in der Luft, am weiten Himmel da droben, 
Wird man ein Donnergerolle, die göttliche Stimme, vernehmen. 345 

Aber es werden nicht sein mehr der Sonne ewige Flammen, 
Forthin Jeuchten nicht mehr des Mondes glänzende Leuchte 
An dfem Ende der Zeit, wann Gott seine Herrs.chaft ausübet. 
Alles in Dunkel verhüllt, und Nacht wird sein auf der Erde;. 
Menschen geblendet, die Thiere in Wuth, und Schmerzensgejammer 350 
Wird jenes Tages sein lange Zeit, so dass man erblicket 
Ihn, den Herrn, Gott selbst der Alles erschauet vom Himmel. 
Kein Erbarmen wird er mit den feindüchen Menschen dann haben. 



118 SIBYJAIJK£IN A0r02 E. 

'^Qvwv, ^(5' oiiov, f.i6oxct)v t' ayikag eQt[xvY.(ov 

355 'ES-vaia^ovrag, (i6o%(av fieyaXcav iteQOXQvaiov, 
'^ipvxoig S-^ '^EQfxaig ymI toig XiO-Lvolgl ■d-solaiv. 
'HysiaS-o) 6s ■9-sfiig oocplrjg xofi öo^a diTcalcov' 
M^TtOTs ■d^fico^ei.g ©ebg aq)d-iTog e^artoXiaarj ' 
nSv yevog avd-QwrcoJv ßLoxov v.at cpvXov avaiShg, 

360 ^sl aregysiv ysvsT^ga Osbv, aocpov, alsv eovra. 
^Eaasrai, varaTup kuiq^ Tteql tsqixa aeXrjvrig 
KoGfxofxavrig TtöXefiog xat eTtixKortog iv SoloTrjTc. 
"H^et ö^ Iz TtsQariov ycxirig f.irjTQOXT6vog ävijQ, 
0evycov, '^öe vöig o^varof-ia (.ieQf.ir]Qitcov, 

365 "Og Ttaoav yaXav 'Aad-aXel, v.cd itävta '/.garrjaei, 
üccvTcov T^ av-9-QW7t(av cp^ovif-ttoTSQu ytävTa vorjaef 
Hg %ccQLv biXsrö x" avxog, sXet xavxijV itagaxQrifia. 
, "'^vdqag x^ e^oXsaei TtoXXovg, (.leyäXovg xs xvQavvovg, 
ndvxag x' ef.i7tQ7'jG€i, cog S^Ttoxs aXXog STtoLei, 

370 Tovg d av TtETcxrjöjrag civOQd-iöosi, Sia CijXov. 
^'Eaxai 6 ht. dvcfiiov 7t6Xe(.iog TtaXvg, avd-Q(x)7ioiai, 
'Psvaei d ~ aYftaxog o^d-og ecog 7toxaf.aov ßa-d-vöivcov. 
Tolg xs MaxTjdovirjg axd^si %öXog ev Ttsöioiai, 
2v^(ia%Liqv du ö' sv, dvaf^iov, ßaaiXei ök bXsS-QOv. 

375 Kai xoxs xsii-isgLi] Ttvoirj Ttvsvast naxd yatav, 
Kai TtsöLov 7toXs(.iOLO yf.av.ov TtXrjad^asxat avd-tg. 
UvQ ydg ccTt^ ovQaviwv daTtsdtov ßQS^si fxsQÖrcsGGi, 
IIvQ xai alfia, vÖcoq, rtQrjaxrjQ, yvocpog, oigaviiq vv^, 
Kai ffS-iaig iv ivoXsf^cp, x«t srrl og)ayfJGiv OfxixXrj, 

380 ndvxag Ofiov x oXiosi ßaaiXeig, val xovg xöx" dqiGxovg. 
El^" ovxiüg TtoXsfiOLO itsnavGsxai o\v.xqog oXsd-qog. 
KOVV.SXL xig ^L(f>EGi TtxoXsfxl^exai, ovös GidrjQcp, 
Ovd^ avTOlg ßsXssGGtv, a (xri ■d-sf.iig sGGsxat civd-ig. 
EiQ-^vTjv <5' s^ec Xaog Goxpbg, ogtvsq sXsi<pdnfi, 

385 Heigad-elg ■naxoxrjxog, iv' vgxsqov sv(pQav^€iiq. 

Mr]XQoXsxatf jtavGaG-9-s -d-QdGOvg, x6Xf4rjg xs naxovQyov, 
Ot xb itdXai TtttLdojv '/.oixrjv £7tOQLt,sx dvdyvcog, 
Kai xsysGt, TtÖQvag sGxrjGaxs rag Ttakat dyvdg, 
"YßqsGi, v.al v.oXdGsi, ^aGyiqiiOGvvr] noXvn6%d-(ff. "^ 

390 ^v Gol ydg f-ii]TrjQ xsxv(p d-ß-sfxiGxog sftiyr], 
Kai ■9-vydxifjQ ysvsxrjQL sc^ Gv^sv^axo vvfxcpr]' 
!Ev Gol v.al ßaGiXslg Gxöfia dvGf-WQOv s^sfxir^fvav, 
Ev Gol val xxr]vMv svqov voixrjv v.o'/.ol avögsg. 
^iyfjGOv, TtavSövQxs nanrj nöXi, voii.iov sxovGa' 



;«?5-,? 



SIBYLLINISCHE WEISSAGUNGEN. V. BUCH. 119 

Jenen, die Widder' und Schafe und Schaaren laut brüllender Kälber 

Und mit vergoldetem Hörn grosse Kälber als Opfer geschlachtet 355 

Für die leblosen Hermen und für die steinernen Götzen. 

Herrschen soll aber der "Weisheit Gesetz und der Ruhm der Gerechten ; 

Dass nicht der ewige- Gott im Zorne Vernichtung bereite 

Jeglichem Menschen-Geschlecht, dem Leben, und bösen Geschlechte, 

Muss man Gott, den Erzeuger lieben, den ewigen, weisen. 360 

- An dem. Ende der Zeit und gegen die Gränze des Mondes 
Wird ein Krieg durchwütben die Welt in Tücke und Arglist. 
Und von den Gränzen der Erde heran wird ein Mörder der Mutter 
Kommen als flüchtiger Mann und Böses aussinnen im Herzen, 
Welcher die Erd' insgesammt verwüstet und Alles bewältigt, 365 

Und welcher Alles erkennt, weit klüger als sämmlliche Menschen. 
Um die er selber verdarb, die wird alsbald er verderben. 
Und viel Männer richtet zu Grund er, und grosse Tyrannen, 
Und Alles steckt er in Brand, wie nie ein Andrer gelhan hat; 
Die aber richtet er auf, die wiederum fielen, mit Eifer. 370 

Aber vom Untergang wird viel Krieg entstehen den Menschen, 
Und ein Blutstrom wird zu den tiefen Flüssen hinströmen. 
Und es wird enden der Zorn dann in Macedoniens Feldern, 
Und ein Bündniss entsteht und vernjchtet den König vom Westen. 
Und ein winterlich Wehn wird dann die Erde durchslürmen, 375 

Und wiederum wird erfüllet das Feld mit schrecklichem Ki-iege, 
Denn von" dem Himmelsgeflld wird regnen Feur auf die Menschen, 
Feuer und Blut und Wasser und Blitz, und gewaltiges Dunkel, 
Und Verderben im Krieg und Dunkelheit bei dem Gemetzel 
Wird sie vernichten zumal die Könige dann mit den Besten. 380 

So wird enden nachher des Krieges schweres Verderben. 
Und nicht führt mit.Schwerdtern man Krieg mehr noch mit dem Eisen, 
Auch mit Geschossen nicht mehr, was fürderhin nicht mehr erlaubt ist.- 
Und das verständige Volk, was am Leben verblieb, wird dann Frieden 
Haben, nachdem es das üebel erprobt, um sich später zu freuen. 385 

Muttermörder, hört auf mit Wagniss und böslicher Kühnheit, 
Die ihr euch längst in Schande verschafft der Knaben ßeilager, 
Und^.^,Gemächern zu Huren gemacht die ehedem reinen, 
Fre^^pft;= und mit Gewalt und durch unziemliches Mühsal. 
Denn "dul'ch dich hat sich schändlich genaht die Mutter dem Kinde, 390 
Und die Tochter hat sich als Braut mit dem Vater verbunden; 
Könige haben durch dich den unseligen Mund sich beflecket ■, 
Durch dich fanden abscheuliche Männer der Thiere Beilager. 
Schweig, du erbärmliche Stadt, du schlechte, die schwelgt in Gelagen : 



120 . 21BYAÄIJK£IN AOFOS E. 

395 Ovxeri yccQ Ttaqa aaio to zrjg ^tXo-&Qefx/iiovog vXrjg. 
HäQS^evcual aovQac tzvq ev^eov evQrjaovaiv 
"EaßsGTai. Ttaqa aeto näXai TtSTCod^^evog oly.og,^ 
'^H.vLv.a dsvTEQOv sldov syw QLTtTOvfisvov ohiov 
ÜQrjvrjdbv, tvvqI Tsyyofisvov öid ^fit^og aväyvöv, 
400 OVaov asl ■d'älXovTa, Qsov rrjQ'i^f.iova vabv, 
!B^ ayliov yeyaäitaf xat acpd-irov- ccUv lövra, 
"Bx xpvyjjg IXTtitö^isvov v.ai ocöfiaTog avtov. 
Ov yccQ axrjdeattog alvst Qsov l| arpavovg ytjg, 
Ovde jTeTQr]v TtocrjGs aoq)bg Tearcov yiccga tovTOt£, 

405 Ov xQvabv -Maf-cov aitäTriv tpvxaiv x" easßccßdTj ' 
^XXcc f-iäyav yevsTTJQa Qebv tcccvtojv ■d-eoTtysvGTuv 
Ev -d-vaiaig eysQaiQOv y.al ayiaig ixaT6(j.ßaig. 
Nvv öe Tig i^avaßag acpavrjg ßaotXsvg xal avayvog 
Tavrrjv eQQLXpev 'aoL ccvoiy.odößrjTOv acprJKS, 

410 2vy TtXrid-Bi [.isyäXf^ -/.ai avÖQccac v.vdaXifxoiGiv. 
^vrbg d' wXero xsQaov srt' ad-avccTi]V eTtißag yijv 
KovasTt. arjf.ia towvtov ert avQ-qüiioiai tetvxto, 
Qare öoksIv irsQOvg ftsyccXr^v tiÖXilv e^aXa/tcc^ai. 
"HXd-s yccQ ovQavcwv vÜToyv ccvtjq fiay.aQlTr}g, 

415 ^K^jtTQOv ex(f)v ev xsqgIv, o ol Qsbg eyyväXi^sv, i 

Kai TtavTtov ly.qäxriGS xaAcüg, -naGi % aTtsdcoxe 
Tolg ayccd-otg rbv tcXovtov, ov ol tcqÖteqoi Xccßov ccvÖQBg. 
Häaag tJ' ex ßäd-giov elXsv jtöXeig ev itvql 7toXX(^, 
Kai drjfiovg ecpXe^e ßgoTcov tcov itQOG-d-e xaxovgycov, 

420 Kai TCoXiv, r]v sjTod-rjGe Oebg, Tavrrjv e7toirj<js 
WaiÖQOreQav aGTQcov te v.ai -^Xiov rjde GeXi^vrjg, 
Kai '/.OG^ov v.aT ed-iqx , ayiov ts [v£(x)v] eTtoirjGsv 
""EvGaQY.ov, xaXbv, TteqLxaXXea, r^d^ ercXaGS 
HoXXolg ev GtadioiGi (xeyav ■aal ccTtelgova TtvQyov 

425 ^vxSiv ccTtTOfxevov veq)eb}v, xal rtaciv OQarbv, 
"^are ßXsTtsiv itöcvrag TtiGTOvg näwag re dixaiovg 
jdö^av aidioio Qeov, 7te7to9^f^evov eiöog. 
.AvxoXiai, dvGteg re Qsov xXeog e^v/.ivrjGav. 
OvxeTi yaQ TteXerat deiXoiGi, ßQOTOiGc tcc detva, 

430 Ovde ya(j.oy.Xo7tiai, zal :rtaiöcov '/jonQig a&eafiog, > ^^^ 

Ov (pövog, ovde ^vöotfibg, egig d^ ev uaGi dixaia. 
YGrarog ead-^ ayiwv y.aiQog, ote tavxa rcEqaivei 
Qebg vipißQe/-ieTr]g, xTlGT7]g vaoto {leyiGtov. 
^i ai GOL, JBaßvXcüv %qva6d-Q0ve, %QVG07tediXe, 

435 üovXvevrjg ßaaLXeia, /.lovi] xÖGfioto xqarovGa, 



SIBYLLINISCHE WEISSA-GüNQEN. V. BUCH. 121 

Denn nicht mehr werden finden bei dir jungfräuliche Mädchen 395 

Göttliches Feuer des Walds, der so gerne die Flamme ernähret; 

Längst ist bei dir vertilget das Haus, nach dem man sich sehnte, 

Als ich zum zweitenmal sah wie jäh das Gebäude einstürtzte, 

Üeberfluthet mit Feuer, geschürt von unheiligen Händen, 

Das stets blühende Haus, des Herrn bewahrender Tempel, 400 

Welchen die. Heiligen bauten, und welche stets bleibend und ewig 

Man von Herzen gehofft und mit dem eigenen Leibe. 

Denn nicht nachlässig preist er den Gott aus unscheinbarer Erde, 

Bildete nicht einen Stein dazu der weise Baumeister, 

Schätzte auch hoch nicht das Gold, den Trug für die Welt und die Seelen: 405 

Sondern der grosse Erzeuger von Allem, was göttlichen Odems, 

Gott ward durch Opfer verehrt und heilige Hekatomben. 

Nun aber trat hervor ein König unscheinbar und unrein, 

Dieser stürzte ihn hin und liess ihn unaufgebaut liegen, 

Mit einer Menge vereint und mit ausgezeichneten Männern. 410 

Aber er selbst ging zu Grund, das unsterbliche Festland betretend ; 

Auch nicht ward den Menschen je mehr ein ähnliches Zeichen, 

Dass noch Andern es einfiel die grosse Stadt zu zerstören. 

Denn vom himmlischen Lande herab ein glücksehger Mann kam, 
In den Händen er hielt ein Skepter, das Gott ihm behändigt, 415* 

Und über Alle gebot er mit Ruhm, und allen den Guten 
Gab er den Reichthum zurück, welchen frühere Männer genommen. 
Sämmtliche Städte zerstörte mit vielem Feur er von Grund aus. 
Und verbrannte die Sitze der Menschen, die Böses verübet 
Ehmals, aber die Stadt, welche Gott wohlgefiel, diese macht' er 420 

Glänzender ials die- Gestirn', als die Sonne und als wie der Mond ist. 
Zierte sie aus mit Glanz, und schuf einen heiligen Tempel, 
Körperlich sichtbar und schön und prachtvoll, auch formt' einen Thurm er 
Viele Stadien lang und gross und gar unermesslich, 
Welcher die Wolken berührt' und von Allen war zu erblicken, 425 

So dass alle die treu und gerecht nun konnten anschauen 
Gotles des ewigen Glanz und seine ersehnte Gestaltung. 
Aufgang und iNiedcrgang hat die Herrlichkeit Gottes gepriesen. 
DenO?4nichts Schlimmes wird mehr den armseligen Menschen zustossen, 
Aj^^ftikein Ehebruch mehr und schändliche Liebe der Knaben, 430 
Nichtj^ehr Mord und Tumult, nur gerechtes Eifern ist Allen. 
Endlich erscheinet die Zeit der Heiligen, wo dies vollführet 
Der hochdonnernde Gott, der den mächtigen Tempel gegründet. 

Wehe dir, Babylon, weh, goldthronend, mit goldenen Sohlen,^ 
Du vieljähriges Reich, das allein beherrschte die Welt einst, 435 



122 ZIBtJÜIJKSlN AOrOZ E. 

jff To TtccXac fisyaXt] kocI TtafiTtoXig, ovxsrt xslat] 
OvQsacv €v xQvoioig xal vdficcaiv Evtpgi^TOio' 
2TQto^ar] aetafzoTo xqöv(^. IlaQd^ot de ae decvoi 
.nävra nQccTstv eTtolrjaav. ""E^e ot6[i acpifxov, aväyvrj 

440 XaXdalcoy yeveri ' n'ip eiQso, f^rjös fxsQifxva, 

niog üsQacov ag^sig, r] jtöig Mrjdcov ts yigaTi^aeig' 
Eiveaa yaq Ttjg arjg agxrjg, fjg eaxeg, o^rjQU 
Eig 'Pcof.irjv 7t€f.cipaaa, 'acu ^^aaidv SnfjTsvovGce, 
ToiyccQTOt xavTr] ßaaCXlg q)QOV€Ovaa, eig XQiaiv 

iibl^TriKtov rj^stg, lov stvexcc Xvtqu jvs7tof.i<pag' 

^töastg d' -avTi Xöyiov <y/.oXiä)v TtixQOv ypXoy sx^QOlg. 

"Earai (5' varaTicp xccigcp ^rjgog jtOTB Ttövrog, 
KovKSTi Ttlcorevaovoiv eg 'IraXirjv Ttors vrjsg, 
l^oalg (5' ij f-isyäXr] tots ^äf.ig)OQog saaetat vöcoq, 

450 Kai KQi]Trjg jtsölov. KvrtQog tJ' e^st [xeya Ttrjfia, 
Kai JI(xq)og ai^si dsivbv (.lögov, Sars vorjaai. 
Kai 2aXd[.uva TtöXiv (.isyaXT^v {xeya 7trjf.ia Ttad-ovaav 
Nvv [xev xeQGog, axag^tog €7t' fiövog eaaerac av-d-ig. 
"A'AQlg d' ovx oXiyri x^öva KvTtqiov s^oXo-d-gevasc. 

455 Eig TvQOv, aivö^OQOi [xegOTtsg, y.XavGsad-e ßXeTtovteg. 
Ooivixr], öeivSg as /.levet %6Xog, axQt rteaeiv ae 
ÜTCüfxa y,axbv, ^eiQrjvsg ortoig v.XavauiV'tai aXrjS-cog. 

"EoTacd' Ev TtefXTtTri yevefj, ot" eTtavaaz^ oXe&Qog 
jiiyvTtxov, ßaaiXyeg orav. f.u%&ojaiv arjöeig, 

460 IIaf^q)vX(ji}v ysveal v.eig udtyvTtvov v.ad-sdovvTai, 
""Ev TB MaKTjöovir] xal ev 'Aaaldt xal ^vnioiat 
KoGfioßaQTjg TtöXe^og, fioXvaifiaTog ev v.oviißaiv, 
"Ov Ttavasi 'Pc6f.ir}g ßaaiXevg 6va(xcüv re dvvaozai. 
Xetfj.eQirj OTtotav Qi^trj azd^i] XLOVMÖrjg, 

465 üfjyvvfievov [xeydXov noraf-iov Xifxvwv ts fieylarwv, 
Ev^vg ßdgßagog oxXog eg Idaalda yaiav böevaec, 
Kai QQaxcüv oXeaet decvbv yevog, cog aXaTtaövbv. 
Kai zoTS ■S-v/xoßogoL (.leQOTteg ■xarsdovai yovrjag, 
^ifi^ Tet-QÖ/j-evoc, xal sSeafiara Xaicpaacovrai. 

470 JJdvTtov 6* hl (.isXd^Qcov -SiJQeg xaredovat rgaTteCav, 

udvToL T^ , oiwvoi. TS ßgoTOvg xaTedovaiv a7tavTa$. . '^ 

'£2-/.eav6g ts Kaacov TtXriGd-rjGeTai Ix 7tOTay.oXo 
Al(.ia%ösig, Gagzag tb aal a%ixaTa tcov avorjvcov. 
Eid-" ovTcog oXtyTqTisXi'ri eGSTcit KaTcc yaiav, 

475 "ÜGTS voscv avögüiv t' dgid^f-ibv, fisTQOv ts ywaiz/MV. ■ 
Mvgia ö' oiixü^et öeivij ysver] y.gcta Tegficc 



'-^'Äfc 



SIBYLLINISCHE WEISSAGUNGEN. V, BUCH. 123 

Das ehedem so gross und AlJitadt war, nicht mehr wirst du 

Lagern auf goldenen Bergen und an den Wassern des Euphrat ; 

Beim Erdbeben sinkst du dahin. Die schrecklichen Parther 

Haben bewirkt, dass du Alles besiegt hast. Du aber unreines 

Volk der Chaldäer den Mund halt', und sprich nicht und sei nicht in Sorge, 446 

Wie du die Perser regierst, oder wie du die Meder bewältigst; 

Denn wegen deiner Herrschaft, die du besassest, «hast Geiseln 

Du gesendet nach Rom und wärest Asien dienstbar: 

Drum wirst auch du, die verständige Königin zu dem Gerichte 

Selbst der Attiker kommen, um welche du Lösegeld sandtest; 445 

Gibst auch bitteren Zorn für tückische Worte den Feinden. 

' Aber am Ende der Zeit wird einst völlig trocken das Meer sein, 

Schiffe werden dereinst nicht mehr nach Italien fahren ; 

Asien aber wird dann, das fruchtbare, grosse, ein Meer sein, 

Und das Cretensisehe Feld. Aber Cypern erfährt grosses Leiden; 450 

Auch wird ein schreckliebes Loos über Paphos kommen, auch wird man 

Sälamis schaun, die gewaltige Stadt, viel Leiden erdulden; 

Jetzt liegt sie unbebaut und unfruchtbar forthin am Gestade. 

Aber das Cyprische Land werden Heuschrecken - Schaaren verwüsten. 

Wenn auf Tyrus ihr schaut, höchst unglückliche Menschen, so weint ihr. 455 

Deiner Phönizien harrt schwer Zürnen, bis dass du dahin sinkst, 

IJebelen Falles, sodass die Sirenen ganz aufrichtig weinen. 

Aber im fünften Geschlecht wirds geschehn, wo aufhört das Verderben 
In Aegypten, alsdann wann sich schändliche Herrscher verbinden, 
Und aller Stämme Geschlechter sich lagern im Lande Aegypten, 460 

In Macedonien und in Asien und unter den Lykern 
Ein verderblicher Krieg haust, blutig im Staube sich wälzend; 
- Welchen ein König von Rom und die Herrscher des Abendlands dämpfen. 

Wann ira Winter der Sturm mit Schnee vermischet daherfäbrt, 
Wann der gewaltige Strom und die grössten Seen erstarren, 465 

Dann wird sofort ein friemdländischer Tross in Asiens Land ziehn 
Und den gewaltigen Stamm der Thraker wie Schwächlinge tödten. 
Und dann werden unglückliche Menschen die Eltern verzehren, 
Und von Hunger gequält die Bänder der Knochen verschlucken. 
Und wilde Thiere verzehren ihr Mahl in allen Gemächern, 470 

Siefuhfl die Raubvögel werden die Sterblichen alle aufzehren. 
Und der Öcean wird durch den Fluss an Frevlern sich füllen, 
Blutigroth vom Fleisch und Blute der thörichten Menschen. 
So wird darauf eine kärgliche Rastzeit entstehn anf der Erde, 
Dass man erfährt die Zahl der Männer und Anzahl der Frauen. 475 

Aber ein starkes Geschlecht wird gewaltig wehklagen am Ende, 



124 SIBYMAIJKnN A0rO2 E. 

'Heliov dvvovTog, iV %ii7tali (xrjY.e't' äveX&ji, 

'ßjtfcavou f^slvag tV* ecp^ vöaat ßaTtTtad-eirj' 

IIoi.Xiüv yÜQ {XEQOTCtov eldsv xaxoTiyTag avayvovg. 
ASO^Eatat dk ayioxÖnaiva nsql fxsyav ovquvov avTOv, i 

Id^Xiig d* ovy. okiyr] y.6o{xov itTv^ag ccfttpcxaXvipsi. 

^svTSQOv, avTccQ enBvca &eov cpccog riy£(.ioveiGsi- 

^^vdqäai Tolg ayad-filaiv, oooi Qeov s§vjitvr]aav. ' 
^lai, S-sa TQiTaXaiva, fxevsig d' eTil xsvfxaaL NsiXov 
485 ßlovvr], ]iaivag atcxxvog, erc). ipcc^äd-otg IdyJgovTog, 

Kovyievi, aov (.iveLa ye i-ievei zavä yaiav UTtaaav. 

Kai Gv, 2eQ(XTCt, XlS-oig sjtiyisifievs, TCokXa (loyTriGeig ' 

Keiari 7iTÖ}i.ia fieyiGtov sv ^iyvTtxt^ TQiTaXalvir]. 

"Oggoi, (5' ^iyvTtrov 7t6d-ov ijyayov elg Ge, UTtavceg 
490 KKavGOvxat Ge xaxftJg * vovv [(?'] acpd-cxov ev cpQSGi ■d-evTsg, 

FvcoGOwac ae xb (xridev, oGoc Qeov £§v/zvr]Gav. 
Kai xtg EQEi Tüjv Ieqecov \Xiv6Gxolog\ avrjQ, 

^evxE Qeov xifiEvog v.alov GxrjGcofiev ccXrj&eg * 

^Evxe, Tov ex TXQoyöviov Öelvov v6[xov akXa^coi-iEV, ' 

495 Tov xäqtv rj Xid-Lvoig r] OGXQay.lvOLGt d-Eoi-Gc 

ÜOf-iTtag xai xelexag TtOLOvuevoi, ovy. svorjGav. 

2xQEXpü)[.iEv xpvxag, Qeov äcp&cxov E^vfxvovvxeg, 

^vxbv xbv yEvexrJQa, tov aiötov yeyacljva, 

Tbv TtQVxaviv Ttdvxcov, xbv aXrj^Ea, xbv ßaGiXija, 
500 WvxoxQÖcpov yevEviJQa; Qeov f^syav, alhv kövxa. 

Kai töx^ EV ^lyvrcxit) vabg (j-syag eggetui, ayvbg, 

Kslg avxbv Svoiag oXgel labg d-EOXEv/xog. 

KeLvolgl dcoGEt Qsbg acpd-lxcog ßiOXEVEiv. 

^yiX^ oxav EXTtQoXiTtövxEg '' avatdea <pvXa TgißaXXöiv 
505 ^Id-LoTtEg fiEtvcoG ^lyvTCxov irjv te agovoO-ai, 

"'Ldq^ovxav xaytöxrjxog, %v' vgxequ rcdvxa yEvrjxaL. 

Nr]bv ydg xad-EXovGi [.leyav ^iyvTtxiäöog y^g' 

!Ev Se Qebg ßgE^ei yaxd yrjg ÖEivbv yßXov avxolg, 

"SIgt^ oXegüi Ttävxag xe aazovg Ttävxag x avöfiovg xs. 
510 KovxEXC drj cpEiöcö xlg y" eggexkl ev xd:ovl xslvr], 

^vS-^ cbv ovx EcpvXa^av o /luv 0£Og lyyväXi^ev. 
^HeXIov cpasS-ovxog ev aörgdoLv sldov UTtEiXijv, 

"Höh GEXr]vair]g östvbv yöXov ev GXEQOTtfJGiv * - , , 

"IdGXQa fxdxr]v ujÖlve' QEOg d^ etzexqe^e (xäxEGd-ai. 
515 ^^vrl yccQ rjEXiov fiaxQal q)X6yEg EGxaGiaCov ' 

OcoGcpoQog EGXE (.idxqv ETtißdg sg vöüxa Xsovxog' 

'H 6e GEXiqvaLrig dixEQiog riXXcc^axo ixvg. 



SIBYLLINISCHE WEISSAGüNCpf. V. BUCH. 125 

Da w(i die Sonne sich neigt, auf dass sie nicht wieder aufgehe, 

Und unters Wasser getaucht- im Oces^n dorten verbleibe : 

Denn viele Menschen -hat sie geschaut in unreiner Verderbtheit. 

Aber stockfinstere Nacht wird den grossen Himmel umfangen, ^ 480 

Und die Falten der Welt nicht geringer Nebel einhüllen. , 

Doch wird das göttliche Licht nachher auch wieder regieren 

Ueber die trefflichen Menschen, die Gott Loblieder gesungen. 

Isis, unglückliche Göttin, allein an den Wassern des Nilsü-oms, 
An des Acherons Sand, regellose MänadCj verbleibst du, ■ 485 

Und das Andenken an dich auf der ganzen Erde bleibt nicht mehr. 
Auch du, Serapis, auf Steinen dasitzend, wirst vieles erdulden, 
Wirst als gewaltige Leich' im elenden Äegyptien liegen. 
Wer in Aegypten nach dir ein Verlangen aber gehegt hat, 
Alle beweinen dich sehr ; doch wer ewgen Verstand in dem Herzen 490 
Trägt, wird erkennen, dass du nichts bist, jeder Gottesverehrer. 

Und- von den Priestern wird ein in Linnen gekleideter sprechen: 
Auf, und lasset uns Gott einen schönen Tempel in Wahrheit 
Aüfbaun und das böse Gesetz der Vorfahren ändern, 
Weshalb wann Götzen von Stein oder Götzen aus Thone- geforraet 495 
Sie Festzöge gemacht und' Feste, sie dies nicht erkannten. 
Lasst uns bekehren das Herz und dem ewigen Gotte lobsingen, 
Ihm dem Erzeuger und der von Ewigkeit immer gewesen, 
Ihm dem Beherrscher des AU, dem wahren, und welcher der König; 
Ihm der das Leben als Vater erhält, Gott, der gross ist und ewig. 500 
Und in Aegypten wird dann ein grosser und heiliger Tempel 
'Sein, und darin wird das Volk, welches Gott sich erwählete, opfern. 
Ihnen wird Gott dann verleihn, auf dass sie ewiglich leben. 

Wann aber lassen im Stich der Triballer schamlose Geschlechter 
Die Aethiopier einst, um Aegypten für sich zu bebauen ; 505 

Dann wird ihr Frevel beginnen, auf dass Alles später geschehe. 
Denn sie zerstören den Tempel, den grossen im Lande Aegypten: 
Aber auf Erden wird Gott, erschrecklichen Zorn ihnen senden. 
So dass die Freveler all und die Bösen sämmtlich verschwinden. 
Reine Schonung wird auch in jenem Land sich mehr linden, 510 

Weil sie nicht haben bewahrt, was Gott ihnen ehedem auftrug. 

In den Sternen sah ich das Drohen der leuchtenden Sonne, 
Und des Mondes schrecklichen Zorn in dem Blitzstrahl erblickt' ich. 
Sterne gebaren die Schlacht, und Gott hatte Kämpfe bewilligt. 
Denn statt der Sonne befanden sich lange Flammen im Aufruhr; 515 

Lucifer hielt die Schlacht und stand auf dem Rücken des Löwen; 
Aber des Mondes zweifaches Hörn war verändert im Umkreis. 



126 SIBTAAIÄKSIN AOrOS E. 

^iy6-/,SQ(ag STcXrj^e veov ravgoto rdvovva' 
TavQOg d' aiyoKSQioTog a^i^Q0(xöe voatifxov ^f.iaQ. 

520 Kai L,vybv utQicov a7tEv6ag)ias /.irjxeTL fielvai' 
naq&ivos ev kqh^ didv/xcov fiXXa^ccto (loiqav 
nXsiccg <5' ovxsv' ecpaivs' ÖQonicDv 6 rjQvrjaaTO ^cövrjv 
'l'/,d-vag siasdvovio ■nava ^loaTtJQcc Xeovrög. 
KttQ'Äivog ovK ivifjteivsv, edsiae yaq wQicova' 

525 ^KOQTtiog ovQccv sjtrjl^e dca deifoto Xeovrog' 
'H ÖS nvwv üilia-9-ev cctvo cploybg ^sXioio' 
"^YÖQOxöog ö' 67tvQ(oaB jiivog xQaTSQpio q)aetvov. ' 
'ß^TO nev ovQccvbg <xmog, scog iziva^e (xaxTqzag' 
Qv/xcad-slg ö' 'sqqlxIjs xaTaTtQrjVEig enl yalav. 

530 PLfiqia fisv ovv TtXrjyavTeg eic' utXEavolo hosrqa, . 
'Hxpav yalav artaaav' 'e/neive d' avaarsQog aid-rJQ. 



SIBYLLINISCHE WEISSAGUNGEN. V. BUCH. 127 

Und es stiess ins Genick dem jungen Stiere der Steinbock; 

Aber dem Steinbocke nahm der Stier, die Hoffnung zur Heimkehr. 

Auch versagte das Joch Orion, dass nicht mehr es bleibe, 520 

Und der Zwillinge Loos hat die Jungfrau im Widder geändert. 

Und die Pleiade' erglänzte nicht mehr, und die Schlange versagte 

Ihre Zone, zum Gürtel des Löwen tauchten die Fische. 

Nicht ausharrte der Krebs, denn Furcht hatte er vor Orion. 

Der Skorpion durch den schrecklichen Löwen äutch nahte dem Schweife ; 525 

Und es barg sich der Hund vor der flammenden Sonne; des starken 

Leuchters Muth aber setzte der Wasserträger in Flammen. 

Selbst der Himmel erhob sich, bis dass er die Kämpfer erschüttert, 

Und im Zorne er jählings hinab sie stürzt' auf die Erde. 

Schnell nun warfen sie sich auf des Oceans Wasser, und gänzlich 530 

Setzten in Brand sie die Erd', und es blieb ohne Sterne der Himmel. 



^■- 



TßN 2IBYAAIAKßN 

xph:sms2n 

^Or02 EKT0 2. 



^^^avarov (leyav vlbv ccolötixov Ist q)Q£vog avöw, 
'Q.t d-QOvov vxpLOTOQ ysverrjg Tta^iduns laßead-ai, 
OvTtix) yevvrjd-evxi.' eitel xara aägxa dod-eiaav 
^yeg^T], nQO%oaiQ a7toXovaä[xevos Ttoxafxolo 
5 ^loQÖdvov, dg cpegerai yXavxi^ Jioöl xv^iara avQtov ' 
^Og, jtvQog exq>ev^ag, TtqojTog Qebv oipetai ■^dvv, 
JIv€v(.iaTt ytvöfxevov Xevxatg TtzegvyeoaL TceXeirjg. 
uäv-difjaet 6^ avd'Og "nad-aQOv, ßgvaovat de Ttävra. - 
ziei^eb d' av&QioTtoiatv oöovg, öei^ei de y.eXev-&ovg 

10 QvQ'avlovg' Ttävzag de aotpoXg fiv-9-ocGi didd^ei. 
"Id^eL d^ eig ts dixrjv nal jteioei Xaov anex^,, 
^ivezbv avyjiqoag TtatQog yevog ovQavidao. 
Kv(.iaTa TteUevaei, vovaovg d' dvdqüv aitokvaei, 

■* JS^Tjcrti Te^rjioTag, ccTtwaerat äXyea noXka ' 

15 ^jc de fitrjg GJteiQTJg ccqvov xOQog eoaerai dvägcov, 
Olxog orav ^aßid cpir} cpvrov' ev %eQl d' mirov 
Köofiog okog, %al yala, y.ai ovqavog, r^dh ■d-äXaaoa. 
i^aTQccipet d^ eTtl yrjv, olöv iroze cfioTa cpavevra 
Eldov ciTt akXrikiov TtlevQcov dvo yevvrj-9-evTa. 

20^jEaaeTai., r/vma yaZa xf^Q-rjaerat elrtidi rcatdög. 

2oi de fiövji, 2odof.üvi yaLr], v.av.a Tci\i.ia%a°v.elTai' 
^vrrj yctQ dvacpQtov tov obv Qebv ovk evörjoag, 
Jlaitpvra -dyTiToXat voiiiiaaiv ' ciXK an axav&rjg 
'Eaiexpag aTe<päv(p, (poßeQrjv de xoXrjv exegaGaag 

25 Eig vßQiv y.al 7tvevy.a' xö GOi v.av.a niiiiaxa xsv^ei,. 
'ß ^vXov (o (.icmagiGTOv, ig)' (^ Qebg e^evavvG^t]' 
Ov% e^ei. ae y,d'ci)v, aXX' ovgavbv olv.ov eaSipei, 
'^H.vLv.a aaTQÜipifi xb veov Qeov enitvQOv 0[X(xa. 



SIBYLLINISCHE WEISSAGUNGEN. 

SECHSTES BUCH. 



Herzlich besing' ich den Sohn des Unsterblichen, gross und voll Ruhmes, 
Welchem den Thron zum Besitz übergab der höchste Erzeuger,, 
Eh' noch geboren er war; denn im Fleische, das ihm verliehn ward. 
Trat er hervor und liess waschen sich ab' in des strömenden Jordans 
Reichlichem Guss, der mit bläulichem Fusse die .Wellen fortwälzet. 5 
fiSir-auch dem Feuer entflohn, wird zuerst Gott den lieben erblicken. 
Ihn den erzeugte der Geist in der Taube weissem Gefieder. 
Und aufblühen wird er, eine reine Blume, und üppig 
Spro^st Alles auf. Und den Weg und die himmlischen Pfade wird zeigen 
Er den Menschen und alle in weiser Erzählung belehren. 10 

Und zur Gerechtigkeit führt er und reget das feindhciie Volk an, 
Preisend das ruhmreiche Geschlecht des hinimlisclien Vaters. 
Wandeln wird er auf dem Meer und heilen Krankheiten der Menschen; 
Todte wecket er auf und vielerlei Leiden vertreibt er; 
Und aus Einem Netze mit Brod macht satt er die Menschen, 15 

Wann das Davidische Haus einen Spross treiht; in dessen Hand wird " 
Sein die gesammte Welt und die Erde, der Himmel, die Meerflulh. 
Aber im Nu wird er sein auf der Erde, wie einst ihn die Menschen 
Sahen erscheinen, die zwei, die den Seilen einander entsprossen. 
Dies wird geschehn wann die Erde sich freuet der HofTiiung des Kindes.- 20 

Dir nur allein, Sodomilisches Land, sind Leiden beschieden: 
Denn böswillig hast du deinen Gott nicht wollen erkermen. 
Welcher das sterbhche Sinnen verlacht; sondf^rn flochtest aus Dornen 
Ihm einen Kranz und mischtest dazu ihm die schreckliche Galle, 
Geistigen üebermuths voll; dies bereitet dir übele Leiden. 25 

glückseliges Holz, an welchem einst Gott ausgespannt war!. , 
Nicht wird die Erde dich halten, das Hiromelshaus wiist du erblicken. 
Wann im Glänze aufs Neue erscheint die Lichtgeslalt Gottes. 



TßN 2IBYAAIAKßN 

XPHSMÜN 
ylOr02 EBJ0M02. 



['ß 'Poöe, declairj' ae yccQ TtQÜtrjv, as SaxQvaco.] 
''EaGjj de Ttgürr) TtöXetav, TtQbmq 6' aTtoXiaarj, 
l^vÖQüiv fi€v xrjQrj, ßiövov de [ye] TtdfAJtav ccdevKi^g. _ 
^^rjle, Gv (xkv Ttkevaeig, zal eq)' vdarog aazazog eaaij. 
5 KvTtQB, (xe 3' e^oXeaei yaftiyirjg Ttoxe KV(.ia S-alccaarjg. 
JSixeXii], q)Xi^ei ae to yiawfisvov aarcc aov TtvQ.* 



Ovd^ ccXeysLv rb Qeov cpößeQov xat ijtrjQaTov vSoiq, 

Nojs Tig hc TtävTcov (lOvvog g)vyag rjXvd-ev avögcov. 

UXevaet yij, TtXsvaet. de oqtj, itXevaet de -/.cd aiä-^Q. 
lo"YdcnQ ^azai Tvccvra, xat vdaai Ttävr' ciTtoXeirai. 
STTqaovtai, d" avefioi, xät devregog %aaezai äliov. 

^£i 0Qvyir], TtQwrr] d' avaXdi.ixpeig vdarog äxQOV' 
Hqcottj d' eig daeßetav aTcaQvrjairj Qeov avri., 
"jdXXoig eidcjXoig xexcegia/^svrj, oaaa ae, detXrj, 
w'EioXeaei, TioXXöiv 7teQireXXof.idvü}v eviavrojv. 

^iS-loTteg dvaxYjvoi, vjt' »Xyea ohxQa Tta^-ovreg, 
'Pofxtpaiatg TtXti^ovrai vtco XQoa TteTCTTqmzeg. 

TrjV XmaQrjv ^YyvTirov del arayjveaac neXovaav,- 
"'Hv NelXog vrjyiTOig vtio 7iv(.iaaty ejctd f.ie^vay.ei, 
20 ^XXiqXcav ef.i(pvXog eXsi aräaig ' evd-ev deXmiog ■ 
\dveQeg e^eXäaovai tov ov -d-ebv dvdQceaiv ^Aitiv. 



SIBYLLINISCHE WEISSAGUNGEN. 

^EBENTES BUCH. 



Bbödus, unglückliches du; denn dich will zuerst ich beweinen: 
Unter den Städten die erste, wirst du zuerst auch zu Grund gehn, 
Männerentblösst, doch an Lebensbedarf ohne Mangel in Allem. 
Deios, auf Schiffen zwar föhrst du, schwanken wirst du auf den Wassern. 
l€ypern dich stürtzet dereinst die Welle des bräutlichen Meeres. 5 

Dich Sizilien verbrennt das unter dir brennende Feuer. 



Nicht sich kümmern um Gottes erschrecklich und liebliches Wasser. 

Noa allein kam an, entronnen von sämmtlichen Menschen. 

> > • . • 

Schwimmen wird Erd' und Gebirg, der Himmel selbst schwimmet im Wasser. 

Wasser wird überall sein und durch Wasser wird Alles zu Grund gehn. 10 

Aber die Stürme ruhn und ein zweites Zeitalter beginnet. 

Pbrygien du wirst zuerst auf den Wassern oben erscheinen. 
Aber dif selbst wirst zuerst Gott aus Gottlosigkeit' läugnen. 
Weil du ah andern Götzen dich freust, die, unglückliche, dich einst 
Richten zu Grund, wann viele Jahre den Umlauf vollendet. 15 

Die unglücklichen Aethioper, unter Schmerzen das Böse 
Leidend, werden durchs Schwerdt bei zitterndem Leibe erschlagen. 

Das beständ'ge Aegypten, das stets um Getreide besorgt ist. 
Welches der Nil siebenmal mit schwimmbaren Fluthen berauschet, 
Wird vernichten ein Krieg der Stämme ; sodann unverhoffet . 2© 

Werden die Menscfren den Apis, der kein Gott für Menschen, vertreiben. 

' . 9* 



132 2IBYJAIJK£IN AOTOZ Z. 

^l cä, u4aodix€ia, av d' ov Qebv ovtzoz^ Idovaa 
Wevoj], ToX^rjQT^' [Tilvaei] de ae Tcvfia ^vxoio. 



^vTog 6 ysvvrj&sls 6 /.isyag Qboq, og [T£^a] jtoXXa 

25 IIoirjGsi, '/.QBfxäasL dh dt ald-sQog cc^ova (isaGov, 
^TTjaei 6' avd-QcaTtoiGi, (xdyav q)6ßov vxpöa^ idsad-at, 
KLova fiSTQTjaag (xsyccl(p tvvqI, ov QU'&dfiiyyeg 
^v-S-QWTtiov oXeGOvat yevTq, xana drjXrjadvTtov. 
''EoTat ydq tvots v.oivog ccva^ XQOvog, evd-a öh qjoiTeg 

3ö'E^iXdaovat Qsov y', dXX^ ov jtavaovaiv dviag 
^^XqävTOvg. <daß\d de öi" d'iv.ov Tvävxa TsKsivai. 
T^ yciQ x" avTog sowas Qebg [d-govov] syyvaXi^ag' 
Ol dh diayyelri]Qsg VTtal Ttoal KOifirjdovraq^ 
0% TS [TtvQoTg] q)aLvovGi, v.ai ot jtOTafioXg cpaivovGiv, 

35 Ol x' aGXT} Gtö'CovGi, xal ot Tti^itovGiv arjxag. 

noXXoXg ö' av xalsTtog ßiog dvd-QWJtOLGLv ^i7t£iGLv\, 
EiGdvvoiv xpvxcuGi, y.al aXXccGGOiv q>Q€vag ccvdgoiv. 

^XX oxav Ix Qi^rjg ßXaGxog väog of.ifiaxa Xvcf},; 
Ttjv xxcGiv, tjv Ttoxe TtaGc xgotprjv disöcoxe TtsQiGGrjv, 

40 Kai xd fihv d^qn XQ^vocg eoxav rcXeov. ^AX")^ oxav aXXoi 
'l^Q^iüvxai UeQGai, fj.äxificov q)vXov, avxiKa dstvol 
"'Eggovxui ■S'dXafioi vv[i(pwv öid dvGvOfia gjvXa. 
"E^st ydg f^rjxr^Q ebv vlea v.ai tcÖgw viog 

"■ Mrjxeqa örjXi^Gef ■dvydxrjQ ö^ S7tl TtaxQi vXi&etGa 
» 45 Bdqßaqov VTtvwGsi xovxov vöfxov. "YGxeqa d^ avxoXg 
"^TiXdfixpsi, ^PwfiaXog aQrjg jtoXXrjg aTio Xoyxrjg, 
Alfiaxi ö^ dvÖQOixscp itoXXijv x^bva qjVQrjGOvatv. 
"ixaXirjg dh TtQÖpiog xoxs g)ev^sxac'€Z öoQog dXxijs. 
Aeixpövai d^ stci yr^g XQ^^V ^^X'^Q^yH-^'^ov av-9-og, 

bO^xjtQOfioXov xs q)£QOv ys dsl Grjfistov dvdyxrjg. 

'EGxai fii]v OTs utaaa kuxt] -aal dvGfxoqo^g ohixgug 
'iXidg [sialevat} xdcpov, ov ydixov, evd-a ßad-siCc '' 

KXavGOvGL vv[i(pai, ort 6rj Qebv ova ev6r]Gav, 
A.XX aiei xvf^Jtdvoig xal 'AQOxotGiv ^x^'*' edcoxav. 

55 Mavxsvov, KoXocpuv ' f4^eya Goi xgefiaxai, fpoßsQOv tzvq^ 
QeGGaXirj dvGvv}i(pe, ae d^ oiperac ovuexi yala, 
Ovöh xeq)Q7!jv, TiXevGrj xs [lövr] grvydg ^TtsiQOio' 
[Ovxtog], (o xX^i^oVf GKvßaXov TtoXifiov Xvyqbv saai], 
Slxvai xat Ttoxafiolg xai goitgiah^at TtsGovaa'. 

60 'ß, rA^jMov ye Kogivd-e, av 6' dfiq)^ avxrjv ßccQvv ägrjv 



SIBYLLINISCHE WEISSAGUNGEN. VII. BUCH. 133 

Weh, weh, Laodicäa, Gott hättest du niemals gesehen 
Lügest verwegene du; dich verwüsten die Wasser des Lykus. 



Er der grosse, geborene Gott, der Wunder in Menge 

Thut, der wird eine Axe aufhängen mitten am Himmel, 25 

Und grossen Schrecken den Menschen hinstellen zu schauh in der Höhe, 

Eine Säule mit mächtigem Feur zumessend, die Tropfen 

Richten die Menschengeschlechter zu Grund, die Böses verübet. 

Denn unrein wird die herrschende Zeit einst sein ; doch dann werd«i 

Gott die Menschen anflehn, aber die unsäglichen Leiden 30 

Hören nicht auf. Und diirch Davids Haus wird Alles erfüllet. 

Denn ihm hat Gott selbst den Thron verliehn und behändigt; 

Und es werden die Engel ihm ruhen unter den Füssen; 

Ein Theil herrscht übers Feur, die anderen über die Flüsse, 

Andere wahren die Städte, noch andere senden die. Winde» 35 

Aber lasten wird schwer auf vielen Menschen das Leben, 

yfie es die Seelen beschleicht und den Sinn der Männer vwändert. 

Doch wann gestorben der neu hervor -aus der Wurzel Entsprossne, 
Als ein Erwerb, den er Allen reichhch zur Nahrung gegeben; 
Dann wird auch dies in der Fülle der Zeit geschehn. Doch wann andre 40 
Perser, ein streitbarer Stamm, regieren, dann werden entsetzlich 
Alsbald sein die Gemächer der Braut wegen böser Geschlechter. 
Denn den eigenen Sohn wird die Mutter haben als Gatten, 
Und die Mutter bethört ihr Sohn; und die Tochter, beim Vater 
Liegt sie barbarischen Brauchs und schläft. Doch später wird ihnen 45 
Blitzen. der römische Mars herab von zahlreichen Speeren; 
Und sie röthen das Land weithin mit dem Blute der Männer» 
Aber Italiens Anführer wird vor der Stärke des Speers dann 
Fliehn, und im Lande man lässt das in Gold gemeiselte Zeichen, 
Ragend hervor, und das allezeit trug ein Zeichen des Zwanges. 50 < 

Einst wird ganz Uion, das schlechte, unglückliche, sdbreckhch 
Sinken hinab in das Grab; keine Hochzeit ist, worüber bittre 
Thränen die Bräute vergiessen, dieweil sie Gott nicht erkannten. 
Sondern die' Cymbeln schlugen beständig bei rauschenden Tänzen» 

Kolophon, frag das Orakel, dir droht Feuer gross und erschrecklich. 55 
Du unglückliche Braut, Thessalien, dich wird die Erde 
Nicht mehr schaun, auch verbrannt nicht: allein dem Festland entflohen 
Fährst du daher und wirst unglückliche, so sein des Krieges , 
Trauriger Auswurf und stirbst durch reissende Flüsse und Schwerdter. 

Korinth, unglückliches, du wirst den drängenden Ares 60 



134 2IBYJAIJKSIN AOrOS Z. 

^e^j], daikait], v.ai ev aXXi^Xoig ccTtoXsia-S-e. 

Tvge, ai) 6' t^XIhcc li^ipf] fiovt] ' evasßiiov yaq 
Idvögcüv Xf^QVS (^VS oliyrjTtallt] ae dioiasc. 
^A, 2vQlrj KoHr], Ooiviviojv VTtavov avdqojv, 

65 OFg €7tsQevyofidvr] Y.eltai Brjgvzcag aXfir}, 

Thfj[4.(av, ovx 'syvtog rbv abv Qsbv, [og] itor' akovaev 
'loQÖävov av vdäxaoGi, xctt aTttctro rcvavfia ajt' avt^, 
'^Og JtQiv V.CU yaiiqg ta xat ovgavov aoTagoavpog 
Avd-ivrrig yevrjTO köyij^ üaTQog, jtvevfiaTC d' ayv0 

^0 2ccQx.' avdvaäi.iavog, raxvg imraTO Ttargog ag d'iv.ovg. 
TgaZg ö' ccvrqi itvqyovg (läyccg ovqavbg aaTrjgi^av, 
Ev T(p di] vaiovac Gaov vco^i'^Togag aO'S-kol, 
'EXTtig t', evaäßiT] ra, Gaßaofioavvrj ra Tio&aivr], 
Ov XQVG(^ xaigovaa, r) agyvQip, cckla Gaßaa(xo7g 

75 udvS-g(o}t(ov, S-valacg Ta, öixaiOTaTOcg ra. koyiaf.io'tg. 
Gvaeig 6^ ad-avartp (xayaXtt} Qa^ ^(J' ayagu)%(ff, 
Ov xbvSgov ri^^ag Xißdvov Ttvgl, ovöe fiaxccigr] 
Agvaiov Koipaig XaaiÖTgtxa' aXX^ afxa Ttäacv . 
Ot Tabv alixa (pagovat, laßcjv ccygir]va Ttareiva, 

80 Ev^ccfiavog Ttefiipatg, aig ovgavbv ofxfxaxa raivag * 
"Ydcog da aTtaiaaig 'Kcc^agq jtvgi, zoia ßoiqaag' 
"Og aa ytöyov yävvrjaa üarrjg, Ttarag, ogvtv aq)rjxa, 
0§vv ccTtayyakTtjga Xoytov Aoyov, vdaaty ayvoig 
'Paivwv abv ßaTtria/^a, öi' ov nvgbg a^aq)aav-d7]g. 

85 Oiöa ■d-vgrjv vXaLüaig, ora rig aot eJti^XvTog akXog 
I '^jH^ai davpfxavog, Ttavlrjg ScTtagvKsvat Xi^ov. 

uäXkk Xaßiov Kaq)aX'rjv rovö^ avigog, vdari gavag, 
Ev^ai tgig' zf^ ot^ de Qa^ fiaXa TOia ßörjaov 
Ovx agafxat tvXovtov ' Xcvog Ttoxa Xnbv aöayf.ir]v ' 

90 ^Aiiq>adöv ' av Ttarag, av XOQVyV^^Q' ajtäy.ovaov. 
Ev^ttHavtp ddaaig ol ' anriyayav exrova ö' avr^g ' 
Mrj -d-Xixp-rjg ^a, Qaov iegbv aäßag, rjde öixaiov, 
'Ayvbv, adovXoixov, rcagi yavvav aXayxd-av .... 
TXrjuova fiov Kgccdirjv arijaov, Ttärag ' aig aa deöogxUj 

95 Elg ae rbv axgccvrov, tov fxr] x'^Q^S agyaaavro. 
2agöa), vvv av ßagaia, fiaraXXd^r] ag Teg)grjv. 
'Eaaji 6^ ovxh^t vrjaog, orav dexäöog XQOvog aXSjj. 
Zri'vrjaovai TtXiovxeg av vdaatv ovxar aovaav, 
'udX-Kvovag d^ Itu aol ohrgbv yöov aid^ovai. 
100 Mvydovlf] Tgrjxsta, övaixßare rcvgah •d-aXdaarjg, 
uävxriaaig cchova, xai aiwvcov ccTtoXiaarj 



SIBYLLINISCHE WEISSAGUNGEN. VII. BUCH. 135 

Haben, o ärmste, ringsum und ihr werdet zusammen zu Grund gehn. 

Du aber, Tyrus, was wirst du erbalten allein ; denn der frommen 
Männer Ohnmacbt in deinem Lande, die wird dicb zerstreuen. 

Cölesyrien, boch über den Pbönizischen Männern, 
Denen Berytias Meer da liegt in seinem Ergiessen, 65 

Unglückliches, du hast erkannt deinen Gott nicht, der einstens 
Sich in den Strom des Jordans getaucht, auf dem ruhte der Geist dann; 
Der bevor noch die Erd* und der Himmel, der sternhelle, waren, 
Herrscher durchs Wort seines Vaters war; der mit Fleisch sich bekleidet 
Durch den heiligen Geist, schnell flog zu dem Hause des Vaters. 70 

ifüd drei Thürme hat ihm der grosse Himmel errichtet, 
Wohnsitz nahmen darin sich Gottes vortreflliche Lenker, 
Hoffnung und Frömmigkeit und die Heiligkeit, welche erwünscht ist. 
Die nicht an Gold oder Silber sich freut, sondern an der Verehrung, 
Welche die Menschen darbringen, an Opfern <jgd rechter Gesinnung. 75 

Opfern aber sollst du dem unsterbüchen, grossen, geehrten 
Gotte, nicht schmelzend im Feur des Weihrauchs Körner, nicht schlachten 
Das dichlwollige Lamm mit dem Messer; sondern mit allen. 
In denen kreiset dein Blut, ergreife das wilde Geflügel, 
Bete und sende es hin, die Augen zum Himmel erhoben. 80 

Und das Wasser giess aus ins reine Feuer, so sprechend : 
Vatei", der dich den Logos gezeugt, einen Vogel entsandt' ich, 
Logos, den schnellen Verkünder der Worte, mit heiligem Wasser 
Deine Taufe besprengt' ich, wodurch aus dem Feur du hervorgingst. 

Schliesse die Thfire nicht zu, wenn zu dir ein fremder Ankömmling 85 
Kommen will in seiner Noth, zur Abwehr von Hunger und Armuih; 
Sondern ergreife das Haupt jenes Mannes, bespreng' es mit Wasser, 
Bete dreimal, und zu deinem Gott sprich folgende Worte: 
Reichthum liebe ich nicht ; einst selber bittend, nahm auf ich 
Oefl'entlich den welcher bat: du Vater, du Helfer, erhöre. 90 

Hat er gebetet, so gib ihm; und dann, wann hinweg ist äer Mann, sprich: 
Noth bereite mir nicht, Gott, heilig, gerecht und eshrwürdig, 
Rein und frei, durch den ward Gehenna zu Schanden . . ♦ . 
Stärke mein armes Herz, o Vater, ich schaue auf dich nur, 
Auf dich den Unbefleckten, welchen nicht Hände gebildet. 95 

Sardo, jetzt so gewichtvoll, du wirst in Asche verwandelt; 
Wirst keine Insel mehr sein, wann die Zeit der Dekade gekommen. 
Suchen werden im Meer die Schiffer sie, die nicht mehr da ist, 
Und in bitterer. Klag' über dich werden Eisvögel seufzen. 

Rauhes Mygdonien du, schwer ersleigliche Warte im Meere, 100 

Prahlest über die Zeit, und wirst durch die Zeiten zu Grund gehn 



136 2IBYJAJAKIIN AOrOS Z. 

Qb^(u^ Ttvsvi-iaxi, Ttaaa, fiavr^ffrj ö^ aXyeav TtoXXolg. 
Kikti yait}, •lo de abv 'Aar' OQog, jzaQoc dvaßavov ^^hitLv, 

Waf^i-iog oXrjv xiöast as ßa-9-vg' <p6gov omeri ö(oaeig, 
105 Ov Gxayrvv, ov ßotävug' TcavsQrji-iog earj 6' ccTrb Xatav 

udtd, KQVf.iaXioig de 7raxvvo{.i€vr] ngvoralloig, 

udd'ßrjv eKTiGscg, tjv ovx evSrjaag, ävayve. 

'Ptöpnq ■x.ttQTEQÖdvi.ie, Maurjöovirjv- iieza Xöyyjiv 

^^atQätpEig ig oXvfxnov ' Qebg ds as 7täf.i7tav ccTtvarov 
110 HoiriGEL, OTiotav öoahjg TtoXv v.QBioaov lg ofifia 

Eöqaia (xifivsiv, T6ts aoi TOiccvra ßoiqaco. 

^0}.Xv(.isvr] (pO-syh] Xaf.i7tQÖv tzote yiai (xaguageiov. 

^EVTBQtt aoi, '^Poff.tr], {.leXXco nöiki ÖEvreQa cpiovEiv. 

'[ÄQTt Öe OS, SvQlTj zXvjl.lOV, XUTOÖVQOfiai olxTQüig. 

115 Grjßac dvaßovXoi, vfuv xotzog ^^og ETtEarrj, 

uävXwv (pd-£yyo(j.EvcovJ^[.uv aaXTtiy^ xa^ibv rjxov 

^yriasi, oipEod-E 6^ a7toXXv(.iEPr]v yS-ova Ttaaav. 
^t'Cu aoi, xXri^Hiiv, olI ca, xaxo«9-y/t/fi %)äXaoaa. 

BQCüd-iqGrj Ttvql Ttaaa, xal e^oXeaeig Xabv aX^irj. 
120'^ffrat yäg te tooovtov etvi yd-ovl {j.aivöf.tEvov tcvq, 

"Oaaov vdü)Q Qsvaec, xal I^oXegel yd-öva naaav. 

0Xs^Ei OQTj, KavGEC TTOTafiovg, Ttrjyccg ös yiEvcöasi. 

"Eorai nÖGftog azoo/.iog, a7toXXv(.iEvtov avd-QcoTCCov. 

KatofiEvoi de zor/wg tÖte TXi^!.iov£g EfißXsipovatv 
125 OvQavbv, OV'/. aGTQOig, aXX' ev tivqI yi£Xj.ir]iüTa. 

Ovds ■d-oöig 6Xh.ovTcci,> artoXXv^uEvoi, 6^ vtco Gagyicüv, 

IIvsvf.ia.rL xaiöixEvot' eig aiioviov Iviavrovg, 

.AIei dvaßaGävtaxa Qeov v6[.iov eIöi^gov-Giv 

Ovy. aTtacprjTbv iovra' ßia^ofjsvr] 6^ aga ycCia, 
\7fy"0vTLva toXfiriGaGcc Qebv iitEde^aTO ßtofioig, 

^EvöofÄEvr} y.UTtvbv [de\ 6t' aiO-SQOg aXysa ä-ivra. 

Keivot de ^X^acvrat ayav nöd-ov, ot dca ■HEgdovg 

^Igxqcc Tt^oqnjTEVGOVGc, yicexbv yQOvov aXöaivovTEg. 

Ol fihv, dvGafievot TtQoßaztov XaGiOTQiya qcvcc, 
135 'Eßgaloi ipevGOvrat, o /.irj yevog sXXaßov avTol, 
. 'uäXXtt Xöyoig XaXeovveg, £7t' äXyEOi yiEQÖavTrJQsg, 

Ot ßiov aXXa^ovGi, xat ov tteigovgc dv/.aiovg 

OiTS SEbv näfiTtvara dm cpQEvbg IXaGzovTai. 
^v de tqLtii) v-XrjQiit 7teQiTeXXo[.i€viov IviavTtov, 
140 'Oyöoarijg TtQcoTrjg, aXXog TcäXi v.ÖG(.iog bgarcti. 

JVi-| EGxai, ytävTTj (.Kx-AQYi Tiiat artEid^g. 

Kat TOre /.isv -d-eiov dsivr} TtEQtßriaevüi od(.ir], 



SIBYLLINISCHE WElSSAGüPfGEN. VlI.BUCH. IST^ 

Gänzlich durch glühenden Wind, und rasen in zahlreichen teiden. 

Celtisches Land,, im .Gebirg an der steilen Alpe gelegen, ; * 

Tiefer Sand überschüttet dich -ganz; nicht Früchte wirst du mehr 
Trägen, nicht Aehren, noch Futter ; verlassen wirst du von den Yöikern 105 
Immerdar sein, und starren wirst du von frostigem Eise, 
Bussen wirst du die Schuld, die du nicht anerkanntest, unreines. 

Du starkmüthiges Rom, nach dem Macedonischen Speere ' 
Wirst zum Olymp du strahlen; doch Gott wird dich gänzlich verschollen 
Machen, alsdann wann du von Ansehn befestigt vor Allen " -;, lia 
Scheinest zu sein, dann werde ich laut dir solches zurufen, 
untergehend wirst du einst laut und gewaltig aufschreien. 
Abermals werde ich dir, Rom, abermals wieder zurufen. 

Jetzt aber wifl ich auch dich, armes Syrien, bitter beweinen. 
Uebelberathenes Theben, dir droht ein übel Getöse 115 

Scharfen Flötengetöns, dir wird bösen Lärm die Trompete 
Machen, und sehen wirst du die sämmtliche Landschaft zu. Grund gehn. 

Wehe, unglückliche, dir, wehe dir, du treulose Meerfluth! 
Ganz vom Feuer verzehrt wirst ein Volk durch die Fluthdu vernichten,. 
Denn mit solcher Gewalt wird das Feuer einst rasen auf Erden, 120 

Wie das Wasser hinströmt und die ganze Erde vernichten. 
Berge verbrennls, entzündet die Flusse und leeret die Quellen. 
Nicht mehr Welt ist die Welt, und die Menschen gehen zu Grunde. 
Aber gär übel im Brand werden dann die Unglücklichen schauen 
Zu dem Himmel, der nicht voll Sternen, sondern voll Feur ist. 125 

Aber sie gehn nicht schnelle zu Grund, sondern unter den Körpern 
Sinkend dahin, und brennend am Geist auf ewige Zeiten, 
Werden sie sehn, dass Gottes Gesetz zwar stets schwer erforschlich. 
Aber nicht trügerisch ist. Doch die Erde, welche bewältigt, 
Welchem Gott sie auch immer verwegen die Opfer gebracht hat, 130 
Die ist getäuscht ob des Rauchs in der Luft, welcher Schpoerzen bereitet. 
Die aber werden gar sehr im Verlangen sich wagen, die schmählich 
Weissagen um den Gewinn, und die bösen Zeiten verlängern. 
Die zwar sich eingehüllt in die wolligen Felle der Schaafe, 
Fälschlich Hebräer sich nennen, gleichwohl von anderm Geschlecht sind, 135 
Aber die Reden nur führen, Gewinn an Schmerzen nur bringen, 
Welch© die Sitten verändern, doch nicht die Gerechten verführen, 
Die da Gott in dem Geist und arglosen Herzens versöhnen. 
• Aber im dritten Loos wiederum der rollenden Jahre 
Wird eine andere Welt in der ersten Oktave erscheinen. 14a 

Nacht wird überall sein, eine lange, die gar ungefügig. 
Und ein schrecklicher Qualm von Schwefel wird dann umherziehn, 



136 2IBYAAIAKSIN AOFOH Z. 

O^fuTi Ttvsvficcvi Ttaaa, (lavtiaji ö^ ccXysai TtokXoig. 

KsXri yccir}, xo de abv xar' OQog, Ttaga övaßarov ^udhjCLV, 

Waf.if.iog olrjv yijLoau as ßad-vg' (pÖQOv ovnizi öwasig, 
105 Ov aräxw, ov ßozävag' TtaveQrjfiog sar] ö^ ccTtb Xacüv 

Ah\, -KQVfiaXeoig de 7ta%vvofievr] xQVGTCcXXoig, 

Aätßrjv IvxLaeig, ^v ovy. evSrjaag, avayvs. 

'PiöfiT] v.aQTeq6d-vfis, Ma-jir^doviriv fieza Xöyyriv 

'AaTQaipeig ig oXvfiTtov Gebg de as rcäfiTtav aTtvarov 
110 üoii^Gti, OTtorav doxerjg jtoXv Y.Qelaaov ig Ofifia 

'^Edqaia fiifiveiv, Tore aot zoiavra ßorjaco. 

^OXXvfdvrj cpd-eyBr] XafinQÖv tiots '/.ai fiagiiagsiov. 

AevTegd aot, "Pföfirj, fieXXio näXi devzsQa cpioveiv. 
'!Aqtc de ae, 2vQiri TXrjfiov, 'Aarodvgofiat oiyiTQcog, 
115 &rjßai dvaßovXoL, vfuv ycay.bg riyog ijteaxri, 

u4vX(x)V cpd-eyyofievco-i^ifuv aaXitiy^ zaxbv tjxov 

^HxrjGSi, oipeaO'S d' aTtoXXvfievrjv yß-öva Ttaaav. 
At ai ooi, rXrifKov, ccl cu, naxo^-vfie däXaoGa. 

BgioO-rjor] TtvQi naaa, '/.a\ i^oXeoeig Xabv aXiij]. 
liO^'EaTai yag re tooovtov inl yd^ovl fiaivSfievov tivq, 

"Oaaov vdcoQ Qevaei, xal l^oXiaei yß-öva naaav. 

(DXe^sL OQTj, -Kavaai noxafiovg, nrjyag de yievcoaei. 

""Eorac ytöofiog axoafiog, aTtoXXvfievcov av-d-gcorccov. 

Kawfievoi de xa-Atog %6xe rX^fioveg ifißXetpovatv 
125 Ovgavbv, ov'a äargoig, aXX iv tivqI Kexfirjüira. 

Ovde -d-oöjg oXh-Ovrai, anoXXvfievoi d' vjib aaQ'/Mv, 

Ilvevfiaxi '/.aiofievoi eig aitovcov ivLavzovg, 

Alel dvaßaoävtara Qeov vofiov etdrjaovffiv 

Oiy. ccTtarprjTOv iovra' ßiaLOfieviq (5' aga yaia, 
lS0"OvTiva ToXfiriGaaa Qebv iTtede^axo ßcofioig, 

Wevdofievr} v.anvbv [de] dt' alO-eqog aXyea ^evra, ^ 

Keivot de ^XrjGOvrat ayav tiÖO-ov, dt dta xeQdovg 

u^iayga TtQoqrqTevGOvat, yca-Mv ygövov aXdaivovceg. 

Ol fiev, dvaäfievot TVQoßävcov XaGiozQiya gtva, 
135 'Eßgaiot ipevGOvrai, o fii] yevog eXXaßov avroi, 
. ^AXXa Xöyoig XaXsovreg, iit' aXyeGt negdavrrJQeg, 

Ot ßiov aXXä^ovGt, xai ov TteiGOVGt dtxalovg 

Oite Qebv näfiTtvara dta cpgevbg IXccGxovrat. 
^v de TQctii) -kXt^qo) jteQLTeXXofievcov iviavTOiV, 
140 Oydoärrjg TtQioTrjg, aXXog näXt v.ÖGfiog oqaxat. 

Nv^ eGxat Ttävxi] fiaxQt] xai anetxhqg. 

Kat xoxs ftev ■d-etov detvrj TtegtßrjGexat odfirj, 



SIBYLLINISCHE WEISSAGUNGEN. VII. BUCH. 137 

Gänzlich durch glühenden Wind, und rasen in zahlreichen Leiden. 

Celtisches Land,, im Gebirg an der steilen Alpe gelegen, « 

Tiefer Sand überschüttet dich -ganz; nicht Früchte wirst du mehr 
Tragen, nicht Aehren, noch Futter ; verlassen wirst du von den Völkern 105 
Immerdar sein, und starren wirst du von frostigem Eise, 
Bussen wirst du die Schuld, die du nicht anerkanntest, unreines. 

Du starkmüthiges Rom, nach dem Macedonischen Speere 
Wirst zum Olymp du strahlen ; doch Gott wird dich gänzlich verschollen 
Machen, alsdann wann du von Ansehn befestigt vor Allen 110 

Scheinest zu sein, dann werde ich laut dir solches zurufen. 
Untergehend wirst du einst laut und gewaltig aufschreien. 
Abermals werde ich dir, Rom, abermals wieder zurufen. 

Jetzt aber will ich auch dich, armes Syrien, bitter beweinen. 
Uebelberalhenes Theben, dir droht ein übel Getöse 115 

Scharfen Flötengetöns, dir wird bösen Lärm die Trompete 
Machen, und sehen wirst du die sämmtliche Landschaft zu, Grund gehn. 

Wehe, unglückliche, dir, wehe dir, du treulose Meerfluth! 
Ganz vom Feuer verzehrt wirst ein Volk durch die Fluth du vernichten^ 
Denn mit solcher Gewalt wird das Feuer einst rasen auf Erden, 120 

Wie das Wasser hinströmt und die ganze Erde vernichten. 
Berge verbrennls, entzündet die Flusse und leeret die Quellen. 
Nicht mehr Welt ist die Welt, und die Menschen gehen zu Grunde. 
Aber. gar übel im Brand werden dann die Unglücklichen schauen 
Zu dem Himmel, der nicht voll Sternen, sondern voll Feur ist. 125 

Aber sie gehn nicht schnelle zu Grund, sondern unter den Körpern 
Sinkend dahin, und brennend am Geist auf ewige Zeiten, 
Werden sie sehn, dass Gottes Gesetz zwar stets schwer erforschlich. 
Aber nicht trügerisch ist. Doch die Erde, welche bewältigt, 
Welchem Gott sie auch immer verwegen die Opfer gebracht hat, 130 
Die ist getäuscht ob des Rauchs in der Luft, welcher Schmerzen bereitet. 
Die aber werden gar sehr im Verlangen sich wagen, die schmählich 
Weissagen um den Gewinn, und die bösen Zeiten verlängern. 
Die zwar sich eingehüllt in die wolligen Felle der Schaafe, 
Fälschlich Hebräer sich nennen, gleichwohl von anderm Geschlecht sind, 135 
Aber die Reden nur führen, Gewinn an Schmerzen nur bringen. 
Welch© die Sitten verändern, doch nicht die Gerechten verführen, 
Die da Gott in dem Geist und arglosen Herzens versöhnen. 
• Aber im dritten Loos wiederum der rollenden Jahre 
Wird eine andere Welt in der ersten Oktave erscheinen. 14a 

Nacht wird überall sein, eine lange, die gar ungefügig. 
Und ein schrecklicher Qualm von Schwefel wird dann umherziehn, 






^uiyyiXXpvaic ^i^öy'i^gy OTtorixv neivot aTtoXtowccc' 
■ Nvkfl^s ■kal Ki[4.^. Tote ysvvi^ast, yiad-aQOUiVOvv . 

OvkeuJ^ig Ttöyjsi ßa-dvvavXaxcc yvQf^ aQOVQq}'^ Ä 
Ov^ßaegi&vvTrjga xaTO) ßdipovffc aldrjQOv' I^SJ 

^^i^.r}(xcc^ß.d' ovx eatai, ovöe oraxvg' aXX' afia TtävTeg 
,\Mocvy)^f''TrjV ÖQOGeQ^v XsvxoTg VTt' oöovai tpayovTai. 
'UOSvv'd^avTotg earai röte xat Qebg, oars didd^si, 
'^;? Slg^^^/H^sr^v Xvygi^v. "O^a yccQ ■aa'/.a TtQOod-Bv sgs^a 
''^ö'v'i's aXXa T€:J:TtoXXcc iiaiiwg eTtövria- cc^EXovoa. 
J^^ ö' ovdüg 6(.ieXi]S^rj ' 

Ilaäi >d^ ßyjM^aväjtvGTog siti^yayov aygiov oqkov. 
i5^Mevp[j.eifOvg drthiXuGcc, Kai sv jtQOfioXovaiy lOvGct 
' WcKsXov elgyavXMva,, &eov gxxTiv ovx svorjGa. 

TovvsxctiTtvQ fi' eq)ay£v v.(xi ßQtöaevai' ovös yccQ avrr] 
ZrjGOiiaCf, ßAA' oXeGec fxe xcmbg xQovog, evB-a .zdcpov fiot 
'!^V'd-Q(a3toi rev^ovGc, TtaQSQXofxevol fis -d-aXäGGiß, 
iGOK(xi,,[j,sXi^ocg oXsgovg^ ' sn sfxcp yccg Ttargii Xa%ovGa, 
YlccqiiXov fi£T€Öo}y.a. BdXoite fxs, ßdXXsTS TtdvTsg' 
'OvTO) yccQ ^T^GO), aal ig ovquvÖv pfifiatcc Tvri^oj. 



SIBYLLINISCHE WEISSAGUNGEN. VII. BUCH 139 

'" ^ — H / . . ■" ■ 

Und, verkünden den Mord, wann Jene werden ztt Grund gehn 

Durch die Nacht und die Nbth.; Bann wird er den Menschen erzeugen 

Ruinen Verstand und hinstellen dein Volk, wie früher es dir war. 145 

Mit dem ge^genen Pflug wird keiner mehr ziehn tiefe Furchen; 

Nicht mehr'^senken hinab- die Stiere das richtende Eisen ; 

Nicht werden Reben mehr sein, noch Aehren mehr; sonderndes werden 

Alle,' das thauende Manna mit blendenden Zähnen zermalmen.^ 

Und mit ihnen wird dann auch Gott sein, der ;sie belehret, ^- t50 

"Wie er auch mich, die Betrübte. Denn was früher Böses" ich?übte, 

^eiss ich, und Anderes viel, was ich sorgTosund böslich verbrochen. . ' 

■Beilager hatt' ich öhn Zahl, jedoch kein!Br\Ehe gedacht' ich;-t:- -.- 

Und Alle hab' ich gebracht leichtsiilnig, zum ruchlosen EidscEwurl- ".. .; -^^ 

Dürftige wehrte ich ab, und wandelnd unteivrden Ersten : '■--'"i , :■ '^ 455^^ 

Ging in das ähnliche Thal ich, der Aussprüche Gottes -,mcht achtend. ^ 

Darum ergriff mich das Feur Und wird mich verzehren ;-^denn'lebeitr * ' 

Werde" ich nicht; mich vernichtet die übele Zeit, und die' MeDscheS',\f 

Werden mir dann ^mchten ein Grab, mir nahend am Meere, .^" * '^ . 

Und mich steinigen ; denn um des Vaters willen erhielt ich ■^-^'3' j^J^eo '^J 

Einen theueren Sohn. Nun werfet, nun werfet mich Alle; - '- ''^-\,^\~'' 

Lebei|^erhalte'ich so, werde himmelan heften die Augen. 



.j^ 



138 J xSrJst24i4KßÄr^oro2 z. ; 

^ u4.yyOJ.ovaa. q)ÖvovQ, OTtotav -abIvol aTtöXwvrav 
NvxTtTs Hoi Xi[i^. Tote ysvvi^asi y.ad'aqbv vovv 

145 ^Avd-QtoTtiov, arrjoet 6k tsöv yevoq, ug Ttäqog r^v aot. 
OvasTL Tig v.6xpu ßa^v avXaxa yvQ^ ciq6tq(p' 
Ov ßosg c-dvvT^ga hcctco ßaxjjovat gLÖyjqov 
iQj^Hata d^ ovn eatai, ovöe aräxvg' aXV af.ia itävreg 
Mavyrjv trjv dqoasQrjv XsvKOtg vrt' odovot (payovtcci. 

150 2vv ö^ avToZg sazac t6ts v.eu Osbg, oote dtöa^st, 
'Sig ifik rrjv Xvyq-^v. "Oacc yctQ v-ayia Ttgöad-ev €Qe^a 
Elövl', ccXka ze TCoXlcc ncxytäig ejt6vr]&' a^isXovoa. 
Mvgia (xiv fioi Xs-atqcc, yocfiog d^ ovdsig ef-ieXr^d-Tq ' 
JlaOt ö eyo) TtccvaTtvarog eTcqyayov ayQiov oqxov. 

\W ^J EVOfievovg ciite/Xetoa, ■/.cu ev ngof-ioXavacv lovact 
- WixeXov eig (xvXwvcc, Qsov cpccztv ovk evörjoa. 

TovveKcc Ttvq fi^ scpaysv xca ßgcooerai' ovöe yäg avrrj 
Zijaofzai, aXX' oXeaei /xs y.a'/.og XQÖvog, evd-a .rcccpov f.ioi 
"uivd-Qcanoi Tsv^ovGi, 7taQeQXO{.i€vol fte ■d-aXäoarj, 

IQQ Kccl [le XlS'Ocg oXeaova" ' srt' e[,uo yaq TtaiQi Xa%ovaci, 
Ylcc (fiXov {X€Teöcoxa. BccXotri fj.e, ßdXXsTe Ttdvrsg' 
OvTco yaQ ^'>]Gio, nal ig ovgavöv ofifxaza irtri^o). 



SIBYLLIPÜISCHE WEISSAGUNGEN. VII. BUCH 139 

Und verkünden den Mord, wann Jene werden zu Grund gehn 

Durch die Nacht und die Noth. Bann wird er den Menschen erzeugen 

Reinen Verstand und hinstellen dein Volk, wie früher es dir war. 145 

Mit dem gezogenen Pflug wird keiner mehr ziehn tiefe Furchen; 

Nicht mehr^sienken hinah die Stiere das richtende Eisen; 

Nicht werden Reben mehr sein, noch Aehren mehr; sondern es werden 

Alle das thauende Manna mit blendenden Zähnen zermalmen. 

Und mit ihnen wird dann auch Gott sein, der sie belehret, 150 

Vfie er auch mich, die Betrübte. Denn was früher Böses ich übte, 

IRi^eiss ich, und Anderes viel, was ich sorglos und böslich verbrochen. 

Beilager hatt' ich ohn Zahl, jedoch keiner Ehe gedacht' ich; 

Und Alle hab' ich gebracht, leichtsinnig zum ruchlosen Eidschwur. 

Dürftige wehrte ich ab, und wandelnd unter den Ersten 155 

Ging in das ähnliche Thal ich, der Aussprüche Gottes nicht achtend. - 

Darum ergriff mich das Feur und wird mich verzehren ; denn leben 

Werde ich nicht; mich vernichtet die ühele Zeit, und die Menschen 

Werden mir dann errichten ein Grab, mir nahend am Meere, 

Und mich steinigen ; denn um des Vaters willen erhielt ich 160 

Einen theueren Sohn. Nun werfet, nun werfet mich Alle; , 

Lebeq^j erhalte ich so, werde himmelan heften die Augen. 






TÖN 2IBYAAIAKßN 



. 'Egxofievijg fi£ya?^rjg ogy^g etti xoo'iJ.ov ccjtsidij 
- '^YaraTOv elg alcova, &eov f^rjvvfiara ^aivt^, ,. 

TlaGi^ <n:Qoq)r]Tevovaa xarcc tttoXiv av&QtoTtoiaiv: 

'E^OTs. di] Jtvqyog t' eTtsoe, yX^aoal r^ avd-qoiTtviv - 
5Eig TtoXXag -d-vrjTaiv £(i€Qia-3iqaav duxXixiovg, 
^^Qorra iilv ^Aiyvmov ßaailritov,sixa rb TLegatov, 
\Miqdo}v, ^t^tOTtoujjs. xa< ^A'öGvgirig BaßvXoivog, 
, Elta MccKridovitjg Tvcpoy fxeyav avdrjffaaa, 

Ils[X7t0fj.ai eig^Italay if^Xscvrjv ßaacXecav ad-eafiov. 
10 'YaraTiov Ttaoiv dsl^et xaita JtoXXa ßgotolat, 

Kai ytaarjg yairjg avÖQaiv (.löyß-ovg daitavrjaei. 

'lA^Ei <5' aixuriTag ßaaiXstg e-9;vb)v STtl dvafxccg, 

ILtti S-EOfJ-Ovg -driöst, Xaoig, xal Ttävd-' vTtOTcc^ec. 

'Olpe ©sov [ivXoL aXiovoi tb Xejvtbv äXevgov. 
15 JIu^ TOTE TtavT^ oXeasi, yial Xsjtrbv xvovv UTtodcüaet 

'Y\piyi6fi(i)v ogeiov ■noQvcpäg ytal auQxbg aTtäaijg. 

^■^QXV ^«ör^ MkcSv q)tXoxQr]fiOGvvr] xai avoia. 

Xqvgov yagiS'ßoXioio y.ai ccQyvQiov Ttöd-og 'eataf 

:Ovöev yccQ tbv'cwv ■9'vriTol (isl'Qov TtQOsxgivav, 
20 Ov q)dog rfsXiov, ovy. ovqavbv, ovöh -d-aXaaaav, 

Ov yaiav nXaxvvioTOv, o-d-sv tpvovGLv ccTtavra, 

Ov rbv TtävTtt didövta Qebv, yevviqzoQa Ttävtoiv, 

Ov TtLaxLV TOVTtov 'Kai svaeßlrjv TtgosTiQivav. 

ILqyri dvaoeßirjg xat ara^irjg ^Qooörjyog, 
25 Mrjxixvlr] TtoXefioiv, slQrjvrjg ex^Qot t" ävoia, 

'Ex'O'Qccivovaa renvoig yoviag jtat tetivcc yovsüGi. 



■ij®. 






SIBYLLINISCHE WEISSAGUNGEN. 

ACHTES BUCH. 



^äs^Gott hat offenbart vom gewaltigen Zorn, der hereinbricht 

Kebier die trotzige- Welt am Ende der Zeiten, verkünd' ich •-, 

Allen den Menscnen^zwnal von Stadt zu- Stadt prophezeiend. 

Seitdem der Thufm war zusammengestürzt, und die Sprachen der Menschen 

Sich in vi|lgcIei^'*Mundart der Ste|bhchen hatten gespalten, 5-^ 

Hai)' ich zuerst .vom Äegyptischen Reich, von der Herrschaft der Perser, 

Meder und Aethioper dann, und Babels im Land j' der, Assyrer, 

Von Macedoniens Stolz, "dem gewaltigen, dai;auf erzählet; 

P^n zu der Italer Reich, dem berühmten und bösen, -schickt man mich. - 

en Menschen wird es am Ende viel Böses zufügen, la'. 

Und vergeuden die Mühe der Menschen in jeglichem Lande* 
Und nach Westen wird es der Heiden tapfere Herrscher ~ 
Schleppen, den Völkern Gesetze vorschreiben, und Ä'll'es bezwingen. 
Spät erst mahlen die Mühlen Gottes das feine Getreide. , , 

Dann wird Alles das Feuer vernichten, und zu dünnem Staube 15 

Wandeln die Scheitel belaubten Gebirgs' und jeglichen Fleisches. ''~ 
Geldgier und Unverstand ist für Alle der Anfang der Üe&eK ^ 
Denn nach trügrischem Gold und Silber entsteht ein Begehren; 
Denn die Sterblichen halten nichts für besser als dieses;-"'' - '' 

Weder das Sonnenlicht, noch den Himmel selbst, oder die Meerfluth, 20 
Oder den breiten Rücken der Erde, wo Alles entspriesset; 
Auch Gott nicht, der Alles verleiht, den Erzeuger von Allem; 
Nicht den Glauben und nicht die Frömmigkeit ziehen sie ihm vor» 
Quelle der Gottlosigkeit und der Uno1*dnung erster Urheber, 
Vorwand zum Krieg imd Feindinn des Friedens ist jene Thorhei^. 25 
JMachend die Eltern zum Feind den Kindern, die Kinder den Eitlem. 



TfiN2IBYAAIARßN 

XPHSMaiSf 

^oro2 orJ002. 



'EQXOfiEvrjg fisyäXrjg ogyrjg btii -/.öanov ccTtecdi] 
'^Yararov eig aiaiva, Gsov fitjvvfiara cpaivto, 
JJaai 7tQO(prjTavovoa '/.ara TtröXiv avd-QtÖTtotaCv. 
'E^ore dij uvqyog r eTteae, yXcoaaal t" av^QWTtCDv 

5 Eig TtolXag '9-prjTcoy efieglaS'rjGav diaXh.TOvg, 
Hgcdra ^ev ^iyvrtiov ßa<ji,Xi\lov, slra to üsgaiov, 
M.Yi§(av, ^i^LOTtcov, -/.ai '^äavQirjg BaßvXöjvog, 
Elia MaKrjöovitjg Tvcpov fxsyav avdiqaaaa, 
TlsfiTtoiiai eig ^IraXiov ■nXst.vrjv ßaaiXeiav äxf-ea^ov. 

10 ^YGxäriov TtaGiv öd^ei -AaTia. itoXXa ßQOTolai, 
Kai Ttäarig yaitjg avÖQoiv (xoxd-ovg darcavTqasL. 
"lA^ei <5' alxixrjTag ßaaiXeig ed-vüv Itzi dvaf.iag, 
Kai -S-eo^ovg -SifiGet, Xaolg, xat 7täv9-^ vnOTÜ^ei, 
'Oiph Gsov (xvXoL aXeovGt ro Xemov aXevQov. 

15 JJvQ tÖt€ Ttävx' bXeaet, xal XsTtrov xvovv aTtodcoaei 
'YtpiKOficov OQecüv xoQvcpag xai auQxbg oTtäarjg. 
l^QX^ Ttaac xaxojv fpiXoxQrjftoavv)] xai avoia. 
Xqvgov yaq doXloio v.ai ccQyvgiov Ttöd-og earat' 
Ovöhv yaQ rovrcov ■9'vrjTol nsi'Qov rtQOenQcvav, 

20 Oi cpäog rjsXiov, ovy. ovqavbv, ovde S-äXaGoav, 
Ov yalav nXaTVvwzov, od-sv cpvovGiv ajtavxa, 
Ov tbv Ttävra öcödvra Gsbv, ysvvrjTOQa Ttävxoiv, 
Ov TtiGTiv TOVTtov xcft £VGsßir]v TtQoixQivav. 
Ilrjyrj dvGGeßirjg xat ara^irjg ^rt^oodrjyog, 

25 Mrjxcxvir] 7toXs(j.iov, UQrjviqg exd-QÖ, t" avoia, 
'Ex^gaLvovGa Tsxvoig yovsag xat texvci yovsvai. 



SIBYLLINISCHE WEISSAGUNGEN. 
ACHTES BUCH. 



Was Gott hat offenbart vom gewaltigen Zorn, der hereinbricht 

Ueber die trotzige Welt am Ende der Zeiten, verkünd' ich 

Allen den Menschen zumal von Stadt zu Stadt prophezeiend. 

Seitdem derThurm war zusammengestürzt, und die Sprachen der Menschen 

Sich in vielerlei Mundart der Sterhhchen hatten gespalten, 5 

Hab' ich zuerst vom Aegj'ptischen Reich, von der Herrschaft der Perser, 

Meder und Aethioper dann, und Babels im Land der Assyrer, 

Von Macedoniens Stolz, dem gewaltigen, darauf erzählet; 

Nun zu der Italer Reich, dem berühmten und bösen, schickt man mich. 

Alien Menschen wird es am Ende viel Böses zufügen, 10 

Und vergeuden die Mühe der Menschen in jeghchem Lande, 

Und nach Westen wü'd es der Heiden tapfere Herrscher 

Schleppen, den Völkern Gesetze vorschreiben, und Alles bezwingen. 

Spät erst mahlen die Mühlen Gottes das feine Getreide. 

Dann wird Alles das Feuer vernichten, und zu dünnem Staube 15 

Wandeln die Scheitel belaubten Gebirgs und jeglichen Fleisches. 

Geldgier und Unverstand ist für Alle der Anfang der üebel. 

Denn nach trügrischem Gold und Silber entsteht ein Begehren; 

Denn die SterWichen halten nichts für besser als dieses; 

Weder das Sonnenlicht, noch den Himmel selbst, oder die Meerfluth, 20 

Oder den breiten Rücken der Erde, wo Alles entspriesset; 

Auch Gott nicht, der Alles verleiht, den Erzeuger von Allem; 

Nicht den Glauben und nicht die Frömmigkeit ziehen sie ihm vor, 

Quelle der Gottlosigkeit und der UnoMnung erster Urheber, 

Vorwand zum Krieg und Feindinn des Friedens ist jene Thorheitj^^ 25 

Machend die Eltern zum Feind den Kindern, die Kinder den Eltern. 



142 stBYJ4iMSiN^i^ 

Kovds ydfiog afta XQ^^$ oXog i^öje . ■^/j^fcpg • Cjff'mt. 
rata -^' OQÖvg e^ecy aal q)qovQOvg itqöcc -S^a^ 
Itadv [MS^L^Ofievri öoXlag rotg xQV^^^^'^^'^f -^^ 
Z(i'i2g alcSai/&'4Xövzffg..€x^^^ «;; 

IIoQ-9^aovGin:€vr]Tag,iv' avroly TtMtöva-i^aqov ^.'y'-^-\\ 
nQQa7toQLaayT£g,aXatßvLj)yi(XTadovK^^ 
Kei fi^ yaia JtiXtoQOg arc' , ovQävovj>:^aisQ6evxog, 
Tby ß-QOvov £l%s iimiQav,qpK fivl^tefov cmß^ßiB^s^ißg, 

^Idli' äyöQcc^Ofisvov XQ^<f^::J^^ '^•:< 

Käljt'jpßixoXg dlßv^^ ■■-. '^-ß^i:- 

x'HJ^iflQoi /itox avoid-ev 'itjrj; ■vtpavxeve 'Pcifir], 
- . "\ OvQaviog TtXrjyi], ytcu yaiJAfisig Mt^vpt^Ttjq^ 

Ka^ß:daq)ia^a7}, y.a\.TCvQ,GeJit^ 
\, AOj£€Kki(i^r]v t^^^ yxxl .^XovtOgfoXeZvccc, 

\ Kcu a£f-$-€ße&Xa TÄtml v/al .^iJchjti^^ - 

-^ -ilövTOTB IJMlXadiov;]^^ -'- 

rXgvapvg, f]f':^A(^ci/ogf rj'XCfXxsog; H tots siipir^ot^^ 



~ »», 




,tj8P'* ^^^' ^Tfitiffpff j(J(^il£tgr ;(;^^ yivfovTtti, 

^^■jKodfiOv öovXwGavTEg''%fiy<^^^ &Wpfifov, 

^ "JEaffer' äva^ k6XL6iiQävpg, /ix0v ; 7tiXagi,onyö(xct tcovtov, 
'j:^6G[iöv'ein:67tT^w ömqu TtoQi^iov,'^ '> 

' -^^S^vpw xai aqyvQOV ex^QOv 

Sä^flJ^islpy0GvMM^g,ßjicu yv[xv(6aag avaXvaec. 

WZ^^ oLTtctvTa GäßccGfiara Xvasi, 

Ka§ a^jj^gi^fii^h^Xavrjg ixvGtiQQia TtccGiv avöi^et. 
^Xa/ögi^^Ote xatqbg, ov" [a'lXivog ccvvbg] oXetcai. 

&^^afSl!i0pS^fiög bqsI' Miya gov xQctrog, aarv, TCEGBvrai^ 
Eidug^ sv0>}i:b fxeXXov eTteq%6[jievov naabv fj^aQ. 
Kai rÖTijtävd-riGOvGiv Sfiov, zrjv gtjv TtQoßXeTtovrsg 
OixvQOTaTifjv ßolgav, Ttavegsg xat vi^Ttia reKva' 
^l, a% S-QrjvrJGOvGc XvygaZg- itaga GvftßQtöog ox^ccig. 

65 Tbv (i6T<x TQeig aq^ovai itdfvvGTaTOv -^/laQ exovvsg, 
OvßOjia TthqqbiaavTsg iTtovqavloio QeoXo, 
Ov xb y.Q(XTog xat vvv v.eig xovg aimvag amavrag. 






^.'_ 



SIBYLLINigCHE WEISSAGBNGENrTIII. BUCH. 143 

Auch keine Ehe wird mehr in Achtung sein neben dem Golde. ' " 

Gränzen wird habelFidie Erd', und bewacht wird jegliches Meer ^ein, 
Listiger Weis' unter AUe vertheift, die dks Gold nur iesiteenv; ^ ^ st ^ . 
Als wenn sieiWoUten die nährende Erde auf ^wig behalten. V ; ; 30 ;•" 
Plündern werden sie Arme, -damit sie stets sich erwerben ■'^-'^ 
Der Ländereien noch mehr, durch -Trug sie machen sich diens&äTi^- ' 
Und tiätte nicht diCj^eite Erde>om sternreichen Himmef - i;?;"- 
Weit entfernt ihren Thron, nicht war' auch den Menschen das Licht &Ieich:i 
Sondern es wäre gekauft um Gold von denen die reich sind,f%Jl?" 35 
iSid eine andere Welt möchte Gotteden Armeniereiten. ;^^|S;X X. 

iUch, liochmüthige& Rom, wird dereinst gebührend roh oBen^^^ÄSo,' 
Treffen vom Himmel ein Schlag, undizuerst wirst du beugen den Nyken^5: 
Jünd wirst dahingestrecSt sein; und Feur wird dich gänzlichrverzehEeiä^ >|^ 
Liegend auf eigenem Boden, nnd zu Grund wird gehen der ReichtKI^^Ä)^ 
Und deine Wohnungen werden. Wölfe und Füchse bewohnen. ' f =; ' 
Dann" wirst du sein ganz öde, als wärest du niemals gewesen. 
De?n Palladiumi^o ist es dann? Welcher fGott wird dich retten, 
Sfeier von Gol3i oder Stein, oder Erz? Wo sind die Beschlüsse :»: .^, 
Deines Senates alsdann? Wo der Rhea, oder des Kronos'^ 45'^- 

Oder des- Ziens^^Abkunfr, und Allere die du verehrtest. 
Die leblosfeil'^Dämic^ften, die Götzen entkräfteter Todten, 
Deren .Grabesrühm wird das elende Kreta besitzeü, 
Welches. Altäre erbaut den Leichen, die nichts mehr empfinden? 
gAl?er wann dreimal fünf du gehabt dar üppigen Herrscher, , 50 

Welche die Welt unterjocht vom Aufgang bis gegen Abend; J^/ 

Dann wird ein Herrscher, ein Graukopf, erstehn, mit dem Namen des nahen 
Meers, der die Welt mit besudeltem Fuss durchzieht und Geschenke^' 
Häuft, der das Gold in Menge besitzt und desi^schädlifchen Silbers 
Mehr noch ansammelt, hinweg es nehmend, und dann wieder heimkehrt. 55 
Tiieil wird er haben an allen Mysterien der magischen Tempel, 
Wird einen Knaben zum Gott erklären, und jede Verehrung 
Lösen und' Allen sogleich des Truges Mysterien öffnen.' 
Klägliche Zeit dann, wann der Aibscheuliche selber zu Grund geht. 
Einst wird auch sprechen das Volk : Deine gewaltige Macht wird hinsinken, 60 
Stadt du; es weiss den übelen Tag, der baldigst herankömmt. 
Und es werden dann jammern zumal, erblickend im Voiraus 
Dein so unglückliches Loos, unmündige Kinder und Eltern; 
Weh, weh, weinen wird man an den Trauergestaden der Tiber. 

Nach ihm werden nJann drei die letzten Tage noch herrschen, 65 

Sie die den Namen ausfüllen von Gott, der den Himmel bewohnet, 
Dessen Macht so wie jetzt, so auch alle Ewigkeit währet. 



142 SIBYAAIAEHN AOFOS H. 

Kovde yäfxog aficc XQ^^^ oXog jtoxe rificog earat. 
rata ■9-' oQOve €^si, y.al cpQOVQOvg Ttaaa ■d'dXaäffa, 
üccffi. fieQit,oy.svrj doXlcog Tolg xQfJf^ov sxov'acv, 

30 '£ig aiöiac ■d-slowag %£*»' TVoXv^&QSf.tfiova yaiav. 
HoQd^GOvGL TtivrjTag, iv' avTOi, nXsiova x^QOv 
IlQOffTVOQiffccvTeg, aXaC,ovirj xaTadovXwaioai. 
Kei f.ir] yaia TteXojgog an ovqavov aOTSQÖevrog 
Tbv S-qövov slxB fianQccv, ovv. rjv Xaov ccvögaai' g)eyyog, 

35 l^XX' ayoqaCpiievov XQ^^V ^Xovrovaiv vrvrj^x'^} 
Kai TtTcoxotg alcov eregov Qsbg "^tolfia^sv. 

'^'H^ec aoL rtox' avcoO-ev 'larj, vipavxsve '^Pco/xr], 
OvQaviog tvXrjyi], xat 'naf-iipsig avxeva TtQWTt], 
Ka^a6aq)iad^ar^, xai tzvq gs iiXiqv daTtaviqaei, 

40 KsxXii^ivrjv edäcpeaaiv ioig, v.a\ jtXovxog oXsltai, 
Kai Gct-d-e/zed-Xa Xvxoi. v.al aXb)7te/.Eg oizi^GovGi.' 
Kai tot' ^Gf] TtaviQiqfxog oXcog, cog f.irj ysyovvla. 
Hov TOTS üaXXdöcov; Iloiög Gs -S-ebg öiaGWGec, 
Xqvaovg, r) Xid'ivog, tj ;faÄx£Og; 'Iff tots itov GOl 

45 /löy^iaTa GvyxX'^TOv ;■ TIov 'JPetrjg, rjh KqövoiO, 

,■ "He dihg yevsi], ■aal TtdvTojv, wv sGeßccoS^g 
^aCfiovag dipvxovg, vskqcov. ^idioXa ■aa^ovToyv, 
'£lv KQrjTif] xavxi]fiß Tacpov ij dvGf.iOQog e^ec, 
QQflGKSvovaa ■d^QOVoiGi.v dvatodi^Toig vbv.vbGgIv; 

50 'u4.XX" OTs Goc ßaGiXeZg x^i'^(xvol TQig 7t€VTs ysvcovTac, 
KoGf-iov öovXwGavTsg dit avToXitjg f.iixQi' dvGfiöJv, 
^'Eggsx' äva§ ftoXtOKQavog, sxcov TteXag ovvofxa Ttövxov, 

KÖGf-lOV ETtOTtTSVCOV (liaQ^ TCOdl, dcÖQU TtOQC^COV, 

Xqvgov fzhv ^dfxstXsLGTOv sxcoVf ■aal agyvQOv ex&QOv 
55 JJXelova GvXXs^ag, Tial yvfivtoGag avaXvasi. 
Kai fmyiMwv aövTcov [xvGTrjQLa Ttdvza (led-e^ei, 
Ilalda d-eov dsiKvvGiv, afvavTa GsßaGixaTa Xvgbi, 
Ka% ccQXijg ■?■« TtXdviqg [ivGTTqqta itdoiv dvoL^ei. 
udXXivog 'enTOTS xaiqbg, ot' [aiXivog avzbg] bXsiTai. 
60 Kai TtOTS örjf^og €qsI' Miya obv xgaTog, aOTv, TteGEwai., 
Eidwg evdv to /.leXXov STteQxbf-iBvov xaxov fi/.iaQ. 
Kai tÖtb Ttevd-iqGOvGLv ofxov, TTjv arjv TtQoßXeTtovTeg 
Ol-ATQOTäxr)v fioiQav, TtaTsgag y.al vrjTtia täcvo;' 
^l, a% ■O-Q'iqvriaovGL Xvygalg Tiagd Qv/ußgidog bxd-aig. 
65 Tbv (xexa TQelg äg^ovot Ttc^vGTaTOv ijfiaQ exovTeg, 
Ovvofxa srXiqqMGavTag eTtovQavloco Qeoto, 
Ov Tb v.Qäxog v.al vvv neig Tovg ctiiövag aTiavrag. 



SIBYLLINISCHE WEISSAGUNGEN. VIII. BDCH. 143 

Auch keine Ehe wird mehr in Achtung sein neben dem Golde. 

Gränzen wird haben die Erd', und bewacht wird jegliches Meer sein, 

Listiger Weis' unter Alle vertheitt, die das Gold nur besitzen, 

Als wenn sie wollten die nährende Erde auf «wig behalten. 30 

Plündern werden sie Arme, damit sie stets sich ei'werben 

Der Ländereien noch mehr, durch Trug sie machen sich dienstbar. 

Und hätte nicht die weite Erde vom sternreichen Himmel 

Weit entfernt ihren Thron, nicht war' auch den Menschen das Licht gleich ; 

Sondern es wäre gekauft um Gold von denen die reich sind, 35 

Und eine andere Weit möchte Gott, den Armen iereiten. 

Dich, hochmüthiges Rom, wird dereinst gebübi'end von oben 
Treffen vom Himmel ein Schlag, und zuerst wirst du beugen den Nacken, 
Und wirst dahingestreckt sein, und Feur wird dich gänzlich verzehren^ 
Liegend auf eigenem Boden, nnd zu Grund wird gehen der Reichthum, 40 
Und deine Wohnungen werden Wölfe und Füchse bewohnen. 
Dann wirst du sein ganz öde, als wärest du niemals gewesen. 
Dein Palladium, wo ist es dann? Welcher Gott wird dich retten, 
Sei er von Gold, oder Stein, oder Erz? Wo sind die Beschlüsse 
Deines Senates alsdann? Wo der Rhea, oder des Kronos, 45 

Oder des Zeus Abkunft^ und AUer, die du verehrtest. 
Die leblosen Dämonen, die Götzen entkräfteter Todten, 
Deren Grabesruhm wird das elende Kreta besitzen. 
Welches Altäre erbaut den Leichen, die nichts mehr empfinden? 

Aber wann dreimal fünf du gehabt der üppigen Herrscher, 50 

Welche die Welt unterjocht vom Aufgang bis gegen Abend; 
Dann wird ein Herrscher, ein Graukopf, erstehn, mit dem Namen des nahen 
Meers, der die Welt mit besudeltem Fuss durchzieht und Geschenke 
Häuft, der das Gold in Menge besitzt und des schädlichen Silbers 
Mehr noch ansammelt, hinweg es nehmend, und dann wieder heimkehrt. 55 
Tlieil wird er haben an allen Mysterien der magischen Tempel, 
Wird einen Knaben zum Gott erklären, und jede Verehrung 
Lösen und Allen sogleich des Truges Mysterien öffnen. 
Klägliche Zeit dann, wann der Abscheiüiche selber zu Grund geht. 
Einst wird auch sprechen das Volk : Deine gewaltige Macht wird hinsinken, 60 
Stadt du; es weiss den übelen Tag, der baldigst herankömmt. 
Und es werden dann jammern zumal, erblickend im Voraus 
Dein so unglückliches Loos, unmündige Kinder und Eltern; 
Weh, weh, weinen wird man an den Trauergestaden der Tiber. 

Nach ihm werden ^ann drei die letzten Tage noch herrschen, 65 

Sie die den Namen ausfüllen von Gott, der den Himmel bewohnet, 
Dessen Macht so wie jetzt, so auch alle Ewigkeit w^ähret. 



144 J 2iBYJJlJK£lN A0fö2^ B. 

jEig fikv, TtQEffßvg io)v, cr/.'^TiirQcav sjtl tvovXv zgav^aei, 
OhxQora'vog ßaöiksvg, og %Q'q(xaTtt,Y.öa(xov artavTcc 

70 dänaaiv syyiXsiasi rrjQiHv, iv', orav y' STtaviXd'rj 
!Bx 7t€QaT(ov yairjg o cpvyccg firjTQOKrovog iXd-atv, 
TavTcc ccTtaai Siöovg, TtXovrov (xiyavZdaGlöt -d-i^aei. 
Kai T&rs Ttevd^aeig TtXavvTtOQqyvQOv ■^ye/iovi^cav 
Wiog sKÖvoaiiivri, xat Ttevd-inov elfxa' g)OQOvaa,,, 

75 ~£2-. [ßaaiXig] fzsyaXavxs, ^cetividog exyovs 'Piofxrjg. ; 
Ovxerc Goi Ttjg oijg fxsyaXavxsvirjg vXsog earai, 
•Ovo' oQ&ca&^aj] Store dvfffiOQog^: aXXä nXi^arj. 
Kai yaq cerjiocpOQCov Xsyetovfpv do^a Ttsoeirat. 
Uov töts aot to nQaTog; Jloia y^ av^fiaxQg sarai, 

80 /JovXwd-e'iaa rsaig ^aTaiog>Qoavvr]aiv cc&eaßag; 
Uäarjg yaq yairjg ■d-vrjTÖh tots Gvy%vGtg sarai, 
j4vTog TtavcoKQaTOiQ orav sXS-cüv ßrjf^üfft v.Qtvrj 
ZojvToiv xal vexvcDv tpvxag, xal xofffibv cc^avra.' 
KovTB yovslg Tsy.voiat q)iXot,.ov Teuva yovsvaiv ,_: 

Sb^lEaGovrai, ßca dvGaaßhqv v.al d-litpiv aeXTtrov. 
"jBxTOTe Got ßqvyfiog, xat Gv.oqrtia^iog, v.al aXcoGtg, 
ÜTCoGig orav eXd^ TtoXetov Koi ^aor^aT« yalrjg. .; *^ - 

IIvqq)6qog MGTS dqaiMav OTtörav stvI KV{.iaGiv sX^S'r], 
FaGTeqc 7tXij&og exoiv, xai •d-qsipr] goio %a xh-va, 

90 EGGOfievov Xifiov ts y,al ef.i^vXtov 7ZoXs[.ioio, 
^Eyyvg [isv ■aoofi.ov to riXog, xat sgxcctov rjfiaq, 
Kai dov.i(ioig nXrjzoZg y.qiGig aS-aväzoio QsoTo. 
IlqMTa dh '^PcofJ.aicov ccTtaqaizrjTog x^^og eorai' 
^ifiOTtOTTjg zaiqbg v.a\ dvorrivog ßiog rj^st. 

95 ^l at GOi, 'iTccXrj x^QV) l^^yf* ßdqßaqov e-d-vog, 
Ovy. evSrjGag, o-9^ev yv^ivr] -Kai avläc^iog rjX^eg 
Ilqbg cpäog rieXLoLO, 'iv^ eig avrbv rtaXi xf^QOv 
rvfivYi xf^QV^'U?} '^^'- ^o^^qov sig TiqtGcv eXdjjg, 

'iig adiv.(og ytqLvovGa 

100 XsqGl yLyavTsLjjGi (.idvrj zarä v.ÖG^ov. aTtavra, ' 
^E^ vxpovg eX&ovGa, v.aT omriGeig VTtb yalav. 
Näcpd-q, v.aGq)aXzi^, v.a\ S-sitp, tuxl Ttvql jtoXXcp 
^^a(paviGd^Gfj, ■xal eGV} xbvig aliövsGGtv 
Ai&ofievri' nal Ttag 6 ßXsTtcov ^iv^rj-d-fibv axovGei 
105 üsvxhifiov €^ a'CSao fisyav, xal ßqvyixbv odbvvwv, 
Kai raig Gacg TtaXä^aig ad-ea" Gzi^^r] itarayovGav. 
HaGiv bfxov vv§ eGTiv Xgtj, roig jtXovtov exovGi, 
Kai TCTWxotg ' yvfivoi d^ arcb yrjg, yv^vol TtäXiv elg yrv 



SIBYLLINISCHE WEISSAGUNGEN. Vlll. BUCH. 145 

Einer, ein ältlicher Mann, wird lange das Skepter behaupten, 
Ein sehr unglücklicher König, der säramtliche- Schätze der Erde 
Wahrend in seinem Pallasle verschliesst, um sie, wann wieder ankömmt 70 
Von den Grenzen der Erde, der multermördrische Flüchlling^. 
Allen zu geben und grossen Reichthum nach Asien zu bringen. 
Dann wirst trauern auch du, dass den Glanz- der purpurnen Streifen 
Der Gebieter auszog und einhergeht im Trauergewande, 
Stolzes Königreich, du Sprössling der lateinischen Borna. 75 

Nicht mehr wird dir der Ruhm deines eigenen Prahlens verbleiben; 
Auch nicht erhebst du dich mehr im Unglück, sondern bleibst liegen. 
Denn es wird fallen der Ruhm der Legionen mit sammt seinen Adlern. 
Wo wird dann deine Macht, welch Land im Bündniss mit dir sein? 
Schmachvoll dienstbar bist du durch eigene Thorheit geworden. 80 

Denn Verwirrung der Menschen wird dann auf der sämmtlichen Erde 
Herrschen, wann er, der Allherrschende, kömmt aufdem Bichtstuhl zu richten 
Lebender Seelen, und derer die lodt, und der Erde Gesammtheit. 
Kindern werden hiclit mehr liebe Eltern sein, Eltern nicht Kinder, 
Wegen der Gottlosigkeit und der unerwarteten Trübsal. 85 

Dann vvird wüthender Schmerz und Zerstreuung dir sein undErobrung, 
Wann einslürtzen die Städte und wann die Erde sich öffnet. 

Wann wie ein feuriger Drache es auf den Wogen heranzieht^ 
Mit voUgefüIIetem Bauch, und dir tlfiue Kinder aufziehet, 
Wann eine Hungersiioth ist und ein Krieg der Bürger entstehet: 90 

Dann ist nah das Ende der Welt und der letzte; der Tage, 
Und des unsterblichen Gottes Gericht den bewährten Berufnen. 
Unerbittlicher Zorn wird zuerst aber treff<!n die Römer. 
Eine blutdürstige Zeit und ein elendes Lehen wird kommen. 
Weh, weh dir, italisches Land, höchst barbarisches Volk du! 95 

Wusslest du nicht, dass von wo du enthlösst utid unwürdig gekommen 
Zu dem Lichte der Sonne, dass du zu deraselbigen Lande 
Nackt wiederum gehen wirst und dann zum Gerichte gelangen. 

So wie ein Volk das mit Unrecht übte das Recht aus „ 

Mit gigantischen Händen allein auf der sämmtlichen Erde 100 

Kamst du her aus der Höh', und wirst wohnen nun unter der Erde. 
Mit Naphtlia und Asphalt und Schwefel und mit vielem Feuer 
Wirst hinweg du getilgt und Staub sein, welcher im Brande 
Ewiglich ist; und wer immer es sieht wird vernehmen ein grosses 
Klagegeheul vom Hades herauf und Zähnegeklapper, 105 

Und wie mit eigener Hand du schlägst an die gottlose Brust dir. 

Gleich ist die Nacht für Alle zumal, für die Reichen und Armen. 
Nackt kömmt man von der Erde und kehrt nackt wieder zur Erde, 

10 



144 r SIBYÄdlJKSlN A&fOS H. - 

OhevQ&renog ßaaiXevg, dg xQrjuaTa, uSaf^ov aTtavra 

70 jdwiiaaw €yy.kei<Tsi ttjqmv, tV, oxav y' aTtavEXdji 
jEx TtegaToiv yair]g 6 q>vyag firjTQOyiTÖvog eXd-cov, 
Tavta uTtaat diSohg, TtXovrov (xiyav \Aaaidi ■d-qasi. 
Kcu ■pÖre Ttevd^asig 7tXaTV7t6Qq)VQCLV Tjysfxovrjoiv 
0öjg enövaccfiivt], xat TtevS-ifiov slficc' g)OQOvaa, . 

75 'ß-v f/SafftAig] fteyaXavxs, ^arividog enyove 'Pwfii^g. 
Ovn^L aoi TTJg oijg [xeyaXavxsvirjg TiXeog eorai, 
■Ovö'.QQd-co&^af] Ttore dvGfioQog; aXXct hXi-Si^gv]. 
Kai yccQ arjiocpÖQcov Xeyetdvwv do^ce ^saeirai. 
Hov Toze aot TO ngccrog; HoLa yq avfi^axgg 'eOTai, 

80 SJ:ovXoid-€iGa rsaXg fiaTaLog)Qoavvr]aiv ccd-s&ßwg; 
Hccffrjg yccQ yatrjg -S^rjTwv röra avyxvGig earav, 
^vtog stavTOKQccTWQ ozav shd-iüv ßrif^ixai 'XQlvrj 
ZmvTtov nal vskvoov ipv%ag, v.(u ■xoafiöv airavTa.' 
KovTs yovslg tenvoiot <piXoL, ov reava yovsvaiy 3: 

8b''!EaGovTcci, öict dvaasßirjv ■aal ■9-litpiv aeXTcrov. < 
^"Eyxoxe aot ßgvyfiog, xai a-AOQ'rtiGf.ibg, ■nai aXcoGig, 
ÜToiGig orav eXS^ jtoXetov xai xaGfxara yairjg. .: ,. ** 
üvQcpÖQOg ÜGte dQay.ü)v OTCorav eTtl y.vf.iaGLv eXdji, 
FaGTsgi, TtX'^d-og €%iov, v.aL d-gexprj goIo xa xeKva, 

90 EGGOfievov Xi^ov ts xat €f.iq)vXlov 7toXs[.ioio, 
^Eyyvg fiav v.Ögiiov xo xiXog, xat £G%axov riiiag, 
Kai dontfioig yiXrjTO'lg nQiGig ad-aväxoio QeoXo. 
JjQmxa de '^Piofiaicov aTtaQaixrjTog x^Xog sGxaC 
u^lfiOTtOTfjg Y.aiqhg jtci övaxrjvog ßiog rj^si. 

95 ^t aX GOi, 'ixdXri x^QV' h'-^Y" ßagßaQOv ed-vog, 
Oim avorjGag, od-sv yv(.ivr] xeti av^^iog rjXd-sg 
ÜQOg cfdog ■^eXioio, 'iv' eig avxov näXi x^^QOv 
Fvfivrj xf^QV^T]?} **"* vgxsqov elg kqigiv eXdjjg, 

5ßg adtxcäg i/iQLVOvGa. 

100 XeqgI yiya'fixeijjGi (.lövr] ■xard zoGßOv ajtavxa, ' 
jEI vxfjovg eh&ovGa, naxocyii^Gsig VTtb yatav. 
Nd(pd-q, v.aGq)äXx<^, v.a\ ■d-si(a, -mt jtvQi JtoXX(^ 
^^aq)avcaS^G'ii, xat l'ai; Kovig aiwveGGiv 

. uild-oixevri' v.ai Ttdg 6 ßXertwv fivwrid-^ov axovGei 
105 üevxhtf^ov l| d'idao ixsyav, xat ßgvyßbv oöovxwvj 
Kai xaXg aaig ^aXdfiaig aS-ea'^axrjd-r] TCaxayovaav. 
IlaGiv biiov vv^ £GTcv Xgt], xoZg TtXovxov exovai, 
Kai TtTOJXolg ' yvfivol d^ dircb y^g, yv^vol itdXw eig yrv 



SIBYLLimSCHE WEISSAGUNGEN. VIII. BUCH. 145 

Einer, ein ältlicher Mann, wird lange das Skepter behaupten, 
Ein sehr unglücklicher König, der säramtliche- Schätze der Erde 
Wahrend in seinem Pallasle verschliesst, um sie, wann wieder ankömmt 70 
Von den Grenzen der Erde, der mullermördrische Flüchtlinge 
Allen zu geben und grossen Reichthum nach Asien zu bringen. 
Dann wirst trauern auch du, dass den Glanz der purpurnen Streifen 
Der Gebieter auszog und einhergeht im Trauergewande, 
Stolzes Königreich, du Sprössling der lateinischen Roma. 75 

Nicht mehr wird dir der Ruhm deines eigenen Prahlens verbleiben; 
Auch nicht erhebst du dich mehr im Unglück, sondern bleibst liegen. 
Denn es wird fallen der Ruhm der Legionen mit sammt seinen Adlern. 
Wo wird dann deine Macht, welch Land im Bündniss mit dir sein? 
Schmachvoll dienstbar bist du durch eigene Thorheit geworden. 80 

Denn Verwirrung der Menschen wird dann auf der säramllichen Erde 
Herrschen, wann er, der Ällherrschende, kömmt aut'dem Richtstuhl zu richten 
Lebender Seelen, und derer die lodt, und der Erde Gesammtheit. 
Kindern werden nicht mehr liebe Eltern sein, Eltern nicht Kinder, 
Wegen der Gottlosigkeit und der unerwarteten Trübsal. 85 

Dann wird wülhender Schmerz und Zerstreuung dir sein und Erobrung, 
Wann einstfirtzen die Städte und wann die Erde sich öffnet. 

Wann wie ein feuriger Drache es auf den Wogen heranzieht. 
Mit vollgpfüUetem Bauch, und dir deine Kinder aufziehet, 
Wann eine Hungersiioth ist und ein Krieg der Bürger entstehet: 90 

Dann ist nah das Ende der Wejt und der letzte der Tage, 
Und des unsterhlichen Gottes Gericht den bewährten Berufnen. 
Un_erbittliciier Zorn wird zuerst aber treffen die Römer. 
Eine blutdürstige Zeit und ein elfndes Leben wird kommen. 
Well, weh dir. Italisches Land, höchst barbarisches Volk du! ^ 

Wusslest du niclit, dass von wo du enlhJösst und unwürdig gekommen 
Zu dem Lichte der Sonne, dass du zu deraselbigen Lande 
Nackt wiederum gehen wirst und dann zum Gerichte gelangen. 
So wie ein Volk das mit Unrecht ülite das Recht aus / .. .... 

Mit gigantischen Händen allein auf der sämmtlichen Erde lOO 

Kamst du her aus der Höh', und wirst wohnen nun unter der Erde. 
Mit Naphtha und Asphalt und Schwefel und mit vielem Feuer 
Wirst hinweg du getilgt und Staub sein, welcher im Brande 
Ewiglich ist; und wer immer es sieht wird vernehmen ein grosses 
Klagegeheul vom Hades herauf und Zähnegeklapper, 105 

Und wie mit eigener Hand du schlägst an die gottlose Brust dir. 

Gleich ist die iNacht für Alle zumal, für die Reichen und Armen. 
JNackt kömmt man von der Erde und kehrt nackt wieder zur Erde, 

10 



144 2IBYJAlJK£iN AOFOS BT. 

JStg fiev, Ttqeaßvg luv, axrJTttQMv sTtl Ttovkv -AQar^aei, 
OhwQOTarog ßaoiXsvg, og xQr}i4,aTa xöa/^ov a^tavTa 

70 ^cofiaaiv synksiasi ttiqwv, Yv', oxav y' STtavsXxhrj 
jBx Ttegarcov yairjg 6 cpvyag f^rjTQOKTOvog eX-9-o)v, 
Tavra ccTtaat öiSovg, rclovrov {.leyav li4aoiöt S-ifjaet. 
Kai Tozs Ttsvd^aug TtXarvTtÖQipvQOv fjysi-iovT^ajv 
Ü)iog sxdvGaiievT], 'Actl nevd-iixov elixa g>OQOvaa, 

T5 'ßs [ßaaiXlg] fieyälav/^s, ^atividog myovs 'Pwfirjg. 
OvxeTt aoc Ttjg arjg ixsyaXavxsvirjg vleog eazai, 
Ovö^ OQd-w&rjajj TtOTE dva(j.OQog, aXka ■aXid^a-r]. 
Kai yaQ arjiorpÖQiov Xsyscovcov dS^a TteGsirat. 
Ilov TOTs ooi ro y,Qdzog; Hoia yrj GV[iiia%og eOTai, 

80 /JovXcod-etaa redlg f.ia'vaiog)QOGvvr]Gvv cc'd-eGfiojg ; 
Haarig yaq yairjg S-vriTuv röre avyxvaig sarai, 
u^vTog Ttawo-KQarojQ orav eX9-cbv ßi^ftaai -/.QLviß 
ZcövTcov v.a\ vexvcov xpv%ag, v.al ■xoGfAOv aizavTa.' 
Kovre yovsTg reKvoioi, tplXot, ov tev.va yovevocv 

Sb^^EaaovTai, dia övaasßiiqv xai d-Xiipiv aslTttov. 
""Ektots gol ßQvy(,iog, xai G'/.OQTCiG(.iog, v.ai aXcoGtg, 
ÜTtoGig orav eXdj) TtöXstov Koi xciGf.iaTa yalrjg. 

HvQqtOQOg OJGTS dgccxiov OTtörav etvI ■/.vf.iaGiv sXd'jj, 
FaGTeQi TtXijd-og f^wy, y.ai -d-Qsipr] aoXo ra th^a, 

90 EaGO(A.svov Xtjxov re y.ai if.tcpvXiov TtoXif-Wio, 
Eyyvg fikv v.Ög(iov to zeXog, v.al eaxaTOv vniaq, 
Kai donifxoig v.Xri'voTg '/.giaig a-d-aväroto Qeolo. 
TlQfüTa ds ''Ptofialcov ccTtaQairrjTog x^^og eorai' 
^If-iOTtOTi^g xaiQog xal dvoTrjvog ßiog i]§€i,. 

95 ^l ai aoL, 'iraXt] x^^QV' l^^y^ ßägßaQov s-9-vog, 
OvK svörjGag, od-ev yvi.ivr] jcat ava^iog i]Xd-eg 
Ilgog cpccog '^eXioio, tV etg avrbv TtaXi yj^QOv 
Fv^vr] x(^Q'^^7]S} ^o;* vGxeqov elg y.qLglv eXdjjg, 

^g adiy.cog XQivovaa 

100 XeQGi ytyavreii^Gi /.lovr] narä ycoGf-Wv ccTtavTa, 
^E^ vtfjovg sX-d-ovaa, ■aazoiy.rjaeig vno yaiav. 
Näcpd-a, y.aag)äXTcp, xai ■d-siia, v.a\ tcvqi TtoXXi^ 
^^acpavLG^Gjf], xal eGj] %6vig aitövsGGtv 
uii-9-oixsvr] ' y.at Ttag 6 ßXirtmv fj.vyir}d-fibv cr/,ovGsi 
105 Il€v^i[j.ov el atdao (isyav, y.al ßQvy(.iov oöovtmv, 
Kai Tttlg Gaig 7CaXä(.iaig a^ea' GTi^^r] itaxayovGav. 
Ilaaiv 6{,iov vv^ Igtiv XGrj, roig JtXovrov sxovat, 
Kai TCTcoxoig ' yviivol d^ ccTtb yrjg, yv(.ivoi TtäXw eig yrv 



SIBYLLimSCHE WEISSAGUNGEN. VIII. BUCH. 145 

Einer, ein ältlicher Mann, wird lange das Skepter behaupten. 
Ein sehr unglücklicher König, der särnmtliche- Schätze der Erde 
Wahrend in seinem Pallasle verschliesst, um sie, wann wieder ankommt 70 
Von den Grenzen der Erde, der muttermördrische Flüchtlinge 
Allen zu gehen und grossen Reichthum nach Asien zu bringen. 
Dann wirst trauern auch du, dass den Glanz der purpurnen Streifen 
Der Gebieter auszog und einhergeht im Trauergewande, 
Stolzes Königreich, du Sprössling der lateinischen Roma. 75 

Nicht mehr wird dir der Ruhm deints eigenen Prahlens verbleiben; 
Auch nicht erhebst du dich mehr im Unglück, sondern bleibst liegen. 
Denn es wird fallen der Ruhm der Legionen mit sanimt seinen Adlern. 
Wo wird dann deine Macht, welch Land im Bündniss mit dir sein? 
Schmaciivoll dienstbar bist du durch eigene Thorheit geworden. 80 

Denn Verwirrung der Menschen wird dann auf der sämmlHchen Erde 
Herrschen,wanner, der Allherrschende, kömmt aufdem Richtstuhl zu richten 
Lebender Seelen, und derer die todt, und der Erde Gesammtheit. 
Rindern werden nicht mehr liebe Eltern sein, Eltern nicht Rinder, 
Wegen der Gottlosigkeit und der unerwarteten Trübsal. 85 

Dann wird wülbender Schmerz und Zerstreuung dir sein und Erobrung, 
Wann einslürtzen die Städte und wann die Erde sich öffnet. 

Wann wie ein feuriger Drache es auf den Wogen heranzieht, 
Mit vollge fülle tem Bauch, und dir deine Kinder aufziehet. 
Wann eine Hungersuoth ist und ein Rrieg der Bürger entstehet: 90 

Dann ist nah das Ende der Welt und der letzte der Tage, 
Und des unsterhliclien Gottes Gericht den bewährten Berufnen. 
Unerbittlicher Zorn wird zuerst aber ti'eilen die Römer. 
Eine blutdürstige Zeit und ein elt'ndes Lehen wird kommen. 
Weh, weh dir, llalisdies Land, höchst baibarisches Volk du! 95 

Wusslest du nicht, dass von wo du enlhlösst und unwürdig gekommen 
Zu dem Lichte der Sonne, dass du zu demselbigen Lande 
Nackt wiederum gehen wirst und dann zum Gerichte gelangen. 

So wie ein Volk das mit Unrecht ültte das Recht aus 

Mit gigautischt-n Händen allein auf der sämmtlichen Erde 100 

Kamst du her aus der Höh', und wirst wohnen nun unter der Erde. 
Mit Naphtlia und Asphalt und Schwefel und mit vielem Feuer 
Wirst hinweg du getilgt und Staub sein, welcher im Brande 
Ewiglich ist; und wer immer es sieht wird vernehmen ein grosses 
Klagegeheul vom Hades herauf und Zähnegeklapper, 105 

Und wie mit eigener Hand du schlägst an die gottlose Brust dir. 

Gleich ist die Nacht für Alle zumal, für die Reichen und Armen. 
Nackt kömmt man von der Erde und kehrt nackt wieder zur Erde, 

10 



146 SIBYAAIAEHN AOFOS H. 

^v^ovTeg hqyovai, ßiov xQÖvov exTeXeaavTsg. 

110 Ovßslg SovXog sxsi, ov Kvgiog, ovds Tvgavvog, 
Ov ßaatXslg, ovx rjysiiöveg ^ccla Tvg)ov exovteg, 
Ov voiiLTiog QT^rcoQ, oux ctQxojv XQW*^^^ Kgivcov' 
Ov ■dvaiöjv OTtovöaig €7ii ßoj^otg alfxa x^ovai ' 
Tvf.i7tavov ovx rjxel, ov ■xv[xßakQv , 

115 Ovy. avXbg TtoXvtQrjzog €xo)v TS q)Qev6ßX(xßov avöijv, 
Ov azoXtov avQiyfza q)SQOv fit[iriiia ÖQoxovTog, 
Ov aakTtcy^ TtoXeficov ayyihtQKx ßagßagöqxavog ' 
Ov 7i(6(zoig ftS'd-vovreg a-d-iafioig, ovxi yßQeiaig' 
Ov q)d-6yyog Ki-d-ccQtjg' ov ixtrixciviri y,ccKoeQy6g' 

120 Ovx SQcg, ovx OQyrj TtohjTtoLxilog, ovöe naxctiqa 
'^EoTt TtuQcc ifd-LfisvOLg' alX aib)v xocvbg uTtaai, 
KXeiöog)vka^ slQxrrjg fisyäXTqg ssvl ß^fxa Gsoio. 

XgvGolg TS §0(xvolgc xal agyvQsoig Xcd-Lvocg re 
'^ÜQaTai yivsG-d-e, Iv' sXS-rjT^ eig Ttixgov fniaq, 

125 ^rjv TtQiiiTiQv xolaGLv, ^PcüfiT], xal ßgvyfiov OQcoaai. 
Kovxeti GOi dovXeiov vtco ^vybv avxiva S^ast 
Ov 2vQ0g, ovx '^'Elhriv, ov ßägß^aQog, ovx eS-vog aXXo. 
"Exrcoqd-iqd^arj, xaKTtgcix^iGj) oa' arcga^ag, 
^diöasig T ol^bi^aaa (pößt^, f-isxQt ^av ccTtOTtGstg. 

130 Kcci Gv ■d-QiccjM.ßog eGji xoGfXf^, xal ovetdog ajtavTwv. 
"ExTOTS ö^ av udarivwv exrr] ysver] ßaGiXiqcov 
"YGTaTiOv ßiov htxsXeGSL, xal oxrjjtTQa TtgoXsLipeL. 
Tijg avrrjg yeverjg evegog ßaGiXsvg ßaGLXevGei, 
"Og TtÜGr^g yairjg ag^sc, xal GxrjjtTga xQaviqGec' 

IZh^'^Q^si 6^ avTOXBQaGxa, Qeov ßovXatai /xsyiGvov 
Hatdeg xal rtaldiov tovtov ysver] aGaXevrcov, 
^ßg yccQ '9-€Gg)aT6v eari, TteQiTtXofievow xqovoio, 
'OTtTVOTov ^lyvTtTOv ßaatXstg tQig Ttivrs ysvtovTai,. 
""Evd-sv orav q)oLvvxog ensh&rj jtevraxQOvOLO, 

140'jEf^£fc TtÖQdriGODv Xatov yevog, axQira (pvXa, 
^EßQaL(x)v e-9-vog. Tot' ccQtjg agea TtQOvofievGEi' 
'PcDfialcov VTtsQOTtXov ccTtsiXrjv avTog oXsGGec. 
"'QXsTO r^g ^Pcöfirjg agxrj töte triXed-oüiGa, 
^QXali] TtoXesGGt TteQixrioveGGiv avaoGa. 

145 Ovxert vixrjGet ro Ttedov 'Pcü/xrjg sQid^Xov, 
OrtTCorav «^ '^Girjg XQatscov sXd^ Gvv ccQrj'i. 
Tavxa de Ttävt' eg^ag, ^^ec [(.isTOTtiGd-ev] ig ccgtv. 
Tglg de TQvrjxoGLOvg xal TSGGagaxovra xal oxtcj 



SIBYLLINISCHE WEISSAGUNGEN. VIII. BUCH. 147 

Wächst und höret dann auf, wann die Zeit des Lebens erfüllt ist. 
Keiner ist Sklave alldort, oder Herr, auch Alleinherrscher Niemand, 110 
Keine Könige gibts, noch Herrscher voll mächtigen Dünkels, 
Keinen rechtskundigen Redner und keinen bestechlichen Richter. 
Auf den Altären vergiesst man kein Blut zu Spenden für Opfer; 

Keine Pauke ertönt noch Cymbel 

Keine löchriche Flöte mit ihren wahnsinnigen Tönen; ll5 

Auch kein Pfeifengetön, die ähneln gewundenen Drachen; 
Keine Trompete, des Kriegs Verkünd'rin, barbarischen Klanges. 
Nicht die in schlechtem Gelag Berauschte sind, oder bei Tänzen, 
Und keine Cither man hört; nicht gibts verbrechrische Arglist; 
Weder Hader, noch vielgestaltiger Zorn, auch das Schwerdt nicht 120 
Ist bei den Todten ; gemein ist für Alle die endlose Zeit nur. 
Wahret fürs Gottesgericht die Schlüssel zum grossen Gefängniss. 

Und in Gebilden von Gold, von Silber und Steinen geformet, 
Werdet nur jugendlich schön, dass ihr kommt zum bitteren Tage, 
Deine Bestrafung zuerst, o Rom, und dein Heulen zu schauen. 125 

Nicht wird dein sklavisches Joch auf den Nacken mehr einer sich legen, 
Weder der Syrer, noch Grieche, Barbar, oder andere Völker. 
Plündern wird man dich und, wie du selbst thatst, übel behandeln, 
ßüssest laut ächzend vor Furcht, bis dass du Alles abbüssest. 
Und ein Triumph wirst du sein für die Welt, eine Schande für Alle. 130 

Dann wird nachher das sechste Geschlecht der lateinischen Herrscher 
Enden das Leben zuletzt und fahren lassen die Skepter. 
Und von demselben Geschlecht wird ein anderer König regieren, 
Welcher beherrscht die sämmtüche Erd' und die Skepter erobert. 
Und eine lautere Herrschaft er führt nach dem Willen des Höchsten. 135 
Kindei" und ein Geschlecht fest stehender Söhne besitzt er; 
So ist von Gott es bestimmt in den sich umrollenden Zeiten, 
Wann im Aegyptischen Land fünfzehn der Könige da sind. 

Wann der Phönix von da an zum fünftenmale erscheinet. 
Dann kömmt er, der die Völker beraubt, und verschiedene Stämme, 140^ 
Und das Hebräische Volk. Dann wird Ares den Ares aussaugen. 
Und das verwegene Drohn der Römer vernichtet er selber. 
Unter ging Roms Herrschaft, ehedem in üppiger Blüthe, 
Alte Herrscherinn einst über die umliegenden Städte. 
Einst wird nicht das Gefild der üppigen Roma mehr siegen, 145 

Wann aus Asien er mit Kriegsmacht gewaltig heranzieht. 
Hat er dies Alles vollführt, so zieht er nachher in die Stadt ein. 
Aber erfüllen wirst du dreimal dreihundert und vierzig 

10* 



148 2IBYAAIÄK£IN AOFOÜ H. 

IIh]Qiöaeis kvxdßävzag, otav ffoc dvGfiOQOg 7J§t] 

150 MöTqcc ßia^Ofiivrj, rebv ovrofia TtXrjQwaaaa. 

0% fxoi eyb) TQiraXatva, ttÖz' oipofiai f/fiaQ ensivo 
2ei6 TtOTE, 'Pf^ftr], Ttaai dh fiaXiara ^arivoig; 
[Ktofxa^^, ei ßovXet gv, rov\ eyi:Qvg)iaiai Xoxeiaig 
'^aaidog sk yalrjg stvI TqcoIv.ov agi^ STtißävra, 

155 Ovi-ibv [exovT^] aiS-iovog. "Ovav d' iad-fxbv diccxoipr] 
üaTtzaivwv, STti TtavTctg id)v, TteXayog dcafzetipag, 
Kai röre -SiJQa fieyav fiersXevasrac alfia ■x.eXawöv, 
Tov ds Xeovr' sdico^e v.v(i}v, oXenovra vo/xrjag. 
2xr]7tTQa (J' acpaiQTQGovai, ■aal sig a'Cdao ^sgi^aei. 

160 ^tflet xat ^Foöloig zaxbv varaxov, aXXa fiäyiarov. 
Kai Qrjßaiat naKrj ys fievet fieroTiia-S-ev aXo)aig. 
^LyvTtxog (J' aTtoXelrai, vcp' riys(j.6vcov KaxovrjTog. 
^£2g de xal ol fisTOTciffd-' scpvyov ßgorol aiTVvv oXed-QOv, 
TQig (.lOKctgiGTOg etjv xal xsTQaxig öXßtog avrjQ. 

165 'jEffTttt xal iPtofit] QVfxr], nal ^ijXog adrjXog, 

Kai 2ä(xog afi(.iog 

'^'Yaregov av ftsreTistva aal sig Ilsgaag xaxbv rj^ei 
t^y^" v7teQTqg)avLTqg, artoXelTat [(J'] vßgig arvaaa. 
Kai TOTB ayvbg ava§ 7täar]g yrjg axrJTttQa ugari^aec 

170 Eig aiaivag artavrag, \aTtö\(pd-ifiivovg aveyelgag. 
ToXg 'Pföl^j] vifJiarog ayoi oiyiZQrjv röre fioigrjv, 
IlaaLv [t'] av&QWTtoiacv, oQOig [(J'] STtl TOiaiv oXovvTaf 
"AXX" ov (xi] Ttstad-tüaLv, o v.av TtoXv Xuiöv eortv. 
!^AA' OTtöxav drj jtäaiv eTtav^rjarj naxop rjf.iaQ 

175 ^iixov v.al X01/J.OV, övaavaa%eTOv ts y,vöoif.iov, 

Kai tot' STtsiT^ aiid-ig xqeicov £[X7CQoad-s.v 6 xXiif.Kdv, 
2vy/.aXeoag ßovXrjv, ßovXsvasrai (og anoXsaoet. 

Si]Qa f.isv avd^GovGLv ofiov (pvXXoiGi (pavsvTa " 
OvQavtov <J' edacpog dsi^ei oreQsa stzI TceTQrj 

ISO^'OfißQOv TS, g)Xoyfi6v ts, TtoXvTtvotav x" stcI yaiav, 
Kai GTtOQifKov 7tXi]dn)v oXtov xaxa yaXav ccTtaGav. 
i.dXXcc jtäXcv Tcgä^ovGiv avatdsa ■dvftbv sxovxsg, 
Ov (xiqvifj.a Qsov dsidtöxsg, ovx^ avS-QWTtcov, 
^iöocr]v TtQoXcTtovxsg, avacdslrjv ds y eXovvxai, 

Xih^^GxaGhßGt xvqavvoi, af.iaQX(aXol xs ßiaioc, 

WevGxai, aTtiGxöcfiiXoL, xa-aoTtQayfiovsg, ovdev aXrj^sZg,. 
üiGxoTtOQd-sig, tjJsvdsGGt Xoyotg övGcprj(J.a xsovxeg' 
OvÖE Gq)iv TcXovxov xögog sGGsxai, aXXa ävaiötog 



SIBYLLINISCHE WEISSAGUNGEN. VIII. BUCH. 149 

Sonnenläure und acht, wann dich das erschreckliche Schicksal 
Ueberfällt mit Gewalt, das deinen Namen vertilget. 150 

Weh mir Unseligen, wann werde ich jenen Tag einst erblicken, 
Deinen dereinst, o Rom, und besonders für alle Lateiner? 
Feiere, wenn dirs gefallt, den mit seinen heimlichen Kindern, 
Der von Asiens Land aus besteigt den Trojanischen Wagen, 
Voll von feurigem Zorn. Doch wann er den Isthmus durchstochen, 155 
Spähend umher, gegen Alle gewandt, das Meer überschritten. 
Dann wird d^nkeles Blut dem grossen Thiere nachfolgen. 
Aber der Hund verfolgte den Leu, der die Hirten erwürget. 
Und man nimmt das Skepter ihm weg, und er geht in den Hades. 

Unglück befällt auch die Rhoder, zuletzt zwar, aber ein grosses. 160 
Böse Eroberung steht nachher auch bevor den Thebariern. 
Auch wird AegyiJten zu Grund gehn durch eigener Herrscher Verruchtlreit. 
Aber die Menschen nachher, die dem schrecklichen Tode entronnen, 
Dreimal selig und vierfach glücklich ist Solcher zu preisen. 
Und zur Ruine wird Rom, und Delos wird einstens verfallen, 165 

Und zu Sand wird Samos 

Später wird auch die Perser nachher betreffen das Unglück 

Für ihren -üebermuth, und zu Grund geht ihr sämmtlicher Hochmuth. 

Und ein heiliger Herr wird den ganzen Erdkreis regieren 
Dann auf ewige Zeit, nachdem er die Todten erweckt hat. no 

Denen zu Rom wird der Höchste alsdann ein schreckhches Schicksal 
Bringen, den Menschen zusammt, die in diesen Gebieten zu Grund gehn: 
Aber sie wollen gehorsam nicht sein ; denn das wäre viel besser. 
Aber wann nun über Alle gehäuft sich der schreckliche Tag hat. 
Bringend Hunger und Pest uud schwer zu ertragenden Kriegslärm; 175 
Dann wird der frühere Fürst hernach, der Elende, wieder 
Rufen zusammen den Rath und berathen, wie er verderbe. 

Und mit den Blättern zugleich sprosst auf und zeigt sich das Dürre. 
Aber das Himmelsgewölbe bringt auf unfruchtbarem Felsen 
Regengüsse und Glut und Windsbraut über die Erde, 180 

Und auf der Erde zumal eine Menge verkümmerter Saaten. 
Doch die frechen Gemüths sind, die werden wiederum^ handeln. 
Fürchtend den göttUchen Zorn nicht und nicht sich scheuend vor Menschen, 
Dreist ablegend die Schaam, und Unverschämtheit erwählen. 
Mittelst Empörung Tyrannen, und Sünder bereit zur Gewallthat, 185 

Lügner, Ungläubige und Uebellhäter, die Wahrheit nicht liebend, 
Glaubenszerstörer, durch Trug im Reden Schandthaten schmiedend. 
Auch nicht werden sie satt an Reichthum, sondern ganz schamlos 



lEiQ 2IBYAAIAK£LN A0rÖ2 m 

üXelova avXXs^ovat' TVQavvwd-evtes oXovvrai. 

190 ^'utiorqa TtEGUTai Ttavra ■9-aXocGarjg avTircQwga, 
IloXXa fxev e§tjg aarga, inai azTivoevra zofj.i^Ti^v 
^'Av&Q(j07toi xaXiovat xov aoiiqa, orjfxa Ttövoto, 
IIoXXov eTtEQxOfxsvov 7toXsf.iov v.al drj'CoTrJTog. 
JUiq Ttox^ lyoi ^(prjv, ots tj iXaga ßaacXsvasi, 

i%'^XXa TOT^, ovQCcvlrj orav rj xägig sf.ißaatXeva'T], 
Kai OTtorav Ttacg itod-^ leqog 8oXo(pbva Ttdvriov 
^^oXearj öeajxoXg, bXoocpqova ßvGGOv avoiycov, 
u4.i(pvLdiog de ßgorohg ^vXivog döfxog a/.icpixaXvipr]. 
^XV orav rj öeKCcrrj yevece d6f.iov aldog eYaco, 

200 QrjXvTSQrjg (.leriTtsiTa fxsya xQccvog' ^ xaxa TtoXXa ' 
^v^v^aei Qsbg avrog, orav ßaGtXrjtöa Tif^rjv 
^reipaf-ievr] tvxf]' Gv(X7tav ö' srog rJTtvog aiüv. 
HsXiog f.iev avxfJ-yjQcc TQs%(av vvKCEQiva qjaivei' 
^sixpec d^ ccGTQa TtbXov' jvoXXfj di rs XalXani ■dvwv, 

205 TaXav eQr]fA.(6G€i' vengwv öe ävaGraGcg satai' 
XtüXwv de ögb/xog loxvTarog, y.ai xcocphg cmovGet, 
Kai ivcpXol ßXixpovGi, XaXiqGovG^ ov XuXeovreg, 
Kai xotvog TtävrsGGi ßiog xal TtXovrog eaeirat. 
Faia ö^ IGT] TtävTCQv, ov T£i%EGiv, ov 7t£QLcpQay{ioXg, " 

210 Ovde (xegtCoiiivri, v.aQ7tovg xbre TtXeiovag oXgbu 
Ilrjyag de yXvKsgov oXvov, XeüY.ov re yäXa-A.%og, 
Kai (xsXcTog öwaet 

Kai nQiGiv a&avaTOLO Qeov . . . . . . .' . 

^AX^ orav aXXd^T] Kaigovg Qsbg , 

215 Xet^ia d-egog itomv, tote -S-sGcpaTa [TtävTa TeXsiTail. 
AXX OTE xoGftog oXcoXs 



* * 



IH20Y2 XPEI2T02 QEOY YI02 2QTHP 2TAYP02 
'idgwGEi de xd-wv, nQiGscog Grif-islov ot' egtui. 
"H^Ei d' ovgavbd-Ev ßaGtXevg aiwGiv 6 (xiXXfov, 
SaQXtt Ttagwv jtaGav xgZvai, y,al noGfxov ajtavTa. 
220"OipovTai de Qebv fisgoTtEg trtcGTol nal cctccgtoi 
YxpiGTOv (lexd Tojv ayicov E?tl Tegfia xQOvoto. 
2aQxocpbg(ov d avdQuv ipvxdg STti ßi^f.mTc ■xQlvst, 
XdQGog OTOv TtOTE ■x.bafiog oXog %al aycavd-a yevrjTai. 
FiipovGi d' sYdfjoXa ßqoxol, sial tvXovtov oTtavTa. 



SIBYLLINISCHE WEISSAGUNGEN. VIII. BUCH 151 

Sammeln sie immermehr an, und werden gewaltsam zu Grund gehn. 

Alle Gestirne zumal werden stürtzen entgegen dem Meere, 190 

Viele hintereinander ; die Menschen nennen Kometen 
Jenen blitzenden Stern, der ein Zeichen ist grosser Bedrängniss, 
Wo ein gewaltiger Krieg hevorsteht und arge Verwüstung. 

Mocht' ich amLehen nicht sein, wann dieStadt, die fröhUche, herrschet ; 
Sondern alsdann wann die himmlische Gnade ausübet die Herrschaft, 195 
Und wann dereinst der heilige Diener von Allen die Arglist 
Richtet in Banden zu Grund und öffnet den tödtlichen Abgrund, 
Und urplötzlich ein hölzernes Haus die Sterblichen einhüllt. 

Aber wann einst das zehnte Geschlecht ist im Hause des Hades, 
Dann die gewaltige Macht eines Weibes beginnt, und viel üebles 200 

LässtGott selbst sich mehren dann, wann mit der Würde der Herrscher 
Sie sich umgab. Und das Jahr wird gänzlich sein voller Stürme. 
Sengend durchläuft ihre Bahn die Sonne und scheinet des Nachts auch ; 
Sterne verlassen den Himmel; die mächtig anstürmende Windsbraut 
Wird verheeren die Erd', und es werden die Todten erstehen. 205 

Und sehr schnell ist der Lauf der Lahmen; es höret der Taube, 
Und das Gesicht werden Blinde erhalten, und Stumme die Sprache; 
Und gemeinsam wird sein das Leben und Reichlhum für Alle. 
Auch ist die Erde für Alle gemein, ohne Mauern und Zäune, 
Nicht in Theile getheilt, und wird tragen die Früchte in Menge. 210 

Aber des lieblichen Weins und der blendenden Milch wird er Quellen 
Geben und Honig 

Und das Gericht des unsterblichen Gottes 

Aber wann Gott umändert die Zeit [und den Frühling zum Herbst] macht. 
Und den Winter zum Sommer, vollbracht wird dann die Prophezeiung. 215 
Aber wann untergegangen die Welt 



JESUS CHRISTUS, GOTTES SOHN, ERLÖSER, KREUZ. 

Aber der Erde wird Schweiss entrinnen beim Zeichen des Richttags. 
Und vom Himmel herab wird kommen der ewige König, 
Jegliches Fleisch vor sich, und die Welt, die gesammte, zu richten. 
Gott aber' werden dann, schaun die Gläubigen und die ungläubig, 220 

Hoch in der Höh' am Ende der Zeit von den Heil'gen umgeben. 
Und auf dem Richtstuhle richtet die Seelen der leiblichen Menschen 
Er, wann einst ist unfruchtbar die Welt ganz und Dornen aufwachsen. 
Und man wirft die Götzen hinweg und jeglichen Reichthum. 



152 21BYAAIAKSIN AOTOS H. 

225 'Enxavaei de ro tivq y^v, ovquvov, r}öe ■9-äkaaa.av 
^lyvsvov' qiXi^BL de Ttvlag siQKTrjg atöao. 
2aQ§ Tore jtaoa vsxqcov STt' e'kevd-sQiov ipäog rj^ei 
Töjv ayiojv ' av6(j.ovg de to . tcvq aiöjaiv sXsy^ei. 
'^ÖTtTCÖaa Ttg frtQa^ag eXad-ev, Tore Ttävra lahqaEi' 

230 ^Tri&sa yuQ Coq)6svT(x Qsbg cpioGTrjQGiv avol^si, 
0Qrjvog ö' Ix TtävTcov nq^si, y.cu ßQvy/j.bg böövTcov. 
'Exlscipei asXag rislLov, aargcov rs xoQeiat,. 
OvQavbv eVKL^EL' (xrjvrjg Ss ts cpsyyog oXsiTai. 
'YipwasL dh qjägayyag, olsl <J' vipiofiarcc ßovvcov, 

2Zö"Y\pog ö' ovxBTL "kvyqov Iv ccvS-QioTtoiat cpaveiTai. 
"lad T OQt] Tcedioig earai, xa/ Ttaaa ■d-dXaaaa 
Ovxert Tckovy %%ei' yri yaq cpQvyß-sXaa aegawc^ 
2vv TTiqyaig, Ttorafxol 6s v-ayrlaCovreg leLipovau 
2<xX7tiy^ J' ovQavöd-sv cptüvrjv ^oXvx^qtjvov dcpr'jasi, 

2iO ^QQvouaa fivaog fieXXov kuc Ttrif-iara v.öafxov. 
Tagrägsov ös x<^og tots dsi^et yaia yiavovaa. 
"H^ovai. d' BTti ßrj(A.a Qeov ßaaiXrjeg aTtavrsg. 
'Pevast «5' ovgavöd-ev Ttorafibg Ttvgbg, rjöe -d-Eetov. 
^rjfj.a ds TOI tote Ttaat ßgorolg acpgrjyig £jtiar]iAOg, 

245 Tb ^vXov Ev TtiGTOlg, TO negag rb 7tod-ov(.iEvov sozai, 
lAvÖQoiv EVGEßecov Kcorj, 7tQ6axo(.ifj.a de noGfiov, 
"YdaGL gjcuri^cüv aXrjTOvg ev dtoöeaa Ttrjyalg' 
'JPdßöog 7tOL[A£ÜvovGa Gidr]Q£irj rs XQavrjGeL. 
OvTog vvv TtQoyqacpelg ev axQOGTiyJoig Qsbg '^[xdjv, 

250 2coTrjQ ad-ävatog ßccGiXEvg, 6 Ttad-cov %ve% ri(.i6)v ' 
"Ov MojGrjg exvTtfOGE TTgoreivag loXivag ayvag,. 
NiKCov rbv l^^taAiJx TtioTst, Iva Xabg ETtiyvcp 
'ExXexTbv -Ttagd jtaigl OEcp xal tL[xlov Elvai, 
Trjv gäßdov ^aßld, xßi rbv XLd-ov ovTteg VTteGTr], 

255 Eig ov 6 TtiazEvaag Ccorjv attoviov e^ei. 

Ovdh ydg ev öo^t], dXX' log ßgorbg slg xgiGLv ij^ei, 
Oixrgbg, arifiog, af.iogcpog, tV oixrgoig eXjtida Öwgei' 
Kai cpd-agvfj oagy.l fiogcprjv, xal TtiGTiv dniGTOLg 
OvgävLOv öcoGei, xal f/og(p(6aei rbv an dgxrjg 

26(i^'Av'9-gb)7tov TtXaa&EVTa Qeov jtaXccf.tr]Giv -ev avtalg, 
"Ov v.' ETtXävrjGEv oq)ig doXUog, etzI [xoTgav ccTtEX^Eiv 
Tov d-aväTOv, yvaiaiv te Xaßstv aya&ov te xay.ov ts, 
"SiGTEf Osbv TtgoXiTtovTa,' XavgevELV ^d-EGi ^vrjroig. 
^vxbv yag Ttgiöriara Xaßtov ovfißovXov aTt' dgyrig, 

265 EItvev 6 7tavvoy.gdTojg " üoiT^Gcof^ev, xh.vov, a[i(pia, 



SIBYLLINISCHE WEISSAGUNGEN. VIII. BUCH. 153 

Aber das späheude Feur wird die Erde, den Himmel, die Meerfluth 225 

Gänzlich verbrennen, und auch die Thore des schliessenden Hades. 

Dann kömmt jegliches Fleisch der Todten zum Lichte der Freiheit, 

Derer die heilig; doch Feur wird auf ewig die Bösen bestrafen. 

Was Einer heimlich gelhan, das wird er dann Alles erzählen; 

Denn die dunkele Brust wird Gott dem Lichte aufschliessen. 230 

Und von Allen ausgehn wird Weinen und Klappern der Zähne. 

Bleichen werden der Glanz der Sonn' und die Reigen der Sterne. 

Drehen wird er den Himmel; der Glanz des Mondes verschwindet» 

Thäler wird er erhöhn und die Höhen der Hügel wegnehmen, 

Und unter Menschen wird nicht mehr die Höhe verderblich sich zeigen. 235 

Und das Gebirge wird gleich der Ebne, und jegliches Meer wird 

Schiffahrt besitzen nicht mehr; denn vom Blitz ist entzündet die Erde 

Saramt den Quellen, und auch die rauschenden Ströme versiegen. 

Aber vom Himmel herab tönt kläglichen Laut die Trompete, ■*' 

Werdende ruchlose That und der Welt ihre Leiden bejammernd. 240 

Und die klaffende Erd' aufweist dann tartarisches Chaos. 

Aber zu Gottes Richtstuhl werden kommen die Könige alle. 

Und ein Strom von Feur und Schwefel wird fliessen vom Himmel. 

Aber ein Zeichen wird dann für Alle, ein kenntliches Siegel 

Für die Gläubgen das Holz sein, das Hörn, nach dem man begehret, 245 

Welches das Leben gewährt den Frommen, der Welt aber Anstoss, 

•Das die Berufnen mit Wasser durch zwölffache Quellen erleuchtet. 

Und der eiserne Stab des Hirten wird alsdann regieren. 

Das ist der unsrige Gott, beschrieben jetzt in Akrostichen, 

Der Erlöser und König, unsterblich, der für uns gelitten ; 250 

Welchen Moses, ausstreckend die heiligen Arme, bezeichnet, 

Als er besiegt Amalek durch Glauben, dem Volk zur Erkenntniss, 

Dass er bei Gott dem Valer erwählt und in Ehren sein werde, 

Er der Davids-Stab, und der Stein, welchen einst er verheissen, 

Und wer glaubet an ihn, wird haben das ewige Leben. 255 

Denn in Herrlichkeit nicht, als Mensch kömmt er zum Gerichte, 
Elend, entehrt und entstellt, um den Elenden Hoffnung zu geben. 
Und er wird geben Gestalt dem vergänglichen Fleisch, den Ungläub'gen 
Himmlischen Glauben verleihn, und wird umgestalten den Menschen, 
Welchen Gott selbst anfönglich gemacht mit eigenen Händen, 260 

Und den mit List die Schlange verführt, um den Tod als den Antheil 
Zu erhalten, von gut und von bös zu empfahn die Erkenntniss, 
So dass verlassend den Herrn hinfälligen Bräuchen sie dienten. 
Denn es nahm ihn zuerst als Rathgeber sich uranfänglich 
Der Allherrscher und sjirach: Sohn, lasset uns beide nun machen 265 



154 ÜIBYAMAKSIN AOTOS H. 

ElKOvog l| idirjg aTtOf-ia^afisvoi ßQora q>vXa' 
Nvv liev iyu) x^^h ^'^ ^' ^jvevta 16y(^ -d-egaTtevaeig 
]\IoQ<j)r]v '^(.leTegrjv, iva KOivbv aväara/xa dtSfiev. 
rvwi-iTjg ovv TavTTjg /xBftvrjf^ivog sig iiQiaiv rj^ei, 

270 ^vt/tuttoj/ /.dfxrjfia q)^QO}v elg 'rtaqd-avov ayvrjv, 
'"Ydari cpcoTl^cov dia TtqeaßvveQcov aftcc xeiqojv, 
HävTCi X6y(p TtQÜaowv, rcaaav de voaov d-sgaTtsvcov. 
Tovg avsfiovg Ttavaeis Xoycp, aioqeasL de -d-äXaGOav 
Maivofievrjv irtoalv, eiQi^vrj TtLoTBL ze itarriGag. 

275 ^Ey. ö' agriov afxa Ttevre v.al Ix^d^og eivaXioto 

Kai T« TtsQtoaevovTa laßtov afxa ii?.(xaf.iaTCc Ttävta, 

/tbiöexa TthriQcdaei ytocpivovg elg elTtiöa laiov. 

Kai v-aXiaeL ipvxccg fiay.äQtov, [l/^ßorg] d^ ayajtrjaei, 

280 Ot y.aXbv avrl xay,ov x^^^(^^ö(.ievoi TtQtj^ovac, 
TvTtTÖfievoif [xaazitofxevot, ytevii]v nod-iovxeg. 
nävTa vocov aal itävia ßXcTtcov, i^ai navr^ eitav.ovoiv , 
SrtXdyxva KarOTtrevoei v.ai yv^ivcüoet Tcqog eXeyxov 
^4vT0g yccQ itävTcov cr/,or] v.ai vovg kuI ogaaig, 

285 Kai Xoyog 6 ktiCcov {.lOQCpag, c^ TvävS^ v7ta%ovei, 
Kai vsxvag aioCtov, Ttaaav de voaov ■d-egarteviov. 
Eig avöfitov x^^Q^S '"^^ ccTttGTcov varegov i]§et, 
^cüGOvat öe Qeq) gaitiaf-iaza xe^fftv aväyvoig, 
Kai aröf-iaai- fiiagoig £xnTva(4aTa q)aQf.iay.6£VTa. 

290 idcooei ö' eig fiaariyog aTrXiHg ccyvov tbre vcorov ' 
[^vTog yag uSaf-itp TtagadcÖGei Ttaqd-evov ayvr}v.^ 
Kai jioXacpit6[;i€vog GLyrjäsc, f.iiqTig eitiyv^, 
Tig rivog, tj TtöB-ev rjX^ev, Yva q)d-if.ievotac XüXr^a-r). 
Kai GTScpavov (pogioei rbv axav-d-ivov Ix yccQ ay.av-9-iov 

295 Tb OTecpog exXexTcov ayiiov ahoviov r^^ec. 

JJXevgä xe vv^ovai xaXdfiq) dm xbv v6(.iov avTcov 
'Ey. y.aXdfio}v ydg Geiofzevcov vtvo itvevfxarog aXXov 
JTjOOg v.Qif.ia'ta tpvxrjg ergdcpr], oqyrjg yal dfj.oißrjg. 
L^AA' ore vavTcc ys Tcävca reXeuo^, aTteQ eljtov, 

300 Elg ccvrbv rore oxdg Xvetai vbfxog, OGrig dit dqyvfi 
Jöyi-iaGiv dv-9-QÜTtcov edö&r] did Xabv aTteid-ri. 
ExTverdaet de x^Q^S "^^i- ytöaf.iov anavTa nergriaei. 
Eig de zb ßgcof^a %oA^y, xat jtieZv o^og adtoxav 
Trjg dq)iXo§evi7jg Tovtrjv tigovgl TgccTteCav. 

305 Naov de GyiG-Sri ib Tceraaßaj -xai rj^iari [.liGaip 
Nv§ SGTai, G'MTÖeGGa TteXwQiog ev tqigIv Sgaig. 



SIBYLLINISCHE WEISSAGUNGEN. VIII.BUCH. 155 

Nach dem eigenen Bild abbildend die Stämme der Menschen: 

Mit den Händen jetzt ich, dann sollst du hernach mit dem Worte 

Sorgen für unsre Gestalt, dass Entstehung wir geben geraeinsam. 

Dieses Beschlusses gedenk wird zum Gerichte er kommen. 

Tragend das ähnliche Abbild hinein in die heilige Jungfrau^ 270 

Und im Wasser erleuchtend zumal durch die Hände der Priester, 

Alles vollführend durchs Wort und heilend jeghchc Krankheit. 

Durch sein Wort stillt' er die Winde, und ging auf dem Meere, 

Während es tobte, zu Fuss hinwandelnd in Frieden und Glauben. 

Mit fünf Broden zumal und mit einem Fische des Meeres 275 

Wird er fünftausend Mann satt machen in Mitte der Wüste, 

Und, aufnehmend zugleich alle übrig verbliebenen Stücke, 

Füllen zwölf Körbe damit noch an, eine Hoffnung der Völker. 

Und der Seligen Seelen beruft er, wird heben die [Armen], 

Welche behandelt mit Spott nur Gutes für Böses vergelten, 280 

Welche man geisselt und schlägt, und die nach Armuth sich sehnen. 

Alles wissend und Alles sehend und Alles vernehmend. 

Wird er das Innerste schaun und zur üeberführung bioslegen: 

Denn er ist das Gehör, der Verstand und das Sehen von Allem, 

Und das Wort, das die Formen erschuf, dem Alles gehorchet, 285 

Und der die Todten erlöst, und heilet jegliche Krankheit. 

Kommen wird er zuletzt in der Gottlosen und der Ungläub'gen 

Hände, und Schläge versetzt man dem Gott mit unheihgen Händen, 

Speit mit besudeltem Mund ihn an und mit giftigem Speichel. 

Und hingeben wird er zum Geissein den heiligen Bücken; 290 

[Denn überliefern wird er der Welt die heilige Jungfrau.] 

Und er wird, wenn man ihn schlägt, stillschweigen, dass Keiner erkenne 

Wer er sei, wessen, woher, um zu den Verstorbnen zu reden. 

Und von Dornen den Kranz wird er tragen; denn immerdar kommen 

Wird aus den Dornen der Kranz der Heiligen, welche erwählt sind. 295 

Auch sehlägt man mit dem Rohr seine Seilen, ob ihres Gesetzes: 

Denn von dem Rohr das bewegt wird von einem anderen Geiste 

Ward zum -Gericht der Seele bestimmt er, zum Zorn und zur Strafe. 

Aber wenn dann alles dies sich erfüllt hat, was ich geredet, 

Dann wird jedes Gesetz aufgelöset in ihm, das von Anfang 300 

Wegen des trotzigen Volks durch menschhche Satzungen aulkam. 

Aber ausbreiten wird er die Hand' und die Welt ganz durchmessen. 

Und sie reichten die Galle zur Speise, und Essig zum Trinken: 

Dieser ungastliche Tisch wird ihnen die Strafe bewirken. 

Und der Vorhang zerriss im Tempel, und mitten am Tage 305 

Wird drei Stunden hindurch die gewaltige finstere Nacht sein. 



156 2IBYJAIJKS1N AOrOS JET. 

Ovx€Ti yccQ vaq} xQvq)iip rs v6f.iq) ts XaTQsveiv, 
OavTaaiaig ■nöaf.iov y.ex.aXvfj.fxevov, avd-tg edelx^rj, 
^vd-evTOv xaraßavTog STtl %d-ovbg aeväoio^ 

aio'^JT^ft ö' sig atdrjv, ayye'k'kwv eXitlda TtaOL 
Toig ayioig, reXog aliovcov xat sa%aTov "ijf^aQ, 
Kai ■d-avävov fioTgav reXeaec, tqItov ijftaQ vrcvcöffag' 
Kai ror' amb (pd-ifievcov avctlvaag, sig qjccog rj^ei, 
ÜQWTOg avaaraaewg yilr^roig ccqxtjv VTtodd^ag, 

315 ^^d-avärov jTrjy^g a7toXovaä/.ievoi vöÜTsaai 
Tag TtQOTSQOv xamag, Yva yervi/jd-sweg avcod-sv, 
MTqv.sTv dovXsvcoaiv ad-sof-ioig rj^eai v.6a(xov. 
ügcÖTa ds rolg iöLoig cpavsQcog tote KvQiog eoTai 
2äQ'Acvog, cog Ttäqog riv, xeqgL ts itoaL t' sTttdsi^si 

220 Tsacaga TÖlg idiotg }'xvrj ^rjx^evTa (.isXsaaiv, 

'^vToXirjv TS, dvaiv ts, fisGrjfißQtrjv ts, Kai ccqxtov * 
Töaaai yccQ }i6a(.iov ßaaiXrj'idsg sxTsXsaovai 
Uqu^lv ttjv ad-s/xiGTOv STtixpoyov sig TVTtov '^/ncov. 
XalQ^, ayvrj -dvyaTSQ 2ia)v, nal TCoXXa ita^ovoa' 

325 ^vTog aov ßaaiXevg sitißag sTtl TtwXov saäyec, 
ÜQaog -TtäaL g)avsig, iva toi 'Qvybv, ovTtsq VTtrjfisv, 
JovXov, dvGßäaTavfcov, sn ai>%svL y.si/.isvoi' ccqj], 
Kai -d-sGi^ovg ad-sovg Xvgt], dsG/.tovg ts ßcalovg. 
^vtÖv aov yivcoGxs Qsbv, Qsov vtbv sovTa' 

330 TovTOv öo^dCovGa, v.al sv gtsqvolglv s%ovGa, 
'Ev. ipvyrjg ayäna, v.al Tovvofxa ßäoTaGOv ovtov. 
Tovg TtQOTSQOvg 6' anöd-ov, -/.al XvGov acp^ a'ifxaTog avTOv 
Ov yccQ aaig ol(.iaig iXäGxsrat, ovrs XiTaiatv, 
Ov ^vGiatg 7tQ0Gs%si cpd-aQTcüg, acp&aQTog vnagxcov 

335 '^XX^ vf.ivov ayiov GTOf-iaTog ■d^vfj.qi 7tQoq)iQOvxog. 
Fvöid-i. rig sgS-^' ovTog, y:al rbv ysvsiTjqa tot^ o\psi. 
XriQsvasL tÖts itävTa XQÖvci) OTOLxsla xa kog^ov, 
l^rjQ, yata, -S-äXaGGa, cpäog Ttvqbg aid-Ofievoio' 
Kai TtoXog ovQavtog, xal vv§, yial i]f.taTa TtävTa, 

340 Eig SV TCVQ rj^ovGi xal sig ^0Qq)rjv TtavsQrjfiov. 
^LdoTQa yccQ ovQavöd-sv cpuoGTTiQcov TcavTo itsasiraL. 
KovKSTi, drj TtTTjGOVTac S7t asQog svtvtsqoi, ogvsig, 
OvTS ßccGig yairjg' -diJQsg yag auavTsg bXovvxai. 
KovY, avÖQwv g)0}vai, ov -dTjQoiv, ovtb TtSTsivcuv. 

345 KÖGf-iog, axav.Tog hCov, ov xQV^t^f^ov fixov axovGSf 
^HxtiGsc de ßad-vg rtövrog ^iyav fxov ccTtsiXrjg, 
Zcoa TE vr]'KTC( TQEfiovTa ■d-aXaOGrjg nävTU ■3-avEiTai' 



SIBYLLINISCHE WEISSAGUNGEN. VIII. BUCH. 157 

Denn dass nicht dienen man soll mehr dem Tempel und dunkeln Gesetze, 

War durchs Gelüste der Welt verhüllt, und ward wieder gezeigt nun, 

Da der Machthaber herab, der ewige, stieg auf die Erde. 

Und zum Hades wird er hingehen und Hoffnung verkünden 310 

Allen den Heil'gen, das Ende der Zeit und den letzten der Tage, 

Und er wird enden das Loos des Todes, drei Tage entschlafen; 

Dann löst er von den Todten sich los und kömmt zu dem Lichte, 

Der Auferstehung Beginn zuerst den Berufenen zeigend, 

Dass von der früheren Bosheit gereiniget ganz mit den Wassern 315 

Des unsterWichen Quells und aufs Neue wieder geboren. 

Nicht mehr der Welt abscheuhchen Sitten dienstbar sie seien. 

Aber alsdann wird zuerst der Herr offenbar für die Seinen 

Sein, wie früher er war, leiblich, und an Händen und Füssen 

Zeigt vier Male er auf in die eigenen Glieder gebohret, • 320 

Aufgang der Sonne, den Untergang auch und Mittag und Norden; 

Denn soviel Beiche der Welt sinds, welche einst werden vollbringen 

Jene gottlose That, die schändliche', uns zur Anklage. 

Freu dich Sions heilige Tochter, die Vieles erduldet: 
Einzieht er selbst, dein König, und sitzt auf dem Jungen des Esels; 325 
Sanft erscheinet er Allen, damit er das Joch, das wir trugen. 
Das auf dem Nacken uns lag, das schwere und sklavische, breche. 
Und die gottlosen Satzungen tilge und drückenden Bande. 
Als deinen Gott erkenne ihn an, ihn der Gottes Sohn ist; 
Ihn verherrliche du und behalte ihn in dem Herzen, 330 

Liebe herzinniglich ihn und trage du auch seinen Namen. 
Aber die frühem entfern' und löse sie von seinem Blute. 
Denn nicht wird er versöhnet durch Lieder von dir, oder Bitten, 
Nicht um vergängliche Opfer bekümmert sich der, welcher ewig : 
Sondern um heiligen Mundes Gesang aus reinem Gemüthe. 335 

Wer dieser sei erkenn, und dann wirst du schaun den Erzeuger. 

Oede werden dann sein die sämmthchen Welt -Elemente, 
Luft und Erde und Meer und das Licht des sengenden Feuers; 
Und die himmlische Achse, die Nacht und die sämmtlichen Tage 
Werden zu Einem Feur und einer gestaltlosen Masse. 340 

Denn alle leuchtenden Sterne fallen vom Himmel herunter. 
Nicht mehr werden die Luft durchfliegen gefiederte Vögel ; 
Auf der Erde kein Tritt; denn die Thiere gehn alle zu Grunde. 
Keine Stimme ertönt von Menschen, von Thiei'en und Vögeln. 
Keinen erspriesshchen Laut wird die Welt, die verwirrte, vernehmen. 345 
Und die Tiefe des Meers lässt mächtige Drohung ertönen. 
Und was schwimmet im Meer an Thieren wird Alles verenden. 



158 2IBTAJIJK£llSr Aoroz H. 

Kai vavg (pögxov exova^ ercl xvf.taaiv ovyJri Ttkevoec. 
MvKi'iaec de x^tov alfiaaaofievr] TtoXifioiai. 

350 Ilaacci d^ avd-QioTtwv tfjvxccl ßgv^ovaiv odovai, 
Twv avo/xcov xpvxcov dlolvy(.ioZai ts cpößcp re, 
Ttj'KO/j.evot Xcjucp, dirprj, Xoi/.iip zs, (pövoig ts, 
Kai -/.aXeaovai aalbv to d-aveiv, v.ai (psv^et^ ait avroiv' 
Ovxevi yccQ ■S-dvarog x avrovg, ov vv^ dvaTtavoeu 

355 IIolXcc d' eqcizriaovai {xdrrjv Qebv vipiixeöovra, 

Kai tot' ceTTOGTQeipet cpavsQÖjg to TtQoatoTtov arc avToiv. 
'iETtTcc yccQ aicüvcov (xeravoiag ijftaT' eöcozev 
^vögäac TtXatpfxävoig Ölcc XBiqog Ttaq&ivov ayvrig. 
^vTÖg ixoi tÖöe TcävTa Qebg votp syv.aTsdu^ev, 

360 Kai di 6(j.ov axöfiaTog tcc XsXeyftiva jtävTa reXiaasi. 
Olda eyw tfjdfificov x ccQi^fibv, Kai (ietqu •S-aXäaarjg, 
Oida fivxovg yairjg, y.ai TÜQTaqov rjegoevra, 
Kai (xegörtojv ovtcov re, xai eGaofisvcov, vexvcov ts' 
Old' ccQiS-i-iovg'aaTQtov, '/.ai dsvÖgsa, y,ai rcbaa (pvXa 

365 TeTQaTtodcov, vrjyiTüiv ts, aai OQvi-d-cov Ttersrjvciiv. 
l^VTOg yccQ fiogcpccg avÖQÖiv xal vovv sTVTtioasv, 
Kai Xoyov og^d^bv söojxsv, STtiGTT^fxrjv t' söida^sv.] 
"Orpd-aXfxovg 6 fcXdaag v.ai ütu, ßXsTtoiv xai dnovcov, 
Kai Ttav svdvfirjfia vofov, TtccvTcov ts avviaToiQ 

370 uämbg ea)v, aiycov^ xal vgtsqov avTbg sXsyxcov, 

Kai SKTtga^cov oaoa Xad-tov ys ßgOTCÜv Tig STtQa^sv, 
'EXd-ojv yiai sTti ßijfxa Geov d-vrjTolai XaXi^atov. 
Kai v.o)cpov %vvLYi(XL, v.ai ov XaXiovTog daovco, 
Kai Ttöodv Igti xb ndv OTtb y^g sig ovgavbv vtffog, 

375 '^gyjTjv xat xsXog olda, og ovgavbv SKXiaa y,ai yrjv. 
[IlavTa ydg s^ avxov, xd an;' dgxrjs «tS TsXog olds.] 
Movvog ydg Qsog stfii, v.ai ovx sgtc &sbg dXXog. 
Eixöva ■d-sGTti'Qovaiv s(.irjv, XrjcpS-siaav dq)' vXiqg, 
Xeigl ös (iogqicöaavTsg S7t sidutXoiaiv avavdoig, 

380 yfo^d^ovai Xtxatg nai ■9'grjay.siaiaiv dväyvoig. 
Tbv xxloxrjv TrgoXirtövxsg, dasXysiaig sXdxgsvaav. 
JJdvTsg 6' avTOv sxovTsg dxgi^Gtfj.a öäiga ■d-vovai, 
Xwg avTOv Tt(.tdg, xdde XQ'h^'-l^'^ TtdvTa doxovai, 
Qoivj] ■/.viGaovvTsg, c5g To2g idloig vskvsggiv. 

385 2dgx.ag ydg xs xai oGxsa fivsXosvTU y.aiovGi, 
QvovTsg ßtofiolg, xal dalfioaiv ai/.ia x^ovgiv, 
Kai Xvxvovg anTOvGiv sf.tol t^ q)ü)Ta ötdövTi,, 
Xwg öiipüivTi Qstp ^vjjto« Gjtsvdovai, xbv olvov, 



SIBYLLINISCHE WEISSAGUNGEN. VIII. BUCH. 159 

Und kein befrachtetes Schiif wird mehr auf dem Wasser hinfahren. 
Aber die Erde durch Krieg mit Blute geförbt vSrd aufstöhnen. 
Und Zähnknirschen wird dann alle Seelen der Menschen erfassen, 350 
Derer die böse, und die durch Geheul, und welche durch Fürchten 
Schwinden dahin, durch Hunger und Durst, durch Pest und Ermordung. 
Und sie werden den Tod sich wünschen, doch flieht er vor ihnen: 
Denn nicht mehr wird der Tod^ nicht die Nacht ihnen Ruhe gewähren. 
Und viel werden sie Gott, den Erhabnen, vergeblich anflehen» 355 

Und sein Antlitz wird er dann offen von ihnen kehren. 
Denn als Tage der Busse hat er sieben Zeiten gegeben 
Durch der heiligen Jungfrau Hand den geschaffenen Menschen. 
Gott selbst hat alles Dieses gelehrt mich in meinem Innern, 
Und was durch meinen Mund er sprach, wird er Alles erfüllen. 360 

Mir ist bekannt der Sandkörner Zahl und die Tiefe des Meeres, 
Auch der Erde Geklüft und den duukelen Tartarus kenn' ich. 
Kenne die Menschen, die da sind, die kommen, und welche verstorben; 
Kenne die Zahl der Sterne, die Bäume, und welche Geschlechter 
Sind vierfüss'gen Gethiers, und an Fischen und fliegenden Vögeln. 365 
(Denn er hat die Gestalt und den Geist der Menschen geschafien. 
Und die gesunde Vernunft verliehn und das Wissen gelehret.) 
Ich der die Augen gemacht und die Ohren, der siebet und höret, 
Und der jedes Gelüst erschaut und selber von Allem 
Mitwisser ist, welcher schweigt und späterhin selber anklaget, 370 

Und der bestraft, was der Sterblichen einer heimlich verübt hat, 
Der mit den Sterblichen spricht, wann er kömmt zum götlUchenRichtstubl. 
Auch den Tauben vernehm' ich und höre den, welcher nicht redet, 
Und wie gross von der Erde zum Himmel ist sämmtüche Höhe ; 
Anfang und Ende weiss ich, der den Himmel erschuf und die Erde 375 
(Denn durch ihn ist das All, vom Anfang weiss er bis zu Ende.) 
Denn ich bin der alleinige Gott und es gibt keinen andern. 
Man vergöttert ein Bild von mir, genommen vom Holze 
Und mit der Hand zu sprachlosen Götzen fertig gebildet. 
Die verherrlichet man mit Flehen und unreinem Dienste. 380 

Lassend den Schöpfer im Stich war man der Auschweifung dienstbar. 
Alle von ihm abgewandt bringen nutzlose Gaben als Opfer, 
Als sei die Ehre für ihn, und halten dies Alles für nützlich; 
Lassen aufduften das Mahl, als gelt' es den eignen Verstorbnen. 
Denn sie zünden das Fleisch an sammt den markigen Knochen, 385 

Opfern auf dem Altar und spenden das Blut den Dämonen; 
Lichter auch zünden sie an für mich, der gegeben das Licht hat. 
Und als dürste der Gott, so iibiren die Sterbüchen Wein ihm; 



160 2IBTJAL4KilN AOFOS H. 

Eig ovdsv ixedvovTEQ erc' a^Q^iototai -d-eoXaiv. 

390 Ov XQV^*^ Svairig, oi^a7tov^rjg vfxsT€Qr]cpiv, 
Ov Y.viaarjg fitaQrjg, ov% ai^tarog ex^ioTOio. 
Tovra yag elg f.ivT^fA.rjv ßaatXiqiov '^6s tvqÜvvcov 
^aifioac Ttoirjaovav vsxQOcg, c5ff ovQaviotoc, 
QqTqayiBiav ad-eov xcti oXsd-qiov exveMovtsg. 

395 Kcci 'AakeovGL ■S-eovg ad-eoi. rag fitxovag avrcov, 

Tbv KTtffTfjv TtQoXiTCOVTeg, an avTtov hXrtida Jtaaav 
Kai ^lorjv vofiiGavreg sxsiv, xcocpol aal avavdoi, 
Elg To YMMv TtiaTol, ayad-bv [de] oXotg ayvoovoiv. 
^vTog ööovg TtQoe&rjiia ovo, t,co^g ■3-avärov ts, 

400 Kai yviüfxi]v TtQoed-rj-a' aya-9i]v tiorjv 7tQ0£.XeGd-at' 
^vToi ö^ eig -d-avavov zal jtvQ aiu)vt,ov rupav. 
EiY.(ov- ear' av&QtoTtog ef-irj, XSyov oqO'Ov e%ovaa. 
TovTig -d-eg v.ad-aqav xal avaifxayxöv aov rgccTte^av, 
IJhjQcöaag aya-9-tov, 'Aat dbg TtetvcüvTi tov cxqtov, 

405 Kai dnpüvTi Ttorbv, xat eYf.iava acofiarc yvf.ivcp, 
Ex (.coxd'OJv idiüiv Tcoqiaa.g ayvaig TtaXäi-irjOv. 
QXißo/xevov v-riaac, v,at t^ üäfivovrt TtagäoTa, 
Kai ^cüaav ■d-voLav ravrrjv rq) Cuvrc jtOQiLs. 
^TteXgov eTt' evaeßij], iva aoc xayco täds dcöaco' 

410 KuQTtovg ad-avÜTOvg, -Kai <pcog aicoviov e^eig, 
Kai ^cofjv aftccQavTOv, ozav TtvQi Ttavtag eXeyxco. 
Xojvsvao) yccQ aTtavra xat eig '/.axhaQOv dtaXe^co, - 
Ovgavbv etki^co, yaLiqg ■xevd-fiaivag avoi^co, 
Kai tot' avaOT'^aü) vsxQOvg, ftoigav ytaTaXvaag 

415 Kai -d-avöcTOv '/.bvtqov, y.al votbqov eig y.Qiacv r]^o}, 
Kqtvojv evaeßecov v.al dvaaeßewv ßiov avÖQcov, 
Kai v.QLbv yiQu^, xat Ttotfxeva Ttocfievt ■d-rjaco, 
Kai f^Soxov {.iöax(ff iteXag akhfiltav eg eksyxov ' 
0%Tcveg vxpcöd^aav eXeyxöixevoi vre' sXeyxiov, 

420 Kai GTÖfia TtavTog ecpga^av, tV amol CrjltüaavTeg 
Tovg baicog TtqäoGOvrag iocog KaraöovXcoGcoGi, 
^lyqv TtQOGTaGGOVTeg, eTteiydftevoi dca Kegöog. 
Kai domi-ioi Ttag' ifiol tÖtb X'^Q'^^ovglv ccTtavTeg. 
OvKeTi loLTtbv €Q€ig XvTtovfzevog' avQiov %GTai, 

425 Ovx • ex^eg yeyovev ' ovy. ^fiaTa [xav.Qa [xeqiixvTqg, 
Om eaq, ovxl S-eqog, ov pfet^tiv, ov fieröjrtoqov, 
Ov övGig, ävTolirj' TtoirJGCo yaq fiaxqbv ^f.iaq. 
Eig <5' aicova Tb g)iog [fieya xat] neTtod-rnievov sotuc 
XqcGTog IrjGOvg, aidvcov 



SIBYLLINISCHE WEISSAGUNGEN. Vlll. BUCH. 161 

Ohne Erfolg bei den nutzlosen Göttern werden sie trunken. 

Opfer bedarf ich nicht, auch nicht eurer heiligen Spende, 39a 

Micht des unreinen Dufts und nicht des verschütteten Blutes. 

Denn dies bringt zum Gedächtniss der Könige oder Tyrannen 

Den Dämonen man dar, den verstorbnen, als Himmelsbewohnern, 

Einen Gottesdienst, der gottlos und verderblich, vollbringend. 

Götter nennen sie auch, die Gottlosen, ihre Gebilde, 395 

Lassend den Schöpfer im Stich, und von ihnen jegliche Hoffnung 

Wähnend zu haben und Leben, die stumm und ohne Gehör sind, 

Für das Schlechte verlassbar, des Guten gänzlich unkundig. 

Ich babe selbst zwei Wege gesetzt, zum Leben und Tode, 

Und ich gab den Befehl, das gute Leben zu wählen: 400 

Sie aber haben gefasst zum Tod und zum ewigen Feuer. 

Mein Bildniss ist der Mensch und begabt mit dem Sinne fürs Gute. 

Diesem setze nun hin deinen Tisch, der rein und unblutig; 

Fülle mit Gutem ihn an, und gebe das Bfod dem, den hungert, 

Und dem Dürstenden Tränk und Gewänder dem nackenden Leibe, 405 

Eigner Anstrengung Erwerb mit reinen Händen darreichend. 

Den Betrübten rieht' auf, und Beistand leiste dem Müden, 

Und dem lebendigen Gott darbringe dies lebende Opfer. 

Säe in Frömmigkeit aus, dass ich dir auch dieses vergelte; 

Eine unsterbliche Frucht und ewiges Licht wirst du haben, 410 

Und nicht welkendes Leben, wenn Alle im Feuer ich prüfe. 

Denn Alles schmelze ich um und werd' es auslesen zur Reinheit, 

Rolle den Himmel zusammen und öffne die Höhlen der Erde, 

Wecke die Todten dann auf, nachdem ich gelöset das Schicksal 

Und den Stachel des Tods, und nachher komm' ich zum Gerichte, 415 

Richtend das Leben der frommen so wie der gottlosen Menschen; 

Und zum Bocke den Bock und den Hirten stell' ich zum Hirten, 

Und zum Kalbe das Kalb, zu einander zur üeberführung. 

Durch den Beweis überführt werden, die sich hatten erhöhet. 

Und die jedwedes Mund verstopft, damit sie voll Neides 420 

Ebenso unter das Joch die brachten, die rechtlich gehandelt; 

Welche Stillschweigen geboten, getrieben von schnöder Gewinnsucht. 

Und die Bewährten bei mir werden alle dann Plätze einnehmen. 

Nicht wird man dann mehr betrübt aussprechen : Morgen wird es sein , 

Auch nicht: Gestern war es; nicht giebts lange Tage der Sorge, 425 

Nicht giebts Frühling, nicht Sommer, nicht Winter, oder auch Spätherbst, 

Aufgang und Untergang nicht:, einen langen Tag werd' ich machen. 

Aber in Ewigkeit wird das grosse ersehnete Licht sein 

Christus Jesus, in Ewigkeit ....... 

_ 11 



162 21BYAÄIAK£IN AOFOS H. 



* ^ 
* 



430 ^vToyevrjTog, axQccvrog, aevvaog, atdiog tb, 
[OvQavLog], ia%vl iistqojv (TCVQÖeaaav avT[.irjV 
Kai Ttarayov ayii]7trQ0v Y.axE.%Ei avv (xTvrivsl 7tvQG(^, 
Hgrfvvsi TS ßaQvxrvTtscov öovTV^ficcTcc ßgowojv, 
rijv yXove(ov '/.aTexei QOiti^f.iaTa [rjeXioio], 
435 Kai areQOTtwv fiaOTiyag aTtaftßXvvsc TCVQoq)eyyeig, 
^'Of^ßgcov ö^ aOTtExa xBVfiara, [Eiagwiig] rs xaXä^rjg, 
KjQVfxaXerjg v£g)eXa}v ts ßoXrjg, xal xeLfxaTog OQfxijg. 
^vTol \liev\ yocQ enaara voqj öiaTex/xaiQOvTai, 
'Oaaa Ttag avTc^ aot öokssi, TtQrjaosiv x" sTtivs'veig, 
440 2<^ Ttaiöl itQO KTioecog <n:äarjg gtsqvolgl rcetpvxug ' 
2v/.ißovXog, TtXaGTrig (/.sqotccov, v.QtT7}g tc ßioio. 
"Ov TtgioTj] GTOfxaTog ylvKagf] TtQOGcpd-sy^ao cpiovfj' 
üoirjaio^sv Xölov Tcavoixo'uov avega^ f40Qg)fj 
^Hf.iEriQji, ■aal 6o)f.iev exsiv ^coagKm Tcvoirjv' 
445 ^i2i, -3-vrjT(i) jtSQ eövxL, xa -aoamxa itävxa XaxQBvaei, 
Kai %OLv.(^ itXaa&Bvxi xa Ttävd-^ vTCOxä^Ofiev avxq). 
Tavxa ä' €q>rjaS-a ^oycp, xfj ofj g)Qsvl itävxa §" htv^ß^' 
JJccvxa (?' o/iiov axotxeta x€l£V0fj.axi itEi-d-sxo xip a^, 
Kai y.xiatg atdiog GvvsxaGGexo TtXaGfiaxL S-vrjxcp, 
450 OvQavbg, arjQ, Ttvq, x^-cov ys, xal %6v/,ta -d-aXdaGrjg, 
'HeXiog, ^irjvrj, x^Qog aGXQcov, ovged x^ '^{■tdQ, 
EvcpQÖvrj, VTtvog, 'syegGig, Ttv^fxa v,al ogi-irj, 
WvyJ] Y.al GvvsGig, xexvq, g)tovrj xs xat dlxi], 
Zcücov t' aygia cpvla xä vr]xxöjv %al TtexESLViov, 
455 Ile^tov x', ccfxcpißkov xs, xal eQTtsxscov, öiqivcöv xs' 
ndvxa yccQ avrog GOi. GvvexdaGexo afj VTt' aycoyfj. 
'^Yoraxioig öh xQÖvoig x^öv' af.i€iipaxo, y.al ßgaxvg eXd-div 
üaqd-ivov ex. Magiag Xa'yövcov dvsxsiXs vsov cpdig, 
OvgavöO-sv ds fioXcov ßgoxäiqv evsSvGaxo fiogcpi^v. 
4G0 JJgdjxa (xev ovv r&ßgii]X G-9-evagbv ösfiag ayvbv eösix^^ ' 
/isvxega nal ■aovgriv avxdyyeXog svvETte q)covfi ' 
^E^ac dxgävxOLGi Qsbv Gotg, nagd-ivE, v-öX^tOLg. 
''^Q.g sirtcov etievevge Osog ;ja^tv ' r^ 6' cceI .y.ovgrj, 
{Ttjv aga xccgßog bfzov, d-dixßog ■&' «Aev EiaatovGav), 
465 2'tj^ <J' ag^ VTCOxgOf.i€Ovaa' v6og 64 ol eTtxoirjxo, 
üäXXo^iEvrjg xgadlr]g vnf' ayvÜGXOLGLV av.ovalg, 
^vd-ig ö^ Evcpgdvdiq v.al Iccv&rj v.äag avdfj, . 
KovgiÖLOv ö' ayiXaGGs, virjv d^ kgvd-rjvs Ttagsitjv, 



SIBYLLINISCHE WEISSAGUNGEN. VIII. BUCH. 163 



Nicht erzeugt und rein, beständig während und ewig, 430 

Himmlisch^ und welcher mit Macht zumisst den feurigen Odem. 
Und festhält er den rollenden Stab mit dem schrecklichen Feuer, 
Und er mildert das Rollen des furchtbar krachenden Donners ; 
Festhält er auch die Erde und wälzt die eilende [Sonne], 
Und ermässigt dem Blitz die feurig leuchtende Geissei, 436 

Und des Regens gewaltige Güsse, den Hagel im Frühling, 
So wie den Fall des frostigen Schnees und die tobenden Wetter. 
Denn jed' Einzelnes durch den Verstand verlheilen sie sorgsam, 
Wie es dir selber geföUt, und was zu thun du bewilligst. 
Der du dem Sohn vor jeglicher Schöpfung vertrauter Rathgeber 44Ö 

Warst, der die Menschen gemacht, -der du bist ein Richter des Lebens. 
Den du zuerst ansprachst mit der lieblichen Rede des Mundes : 
Lasst einen eigenen Menschen, ganz ähnlich unsrer Gestaltung, 
Machen uns, und ihm verleihn einen Leben erhaltenden Athem. 
Dem, ob auch sterblich er ist, wird doch in der Welt Alles dienen> 445 
Ihm aus Erde geformt werden wir Alles doch unterwerfen. 
Dies sprachst du zu dem Wort, und Alles ward wie du es wolltest; 
Die Elemente zumal waren deinem Befehle gehorsam, 
Und mit sterblicher Bildung vereint ward die ewige Schöpfung, 
Himmel und Luft und Feuer und Erde, die Fluthen des Meeres, 450 

Sonne und Mond, der Sterne Chor, die Berge, die Tage, 
Nacht 'und Schlaf, das Erwachen, der Geist und das Unternehmen, 
Seele, verständiger Sinn, und Kunst, die Sprache, die Stärke, 
Und das wilde Geschlecht der Thiere, der Fische und Vögel, 
Landtbiere und Amphibien, Schlangen und Doppelnaturen : 456 

Denn Alles hat er mit dir unter deiner Leitung vereinigt. 
Aber zuletzt in der Zeit hat die Erd' er verändert; ein Rind kam 
Aus der Jungfrau Maria Leib, und aufging ein neues 
Licht, und vom Himmel er kam und zog der Menschen Gestalt an. 
Gabriel zeigte zuerst in reiner und mächt'ger Gestalt sich. . 460 

Drauf anredend er sprach als Bote selber zur Jungfrau: 
Nimm, o Jungfrau, Gott in den unbeflecketen Schooss auf. - 
Sprachs, und Gnade verlieh Gott. Sie aber, welche stets Jungfrau, 
Schrecken befiel sie zumal und Furcht, als sie dieses anhörte; 
Und so stand sie da bebend; ihr Geist aber war sehr beängstigt, 4^ 
Und es erbebte das Herz ihr vor der fremden Verkündung. 
Aber nachher war erfreut und heiter ihr Herz durch die Rede, 
Und es lächelt das Mägdlein, von Jugend die Wangen gerölhet, 

11* 



IM 2IBYJJUK£IN ÄOrOS ff. 

XÜQixati TBQTtonivTj, yiai ■d-sXyo/.isvr] g)Qivag cciöoi. 

470 Kai ol S-ägaog sTt^lS-sv. ^'E^tog ö^ Biaerctato vr]övv ' . 
2aQxcoS-€v de XQÖvfj), xal yaarsQL Qiooyovrjd-sv, 
^7tkäa-97] ßQOTSTjv iSsr]v, xcä xovQOg irvxdnq 
üaQ'd-evcytoig toxsTotg' rode yag fiiya S-cnJfia ßgoTotaiv, 
^uäX^ ovdev (.liya ■d-avf.ia Qbm TtaTQi v.a.1 &s(p vi^. 

475 TcxTOfievov de ß^ig)og tcotX d^ ejtTaro yvjd-oavvr] xd-üv, 
Ovgäviog 6' syäKaoas -d-QÖvog, xai ayäXXero noofiog. 
KacvoqjavTjg de f.iäyoiai asßdad^ ■d-earparog aatijQ, 
2rcaQyav(ad-ev dk ßqiqiog öeix^ d-eonsL&sai rpärvT]' 
Kai udöyov BrjS-Xshfz TtatQig S-eöxXrjtog eläxd^ri 

480 Bovtskäxaig xe xal aiyovSfioig xal TtoifxsGLv ccqvüv. 

* 
* . * 

jEv -/.Qadii] Tfi xaTtsivoifQOveXv, TivuQa xe^fiaxa fiiGetv, 
Kai TtdvTcog dyart^v rbv rcXrjaiov, üartBQ kamov ' 
Kai Qsdv «c il)v%^g ipiMecv, avz^ de XaxQevsiv. 
Tovvsx aq" rif-utg, [l^j oairig Xqigtoio yeved-Xrjg 
485 OvQavirjg Ttsqjvcüxsg, eTttxXsofisa'd-a aivaifioi, 
Mvfjaxcv evq)Qoavviqg sTtl ■d'Qrjaxehjaiv €%ovxeg, 
Ev(jsßir]g TS y.al ävQmlrjg ßaivoweg dzqaTtovg. 
OvdsTtore TtQog viqtov ddvxotg scoftea^a rceXaC,£iv, 
Ol) ^oävoig OTtsvösiv, ov%^ evxcaXfjat yeqaiqeiv, 
490 Ovo' odfiaig dv-9-äiv TtoXvTSQJteaiv, ovöe fihv avyatg 
^a^iTtxriQoiv, ärciQ ovo' aqa rovg dva^fiaac KOOfieiv, 
Ov Xißävov aT^oIatv ävceiai cpXöya ßo)(x6v 
Ovo enl lavQO^TOig [fxrjXoaq)ayiag fierd Xcoßrjg 
^vd'QoxccQEig] Tt^^Ttuv, xd-oviag aiviy^iara Ttoivrjg' 
495 Ovo' drto aaQyioßoQOio TCVQrjg ycvcaacööel TUXTtvcp 
Kai fiiaqaig itvoatai (iiaLveiv aid-iqog avyi^v ' 
IfiXX' dyvaXg TtgaTtideGGi yeyrj&OTsg evqiqovc ■S'Vfic^, 
'uäfpveiaig x' dyÜTtrjGi, v.al ev6wqoig TvaXdfirjGi, 
MeiXixioig ipaXuotac, ■d-eoTtqBTtieGGi xe (JoXTtaig 
b(}Q'L4<pS'ixov s^vf^vEcv G€ ycal axpevGxov '/.eXofisG'&a, 
Jlayysvex^qa Qeöv, 7tLvvx6(pqova . . . . , . 



SIBYLLINISCHE WEISSAGUNGEN. VIII. BUCH. 165 

Höchlich erfreut und durch schämige Furcht die Freude beschwichl'gend. 
Und sie ermuthigte sich. Doch im Mutterschoosse das Wort war, 470 
Fleischgeworden zur Zeit und erzeuget im Leibe der Mutter, 
Ward mit Menschengestalt es begabt, und wurde ein Enäblein 
Durch der Jungfrau Geburt ; zwar ein grosses Wunder den Menschen, 
Aber bei Gott dem Vater und Gott dem Sohne kein grosses. 

Aber ankam unerwartet das Kind, dess freut sich die Erde, 475 

Und es lachte der himmlische Thron, das Weltall frohlockte. 
Und den prophetischen Stern, den fremden, anstaunten die Magier, 
Und in der Krippe das Kind in Windeln den frommen gezeigt ward. 
Bethlehem ward als des Worts von Gott gewählete Heimath 
Auch den Hirten genannt der Rinder, der Ziegen und Schafe. 480 



Und in dem Herzen demuthsvoll sein, böse Pläne zu meiden, 

Und den Nächsten durchaus zu lieben, so wie man sich selbst liebt; 

Gott auch von Herzen zu lieben, zu sein ihm dienstbar ergeben. 

Denn wir sind aus Christi heiligem, himmlischem Stamme 

Ja entsprossen, genannt werden wir die Verwandten des Blutes, 485 

Da wir in seinem Dienst der Wonne Gedächtniss besitzen. 

Da wir der Frömmigkeit und der Aufrichtigkeit Pfade nur wandeln. 

Niemals dürfen wir nahn den innersten Räumen der Tempel, 

Spenden den Götzen auch nicht, und mit Gebeten sie ehren: 

Nicht mit der Blumen Geruch, dem erquicklichen, nicht mit des Lichtes 490 

Leuchtendem Glänze, und nicht mit Weihgeschenken sie ehren, 

Noch mit des Weihrauches Duft, der die Flamme emporschickt, den Altar ; 

Nicht wo man opfert den Slier, von Schafen mit schimpflichem Loskauf 

Hinzusenden ein Opfer, der irdischen Strafe Geheimniss. 

Auch nicht mit fettigem Rauch vom Fleisch, verzehrenden Holzstöss, 495 

Und mit unreinem Duft den Glanz des Aethers beflecken: 

Sondern mit reinem Gemüth und froh mit heiterem Herzen 

Und mit reichlicher Lieb' und mit frei giebigen Händen, 

Mit anmuthigen Psalmen und Gotteswürdigem Sänge,. 

Aufrichtig und immerdar, ist Befehl uns dich zu besingen 500 

Dich, Gott, Vater des All, den weisen 



TÖN 2IBYAAIAKßN 

XPHSMaN 
A0r02 ENNAT02 {ENJEKAT02). 



Köa^ie TtoXvGTiEQioJv ccvöqcov, v.al reixecc ixaKQa, 
Kai TiöXieg ajtXn^GTOi,, ö sd-veä ts [ivgioevra, 
'AvTokiifjg, övastog ts, f,iEGr]fißQirjg rs, v.ai aqv/cov, 
JlavTOÖartalg q)0)va7g (.ufxeQiafieva xai ßaatXeiacg' 
5 IdlX' (XTtsQ vfiwv fielXo) TU ■m'/.iot' ayoQsvsiv. 

E^ ov yccQ Y.aTavXva(iog STtl TtQoxsQovg yevev^ ^vdqag, 
Kai yevsrjv 7tevii]v e^üXsaev vöaat, itoXXoig, 
Aizog 6 TtavTOyiQdrcoQ- eveqov de yevog itÖQsv aXXo 
Ay,a[xaTO)v avÖQcov' dt ovgavbv avricpsQOVTsg 

10 HvQyov do^riGavreg ad-eacparov vxpog ' ait äXXtov 
rXiöaaat ö' am^ eXv^oav. 'Eit^ avvovg (J' ijXvd-ev OQyr] 
'YxpLaTOv Qeov ßsßohrmsvq, zciTtTtsas Ttvqyog 
^Aortszog' ol de ^amjv ycnQ ert akXi^Xovg egiv togoav. 
^t] röre xat öeKäzr] ysver] fxsQOTtwv avd-Qcojtiov, 

15 jE"^ ov xavT sysvovxo ' ftsgc^ero yaia d' artaaa 
'AXXoöaTtcov ccvSqcov xal TravTOÖajtwv öiaxXäiTOJV, 
£lv aQi/d-fiOvg Xs^co v.ai a-AQOGTi%ioig 6vo(.n^aco 
Fgafif^arog aqxoiJ.ivov, xai rovvo^a diqXataaLiit.. 
ÜQCoTrjjd^ A'iyvTtrog ßaaiXiöa ös^erai, ccQxijv 

20'E^oxov ^öe öi-/,atov eTtsixa de cpwxsg ev avxfj 
IloXXoi eTtag^ovai ßovXrjtpÖQOV avxag ejteixa 
"lAg^ei deivbg avrjQ xgaxsQcoxeQOg ayxtfiaxrjxrjg' 
Ovvofia öe ax^iGei xov ay.QOGxi-xcov xb ygäfifxa, 
0äayava ö^ enxavvGsie xar' evGsßecov avd-qcjrcwv. 

25 2rii.ia <5' EGxat e-xelvcp (xeya xovxov ■aqaxeovxog 
Faifj ev AiyvTtxi^, ijxig y.eya v.vdaivovGa' 



SIBYLLINISCHE WEISSAGUNGEN. 

NEUNTES (EILFTES) BUCH. 



Welt der weit ausgebreiteten Menschen, gedehnete Mauern, 

Und ihr Städte, zu sättigen nicht, und ihr zahllosen Völker, 

Wo sich die Sonne erhebt, und von Abend und Mittag und Norden, 

Vielfach in Sprachen getheilt, und getheilet in herrschende Reiche! 

Aber was unter euch ist das Uebelste, will ich verkünden. 5 

Denn seitdem als die Fluth auf die ersten Menschen hereinbrach, 
Und ein elend Geschlecht mit gewaltigen Wassern vertilgte; 
Da brachte er, der Alles beherrscht, ein ander - Geschlecht auf, 
Rastloser Männer Geschlecht, die, gegen den Himmel im Aufruhr, 
Von unermesslicher Höh' einen Thurm aufbauten. Von Andern 10 

Kamen die Sprachen darauf. Ueber sie jedoch kam von dem höchsten 
Gotte herab der treffende Zorn, und der riesige Thurm fiel. 
Die aber gegen einander entbrannten im heftigen Zorne. 
Damals lebte das zehnte Geschlecht der kurzlebigen Menschen, 
Drauf als dieses geschah. Da theilte die sämmthche Erde 15 

Unter fremdartige Menschen. sich, und in verschiedene Sprachen. 
Sagen will ich die Zahl davon, in Akrostichen sie nennen. 
So wie der Buchslab beginnt, und will auch den Namen angeben. 

Erstlich wird die Eönigsgewalt, eine grosse und gute, . 
An Aegypten. verliehn. Aber dann werden sich in dem Lande 20 

Viele rathkundige Männer erheben; und herrschen wird darauf 
Ein sehr gewaltiger Mann, ein mächtiger Schwinger des Speeres. 
Aber den Buchstaben des Akrostichs wird als Namen er tragen; 
Und er wird zücken das Schwert den gottsehgen Menschen entgegen. 
Aber ein Zeichen wird, wann dieser herrscht, ihm werden, ein grosses 25 
In der Aegyptier Land, das grossen Ruhmes sich freuet. 



168 , SlBYAAIAKilN AOFOZ 0. (lA). 

^OlXvfisvag tpvxccg Xif.ii^ tote atTodori^asi 
'jävToXli], i)-Qs\psi ^<5' ^^aavQiMv yevog avögiov 
^vTog dsaf.t(ÖTrjg o dmaoTtoXog, ovvofia ö avrov 

ZQ^tod-Lv . . . fiergov dexarov aQcd-fidlo. 
^^"kV OTtotav o ös/.aTthqyog 0.7t ovqavov aly'krievrog 
"H^ei Itc ^Xyvnxov, t6ts 001 fcal.Lv Tavra ßoi^aco. 

^lal ah, Me^icptj al al ov, {.isyahq ßaatleia' 
'E^o?Jaeis kaov aov Ttolvv ^Eqvd-qaia ■d-äXaaaa. 

35 jBv (5' oitövav Xeixpcoot Ttedov 7tohü-A.aQ7tov oXs-9'QOv, 
^abg b dcoÖEzätpvXog a7t ad-aväroio yisXsvad-elg, 
Kai (.lövog avTog ava^ öioasi Qsbg avd-Q(Ö7toiaiv. 

'EßQaLoLg d^ aq' ertewa (isyag ßaaiXsvg f^eyadvfiog 
"Lig^et, Bit ^iyvTtTOV, ipaf^iÄaS'Codsog ovvof.i' excov Tt, 

40 WevdoTtaTQig Qrjßalog avrjQ ' Msfxcptv d' ayaTtr^aei, 
^etvbg ocpig, xal TtoXXa g)v?M^STai sv 7toXe[xOLGi. 
/f(o66y.äTr]g öexadog de itegiTeXXof^evrjg ßaaiXsiag, 
'^Etit' BTti v.a\ öeAccTrjg eg eco sxaTOvxäöog aXXcov 
JJccvt'' BTtiXeiTtOfisvcov, rore §7} [x«t] Usgaldog agyr]. 

45 Kai TOTs "lovdaioig av.OTog eGoetai, ovds (pvyovwat 
udifxbv ■aal Xoifibv dvaavdffxsTOv ^fiari xsiv(p. 

IdXX' OTtotav aQ§7] IIsQG7]g, Jtai aKrJTtrga ftgoXeitpfj, 
Ylbg Yiiovoto, TtegttsXXofieviov svcavrcüv- 
Eig i-iovvag TtivTe tsrgadag, dexarsvoet ös Tavvag 

bO'EvvEaöag reXs-d-etg snarbv, aal TtavT^ ccTtOTtoetg' . 
Kai tot' eOT] IIsgGrjGL XccTgig Mrjdoiai dod-etaa, 
HXrjyaig oXXvusvr], öicc tb -agaTEgag vafiivrjg. 

^vrixa örj IJegaaiat aal "^aavgioig xavibv sOTai, 

näGJl T ^lyVTtTlp, ^tßvTj T iqÖ^ uäl&LbjtEGOl, 

55 Kai Ttaat IIay.q)vXoLGLv, iqö^ äXXocg irtaai ßgozotg. 
Kai TOTE YibivoXg öcogec ßaGiXr/Cov agyrjv, 
Ol TtccXtv ^ogd^GovGL ysvrjy TtoXXolg te Xacpvgotg 
Tatav aq)ag7cäKovT€g oXr^v, f^i] GVfiTta-S-sovTeg. 
^iXiva ■d-grjvi^GOVGi Xvygol jtaQa Tiygtdt Uegaai, 

60 ^XyvTCTQg öaagvGEi, TtoXXrjv yß-öva 6' agÖEvaECBV. 
Kai TOTE aoi Mrjdia Tsjj naxa icoXXa jtoirjGEL 
IvdoyEvrjg TtoXvoXßog, axgi TtävT aftOTiGEig, 
'ÖGGa Ttdgog ntBTColrixag, dvaidsa -d^iJ-ov sxovGa. 
^l al Goi, Mi]ÖBiov E-9-vog, {lETETtsiTa XaTgsvaecg 

Qb'AvögäGtv uild-ibTtBGGw, VTthg iiBgoBiöea x^gov 

ETtT sTtl Totg jtgoG&Etg ixaTOv XvndßavTag an' agavoi^ 
HXrjgcoGEtg ävGTtjve, aal vjtb ^vybv avxiva ■diqaeig. 



SIBYLLINISCHE WEISSAGUNGEN. IX. (XI.) BUCH. 169 

Seelen vom Hunger verzehrt wird dann das Land gegen Aufgang 

Mit Getreide versehn; den Stamm der Assyrischen Männer 

Wird er ernähren, der Richter in Banden, dess Namen genannt wird: 

Wisse ... . . im Maasse der Zehnzahl. 30 

Aher wann zehnfach dereinst die Plage vom strahlenden Himmel 
Ueber Aegyptien kommt, dann will ich dir wieder zurufen. 

W«he dir, Memphis, weh, weh, weh, weh, o gewaltiges Reich du! 
Das Erylhräische Meer wird ein zahlreiches Volk dir vernichten. 
Wann aber sie das fruchtbare Land im Tode verlassen, 35 

Wird das zwölfstämmige Volk vom unsterblichen Gotte befehligt, 
Und der alleinige Herr wird [Ruhm] den Menschen verleihen. 

Aber ein grosser, hochherziger König wird dann, ein Hebräer, 
Die Aegypter beherrschen, vom Sande den Namen her habend, 
Nicht mit Recht ein Thebaner genannt. Doch wird Memphis er lieben ; 40 
Eine erschreckliche Schlange; und viel wird im Krieg er sich vorsehn. 
Und wann die zwölfte Dekade des Reichs im Laufe sich kreiset, 
Sieben dazu, und das zehnte Hundert im Osten, und alle 
Andern vorübergeflohn ; dann wird Persiens Herrschaft beginnen. 

Dann wird auch Finsterniss sein bei den Juden; nicht werden entrinnen 4.5 
Sie dem Hunger und schwer zu ertragender Pest jenes Tages. 

Aber wenn dann ein Perser geherrscht und das Scepter gelassen. 
Eines Joniers Sohn, wann die Jahre -kreisen auf fünfmal 

Vier der Jahre allein; dann wird es einzehnten auch dieser 

« 

Jahre neunhunderte voll, und du wirst dann büssen für Alles; 50 

Wirst im Dienste der Perser dann sein, überliefert den Medern, 
Gehst durch Schläge zu Grund und durch die gewaltige Feldschlacht. 

Bald aber wird auch die Perser und Assur das Unglück heimsuchen, 
Ganz Aegyptien auch, und die Libyer und Aethioper, 
Alle Pamphylier, und auch alle die anderen Menschen. 55 

Und den Joniern wird er die Königs-Herrschaft verleihen. 
Die werden dann wiederum die Stämme ausplündern, um viele 
Beute beraubend die sämmtliche Erde ganz ohne Erbarmen. 
Kläglich werden voll Leids die Perser dann weinen am Tigris; 
Und auch Aegypten wird weinen, und könnte viel Landes bpwässern. 60 

Dann wird auch, Medien, dir des Uebels in Fülle bereiten 
Ein sehr glückhcher Indischer Spross, bis dass du gebüsset 
Alles, was du hast früher gethan unverschämten Gemüthes. 
Wehe dir, weh, o Medisches Volk, wirst später ein Sklave 
Der Aethiopier sein, und über durchschnittenes Land weg 65 

Sieben und weiter noch hundert dazu der Jahre von Norden 
Füllen, unglückliches, aus und beugen dem Joche den Nacken. 



170 2IBYAJIAKSIN AOTOS 0. (lA). 

Kai röte v,vav6xQtog itoXiOTckönafiog f.iey(xS-v(j.og 
'Ivdbg avcc^ (.lersTteira ysvrjGSTai, dg kcckcc tvoXXcc 

70 Qi^aec STt^ avTokirjg dca Y.QatsQctg va(.iivag' 

Kai GS ys hoßi^asi, f^alXov Ttaga Ttävrag oXioaei. 
^AVi^ oxav siKOCTOv erog xa* dhcarov ßaaiXevat], 
^Etct btcX y.at denäxig, tote dr] ßaoihj'Cov ciQxrig 
Ilav ed-vog oiaTQi^aet 7.al eXevd-egiov avaöei^ei, 

15 Aeiipag öovkeiov alf.i^ stvI TQstg fiovaöag sviavtiov. 
u4XXa TtdXiv ri^st ytal vjto Cvybv av^sva -STjaei, ' 
Ilav '£d~i>og avd-Q(x)7tct)v xQaTSQCov iraXcv, j} Ttäqog rjev 
^ovXevcov ßaotXeT, y,al kv-ovakog VTtOTa^et. 
'^Eaaerac elqrivri i.isyäX7j KaTcc x6a(.iov artavTa. 

80 Kai tÖtb <5* 'Aaavgiocg ßaaiXevg y.eyag eaoeTai avriQ' 
"'Aq^si, v.al TtävTag Ttsiaet '/.aTad-v(.ua ßä^siv, 
"Aaaa Gsbg vo/.ii/^cog disra^axo ' xai tots tovtov 
0Qi^ovot TtävTeg ßaaikeig KO/xocüvTeg cmtonaig, 
^eifxaXiot, v.a\ avavdoi, V7teQf.i€V€eg t' sgaTioTtol, 

85 TovTi^ öovXsvGOvGi Qbov (isyäXov öia ßovXäg' 
Jlelaet yaq ra jtävTa Xöytp, v.al Ttavß-^ VTtOTcc^ei, 
Kai vabv fisyäXoio Qsov y.ai ßcof.ibv egavbv 
AvTbg öofirjasc TigaTegiog, gidcüla de Qii/Jsi' 
WvXa öh aal ysverjv naTEQtov, xa\ vrjTtta Tsyiva, 

90 Eig ev ovyy.o(.uaag ohiqTOQag ai-KpißciXalTai' , 

OvvOfia de axrjaeie ötaMaicov agid-fiolo, 
'OxTC0Kaide}iäTr]g yQaf.if.iiig GrjfXela dei^et. 
idXX'. OTtorav öexäTrjv TteQiTsXXofxevrjGt üQaTi^Gr], 
Totg ovo xal Tievra TCQOGeX&wv eTtt zegfia xqovoio, 

Qb^EGGOVTat de Tolg [ot] ßaGiXeig OGa cpvra Ta Syt^TCüv, 
"ÖGGai de cprjTQai, OGGai nöXeig, oggüc de vrJGOi, 
^'HneiQOL fiaxägcov, rjd' ayXaoyiaQTtoi, aqovqai. 
Elg BGTai de tovtojv fieyag ßaGiXevg ccybg ävdgcov, 
"Idg^ovoi d' avTiT) TtoXXol ßaGiXe7g fieyäd-vfioi, 
100 Kai TOVTq), TtaiGL Te, aal vttovoig TCoXvöXßoig 
JdiGOvGi fioiQag ßaGtXLdog elverAev agxrjg- 
Elg dexädag deaadcov, okto» fiovadag, eTti xavTaig 
''E^ exewv oQ^et, xal eg vGTaTOv avTeiXovGiv. 
'Hvi-Ka -dijQ ßQiaqog d' rj^ei Gvv ccqt] y.QaTai(p, 
105 Kai TOTB [goi], ßaGiXetg ayavol, xöXog e^avacpvGei. 
uäl al GOL, IliqGig yrj, OGGa eyixvfiaTa dä^rj 
AifiaTog avdqofiiov, onoTav rj^et Goc exeivog 
^Oixßqtfxöd-vfiog aviqq' Toxe Gov tc&Xlv Tama ßoi^Gio. 



SIBYLLINISCHE WEISSAGUNGEN. IX. (XI.) BUCH. 1 71 

Und dann wird ein dunkelgefärbter, graulockiger, edler 
Indischer Herrscher erstehn nachher, und dieser wird viele 
üebel dem Orient bringen vermittelst gewaltiger Feldschlacht. 70 

Dich auch beschädiget er, wird dich mehr als alle vernichten. 
Aber wann er das zwanzigste Jahr und das zehnte geherrscht hat. 
Ferner noch sieben und zehn ; dann wird gegen die Herrschaft des Königs 
Jegliches Volk sich empören und sich die Freiheit erwerben, 
Lassend das Sklaven -Geblüt auf drei vereinzelte Jahre. 75 

Aber er kömmt wiederum und leget dem Nacken das Joch auf, 
Jeghches Menschengeschlecht bewältigend wieder; wie früher 
Es seinem König gedient, so wird es ihm willig gehorchen. 
Und weit herrscht der Friede alsdann auf dem sämmtlichen Erdkreis, 

Und den Assyriern wird dann ein mächtiger König erstehen; 80 

Herrschen wird der und Alle bereden gutwillig zu tragen. 
Was Gott in dem Gesetze gebot; und dann werden diesen 
Fürchten die Könige all, die langhaarig, mit Spitzen gezieret, 
Schrecklich und fürchterlich auch, die gewaltig, und lieblichen Blickes; 
Dienen werden sie ihm nach Gottes, des mächtigen Rathschluss. 85 

Denn durch sein Wort wird er Alles bewegen und Alles bezwingen. 
Und einen Tempel des mächtigen Gottes erbaut er gewaltig. 
Und einen schönen Altar ; aber stürtzen wird er die Götzen. 
Aber die Stämme, der Väter Geschlecht, und unmündiger Kinder 
Bringt er zusammen, und wird als Einwohner sie wieder sammeln. 90 
Aber als Namen wird er die Zahl von zwei Hunderten haben. 
Auch des achten und zehnten Striches Zeichen aufweisen. 
Aber wann er den zehnten erreicht der kreisenden Striche, 
Und er zu zweien und fünf ist gekommen am Ende der Zeiten; 
Dann werden ihnen die Könige sein wie der Sterblichen Pflanzen, .95 
Soviel Stämme des Volks, soviel Städte und soviele Inseln, 
Als die Gefilde der Seligen sind und die fruchtbaren Felder. 
Einer von diesen jedoch ist ein Fürst und ein mächtiger König ;'^ 
Ihm aber werden der edelen Könige viele gehorchen. 
Und ihm und seinen Kindern und auch den glücklichen Enkeln lOü 

Werden sie, was sich gebührt ob der Herrschaft des Königes geben. 
Zehn Dekaden hindurch, acht Jahre, und sechs noch zu diesen 
Währet die Herrschaft zumal, und endUch wird man sich empören. 

Aber wenn dann das mächtige Thier mit gewaltigem Krieg kommt, 
Dann wird der Zorn auch empor, ihr trefflichen Könige, wachsen. 105 

Weh, weh, Persisches Land, welche Ströme des Blutes der Männer 
Wirst du haben dereinst, wann zu dir kommen wird jener 
Muthige Mann; dann will ich dir dieses noch Einmal zurufen. 



172 2IBYAAIAKilN AOFOS 0. (TA). 

^u4kV orav 'iralirj Ttgocpv^, fisya S-avf.ia ßQOxolai, 

110 NrjTtiaxov fitvvQiOfxa axsQaacr] Ttaga Tvhjyfj, 
""AvTQi^ STtt axieg^ -dTjQog reuva f.irjlocpayoLO, 
Olrtveg ccvdQcod-evTsg eq)' eTtta Xöcpoiat yiQccTawtg 
UoXkovg TtQrjvL^ovGiv, avaidsa %hjfzbv exovTBg, 
"^(xcpÖTSQOi agid-ficov knarov, olg ovvofxa öei^st 

il5 2rjfia fxiy' eaaofiivcov' zat ETtTo. "kö^oiat ös reixrj 
KaQTega dofzrjaovai, xccl afx(p avxoZg ßaqvv ccqi] 
^TrjGOvav. Tors d^ ccvt' eßr eTvavdoraacg avögaiv 
<Dvofi.£VTq TtsQi ol, /LisyäXrj TcaXMaraxv yala, 
u4iyv7tTe (leyä&vixs, azäg tvccXiv rama" ßoi^aco. 

120 Ilgog ff' STtl Ttlrjyrjv fxeyähjv oXv.oig vjtode^j] ' 
Kai TtäXiv GOi iöLiov eorac eTtavaoraaig avÖQWv. 

"[Agn 6e as tlruxov, Wgvylr], narodvgofxac ohrgüig' 
"H^ei yäg aoi alcoacg ag)^ 'EXXädog IjtTtodafxoto, 
Kai TtöXe^og dsivog re dicc ugarsgag vO[xLvag. 

125 "iXtov, oiyjveLgb} as ' arto ^TtägTrjg yag '^Egivvvg 
"H^et aot fiaXäd-goig oXoc^ -/.exegaGfisvi^ aGTg(p, 
2ovg de (xä^^LGTa nvövovg, ^öx-d-ovg, G%ova%äg ts, yöovg re 
QrjGsc, hftav ag^coGt fiäxi^v ev eldoreg avögeg, 
"Hgcoeg 'JEXXrjvcov agrjUpiXcov ox agiGTOi. 

130 Tovxiav d' slg SGrai ßaGilevg -/.Ivrög alxi^riT'rig' 
'^(ig)l ycaocyvrjTcp i-ieveXevGETai agya v.ä-^LGTa. 
Airol (J' avr" oXsgovgi 0gvyiöv nXvva Tsixea Tgolrjg, 
jHV/xa dlg Ttevrs TtsgtTsXlo^evcov sviavTwv, 
Itkiqg(x)Gei ytoXefioio fiiaicpova agya xQOvoco. 

iZbldcpviöwg öe ßgorovg ^vXivog doXog ai^q)iiiaXvxpst, 
Kai TOVTOv öeBjj ercl yovvaoiv ovxl voovGa, 
"Eynvov "^EXXrjvcov x^Xov €f.tfisvat, t/ ßagv Ttevdjj. 
AI al, ev vvYjvL (.ua jtoGovg VTtods^STai ^drjg^ 
^Ö€ X(X(pvga 7Cf)Ga 7toXvöay.gvroLO yegovrog 

i40"A^£f ay^garov d' sGTat -aXeog eGTtOfzsvoiac. 
Tovvofxa ÖS GxeG€i. ßaGtXsvg (.Uyag «c Aiog avrjg 
^TOix^iov agxoixivOLO, CTtl vÖgtoio gtoixi^gsi. 
Jri xöra Tial TCSGslrat doXirjg ev /fii^t yvvaiy,6g. 
""Ldg^ei d^ €x yeverrjg ts v.al aifxaTog idGGagcnioio 

145 Ilaig, vXvTog rigäcov, ugaTegbg xa« aXy.ifiog avrjg. 
"H^bl (5' £x ravTTjg Tcvgl i^eyccXc^ drjcod-siGrjg 
0£vyo}v, ey.jtargcg, (poßegov dia (xwXov agr^og, 
BaGzä^cüv ojfxoiGiv eov Ttgeoßvv yeverrjga, 
Ylbv (J' ev 7taXäf.irj 'Aarexcov, vöficov evGsßeg egyov 



SIBYLLINISCHE WEISSAGUNGEN. IX. (XI.) BUCH. 173 

Aber wann einst Italien wächst, ein gewaltiges Wunder 
Für die Menschen, und Kindergeschrei beim kräftigen Schlage, HO 

Wann in der schattigen Kluft die Kinder des reissenden Thiers sind. 
Welche zu Jahren gereift auf sieben gewaltigen Hügeln 
Richten einst Viele zu Grund, die Gewaltthat hegend im Herzen. 
Jeder Einhundert an Zahl, und welchen ihr Name der Zukunft 
Grosse Zeichen aufweist; und die worden mächtige Mauern ll& 

Auf sieben Hügeln aufbaun, und ringsum gewaltige Kriegsmacht 
Aufstellen. Aber alsdann wird wieder von Männern ein Aufstand 
Sich erheben um dich, du grosse und fruchtbare Erde, 
Edles Aegyptien! Dann aber will ich dir wieder zurufen. 
Bei dir zum mächtigen Schlag wirst du in die Wohnung aufnehmen, 120 
Und dir kömmt wiederum ein Aufstand der eigenen Männer. 

Jetzt aber will ich dich, armes Phrygien, bitter beweinen; 
Denn die Gefangenschaft naht dir vom Rosse bezwingenden Hellas, 
und ein erschrecklicher Krieg mit mancher gewaltigen Feldschlacht, 

Ilion, dich beklag ich : denn kommen wird einstens von Sparta 125 
Dir die Erinnys ins Haus, das du haftest an bösem Gestirne: 
Dir wird sie Leiden zumal, und Kummer und Stöhnen und Klagen 
Bringen, wann einst eine Schlacht die kundigen Männer beginnen, 
Helden vom Griechengeschlecht, die besten, die lieben den Schlachtlärm. 
Und unter ihnen wird sein ein König, ein trefflicher Kriegsheld; 130 

Um die Schwester wird er aussinnen die bösesten Thaten. 
Sie aber richten zu Grund die herrlichen Mauern von Troja 
In der Phrygier Land, wann in zehn umrollender Jahre 
Zeit vollbringen er wird die blutigen Werke des Krieges. 
Und unerwartete List im Holz wird die Männer umhüllen; \db 

Und auf den Knieen wirst du -sie aufnehmen, und wirst nicht bedenken, 
Dass es der trächtige Zorn der Hellenen; und schwer wirst du klagen. 
Weh, weh, in Einer Nacht, wie viel wird der Hades aufnehmen, 
Und an Beute wie viel vom thränenbelasteten Greise 
Führt man hinweg! Aber nicht wird der Ruhm bei den Nachkommen altern. 140 
Aber vom ersten der Buchstaben führt den Namen der grosse 
König, ein Sohn des Zeus, der wird die Heimkehr antreten. 
Dann aber sinkt er dahin durch die Hand eines listigen Weibes. 

Aber aus dem Geschlecht und dem Blute des Assarakiden 
Wird ein ruhmreicher Held, der stark und gewaltig, regieren. 145 

Aber aus dieser, die durch das gewaltige Feuer zerstört ist. 
Wird ein Flüchtling, vaterlandslos, durch den schrecklichen Ares 
Kommen, die Schultern beschwert mit dem eigenen, alten Erzeuger, 
Haltend den Sohn an der Hand; und was fromme Sitte geheiligt, 



174 21BYAA1ÄK£IN AOFOS 6. (lA). 

150 'Prj^sc, TtctTtTaivoiv, oarig ^VQog eoxiosv OQfirjv, 
udid-0(j.Evr]g TgoiTjg, y.al e7tscy6fj.£vog 6c 6(.dXov, 
/Jsi^icxivoiv naldag sig yrjv g)oßeQrjv rs -d-akaaaav. 
OvvOficc de a%iiaei rb tQiov'kXaßov, ov yaq aa-qfiov 
2toi.xsIov aQXOfxsvov drjXoi rov irtegraTOv avdqa. 

155 Kai Tore d" avaarriOeLs nöluv xgarsQi^v re ^ariviov. 
üevu^ eTtl ösy,äTcp erst eitl ßevd^eOLv aXfxi]g, 
"Ydaaiv ollvfisvoig Gx^jcet ■9-avccTOio tsKsvttiv. 
"Al'ka \(ikv ovös &ävaTÖv t^] eTtiXrjOeTaL e^if-vea (fwtwv' 
^Idq^si yccQ^ yevsr] rovtov (lezÖTtiod-Ev cctvccvtcov, 

iOO'Li^XQ^S «^* EmpQavov Tlygiog Ttorafxuv ava fisaoov, 
XcoQig "AogvqLwv, OTtTtiq /.irjKvvsTO üäQd-og. 
"Eaaevat eaaofiavoig, OTtoxav Tccds Ttavra ysvrjTai. 

Kai Tig TCQsoßvg avrjq GO(pog eOGevai avd-ig aoiöog, 
"Ov TtävTsg 'AaXeovai, aocpwtav' h> [xsQÖTteoaLv, 

165 Ov x6a(j,og TtQartiöeaGLv okog TtaidevGSTat eGd-Xalg' 
Fgäipet yccQ '/.scpäXaLa 6vvai.uv t' STtivoLav. 
Kai %6xe oacpcog ygäipsi f.i<xl^ ad-sacpara aklote v.aXh(\, 
Kai ToXaiv efiotg löyoig, (.litQOig, ertseGGt xgasurjGag ' 
AvTOg yaq TtQUTLGxog £/.iag ßißXovg avarcXiöan, 

170 Kai xQvxpEi, f.isTa zavra, xai avögaGcv ovksti öel^st. 
Eig Telog ovlofA.evov S-avatov, ßcorow TsXevzrjg. 

t^AA' OTtörav örj Tavra, cxTtSQ bIttov, reXsiOidjj, 
"EXXrjveg näXiv amtg e-ny aXXvjXovg fiaxsovrai-' 
IAggvqlol, 'LdQaßeg ts, cßageTQücpogoi z' src Mrjöoi, 

175 UeQGai y.al 2iv.eXol, udvöol ö^ aTtavaGTriGOvrai, 
Qqfjy.eg, Bi/S-vvol ts, v.a\ dt Ttaga QSVfiaGi NeIXov 
NaiovGt yairjv v.aXXiGTa%vv, ^v de yvöoißov 

JJäatv Ofzov ■d^Gei Gebg acpS-vrog. ^AXXa y.ttV aiv&g 
^AvriQ "AoGVQiog, vöS-og, AiS-loxp %-/.exai acpro), 

180 Qvi-ibv excov -d-rjQog, xal [ytäv-d-' iGfxbv] öianoifjsi,, 
HaTtraiviov eTtl ^aGiv , 'Ibv TteXayog öiaTtXevGst. 
Kai TOTS GOi fiäXa TtoXXa yevriaerai, 'EXXag aTtiGTs. 
Al al GOi, tXtj^ov 'EXXag, oGa dsl g^ avoi/iiai^ai., 
''Etct^ eTtl oyöorjKOwa ercov eTtiTsXXofieväcov 

185 na(.icpvXov cpoßeQOv TtoXefxov GKvßaXov Xvygbv eGGj]. 
'EvS-a Maxrjöovicov itäXiv eGGexai '^EXXaöi, Ttrjfia, 
Kai Qq'^ktjv oXeGei TtaGav, yai fiuiXov aQrjog 
NrjGOig, rjTtsiQOig re, cpiXoTioXefioig ts [TogaTgoig], 
'EGGer^ £vl TtQOfxdxoiGi, zb <J' pvvoixa tovto fxsd-e^st, 

190 ^exoxfg TtevTiqyiOvTa ägi^{.mv GTOty^f, ev ^ drjXou 



SIBYLLINISCHE WEISSAGUNGEN. IX. (XI.) BUCH. 175 

Reisst er entzwei, und siebet sich um, wer imilier des Feuers 150 

Andrang vom brennenden Tfoja ertrug ; durcb die Schaaren in Eile 

Treibend voll Furcht die Kinder zum Land und zum schrecklichen Meere. 

und er wird haben dreisylbig den Namen ; denn nicht unberühmet 

Machet ihn kund, den gewaltigen Mann, des Buchstabens Anfang. 

Und dann wird er erbaun die mächtige Stadt der Lateiner. 155 

Aber im fünfzehnten Jahre wird er in den Tiefen des Meeres 

Durch die verderbliche Flulh das tödtliche Ende erhallen. 

Aber es werden ihn nicht, -wann er todt ist, die Völker vergessen; 

Denn es wird sein Geschlecht in der Folgezeit Alle beherrschen, 

Bis zum Euphrat hin und zum Tigris, zur Mitte der Ströme; 160 

Nur die Assyrier nicht, wo weit der Parther sich ausdehnt. 

Dies wird zukünftig geschehn, wann dies sich Alles erfüllet. 

Später wird sein auch ein ältlicher Mann und erfahrener Sänger, 
Welcher bei Allen der weiseste heisst bei den lebenden Menschen, 
Durch dessen trefflichen Geist sich die sämmtliche Welt unterrichtet; 165 
Denn er wird schreiben mit Kraft und Einsicht seine Gesänge. 
Und er wird Einiges dann unaussprechlich prächtig beschreiben, 
Meine Gesänge und Maass der Verse und Worte gebrauchend. 
Denn vor Allem zuerst wird er meine Bücher aufrollen. 
Und sie verbergen nachher, und nicht mehr den Menschen sie zeigen, 170 
Bis zum endenden Tod, dem Vernichter, zum Ende des Lebens. 

Aber wenn dann das, was' ich gesagt, in Erfüllung gegangen ; 
Dann werden auch wiederum die Hellenen einander bekämpfen; 
Und die Assyrer, die Araber und Köcherführenden Meder; 
Auch die Perser,, Sizilier, Lyder werden aufstehen, 175 

Thrazier auch, die Bithynier und die am Strome des Niles 
Wohnen, im fruchtbaren Land, wohin mit Alh'n den Schlachllärm 
Bringen wird er, der ewige Gott. Doch gewaltig und plötzhch 
Kömmt ein Assyrischer Mann, unechter Geburt, Aethioper; 
Und mit dem Geist eines Thiers wird er alles Bestehnde zerbrechen, 180 
Schauend nach Allen sich um, und befahren die Jonische Meerfluth. 
Und dann wird dir sehr viel, o treuloses Hellas, begegnen. 

Wehe dir, weh, o elendes Hellas, wie viel rausst du seufzen! 
Achtzig Jahre und sieben dazu von umkreisenden Jahren 
Wirst du des schrecklichen Kriegs aller Stämme ein trauriger Auswurf. 185 

Dann wird wieder das Leid Mazedoniens Hellas berühren; 
Thrazien ganz wirds richten zu Grund, und mit Arbeit des Krieges 

Inseln und Festland und den krieghebenden 

Wird bei den Ersten er sein im Kampf, und der Name wird lassen 
Zehnmal fünfziger Zahl Buchstab, worin er sich kund thut. 190 



1 76 2IBYAAIAKP.N A0r02 9. {U). 

l^QXrjv (o-/.vf.iOQ6g [tel yev^aevat' aXXä /.uyiartjv 
Ka'KXeixpet ßaoiküav, artecQaatrjv ts xai alav. 
^vrbg <5' av Tteaexat vtio dovQoq)ÖQOv -nayioßovXov, 
Zrjüag ev 2vQLa, '^yovfj.svog old Tteq ovöeig. 

195 'L^Q^st (J' av fieteitetza Tcaig rovzov fi€yaSvf.iov, 
2roi,xsiov ctQxof-ievov yevog öte^odov sarai. 
Ov ^cbg ova "Id^f-itovog aXrjd-sla zomov igovoiv 
IlavTeg, o{.uog KQOviöao vod-ov d" log avTaTtXaaovcai. 
HoXXmv 6^ av (.isQOjtwv avÖQcov ftoXecg e^aXaTtd^si. 

200 EvQÜTtj] de /xeytOTOv dvaaraxvwaerat cAxog. 
OvTog Kai BaßvXöjva nokiv X(aßr]oetaL Xaift^, 
Kai Ttaoav brtöariv sjttdeQxerai '^eXiog yijv, 
^AvToXiiqv 'AOGfiov TS zaTaTtXsvoet (.lövov avzog. 
^41 al GOi, BaßvXtov, S-giafißlsaat XaTQSvaeig, 

205 ^eGTtoTcg avörjS-elaa, nal ''lÄaaidog eQxsrat cxQrjg, 
""EQxsrai aTgeaetog xal oqxx^ei aov rir/va TtoXXa. 
Kai TOTS (J' eY.rc€(.ixpsig tov abv ßaaiXrfiov avdqa 
TeTQccdog e^ dQixf-j-iov avv(x>vvf.iov, eyxsoißcoQOv, 
^SLvbv TO^oßoXov TS, (.lerd ugaTSQüiv itoXe^iaTÜv. 

210 Kai TOTE d" rj KiXmcüv '/mI IdaavQiwv fiiaov s^et 
yli(.ibg xal 7t6Xsf.iog ' dzccg ßaaiXslg (.leyäd^fioi 
Gv/noßÖQOv sQiöog öeivTjv gtöoiv df.i<pißaXovaiv. 
^AXXa av fj.hv (pvye itsqav, Tbv ßaatXijä XsiTts d^ avTbv, 
Mrjdh ■9-sXrjg (.levsetv, inqds öovXstog VTtctQXBiV 

215 ^sivbg yäg ae Xiuv eitu^eTai, (o(.ioß6Qog ■d'^Q, 
^lAygiog, dvTi dmr/g Xüßiqg df.icpsij.ievog aifxoig. ." 
CDsvye y.eQavviov avöga. Kaxbv d^ "^aLiß ^vybv ij^st, 
Kai TtdoL Ttaaa %^ci»v TtietaL cpovov öf.ißQi^svTa. 
IdXX' OTtOTav udXyvTtTog {.leyäXrjv itöXiv bXßodörsiQay 

220 ^ttjqL^bl, JJsXXaiog agr^g avTcp 3^ ovofxrjorj 

JMolqav yial d-ävaTOv, Ttgodod-elg öoXicjv vcp" sTaiQtov' 
'Ivöovg ydg TtqoXntövTa xat £tg JBaßvXiova f-ioXcovra 
BägßaQOv e^oXeaet tovtov (pövov dficpl TgaTte^rjg. 
""L^Q^ovat f,i€TS7V€iT^ äXXoi Jtara g)vXov snaOTOv, 

225 ^rii.ioß6QOL ßaaiksig v.al vueQ(piaXoi y.al amOTOi, 
'Ev bXiyoig %TEatv. ^vtchq [xsydS-vßog dyT^vcoQ, 
"Og crcaGav EvQW7tr]v S7tcKaXa(.i^ffSTac yvfivrjv, 
^^ote Ttäoa x&f^v TtLsxai TtafKpvXiov alfia, 
udehpet drag, ßiOTOv [lOQtprjv idiav dvaXuaag. 

230 'jBffovTat (5' aXXoL ßaacXetg SiOTiaGageg «vö^eg 
jEx yevs^g tovtov, olg ovvo[.ia jtacc to ovtö. 



SIBYLLINISCHE WEISSAGUNGEN. IX. (XI.) BUCH. 177 

Aber nur kurz wird ihm sdn die Herrschaft, doch wird er das grösste 
f{önigreich lassen zurück und ganz unermessliche Länder. ~ 
Und er wird sinken dahin nachher durch den schändlichen Waffner, 
Wann er geleht und geherrscht in Syrien, wie noch kein Andrer. 

Und es wird herrschen darauf ein Sohn dieses edelen Mannes, 195 
Der mit dem ersten Buchstaben beginnt, der letzte des Stammes. 
Nicht einen Sohn des Zeus, nicht des Ammon werden in Wahrheit 
Alle ihn nennen, zugleich zum Bastard des Kroniden ihn machen. 
Der aber wird nachher viele Städte der Menschen ausrauben. 
Aber Europa zumeist wird grosses Unheil aufspriessen. 200 

Dieser wird Babylon auch die Stadt mit Hunger bezwingen, 
Und ein jeghches Land, auf- welches die Sonne herabsieht; 
Und an des Orients Welt allein er landet die Schiffe. 

Wehe dir, Babylon, weh! denn dienen wirst du in Triumphen, 
Du, welche Herrinn genannt wardst. Auch Asiens Ares wird kommen -, 205 
Sicherlich kömmt er heran, und wird viele Kinder dir morden. 
Und einen Mann wirst du dann, deinen König wirst du entsenden; 
Nach der Vierzahl wird er genannt, ein Kämpfer der Lanze, 
Und ein furchtbarer Schütze, gefolgt von gewaltigen Kriegern. 

Und es wird dann die Cihcier und die Assyrer befallen 210 

Pest und Krieg. Indess werden heldenmüthige Herrscher 
Rüsten gewaltige Schaar zum Herz verderbenden Streite. 
Du aber fliehe hinweg und verlasse ihn selber, den König, 
Und nicht zu bleiben gedenk', und nicht als Sklave zu dienen: 
Denn dich packt der schreckhche Leu, das zermalmende, wilde 215 

Ungethüm gegen das Recht, und hüllet dir Schmach «um die Schultern. 
Fliehe den Mann des Donners. Auf Asien wird einst ein böses 
Joch kommen, und die Erd' überall schlüi'ft triefenden Mord ein. 

Aber wenn dann der Aegypter die grosse und glückliche Stadt baut. 
Dann wird der Ares von Pella ihm aussprechen das Schicksal, 220 

Und auch den Tod, nachdem er von trügrischen Freunden verrathen. . 
Denn wann die Jndier er verlässt und nach Babylon hinzieht. 
Wird er vernichten durch Mord den Fremden, ihn bei dem Gelage. 

Andere werden darauf die einzelnen Stämme beherrschen. 
Prassende Könige und voll Gewaltthat und auch sonder Treue, 225 

Wenige Jahre hindurch. Doch ein Mann, der muthig und edel. 
Welcher abhalten noch wird Nachlese im nackten Europa, 
Dann wann die sämmtiiche Erde das Blut aller Stämme einschlürfet. 
Wird auch bleiben, nachdem er sein Dasein des Lebens verwendet. 
Und acht andere Männer die werden als Könige da sein, 230 

Aus demselben Geschlecht und alle von gleicher Benennung. 

12 



178 2IBYAAIAKSIN AOrOü 0. {lA). 

^'Eotai (J' ^'cyvTttog vvfzqn] töte v,oiQavsovGa, 
Kai TtoXcg tj fieyccXt] xe Maytsdovloio avaxTog 
TIoTVi '^Xe^avdgeia, xXvtrj &Q£7tTSiQa Ttöhr^wv, 

235 KäXXBt TS axilßovaa, ^iÖvy] iiYixqÖTtokiQ toxai. 
Kai xÖts ^is(i(p£Gd-co Msfirpig xolg xotgavsovatv. 
EiQTqvri d" %axai ßa&ela yiaxcc K6a/.iov ajtavxa' 
Frj 6s fxsXäfißoXog xaQTtovg xoxs TtXeLovag e^et,. 
Kai xÖts ^lovöaioig ■na-nbv eaasxai, ovöh cpvyovvxai, 

240 ^i^tov xat Xoif.ibv dvaavaa%£X(ff ijfiaxt xslvrp. 
'Alla f.uläixßo'kog, v.aHLaxa%vg ri vEÖTtoaiiog 
lÄlcofisvovg TtoXXovg vTtoöä^exai afxßQOoLri xd-b)v. 

"jiV)^ OKZO) ßccGilstg vlcodeog udiyvTtxoiO 
nXrjQiöaovGiv ccQid'i.iovg xgelg xal xQtäyiOvxtt 

245 Hgög xs SiaKOGiovg. ^vxag yevog s^UTtoXslxat. 
^vxcüv ov Ttävxiov, qü^Tf] de y^ i^avacpvGEt 
OrjXvxeQT], ßgoxoXoiybg, erjg TtQOÖoxig ßaGiKeirig. 
^ÄkV avxol Ka'/.6xr]xa yial avxuiv sQya Tcoviqqa 
"^Pe^ovgl (xsxeTteixa, ymI alXog äXXov oXsGGet' 

250 Koipst TtOQCpvQsog ysvexYjg yevBxrjQa /.laxrjxrjv, 

Kavxog vcß' virjog' itQiv drj cpvxöv aXXo (pvxevoei, 
^E'jcXslipSL' QiCß 6^ avad-TqXriGei (.leceTCeixa 
^vxoq)vrig, xov öij Ttaqacpvö^evov yevog eGxlv. 
^'EGxai, yaq xcÖQrjg ßaGtXig itaqa %ev^aai NeiXov, 

255 "ETtxanöqoig Gxof.iäTeaGtv ifcsgxo^evoio ■9-aXäGGr]g, 
Ev/.oaxov d^ aQid-f.iov ?roXvrjQaxov ovvo^ia xavxr] ' • 
MvQia d^ alxTjGEi zai %Qri(.iäxa Ttccvxa Gwä^ei 
Xqvgov X aQyvQtov xe' ööXog örj eoGsxat ävxfi 
E§ iöltov avÖQCüv. TöxB gol rtäXiv, yala fxav.Qa, 

2%Q^'EG0vxai, 7t6Xsf.ioi xe, i-iäyai x' , avdQOyvtaGiai xe. 
"^XX^ otav agBcüvxai rcoXXoi '^Ptof.irjg sQt-d-rjXov, 
OvxL ye firv /na-mgcov 7tQodedeiy(.ievOL, aXXa xvqüvvoc, 
XiXiädcov ö^ ccQxol y.al i.ivQLccötov yeyaioxeg, 
Kai voiiUf.io)v ayoQüiv ol ertiG-KOTtOL, rjöe fxeytGxoi 

265 KaiGaqeg uq^ovgl \ßi' lt6^ievoi\ TJfiaxa jtavxa' 
Tovxojv (5' vGxdxiog ccg^ei dsxäxov ccQtd-fxoIo, 
'^YGxäxLog -/.aiGagog eTtiyrd-ovia yvXa ytxeivtov, 
"Idqrj detvcp ßeßXiq^Evog avdgog vit' e%3-Q0v, , 
"Ov '^Pcofirjg TtaXöeg xe f.urjg ^aXaf-irjGt cpeqovxeg, 

270 EvGeßecog d-E^xpovGi, Tteql 6^ avxcp G^fia y,eovGiv, 
^Hg cpiXirjg eyiaxi, l^vi^(.i7] %aQLv [y(.axe%ovxeg], 

uäXX OTtoxav Xvv.äßavxog ijtsXSjj TeQ[.ia xQÖvoio, 



SIBYLLINISCHE WEISSAGUNGEN. IX. (XI.) BUCH. 1 79 

Aber Aegypten wird dann eine viel gebietende Braut sein; 
Und' die mächtige Stadt, die des Mazedonischen Herrschers. 
Alexandria die hehre, die ruhmreiche Mutter der Städte, 
Welche in Schönheit erglänzt, wird allein die Mutterstadt heissen. 235 
Und dann mag Memphis den Herrschern dies machen zum Vorwurf. 
Und in der sämmtlichen Welt wird weithin herrschen der Friede, 
Und das schwarzschollige Land wird Früchte in Fülle dann haben. 

Und die Juden wird dann das Unglück heimsuchen; nicht werden 
Sie dem Hunger entgehn und der Pest in den Tagen de« Unglücks. 240 
Doch der Gefangenen viel wird aufs Neue- geschmücket empfangen 
Das schwarzschollige, fruchtbare Land, die ambrosische Erde. ^ 

Aber der Könige acht des schlammigen Landes Aegypten 
Werden ausfüllen die Zahl von drei und dreissig und hundert 
Zweimal gezählet; jedoch wird zu Grunde gehen nicht gänzlich \ 245 
Ihrer aller Geschlecht: Eine Wurzel wird wieder ausschlagen, 
Weiblicher Spross, und grausam, des eigenen Reiches Verräther. 
Aber die Schlechtigkeit und ihre eigenen boshaften Werke 
Führen sie aus, und dann wird Einer den Andern vernichten: 
Und es erschlägt der farbige Sohn den streitbaren Vater, 250 

Und vom eigenen Sohn fällt der, und bevor einer pflanzet 
Andere Pflanzung, verdorrt sie. Die Wurzel jedoch grünet wieder 
Auf von selber nachher, und wird dessen Neben - Geschlecht sein. 
Denn sie wird Königinn sein im Land an den Strömen des Niles, 
Der sich ergiesset ins Meer mit sieben ausmündenden Armen, 255 

Zur Zahl zwanzig gehört ihr Name, den sehr Viele lieben. 
Und sie begehrt Unzähliges auch, und sammelt die Schätze 
Alle an Gold und Silber. Doch von ihren eigenen Männern 
Kömmt die Hinterlist ihr ; dann wird auf dir wieder, o weite 
Erde, entbrennen der Krieg, und Schlachten, und Morden der Männer. 260 

Aber wann Viele alsdann über Rom, das blühende herrschen, 
Zwar keineswegs Verkünder des Glückes sie, sondern Tyrannen, 
Die über Tausende und Myriaden die Herrschaft erlangten: 
Dann werden sie die Herrn der Versammlungen, welche im Braucli sind, 
Und als Cäsaren mit Macht versehn, alle Tage gebieten. 265 

Und der letzte davon, mit der Zehnzahl wird er beginnen, 
Welcher als letzter des Cäsars irdisches Leben genommen. 
Der wird von feindlicher Hand hingestreckt im schrecklichen Kriege. 
Und die Kinder von Rom allein werden tragen mit Händen 
Ihn, und fromm ihn beerdigen, und ihm ein Denkmal aufschütten, 270 
Um seiner Freundschaft willen, -die Gunst im Gedächtniss bewahrend. 
Aber wenn dann ist gekommen die Zeit und das Ende des Jahres, 

12* 



180 2IBYJAIJK£tN AOrOi: e. (IJ)/ 

V 

z/ig de ötr]KOaicov y.ai ö ig dexa ^Xrjgeoaaaa, 
!E|ot£ aov jcriaTrjg, ST^gog Ttaig, rjysf.iövsvasv, 

275 ^OvyJri dvKTävtüQ earai fxefXETQri(.ievog ccqxcov ' 
Lö^AX' ava^ ßaailevg te yevrjasTai, avxid-eog (pcog. 
Elg öh tot' ^lyvTtTq} ejtsQxöf-tsvov ßaGikija, 
"H^£i \d'^ ccTQexecog cpoßsQog xOQv^aioXog agrjg. 
Kai TÖTE GOi %eiqI EGGErat, f.i£TÖ7tcG^EV alcoGcg' 

2S0 JelvoI yaQ, ftalsQoi te ßiT], tveqI teIxeo yaitjg 
^'Egowcu TvS^Efxoi -/.aKOEQyseg. 'Ev TtoXifiotg de 
^4.vTi] Xvyqa Ttad-ovGa, veotqcütcov ytadvTtEQd-EV, 
0EviEi, ÖEiXaitj ■ f.i£T€7t£iTa dh elg 'LE%og i]§Et, 
^ävTfT) te (poßEQ<^ 6 yäf.iog tslog egt\ Gvvevvog. 

285 ^l al Gv, dvGvv(.icpri y.Öqi^, ßaGiXrj'iov ccQxrjv 
jJcÖGELg '^Pto^aüt) ßaGiXsi, ymi Ttävx' aTtoxlGEig, 
"Oggcc Tcäqog 7TO%e1.101.Gtv avÖQEir^GLv ETtqa^ag, * 
ßg eig ev [jtQOyJcov] oXijv yijv avÖQi xQaxaup, 
^L^xQig EGO} ylißvriq v.ai avdqoiv xvcivoxQcoTtov. 

290 'jBa/; 6" ovxETi XVQ^> GvvoiyaqGEig öh Xeovrt 
'^ävdqoßÖQCj} (poßsQcp TE EwaXLij} Ttolsf^iGrij. 
Kai TOTE deilaia ev av^gcoTtoiGiv äcpavTog 
IlaGiv [XeixpEi yccQ avaiöea 3-v[.ibv exovGa, 
Kai läßETai GEf.ivrjv, otcÖte 7tEQldQOf.iog oXyeTai Tv/.tßog] 

295 ZcoGa EGto [v . . . GTtXrjv] ecpägf-iOGTOg -/.OQucpalog 
JaidäXeog, TtovXvg Öe ge '/.Xavoetai Xabg, 
Kai ßaGiXevg etvI goI deivöv GTOvayrjGETai oI~/.tq6v. 

Kai TOTE ö ^iyvTtToXccTQig eGGETai fj jvoXv^uox^og, 
li noXXoXg ETEGi TQÖTtaiOcpoQEOvoa ymt^ ^ivötov, 

300 JovXevGEi d' alGXQcog, 7C0Taf.uT) ö^ etvI 6a/.Qva /.U^ei, 
KaQTtocpoqtj) NeiXco, otl öt] yEy.Tr]i.iEvrj bXßov, 
Kai Ttav f.iEV (.CEyed-ovg ayad-ojv -d-QETtrrJQa TtoXrjiov 
QgixpEL fiiqXorpäycov yevETjv (poßEQcov avd-QCOTtcov. 
^l OTiOGOig S-rjQeGt XccTQig y.al yvQ(.ia yEvi^Gi], 

305 AtyvTtTE TtoXvoXßE, dE[.iLGTEvovG^ Tjöh' XaoZg, 
5? TtQiv ßaGiXEVGiv ayaXXof-iEviq {.leyciXoiGiV 
^daolg dovXevGEig TXrii.io)v diä Xabv eyEivov, 
"Ov Ttägog EVGEßeovTa iiETriyayEg Elg noXv 7trji.ia, 
3Iöx9-cov y,al yojtETCov, eTtl ö^ avyßva d-^xag (xqotqov 

310 ^vTOv, xal däy.QVGi ßQOTeotg rjÖQEVGag aqovQag. 
TovvE'/.Ev avTog ava^, Qebg äcp-d-iTOg, al&sQi. valcov, 
E^aXaTtä^EL oXr^v, yal sig y.07t£T0v TtQOiqipei, 
Kai TiGEig av&^ ibv gv Ttäqog ftolrjGag ad-EGf-Kag, 



SIBYLLINISCHE WEISSAGUNGEN. IX. (XI.) BUCH. 181 

Wann du zweimal zweihundert und zwanzig der Zeiten erfüllt hast, 

Seit die Herrschaft geführt dein Ahnherr, vom Thiere erzogen : 

Dann wird auch nicht Diktator mehr sein, dem die Herrschaft gekürzt ist; 275 

Sondern der Herrscher wird dann ein König, ein gottgleicher Mann sein. 

Und zu dem Könige wird alsdann, vvann er zieht nach Aegypten, 

Kommen ganz sicher heran der schreckHch" gerüstete Ares. 

Und dann wird deinem Heere nachher die Gefangenschaft werden: 

Denn es wüthen alsdann gar schreckliche, furchtbare Kriege, 280 

Voll von Gewalt und von übeler That, um die Städte des Landes. 

Aber im Kriege erfährt sie Unglück, und über die Leichen 

Wird die Unglückliche fliehn; doch nachher gelangt sie zum Beilager, 

Und dem schrecklichen Mann ist die gattende Ehe das Ende. 

Wehe dir, weh, du unglückliche Braut! die Herrschaft des Königs 285 
Wirst du verleihn dem König von Rom, und Alles abbüssen, 
Was du ehedem hattest verübt durch Kriege der Männer, 
Wie du verschafft das sämmtHche Land dem gewaltigen Manne 
Bis nach Libyen hin und zu den farbigen Männern. 
Auch nicht mehr wirst Wlttwe du sein, du wirst theilen des Löwen 2S0 
Lager, des furchtbaren Männer -Erwüi'gers, des streitbaren Kriegers. >- 
Und dann wirst, unglückliche, du bei den Menschen verschwinden 
Alle zumal; [denn sterben wird sie, die frechen Gemüths war, 
Und die Stolze empfängt, wo rund der Grashügel sich hinzieht,] 

Lebendigen Leibs [der passende Führer 295 

Künstlich gefügt] und dich wird vieles Volk dann beweinen. 
Und aufstöhnen in schrecklichem Leid um dich wird der König. 
Und dann wird die Aegyptische Dienerinn haben viel Drangsal, 
Die viele Jahre hindurch voll Siegs war gegen die Inder, 
Die wird dienen mit Scbmach und den Fluss mit Thränen vermischen, 300 
Ihn den fruchtbaren Nil; weil sie sich Reichthum erworben. 
Und alle Grösse zumal. Die Eruährerinn trefflicher Städte 
Nährt das Geschlecht der Schafe verzehrenden, schrecklichen Menschen. 
Weh, wie vielem Gethier wirst Diener und Beute du werden, 
Vielbeglücktes Aegypten, das ehdem die Völker beherrschte, - 305 

Das Triumphe gefeiert vordem über mächtige Herrscher; 
Völkern wirst du zu Dienst, o unglückliche, sein wegen jenes 
Frommen Volks, das du ehdem gebracht in vielerlei Leiden, 
Viel an Mühsal und Noth^ dem du den Pflug auf den Nacken 
Legtest und feuchtetest an "mit Thränen der Menschen das Saatland. 310 
Deshalb wird dich der Herr, der unsterbliche Gott, der im Himmel 
Wohnet, berauben durchaus, und dich in Wehklagen versenken, 
Und du wirst büssen dafüi', was du früher Unrechtes verübt hast, 



182 2IBTAAIÄK£IN AOFOS 0. (lA). 

"Yatarcc de yvcoorj, ort, aol Qeov rjXvd-ev ogyr]. 

315 ^vraq eyco IIvd-Mva v.ai evrtvQyov UavOTiija 
Brjäofxac 'evS-a (xs rtävrsg ahqd-ia cpr]f.d^ovai, 
MavTtv xQr}Gfiq)[öbv], avxaq {.isfxavriOTC -d-vfi^, 

^LdyyeXov €7trjv ßißloig de TtQOOsXdjj. 

31r] TQeaarj, aal Tcävxa rcc t* eaaofisva itqo x' eövra 

320 rvcö'asr' acp* '^fisregcov eitaoyv tSve rijv ■O-söXriTtTOv 
OvzsTC Ttg (.tccvTtv xaXeasi %QriG(i.(^öov avdyy.r]g. 
^XX ava^, vvv Tcavaov kfirjv TtoXvfjQazov aoiörjv, 
Oiargov a7tcoaäf.isvog, v.cu IrriTvixov evd-aov 6f.itpr]v, 
Kai fxavcTjv q)oßsQav, öbg d^ Ifxeqpeaoav aoidrjv. 



SIBYLLINISCHE WEISSAGUNGEN. IX. (XI.) BUCH. 183 

Und wirst erkennen zuletzt, dass der göttliche Zorn dich erreicht hat. 
Ich aber werde nach Python und dem wohlbethürmten Panopeus 315 
Gehen, dort werden mich alle die wahre Wahrsagerinn nennen, 
Welche Weissagungen spricht, jedoch wahnsinnig im Geist ist. 
Die gesendet ....... wenn man zu den Büchern gelangt ist. 

Mcht verzage; und Alles was sein wird und früher gewesen, 

Wird man aus unserem Wort erfahren; dann wird man sie nicht mehr, 320 

Sie, die begeistert von Gott, eine Unglücks -Prophetinn benennen. 

Aber, o Herr! lass auf den Gesang mm den lieblichen hören; 

Treibe die Raserei weg, und die wahre, begeisterte Rede, 

Auch die erschreckliche Wuth, und verleihe liebreizenden Sang mir. 



TßN 2IBYAAIAKßN 

XPHJSUaN 
udOr02 JEKAT02 {J£iJEKAT02). 



^^XV aye (.lOt orsvöevra %qÖvov KXvalaTividäcav ' 
H Ötl f.iev TtgtoTiara, ßsr oXXvi-isvovg ßaaiX^ag 
^lyvTtTOv Tovg Ttavxag, iq Kara yaiav (peqsGytov, 
Kai /.lercc rbv HeXXiqg TtoXLrjxoqa, t^ vrtb Ttaaa 
5 ^AvtoXLtj ßEßoXrjTO xal saTtsgLiq TtoXvoXßog, 
"Ov BaßvXcbv ^Xsy^ev, vt/.vv S' cogens (DiXirtTCii), 
Ov ^ibg, ov/t "Ldfxfxcovog aXiqd-ea (piqi.uxd-h'va ' 
Kai {.isra lov yever]g ts xat aifiaTog l^caagcmow, 
'^Og fxöXsv £K Tgoirjg, oaxig ^VQog %g%lgsv OQi-irjv. 

10 üoXXovg d^ av f.iev' avaxiag, p!gr]'Cq)iXovg (.lera cpojTag, 
Kai iiera vrjTtiaxovg ■dTjQog xh.va ^iriXocpäyoio, 
Kai iiBTo. tag izaQcov ixarovräöag «I dcaßrjvai, 
Kai ovo Tag dmaöag 'JPcof.irjg ÖLv.raTWQog ovarjg, 
^'Eaaefv' avaS, TiQcoTiGTog, acp' ioTtegloLO ■O-aXaaarjg, 

15 'Pc6i^7]v KOiQavecov, i-uyaX' aXia/^og, rjöe f^axrjrrjg, 
IAqxtjv gtol%suov oGTig Xdxs, yicci gs Tteö-^oag 
"'udQEog avÖQOcpovow Ttayi^Gsrai,' ayXabv.aq7CE, 
^(iißriv hiTtGEig, ijvTteg TtQoäiqyiag exovGa' 
^VTOg yaQ f.ieyäd-v[iog, aqiGtEVGEi noXii-ioiGL, 

20 "H QqfiY.Yi Tfvri^Bi, v.a\ 2Ly.eXiri [jxeTa], M€fig)ig, 
]Vleiiq)Lg TtgrjvcX'S'etGa öl" ■^yef.wvcov ■Aav.bxiqtog, 
'Hde yvvambg ccÖovXsvtov VTtb dovgl ?tsG0VGr]g' 
Kai [dsGfiovg] ■drjGe.i Xaolg, xal Ttävd- vTtorä^si, 
Kvöog e.%biv XQaTsgbv, GynfjTtTQCOV ircl fCoXv ugari^GBL' 
25 Ov yccQ vTtsgdi^Gec oXtyov %q6vov ovo , otvÖt' {aXXoig\ 
2xrj7tTQOvxog ßaoiXsvg tovtov TtXiov ov fuav cögav, 



SIBYLLINISCHE WEISSAGUNGEN. 

ZEHNTES (ZWÖLFTES) BUCH. 



Nun aber bring mir die .traurige Zeit der berühmten Lateiner ; 

Sei es, dass diese zuerst nach dem Tode der Herrscher Aegyptens ": 

Lebten, alle zumal, oder unter die Erde gelangten; 

Und nach Pellas Mitbürger auch, unter dem ^der gesamnite 

Orient ward unterjocht und das glückliche Land gegen Abend; 5 

Den Babylon abgewehrt und als Leiche gewährt dem Philippus, 

Dem nicht von Ammon noch Zeus" die Wahrheit wurde verkündigt. 

Und nach dem vom Geschlecht und Blute des Assarakiden, 

Der aiis Troja herkam und den Andrang des Feuers bestanden. 

Aber nach vielen Gebietern und vielen kriegslustigen Männern,, 10 
Und den unmündigen Kindern des Schafe verzehrenden Thieres; 
Wann sechs Hekatontaden den Freunden vorübergezogen,' 
Und wann zwei Dekaden durch Rom. Diktator. gewesen :- 
Dann wird zuerst ein Herrscher erstehu vom Meer gegen Abend, 
WelcherRom wird beherrschen, ein starker und streitbarer Kämpe, 15 
Welchei" den ersten der Buchstaben führt, und der dich gefesselt 
Pesthält durch den würgenden Mars. Du reiche an Früchten, 
Du wirst büssen die Schmach, die du früher mit Willen geübt hast: 
Denn der Hochherzige selbst, der wird im Krieg sich hervorthun. 
Thrazien wird kommen in Furcht, Sizilien nachher und auch Memphis, 20 
Memphis, welches hinsinkt durch die Bosheit seiner Beherrscher, 
Und durch ein hausgeborenes Weib, das unter dem Speer sinkt. 
Und in Bande legt er die Völker und Alles bezwingt er. 
Erndtend gewaltigen Ruhm wird er lange die Herrschaft behaupten; 
Denn auch nicht wenige Zeit herrscht er länger, wann einstens ein andrer 25 
König gebeut, nicht länger als der, auch nicht eine Stunde, 



186 " SIBYAJIAKSIN AOFOZ I, (IB). 

'Fw/^akov, Ott Tcävca Qebg [aaTeveva^] STtl TOvT(p, 
Kai drj Kai naigovg STtsdei^ato ev X'9'Ovl dir], 
Oearteaiovg fisyaXovg krcl- 6' avTOig orif.iaT^ sdei^ev. 

30 ^AlX bnöxav acfTrJQ Tcaver/.eXog riektow 

yla^iTCQog otTt ovqavöd-av jtqocpavj] svl rjfxaffc (.leaaoig, 
Kai TÖxe 6r] xQvcpiog 7]^£C Jlöyog viptaTOW, 
[2aQy.ocp£Qtüv] ■d-vrjrotatv 6(j.ouov ' aXXa avv avT(p 
Av^TjOei TO -AgciTog 'Püfirjg, xXstvcov ts ^arivcov. 

35 uävrbg d^ av-9-' 6 f.isyag ßaOLlevg idir]g VTto ftoiQrjg^ 
Kard-ävsTai, Tvaqadovg ereQq) ßaaiXri'iov ccQxtjv. 

Kai rig (5' av {.lera TOvrov ccvtjq, ytQareQog x alxftr]Tr]g 
Av^Et, TtOQcpvqsiqv de Xaßojv a(.icpei{4.svog c6{j.oig, 
"Oara Tgir^KOatiov agid-f-iäiv '/.egarjv ItvI TVQcorrjv, . 

40 ^^oXeosL Mrjöovg y.at ioßökovg aixa Haqd-ovg ' 
udvTog d' vipiTtvlov -/.axheXsL Ttokiv ev -/.Qäxel i^, 
Kai TCoXei [^lyv^tTCtj] yicmbv eaaerat, "Aoavqioig %£, 
KoXxoig, 'HvLOxoig, Y.al roXg JtaQcc x£V(.iaai Neikov, 
{FeQuavohg äyovGcv vjthg 'ipaf.iixad-ooöeag «xrag]. 

45 Aüxbg 7tOQx)^aai xal viplTtvXov /.leroTtta^sv, 
^Eyyvd-ev HqLÖccvoio tzÖXlv xaxä f4eTwco(Jav. 
Kai xöre de Tteasrac Tthqyelg at&covi aid'^Qq}. 

'IdQ^ei (5' av f^exeTteiT^ äkkog doktOTvXoKog avrjQ, 
Tiov TQLGacüv ccQid'fitijv ooTtg kaxev, ovvofia d^ avrov 

50 Jr]koiGeL TieQÜi) • xQ'vobv de jtoXvv avva&Qoiaei, 

Kovy. eorai TtXovxov TtovXvg aoQog, aXXcc x avai6cog 
HXeiova avXXrjOag, Sifjaet y.axa yalav aTxavxa: 
Eig'^vrj d^ eoxat, TtoXifiov ö" avartavaexai agrjg' 
IIoXXcc de örjXcöaet e7c\ (.lavxoavvr^ai,, (A-eyLaxiov 

bb Jlevd'öfxevog ßcorov 'Ccarjg x«?**"* avxaq ert' avx^ ^ 

'Eaxav ori(icc fieyiaxov, aTt' ovgavov ai(i.ax6effoat 
'Pevaovat ipe-jidöeg [xai artoXXvfxeya ßaaiXijog]. 
TloXXa de Ttoufjaet avofxa, Ttegl ö' au;jeva -drjaei, 
^'AXyea 'Pcj^aloig, ev. (.lavtoavvatat TteTtOid-wg' 

60 2vyv.Xrixov ö" oXeaet y,eq)aXäg. uioii.ibg de nad-e^et 
KaTtTtavovg, &Qcixag xe, M.a'/.ed6vag, IxaXhqxag. 
Movvr] d' AXyvjtxog -d-geipsi ^toXvTtXrjd-ia g)vXa' 
IIaQd-evi'/.r]v de nagrjv fivaTi]qccov e^aTtax'^ffag, 
Avxbg ava^ oXeoei doXiiog' xijv d av TtoXc^xac 

Göldxvvfisvoi. d-aipovai,' x^Xov de rtavär/xogv Ttavxeg 
Kaxd-ef^evot, doXicog xovxov dcaXcoßriaovxau 
l/^vd-ovoTj 'AQaxEQi] 'P(j^fi']] [xQateQOtg oXieTxcci], 



SIBYLLINISCHE WEISSAGÜ3NGEN. X. (XII.) BUCH 187; 

Ueber die Römer; denn Alles hat Gott für diesen bewilligt; 
Auch angezeigt die gelegene Zeit auf der göttlichen Erde, 
Grosse und göttliche Zeit hat er ihnen als Zeichen gewiesen. 

Aber wenn dann ein Gestirn, der leuchtenden Sonne ganz ähnlich, 30 
Glänzend am Himmel erscheint, sichtbar in der Mitte der Tage, 
Dann wird auch das verborgene Wort- des Höchsten erscheinen. 
Mit einem sterblichen Leib, den Sterblichen ähnlich. Mit diesem 
Wird Roms Macht sich noch mehreu und die der berühmten Lateiner. 
"Dana aber wird der mächtige König aus eigenem Entschluss 35 

Leiden den Tod, die Herrscher - Gewalt einem Anderen gebend. 

Und nach ihm wiederum wird ein Mann, ein gewaltiger Krieger 
Wachsen " heran- und das Purpurgewand um die Schultern sich legen, 
Welcher die Zahl von dreissigen zählt im ersten Buchstaben: 
Der wird die Meder vertilgen, zugleich auch die Parthischen Schützen ; 40 
Auch die hochthorige Stadt zerstört er in seiner Stärke. 
Auch der Aegyptischen Stadt wirds übel ergehn, den Assyrern, 
Kolchern und Heniochen, und die an dem Wasser des Nilstroms. 
[Die Germanen treibet man über die sandigen Küsten]. 
Auch wird er die hochthoi'ige Stadt in der Folge zerstören, 45 

Die in der Näh des Eridanus liegt und Böses verübt hat. 
Dann aber sinkt er dahin, getroffen vom funkelnden Eisen. 

Aber nach ihm wird ein Anderer herrschen, ein Mann der verschmitzt ist, 
Welcher die Dreizahl erloost, und dessen Namen der Buchstab 
Kund machen wird, und dieser wird viel an Gold sich aufsammeln, 50 
Und nicht bekömmt er genug des Reichthums Fülle ; ganz schamlos 
Raubt er immer noch mehr, und legt Alles unter die Erde. 
Und es wird ruhen der Kiüeg, der Ares wird Rasttage halten. 
Viel aber wird er auch kund jtbun durch Wahrsagerei, nach dem Grössten 
Forschend, ob dem was das Leben erhält. Doch wird unter diesem 55 
Ein sehr grosses Wahrzeichen geschehn:*es fliessen vom Himmel 

Blutige Tropfen herab . 

Und viel Schlechtigkeit wird er vollführen, dem Nacken der Römer 

Schmerzen auflegen, und auf die Künste der Wahrsager bauen. 

Und er wird richten zu Grund des Senates Häupter. Und Seuche 60 

Rafft die Kappaner hinweg, und die Thrazier und Mazedoner; 

Die Italier auch; nur Aegypten allein wird ernähren 

Zahlreiches Volk. Das jungfräuliche Haupt durch Geheimnisse täuschend, 

Richtet durch List der Herrscher zu Grund ; doch werden die Bürger 

Trauernd beerdigen sie; und Alle werden dem Dränger 65 

Zorn aufheben und listiger Weise diesen verstümmeln. 

Und dem blühenden, mächtigen Rom [werden' Mörder gebieten]. 



188 SIBYAJIAKP.N AOro:S I.{IB). 

Jiade'/.citov ö^ agi^f-iov ag^et 7tokvy.oiQavog älkog' 
Kai TOTE ^avQOi-iaTacg Ttoke^iov y.ai y.r]ds(x Xvyga 

70*5J^et, y.ccl Oq^^i, aal ayjovxLaxaq TqtßaXXovg, 
Kai Ttävxag '^Pco^iaLovg aQiqg diaÖTqhqaerai. 
2i]f.i€iop d eoxai (poßBQOv tovtov x^areovrog 
^iTaXiy.iov yairjg y.al Havvovuov ' Tteql ö^ avrag 
Nv^ earat, Gy.ox6eaaa fieor] €vl rjf^iazog logtj, 

75 KeXaivbg vetog v.ait ovgavov ' airag eTteita 
Koiqavog Xq)x)-if.i6g re dixaCTtöXog Ivakii]cov 
Brj(T€TaL eiv aidao dofioiai- dirjg vnb (xöiQi]g. 
' üsvTrjyovT^ agid-^iov TtäXiv äXXog eXsvaerat avijQ 
.dBLvog y.al cpoßegbg, itol'kovg d' avrovg ciTtoXeOGsc 

80 ^Ey. Ttaaiov TtöXscov öXß(p yeyaojTag aQiarovg, 

JsLvog ocpig (pvascog, 6 ßqayvg "köyog, bitöxt yßiQag 
^Hyei-iövag xavvasc, zal oXel y.al jtoXXa xeXeoei 
'^d-Xsvoiv, Xabv y.xeivcov, aal [.ivqLa xol/^cov 
Kai xfirj^si xb diy.v(j.ov OQog, Ivd-Qoj de TtaXä^si. 

85 ^utXX^ saxai aal dtaabg bXoiCog ^IraXideaaiv, 
'laäKcov Qsq) avxbv eXey^si örj/iiov kr/.ovxa. 
EiQrjVi] S^ eaxac ßa-9-€ca xovxov y.Qaxiovxog, 
Kai xQOf-ioi avd-Q(i}7tcov' vtco ^vaoviOLGi (5' at^ag, 
El^sv vdcoQ aroTtov an loxeavoio Qoäcov. 

90''Af.iq)l öh TtaTtxaivcov ■O-^aei, 6^ ad-Xsvfxaxa Xaolg 
JloXXä fJccX^) ^(J' avxbg eväycov a-d-Xevaeie 
(!)0)vfj y.al y.ixhäg]] vevQrj, (.isXTtiov aix aoidi]v ' 
"Yoxbqov av cpvyexaL Xeiipag ßaaiXiilov aqyr]v, 
^OXXv{.icyog de zaxwg aTtoxiaexat oaaa sogyev. 

95 Tbv de f^iexcc xgeTg ag^ovaiv eTiajvvf.ii.'rjat. Xay^övxeg, 
'^Eßdof.ir'iy.ovx' agid-f-iov ovo y.oigavoi, dg 6^ bjcI xovxoig 
^xoixelov xgixäxov ' y.al eTtäXXvöig aXXög oXeixai 
".Agrj'i ygaxsgcp vfcb axgaxirjg itaXa^iäojv. 

Elxa ■&' 6 eiaeßecov rj^ec oXexiqg fieyag avdgcov, 

100 Koigavog, 6/j.ßgcf.i6d-vfxog avrjg, ayylTcaXog av-qg ' 
"Eitxäy.i x^ öeaädeg aegal del^ovai TtgöörjXov ' 
Woiviarjv oXeGsL y.al ^vdiav e^oXod^gevaec. 
'^'H^Bi aal gof.iq)aLa erp' legoooXvj.iri'tda yalav, 
^'Aygig In' hayjaxLiqg aafijrrjg Tißegiädog [aXf.irjg]. 

105 .AI äl, Ooiviar], oaa xXrjaBxai, r] ßagvjtevd^g 

[2cpiy.xf]ai] xgOTtaioioi, aal Jtav ed-yog ae Ttax^aei. 
Aiv B-rc .Äoavgiovg rj^Bi, aal vi^Ttia xtava 
^'OxpBL öovXevovxa Ttag^ avögäai övafiBvesGaiv, 



SIBYLLINFSCHE WEISSAGUNGEN. X. (XII.) BUCH. 189 

Aber ein andrer gewaltiger Herr wird regieren, die Zwölfzahl: 
Dann wird bitteres Leid und Krieg die Sarmaten befallen, 
Auch die Thrazier und die Triballer, die Werfer der Speere; 76 

Auch allen Römern zumal wird Schaden der Kriegsgott zufügen. 
Aber wann dieser regiert, wird ein schreckliches Zeichen geschehen 
In dem Italischen Land und Pannonien, in welchen Gebieten 
Dunkele Nacht sein wird eine Stunde lang, mitten am Tage; 
Und vom Himmel herab kömmt dunkeler Regen. Doch dann wird 75 
Der allgewaltige Herr, der Italiens Völker regieret, 
Gehen ins Haus des Hades hinab durchs göttliche Schicksal. 

Wiederum wird ein anderer ÄIann,;der fünfzig als Zahl hat, 
Koramen,.der schrecklich und furchtbar, und Viele wird richten zu Grunde 
Aus allen Städten zumal, die die Ersten an Wohlstand gewesen, 80 

Der von Natur eine schreckliche Schlange und kurz ist im Reden, 
Wann er die herrschende Hand ausstreckt und verdirbt, und vollführet 
Vieles im Kampf, und tödtet das Volk, und waget gar Vieles. 
Und den zweimeerigen Berg durchsticht er und färbt ihn mit Mordblut. 
Aber er wird zwiefach verderblich auch sein den Italern, 85 

Achtend sich Gott gleich wird er verachten den willigen Demos. 
Aber beständiger Friede wird herrschen, wann dieser regieret, 
Und ein Beben des Volks. Wann er über Ausonien herlährt. 
Weicht ungewöhnlich das Wasser zurück von des Oceans Strömen. 
Aber rings spähend umher wird dem Volk er Wettkämpfe bereiten 90 
Viele an Zahl, auch selber anregend im Weltkampf sich zeigen, 
Mit* seiner Stimme und auf der Cither Gesänge anstimmen. 
Später jedoch entflieht er, verlassend der Könige Herrschaft, 
Und in elendem Tod wird er büssen für was er gefrevelt. 

Dann aber herrschen nach ihm Drei ; siebenzig zählen in Zahlen 95 
Zwei der Regenten, dazu der Eine den dritten Buchstaben 
Als den seinigen hat, die gehn nach einander, zu Grunde 
Durch den gewaltigen Mars qnd unter den Händen des Heeres. 

Und es wird kommen alsdann der grosse Vernichter der Frommen, 
Der ist ein Herrscher, geneigt zur Gewalt, ein tapferer Streiter; 100 

Zeichen der Zahl von sieben mal zehn werden kennbar ihn machen. 
Dieser vernichtet Bhönizien und wird Lydien zerstören. 
Auch wird alsdann das Schwerdt zum Land von Jerusalem kommen, 
Bis wo die äusserste Bucht des Sees von Tiberias ausläuft. 
Wehe, Phönizien, weh, wie viel wirst betrübte du dulden! , 105 

Wirst in Trophäen erwürgt und von jeglichem Volke mishandelt. 
Schrecklich wirds Assur betreffen, und die unmündigen Kinder 
Wird man schauen im Dienst bei feindlich gesmneten Männern, 



190 21BYAAIÄKSLN A0r02 I.ilB). 

2vv 'c aX6%oig, xat Ttawl ßicp, TtXovrog ö' aTtolelxai.' 

110 ^Oqyi] yocQ TS Qsov eTtslsvasrac 17 ßagvTtevSirjg, , 
"Ort [fxiv] ovy, scpvXa^av vsov vofxov, aX^ Ini itaaiv 
Elöcöloig ekär^Evaav asvKsXlrjat rexvrjffi. 
IIoXXol (5' av fcöXenoL %e, (J.a%aL -t , avÖQO-nraalat, ts, 
^if-iol xa< Xotixot, axctraoiaoLai ts uohqoiv. 

115 lEXg de rb reQfxa ßlov yegagbg ßaatlsvg fisyd-d-vfiog 
^vrbg agiGTSvcov Tteosrac GTQarirjg V7t' aväyxrjg. 

'Ldq^ovat (levsTteira ovo q>i!)Tsg avaxreg, 
2reQyovT£g fivijfxriv Ttarigog fisyccXov ßccaiXrjog, 
JJoXXa de nvöiccoweg ev ccy%i7taXqiGi (xa%ri%aXg. 

120 "Earat ö^ m tovtcov sad-Xbg xat xoiqavog avriQ, 
Tovvo(ia dh oxxjGei TQiaxoakov ' avrccQ ovtog • 
KarcTtäGarai doXicog nsXatvfj [argaTirjai] tavvG&eig, 
BXrj-d-elg d^ Iv daTcedc^ 'P(6f.ir]g [a/j-cpixst] yjaXv.^. 

Kai Tig d^ av (.istoc tov-tov avrjQ -nQareQbg alxinrjTrjg, 

125 Tergäöog ex KeQarjg, äg^ei fxeydXrjg ßaGtXeiiqg, 
^'Ov jtccvTsg GreQ^ovGt ßgorol yiax" ccTtstgova yalav. 
Kai xVTs y" a^TtavGig itoXi^iov xard xoGfxov aTtavra 
""EoraL. ^vxaq TOvrq) nsv dcp' eGTCeQirjg (.lixQig '^ovg 
ndvreg öovXevgovglv eycooGWi, ovd^ vtv' aväyxrjg, 

ISO Kat TtöXig avTOfxaTOL v7to%eiQiOi. (5' rjö^'vTrööovXoc 
"EoovTat. fiäXa yag f-iiv sit avTto ytvöog STtoiasi 
OvQavcog 2aßatod; Qsbg acpd-iTog, aiS-sQt vaLcov. 

Kai TOTs üavvovirjv y.al KeXriöa yalav anaGav 
Meuöaat Xt/:ibg xal ejt' dXXriXoiGiv oXkggbv. 

\dD^EGGsrac ^udoGVQiOig, Ügtieq Ttags^Xv^sT^ 'OQÖvrrjg 
KriGiiaGi, v.al v-ÖG^iog ■x.al ei tcov tl fiet^ov bgccTai. 
Kai TOVTOvg ßaGiXsvg Gzeg^eL (xsyag 7]d^ dyaTCTqGev 
'jE§oxa Tiov aXXcüv [TtoXXol rcveg] ' aXXä /nrjv avrbg 
^s^evai. coTeiXrjv /nsyäXrjv ev GTrj&el fieGGcp, 

HO Eig tb reXog ßiozov re öoXicog XrjCpS-elg vcp^ eraiQOv 
EiGio evl ^ad-sq) (.leyäXip ßaGLXrjtöog oXxq}, 
' KecTtTteGSTai TQcod-sig' (.lexa d' avrbv yioigavog eatai, 
UevrrixovT^ ccQjLd-nbv yegagbg ßgotbg, og Ttegl itävcu 
UoXXovg e^qXeGei '^Pto/.irjg aGxovg re TtoXixag. 

145 Ldf AX' bXiyaQyjiGEf did ydq ■TtQoreQov ßaoiXrja 
BrjGsrai, siv ci'Cöao öofioig, TQto&slg (XExÖTttad-ev. 
^vTiK €7t€tr^ aXXog ßaaiXsvg fW aixfii^rrjg, 
"Ogtb rQLTjKOGiojv dgid-jubv Xäxsv evrvrcov dgxT^v ' 
"'Aq^si, xat ö^axwv yairiv TtoXvTtoty.iXov ovaav 



SIBYLLINISCHE WEISSAGUNGEN. X. (XU.) BUCH. 191 

Mit den Gattinnen, Allem was lebt, und der Reichthum verschwindet: 
Denn es wird brechen herein das leidvolle göttliche Zürnen, 110 

Weil sie das neue Gesetz nicht bewahrten ; vielmehr überall nur 
Götzen Verehrung erwiesen mit ganz unziemlichen Künsten. 
Aber es werden nachher viel Kriege und Schlachten und Morden 
Unter den Menschen entstehn, Pest, Hunger und Aufruhr in Städten. 
Aber am Ziele des Lebens wird fallen der alte und edle II5 

König, der treffliche Mann, gelallt durch die Nolh seines Heeres. 

Und es werden nachher zwei Männer als Herrscher regieren, 
Welche des Vaters Andenken, des grossen Königes, lieben. 
Und viel Ruhm werden sie unter tapferen Streitern sich sammeln. 

Aber ein trefflicher Mann, ein Herrscher wird kommen von diesen, 120 
\y elcher nach dreimal hundert genannt wird. Aber auch dieser 
Sinket dahin, durch Betrug seines- Heeres im Blute gewälzet. 
Fällt in dem Römischen Land durch die Wucht des zweischneidigen Eisens. 

Und nach ihm wiederum wird ein mächtiger Schwinger der Lanze, 
Welcher die Vierzahl trägt, das mächtige Reich dann regieren; 125 

Den werden alle die Menschen der weiten Erde lieb haben. 
Und es wird ruhen alsdann der Krieg auf der säramllichen Erde. 
Jenem jedoch werden sie vom Abende bis gegen Morgen 
Dienstbar sein Alle zumal, aus Zwang nicht, sondern freiwillig. 
Und es werden die Städte von selbst unterlhan und ergeben 130 

Ihm sein: denn sehr vielen Ruhm wird der Himmlische über ihn bringen, 
Gott, Sabaoth, der ewige, welcher den Himmel bewohnet. 

Und Pannonien wird, und die sämmlliche Celtische Erde 
Dann der Hunger ausUchten, sie unter einander vernichtend. 
Auch- dem Assyrier wird, so wie der Orontes anspület 135 

An seine Städte, die Pracht sein, und was sich sonst Besseres zeiget. 
Und sie wird der mächtige König heben vorzüglich. 
Mehr als die anderen alle. Doch wird er selber empfangen 
Eine Wunde, die weit und gross in Mitte der Brust klafft. 
Zu dem Ziele gebracht des Lebens mit List von dem Freunde 140 

Drinnen im prächtigen Haus, in dem grossen Königspalaste, 
Sinkt er getroffen dahin. Und nach ihm folget ein Herrscher, 
Fünfzig an Zahl, ein stattlicher Mann, der über die Maassen 
Viele der Bürger von Rom und Städtebewohner vertilget. 
Doch nur wenige Zeit wird er herrschen ; denn hin wird er gehen 145 
Wegen des früheren Königs zum Hades, von rücklings ermordet. 

Bald wird ein anderer drauf, ein tapferer König erscheinen, 
Welcher die Zahl dreihundert erhielt als Zeichen der Herrschaft. 
Der wird regieren und auch das Thrazier-Land, das verschiedne, 



192 2IBYAAIAK£IN A0r02 I. [IB). 

110 ^EnTtegasi, nal rovg stvi eaxccrcc ßccQßaQcc 'Frjvov 
rcQftavovg vaiovTccg, oiazQoßöXovg d "Ißr]Qag. 
^VTixa "xat ^lovöaioig xaxbv eopsrca ccXXo fidyiorov, 
(DoLvLya] d' erti rolg itUxaL (poj^ov of-ißgcoevTcf 
Teiyri d^ ^Agovqicov Ttiaerai, noXkolg :rtoXe(.uaTaZg. 

155 Kai Tcä'kiv e^oXeaei rovrovg ■&v(.i6cpd-OQog avij^. 
^'Eßovrat.d^ ercetrcc [tovtov] -/.QaTeovTog aitsiXai, 
2£iGf.iol xat Xoif.101 fisyccXoi '/.ara yaXav anaoav, . 

Ka\ vicperot Ttaqa ncciQOv, avtag fiaXeQOi tb v.eqavvoL 
Kai röre d>) ßaailevg 6 (xiyag 6ia {.luXov agtjog, 

160 Kekrog aQeioßäriqg, GTtsvöcov srti d^Qiv aycovog, 
ISIolqav asi-KsXiriv ov cpsv^srai, aXXa d-avelTai' 
f'Oj' -Mvig] aXXoTQirj 'AQvipet vmvv, [ovvofia d^ s'lrj] 
"'udvd-sog ovvof.i' eyovoa. Mev avxov ö' aXXog avcc^ei- 
^Aqyevg xsivog] ccvrjQ, tov d' eaffsrai ovvofxa TtövTOv, 

165 Z^Qxrjv OTOLyaLov TtgocpsQcov zsTQaavXXaßog ccQtjg. 
OvTOvg '/tat vaov$ TtöXsai, Ttäaaig avad-rjOEi, 
Köofiov STtOTtrevcov iöki) Ttodl, dcoga v.oi.iLL,cov, 
XqvgÖv t' rp.exTQOv tvoXvv TtoXXdig TtaQE^ei. 
OvTog xal ftayrAcov {.ivorrjQia rcäv%a, yMxhe^et 

170 !£§ advTcov, yial f.i^v TtoXv (psgregov avS^QcoTroiOLv 

Orjoet v.oiQaviovTa . -Kegawög' 

EiQrjvri de /.layigä yevqaerai, omtöxav earai 
ovrog, (J' ava^ eoTat [ye] xai ayXaöcpcovog aoiöbg, 
Kai vOf.di.io}v [.ieTO%og, -d-sf-iiOTOTtoXog re dixaiog ' 

175 ^vTog ö^ av Tteaexai {-wIqt] ötj] YMiaXvaag. 

Tov 6e (.lera rgeXg ccq^ovgiv, 6 6s rgirog oijje -/.QaTrjGei, 
TQ€7g Sexaöag 'AOtixcov : azag poväöog näXiv Ttgürrj 
"'AXXog äva§ ccQ^ei' f-ierä 6^ ävrov xalgavog äXXog, 
jEx ösy.dötov STtra TOig ovvö^taz^ eGGSxac eG&Xä' 

ISO JLvxol Ö^ av't' bXsGOVGL TtoXvGxiyitovg avd-Qiortovg, 
BgezTavovg, MavQOvg fxsyäXovg, Jäy.ag, "Agaßäg re. 
"LilXX^ OTtorav tovtcov ö vscoTarog e^aTtoXslxai, 
jJi] tÖts üagd-ia jtäXw snEXsvGsrat aQiqg^ 
Jeivog, 6 tcqiv iQÜGag, xal sig TsXpg eS,aXaTtä^ei. 

185 Kai TOTS 6^ avTog ava^ TteGexai doXiov vrtb ■d'rjQog, 
Fvi-ivä^cov iraXaf-iag, Ttgöcpaoig d^ avxtp ■d-aväxoio. 

Tov /.lerä y' aXXog avrjq ccQ^ei, Gocpa itoXXä xe siStog, 
Tovvo^i e%iov TtQiöxov xqaxaQÖv ßaGiXrjog, 
!Bx fxoväöog TtQwxrjg sGxai ö^ ayad-og xs fisyag xe' 

190 JIoX?M X av exzeXeGf] xgaxsQog /ueyaQOiGt ^axlvoig, 



SIBYLLINISCHE WEISSAGUNGEN. X. (XII.) BUCH. 193 

Wird er verwüsten, und auch die am äussersten Ende des Fremdlands 150 

Wohnen, am Rhein die Germanen und Iberer, die Werfer der Speere. 

Bald aber wird auch die Juden ein anderes schreckliches Uebel 

Treffen, Phönizien auch wird schlürfen das schlüpfrige Mordblut; 

Und der Assyiier Städte stürtzen durch zahlreiche Krieger. 

Und wiederum wird sie der schreckliche Mann einst vernichten. 155 

Aber wann dieser regiert, dann werden Drohzeichen erscheinen, 

Erderschüttrung und schreckliche Pest auf der sämmtlichen Erde, 

Und unzeitlicher Schnee, so wie auch sehr schreckliche Blitze. 

Auch wird alsdann der König, der gross durch das Mühsal des Krieges, 

Ein kriegsmuthiger Celte, der stürmet zum Kample des Heeres, 160 

Nicht entfliehn dem unziemlichen Loos, sondern lassen das Leben; 

Und als Leiche birgt ihn eine fremde Erde, den Namen 

Nach einer Blume sie trägt. Nach ihm aber herrschet ein andrer 

Mann init silbernem Haupt; sein Name ist der eines Meeres, 

Zeigend des Buchstabens Anfang, ein viersylbiger Kriegsmann. 165 

Opferpriester und Tempel wird weihn er sämmtlichen Städten, 

Und mit eigenem Fuss die Welt durcbziehn, und Geschenke 

Bringen, mit Gold und vielem Geschmeide Viele beschenken. 

Dieser wird auch die Mysterien alle der Magier halten 

Aus den Tempeln zurück und den Menschen viel Besseres geben. 170 

Einen, der herrscht 

Aber ein dauernder Friede wird sein, wann dieser regieret. 
Und ein Herrscher ist er, und auch ein vortrefflicher Sänger, 
Theilnehmer an dem Gesetz und gerechter Verwalter des Rechtes.. 
Aber auch er wird fallen nachher durchs göttliche Schicksal. 175 

Und nach ihm herrschen drei, der dritte wird später gebieten 
Drei Dekaden hindurch. Doch wieder die erste Monade 
Herrschet ein anderer Herr; und nach ihm ein andrer Gebieter, 
Und ihr trefflicher Name ist ihnen von sieben Dekaden. 
Die aber werden nachher die Menschen [in Masse] vernichten, ,180 

Die Britanner, die mächtigen Maurer, die Dazier, Araber. 
Aber wenn dann der jüngste von ihnen zu Grunde gegangen, 
'Daiin wird auch wiederum nach Parthien der schreckliche Ares 
Kommen, der früher sie schlug, und der wird sie vollends verwüsten. 
Und alsdann wird der Fürst selbst durch eines Thieres Verschmitztheit 185 
Fallen während er ringt; so wird er zum Tode gelangen. 

Folgen wird ihm ein anderer Herr, der vielerlei Weisheit 
Kennet, den Namen er führt des ersten, gewaltigen Königs, 
Aus der ersten Monade ist er, so trefflich als mächtig. 
Vieles auch wird ausführen daheim den Lateinern der Herrscher, 190 

13 



194 2IBYAAIJK£IN AOTOS I. (IB). 
iWr^jtiJjg elvsy.cc TtwcQoq sGavTixa velxsa P(6i4,rjg 

'jEv t^ ayoQatg vaoig re fioXwv avv (poizi Kgaraiq). 
Kai 7tOT€ "Pwftaloiaiv ccvcKTraxvcooeTut shiog 

195 ^sivoTaTOv jtoXefiOLg, x^QV^ ^^ V-'''*' i^ockiXTta^et- 
näoccv r€Qfj.avo)v, OTtorav peya oijfiia Q^oZo 
OvQuvöd-ev TtQOcpavfj, %<u tö'v' ävögag xah^oy.OQvazag 
TQvyofzhovg GÜoeu Öl evaeßirjv ßaaiXi/og' 

uävrqi yccQ 0£Ög ovQaviog fiaXa Ttäv^ vjtcmovGsi, 

200 EvBa(j.svog ßqe^EL jtaqa kcciqov 6f.tßQL0v vÖcoq. 
'uiXV OTCOrav 6i] tavxa Ts^sLtodnrj gtcbq elTtöv, 
Kai Toze örj nlvTrj ßaaikeia peyaXöZo avaxcog 
Evosßeog IsLipsi, 7rsQiTsXko/j.€voig kviavTolg' 
Big de to tsq/xu ßiov rbv veov yövov aiMficcvadsi^ag, 

205 Eig ßaaß^siov valovra, -d-avarx^ idlrjg vtio ftoiQvjg, 
Savd-f^ xoigavsovTi XiTtmv ßaachrfCov aQx^v. 
'£ig öey-ddcov ex ovo rövvofxa, rcixt^og solo 
^K yeverJjg ßaaitevg yayawg, diaöe^sTai. aQijg 
OvTog ScvrjQ, s.^si. 7t€QiaaoT€Q(p TS Xoyiafj.1^ 

210 IJävTa, arctQ fisya^vfiov VTtsgßiov '^HqaxX^a 
ZrjXwaec, ■aal dTtXoiatv agiazevast yiQareQOtaiv 
"Ev TS KvvrjyiatGi xal iTtJtiacai fisytorov 
Kvdog sxcüv' acpaXs^aig Ss ßicoasrai olö&sv olog. 
2ij(xa de ol IWat cpoßsQov tovtov x^areovrog' 

215 !ßj^ dansöcg "Piofirig 's0Tai (.isyccXr] 6f.iixXt] ts, 
'Qg sTSQOv fii] OQÖiv (isQOTtojv Tov TtXrjaiov amov. 
Kai tÖts di] rtohsiioL ts, 6(xov xal Krjdea Xvyga, 
"OftTtOTav avrhg ccv^x^ sgtoTOfiavrjg, 6 fisfi7]vu}g 
"H^ei, sTtaiex^vf^v t6 veov yevog h> Xsx^eGGtv, 

220 udiaxQog aßovksvTOig ift' 6vx baiotg vfisvaioig. 
^7] Toxe x*}Qf>Gvvrj y.gvcp&slg fisyag [ovXafibg avrjQ], 
Mrjviv vTtoaxofisvog xaxa %a><7€Tct sv ßahxveiq), 
^AvrjQ avdQocpöwg SoXlaig fwlQaiai TisdrjS-sig. 
^'laß-i tÖts 'PtüfXTjg oXoov &Qdvov syyvg sovra 

225 ZrjXov y.OiQavir]g evsaev, tioXXoI S c&roXovvTat 
IlaXXadloiGi d6j.ioiGiv vtv^ aQrjog Ttakajxawv. 
Kai TOTs x^Q^vasi PcjfÄt] xal nävx ocTtOTiaei, 
"Oaaa TtoQog (.lovvrj TtoXe/^otg jtoXXoiGiv eÖQaGsv. 
Klalsi p.01 y^aöiT], v.Xaisi de (xoi evdod-sv ■^toq' 

230'£§6Te yccQ TtQMXog ßaG tXevg vifjavxevov Ptontjg, 
Olg vöfiov sG&Xov e^xsv sTtiyßovLoig avd-QcoTtoig, 



SIBYLLINISCHE WEISSAGUNGEN. X. (XII.) BUCH. " 195 

Als Andenken sofort, an den Väter ausschmücken die Mauern 

Rotüs mit Gold und mit Elfenbein und mit Silber; auch wird er 

Mit einem tapferen Mann die Plätze und Tempel besuchen. 

Und den Römern wn'd auch die gewaltigste Kraft in dem Kriege 

Er entwickeln, und dann das sämmtliche Land der Germanen 195 

Richten verbeerend zu Grund, wann ein grosses Wahrzeichen von Gott einst 

An dem Himmel erscheint. Und die Erzhehelmten bedrängten 

Männer, die wird er alsdann ob des Königes Frömmigkeit retten: 

Denn der himmlische Gott wird ihn in sehr Vielem erhören, 

Und angefleht lässt er ausser der Zeit feuchtes Wasser ihm regnen. 200 

Aber wenn dann auch dieses erfüllt, was ich eben gemeldet, 

Dann wird auch das gefeierte Reich des mächtigen, frommen 

Königes nehmen ein End, wann herum die Jahre sich wälzen. 

Aber am Ziel des Lebens wird er den Sprössling, den jungen 

Ausrufen, der im Pallast wohnt; diesem, dem blonden Gebieter 205 

Lässt er zurück das Reich, wann dem Tod er durchs Schicksal erlegen. 

So vbn zwei mal zehn ist sein Name, und aus seines Vaters 

Eignem Geschlecht ein König, geworden, nachfolget als Krieger 

Dieser-und wird durch reichen Verstand auch Alles erhalten. 

Aber er eifert auch nach dem gewaltigen, edlen Herakles, 210 

Und wird sein in der Waffen Gewalt als einer der Eisten; 

Und durch die Jagd und im Jagen zu Ross hat gewaltigen Ruhm er. 

Aber der Sicherheit haar wird getrennt und einsam er leben. 

Aber wann dieser herrscht wird ein schreckUches Zeichen ihm werden : 
In Roms Umgegend wird ein gewaltiger Nebel entstehen, 215 

So dass der Eine nicht sieht von den- Menschen den eigenen Nachbar. 
Und dann entbrennt der Krieg und zugleich unselige Leiden, 
Wann der Gebietende selbst, von Liebe beihöret, im Wahnsinn 
Kömmt und das junge Geschlecht. verunehrt im ebhchen Lager, 
Schmachvoll bei unverständ'gen, unheiligen Hochzeitsgesängen: 220 

Dann wird der grosse verderbliche Mann, verlassen und heimlich 
Sich überlassend dem Zorn [gar gewaltig zürnen im Rade] ; 
Er, der die Männer erwürgt, ist gefesselt durchs tückische Schicksal. 
Wisse, dass dann in der Nähe für Rom ein verderblicher Thron ist. 
Wegen des Strebens nach Macht; und Viele werden zu Grund gehn 225 
In des Pallastes Gemächern und unter den Händen des Ares. 
Und Rom wird verödet dann sein und Alles entgelten. 
Was es einzig vordem in zahlreichen Kriegen verübt hat. 

Mir aber weinet das Herz, im Innersten weint mir die Seele: 
Denn seitdem im hochragenden Rom der erste der Herrscher 230 

Ihnen das gute Gesetz gegeben, den irdischen Menschen, 

13* 



196 2IBYAAIAKSIK A0r02 I. (IB.) 

Kai udöyoc, aS-avaTOv /.isyäkov Osov rjl-d-sv eig yrjv, 
'Evveay.atdeaärrjg ßaGiXr]i6og a%Qi rsXevTrjg, ' 
, 2/ig ey.arbv öig eXuoat zal ölg ovo TtXriQwöeiBV, 

235 Ilgog ToTg €§ (XTqalv etsgov xqÖvov, slra yeveS-Xrjv 
XrjQTjv sivMarbg ßaatXsvg, ■ oVe aoloi f.iaX<xd-QOig 
Waayav({) alf^a yßu, ßeßoXrjfxevog o^ei xaXy.cT)' 
'Oyöo^y.ovT^ aQLd-fxbv Etsog oroixsiov o örjXol 
Ovvo/iia, y,al ßagv yrjgag %%oiv' yrjQTjv de 7toir\ae.i 

240 Ww bXLy(i} xaiQcT), oitötav TtoXXol 7toXsf.iiGTai, 
IIoXXol TtqiqviGixoL TS, cpövOL t", avÖQOy,TaalaL TS, 
OvXoi.ii.vaL t' BQLÖeg, v-al ovtvog sxvsya vLyarjg 
KoiQavlrig, TtoXXol % eTtiiuB, iTtTioi ts xai avÖQsg 
"Ev öaTtsöqj TCoXe(ioiaLv ae^ö^evoi (rteaaeovrai. 

245 Kai tÖtb 6 aXXog avr]Q ij^si, Sexarov aQi&iioXo 
Ovvdfiarog ar]fj.stov sycov, v.al TtoXXa ^oirjaet 
"l^Xyea yai Gxovayjag., TtoXXovg 6e toi e^aXaTvd^et' 
"^y.vi.iOQOg ö' avxog rtäXw eGGSTai, rjös TteGsiTat 
^'^Qr] xQaTSQc^ ßXr]-9-elg aXS-covt GidrjQqi. 

2öO,"u4XXog TCSvrrjxovT" aQid^i.ibv ^'fst 7toX£f.iLGTr]g, 
KotQavirjg evsxev ait avToXirjg eTtayeQ&eig' 
MexQL ös v.al Qqfjv.rig ij^ec TtoXeiiiog agrjg ' 
Kai cpvysTCCi (xe.TE7C£iTa, yal eig Bid-wäiv rcedov rj^ei, 
Kai KiXlycov öaTtedov Ta%v d^ 'avrbv %äXy.eog agrjg 

255 '^GGVQioig TtedLoLg ^vf.wcpd-OQog e§aXa7tä^ec. , 
Kai TOTS jigaTTjoeL doXicog, eTtizrjöeia eiöt^g, 
.AvrjQ Ttoiy.tXofirjTig, aq> eGTteQLtjg eTteyegd-eig, 
Ovvofia de GyjjGei, diayoGicov ccQid-f.iouov. 
2i^f.ieiov TtoXv (xaXXov, VTteq ßaGiXrjldog «(»%%, 

260 2vGTrjGei JtoXsuov xar" "^ggvqUov av&QcoTtCüv, 
2vXXe§ag TtaGav GTQarirjv, v.al Ttavd-^ VTt.OTä^si. 
'Pojf^aioig 6' ag^ets fJ-sya yqaTOg, iv cpQSGi 6^ avrov 
JJoXXrj j.irjxavrj 6Xo6(pQOvog aqeog ogyr], 
^eivbg ocpig TtoXe^ov Te ßaQvg, og Ttävrag oXeGoet 

265 'YtprjXovg yeyaoTag s7tL%-d-ovLovg avd-QWTtovg 

""EG&Xovg, y.ai Tivag jtXovrov yjaqiv, ola ts aOTrjQ, 
2vXXi^Gag y&ova TtaGav ccTtoXXvfxevcov ccvS-qcotvcov, 
Qi^Get Itv avcoXLrjv, y,ai jtag döXog eGGevat avTolg. 
[ jBv] d' oxe vr)7tia%og nalGaQ Gvv Tcp ßaGLXevGj], 

270 Tovvofi eycov ßgiägoio MaxeSovloLO avayTog, 

^TOtyeiov aQyoftevov, Tteql ö^ avrov [xuXog arca^ag, 
"'Ey.cpvyerac ööXov uItivv eTteqxof-ißvov ßaGiXrjog 



SIBYLLINISCHE WEISSAGUNGEN. X. (XII.) BUCH. 197 

Und auf die Erde das Wort des grossen unsterblichen Gottes 

Kam, bis zum Ende des neunzehnten Reiches, werden zweihundert * 

Zwei mal zwanzig und zwei mal zwei der Jahre ausfüllen; 

Zu sechs Monaten noch eine andere Zeit; den verwaisten 235 

Spross nachher der zwanzigste König, wann Blut mit dem Schwerte 

Er vergiesset bei dir und Mit. durchs schneidende Eisen. 

Der Buchstabe der achtzigsten Zahl des Jahres den Namen 

Rund thut, ihn an Alter bejahrt, und er macht es zur Wittwe 

In ganz weniger Zeit, wann einst die zahlreichen Krieger, 240 

Wann Zerstörung viel und Mord und Männerermordung, 

Und verderblicher Streit und Zank herrscht wegen des Sieges 

Um die Obergewalt; und vermengt viele Pferde und Menschen 

Sinken im Lande dahin, die waren erwachsen im Kriege. 

Und dann wbd ein anderer Mann erscheinen; der Zehnzahl 245 

Zeichen er führt im Namen, und viel wird dieser bereiten 
Schmerz und banges Gestöhn, und "Viele wird er auch berauben. 
Aber auch er wiederum wird kurzlebig sein und hinsinken • 

Durch den gewaltigen Mars, und getroffen vom funkelnden Eisen. 

Mit der Zahl von fünfzig kommt drauf ein anderer Kriegsmann, 250- 
Wegen der Herrschergewalt erweckt vom Lande gen Aufgang. 
Aber bis Thrazien selbst wird kommen der kriegrische Ares; 
Und er entfliehet darauf und gelangt in das Land der Bithyner 
Und der Cilicier Gebiet. Aber schnell wird der eherne Mavors 
Der dem Assyrischen Land verderblich ist, diesen berauben. 255 

Dann wird erringen die Macht, voll List und im Heucheln erfahren. 
Ein verschlagener Mann, herkommend vom Lande gen Abend, 
Und seinen Namen wird er von der Zahl der zweihunderte führen. 
Ueber des Reiches Gebiet hinaus, ein viel grösseres Zeichen, 
Wird er beginnen den Krieg gegen die Assyrischen Männer, 2ö0 

Sammelnd das säramtliche Heer, und Alles wird er unterwerfen. 
Aber die Römer beherrscht mit gewaltiger Macht er; im Sinne 
Trägt er jedoch viel List und den Zorn des verderblichen Ares; 
Eine erschreckliche Schlange im Krieg, schwer drückend, der Alle 
Richtet zu Grund, die ragen hervor von den irdischen Menschen, 265 
Edle und Einige auch ob des Reichthums; dem Meteor gleich. 
Plündernd das sämmtliche Land der zu Grunde gerichteten Menschen, 
Strebt er dem Orient zu, und es trilft sie jegliche Arglist. 
Wann über ihn mit diesem einst herrscht ein unmündiger Kaiser, 
Führend dess Namen^ der 'einst Macedonien kräftig beherrschte, 270 

Da wo das Wort anhebt; und um ihn sich entfernet das Mühsal; 
Dann entflieht er der schädlichen List des kommenden Königs 



1'98 2IBYAAlAK£lNA0r02I.(IB). 

^Ev TiölTtoig GTQaTiijg' 6 ds ßaQßaQOiotoiv sd-Lajiolg 
"[Aqxoiv s^aTtinqg 6 [vecoKogög] e^aTtoksZtat. 

215'!AQr] '/.QUTSQi^ T(j,t]&elg ai-9'covi aiörjQc^' 
Tbv ■aal Tedyiqwxa Xabg diccörjl.'i^GSTai. 

Kai Tovs drj ßaatXsTg JJsQOiov sjtavaairriaovTttt 
K . . . 'Pa}/j.aioig aqrjg ^Poj/xatov avaKva, 
Kai 0Qvyir] aeiafioiot TtoXvfirjXrjg OTOva^r/Get. 

280 ^l al udtaodLv.sia, al al IsgaTtoXig thqfiwv 
'Yf.mg yag Trgwrag: Ttox kds^ato yala yjavovaa. 
'Ptöf.ii^g TtsXcÖQia avG . . . Tcävd-^ ogo. oip.i\i%u, 
Ildv'd- ooa ol/LifJü^et a7toX,hv[xevoiv avS-gwTtcov, 
^^Qsog SV TtakccfxjjGi' yiaKrj de GOi sGGerac alGa. 

^b ^vÖqwv avTccQ [. . Tcc] Tial ävroXirjg dc^ bdolo, ■ 
27t€vdto)> ^haXiiqv ■aartdsiv, aXd-covi glÖtjqio 
Fvixvcod-eig TtsGerai, dta [AnqTsqa (ilGog aysiQag. 
'^Sigac yag Ttävza .... TaQvtj-d^ akXo xa-O-^^si 

* u4id-0(isvov . . . TO d^ ov% afia ftävzeg Xaaaiv ' 

290 Ov ycCQ TtävTOiV TtävTCt, flÖvOL d' iTtt TSQXplV BGOvrai, 

Ot Qsbv aGKiqGovai- neu sidcoXcov eXä-d-ovro. 

Nvv d/" ava^ %6g(iov, ßaGilevg TtccGrjg ßaGtkeiag, 
'LdxpsvGT^, ad-ävare' Gv'yag eig sfibv rjTOQ ed-i]Y.ag 
^Aotdriv außQOGtqv, TtavGov Xöyov ' ovds yag, olda 
295 Ola Xeyo}' gv yag sl sv kfiol b tcc itavT^ ayoqevwv. 
Batbv d" av itavGOv {j.8, Kai Ifi^qöeGGav aotdrjv 
Kätd-eg ef.ti]g yiQadtrjg' Kszfirjyie yag evdod-BV '^toq 
QsGTteGioiv STteoiv, itgoXsytov ßaGtXiqtdog aq%rig. 



SIBYLLINISCHE WEISSAGUNGEN. X. (XII.) BUCH. 199 

In dem Schoose des Heers. Aber der nach barbarischer Sitte 

Seine Herrschaft ausübt, wird plötzlich im Zorne vernichtet 

Durch des Ares Gewalt und getroffen vom funkelnden Eisen ; 275 

Ihn auch wann er schon todt ist, wird das Volk noch bescbäd'gen. 

Und es werden alsdann auch der Perser Könige aufstehn, 
Und den Römern [raubt] der Krieg den Römischen Herrscher. 
Phrygien, reich an Heerden, wird auch von Erschütterung stöhnen. 
Weh, weh, Laodicea! w,eh, weh, Hierapolis, armes! 280 

Euch hat zuerst ehedem verschlungen die gähnende Erde. 
Rom, wie ein Riese so gross, wie wird es beständig aufseufzen, 
Wie wirds stöhnen so sehr, wann ihm seine Menschen zu Grund gehn 
Durch des Krieges Gewalt; dir drohet ein übles Verhängniss. 

Aber der Männer der auf dem Wege gen Osten 285 

Eilt um ItaUen zu sehn, der wird durchs blitzende Eisen 
Hingestrecket entblösst, um die Mutter den Hass sich zuziehend. 

. . ♦ . . . . . . doch dies wissen nicht Alle; 

Denn nicht für Alle ist Alles; allein nur werden, sich freuen 290 

Jene die Gott verehren und' nicht der Götzen gedenken. 

Nun aber Herrscher der Welt und König von jeglichem Reiche, 
Unnahbarer, Unsterblicher, du gabst, ewigen Sang mir 
In mein Herz. Höre auf mit der Rede ; denn- nimmermehr weiss ich 
Was ich sage; denn du bists, welcher mir Alles verkündigt. 295 

Lass ein wenig mich ruh», und dann lege lirebe Gesänge 
Mir in die Rrust wiederum; denn ermüdet bin ich im Herzen 
-Von dem göttlichen Sang, der Reiche Herrschaft verkündend. 



TßN 2IBYAAIAKßN 

XPHJEMaN 
^Or02 ENJEKAT02 {TPI2 KAU ERAT 0:2). 



QsTov asldstv i-ie Xöyov v-eXetat f.ieyav [ai&iQ]. 
"Ayiog, ad-ävaxoQ Qebg acpxiiTOg, dg ßaat).svatv 
Aöixs xQccTog x«c acpelXaro, d-q %q6vov oigiaev avtoTg 
Af.icpoT€Qü)v, ^coTjg re y.al ovXofxivov -d-avccTOio. 
5 Kai Tcc [xev ovqäviög ze ©ebg iytovaav €7täyst 
AyyeXir]v ßaaiXevoiv VTteq ßaoiXrf'Cdog ccQxrjg. 



Kai doQv ■d-ovQog ccQiqg, VTtb d' avxov Ttävxe^ oXovvrai. 

NrjTTiaxog ysyacog xs ■3-sfitGxsvsi, ayogatoiv ' 
HoXXoI yaq 7t6Xe{.ioL xe, /.läxccc x^, avÖQOxxaaiai xe, 

10 Ai,/j,oi xal Xoii-iol, Getai-tol , (.laXeQoL xs y,eQavvoL 
AaavQuov xe jtöqoi TtoXXol -/.axa '/.oofiov ÜTtavxaj 
^Hde Xsr^Xaoirj xe, xal IsQOGvXia vaöjv. 

Kai xöxe örj üegatov ejtaväaxaaig aXcprjaxTqqcov, 
^IvdüJv, AQf.ievicov, lAgccßcov -O-^ aj-ia, '/.al Tteql xovxoig 

15 'Pcoi-iaioig jxeXäaec ßaatXevg 7toXif.iov axoQrjxog, 
Alxurjx-qg, ertäycov xal Itv AoavQiovg, veog aQiqg, 
^AxQig £Jt^ Evcpgaxrjv xe ßad-vqqoov aqyvQodLvTqv 
^E-AxavvGei :n:€/.ixjjag [oXiyrjv] TtoXe[.uog aqrjg. 
["Idexe cog] evexa' zal yaq Ttqodo&etg mp^ exalqov 

20 KaTCTceaex" ev xa^ei, xvcpd-elg ü'id-covo oidiqqi^. 

Avxiy.a ö' avx" aq^ei cpiXonöqcpvqog aixi.ir]xi^g xe 
Ex 2vqir]g nqocpavelg, aqeog cpößog, ev xe xal vUT) 
Kaiaaqi y.al Tteioei Ttäaav x^ova' tovvoi.ia d^ avxoXg 



SIBYLLINISCHE WEISSAGUNGEN. 

EILFTES (DREIZEHNTES) BUCH. 



Grossen Gottes - Gesang zu singen gebietet mir wieder 

Gott, der heilig, unsterblich und ewig ist, welcher den Herrschern 

Giebt und nimmt die Gewalt, und der auch ihnen bestimmet 

Beides, die Zeit des Lebens und die des vernichtenden Todes. 

Und es treibt der himmlische Gott zur willigen Botschaft 

An die Herrscher mich an, sie betrifft der Könige Herrschaft. 



Mars auch, der mit dem Speer stürmt, ihm werden Alle erliegen. 

Und ein unmündiges Kind wird auf den Plätzen dann richten: 
Denn es herrschet viel Krieg, und Schlachten und Männerermordung, 
Hunger und Pest, Erdbeben zumal, und gewaltige Blitze. 10 

Und in der sämmtlichen Welt viele Strassen Assyrischer Völker; 
Und Wegführen der Beute und ein Ausplündern der Tempel. 

Und es werden alsdann aufstehn die betriebsamen Perser, 
Inder, Armenier und zugleich auch die Araber; dazu 
Wird den Römern sich nahn ein König, an Krieg unersättlich, 15 

Werfer des Speers, der Assur bedrängt, und welcher ein neuer 
Ares, der bis an den tielen und Silber führenden Euphrat 
Sich ausdehnt, [Verderben aussendend] ein kriegrischer Ares. 

■ . . . . denn von seinem Freunde verrathen 

Sinkt er dahin in der Reihe, vom funkelnden Eisen getroffen. 20 

Bald aber herrschet darauf ein Purpur liebender Krieger, 
Welcher aus Syrien kommt, ein Schrecken des Kriegs; und im Sohne 
Wird er die sämmtliche Welt für den Kaiser zustimmend erhalten. 



202 2IBYAAIAKP.N ÄOFOS lÄ. (ITj. 

^XTteXsv' ccjiicpoTeQOiGiv ItiI ttqcütov xemoGTOv 

25 ÜEvd-' e/MTOvrädsg elol Ts-9-etf.ievai^. '^Hvixa ö' ovrot 
^v fCoXsfioig ag^ovai, ■d-efJ.iOTOvOfiOL de ysvcovrai, ' 
'u4vcc7tavGig TtoÜfiov ßacbv eaaerac ov% eTtl öiqqov 
^XX* OTtörav Ttoifivrj Xvxog OQxia TCiaxmari'tai 
ÜQog -/.vvag agyeiodövrag, eneiTa ös örjXrjasrat 

30 BXäipag eigorcöxovg, olg Tteql S^ OQxca Qiipsi. 
Kai röte drjgig a^-saßcov VTtsqcpiäXcov ßaaiXi^cav 
^'Eaaerat iv TtoXifioiGtj 2vqoc <?' mTtexyX^ ; ecTtoXovvTCSf, 
"IvöoL 't' , ^^Qf.ievLoL x' , ^'uägaßeg, IHgaai, BaßvXcovsg 
^uiXXriXovg oXiaovat Sca y,QaT€Qag. vff(.Uvqg. 

35 "AX"^ brtozäv '^Poi^iaXog agrjg rsQfiavbv oXeoar], 
'lAQea VL'/Jiaag d-viiocp&ÖQOv (oyisavoio, 
^t] röra xai JjEqarjGLv v7teQq)iäXoiq av^Qcojtoig 
ÜoXvsTrjg 7t6Xaf.iog, vixrj 6^ ovk eaasrao avTotg' 
^£2g yuQ iip vipr]X^g, TCoXvdeiQadog, ■^vefio^fforjg, 

40 ^HXißarov n&Tgrjg ix^vg on vrjxs'pcci est^ .chtQri.g^ 
Ovöh x^Xvg Ttexatai, aisTog ö' ou »t^x^t' Ig. vScaQ, 
OvTO) üfxl üsgaai, fj.axQod-sv vl'xrj.g. ysyawatv 
"HfxaTi Tip, i(p' oaov re q)iXrj nQo^og ^IraXii^iov 
Ksifievjf]. €v Ttedüp NeiXov nagk d'saq>aTOv väojg, 

45 ^ETtvaXöqx^ .^Pcof^j]. (loiQTqv .a7t.6f.ioiQav iccXXoi. . 
Tavra 6s ts Tcäxaxai' oaoov ö.s %oi, .ovvo(x.a "iPcü/xr] . 
Elv aQCx)-fiOig e.a%ev ^tprjcpt^O(.ievoto xQÖvoto, 
ToGOVTOvg XvY.äßavnag. er/.ovacc xe aLXOixsxQriGsi, . 
^La itbXig fZEyccXri MmcrjdovlbLO' avcavxog. 

50 "IdXXo aXXog ixo'Xvf.iöyß-ov "'AXa^avÖQEvaiv aeiaco, 
^OXXvfiEvoLg öta d^Qcv ccEinsXifov äv-d-QcÖTtcov, 
"'A-QOEVEg ol TtQOxsQOv öecvol [xßt] aväX/.iÖEg ovxsg: 
EiQrjvtjv axsq^ovot di' r]ysf.i6v<ov xaxbxrjxa. 
Kai xbXog:^^GGvQi(>vg E^Et fiEydXoco QeoZo,. 

55 ^vxovg x' E^oXsGEi, Ttoxaßoto %Ety.oiqQog ug sX^tav^ 
KaiGUQOg iefi7txoXiE3qa Gaxavaiovg] ccdtKifjaEC. 
üvQafiog ccQÖevGsc JJHöxpov nbXiv, %vQ-a itEGcrowat 
udXyiot öta dr]Qcv vitEQixEvimv av&Qwnwv. 

TXrjfioji lAvxLOxetce, oh 6^ Ov XeiipEi ßagvg agrjg, 

&i''AGGVQiov TtoXs^ow E-TtecyofiEvov Ttegl geio.' . 

2o7g yciQ Evl fieXäd-QOcoc xaxocKi^GEi Ttgöfiog avögoiv, 
"Og ÜEQGag (XEv ccTtavxag olGxgoßbXovg TtoXEfii^GEi,, 
Avxbg b 'Ptofdalcov ysyaiog ßaat>XrfCdog ccqx^S- 

Nvv v.oGiXolGd-e (TtbXeig 'Agaßcov vaoTg xe [dioiGtv], 



SIBYELINISCHE WEISSAGUNGEN. XI. (XIII.) BUCH. , 20^ 

Beiden der Name entsteht wenn man zu zwanzig und Einem 

Fünf mal hundert noch fägt. Jedoch wann diese durch Kriege 25 

Sich die Herrschaft erlangt und Gesetzgeber auch sind geworden : 

Dann wird der "Krieg eine Zeit lang ruhn, aber nicht auf die Dauer ; 

Sondern wenn dann des Wolfs Eidschwären die Heerde vertraut hat 

Gegen das weisse Gebiss tler Hunde, dann wird er zerreissend 

Schaden dem wolligen Vieh und ihnen die Schwüre nicht halten. 30 

Und alsdann wird entstehen ein Kampf, der Übergewalt' gen 

Könige ohne Gesetz im Krieg, und schrecklich vernichtet 

Werden die Syrer; die Indier, Armenier, Perser, Araber 

Und Babylonier vernichten einander in heftigen Schlachten. 

Aber wenn dann der. Römische Mars die Germanen vernichtet, 35 

Und den verderblichen -Krieg siegreich auf dem- Meere geführt hat ; 
Dann wird den Persern entstehn, den übermüthigen Menschen, 
Ein vieljähriger Krieg; doch nicht wird ihnen der Sieg sein: 
Denn wie zum hohen Gestein, dem vielrückigen. Winde umtosten, 
Jäh abschiessenden, nicht der Fisch hinschwimmt auf die Spitze, 40 

Noch die Schildkröte fliegt, und der Adler nicht schwimmet im Wasser : 
So werden auch die Perser entfernt vom Siege gehalten 
Jenes Tags, und so lang <Jer Italer liebe Ernährung 
Liegt in der Ebne des Nils, in der Nähe des göttlichen Wassers, 
iTnd einen Antheil erhält die siebenhügliche Roma. 45 

Dieses aber entfliegt. Soweit jedoch Rom seinen Namen 
Unter den Zahlen der Zeit, die man rechnet, für sich besessen, 
Soviel Jahre wird auch freiwillig Getreide zumessen 
Des Macedonischen Herrschers Stadt, die vortreffliche, grosse. 

Mühvolles Anderes will ich singen den Alexandrinern, 50 

Welche einst gehen zu. Grund im Kampfe mit schmähUchen Menschen. 
Männer gewaltig ehmals sind nunmehr kraftlos geworden. 
Und friedliebend durch die Verrüchtheit ihrer Gebieter. 

Gottes des Mächtigen Zorn wird auch die Assyrier treff'en. 
Und wird sie richten zu Grund:, wann er anlangt gleich einem Waldstrom. 55 
Und in des Kaisers Stadt wird er schmählich die Spötter behandeln. 
Pyramus wird Mopsveste bewässern; dort werden die Algier 
Durch die gefahrliche List der gewaltsamen Menschen hinsinken. 

Dich Antiochien wird, o armes, der drückende Ares 
Nicht verlassen, da dich ein Assyrischer Krieg wird bedrängen: 60 

Denn in deinem Pallast wird wohnen der Erste der Kämpfer, 
Der die Perser gesammt, die Werfer der Speere, bekrieget. 
Er der die Herrschaft erlangt des Königreiches der Römer. 

Schmücket euch nun, ihr Städte Arabiens mit herrlichen Tempeln, 



204 2IBYAAIAK£1N AOrOi; JA. (IF). 

65 Hd ayoQolq, TtXaTsiatg ts, y.ai ayXaocpeyyel tcXovto), 
Kai ^occvoig, XQva('^ re, v.a.1 agyvQtp, ^d' eXerpavTi. 
'£■/. TtavTtov de /.laXiata (.lad-rj/naTixi^ "tcsq lovaa 
BöoTQa Ot'kiTtJzOTtoXi, %v^ eXS^g sig (.liya Tthd'og' 
Ov yccQ a^ ovrjaei acpaiQ(6fiaTa "AayxccXocovra 

10 Ztoöiaxov xvxXov, '^Qibg, ravQog, didvf.iol re, 
^Hd' OTCÖGOi Gvv TOlaiv sv ovgavep IvßäXXovrai 
'Aaregeg cüQOvöfxot' TXij/iiov TCoXXolai rcsTtOL&ag, 
'^Ortnöi:^ ccvriq aq^ ly.sivo to aov (.tsrcoTttod-ev TtaXüaGi]. 
Nvv Ö€ cpiXoTtToXe^OLaiv ^AXe^avögevaiv aelaio 

lb-^€cvOTccTOvg TtoXef-iovg' novXvg d^ aqd Xaog oXelvai 
\4gt6jv oXXvfiivcov, vtv^ avTiTcäXbyv ts ^oXrjcov 
MaQvaixevojv OTvysgrjg edovg %a^iy, af.iq)i öh rovroig 
L/t^ag (pößsQCOTtbg agiqg ar^aec rcoXe^oio. 
Kai TOTE d^ av fisyä-d-v/nog icp gvv TtaLÖl ygaraKp 

80 KaTtitiGsttti doXuog diä TtQSGßvTeQOv [ßaGiXria^. 

Tov fikxa [d^ av^'^^ ccq^si ygaregag 'Pcöj^rjg egixhrjXov 
'LdXXog ava^ fisyäd^i-iog litiGTaf-isvog 7toXef.uCeiv, 
AarKÖJv e^avadvg, TQiaKOGuov agi^j-ioio 
"EGGsrac, «c rstQccöog yevsijg' rcoXXovg ö" ,a7toXsGGei, 

85 Kai xÖtb i-iäXa Ttävrag aSsXcpsiovg re cpiXovg re 
'E^oXeoet ßaotXsvg, xal anocpS-i^isviov ßaGtXrjcov, 

■ AvTiY.a ö^ av TtiTTTCov TS, XerjXaah] re, cpovoi re, 
"EGGOvraL t^ s^ajtivr^g ys ölo. tvqoteqov ßaGiX^a. 
^Ev d^ OTCötav doXi6f.ir]Tig avrjq ejti aXlvi^g eX-dj], 

90 ^rjGTrjg, ex 2vQir]g TtQOcpaveig, '^Pcof.iaiog aörjXog, 
Kai TveXccGsi doXlcog ex Ka7t7tadov.(ov yhog avdQcov, 
Kai 7toXiOQ-A.7]Gag TteGsrcai TtoXif-iov axoQtjTog. 

^1] %bxE Gov Tvavva v.al MaCaita sGOer aXwGig, 
^laTQSvGsig tßvTii} de [tvoXv ^vyov av^evt] Si^Gei. 

95 Kai 2vQirj -aXavoeiev anioXXvf^isvojv avd-Qiörciov, 
Ovös 2eXrjvair] tÖtb QVGsrac legov aorv. 
"Hvm av «t 2vQl7]g cpd-äf.ievog [rcsgl cpv^ivl aaeXyriv 
^Pcoi.iaiovg TtQOcpvychv, öia d^ EvcpQarao Qodcov, 
OvyJrc "Pcof.iaLoLg svaXiyxcog, aXX^ ayeQOi%og 

100 ^loßöXoig UeQoaig tÖts i/ioigavog "iraXiiq yß-div ' 
KartTteGSTac TtaTa^el xvcpd-elg aXd-iovL giöt^qcj), 
Ov yoGf-iov saGag' e^tl 6' avxfo rtatdeg oXovvrat. 

^AXX* 07iö%av TdXXog ßaGiXevg 'Pcü[.irjg ßaGiXevGiq, 
Kai tÖxe '^Pco^iaioig dv.a%äG%aTa e-&vsa eXdjj, 

105 OvXog aQTjg gvv Ttaidl vöd-q) etcI TÜxsa '^Pcoj.irjg' 



SIBYLLIMSCHE WEISSAGUNGEN. XI. (XIII.) BUCH. 205 

Und mit Plätzen und Strassen und mit schön glänzendem Reichthum, 65 
Mit Schnitzwerken und Gold, mit Elfenbein und auch mit Silber. 
Aber von Allen zumeist, obgleich du Astrologie treibst, 
Wirst du Bostra, du Stadt des Philippus, gelangen in grosses 
Leid; denn es werden dir nichts die grinsenden, runden Gestalten 
Des Thierkreises, der Stier, der Widder und Zwillinge nützen, 70 

Und was immer mit diesen von Sternen am Himmel wird sichtbar. 
Welche die Zeit bestimmen. Du armes hast Vielem vertrauet. 
Wann jener Mann dein Eigenthum wird in der Folge besudeln. 

Nun -aber will ich weissagen Alexandriens. kriegrischen Männern 
SchreckUche Kriege; denn viel des Volkes wird gehen zu Grunde, 75 
Wann die Städte hinsinken, und feindlich gegen einander 
Städte in Streit wegen eines abscheulichen Tempels ; an diese 
.Stürmet heran der schreckliche Mars und freuet am Krieg sich. 
Und der Edle wird sammt.seinem gewaltigen Sohne 
Darauf sinken dahin durch die List eines alternden Königs. ga 

Aber nachdem wiederum beherrscht das blühende, starke 
Rom ein anderer Herr, der edel und kundig des Kriegs ist. 
Aus der Dazier Volk und die Zahl von Dreissigen habend. 
Aus- einem vierten Geschlecht ; und viele wird dieser vernichten 
Dann, alle Brüder zumal und auch die sämmtlichen Freunde 85 

Richtet der Herrscher zu Grund ; und wann die Könige todt sind, 
Fällt anch er alsbald wiederum; und Plündern und Morden 
Tritt in Schnelle dann ein uni Jes früheren Königes willen.' 

Aber wenn dann ein verschlagener Mann zum Lager gelangt ist. 
Welcher aus Syrien kömmt, ein Räuber, den Romern bekannt nicht; 9& 
Dann wird auch nahen mit List ein Geschlecht Kappadozischer Männer, 
Und eine Stadt belagernd lallt er vom Krieg nicht gesättigt. 

Dann Tyana kömmt dir und Mazaka deine Erobrung ; 
Dienen wirst du ihm, und deinem Nacken legt er das Joch auf. 
Weinen wird Syrien auch, wann ihm seine Männer zu Grund gehn, 95 
Und Selene wird dann ihre heilige Stadt nicht erretten. 
Wdiun aus Syrien schnell in einer muthwiUigen Flucht er 
Vor den Römern entflieht hin über den strömenden Euphrat; 
Aehnlich ist dann den Römern nicht mehr, sondern ganz übermüthig 
Gegen die tapferen Perser das herrschende Land von Italien. 100 

Und er sinkt klirrend dahin, vom funkelnden Eisen getroffen, 
Liess nicht in Ruhe die Welt; und bei ihm fallen die Söhne. 

Aber wenn dann ein Gallischer König die Römer beherrschet. 
Dann werden auch zu den Römern unruhige Völker gelangen. 
Zu den Mauern von Rom der verderbliche Mars mit dem Bastard. 105 



2öB , 2IBYAAIAKSIN A0FO:S lA. (IF). 

Kai rme drj kifioi, lotfxol, ftaXegoi te y.eQavvol, ■ 
Kai 7t6Xs{.iOL deivol, axan^aaraaiai ts jtöXrjüjv 
/"Eggopt' l^aTrlvrjg, 2vQ0t d^ ^-HTtayV aTtoXovvcat' 
"H^st yccQ TOVTOig fieyag xoXog vipioToco. 

110 ^vxmcc drj Tlegaüv eTtavaGTXxmg afupiGTrjaei, 
'Pcü/.ialovg d^ bXeaovat 2vQ0i UeqGrjot fityivrsg ' . 
^^iV ov vvKrjGovai, vöfiovg ■d-sov.QÜTOQv ßovXij. 

^l OTtoGOt qtEv^oyvai ait ccvzokirjg ysyccforeg 
2vv KzsccTsGGtv koiGLv .lg oXkod-QOOug avd-QUTtovg' 

115 ^l OTtoGOiv ctvögcüv :rciExai yß-iav al/xtx KeXatvSv ' 
"Egtoi yccQ XQ^^^S ovrog, ev ^ tcots rcoZg TBd-vtüüiv 
Ol tfZvvag fxaKaQiGfibv artb .GTOfiättov svsTtovrsg, 
0S-ey§ovvat y.a'kov tb d-av^v, zai q)€v§sz^ ^a^r' airaiv. 
^[Aqti de GB, rX^fiov SvQir], v.arodvqo(iai, oiv/VQÜg ' 

l20"H^si yccQ nXiqyri GOi aftq)iß6Xa)v avd-QcoTtojv 
^cLvrj, rjv TOI ovrcOT" sn^XmiGag rj^ovaav GOi. 
"H^si y.al ^P(6firjg 6 qivyag, fisya €yxog asiqag, 
EvcpQärrjv diaßag ttoXlaig tt(ia.(ivQia§EGGLv, 
"Og GB Y.aracpXE^Bt, v.<u itävta xaxbig diadrrjGBi. 

125 TXrjf.iov AvxL6%Bva, GS <J' ig TtöXiv ovtpot' eqovgcv, 
'ÖTtTtSrav &cpQ0Gvv7]Gi rrsaig vnb dovqaGL fciitinßg' 
JJdvTa öe GvXXi^Gag nal yvfxvcoGag gb TtQoXrjxpBi 
^LiGTByov, aoinrjTOv, äcpvoi ds gb vXavGBd-^ OQÖyv tig. 
Kai Gv ^Qlaftßog sotj IsQäTtoXig, kolgv Bbqoio, 

130 XaX-Kidi. GvyxXavGETäi vEOrgatTOig btcI TSKvoig. 
AI al ojiÖGOi valovai KaGiov OQOg aiTvv, 
'H6' bnÖGOv 'Idfiavov, oGOvg dh ■aal AvKog TtoQoif.XvQEC., 
WlaQGvag dh oGOvg Kai IlvQaf.iog agyv^odivrjg' 
"Ayqt XE yccQ L^atJjg xbqüxiov ■d:iQGOVGi Xäq)VQa, 

iZb'LdaxBa yvftvcoGavTEg, oXa siSioX acpBXovvxai, 
Kai vaovg QLXpovGiv bjxI %d-ovl atoXvßoxBiQ'jß. 

Kai itoxE TaXXiji wxl Hawoviv) /zsya 7tiji,La, 
BIvGOig, Bi&vvoig -d-' , onöxav tj^bl rvoXB}xiGxrjg. 
^£i ALvY.iOi, uiiimiov, Auxog %qyjsxai alfia Xc^^fxrJGai. 

14P 2dvvot oxav bX^ogiv gvv aQrj'i TtoXvrtaQ^tp, 

Kai KaQTCOl 7tBX<XGC0GlV BTC A-VGOviotai flCC%BG&ai' 

Kai xOTB drj vdd-og vibg 'bjj- virt' dvaidij) xöXfif] 
^E^oXegei ßaGcXija, TcaQavxiy.a (5' avxbg oXsixai 
AvGGBßlrjg Bvexsv. Msxa S^ ccbx' äQ^§si TtäXiv aXXog, 
145 AQxrjy ovvöfiaxog q>iQb)v ' xayv ö^ avxB TtBGEixat 
"y4.Qjj v.ai xQaxEQCij ß?^t]d-Big aX-O-wvi atdiiQ^, 



SIBYLLINISCHE WEISSAGUNGEN. XI. (XIII.) BUCH. 207 

Dann- wird Hunger und Pest, dann werden gewaltige Blitze, 

Auch erschrecklicher Krieg, und Aufruhr unter, den Städten 

Plötzlich hrechen herein; und die Syrer gehn schrecklich zu Gründe: 

Denn der gewaltige Zorn des Höchsten wird über sie kommen. 

Und alsbald wird rings ein Aufstand der Perser entstehen, 110 

Und mit den Persern vereint vernichten die Syrer die Römer: 

Aber sie werden das Land- nicht besiegen, nach göttlichem Rathschluss. 

Wehe, wie werden entfliehn so Tiele der Männer vom Aufgang, 
Samrat ihrer Habe und Gut zu Menschen von anderer Sprache ! 
Wehe, wie trinkt das' dunkele Blut von so Vielen die Erde! 115 

Denn es ist dieses die Zeit, wo die, welche ruhen im Grabe, 
Aus der Lebenden Mund die Seligpreisung erhalten, 
Wo man sich wünschet den Tod, und dieser vor ihnen entfliehet. 

Nochmals aber will ich, armes Syrien, dich bitter beweinen: 
Denn es wird dich ein schrecklicher Schlag von zweideutigen Menschen 120 
Treffen, welchen du nicht gehofft hast, dass er dich träfe. 
Auch wird kommen von Rom der Flüchtling, gehoben das mächt' ge 
Schwßrdt, der über den Euphrat kam mit viel Myriaden, 
Welcher mit Feur dich verbrennt, und Alles gar übel zurichtet. 

Armes Antiochien, dich nennt man fürder nicht Stadt mehr, 125 

Wann du durch eigene Thorheit hinsinkst unter den Speeren; 
Und von Allem beraubt und entblösst verlässt man dich plötzlich; 
Ohne Obdach und Wohnung wird dich, wer dich siebet, beweinen. 
Und eine Beute wirst du Hierapolis sein und Beröa; 
Und über Chalcis man weint ob der frisdi ermordeten ^Kinder. 130 

Wehe, W'ie Viele bewohnen des Kasius steiles Gebirge, 
Und wie viel den Amanüs, wie viel auch bespület der Lykus, 
Und wie viel der Marsyas und der Pyramus, führend das Silber! 
Denn bis an Asiens Grenzen wird man schleppen die Beute-, 
Und wann die Städte geleert, wird man alle Götzen wegnehmen 135 

Und hinstürtzen die Tempel auf der ergiebigen Erde. 

Und auch Gallien trifft und Pannonien einst grosses Leiden, 
Mysien und Bithynien auch, wann der Krieger heranzieht. 

Lycier, Lycier ihr! der Wolf kömmt zu lecken das Blut auf. 
Wann die Sanner heranziehn mit dem verheerenden Ares, 140 

Und die Karper sich nahn, um gegen Ausonien zu streiten; 
Dann wird auch der Bastard - Sohn durch eigenes freches 
Wagniss den König vernichten; jedoch bald selber zu Grund gehn 
Wegen der Gottlosigkeit, Und hernach herrscht wieder ein Andrer, 
Tragend des Namens Beginn; doch bald wird er wieder hinsinken 145 
Durch den gewaltigen Mars, und getroffen vom funkelnden Eisen. 



208 2IBYJJUKSIN Aoros IJ.'iir). 

Kai 7täX(.v v.6af.iQg ayioai-wg, aitoJ^Xvfisvcov ccvS-QcoTttov 
^oc(i<^ xal 7toXi{X(^. Ilsgaai ö' sttI fiaiXov ägrjog 
^vd-ig eaoQU'qaovat f.isf^vr]6rsg ^vaoviotacv. 

150 Kai TOTs 'Po}f.iaio}v q)vyrj eaasrat' avraQ STtstra 
'^QTjTtjQ rj^si 6 TtavvaraTog, rjXiOTtefXTtTOg, 
^x 2vQir]g Jtqocpaveig, xat Tcüvra d6l(p öiaQTtd^ei. 
Kai Tore ö' rjeXlov nhXig eaaerai' afi<pl d^ ccq" avrfj, 
Ilaaai Ootvincov tpaßegag Thqoovcai ccTteilccg. 

155 "^HviTia (J' ccvT^ ccQ^ovat V7t£Q(.iev£iov 'P<jo(.iaL(av 
"'udvÖQBg aQifC-d-ooi ovo xoiQavoi, og pev £g)€§si 
^Eßdof^iq-Kow' aQL&(i.bv, 6 de tgirccTOv aQi^f.ioio' 
Kal^TOxe <?' vxpav%rjv tavqog OKaTtTcov ovvxsoolv 
FaTav, -nal nsgaai xoviv ölaaoiaiv sysigcov, 

160 'EQTtvoxriv y.vavoxQOov-, aal ÖQaasty.aKa TtoXXa 
'OXkov avQOvra q)oXci]atv ertst d^ avTog- oXstrat, 
'HvxsQcog (5' 'dXacpog, (xera tov <J' ri^et TtäXiv aXXog, 
ÜEivadv, v.ar oqtj (.is(.tacog ev yaargl TtäaaadaL 
"loßoXovg S-^Qag ' tot' sXsvaeTai .^XuÖTtefXTtTog, 

165 z/eLvbg v.al (poßsgög ts Xscov jtveitov g)X6ya TtoXhqv. 
/Ir] TOT avT oXeasi TtoXX^ xal avaiösl ToXf^ifj 
EvxsQatoT^ eXag)6v ts S-cabv, 'Aal SiJQa (.UyiOTOv, 
^loßoXov, q)oߣQbv, a(pievTa avQtyixaTa noXXa, 
To^oßdvrjv TB TQayov, irtl ö' avTip nvdog OTtrjdei' 

170 ^vxbg örj oXoxXrjQOg aXcaßrjTOg v.al aTtXrjOTog 
''ÄQ^ei 'Poifiaicov, JJeQOac ö' eaovxai aXccTtadvoL 

"u'iXV ava§, ßaötXev v.6a^ov, Qeh, Ttavaov docörjv 
^Hf.i£T€Qcov BTtäcov, Sog d' Iftegav tcccgiv doiöiqv. 



SIBYLLINISCHE WEISSAGUNGEN. XI. (XIII.) BUCH. 209 

Und es verödet die Welt wiederum, und die Mensdien verschwinden 

Durch den Hunger und Bj'ieg. Und die Perser werden dann wieder 

Zu den Mühsalen des Kriegs aufstehn, der Ausoner gedenkend. 

Und dann werden zur Flucht die Römer sich wenden ; doch nachher 150 

Kömmt ein Helfer heran, ganz zuletzt, von der Sonne gesendet.' 

Und aus Syrien kömmt er, und Alles mit List er verheeret. 

Dann wird auch die Sonnenstadt sein, und es werden rings um sie 

Alle erschreckliche Drohurig durch die Phönizier dulden. 

Wenn aber dann wiederum über die hochmüthigen Römer 155 

Herrschen der tapferen Könige zwei, von welchen der eine 
Die Zahl siebenzig führt, und der zweite von ihnen die Dreizahl; 
Dann wird auch der hochnackige Stier mit den Klauen die Erde 
Hoch aufwühlen, den Staub mit seinen zwei Hörnern aufregend, 
Und der dunkelen Schlange zahlreiches Uebel zufügen, 160 

Die mit den Schuppen die Furche hinzieht. Und wann dieser zu Grund geht, 
Und auch der Hirsch mit dem schönen Geweih ; und nach ihm ein Andrer 
Wiederum kömmt vom Gebirg voll Hungers und strebend zu sätt'gen 
Sich am getroffenen Wild : Dann, kömmt der Sonnengesandte 
Furchtbar und schrecklich, ein Leu, der gewaltige Flammen ausschnaubet: 165 
Und der vertilget darauf in vielem und schamlosem Wagniss 
Den schönweihigen Hirsch, den geschwinden, und auch das gewalt'ge 
Furchtbare, pfeilverwundete Thier, welches zieht viele Furchen, 
Und den Schätzen, den Bock,, und wird vielen Ruhm sich bereiten. 
Er aber wird unversehrt, unbeschädigt und übergewaltig 170 

Ueber die Römer gebieten, und. leicht die Perser bezwingen. 

Aber, o Herr, Gott, König der Well, lass unserer Worte 
Sang ausruhen, und gieb erwünschte Gesänge auch Allen! 



14 



TßN 2IBYAAIAKßN 

XPHSMaN ' 

uiOr02 JSIJEKATO:^ {TE22APAKuiIJEKAT02). 



"Av^^iaitoi, TL ftdrrjv, wg ad-ävaroi tcbq eovreg, ■ 
Kai ßgccxv 'noigavsovreg, ayccv vip^rjXcc q)QOvslTs, 
Kai ßaaiXeveiv Ttavreg vjthq ■&vrjvovg ed-iXovreg, 
Ovxl voovvTsg, ort ^cXoxotgavlrjv Qebg airbg 
5 ^E%-&aiQei, tcc (läXiora d' ciTtXrjOTOxÖQOvg ßaatVqag, 
/JvGvovg, övaoßßiag, OMttov ö etcI totaiv iyeiQsi' 
Ovvsx.sv avT ayaS-aiv egycov övKatwv re Xoyiaf^tHv 
0aQe(x rtOQ(pvQS(x yXalvag TtQOvnQiväTs Ttavreg. 
Tovg TtoXefxovg rcod-eovrag, o'i^vag re, q)6vovg rs, 

10 'ßxu/to^ovg ■diljaei Qsbg atfd-vcog, al^egc vaicov, 
TovTOvg hiTteQaag, xat ejt' aXXvöcg aXXov oXiaaei. 
^AXX' ortörav ravqcov oXsrriQ, ^ aXyu Ttsnoid-Cog, 
^vyiOfxog, ßXoavqög \d-^\ tj^sc, xal Ttavrag oXiaaei, 
Kai vofieag S-gavaei, ßirj ö^ ovv. eaaerai avroZg, 

15 Ei (iri ccQ^ d)%vT7}Tiy Ttodiov GKvXayisg öia ßi^aaag 
Eig €Qiv avT^aovfft dcwnifisvai, /j.efiaiÖTsg. 
Tov de XeovT^ eöico^s ■nvcov oXh-Owa vofiijag.' 

Kai Tove 60gst' aVa| tsTQaavXXaßog, aXy.i TteTtotd-cbg, 
'Eü (.loväöog 7tQoq)avslg ' raxv <5' avrbv x^^Xusog agrjg 

20 'E^oXeasi, öm drjgtv ajtXrjaTOxoQOJv av&QcaTtcov. 
'[Aq^ovol (xsTETtetr' aXXoi ovo (pureg avavxsg, 
'L4fi<pco TSGGaQav.ovT' ccQid-jxcov' fteyaXrj (5* eitl Tovtoig 
'EGGsvat sigrivr] v.Ög^olo Ttavxi ts, ^'fj^fp, 
Kai S-£f.ug ^de dtxjj' TOvg 6' av xogvd-atoXoi avÖQsg 

25 Xqvgov dsv6[j.evoc xat aqyvQOv ovvena zovrovg 
^vGGsßeiog XTslvovGtv, evl jtaXafxrjGi, Xaßövrsg^ 



SIBYLLINISCHE WEISSAGUNGEN. 

ZWÖLFTES (VIERZEHNTES) BUCH. 



Menschen! warum so vergeblich, als wenn ihr unsterbliche Wesen 

Wäret, die ihr nur kurz regiert, warum sinnt ihr so Hohes, 

Und wollt Alle regieren mehr als den Sterblichen ziemet? 

Nimmer bedenkend, dass Gott selbst die, welche streben nach Herrschaft, 

Hasset ; vor Allem jedoch die Könige, die unersättlich, 5 

Schlecht und gottlose sind, und Finsterniss gegen sie aufregt; 

Weil statt trefflicher That und statt der gerechten Gesinnung 

Obergewänder ihr liebt, ihr Alle, aus Zeugen von Purpur. 

Und die nach Kriegen verlangt, und nach Zwistigkeit, und nach Ermordung, 

Sie wird der ewige Gott baldtödten, der Himmelsbewohner 10 

Wird sie richten zu Grund, und unter einander vernichten. 

Aber wenn dann seiner Stärke vertrauend der Tödter der Sliere 
Schönhaarig,. furchtbar erscheint; dann wird en Alle vernichten. 
Und die Hirten zerschmettern, denen nicht Stärke mehr inwohnt. 
Wenn nicht die flüchtigen Hunde entgegen durch das Geklüfte i5 

Stürmen zum Kampfe heran, heiss trachtend nach der Verfolgung. 
Aber der Hund verfolgte den Leu, der die Hirten erwürgte. 

Und viersylbig erscheint dann ein Herrscher, der Stärke vertrauend, 
An der Einzahl erkennbar: doch schnell wird der eherne Ares 
Ihn vernichten im Kampf mit den unersättlichen Menschen. 20 

Drauf werden andere zwei gebietende Männer regieren. 
Vierzig von beiden die Zahl ist; und unter diesen wird grosser 
Friede beherrschen die Welt und ruhn auf jeglichem Volke; 
Ebenso Rechtspruch und Recht. Aber sie werden Männer in Waffen, 
Welche verlangen nach Gold, und des Silbers wegen erschlagen 25 

Gottloser Weise, nachdem in die Hände sie ihnen gefallen. 

14* ~ 



212 XIBYÄAIAKSIN AOFOS IB. [IJ). 

Kai rote <?' e^ag^ei deivog veog ayxificcxrjvrjg, 
Koigavog, ißdofiriTiovi:^ agi^f^cov, ^[lorp&OQog aXd-cov, 
'X)g Xabv 'Pco(xr]g äaeßcog atguTifj Ttagaötöaei • 

30 Kret.vöy.Evov xcocoTi^rt öia {iijviv ßaaikrjtov, 
JTjOijvtlag Ttaadv rs itökw ^kivqv ts ytaTivwv. 
'Pcofir} d^ ovaeri eariv, €Ti ovo bot axovaai, 
02av 7t€Q ^Qtorjv elSev tolav TtaQodirrjg ' 
HävTa yoQ ev GTtodlr] lade nelaercci^ ov xe rig egyiov 

SS'ÜBffrat cffscöcoXiq' oJiog yag sXsvastäi avrog, 

OvQavodsv TtQrjGfiJQag art aXd-eqog ^de xegawohg 
^AvS^QWTtoig fci^ixpu &£og afißqtiTog, ovg ixev oXedeBt 
2xiq7iT0}v ald-oiiivovg, ovg ö' av xqvsqoXoi xegawolg. 
Kai Tove dr] vxavsovGiv avaiöea xocQavov aivov 

40 NrjTtcaxot' 'PtSfxrjg -/.QaTSQag 'Pcjjfirjg ts A.axivoi. 
OvTi Ts^vrjoTt yiövcg TteQtxeiasT' eXacpQt], 
^AXXa nvai (xs^rerid-Qa, ittu oißjvoig ts, M-Mig re 
"Eaasrai, ovvexa öfjfiov aqriidv e^svagi^ev. 

Tbv (xeTcc tsaaizQcmövt^ agtS'fiäiv ag^et xiivtbg aUAog 

45 Hagd-oXetrig, regfiavoksttjg, -d-rjgag xarak-vaag 
^Jeivovg avögo^ovovg, ot In euiteefvoto gofiGLv 
'Hde xal Ev^gaväo Strivexscag etpeTtovaiv. 
Kai TOTS öi] jc&Xlv Pcofii]- saüsrüt c5g rb jtgtv rjsv. 
uivrag eTtB^ihSji [ffs] ^iyäg huxog h daitiSoig 0ot^, 

50 Koigavog ex dvöfiüiv hrtvßag' ftetiETtUta &avevvat 
^Idge'C xal xgarsgt^ SsSeyfievög o^si xalaiK^. 

Kai Tore d^ ccvt' ag^st itixi vjvsgftevEtov 'Piofiaicdv 
"AkXog agrjg [j^sya&vftog art ^jLaavghig ava6Bi.j(ßeig, 
Tgäfiiiatog agxofievov, 7toXij,i6t0i ts Ttavd-^ VTtOira^si. 

5b ^vrbg xal argarij^aiv bj.iov agx^g STtcSsi^sij 
Kai -S-s&fiOvg -d^ösi' räxv 6^ ävrbv ;;ö^X£ög a^?jg 
^^oXsasi öoXLovöi evi üTgatiflüt Ttsaovta. 
,; Tbv fisra rgstg agiö-ßotv vjtsgßiöv '^rog sXJd'vTss, 
"Og I.IEV sxtov agtd'fxbv f-iOvadog, ösxdöcov de ts Tgtffatov- 

60 Elg, sTsgog örj ava^ ts Tgtrjxoaiaig [.isd^e^ei, 
^xstXlov xpi'ö'öv TS xal ügyvgoiv sv otvgl TtoXX^ 
XcDvevovGi, vactiv lögvpattt xsigorcoLritojv. 
Kai GTgaTiaig dioGövGiv OTtXt^Sfisvoi, ftegl vixfjg 
Xgri(xaTa da&GÖftevot xeifit^Xtä rtoX-Xa xal eGd-Xd, 

65 AXgxscc te fte/xawTsg ' 'iGcog SiccdrjXi^GovTat 
loßöXovg ndgd-ovg ts ßa&vggöov Evxpgärao, 
Kai Mriöovg e%d-govg ts, xal aßgoxofiovg TtoXsftiGrdg^ 



. SIBYLLINISCHB WEISSAGUNGEN. XII. (Xiy.) BUCH. 213 

Und es wird herrschen alsdann ein junger und schrecklicher Krieger, 
Siebziger Zahl, ein Herr, welcher brennt von verderblichem Feuer, 
Welcher ruchlos seinem Heer das \^olk von Rom überliefert. 
Das durch Schlechtigkeit fällt und durch der Könige Zürnen ; 30 

Und er zerstört eine jegliche Stadt und den Sitz der Lateiner. 
Rom aber ist nicht mehr, und nicht ist fürder zu hören 
Sie, die noch eben zuvor der Wanderer sah im Vorbeigebn: 
Denn alles dieses wird hegen in Asche, und nicht wird verschonet 
Irgend ein Werk. Denn der Herr wird selber vom Himmel hernieder 35 
Kommen, und Sturm aus der Luft und Blitze zusenden den Menschen, 
Er der unsterbliche Gott; und wird die Einen vernichten, 
Stürtzend im Brande sie hin, die Andern durch furchtbare Blitze. 
Und es werden alsdann den frechen und schreckUchen Fürsten 
Tödten die Kinder von Rom, dem mächtigen, und die Lateiner. 40 

Auf dem Gestorbenen. selbst wird leicht nicht hegen die Erde; 
Sondern ein Spiel für die Hunde und für die Raubvögel ist ;er, 
Und für die Wölfe ; dieweil das tapfere Volk er «rwürgte. 

Vierzig zählend wird nach ihm ein anderer ruhmreicher Herr sein, 
Der die Germanen und Parther besiegt, die schrecklichen Thiere 45 

Tödtet, die Männerermorder, die auf des Oceans Strömen 
Und auf dem Euphrate im unablässigen Andränge kommen. 
Und dann wird wiederum Rom sein wie vordem es gewesen. 

Aber dir folget darauf ein gewaltiger Wolf in dem Lande, 
Welcher als Herrscher vom Occident kömmt. Und nachher wird er sterben, 50 
Durch den gewaltigen Mars und das spitzige Eisen getödtet. 

Und dann wird wiederum über die übermächtigen Römer 
Herrschen ein anderer Held, hochherzig, aus Assur berufen, ^ 

Welcher den ersten der Buchstaben führt, und der Alles im Kriege 
Sich unterwirft. Auch wird mit dem Heer er kräftig regieren, 55 

Und Gesetze auch geben. Doch schnell wird der eherne Ares 
Raffen hinweg ihn durch Lis^ hinsinkend im eigenen Heere. 
' Und nach ihm werden drei übermüthigen Geistes regieren ; 
Einei^ davon die Einzahl besitzt, drei Dekaden der Andre, 
Und der andere Herr wird Theil an dreissigen haben. 60 

Die werden Massen von Gold und Silber in mächtigen Gluthen 
Schmelzen, die Statuen der von Händen gefertigten Tempel; 
Und ihrem Heer werden sie, die Gewaffneten, wegen des Sieges 
Schätze verleihen und viele herrliche Güter austheilen, 
Führend das Schlechte im Sinn. Auch werden sie bringen zu Schaden 65 
Die Pfeilschiessenden Parther an dem tieffluthenden Euphrat, 
Und die feindlichen Meder, und die Krieger mit üppigem Haarwuchs, 



214 SIBYAÄIÄK£IN AOrOS IB. {U.) 

MaaaysTas, Ilegaag ve, (paqsxqorpoQOvg av&QcoTtovg. 
AXX onörav ßaoiXevg idirj f-ioiQr] xarakvaet, 
70 Aelipag OTtXoxeqoig axrJTiTQOv ßaaihq'iov vlotg, 

Kai S-si^uv [ävTißolcüv] ' ot d' avTixa citaTqog eg)er(.uüv 
Ariad^isvoi, xal j^et^ag ecpoTtXiaavreg ccQTji, 
Eig €Qcv OQfiTJaovacv VTteq ßaatltjtdog agy/jQ. 

Kai t6t€ f.wvvog ava^ ciTtb tqitcitcov [ttoXv aXXog] 
75 Aq^ei., xai Taxv fioiQav eTtoiperai dovQt ßoXrj-d-eig. 
Tov fisTcc TtoXXoi ertetra ert^ ttH.iqXocGLV blovvrat 
icpx^i(.iot i-ieQOTteg te VTtkq ßaaikrf'Cdog ccQx^g- 

Elg 6 ccQ^et (.leydxhvfxog v7teQf.isvecov 'Ptof.iakov, 
ÜQeoßvg äva^ terqädog, v.al rtüvra v.aX6jg diad^aei. 
80 Kai TOTs WowiKfi nölmög v.al drJQig eaelrai,, 
HviA UV ioßoltov elxh] Tt'slag sd-vea Hbqgwv, 
Kai Ttöaa TtgoaTtäGsraL vTtö x^ dvSgcov ßaQßaQOcptöviov. 
2ida)v ■nal TqinoXig, BrjQVTOg x' rj fisyctXavxog 
AXXrjXag oipovxai ev aYf.iaxt v-ol verAveoai. 
85 TXrjiiiöv Aaoötxsca; av d' dficp^ avxfj (.leyav algj] 
ATCQriv.xov TtokBiiov did dvaaaßeiag dvd-QcoTtcov. 
AI [.liXeot TvQLOc de '/.ayiov S-egog ccfi'^aaaS-e, 
OrcTtöxav TjeXiog cpaeaLußqqxog rjfiaxc Xsiipj], 
Aianog 6' ov cpaivr], ipermÖEg 6^ ij^ova' STtl yaiay 
SO HvKval, Kai ■&a(.isat e| ovquvov aifiaxosGaac. 

Kai xöxs örj -S-dvexac ßaatXevg TtQodod-alg vcp' exaiQtov. 
IIoXXol <J' av fisxd Tovxov dvaidssg ■^ysf.iovrjeg 
AXXrjXovg xxsviovoi xaKrjv eQida TiQOcpsQOVxeg. 
* Kctl xoxs <5' av eoxat ysQagbg ^oXvfxrjXig dvdxxcoQ, 
95 Ovvofia Tiivx' ccQid-^wv, i^sydXaig axQaxifjat, TtsTtot-S-wg, 
"Ov (isQOTtsg Gxeq^dvGv %dqiv ßaaiXrjtöog dgxrjg, 
Tovvofia .d^ Eod'Xov exoiv, kad-Xotg eQyocg Ttgoldipsi. 
^,27J(ta 6s TOi eGxai .(.leya xov xQaxeov%g avaxxog 
B/IeGGi]yvg Tavgov xs viq}rißXrixot6 x' ^A^idvov. 
100 ^Ey. KcXixcov yacrjg vea xig itoXig t^anoXsixat 
KaXri xa ßgidgri xs ßaQVGd-svsog Ttoxa/Lioto. 
IIoXXol ö^ av G€iGfA.oi, xs IlQOTtovxLÖL xal 0QvyiaGGt 
"EGGOvxai. BaGiXevg vXaixbg x idirjg vtio fiOiQrjg 
Tr]Xsdav^ -d-avdxoio voGq), ipvx^jv ö^ drcoXevGsi,. 
105 "'uäQ^ovGi fxsxd xovöa ovo ßaGiXrjag avaxxag, 

"Og f.iev xQirjxoGiwv dgid-f-ibv TtqocpsQcov, 6 de xqlggwV 
Tovvexa xal rcoXXovg vtcsq aGxsog a^oXo&Qsvaac 
^Pwfxrjg sTtxaXöcpov de did XQaxeQrjv ßaGiXaiav. 



SIBYLLINISCHE WEISSAGUNGEN. XII. (XIV.) BUCH. 215 

Die Massageten, und auch die Köcherführenden Perser. 

Aber wenn dann nach eigenem Loos der König gestorben, 

Und das Scepter des. Reichs hinterlässt den tapferen Söhnen, 70 

Und das Gesetz umstösst; dann werden vergessen des Vaters 

Mahnungen bald sie und sich die Hand zum Kriege bewaffnen. 

Und in den Kampf rasch stürtzen hinein für die Herrschaft des Reiches. 

UndeinHerrscheralleinwirddann, von den dreienbedeutend verschieden, 
Herrschen; doch bald wird er sehen den Tod, rom Speere getroffen. 75 
Nach ihm werden darauf zu Grund gehn unter einander 
Viele und treffliche Menschen, der Könige Herrschaft erstrebend. 

Aber ein trefflicher Mann wird die mächtigen Römer regieren, 
Ein schon ältlicher Herr, von der Vierzahl, und Alles wohl ordnen. 

Und Phönizien wird ein Krieg dann und Hader entstehen, 80 

Wann in die Nähe das Volk der streitbaren Perser gekommen. 
Und wie viel wird unter fremdredenden Männern hinsinken. 
Sidon und Tripolis, und auch das stolze Berytus 
Werden einander erblicken mit Blut und mit Leichen bedecket. 

Armes Laodicea, du wirst ringsum einen grossen 85 

Und vergeblichen Krieg durch die Bosheit der Menschen erhalten. 
Tyrer, unglückliche, weh! eine übele Erndte ihr sammelt, 
Wann am Tage erlischt die den Sterblichen leuchtende Sonne, 
Wann sich die Scheibe nicht zeigt, und blutige Tropfen zur Erde 
Fallen vom Himmel herab ganz dicht und in reichlicher Menge. 90 

Und der König wird dann durch Verrath der Genossen erbleichen. 
Aber nach ihm wiederum werden viele unbändige Herrscher 
Kommen zum übelen Streit, und unter einander sich tödten. 

Und dann wird wiederum ein älter, verständiger Herr, sein, * 

Nach der Fünfzahl genannt, und bauend auf mächtige Heere: 95 

Den werden ob der Königsgewalt lieb haben die Menschen, 
Und zum herrlichen Namen wird treffliche Werke er fügen. 
Aber ein grosses Vorzeichen wird sein von des Herrschers Regierung., 
Zwischen dem Taurus und dem vom Schnee umhüUten Amanus: 
Aus der Cilicier Land eine Stadt, eine neue, zu Grund geht, 100 

Eine gar schöne, befestigte Stadt an dem reissenden Strome. 
,Auch viel Erdbeben wird in Propontis dann und bei den Phrygern 
Sein; und nach dem Geschick wird alsdann der ruhmreiche König 
Durch langwierige Krankheit des Todes das Leben verlassen. - 

Aber nach^ ihm werden zwei als regierende Könige herrschen; 105 

Einer die Zahl dreihunderte führt, und der Andre die Dreizahl. 
Viele wird er darum jenseits der Stadt auch vernichten 
Des siebenhügligen Roms, um sich in der Herrschaft zu halten. 



216 SIBYAdUKhN AOrOS IB. {IJ}. 

Kai TOTE avyxXrjTCi) y.av.ov ^aaerac ovde cpvy^Tcciy 

110 Xwofievqv ßaatlrjog etz avTrj ■dvfipv exovrog. 
2rj{.i eOTai, aga jtaaiv eTttxd-ovioig av^Q(07toig, 
nXeiÖTSQoi •ö-' vetol, vicpäöeg eoovTai, xcikatß 
^E^oMoit Xrj'mv xaQTtovg ert* ccTteigova yalav. 
^VTol ö' avTs jtEffovvTat svl TZToXefiOtac dafisvTsg 

l\b^!/iQr]'i TCQaTeQtti TtoXifiOv y^ÖQiv "iTakvijUiv. 

Kai t0T€ ö' avT ag^ei ßaaikevg Txalv^iriyjavog äkXog, 
2vXXe§ag Ttäaav OTQUTirjv, y.al xqrniaTa vei(.iag 
Xahc€o3-cÖQr]^iv TtoXifiov x^Q^^' ovtuq e^teiTa 
NeZXog vttsq ^ißvTqg TtovXvaiaxvg '^ttsi^oio 

i20^^^öevG€C dv^ evr] xb ^liXav Tcidov JLlyvjtTOLO 

XÜQrjv t' agoaifir}v ' Xi(iog da ra aävxa -Accd-i^ei, • 
Kai TtdXsfiog, Xt]GTai ts, cpovoi t* , avdqoyiTaaLaL te. 
JJoXXal : ö' avTE TtoXeig vrco avd-qcÖTttov izoXEftiaxfav 
HQT^vcafiot artoXovvTat, vrcb OTQaTirjg TtaXafiawv 

12ä ^vTog ö^ av Tteaevai TtQodod-sig aixf-covi, aidi^Q({). 
, Tbv (XEfta TQtrjKOGkov aQtd-(.tvJv olg eXXa%EV aQyßiv 

'^PcofialoiV CCQ^El iUxi V7tSQ(.lSV€b)V avd-Qbyjtoiv ' 

^EzTavvasL Xöyxrjv d-vfiOtpd-ÖQOv '^Qfxevloiac, 
Hagd-oig, ^^aavQioiGL, (.lEvertToXifiocg ds ts UeQOaig. 

13Ü Kai TOTE d' av "Pw^ir^g xTioig eacETac ayXaoTe-uxTOv 
Xqvai^, ■^XexTQip ts, xat aQyvQi^, rjd^ IXsipavTL, 
K6a]i.iO) EJtaiQO^evj], rcovXvg ds Te Xabg sv avTij 
^uävToXviqg Ttäarjg rjd^ EartsQtrjg TtoXvöXßov 
Oixi^OEf ßaßiXsvg te vöfiovg eTiqovg ItcI TavTf] 

135 Q-qOEL' Tov [xera <J' avTcg aTtEiQealr] svl vr]Gt^ 
^s^ETai oiiXö^Evog d-ävaTog v,al fxoiQa v^aTairj. 

"Idg^Ei S^ alXog ccvtjq tqkxÖcov öexa, 'di^Qc EOixcog, 
'ßv x^^'^J]} ßXoGVQcoTtbg, ag)' ^EXXtjvojv yEviarjTat,. 
Kai TOTE Srj OMrig TtovXvTQO^pov aOTv MoXoGGwv, 

l^ Kai ^ccQiAiGa 'kXvtt] nal krt' ocpQvGC IlrjvioZo, 
Kai TOTE LTtTtodÖTOv ^KvS-irjg ETtavÖGTaaig ÜaTai. 
Kai nbXEnog Ssivbg MaitoTiöog vöugl Xifivrjg 
'Egtuc £7tl JtQOxoaXGi Ttaq" vgtcctiov TtOfia Ttrjyrjg 
OaGiöog vyQoy.b(j,oio •/.ax' aacpoösXbv Xsi/^itova' 

145 JJoXXol Srj TtEGGOvvTai vTtb '/.QaTEQÖJv tioXeixigtöjv. 
AI [xaXsQOv xciXüOLO Ttöoovg nagaXrjipETai aQrjg. * 
Kai TOTE örj ßaGiXevg 2-/.v&iKbv ysvog E^aXa7ta§£c, 
&vrj^£Tai eiv iölj] fiolQjj ßLoxov avaXvoag, 
"IdXXog 6' a^T^ ag^Ei TETQÜdog {.lETETtecT^ avaöeixO-sig, 



SIBYLLINISCHE WEISSAGUNGEN. XII. (XIV.) BUCH. 217 

Panit steht auch dem Senat ein üebel bevor, nicht entrinnt er, 

Wann der König erzärnt ist, und gegen iim Groll hegt im Herzen. 110 

Auch ein Zeichen wird sein den sämmtlichen Menschen auf Erden: 

Häufiger Regenguss kömmt, und Schneegestöber; und Hagel 

RichteUdie Früchte der Felder zu Grund in des Erdkreises Weite. 

Dann aber werden auch sie hinsinken in Kriegen, bewältigt 

Durch den gewaltigen Mars ob des &iegs mit den Italienern. 115 

Und dann wird wiederum ein andrer verschlagener König 
Herrschen, der sammelt das sämmtlicheHeer und wird Schätze austheilen 
An die Gewaffoeten wegen des Kriegs; doch aber wird später 
Jenseits des Libyschen Festlands der Aehrenerzeugende Nilstrom 
Netzen zwei Jahre hindurch die schwarzen Gefilde Aegyptens 120 

Und das fruchtbare Land; und Hunger wird Alles erfassen, 
Krieg auch, und Räuber, und Mord, und Niedergemetzel der Männer. 
Und viele Städte nachher werden durch der Krieger Zerstörung 
Jählings gehen zu Grund, den Händen des Heeres «rliegend. 
Aber auch er sinkt hin durch Yerrath, durchs fuökelnde Eisen. 125 

Nach ihm wird, mit der Zahl dreihundert, welcher die Herrschaft 
Ueber die Römer erhielt, die gewaltigen Menschen regieren. 
Und der streckt nach Armenien aus die tödthche Lanze, 
Gegen die Parther, Assyrier und die kiiegrischen Perser. 
Und dann wird wiederum Rom prächtig gebauet dastehen, 130 

Schimmernd von Gold, Bernstein, von Elfenbein auch und von Silber 
Prachtvoll ragen hervor; und darin werden zahlreiche Völker 
Ueberall her vom Sonnen - Aufgang und vom glücklichen Westland 
Wohnen; auch wird der König alsdann ihm andre Gesetze 
Geben. Jedoch wird ihn dann auf dner sehr grossen Insel 135 

Der verderbliche Tod und das schwere Verhängniss erfassen. 

Aber ein anderer Mann mit der dreissiger Zahl wird regieren. 
Gleich einem Thier, mit fliegendem Haar und fiurchtbarem Blicke, 
Griechischer Spross. Und die Stadt der Molosser, das fruchtbare Phthia, 
Und Larissa wird dann, das berühmte, am Strande des Peneus, 140 

Sich erheben und Scythien auch, das an Rossen so reich ist. 
Und ein schrecklicher Krieg wird an dem Mäotischen See sein. 
Da wo der See sich ergiesst, am äussersten Rande der Quelle 
Vom tiefen Phasis am See, welchen die Asphodelos schmücken. 
Viele nun werden dahin durch gewaltige Kriegsleute sinken. 145 

Wehe, wie viel wird der Krieg mit funkelndem Schwerdte hinraffen! 

Und ein König wird dann den Scythischen Volksstamm ausplündern; 
Und durchs Verhängniss wird er das Leben verlassen und sterben. 
Aber ein Anderer wird, ein Gewählter, nachher mit der Yierzahl, 



218 - 2IBYAMAKSIN AOTOS IB. (lA). 

150 z/sLvbg avT]Q, ov rcavteg oaot TtLvovai Ttävtaiov 
l^Qfxävioi KQVGTaXlov ayav qsiovrog ^^iqü^eo), 
/tsLaovGi TtoXinoiq, aviag Jliqaai fieyddvfioi. 
Msaarjyvg Kok%tov t€ TtoLva-d-svicov re IlsXaayöiv 
^'EoGOvxai Ttölefiot ösivol avögonraalai, te. 

155 Kai 0Qvyirj yalrj re ügOTtovridog aavea yalrjg, 
Odayava x^ «Jt xoAewi' dix(j)rrx.sa yvfivwaavTsg, 
'^XXrjXovg noxpovai öid övaaeßelag aXysiväg. 

Kai Tore 6r] fteya a^f.ia ©sog fiegoTteaac ßQoroXotv 
OvQav6-9-€v dsi^si TtsQiTslXofxsvoig eviavToTg, 

160 (Dähm]v £aaof.t€vr}v de rägag TtoXif-Ww naxoto. 

Kai TOTE- dr] ßaaiksvg OTQariijg ov cpev^erai %EiQag, 
"Ov y.al TS-d^Tjcdra verjv öcccdrjXijaovTai, 
IdXXcc '&avsi&' vTtb x^t^t rafielg cuS-covt GtdrJQiiJ. 
Tbv f.ie.TCi- ■jVEvrriv.ovT^ agi^ficov ag^ec nakiv ahXog 

i&b^E^ '^oir]g TtQOcpavslg, deivog cpößog, avTifxaxrixr^g' 
Kai 3'riaev Ttölsf-iov -/.ai S7t ayXaa TEL%ea '^Püf.nqg, 
Kö'kypig -d-^, 'Hvwxoig rs, yalayttOTtoraig Idyad^gaoig, 
Ev§siv(p 7t6vT(p QQrjv.'iqg xpaixfiüdsl v.okTCtg. 
Kai TOTE 6r] ßaatXrjog oXcoXoTOg eaaex^ ^QV^^V 

170 'Ptüfirj avöiaveiga, itoXvg de te Xaog oXeirac. 
Kai TOTE ö^ uvt' ag^ei an:' ^lyvTtToio fiEyiOTrjg 
Jsivbg ■aal cpoßsQog, üaQd-ovg d' oXeoec iii£yaSvf.iovg, 
Mrjöovg, TEQiiavoig te, ßooartOQtöag t' 'Ayadvqaovg, 
BQEXTavovg, ÜEQvovg ,te^ cpaQSTQOcpoQovg -te ""IßrjQag, 

175 MaaayeTag GxoXiovg, ÜEQOag d' VTteQTqvoQEOvxag. 
Kai TOTE '^EXXäda Ttaoav kaoipETai ayXabg avrjQ, 
'E%d-aiQcov 2yivd-i7] nal Kavxccaep rjve(.i6£VTt. 
2rjf.ia Se toc EGTai ■ugaTegov tovtov xQaTSOVTOg' 

OvQGvÖd-SV GTECpävOlO [.ieOri(.lßQlTqQ TE Hal CtQXTOV 

180 i^OTQücai (paivoi-isvoig 7tavO(.ioiov avxsiXavTog. 
Kai TOTE Ttaiöl E<p XEixpEi ßaGiXrJov aQ%riv, 
2tol%eLov aQ%0(iEvov' yccQ stceI IdLrj evI f-coigj] 
Bi^OETai eIv atdao d6/.iocg ßaaiXsvg ayoTtiqvcoQ. 
IdXX' brtöxav a%Qi tovtov Ttatg ev yß-ovl "Pcofxrjg, 

185 'Ek fioväöog jtQOcpavEtg, eGzai '/.ütcc yatav anoGav 
Elgrivri (.lEyccXr] TtoXvriQatog, ov te ^arivot 
2teq^ovgi, ßaGiXsIg xal iov jtaTgbg £Lvsx.a Tif.itjg' 
"Ov GTtEvdovTa f-ioXsiv xal ett; avToXtiqv dvGiv te 
'Ptofiaioi GyijGOVGL v.al ovk E-S-sXovTa jtqbg omovg, 

190 Pcof.irjg %oiQavEOvd-' , ort örj cpiXog etcXeto tvccgcv 



SIBYLLINISCHE WEISSAGUNGEN. XII. (XIV.) BUCH. 219 

Herrschen, ein schrecklicher Mann, den Alle, wie viele Armenier 150 

Trinken das eisige Wasser des reissenden Stromes Araxes, 
Fürchten im Kriege, gleichfalls aucli die edelen Perser. Und mitten 
Zwischen den Kolchiern und den Pelasgern, an Kraft ausgezeichnet, 
Werden schreckliche Kriege und Morden der Männer entstehen. 
,Und das Phrygische Land und die Städte der Landschaft Propontis 155 
Ziehn aus der Scheide heraus die Schwerdter mit doppelter Schneide, 
Und in schmerzlicher Ruchlosigkeit morden sie sich einander. 

Dann wird den Sterblichen auch ein grosses Vorzeichen geben 
Gott vom Himmel herab in den sich kreisenden Jahren: 
Eine Sichel erscheint, ein Zeichen des schrecklichen Krieges. 160 

Und der König wird dann nicht entfliehen den Händen des Heeres. 
(Den sie getödtet bereits, aüfs Neue noch werden verstümmeln.) 
Aber er fallt durch sie, durchbohrt vom funkelnden Eisen. 

Nach ihm wird mit der fünfziger Zahl wieder herrschen ein Andrer, 
Welcher aus Asien kömmt, ein schrecklicher, furchtbarer Krieger. 165 
Und er wird bringen den Krieg bis zu Roms vortrefflichen Mauern, 
Kolchern und Heniochern, zu den Milchtrinkern, den Agathyrsen, 
'Und zu Thraziens sandiger Bucht am Pontus Euxinus. 
Und dann wird, wann der König gestorben ist, Rom auch verwaist sein, 
Sie die an Männern berühmt war, und zahlreiches Volk geht zu Grunde. 170 

Und alsdann wird wiederum, herkommend vom grossen Aegypten, , 
Herrschen ein Schrecklicher, Furchtbarer, welcher die trefflichen Parther 
Tödtet, die Meder, Germanen, am Bosporus die Agathyrser, 
Die Brittanner und Perner, die Köcherbeschwerten Iberer, 
Die Massageten, die tückischen, auch, und die herrischen Perser. 175 

Dann wird ein trefflicher Mann hinschaun auf das sämmtliche Hellas, 
Welcher gen Scythien und den stürmenden Kaukasus Groll hegt. 
Aber wann dieser regiert, wird ein jnächtiges Zeichen geschehen: 
Denn vom Himmel her wird sich nach Mittag und nach Mitternacht hin 
Heben ein Ki-anz empor, den le'uchtenden Sternen ganz ähnlich. 180 

Und dann wird er dem Sohn die Herrschaft des Reichs hinterlassen* 
Von der Buchstaben Beginn, dieweil durch das eigene Schicksal 
Er in der Unterwelt Haus eingeht, der mannhafte König. 
Aber wenn dann bis dahin der Sohn zu dem Boden von Rom kömmt, 
Er, von der Einzahl genannt; dann wird auf der sämmtlichen Erde 185 
Herrschen ein Friede, der gross und ersehnt ist, und die Lateiner 
Werden ihn wegen der Würde des Königs und wegen des Vaters 
Lieben; es werden, wann er nach dem Orient eilt und gen Abend 
Ihn die Römer zu Haus fest halten, selbst wider Willen, 
Ihn, den Herrs^cher von Rom, dieweil von Freundschaft erfüllt ist 190 



220 SIBYAAIAKilN AOFOS IB. {iJ). 

Qv/xbg VTtsQ ßaaiXrjog- ayaxXvTolo avccKzog. 
'^XXa fxivwd-cidiov fitv cccpaQTta^Ei, ßtöroio 
Ovk6f4€vog d-avttTog, TtQodo^eig idijj evl fioiQT]. 
'L4XXoL d' av y-eciTtsira Tiakiv XQareQoi JtoXefUGTal 

1%'^XXrjXovg -/.öxpovGi, naxfjv €Qtda 7tQoq)eQoyTsg, 
Ol) ßaaiXsca sxovreg avccxroQog, aXXa tvqcivvcov. 
TloXXa öe ör] tsXiaovai ncnta -xöofKp evl tiuvti, 
'^Piofiaioig de (.laXiera fi^XQ^ tqitÖtov ^lovvgov, 
'!AxQtg üTt uiiyvTCTOv aexogv-d-fiivog rj^erac- ccQrjg, 

200 "Ov ^LOvvaov ävaxTcc fi£Ttovv(.iiav nccXiovotv. 
i^XX' OTtoxav q)6vt6g t« Xeiov g)Ovir] re Xiaiva 
IIoQq)VQeov g-q^ovai 'kXvtov ßaacXrj'iov elf^a, 
Ilvsvfiovi avfZfj.aQipovatv, STzsfyofiivrig ßaaiXsirjg' 
Kai t6t£ ö^ ayvbg ava^, og t' eXXaßs TQCcvnarog aQXf]v, 

205 E%d-QOvg riyEiioviiag- afistipäf-ievog TtEQi vvxrjg 
0eQq)ead-ai, GKvXcr/.£oat xctt oicovoiGi ixed^Gst. 

^l al Gv, TivQiKCivGTS TtöXig, fisyaXoG^svs '^Piöfzt], 
'ÖTtTtoGa dst GS Ttad-Eiv, OTtözav räös rtccvra ysvrjTai. 
]AXXa ^iyag ßuGiXevg 6 iiEQiy.XvTog afoptg ETtsvta 

210 Xqvg<P t', '^XexTQip TE, xai ccQyvQfp, ^d' EXEcpavTi 

£§£y£QEl naoäv GE, KuI EV KÖGfiq) TtQOTEQrjGEl 

KxrinaGL v.a.1 vaotg, ayoqaig, TtXovTOig GTaölöig te' 
Kai TOTE d^ avTig egt] Ttaoi g>cog, wg rb jtQiv rjGd-a. 
u41 heXeoi Kh.qoTCEg, 'Aal davXioi, ^«Js ^äxuiVEg, 
215 Ol tteqI üiqviov TE ßadvG%OLvöv TE MoXoGGbv, 
TQimiTjv, ^toötüvrjv te, xal vxpiTiirizoy 'I-d-iöfirjv, 

ulvXEVa TE, TtTEQlKOV TE fisyav TtEQl QlOV ^OXv^lTtOV, 

"Ogguv, ^ccQiGGccv TE, xal vxpiTtvXov KuXvöwvu. 

"udXX^ OTtöxav (xeya Grjfia Qsög ueqÖtzeggi itOiriGr], 
220 'HfiEQir]v GxOTOSGGav änoXyairjv tzeqI MGfiov, 

Kai TOTE Goi, ßaGiX&u, TsXog eggetui, ovöe q)vyoig av 
'O^v y.aGiyvrjTOio ßibv ßEßoXr](X£vov sig ge. 

Kai TÖTE d^ avT aq^EV d^i^LO(pd-bqog, aGTtsTog, äiS-tov, 
^x ysvEzfjg ßaGiXrjog, dg u4iyv7tT0v yevog £§ec, 

225 "ÖTtXÖTEQOg fX€V TtoXXlp [UQlGTEQbg] ös Gvvaifiov, 

'Oyöo'qxovT' agiS-fiäiv, og sXXaxEv EvxvTtov agxi^v. 
Kai TOTE d^ ad-avceTOco &eov ■d^fiaXysa (.trjviv 
KoGfiog «Trag ^ÖGfioig vTtoÖE^Erai ElbVEna Ttf^rjg' 
"EoTai yäg ixEQOTtEGGiv EqyrjfiEQtoig avS-gioTtoig 
230 yfifxol v.at Xocf-ioi, Ttolsfiol x* avdqovxaGiat te, 
Kai Gv.öxog a^afxaTOv, xal Inl X'^ova [irjTEQa Xauv, 



SIBYLLINISCHE WEISSAGUNGEN. XII. (XIV.) BUCH. 221 

Allen zumal das Gemuth gegen ihn den herrlichen König. 
Aber ihn rafft nach weniger Frist hinweg aus dem Leben 
Der verderbliche Tod, überliefert nach eignem Yerhängniss. 

Andere werden darauf wiederum, sehr gewaltige Krieger, 
üebelen Streit beginnend, darin sich einander vernichten, 195 

Uebend die Herrschaft wie Könige nicht, sondern gleich den Tyrannen. 
Viel werden sie in der Welt insgesammt an Uebel vollbringen. 
An den Römern zumeist bis zu Dionysus dem dritten ; 
Bis von Aegypten heran der Ares mit wehendem Helmbusch 
Kommen wird» welchen man nennt Dionysus den Herrscher mit Namen. 20O 
Aber wenn dann der mördrische Len und die blutige Löwian 
Reissen herab das Königsgewand, das berühmte, von Purpur," 
Und dem Reiche in Noth zerschmettern das innerste Leben: 
Dann wird der treffliche Herr, der die wunde Herrschaft erlangt hat, 
Sich eintauschen den Sieg, und die Führer, die feindlich gesinnten, 20& 
Geben den Raubthieren preis, und den Raubvögeln lassen als Beute. 

Wehe dir, weh^ Stadt Rom, vom Feuer verbrannte, du starke! 
Wie viel musst du erdulden, dann wann sich dies Alles ereignet! 
Aber der König, der gross und weithin berühmt ist, wird später 
Dich mit Gold und Elektrum, mit Elfenbein auch und mit Silber 210 
Vollständig wieder aufbaun, und die erste wirst du in der Welt sein 
An Besitzthum und Tempeln, an Plätzen und Reichthum und Stadien; 
Und wiederum wirst du dann ein Licht sein für Alle wie vorher. 

Weh, ihr armen Cekropier, ihr Daulier imd ihr Lakoner, 
Die um den Peneus ihr wohnt und den Schilf umwachsnen Molossus, 215 
Trikkes, Dodonas Bewohner, und des hochgebauten Ithome, 
Und in dem Thale und um des Olympus mächtige Kuppe, 
Ossa, Larissa, und um Kalydon, mit mächtigen Thoren! 

Aber wann Gott den Sterblichen einst ein gewaltiges Zeichen, 
"Wann er den Tag zum dunkelnden Zwielichte einst in der Welt macht: 220 
Dann wird, o König, auch dir das Ende sein, nicht wirst entfliehen 
Du dem durchbohrenden Pfeil, gegen dich vom Bruder geschleudert. 

Und dann herrscht wiederum ein Mann, sehr verderblich und muthig. 
Aus des Königs Geschlecht, der den Stamm von Aegypten beschirmet. 
Der aber mehr noch gerüstet und [tapferer] ist als der Bruder, 225 

Achtzig der Zahl nach, und der die ähnliche Herrschaft erlangt hat. 
Und es wird dann der höchst schmerzliche Zorn des unsterblichen Gottes 
Treffen die sämmtliche Welt wegen weltlicher Ehrenbezeugung. 
Denn die Sterblichen wird, die kurzlebigen Menschen, befallen 
Hunger und Pest, und Kriege zumal, und Männerermordung, ' 230 

Bleibende Finsterniss auch auf der Erde, der Mutter der Völker, 



222 SIBYAAIAKilN AOWS IB. (lA). 

^Hd' ccxccTccaTixair] xaigiov, nai ajiBLXL%og OQyrj 
OvQttvöd-ev, aeia(.ioi ts, xeQavvoi g)X€yed'0VT6g, 
KsXttivol •5-' vsTOi, xal avx/iii]Qccl yjaxädeg. 

235 2si€T0 (}' (XV 0Qvyir]g yairjg aijtsivä iiccQrjva, 
2eiovTO 2y.v^ixb)v oqsbiv nödeg, etgef-iev äarv, 
^'E%QB[XB de xd-wv Ttäoa /uera aq)iOLv ^EkXädog aQrjg. 
IloXXal 6' avTB nöXsig re, &€0v (xsya 'dvfn^vavTog,- 
JlQr]vc(TfioZg TteaaovTai V7t aid-aXösGOL x€Qavvoig 

240 Kai xOTtsTocg, ovx. san cpvyeiv ypXov, ovd^ vTtakv^ai. 
Kai Tore (J' av Tteaevai ßaaiXevg aTQarirjg ccTtb x^f^^g, 
BXiqd-elg olaTtsQ ovTtg vTtb aqtsTSQOiv avd'QWTtcav. 
Tbv (tSTce udaxLvwv jtoXXol TtäXvv e^eysQOvvtcci 
^Idvdqeg, 7tOQq)VQsriv X(6ßr]v ä(tq)Ei(isvoi, dtfiocg, 

245 Ot yiXrjQcp areg^ovai Xaßelv ßaacXi^'tov agxi^v. 

Kai TOTS TQEig ßaacXslg eTt ayXaa Tsixsa '^Ptafit^g 
^'EoGovrai, ovo (xev itqoJTOv agi^fiov xarexovrsg, 
Elg dk q)€Q(ov veiTiog rb fxevävvfxov, olansQ ovöeig. 
2T€Q^ovai 'P(6ixrjv avToi y,ai v.6g(iov arcavTa, 

2bO Krid6/.ievoi. /.legoTvcov ' aveaig d^ ovk eaaevai avtoig' 
Ov yuQ scpv ■xöaiAip Qebg YXaog, oiös fxiv earai 
"HfXBQOg avd-QfOTtoig, ort, 6r] xoxa jtoXXcc 'eogyav. 
Tovvsxsv av ßaaiXevaiv aemea Sv/xbv ETtoiaev 
JlaQÖaXltDv TS XvKCOv itoXv xj^qov ' Tovg yaq atpetdäig 

255 XaXx€0&a)Qi]}:£g TtaXäfxaig idiaiai Xaßövreg, 
IdTtQTjxTcog Tfir]d-evTag avaXyitdag ola yvvaiv.ag, 
^E^oXeaovaiv avavxag etvi amJTtTQOtoiv ioZacv. 
^l fieXeot 'P(aiLi7]g egtKvdeog €§oxoi avögsg, 
WcvdaTtaTaig OQxotai, 7rsn:eiafj.ivot e^aTtöXria&B. 

260, Kai TOTE ÖT] TtoXXoi doqvKOiQavoc, ol xaTo. ■adafiov, 
0(oveg Bq)OQixrid-ävTsg aqxxcQrioovGL ysviad-aL 

^4%(.iaTt TtQOiTOyÖvOJV ccvöqcov 

^ig Toli]v S' ov TtQcÖTOv ayeiv omtgriv. Tore dalfiwv 
nävrag <5' avd-gwTtovg iSioig egyaiaiv oXeaaet: 

265 L^AAa TtäXcv ©fog" av^ei, avacdea ■d'Vfibv exovra, 
Elg y.QLacv kX-d-efxevai, otcögov xcüTaTex/t^ioavro " 
^vvoi IrCKpQäGGOvTav ev aXXriXoLGL ßaXövTeg, 
.AvTr]v iGÖxQiGcv etpte[j.svoi v.av.brriTog' 
IloXXa fxhv B^rjg ccGTQa v.ai axTcvOBwa xO/tt^rj^v, 

270 IIoXXov s7tBQxofJ.evov TtoXefxov y.ai örjiOTrJTog. 

"Hviy.a 6" av xQ^GfiOvg Gwäyet TtoXXovg Ttsgi viqGCDv, 
0QaLo/.i€vovg ^eivoiGi (.laxrjv y,ai drjiOTrjra, 



SIBYLLINISCHE WEISSAGUNGEN. XII. (XIV.) BUCH. 22$ 

Und unbeständige Zeit, und ein unversöhnliches Zürnen 

Von dem Himmel herab, Erdbeben und zündende Blitze; 

Dunkeler Regenerguss und Tropfen mit Schmutz untermenget^ 

Und im Phrygischen Land die erhabenen Gipfel erbebten, 235 

Und es erbebte der Fuss der Scythischen Berge ; die Stadt selbst, 

Auch das sämmtliche Land, mit ihnen der Ares von Hellas. 

Und vor Gottes, des mächtigen, Zorn werden dann viele Städte 

Sinken im Sturtze dahin durch die Macht' der feurigen Blitze, 

Jammererfüllt, kein Rauin ist zu fliehn, noch der Zorn zu vermeiden. 240 

Dann wird auch durch die Hände des Heers hinsinken der König, 

Und, wie JLeiner noch ward, von der eigenen Mannschaft getroffen. 

Nach ihm werden nochmals sich viele Lateiner erheben, 
Welche das Purpurgewand sich werfen über die Schultern, 
Welche es lieben durchs Loos zu erhalten der Könige Herrschaft. 245 

Und drei Könige dann in Roms vortrefflichen Mauern 
Werden erstehen, und zwei werden haben die erste der Zahlen; 
Einer aber der trägt den Streit als Namen wie Keiner. 
Lieben werden sie Rom, und lieben die sämmtliche Welt auch, 
Für die Menschen besorgt. Doch werden sie Ruhe nicht haben; 250 

Denn nicht gnädig war Gott der Welt, auch wird er nicht werden 
Milde den Menschen gesinnt, weil diese viel Böses verübten. 
Drum wird er auch ein ruchloses Herz den Königen geben, 
Schlhnmer als Panther und Wolf: denn sie werden ohne Erbarmen, 
Eingehüllet in Erz, mit eigenen Händen ergreifend, 255 

Schuldlose morden dahin, als seien sie kraftlose Weiber, 
Und werden Fürsten vernichten, wegen der eigenen Herrschaft. 
Weh ihr, des ruhmreichen Roms unglückliche, tapfere Männer! 
Ihr werdet gehen zu Grund, weil auf trugvolle Schwüre ihr bautet. 

Und es werden dann viel Speermächtige, die in der Welt sind, 260 
Männer stürmen heran und hindern, dass dem Geblüte 
Jener, welche zuerst an Geburt sind [die Herrschaft entgehe]. 
Und nicht der Erste zweimal dies Leid habe» Dann wird ein Dämon 
Alle Menschen zumal durch die eigenen Werke vernichten. 

Aber gedeihn wiederum wird Gott einen Ruchlosen lassen, 265 

Dass, Wem es immer bestimmt ist, zu dem Gerichte gelange. 
Sie aber werden erfahren, die unter einander sich treffen, 
Jenes gerechte Gericht, sie die nach Schlechtigkeit trachten. 
Und viele Sterne darauf [man sieht], und einen Kometen, 
Welcher hell strahlt, da gewaltiger Krieg und Gejtöse heranzieht, 270 

Aber wann er nachher viel Orakel über die Inseln 
Sammelt, welche den Fremden Schlacht und Kriegslärm verkünden, 



224 ^iBYJAiJKSiN joroi; IB, (IJI 

^uigyaXeiqv re arrjv [leQÖiv], Xs^ec Ss, Taxtota 
JIvQOvg Y.ai ycQcd-as avvayeiv sv d(i)(.iaai 'Piofjnqg, 

275 JBtg acpsvov aTtevöiov ri ejtl dvo'^aide/.a ftrjvag. 
Kai TS rakaiTCWQOg Ttö'kig saaerat tj^iam yietvoig, 
Evd-vg ö' evdat/xcDv Ttäktv saaerai ov xara HfKQOv, 
'Havxirj ö' earai, onoxav %6 TigaTOvv aTtoXrjvai. 
Kai TOT« ^axivcav ysverj Ttv/xarog ßaatkiQcov 

280'^(7Tat, xat ßaailsia (xer^ avtrjv e^avatpvaeiy 
Ilaideg xal Ttaidtov yevei] aaaXevTog VTtaqxti' 
"EaTai yccQ yvcoaTiq ol, htel Qebg ovrög ccvaffcec 

"Eatt de rig yairj fplXrj xQorpog avS-quiTtoiai, 
Kscfievrji ev 7tedi(ff, Tteqi d' avrrjv NeiXog bqit,ei, 

285 Ilaaav eTtovgl^cav ^ißvtjv rjd^ ^id-iovtlav. 

Kai 2vQ0i ccTtaQ^ovGLV scprj/UEQOi. aXXod-ev äXXog 
Ilaaav afiagziav Trjg ösurrjg'. aol (xsyag %otai 
Kedvbg ava§ ßaaiXevg [naidojv] v.ai (piortai 7tEf.i7to}v, 
Kai deivbv cpgovicov Tceql dstvoraroig stcI rcaaiv 

290^lTaXi'r]g Ttäarjg (isyaXöcpqovog, olotv aqtayog 

KaQTEQog. 'HviKa d' l^aavQiag stiI otvoTva tvÖvtov 
"EXd^^j y.al 0oivixag iocg oXy-Oig ö' aXaTta^si, 
JriGÖnBvog jt6Xe(x6v ts zoxov v.al (pvXoTtiv aln^v.. 
Tcüv dvo y.oiQaviäiv yairjg elg Koigavog ^arai. 

295 Nvv de reXog 7toXv(.iox^)'Ov ^^Xs^avögevaiv asiaia' 
Ol (5' IsQTjv uäiyvTtTOv antif-iova, Trjv aoäXsvrov, 
Bagßaqov oixi^ffovaiv. "Orav cpS-ovog sxjtO'S-Ev eXS^, 
XElfia ^sQog TCOiEi, tote d-EGcpaxa itävta TfAetTat. 
"^XX^ OTtöxav xQEig Ttaldsg ^OXvfirtia vcxfiaoxn, 

300 Kav fÄEv 6r] (pQoCwOL, ■d-EÖ-z.Xvxa -S-Eacpaxa XeStj, 
^lifiaxt xETQaTtodog yaXadTjvov Jtqaixa ■Ka&qqrj ' 
Tglg xoLvvv vipiaxog ayEL örJQiv xöxs ÖEivrjv, 
Ov y" av TtEvd-aXiov öoqv {.laKQOv Ttäac xavvaj], 
uälpa TcoXv QEvaEi xoxE ßagßuQOv iv v.ovlr}<Jt 

305 KEVoXg a^EivoKTcv, oxav nöXig EB,aXa7iayß^. ^ 
"OXßwg og xi&vrjXE, xal bXßiog ooxig axEXvog' 
Tbv yccQ öij öovXelov vtio ^vybv avxsva ■d^asi, 
"Og TtQiv EXev&EQifiaLV ETtcövvftog riyE/xövrjaag, 
BovXag sfXftQoad-Ev /.isv aoiöi^og ovxco iXiaacov. 

310 Toir]v öovXoGvvrjv Stigec TtoXvEÖgov avocKtcov. 

Kai XOXE ÖE ^ixeXiüv oxqaxbg avxlyia öva/iOQog rj^Et, 
^Ei/xa cpiqüiv, OTtoxav mcäXiv ßdgßaqog EusXd-rjUi, 
KuQTtbv ETcav qÄiGoiat öiaxfxrj^ovaiv aqovqag. 



SIBYLLINISCHE WEISSAGUNGEN. XII. (XIV.) BUCH. ' 225 

Und schwer ersetzliches Unheil im Tempel ; dann wird er in, Eile 

In den Häusern von Rom aufsammehi Weizen und Gerste, 

Tragend für Vorräthe Sorge, die auf zwölf Monate reichen. 275 

Und es wird jejjes Tags die Stadt von Mühsal bedrängt sein; 

Bald aber wird , wiederum sie beglückt sein auf lange Zeiten, 

Und die Ruhe wird herrschen, dann wann die Herrschaft zu Grund geht. 

Und dann wird das letzte Geschlecht der Lateiner regieren, 

Und das Königreich wird nach diesem wieder aufblühen; 280 

Unerschütteriich herrscht das Geschlecht der Kinder und Enkel : 

Denn ihm wirds offenbar, da Gott selbst führet die Herrschaft. 

Aber es giebt ein Land, das freundlich die Menschen ernähret. 
Und es liegt in der Ebene, rings vom Nile begrenzet. 
Welcher ganz Libyen und Äethiopien günstig bespület. 285 

Und bald hier und bald dort eine Zeit lang beginnen die Syrer 
Jeglichen Frevel nach Lust. Und dir wird ein mächtiger König 
Sein, ein tüchtiger Fürst, der [Verderben] den. Männern zusendet, 
Und der gewaltig Erschreckliches , sinnet gegen sie Alle 
In dem hochmüth'gen Italien ganz; und denen ein starker 290 

Schutzherr er ist. Wann er kömmt zu Assyriens wogendem Meere, 
Wird er Phönizien auch im eigenen Hause berauben, 
Fesselnd den schrecklichen Krieg und das furchtbare Rasen der Feldschlacht. 
Von den herrschenden Zwei wird Einer die Erde beherrschen. 

Singen will ich nunmehr Alexandrias klägliches Ende; 295 

|Jnd die, welche das heil'ge, sorglose Aegypten bewohnen, 
Das barbarische, ruhige Land. -Wann der Neid einst herankömmt, 
Winter zum Sommer einst wird; dann erfüllt sich, was Alles geweissagt. 

Wann aber in dem Olympischen Spiel drei Jünglinge siegen. 
Und wann es kund wird, dann sprich zu Gott anflehende Sprüche, 30O 
Und mit dem Blute des jungen Vierfüssers versöhne vor Allem. 
Dreimal führet alsdann der Höchste gewaltigen Kampf her, 
Und wo er immer den Speer, den langen, leidbringenden ausstreckt, 
Da wird fliessen viel B]ut der Barbaren dahin in dem Staube, 
Jenen so eitlen, unfreuudlichen, dann wann geplündert die. Stadt ist. 305 
Glücklich ist der, welcher todt ist, und der keine Kinder besitzet: 
Denn das sklavische Joch wird er dem Nacken auflegen, 
Er der vordem nach der Freiheit benannt ausübte die Herrschaft, 
Welcher vordem Rathschläge gefasst, und der so berühmt war. 
Solch eine Sklaverei wird er bringen, vielfache, der Herrscher. 310 

Und der Sizüier Heer wird dann bald kommen im Unglück, 
Schreckengejagt, wann einst wiederum die Barbaren anstürmen. 
Welche' vom Felde die Frucht abschneiden, die eben hervorsprosst. 

15 



226 SIBYAAIAKSIN AOTOS IB. {lA.) 

To7g zccKOv avv' ayad-ov dcoGSL &sbg vxpmtQavvog' 

315 Seivog ^eivov äel jtQOvofisvaag %Qvaov oiTtex^rj. 
^vTctQ ETtitv dt} Ttavreg sjtoipovd-' alfxa Xsovzog 
Gvf.ioß6Qov, (povia -t InX GÜfiaxL ij^ei, Xsaiva, 
u4.vxov nax xscpalrjg axrjjtTQOv ö' aTtOQQcipSL ciTt avvov. 
'£2g (5' OTtörav ev dauvl (pLhß yevaovrai ccTtavTsg 

320 ylaot ev ^iyvTcrtg, TeXeovot de y.äq'veQa eqya, 

"'udlXog d" tt'kXov ^QTi'As, Ttolivg d^ aXaXrjTog ev avxoXg' 
'üaavtcog eTtel räqßog eTteaaerai avd-qatTCOiGL, 
Maivofihtjg eQiöog, TtoXXol d^ aTtöXotvTO, xat alloi 
^u4XkriKovg xxeivovxeg vtco ttgareQrjg va(j.lvrjg. 

325 Kai tbxe Kvaveatg (poliac TteTtvaKafievog rj^ei. 
"H^ovot ovo alikoi {.uoqöd-eoc allrilocaiv, 
Kai rglraTog avTolGt xQibg [xeyag ex KvQrivrjg, 
"Ov TiQiv ele^a cpvyovra ^äyrjg Tiaga xsv^aai NelXov 
^AXi^ ovd^ aig ccTtQTjyixov oöbv reXiovatv artavTeg. 

330 Kai TÖve [/.ev [xeyäXcov TteQiTsXXofisvcov eviavTOJv 
""EoGOvrav [iiqv.ri 'noXvrjGvxa' avTccQ ejtetra 
Q^ioex" ev Aiyv7tT(p TtoXefxog näXiv öemegog avxoig, 
Navfxaxtr} ö^ effxai, vixog ö^ avxoiaiv ovv. eotai. 
'i3 (.isXeoL, \xeiQOiii'\ %Gxai ^oXecog eTtiGri^iov, 

335 Kai TtoXefioig GxvXevfia yevrjoetaL ov% eitl örjQÖv. 
Kai xöxe öi] x^QV^ noXXrjg. bfxoxiqfxoveg avöqeg 
0ev^ovxai öelXot, doXicog d' ä^ovGt xo'^rjag. 
Kai näXiv eyY.vqGOVGi nodl [leya vXy.og 'exovxeg 
^lovdaiovg oXeGovGi, fisveTtxoXefiovg avS-QCOTtovg, 

SAQ'AxQtg aXbg stoXirjg, v.eQatt,ovxeg jtoXefiocGi, 

UoLi-ieveg ccficpöxeQOt neQi Ttaxgiöog ■^de rox^wv., 
Qriaet de cfi&tf.ievocGi TQOJtaLOcpÖQwv yevog avdqojv. 
ALI OTtOGOi cptZxeg Tteql v.vf.iaxa vr)xi']GOvxac' 
HoXXol yaQ xeiGOvxai eTtl tfiafj.ad-todeag aKtäg' 

345 Socv'&w KccQtjva JteGOvxat V7t AiyvTtxuov nexerivwv. 
Ar] xöxe xcov Agäßcov (.lexeXevGeraL alfia ßqöxeiov. 
AXV oxav avre Xvkol xvgiv ogxicc TtiGxtÖGOvxai., 
Nriaq) a^irpiQvxfi, xöxe rtvqyov aväGxaGig eGxac. 
"Avöqeg oiy.i^GovGi. tcöXw xtjv-TtoXXa Tcad-ovGav. 

350 Ovy.exi, yaq ööXtog /^wffog, ovd^ agyvqog eGtai, 
Ov 'AxrJGig yairjg, ov dovXeirj itoXvfxoyß^og' 
^AXXa fiirj (piXSxrjg xe xal elg xqortog evipgovi drjfK^' 
Koiva de rcävx^ eGxai v.al cpcüg Ygov ev ßiSxoio. 
^Ek yairjg v.axii] xaxaövGexai eig aXa Siav. 



SIBYLLINISCHE WEISSAGUNGEN. XII. (XTV.) BUCH. 227 

Ihnen giebt der hochdonnernde Gott statt Gutes das Uebel; 

Ein Gastfreund dem andern wegnimmt das Gold, das beillose. 315 

Aber wann Alle dereinst das Blut des schrecklichen Löwen 

Sehn, und zum Körper heran die mordgierige Löwinn sich nähert; 

Dann wird er ihm vom Haupte hinweg das Scepter entreissen. 

Aber wie wenn beim lieben Gelag sie alle die Völker 
Schmaussen im Land der Aegypter, und tüchtige Werke vollenden, 320 
Einer den Andern erwirbt, und viel unter ihnen gelärmt wird: 
Ebenso wird einst die Furcht die sterblichen Menschen befallen 
Bei dem rasenden Kampf, und zu Grund gehn viele, und andre 
Richten einander zu Grund mittelst einer gewaltigen Feldschlacht. 

Und dann wird er bedeckt mit dunkelen Schuppen heranziehn. 325 
Auch zwei Andere kommen, voll Thorheit unter einander, 
Und der dritte davon ist der mächtige Widder Cyrenes, 
Der, wie ich früher gesagt, in der Schlacht an den Quellen des Nils floh. 
Aber nicht so vollbringen den Weg sie Alle vergebHch. 

Und es werden alsdann in vielen umlaufenden Jahren 330 

Lange sehr ruhige Zeiten entstehn; doch aber darauf wird 
Wieder entbrennen ein anderer Krieg für sie in Aegypten, 
und zur See eine Schlacht, und nicht wird ihnen der Sieg sein. 
Unglückhche ihr! die ruhmreiche Stadt wir(i bewältigt. 
Und in dem Krieg wird Beute gemacht; doch währt es nicht lange. 335 

Und es werden alsdann die Grenznachbarn einer grossen 
Landschaft feige entfliehn und mit List die Väter wegführen. 
Und wiederum werden sie auf die Juden treffen und grossen 
Sieg sich erringen Und die kampfmuthigen Männer vernichten, 
Bis -an die dunkele See durch Krieg Verwüstung bereiten, 340 

Beide Fürsten, des Vaterlands wegen und ob ihrer Eltern. 
Aber den Todten folgt nach ein Geschlecht von siegreichen Männern. 
Wehe, wie viel werden Männer alsdann in den Fluthen hinschwimmen: 
Denn Viele liegen gestreckt an den sandigen Küsten des Meeres ; 
Gelbliche Häupter sinken dahin durch die schnellen Aeg^'pter. 345 

Dann wird kommen nachher das sterbliche Blut der Araber. 
Aber wenn dann die Wölfe gekirrt mit Schwüren die Hunde, 
Dann auch erhebt sich der Thurra auf einer umflossenen Insel. 
Männer bewohnen die Stadt, die Vieles hatte erduldet. 
Denn nicht ferner wird mehr das trugvolle Gold sein und Silber, 350 
Nicht ein Erwerben von Land, und nicht mühselige Knechtschaft, 
Sondern einzige Liebe und Sitte beim fröhlichen Volke. 
Auch wird Alles gemein, und ein gleiches Licht für das Leben, 
Und die Schlechtigkeit sinkt von der Erd' in die göttliche Meerfluth. 

15* 



228 '. 2IBYJAIJKSIN JOrOSIB. (IJ.) 



355 Kai Toxe d^ efyvQ i]sv rb -d-eQog (.isQOTtcov ccvd-QcoTtwv. 

Tavta zeXeadiivai, yigaregr} srcmelosT^ aväyxrj. 

Ol) 'ke^BL Tove TLQ (is{xvYi(isvog akog odii'rjg, 

S2g Qcc TCOT^ «[xnavasL /nsgoTtcov yevog oXkvfzsvcov Tteg. 

Kai t6ts d' ayvbv %&vog ajtccarjg yi]g ayirjjtTQa agaTi^asc^ 
360 Eig aiwvag aTtawag, a(x iq)d'iftocai roxevGiv. 



SIBYLLINISCHE WEISSAGUNGEN. XII. (XIV.) BUCH. 229 

Und es dürfte dann auch die Erndte der sterblichen Menschen 355 

Nah sein. Dass sich dieses erfüllt, liegt gewaltiger Zwang auf. 

und kein Seefahrer wird mehr sich erinnernd dann sagen, 

Dass Rast habe dereinst das Geschlecht der fallenden Menschen, 

Und ein heiliges Volk wird dann auf der sämmtlichen Erde 

Immerdar herrschen, zugleich mit seinen vortrefflichen Eltern. 360 



TßN 2IBYAAIARÖN XPH^MßlST 

An02nA2MATIA. 



I. 

lOJvTe de fiov, (xegoTteg, ßaatXevg aicoviog aq%eL. 

IL 

Ei de d-eol yevvojai xat ad-avaroL ye (xevövoi, 
TIXeioveg avd-QcÖTtiov yeyevvrjfzevoc ol.S-sol rjaav, 
Ovde tOTtog az^vat -d-vrjTOig ovk av Ttod-^ v7trJQ§€v. 

III. 

OTtnor av eKirifi, 

IIvQ earai^ axozog ev ffj ^iaarj vvxti {zeXaivrj. 



KLEINE FRAGMENTE 

SIBYLLINISCHER WEISSAGUNGEN. 



-I. 

I 

Höret, ihr Menschen, auf mich: es herrscht ein ewiger König. 

II. 

Wenn aher Götter entständen und ohne zu, sterben fortlebten ; 

Dann wären mehr als Menschen zumal der geborenen Götter, 

Und nicht würde zum Stehn ein Raum für die Sterblichen da sein. 

' m. 

, warin er einst ankömmt. 

Wird in der Mitte der finsteren Nacht das Dunkel zum Ljchtglanz. 



XPH2M0I 2IBYAAIAKOI. 



ORACÜLA SIBYLLINA 

QÜAE EXSTANT. ' 



SECTIO ALTERA 

• CONTINENS 

VARIAS LECTIONES ET ANNOTATIONES IN TEXTÜM SIBYLLINORÜM. 
ACCESSIT INDEX RERUM ET PERSONARUM LOGÜPLETISSIMUS. 



ANßNYMOY 

npoAoros EI2 toy:e sibyaaiakoy^ 
xph2M0y:s, 



Ol ^IBYui^IAKOI XPH2M0L 

Ei TO ^€qI Trjv avdyvcoGiv tcov 'EXXrjvtxayv ygacpcov htTtovelv 
^okXrjv ToXg a'AxeXovGc zrjv tocpeXsiav ccTtegyccCe^cci , are 7toXv[.iad-sig 
Tovg Tteqi ravra TtovTqoavrag eKTsXeGat dvvdfisvov ' jtolX(p fxdXXov 
Tteql rag -d-eiag ygacpag, axe Ttsgi Qsov xat tcov wq)eksiav rpv%L- 
Kf]v TtQO^evovvzojv örjXovaag, tovg ev q)QOvovvT(xg Ttgoarpiei G%olä- 
Qeiv diartavTog, diTtXovv sxeid-sv xb y,€QÖog yteQÖalvovxag , eavxovg ts 
xal TOvg Bvxvy%dvovxag tocpsXeiv övvafxsvovg. ^Edo^s xoLvvv öid 
xavxa y.diA.E xovg 67tiXsyo(X€vqvg 2ißvXXiay.ovg xqriGfxovg, GrtOQddr^v 
evQiGKOfievovg aal GvyY.e%v(.isvovg, xrjv xovxcov aväyvcoacv v.cu BTtiyvw- 
oiv sxovxag, sig fiiav Gvvd<pstav nai agfioviav eyi&iGd-at xov Xöyov, 
wg av evGvvonxOL xoXg dvayivoJG'MvGiv ovxeg, xrjv If avxiov uxps- 
Xeiav TOvxoig sjtißQaßevGOJGiv , ovyt, oXiya xuv dvayyiauov xai %Qr]GL- 
{.icov 6r]XovvT£g, xat TCoXvxsXeoxeQuv a[ia xat TCOixiXcoxsgav xtjv 
Ttgayfiaxeiav dTtegya^Ofisvoi. Kai ydg tieqL xe Uaxgbg, Ylov zal 
^Ayiov Tlvevfiarog xrjg d-eiag v.al KtoaQxmrjg Tgiädog aQidrjXcog öia- 
Gag)OvGi, crcsQi xe xrjg evGagxov oinovofiiag xov Kvqiov xal Qsov %al 
2(jox^Qog ri(.i(ov ^IrjGov Xqigxov, T^g ht Ttagd-evov q)ri{.u agevaxov yev- 
vrjGsoig, xal xuv Ttag avxov xeXsG^-ecGtov laGecov, (oGavxcog xov 
t,coOTCOtov Ttä-d-ovg avxov, v.al xrjg Ix vsxQcov xgirjfiegov eyigGscog, xal 
xrjg (.isXXovGrjg yevEGd-ai ngioecog, xal dvxaTtoöoGeog cbv sv x(p ßi(p 
xovxqj eTCQcc^a^ev aTtavxeg ' Ttqog xovxoig, xd hv xaig McoGa'ixatg 
yqacpaXg y.ai xalg xöjv ÜQOcprjxcov ßißXoig örjXovfxeva , rcegi xe xrjg 
'/.OG^LYTig KxiGecog, xrjg xov dvS-gojTtov TtXaGeoig, v.al exTtxcüGecog xov 
IlagaöeiGov , xal avd-ig dvaTtXaGSiog , xgaviog ÖLaXa(.ißävovGi' Tiegi 
xLvcov yeyovoxcov r/ xal 'iGcog y6vr]GO(.ievo}v atOLxLXwg jtgoXeyovGt' xal 
aTtXiog eiTteiv, ov (.uxgwg xovg evxvy%dvovxag ucpeXelv dvvavxai. 



ANONYMI 

PRAEFATIO AD ORACULA SIBYLLINA. 



ORÄCULÄ SIBYLLINA. 

Si pervolvendis profanae Graeciae libris impensus labor magnam 
affert utilitatem , doctrinae quippe copiam iis praestans qui in illo slu- 
diorum genere desudant; quanto magis oportet eos qui sapinnt, divinis 
semper, incumbere scripturis, de Deo quippe et de animarum salute tra- 
ctantibus, nacturos inde duplicem fructutn , ut sibi et ceteris prosinl! 
Qua etiam de causa mihi visum est Sibyllina quae vocantur oracula, 
quae sparsa et confusa inveniebantur, ad sacrarum literarum lectionem 
et cognitionem pertinentia, ia >unam quasi seriem et compagera redigere, 
quo facilius a legentibus uno intuitu percipiantur , et quidquid in se fe- 
runt commodi, adeuntibus praeslent, multas sane res perutiles ac neces- 
sarias deraonstrantia, dum simul amplior, simul ob varielatem jucundior 
conspectus libri tolius exhibetur. Nam de Patre, FiJio, Spirituque Sancto, 
hoc est de divina et omne vitae principium habente in se Trinitate, 
apertissime loquuntur ; item de incarnatione Domini Dei Servatorisque 
nostri Jesu Christi, ejus, in quam, ex virgine ortu sine effluvio, de mor- 
bis. ab illo sanatis, de vivifica ejus passione et resurrectione a mortuis 
post triduum, de futuro judicio justaque retributione omnium a nobis 
in Tita gestorum; praeterea, quae in Mosaicis chartis Prophetarumque 
libris habentur, de mundi creatione, et hominis formatione primum, dein 
ejecüone de Paradiso, rursus instauratione, clara omnia et distincla pro- 
nunciant; insuper de multis rebus seu jam praeteritis, seu forsan ohm 
eventuris, varium in modum vaticinantur ; denique non parum ad legen- 
tium utilitatem conferre possunt. 



IV AN£i.NY3I0Y IIP0A0r02. 

2ißvXXat xoivvv, log ^oXXoi eygaipav, yeyovaaiv ev diacpöqoig %q6~ 
voig y.al roTtoig xov ccQt^ixbv dexa. 2ißvXXa 6s 'JPcojJ.a'iy.rj Xe^ig, egfirj- 
vevofxhrj 7tQoq>i]Tig, rjyovv fiavrig * oä-ev evi ovö^iari ai ■d-rjXeLat f.iccv- 
TLÖeg dfvofxäa&rjaav. üq^tt] ovv yj XaXöaia,. rjyovv tj üegaig, ri KVQiiog 
ovöfxavi, y.aXov[A,svrj 2af.ißrj-97], Ix tov yevovg ovaa %ov fAaxaQKOTarov 
Ncoe, 1] ra v.ata ^AXi%av8qov tov Maxsdova Xsyofxsvt] itQOSiqrpievai,, ^g 
}ivrjf.iovevet Ixavcüg 6 rbv ^Xs^ävÖQOv ßiov loTOQrjöag. jJsvTSQa 2i- 
ßvXXa, r]g fivrjfirjv STiotT^aaTO EvQtftiörjg sv rtp 7tQoX6y(p trjg ^ctfiirjg, 
Tgirrj, \dsXg)ig, rj ev ^JsXqioXg rex^slGa, Ttegl ijg sljte XgvoLTtTtog ev r^ 
Tteql OsÖTrjTOg ßißXicp. Teraprij, -^ 'iraXiKt], ri ev fieQia rrjg ^IvaXiag, rjg 
vlög eyevevo Evavdgog, 6 to ev 'Pwf-if] tov Uavog leQOv, ro xaXovftevov 
ylov7teQv.ov , y.Tiaag. üefiTfcr], t] 'Egvd-Qaia, ri xat Tteql tov TqwIüOv 
TtQoeLQrf/.vla TtoXefxov, Ttsgl'^g ^ArcoXXödcoqog b ^Eqv-d-Qalog dtaßeßaiov- 
Tai. "Ekttj, ri 2aftia, ^ 'Kvqlcp ovofxaTi, -/.aXovfievri OvToi), Tteql fjg eyqa- 
ipev 'EqaToaQ-evrjg. "^Eßdof^rj, rj KviiaCa, rj Xeyofievr] lAfiaX-9-ia , yj xat 
'EqocplXr], Ttaqä Tiai dh üaqa^ävdqa. BiqylXiog de Trjv KvfxaLav /dril- 
cpoßriv naXel, FXavxov S-vyaTeqa. 'Oydorj, rj 'EXXrjGTtovTia, Te^d-eXaa ev 
yc6f.ir]^Maqfila(p, Tteql ttjv TtoXixvrjv FeqyiTibva, rJTcg evoqia TtOTe Tqcoä- 
dog eTvyxcivev , ev v.aiqoXg 26X(ovog aal Kvqov, wg eyqccipev 'Hqa- 
TiXsiörjg 6 IIovTixdg. ^Ewätr}, rj OqvyLa. ^fexciTr], rj TißovqxLa, bvöixuTL 
'Aßovvaicc. 

0aal de, c5g iy Kv/xaLa svvea ßißXla xqifjO/xcov idicov Tv'qoaenb/iUGe 
Taqxvvicp JJqiaxq), t^ TrjvcyiavTa ßaatXevovTi twv 'JPcofxaiyiCüv Ttqayfiä- 
TO)v, Tqiay.oalovg <piXi7tTtaLotg VTihq avTiov ^rjTi^oaaa. KaTacpqovrjS-eiaa 
öe, y.al ovTe eqcoTr]^eiaa Tiva IgtI, Ttvql Ttaqeöcoxev e^ avTÖiv Tqia. 
uävd-lg TS ev sTeqa TtqooSq) tov ßaaiXeoxg Ttqoarjveyxe tcc e^ ßißXia, frjv 
avTTjv bXKrjv eTtl^rjTrjaaaa. Ovx a^Lcod-elaa de Xbyov , TtäXlv hiavaev 
aXXa Tqia. Eltcc ex TqiTov, eTtKpeqofisvrj tu TteqiXeupS-ivTa Tqia, Ttqoa- 
riXd-ev , alTOvaa Tb amb Tif.irjf.ta, Xiyovaa, ei fxrj Xäßoi, naisiv v.al ama. 
ToTe, qjaalv, b ßaatlevg, eviv^ojv avTolg, nal ■S-avfidaag , eöcoxe fiev 
vTteq avT&iv exaTOv q}iXi7tTtaLovg, v.al ejiOfiiaaTO avTce, TtaqexäXet de 
Tteql Ttov aX^iov ' avT^g de ccTtayyeiXäorjg firJTe Tct "loa Tuiv efiTtqrjG-9-ev- 
Tojv execv, firjTe tc dlxa Ivd-ovaiaofiov tovovtov eidevai, ea-9-' ots de 
TLvag Ix diacpbqoiv TtoXecov v.ai p^w^ftüv e^eiXrjipevac tcc vOfiic-9-evTa 
avToZg avayxaia xal ertwifeXrj , v.ai detv 1^ avTiov avvaycoyrjv Tton^aa- 
üd-at, TOvTO TaxiOTa v.al TteTtoLriv-aaL. Tb yaq Ix Qeov do-9-ev wg aXrj-9-iog 
fivy/p v.sifxsvov ovx eXad-e. Ilaocov de tcov 2ißvXXa)v Ta. ßißXia ccTteTe- 
■d-rjaav ev Tcp KaTtcvcoXi(i) 'Pcöfir]g Trjg TtqeaßvTeqag ' Ttov fiev Trjg Kvfiaiag 
Y.aTaY.qvßevTOiv, xal ov dcado^evTcov eig TtoXXovg, eTteidrj tcc ovfißrjao- 
fieva ev ^iTaXla Idr/.toTeqa xat Tqavoxeqov avecpiövrjae' Ttov de aXXtov 
yvtoo^dvTtüv ccTtaaiv. '.AXXä tcc fiev Trjg ^Eqvd-qaiag Ttqoyeyqafifieva exst 



ANONYMI PRAEFÄTIO. v 

Sibyllae igitur, ut a multis scriptum est, fuerunt, diversis, tempori- 
bus locisque, nuraero decem. Sibylla latina est vox idem sonans quod 
divinatrix seu prophetis, unde nomen commune factum omnibus fatidicis 
mulieribus. Prima, fuit Chaldaea seu Persica, proprio nomine Sambethe 
dicta, quae fertur Alexandri Macedonis res gestäs praedixisse ; facitque 
ejus mentionem Nicanor, qui vitam scripsit Alexandri. Secunda, Libyssa, 
cujus meminit Euripides in prologo Lamiae. Tertia, Delphica, Delphis 
nata, de qua Chrysippus in libro de Divinatione. Quarta, Ilalica, in 
Cimmeria Italiae, cujus filius Evander Romae fanum Panis, Lupercal ap- 
pellatum, condidit. Quinta, Erythraea, quae et de Trojano beilo vati- 
cinata est, affirmante Apollodoro Erythraeo. Sexta, Samia, proprie Phyto 
nuncupata, de qua scripsit Eratosthenes. Seplima, Cumaea, nomine 
Amalthea, sive Herophile, sive, ut quibusdam placet, Taraxandra: Virgi- 
lius vero Deiphoben vocat, Glauci filiam. Öctava, Hellespontia, in vico 
nata Marmesso, prope oppidulum Gergilhium, intra fines olim Troadis 
situm, circa tempora Solonis et Cyri, Uli scripsit Heraclides Ponticus. 
Nona, Phrygia. Decima, Tiburtina, nomine Albunea. 



Tradunt vero Cumaeam novem libros oraculorum suorum attulisse 
Tarquinio Prisco, Roraanis tum rebus imperanti, proque iis trecentos 
philippos ab eo petiisse: quo aspernante, ac ne interrogante quidem, 
cujusmodi scripta in illis libris cpntinerentur,.tres ex iis igne combussit. 
Kursus in alio congressu regi sex reliquos' obtulit, idem statuens quod 
pro omnibus pretium; spretaque rursus, cremavit alios tres. Deinde 
tertio allatos, qui supererant, tres regi offert, idemque pretium poscit, 
minata, nisi emerentur, illos quoque se combusturam. Ac tum, in- 
quiunt, rex «volutis illis, admiratus multum, trecentos philippos jussit 
ei numerari, accepitque oblata volumina, anxie de ceteris rogitans. Dia 
respondit, se neque habere combustorum similes libros, neque quidquam 
earum rerum scire sine divino aestu; quosdam tarnen ex diversis urbi- 
bus et locis excepisse dictorum a se nonnulla, quae ipsis necessaria aut 
conducibLlia visa essent ; ea celligi oportere. Quod etiam quam primum 
factum est: datum enim divinitus donum in abdito non mansit. Om- 
nium vero Sibyllarum libri repositi fuerunt in Capitolio veteris Romae, 
seclusis quidem nee in vulgus prolatis qui Cumaeae erant Sibyllae, quo- 
niam de rebus circa Italiam eventuris proprie magis et apertius vaticina- 
bantur; ceteris vero ab hominum cognitione minime remotis. Porro 
qui Erythraeae inscripti sunt, habent hoc a natali loco impositum ipsi 



VI ANSINYMOY HPOAOrOS. 

TOVTO ctJtb %oiQLov £7tviis)iX7]fj.evov (xvrfi ovo(j.a ' ra de ye aXXa oux sTtt- 
yQacpowai Ttoict Ttoiaq slatv, adiäxQiTa de v.ad-BaTriv.e. 

0tQfiiavbg roivvv, ovx a-d-avftaarog rpiköaocpog, y.al legeig rov TtQO- 
Xe%-9-evT0g KaTtwoiXLov yev6f.tevog, itqbg ro aioiviov ■tjficäv rpcog tovXqi- 
Gzov ßXeipag hv idioig novri^iaoi, rot. elgrifxeva raXg 2ißvXkaig ^rcegi Ttjg 
aqQTqTOv do^g Ttage^xe, xal rrjv aXoyiav rijg'JSXXrjvix^g TtXdvrjg öwa- 
räig aTtrjXey^e. Kai t; fiev avrov evrovog e^i^yrjaig rfj ^vaovia yXüixtri, 
OL de 2ißvXXiaxoi orixot 'EXXäöi ^(ovfj e^rjvex^Gav. "Iva de tovto firj 
aTtiarov (paivTjTai, (laQTVQiav rov jtQO^vrj^iovevd-evTOg avÖQog itaQe^o- 
{.lai, eyovaav rövöe rov rqörtov ' (En;€i ovv ra Ttaq rifuv svQiGyiöfxeva 
2ißvXXia7ia ov fiövov wg evrcogiora roXg voaovßi ra ^EXXrjvcov svxara- 
(pQOvrjrä Ion {ra yaq an: ävta rif.ua öoyiet), aXXa v.a\ tSg rcavrcov rcov 
Gxiyiov fiTj Giotflvroiv rr]v axgißeiav rov (.isrQOv, ctQyoreQav e%ei rrjv 7ti- 
anv ■ alria de avrrj twv ra%vyQäq)(.ov, ov avficpd-aoävrcov rfj QVftrj rov 
Xöyov , rj ccjtaidevrcov yevof-ievcov , ov rrjg TtQOcprjTtdog' a^ia yaq rfj em- 
TCvoiq ercercavro rj riov Xex^evzcov (.iVTqi.nq. ÜQog a %a\ oUXärcov ßXeipag 
ecprj, ort v-arogB-ÜGOvai TtoXXa y.ai fteyöcXa ngäyfiara, f.i7jdsv. eiddreg lov 
XeyovGLv.^ '^Hfielg ovv ex riöv '/.OfiiaS-evTcov ev 'Puf.irj vrcb rcüv TtgeGßecov OGa 
dvrarbv TtaQaS-r'jGOftai,' e^r^yjifjaaro roivvv Ttegirov avaQxov &eovrdde' 

Elg Qebg, dg fiövog aqxst, VTteQiieyedrjg, ayevrjrog. 
^^XXa &edg {xovog elg jtavvTtegrarog, dg jteTtoiriv.ev 
Ovqavbv, '^eXiov re, v.ai aGreqag, rjde aeXrjvrjv, 
KäQTtocpOQOv yaXav re; Kai vdarog oidfiara növrov. 
'^Og (lövog eori Qebg uriGrrjg, axQÜrrjrog vTtaQXCov ' 
.Avrbg arrjQi^ev fiOQcprig re rvTtov, /.tegoTtov re 
udvyag fii^e, (pvacv Ttävrwv yevsrjg ßioroio, 

"^'ÖTteQ eigifjKev rj xaü-b GvveQxbf.ievoi eig accQxa piav TtqoGyivovrai, t} 
xa^b ex rcov rsGoäQcav Grot-xeiiov , evavriiov ovrcov aXX'^Xoig, xal rov 
vTveQOvgdviov xoGfiov xal rbv avd-qiojtov edrifuovqyriGe. 



ANONYMI PRAEFATIO. vil 

cognomen: alii titulum auctoris prae se non ferunt, sed indistincti ha- 
bentur. 

Firmianus igitur, non de vulgo philosophus, qui et praedicti Capi- 
tolii sacerdos ante fuerat, apertis ad aeternam Christi lucem oculis, in 
suis operibus multa quae a Sibyllis dicta de ineffabili gloria reperisset, 
protuiit, graecaeque superstitionis amentiara validis confutavit argumentis, 
acer veritatis interpres, Ausonia ille quidem lingua, sed ita ut Sibyllinos 
versus graece citaret. Ac ne cui falsum id videatqr, afferam ipsius testi- 
monium hoc tenore : [Quoniam ergo quae apud nos reperiuntur Sibyllina, 
non solum, ut de medio sunipta, graeco errore laborantibus sordent 
(sola enim raritas in pretio est), sed ob id etiam quod non omnes ver- 
sus exactos nuraerorum versus retinent, minus fidei inveniunt; scias 
hanc nolariorum esse culpam, qui vel sermonis velocitatem scribendo 
assequi nequiverunt, vel etiam indocti fuerunt, non ipsius Sibyllae, cui, 
deficiente spirilu, cessabat a se dictorum memoria; atque hanc ob causam 
scripsit Plato , multa magnaque a vatibus effici nihil scientibus eorum 
quae dicant.] „Nos igitur ex iis quae Romam a legatis allata sunt, quae 
„polerimus, adducemus. Atque haec quidem de Deo principii experte 
„professa est: 

ünus Dens', qui solus regnat, maximus, nunquam natus. 

Sed' Deus solus unus supremus, qui fecit 

Coelum, solemque, et Stellas, et lunam, 

Frugiferamque terram, et marinorum tumores fluctuum. 

Qui solus est Deus creator, invictus manens, 

Ipse statuit formae [humanae] normam, hominumque 

Lucem [vitalem] miscuit, naturam omnium generationis et vitae. 

Quod ita dixit, seu quatenus in unam carnem congressi miscentur, seu 
quia ex elementis quatuor sibi invicem contrariis mundum sub coelo 
Universum hominemque ipsum Deus creavit. 



INDEX NOTARÜM. 



I. SUBSIDIACRITICA. 

A. Codex Yindobonßnsis in Augusta bibliotheca Caes. Vindob. asservatus, 
insignitus Num. XCVL-4 (VI). *) Cod. manuscr, bist, graec. chartac. 
miniatus in quarto foliis 154. bene conservatus saec. XV. Versus 

' Sibyllini inde a lib. I — VIII. exstant fol. 3 — 61. In foliis quae praece- 
dunt praefatio graeca ab eadem manu scripta habetur sub titulo: ol 
oißvXXcanol xQTqaixoL Hanc praefationem esse Antimachi falso pu- 
tavit Castalio. **) Sed rubrae notae breviores praefationis margini 
adspersäe Antimacbo, qui codicem olim possidebat, tribuantur. Inci- 
piunt Sibyllina fol. 3. vers. sub titulo miniato: Ix tov rtgcorov X6- 
yov aqxofXBvr] cet. Cetera digna notatu codicis, quem post Alexandri 
curas denuo contulimus, suo quaeque loco signavimus. Lectionum 
varietatem, quam Alexandras exhibuit, plerumque accuratam, nonnullis 
tarnen variantibus omissis, paucis perperam lectis, invenimus. 

B. Codex Bodleianus Oxonii in bibliotheca Bodleiana servatus. Graecus, 
chartac. Collatus est ab Alexandro et obiter ac sparsim descriplus. 

~ Videtur saeculi XV. esse vel XVI. Quod ad librorum seriem ac nu- 
merum pertinet, cum codd. A et Pr. convenft. 

F. Codex Laurentianus in bibl. Mediceo- Lauren tiana Florentinae urbis 
asservatus. Olim obsignatus No. XVII. modo XI. 17. Graecus, char- 
tac. miniatus in quai'to min. foliis 61.. Saec. XV. Hunc codicem a 
nobis primis in usum criticum adhibitum accuratius descripsimus in 
dissert. nostra de codicibus sibyllinorum manuscriptis in usvm criti- 
cum nondum adJiibitis pg. 15. seq. (Vratislav. 1847). 



*) Nro. XCVI. refertur ad catal. Aug. bibl. Caes. . Vindob., iVr. VI. in parenthesi ad 
Lambeccü comment. Vid. Noesselt catal. S. V. pag. 148. Petr. Lambec. commentar. de 
Aug. bibl. Caes. Vindob. libri VIII. (Vindob. 1790.) 

**) Cf. ejnsdem SibyUinorum edit. pg. 22. (Basil. 1546.) 

16 



X INDEX NOTARUM. 

H. Codex Monacensis, olim in Electorali bibliotheca nunc in bibi. Regia 
Monac. asservatus numeroque CCCXII insignitus. Graecus, chartaceus, 
miniatus , in octavo, foliis 81, Scriptus a Mich. Rosaita Coronensi 
Saec. XVI. Descripsimus hunc codicem a nobis coUatum in dissertat. 
de codd. Sibyll. pg. 27. seq. — Incipit a libro sexto sab titulo: 
£x Twv 7tQ0g)r}'VLV.(öv aißvXlrjg loycov -d-, deinde interposito v. ü 
QÖöe öeilair] cet. ad librum octavum transit, cujus partem expressit. 
Tunc sequitur über IV. Xoyog i superscriptus , quem integre exara- 
tum excipiunt alii libri quatuor Sibyllini sub tilulis aißvlXrjg Xoyog 
ta, iß, ly, id. Ceterum codex eundem textum, qui in codd. M Q V 
occurrit, exhibet. 

L. Codex Leontarius bibliothecae Regiae Parisiensis et numero 2850 
(olim 1963. 3295. 2193) signatus. Graecus, chartac, miniatus, saec, XV. 
manu Demetrii Leontaris anno Cfiristi 1475 exaratus. *) Incipit 
sicuti codd. F R a libro octavo , sequitur Über secundus cum tertio 
in unum coniunctus. Collatus est ab Alexandro. Nos in textu recen- 
sendo praeter illius viri collationem in libris V — VIII. et initio libri 
primi Gildemeisteri collatione **) usi sumus. 

M. Codex Ambrosiamis, qüi Mediolani in bibl. Ambrosiana servatur. Hu- 
jus codicis .versus Sibyllinos Angelus Majus evulgavit Mediolani anno 
1817 sub titulo: GLßvXXrjg Xöyog ~id. Praeter librum deciraum quar- 
tum codex librum sextum eamque partem octavi continet, qüae in 
codd. H Q V exstat. 
Pr. Codex Betulen Monaci in bibl. Regia asservatus, Graecus, chartac, 
miniatus, insignitus Numero CCCLI, Charta sohda, in assere corio 
albo tectus et aere clausus, bene conservatus, in folio, foliis 150. 
Saec. XV. ***} Hunc codicem Xystus Betuleius postquam Augustae 
Vindelicorum invenit, ad verbum transscriptura publici juris fecit Basil. 
1545. Nos codicem nuper inspeximus et cum Betuleii libro contu- 
limus, in quo negotio auctorem ad üdem codicis accurate librum 
• edidisse, exceptis nonnulhs versibus quos, indicata tarnen codicis lec- 
tione, e Theophilo et Lactantio supplevit, facile invenimus. — Libri 
Sibyllini a fol. 1. rect. — 48 vers. exarati habentur, deinde addita 
sunt Betuleii ipsius verba haec: „Hoc codice candide lector usi fuimus 
cum Sibyllina oracula in lucem ederemus. Dedissemus profecto ini- 
tio ea castiora si emendatius exemplum fuisset. Antimacho multum 



*) Cf. catal. codd. Mscr. bibl. Reg. (Paris 1740). Manuscr. Tom. II. MMDCCCL. 
**) Vid. dissertat. meam pg. 11. 

***) Cf. Hardtii catal. T. IV. No. CCCLI. qui addit : quondam a Xysto Betuleio adhi- 
bitus cum ipsius etiam notis marginalibus. 



INDEX NOTARÜM. xi 

debemus, cujus opera editio altera propediem in lucem prodibit. 
Adiecimus interim atque castigavimus plura ex Theophilo et Lactantio. 
Antimachi emendatiore lectione Castalio noster in transeundo usus 
est. Ex cujus codice hunc ab indocto quodam librario descriptum 
arbitror. Vale, ex pbrontisterio nostro pridie Cal. Jun. 155Ü." 

Nota nos ubicunque . Pr. signavimus editionem Betuleii citasse; 
sed tarnen propter librum ad exemplaris fidem exhibitum codex ipse 
intelligi potest. 

0« Codex Vaticanus Romae in bibliotheca Vaticana asservatus numeroque 
1120 signatus. Graecus, bombycinus, miniatus, in forma öctaya, 
foliis 422. Saec. XIV. Inde a fol. 348 adfol. 417 libros Sibyllinos 
exhibet eosdem ac in codd. H V occurrunt. Accuratius descripsimus 
hunc codicem, quem una cum cod. V vir doctissimus Dr. Keil in 
usum nostrum contulit, in dissertat. nostra de codd. Sibyll. pg. 24. 
seq. Nota ex codicibus Q et V qui eosdem libros continent ac 
cod. H. Angelum Majum libros Sibyll. XI — XIV. in vet. script. hova 
collect. T. II. Romae 1828. transscripsisse , omissis libr. IV, VI et 
parte octavi. 

R. Codex Regius Parisiensis in biblioth. Regia Paris, graecus, chartaceus, 
miniatus numeroque 2851 (olim 1485. 3294. 1620.) insignitus, 
Saec. XV. *) Quod ad seriem librorum et variam lectionem attinet 
convenit cum codd. F L , nisi quod praeter librum octavum , quem 
ab initio collocat, libros quatuor j)rimos, in unum conjunctis primo 
et secundo, contineat et in libri quinti v. 105 desinat, Collatus est 
ab Opsopoeo, Alexandro et Gildemeistero, qui coUationem suam ma- 
nuscriptam in nostrum usum concessit. 

V. Codex Vaticanus Romae in bibl. Vaticana servatus numeroque 743 
signatus, graecus, bombycinus, miniatus, in octavo, foliis 106. Saec. 
XIII vel XIV. Uberiorem codicis descriptionem- vid. in dissert. mea 
cit. pg. 21. seq: 

SUBSIDIA CRITICÄ DEPERDITA. 

G. Codex Gallaei graecus, quo Serv. Gallaeus Harlemensis usus esse in 
praef. libri sui (Amstelod. 1689) bis verbis contendit: „eumque in finem 
etiam usos nos fuisse codice ms. antiquissimo, cujus copiam nobis fecit 
dotissimus D, Eduardus Bernardus Oxoniensis professor dignissimus, 



*) Aliter in catal. codd. manuscr. bibl. Reg. I. cit. MMDCCCLI., ubi haec habentur: 
„Is codex, quem saepius in sua Sibyllinorum oräculorum editione laudat Vincent. Obso- 
poeus, sub finem saeculi decimi quinti exaratus videtur." 

16* 



xn INDEX NOTARÜM. 

vir mihi amicissimus et multo nomine venerandus , ex hoc aütem 
Ms. codice loca quam plurima pristino nitori plane restituisse nos 
speramus ac existimamus." Sed rarissima deperditi hujus codicis 
lectionis varietas in Gallaei Sibyll. editione habetur (vid. Älexandr. 
1. cit. p. XLI. et dissert. meam p. 6.) 

p. Codex Pithoei graecus. Codex ille deperditus octo hbros SibylHnos 
comprehendebat. CoUatus est ab Opsopoeo (vid. Opsop. praef.). 

r. Codeaj Ranconeti, quaternio manuscriptus graecus libri tertii v. 47 — 
303 continens. Primus Castalio ejus meminit in epist. ad Maurum 
Musaeum (Gast. ed. Sibyll. 1546. pg. 17). Collatus est ab Opsopoeo. 

s. Äuratt variae lectiones in primum librum adhibitae ab Opsopoeo 
(vid. Opsop. praef.). 



D. AUCTORES, APUD QÜOS FRAGMENTA SIBYLLINGRÜM 
OCCÜRRUNT, IN NOTIS HI CITANTÜR. 

A. SCRIPTORES PROFANI. 

Obpheus saec. XIII — XII. a. Chr. 

HoMERDs saec. X. a. Chr: 

Hesiodds saec. X — IX. a. Chr. 

Phocylides saec. Vl.a. Chr. 

Herodotüs saec. Y. a, Chr. 

Stbabo saec. I. p. Chr. 

Pldtarchds saec. I. p. Chr. 

ViRGiLiDs saec. I. p. Chr. 

Pliniüs saec. I. p. Chr. 

Flav. JosEPflüs.saec. I. p. Chr. 

Zenobiüs saec. H. p. Chr. 

Pausaniäs saec. 11. p. Chr. 

LüciANüs saec. II. p, Chr. 

PfflLosTRATüs saec. III. p. Chr. 

SoLiNps saec. III. p. Chr. 

Servius saec. IV. p. Chr. 

Stephands saec. V. p. Chr. 

Palladiüs saec. YH. p. Chr, ; • 

SuroAs saec, XI, ? p. Chr. 



INDEX NOTARUM. XIH 

TzETZES saec. XII. p. Chr. 

Anojnymüs in Crameri Anecd. Paris. Vol. I. pg, 332 — 335 
Saec. XIII? p. Chr. 

B. PATRES ET SCRIPTORES ECGLESIASTICL 

Theophilüs (Theoph.) saec. IL 

JüSTiNüs (Justin.) saec. II. 

Athenagoras (Athenag.) saec. 11. 

Clemens Alexandrinus (Clem. Alex.) saec. II — III. 

CONSTITDTIONES APOSTOLORÜM SaCC. III. 

EüSEBiüs Pamphili (Euseb.) saec. HI — IV. 
Tertullianüs saec. U. 
Lactantius (Lact.) saec. III — IV. 
Augustinus saec. IV. 
Sozomenus saec. V, , 



III. SIGNORUM ET SCRIPTÜRAE COMPENDIORUM 

EXPLICATIO. 

Pr. significat editionem Xysti Betuleii Basil. 1545. 

Cast. - editionem Sebastiani Cas talionis Basil. 1546. 

Opsop. - editionem Joannis Opsopoei Parisiis 1599. 

Gall. - editionem Servatii Gallaei Amstelodami 1689. 

Alex. - editionem C. Alexandri Parisiis 1841. 

Mai - editionem Angeli Maii in Vet. Script, nova collect. Vol. II. 

M - editionem Angeli Maii Mediolani 1817, 

add. - addit, addnnt. 

al. - alios. 

cf. - confer. 

cod. codd. significat codicem, Codices. 

conj. conject. - conjecit, conjeci, conjectura. 

corr. significat correxit, correctum. 

ed. edd. - editionem, editiones. 

f. - * forte. 

hab. r habet, habent. 

lac. - lacunam. 

leg. - legit, legunt, legitur, legas. 

lib. - libriim. 

m. - manum. 



XIV INDEX NOTäRUM. 

mg. marg. significat marginem. 

mut. significat mutavit. 

ms. - manuscriptum. 

om. - . omittit. omlttunt. 

op. - opera; 

pl. - plures. 

pr. - prius", prior. -r 

rec. m. - recentiorem manum. 

seq. - sequens, sequentes, 

Numeri librorum XI, XII, XIII, XIV ubicunque in notis citantur, 
significant numeros Sibyll. librorum uncis inclusos. 



NOTAE IN SIBYLLINA ORACULA. 



IN FRAGMENT A. 

Duo haec fragmenta, quae in exemplaribus Sibyllinorum manuscriptis 
desiderantur, exstant in Theophili ad Autolycum Jibro 11. c. 36. (pg. 375. 
ed. Paris. 1742. pg. 115—117 ed. Galland.), uLi initio carminis Sibyllae 
prophetissae hos versus exaratos fuisse legimus. Idem confirmat Lact, 
div. instit. lib. IV. c. 6 , qui Sibyllae Erythraeae versus , quos ex iisdem 
fragmentis citat, adscribit. Primus Castalio duo fragmenta in unum 
collecta in editionem suam Sibyllinorum -transtulit. 

IN FRAGMENTUM I. 

4. navTenoTiT^v Theoph. (ed. princ). 

5. huDC et seq. v. cilat Lact. div. inst. lib. IV. c. 6. nvtvf.i av anaai 
Theoph. et Lact. (ed. Fritsche) => nvtvfxa änaai Lact. (ed. Aid.). 

6. xttT^sTo] xaTi&iTo Theoph. (ed. princ). X' fiY'']tVQ'* Theoph. et Lact, 
(ed. Aid.) = xal Tjy^TOQa Lact. (ed. Fr.), ßgortov Theoph. = d-mv Lact. 

7. hunc vr cit. Lact. 1. cit. lib. I. c. 6. eundem et duo seq. versus habet 
Justin, marh cohort. ad Gr. §. 16. eig add. öe Justin, dg Theoph. Lact. 
= om. Theoph.. (ed. princ). Justin. aQ/ei Theoph. = tGilv Justin. Lact. 

8. ogcöv (Aovog Theoph. = bgwfievog Justin. 

9. d^ vno- Theoph. (ed. princ). 

10. V. 10 — 13. cit. Clem. Alex, in Protrept. p. 61. Strom. V, 714. et 
Euseb. Praep. evgl. XIIL c. 13. (ed. Gaisf.). 

11. o(pdak[.ioig Clem. Alex, in manuscr. Nov. 

12. xaTsvavTiov Theoph. 

13. övv'axol] övvavTui Theoph. (ed. princ.) ejusdemq. cod. Oxon. 

' 14. iv ooTriiaai corr. Ops. == Ivhg ri^eaai Theoph. (ed. princ.) = ev oaroTat 
Theoph. (ed. feil.) = ivog .niecog cod. Oxon. 
15. hunc et sequentem v. citat Lact. 1. cit; I, 6. 



XVI SIBYLL. PROOEM. 

16 hv/ß-rj e cod. Lact, emend. Turneb. == hex^r} Theopli. = l'ru- 
ytv Lact. 

17. verba priora huj. v. leg. apud. Lact. I, 7. fin.^. .^ 

18. ßgoToTat vif.iü)v corr. Alex. 

23. V. 23 — 27. sed omisso v. 26. cit. Clem. Alex, in Protrept. cap. II. 
pg. 24. ^ 

24. xai Theopli. ==' triv Clem. Alex. 

25. £7iXaväa&£ ßQOTol Tlieoph. = t/ n\avaad-£ ßQoxioiv Clera. Alex, 
corr. Alex. 

26. hunc. V. Clem. Alex. om. loc. cit. 

27. KuVkinexi Clem. Alex. 

28. huuc V. cit. Clem« Alex.. Strom V. pg. 718. et una cum vv. 7. et seq. in 
Protrept. pg. 66. Eusebius v. 28. habet Praep. evg. Xlir, 13. navxwai 
Theoph. Euseb. Clem. Alex, in Strom. = ndvt' iaxl Clem. Alex. Protrept. 

29. yv6<pov] l,6(pov Clem. Alex. 

31. )car&£f.iavoi Clem. Alex. c= xaTad-e(.iivoi Theoph. (ed. princ.) et 
cod. Oxon. 

32. T^ imnif^TicDV Clem. Alex. 

33. Xoifiovg om. Clem. Alex., mscr. Nov. 

34. Ti Jtj Theoph. et Clem. Alex. Mscr. Nov. = rs. xi (om. Srj) Clem. 
Alex. edd. 

35. avTog vnaqyei Theoph. Clem. Alex. = ai8oq aqyu e Schwarlzii conj. 
corr. Alex. Post hunc v. Theoph. addit: k«i Trpög %ovq yevvrjxovg Xe- 
yofidvovg e'fpij, itaque lacuuam' hie esse monet. Exstant ,quidem apud 
Theoph. ad Autol. l. IL c. 3. (pg. 88. ed. Galland.) tres v.: 

d öe 9-toi yevvcäat xal ad-uvaxol yt. fiivovat, 

nXaiovig avd-Qtoncov ytytvviifxivoL ol Q-ioX Tjoav, 
ovSs xönog GT7jVtti ^vriroig ovit av nod-' vniJQ^ev. 
item^vv. tres alii apud Lact. lib. II. c. 12. leguntur: • 

og f-iovog iatt ß-abg xriavi^g aKQ&xrixog vnuQyiov, 
uvTog (J' £at')]Qi'§£ xvnov (xoQcprig ^e^ondov xe, 
avxbg l'f^i§£ q)vatv ndvxcov yeveijg ßioxoio. 
Versus tres priores e Theophilo in textum Iranstulit Alex. Sed tres posterio- 
res vv. apud Lact, cum v. 35. cohaerere videntur, ita ut lacuna ex parte ex- 
pleri possit, quare eos in textum suscepimus. lidem tres versus in pro- 
oemio breviore a Betuleio evulgato exstant. vid. not. post fragm. IL v. 49. 



IN FRAGMENTÜM IL 

1. hunc V, inde a ov dvvax' et v. seq. cit. Lact. I, 8. 

3. V. 38 — 40. cit. Lact. I, 6. navvniQxaxog om. Theoph. cod. Oxon. 

6. y.al äivaa Theoph. (ed. princ.) = x" aivvaa Theoph. (ed. Galland.). 

7. T£ Theoph. (ed. princ.) et cod. Oxon. ndXiv ed. princ. 

8. '\pvyoxQO(fHxaL e Gfroer. conj. corr. Alex. == ipvyoxQO(f)Hxe. Theoph. (ed. 
"pxmc.) =-^vxoxQO(pHg xe Theoph. (ed. Galland.) ==> ipvxoxQoq)ei xa 
corr. Fell. 

9. nT7]vMv corr. Alex. => xr^vcSv Theoph. 



SIBYLL. PRO OEM. XVII 

10. 'kiyvQonTi.Qoqxava Theoph. (ed. princ.) = X/yvpor^oqpcav« Theoph. cod. 
Oxon. = XiyvQoqxava Theoph. (ed. Galland.} corr. Opsop. 

13. ^yjjTopa Theoph. (ed. princ.) et cod. Oxon. corr. Gast. 

14. vnira^iv Theoph. (ed. princ.) et cod. Oxon. corr. Opsop. 

17. vv. 52 — 54. leg. Lact, de ira c. 22. 

18. uyad-oTg äyad-bv Theoph. et Lact. (ed. Pritsche) = ätcdxoig äxaxov Lact, 
(ed. Aid.). Tikdova Theoph. = (A.dt,ova Lact. 

20. ^ Theoph. (ed. princ.) et cod. Oxon. = ^(5' corr. Gast. =» IS" corr. Opsop. 
similis v. exstat in fragm. Orph. I, v. 12. (ed. Hermann.). 

22. lakag Theoph. (ed. princ.) et cod. Oxon. = yaXäg corr. Pell. 

23. xal iOTTJatu (pagri Theoph. (ed. princ.) et cod. Oxon.= hcoaia ßuQrj conj. 
Casl. = x' aiad-rjaig aqtavQtj conj. Aurat. = ala&Tjatv «(paigec corr. Alex. 

24. alXoTidSag Theoph. (ed. princ.) et cod. Oxon. 

25". xQvaitvra Theoph. (ed. princ.) et cod. Oxon. corr. Opsop. xura- 
noiova Theoph. (ed. princ.) et cod. Oxon. '== xaraniova conj. Opsop. 
corr. Fell. 

30. xßi iv nagoSoig Theoph. (ed. princ.) et cod. Oxon. corr. Opsop. 

31. uvayoQaveiv Theoph. cod. Oxon. 

32. siai yag TJieoph. (ed. princ.) et cod. Oxon. = xat ya Theoph. (ed. 
Galland.), ovtoi post doTi. e Turnebi conj. add. Opsop. = tlalv Theoph. 
(ed. Galland.). 

33. Koi ix Theoph. (ed. princ.) et cod. Oxon. iideni pro x^tat leg. xetrat. 
e Gast; conj. corr. Opsop. 

34. ovS" laxiv Theoph. = ov S" tan corr. .Opsop. 

35. yXvxiQov om. Theoph. add. e coni. Opsop. 

36. txnQoxij}' T(a Srj f.t. ä. xdfims Theoph. corr. Opsop. post exjiQo/Ju 
suppleri polest loißag, 

37. dvax'kivoi Theoph. corr. Opsop. 

38. (.uaröv ia Theoph. = /wtffTov to corr. Opsop. 

39. av fidXa xgarovvTag {xQaTÖiv cod. Oxon.) Theoph. (ed. princ.) et 
cod. Oxon. corr. ex Aurati conj. Opsop. 

41. xat ov Theoph. e Gast. conj. corr. Opsop. 

46. hunc et duo seq. v. cilat Lact. II, 13. davvaov ya Lact. 

47. xl.rjQovoiiovai Lact. == xlrjQoyöfi'i^aovaiv Theoph. (ed. princ:) et cod. 
Oxon. uiüvag Lact, et Theoph. cod. =^ ahäva Theoph. (ed. princ). 

48. nagäöaiacv Lact. ; o^cög om. Theoph. Finitis e Theophilo versibus 
in Gaslalionis Sibyli. editione sequilur aliud brevius principium Sibylli- 
norum septem versibus comprehensum , quod licet in Betuleii edit. in fronte 
carminum Sibyli. exaratum habeatur, hodie tamen in nullo codice manu- 
scripto legilur. Ceterum illorum 7 versuum primus est idem ac Fragm. I. v. 7, 
deinde versus 2. 3. 4. leguntur in Fragm. II. v. 3. 4. 5., denique v. sextus 
cum Sibyli. lib. III. v. 27. convenit et versus tres ultimi exstant apud 
Lact. 1, cit. lib. II. c. 12. — Quos versus quum in textu locum eis con- 
cedere fas non sit, ad fidem Betuleii exemplaris huc translulisse satis erit: 

nagt Tov ävuQXQV &aov. 
Elg d-abg (xovog og aqx'']t vnaqfxayid-rjg, äyivi]vog. 
l4XXä d'tbg ixovog eig ndvrcov vnaQraros, og nanoirjxav 
Ovgavbv, '^ahov re, xai darigag, rjSi atXrjvi]v, 
KagnoffOQOv yatdv Ta, xal vöarog olöf-iaxa novxov. 



xvjii , SIBYLL. LIB. I. 



"0? iLiovog eaii d-eog xriaTijg, äxQrhijTog VTidg^wv, 
Aviag oxrjQi'^tv fiogqiTJg re rvnov, (^aQOJicov ze 
Avyäg i-ii^if (pvaiv ndvjwv yeverjg ßioxoio. 



IN LIBRÜM I. 

1. Tesseram ix tov tiqiotov "koyov habent PrAF. ngcoz^ L. 

2. la/axifigi-lrig B) B F L R. 

3. onoaa F L R. iidem yiyove. d^ l'aaax^ PrB==<J' (t LR) iaaexai 
AF L R = t' aortv conj. Ops. corr. Alex. onoaaa Pr = onnoaa B 
= noaaa {nooa) A F L R. da Pr codd. = xa conj. Ops. 

4. aaaa&ai R. Svaaaßatag PrA. 

5. xaxaxai Pr. layaiv om. Pr. yav^&r] A. 

6. noixiXöd-vrjxa F L R et 6. 

8. ßaaiXiia og axxrjaa L. 

9. aiTia F L R = atnag Pr A B. iidem yivaa&v). ayaivaxo F L R = yi- 
vttxo Pr A B. 

10. ragxaQov LR et G. ufxtfiiaa'kov (df.iq:l adXov A£ R et codd. GP) 
ABFLR et codd. G p = «(UqDi'aXov Turnebi liber = u(.i(pl awov Pr= 
tt(A.q>ißakcüv e conj. Ops. corr. Alex. cf. SibylL lib. L v. 119. aduxxa Pr B. 

11. 6^ iiipcoae FLR et G != vyjfjäaE Pr. 

12. äXtv A. 7ivgiXaf,inaaiv Pr. 

14. xavd(.iavog Pr. axegaaa .Vv k¥. aix(.idg Pr. = «rV A. 

15. vi(paog A, Ö^ ägu G. 

16. naXdyaaaiv L = naXdyaac A. 

18. Bau] add. e conj. xvxMaa Turneb. Gast. Ops. 

19. xavxa nottjaa PrB. ^oy(p om. A sed indic. lac. 

20. axa Pr. V 

21. oiqavQv xad^ogiäv Vr k¥Y.'Sif= ovgavov re xa&OQU)v B'i '^ b. ayxa- 
&OQCtiv , Turneb. Aurat. et corr. Ops. = ovgavo&iv xa&ogwv e Bleekii 
conj. corr. Alex. vnoxixaXaaxo{-ax(o Pr) Pr A B F L R == oSto) t£T£- 
XeaxQ couj. Alex. 

25. va/ei L. d/g ol Pr B = onnoi F L R. fj.a/LirjXi] Pr B = (.iaf.i^Xat 
A F L R. 

26. R = 05- Pr A F L. nagadalaov Pr F L R = avxov Turneb. Opsop. 
igt&^Xei F. • 

27. ngbg XaXtrjv PrAp. 

28. l'xav edd. == an/av Pr = axai FLR.. 

29. Xandgag Pr A B = Xandgr^g FLR. xovxcp Pr AB = toutov F L R 
== baxovv e conj. Aurat. corr. Alex, anoTjoaxo F. - avav F R = 
ailav PrL. 

32. ofog Pr codd. = olov ex Aurati conj. corr. Alex. 

34. avxQf-idxoig LR<i== avTOf^dxoiai Pr F. gtiovai FLR &i G=gaQvai 
Pr. ndvxa (.lafirfkat A F L R == ndvx^ ff^af.irjXai Pr. 

35. dxQaaifj] dxgoc'?] Pr. 

36. aV«pco *F L R = om. PrAB. corr. Alex. 

37. äßaiveaxov F LR = dt] ßivaaxov Pr A B =« J^ ßivtaxov Gast. Opsop. 



SIBYLL. LIB. I. XIX 

anoaxonisaai B F = anoaxonhaot A == anh oxonitaai Pr L R == dno 
axonlriai G. fieXsaat F = uiXeai L R = om. Pr. 

38. Xtti |tt£T. ds ^. Toiai{-aiv A) PrAB. äyogtiig A. 

39. Tov Pr B = ^' ou A = ou FLR. if/avoetv Vr AB = ■ipavif.uv 
PLR. ahbv FL. 

40. e^anoLTTjaev Pr = f^tjnaT'rjafv F L R. (.loigav F. similis v, legitur Sib. 
lib. VIII. V. 261. cf. Lact. II, 13. 

41.-^ T£ pr.] Jf R. - 

42. Tig om. codd. conj. Gast. yivtr' Pr = yaivar' L R = ytivato F. 

43. rovxov Pr == tovtm F L R. äöaiT F. 

44. p' FLR = J' Pr a'b. inkaai Pr A B F = f7z«a(7t R=i;7r£aai L. 

45. ä(j.ikriaev Pr = rj^ieX-fjaev F L R. 

47. äfinetgavTig F. 

48. Tfv^avreg e/r' Pr = TetJ^ttirö x«i F L R. 

49. t' Pr = (y' FLR. 

50. ToTai R = T^ai L. I'^fro A B F L R ^= Ix5-£to Pr = iv&ito p et 
e conj. Alex. aaßßakiv Pr = naßaktv A B p = xaaßukav F L == 
xu(.ißaXiv R. 

51. To'Ja Pr B = tqvxo F L R. 

52. d-vi]xoTg Pr A == &vi]Toiaiv P L R = d-vrjToTg (.i' iv (pro /.itj iv) conj. 
Aürat. = f. &vi]T(iüv iv. X^QV ^' 

53. ä^avaroio Pr A. Xoyov Pr P L == Xoyov R. äiaavTig Pr A B = uai- 
aavxog F L R = aUv iovxog e conj. Opsop. corr. Alex. 

55. axovaxatg Pr = axovuxaiai PLR. Saiovxo Pr = JWoyro add. yaiav 
F L R. tmixa Si xoTaiv Pr. xotai d^ enaixa PLR. 

56. d-ebg avxog metri causa mut. Gast. enl XQoq)aQiareQov L R «= fm- 
TQOcpSQ. F = inl TtQoqieQ. Pr A == aitog nqocp. corr. Opsop. 

57. (KvgdviQ^t PLR = o.vgtaQ^aVx. nXrj&vvead-^ Pr^^ nXt^&vvead^a F et 
add. xul LR. cf. Genes, c. 1. v. 27. et c. 9. v. 1 et 7. 

58. avxa/vtüg LRG=lTf/vft)g ¥ =' avxaxvacog PrAB. a'xoixe L. 

59. qiäxo ¥. vnaixiov LR. 

63. oV Pr F = L R. 

64. nXTjaicav L. 

66. navxoxQfxxop A. 

67. äneiQaaicov PLR.' 

68. navxoiovg B P L R =. novxiovg Pr. -^J' P L R = ^'(J' B = o"d' Pr 
== 7] ä'^ A. . 

69. oiaai LR == o?? ai F = otat A = Oi'^o'ii' PrB. 

71. cf. Hesiod. opp. v. 116, 

72. Ol Pr = om. PL R. iq)iXi]aav Pr A = icpiX-rjaa PLR. 

76. ov yivtoaxov Turnebi lib. äSaXqjaicSv Pr == aSaXqiaiüv J' LR= uSaX- 
cpaiov F. 

77. ap« PLR = <J' aQ edd. Gast. Opsop. Alex. = (J" afiiagol Pr. 9)£jf- 

TÖJV F. 

78. fW?; (i'a?/ PLR) ö" avxoTg Pr. codd. ex Aurati, conj. corr. Alex. 

79. ßaßoXrifxavoi PrAB. xcct F L R = r? Pr AB = ^ corr. Opsop. 

81. «tj^yv Pr. avxa KokaaGuv Vv k = avx" axdXeaav ¥'^= avx^ alxd- 
Xaaav L. 

82. af.iq)axaXvijjav F R. 



XX SIBYLL. LIB. I. 

83. 01^ PrF = om. LR. 

84. £tv Pr = fj/ F L R. 

85. iv Fr. fxo'KovvTeg Pr codd. = (.loXoPieg corr. Alex. 

86. cf. Hesiod. opp. v. 120. 140. seq. 

88. y.arakri(pd-ivxu)v A. 

89. Tiv§£V Pr = Tev'ii: R == htv^a F L. 
- 90. aQara Pr = EQaaxa F L R. 

92. navToiovg B. u/nt^^aviag F LR <=• fj.7]xaviaig Pr A B. 
95. ovitQonco'ktiv F. 

97. l.lif.tt]X0Tt Tt/^VIDOVTO k B = (.1. Tf/VWOVTf Pr = /LiafllJVOTig Itiy- 

VMQvxo F L R = fiefA.fjvoTig Irv/^ev G. 

98. dXcpTjazTJ^eg F L ß = ä(zq)iaTriQeg Pr A B. 

99. (pQtalv F L R == (pQaaiv B p. = cpaalv Pr. unv/j-uvrov Pr codd. = 
äxoifitjTOv e conj. corr. Alex. 

100. anh]aT6v Pr A F L R = otiXt^tov Opsop. Alex. 

101. of4.wg l'(A.oXov conj. Opsop. praeeunte Aurato = ofxoaai (.loXov Pr A B 
= (J.6X0V F L R. 

102. aQQtjxToig Vr L = uQ^xroig FR. 

103. yeevav Pr = yeavvav A B =« yhvav F L R. fj.al.eQov Pr A B = (.leya- 
XoQQOio F L R. Idßgov F L R = Xavqov Pr A B.' 

105. TQixov T(dv ye Pr. uvd-Qmmov Pr R = avd-Q(x)X(av F L. 

106. TioXX« xaxa Pr A F L R. nagl F L R = Trctp« Pr == nuQ A. 

107. ö^ 71 nrjvr] A. t' uvSq. ¥ = ävSg PrALR. .T£ fid^ai xs PrA 
= t' dXtyaivai F L R. 

108. üJxeay.ov Pr. 

109. xaxi]Xrjdev A. . 

110. uXXo yevog A- B F. L R == uxo yivog Pr = yavog uXXo corr. Gast. 

112. öeSioxag Pr F L R. ot>V Pr F = y' ovx' L R. 

113. aidQf.avoi Vr ^ aldovfj.. P L R. oi A F L R == ■§ Pr = xoi corr. 
Opsop. avrotaiv Pr. 

114. oiazQUf.iai'ig PrA. 

115. t" codd. = t£ Pr. 

118. avTog Pr = uvxovg F L R. 

120. cf. Hesiod. opp. v. 126. 

121. noirjoag ovx Pr A B = noiijaev o^g F L R. 

122. S-£og Pr = om. F L R G. inevovvxo Pr. 

123. oxi Ktivoi F. 
126. voE L. 

129. juer. x^q. Pr. A F-L R =» xijq. fiex. corr. Ops. 

132. d' Jix' B F L R = d' wx' Pr = Je w A. re F = ye R = om. L 
= T£v' PrAB. 

133. (5t3jUa,F L R = äofxov PrAB. 

134. T£ Pr = ff£ P L R. 

135. öi Pr = om. F L R. 

136. (7£ Pr A = om. B F LR. ^ , c ,v / , v c ,v 

137. (5' f'ywyf o wv F L R = ()' fytw o wv Pr A B «= ^ iyat b icov 
e conj. Gast. corr. Ops. 

139. hie V. deest in L R. 



SIBYLL. LIB. I. XXI 

140. «5"' om. e conj. Alex. nsgidiÖQU/nai PLR = negiSidgcoi^e Pr == ns- 
QiSeÖQO/Ae Gast. ndvTa Pr A F L R. 

143. ^ TiOiTf^ A P L R = ßt 'komal Pr B. t« nlvrt A. 

144. ägi&nov Pr = ugid-(.iog F L R. 

145. TQig add. x«t FLR. / AB <= yag fr'=ToTg PLR=<}ieG. 

146. ufxvxTog R. i^uoi Pr A B -= l^uoi; F L R. 

147. Tgoi-iog] novog A. Xdße ft. = Pr ((.ivgi'ag) F = f.tvgiog Xaßev LR. 
axovaiv P = uxovat A B = «xo^ffat Pr L R. 

148. T« Pr= om. F LR. 

149. Xaavtvt Pr codd. == lUiTavtva corr." Opsop. 

151. Xjyff« Pr B = "k-riatxai F L = AjjW« R. 

152. fxaXetiffg A. 

153. a^anarüa&i G. 

157. uajgrjaTov R. 

158. xTiyoT-jjv L. 

161. T£ -^T. &g Pr A B = T£ ut. "v F L R. iWa^' o.naaiv{-Gi A) Pr A 
IWet'' anaatv B = l'aT«* näaiv (nuai L) PLR. 

162. iorff£T«£ (iff(T6T€ L) F L R = lazai Pr. dTrepg/otog Pr = dmigi- 
aiog PLR. 

163. qtoßegav add. <J' Pr A B L. oXoy.v^ax" Pr A B. 
168! f/Ex' Pr. «TTÖ add. tou F L R. 

169. rii xaxoj'] ?J IWcctoj' L. t' äd-i/niaTarov PLR==y^ ä&{f.ii- 
artog Pr A B. 

170. nguTtH Pr codd. = tt^imtt^; corr. Alex. 

171. etffßxouoj'Tfg F L R = ftaat'ovrf f Pr codd. 

172. xvxXriGxovTig Pr. f^if.iavrjf.iivGv Vt ¥ 1, = f.U(.uv7}(.iivov R. 

173. a5^i? L R = om. Pr P B. 

175. avaiSdrjv Pr = ävaiöii]v PLR. v. 175—178. recurrunt Sibyll.lib. VIII. 
V. 184—187. 

177. aniaTocpv'Koi G. - ovSa Pr. 

178. evgeaikoyoi LR= ipsvSeaai Xoyoi G. 

179. SeiSioreg Pr ^ (^fJ/oTsg PLR. 

181. xXutr^ AB. aX^rt^ij uXXov Pr B = aXXvSiv aXXov L R = äXXvöiv 
(J' aXXov F. 

182. aagSoviov F L == aagScoviov Pr A B R. ysXdaeTt^-Tai L) Pr F L R. 
onnoTav Pr = onorav L K = otiot av F. 

183. cf. Sibyll. lib. Vll. v. 7. . 

184. igbv B. v. 184—187. exslant SibylL lib. IIL v. 402—405. 

185. af'vMOV Pr == uavvuov PLR. giCj]g ev F L R = gi(;og ev Pr A B 
== gitriaiv e lib. 111. v. 403. corr. Alex. ddit/ji^toiai F L R = 
aSiipi^Tijai Pr A B. 

186. hie V. recurrit SibylL lib. IIL v. 409. 

187. nöXiig Pr F L == noXig R. avrdvSgovg L R == avzdgSgovg F =^ 
avrdvögov Pr. ana, iivoa. Pr = oeiaixd^ovog ivvoai'yatog LR el in 
marg. F = asiaiyaiog evvoai'x^ovog F. 

188. xev&fA.(Ji}vog PrAB = xivd^f-itüvag F L B. = xev9fmvdg ja conj. Ops. 

189. ra Pr = om. F L R. 

192. TovTo Pr = TO PLR. xaxaXav/uavov R. 

193. xal Pr = om. PLR. v. 193—196. exstant SibylL Hb. VIL v. 9— 12. 



XXII SIBYLL. LIB. I. 

195. latTai FR. 

196. ävövaTj R == dvövaH L. 

198. ö' av&ig VrFLK. l'aij F LR. 

199. yevtfj xa PrL==TavTa ndvra FR. 

200. vipiarog tot cjjito {rnntw L.) naXiv Va^i qxovjjoev xt (ftd^oyyca 
FLR. ' 

202. xa Pr ■== TOf FLR. riftaxi Pr. aoi Pr = om. FLR. 

203. oaaa F-L R = ovaa Pr. 

204. Qi'^ut F LR = gaf^ai Pr = gatie R. 

205. f/iißijd-i Fr = ßi^d-i F LR. ' 

207. xtxQ.] xa xa e -conj. Ops. add. Alex. agnaxciv Pr L' R = JpTieza F. 
mxitjvüiv PrFLR. 

208. xoTatv 6' iv Vr = xoTai (xoTaiv F) (5" ivl FLR. ßaiovfiai Pr = 
ßißaiovfiai FLR. ^ 

209. TiQoqiavicoQ Vt F LR '==' 7iQoq>QOviü)g corr. Ops. 

211. yt] xa LR. 

212. laalrilvd^ov Vt ^= aiaaXrikv&av FLR. 

213. axaax^ oaa nag Pr A B == Ijcaarce nag oaa (oaaa R) FLR. gai~ 
!«£ Pr. rjd-eV aig'§ai corr. Alex. 

214. x\i7]q Pr. , 

215. nluyiov Pr A B == TiXayt^ corr. 0^%. = Tikäaiv FLR. 

216. ano.vg. LR. 

217. aßakiv Fr = aßaKKov FLR. vacpaXai F. xgvipav Pr = icgvif/a 
F R = xgvipai L. Siaxov Pr = xagöi'av FLR. 

219. {.laydXV F. ßgoxoiai Fr = ßgovzoTat LR. 

220. ngriarriga LR. snriytigovxo LR. 

221. )if«Pr=^' afxa FLR. q)UßatgFL. aXvovxo Vr R '=' "kvovxo 
FLR.^ 

222. ovgavod-av add. xa FLR. ävoiyofiavcov F L R = dvaoiyofiavcov B 
== uvaioiyof.1. A = dvaoiyfxavojv Pr. 

224. fAvgioavta Pr = f^vgisvia FLR. 

225. o-vzog d^ anav. Pr == d' avxdg x' antvTjxaxai F L R. 

228. ogvvxo FLR. a'xaf.iav Pr = exaf4.va F L R = 1'xai.ivav B. 6i ya Pr B 
= om. FLR. dcpgov F. 

229. axitga B L R. oxai'gaxt v7]xo(.iavo}v A. xaXagv^ofievdcov -PrF LR == 
xalagv^of^evcov xa conj. Ops. 

231. erd-axo F L = ad-axo Pr B R.^ 

232. d&dvuxov Pr. ßovXfjGiv aSv Si xa Nvjgaog äSrjv Pr B = ßovXrjv 
Wa Ni]giü}g äSr,v F LR. 

233. Sü}f.i' Pr F L R = TröJ^t' A B. xai/ov Pr B F L R == xoixov corr. 
Opsop. 

235. xai Xevaag F = xaXavaag Pr L R. 

236. ndvxoaa Pr F L == ndvxa oa R. w3' e'fiogav Pr = voüa fiogav A ß 
- ' t== voov a[.iaga FLR. 

237. Sri (.1 e'xa Pr. udlXav Pr = ndkXa F L = ndXa R. 

238. axai/dixavog Pr. anal Pr F L R = anairi corr. Ops. r}f.iaGL Pr. 

239. xöxa SiaXwv Pr F L R = §iiX(av xoxa corr. Opsop. == xöxa SaiaXov 
conj. Turneb. 

240. noXov Pr F L R = tto^o/o corr. Ops. 



SIBYLL. LIB. I. XXIII 

241. dH§eh R. y.ix(j.rji(6%a Pr A B P L = xtzXtiHOTu R. t^a Pr P L R 
= ii/^tv corr. Ops. 

242. ntkiriv Pr B R. 

243. txd-akiv R. oq)Qa yvcü Pr =■ "m yvaj P LR. nore F L R. 

244. maQvyeat L R. 

245. niQinxlaaaa P R. 

246. TiV om. A. xa om. F L R. 

247. 7i(j.ara Pr A B == r/>«rt F L R. 

248. avxig Pr F L R == av&iq corr. Ops. aYnaq Pr = £t FL R. 

249. ;^J' = 7iS' Pr. 

251. de T6 Pr = om. F L R. -^'Xrö^ev R. ~ ' 

253. X'^QH'' ^^ = /AqH-"' F L R. iqxXni^. Pr. 

254. fxai.avo7iT^gvyov A. - 

255. Tß/o? Pr A B F L R = rolyov conj. Alex. vnt'§£n£(.irpav F L R ==ü;r£5£- 
nifznav R = a§tTie(.ina Pr = f§tnefxnav A. 

256. oinifxaiva Pr F R == lnifA.aiva L. 

257. orTi R. TifAet niXag Pr A R P = tmA« na'kaa^ R = naXag L. 

259. oM(Maff/v F L R. tioVtou Pr = om. P L R. 

260. Qtjyvvfj.iv7j Pr A B F •= ni]yvvfiavf] R corr. Ops. oXt'yo«? A. cyi" Pr A ß 
= i7r2 PLR. 

261. Tig Pr et codd. = rt corr. Alex. STr" Pr P R L = inl corr. Gast. 

262. Tavv(.i7jxog F. opog add. t' F R. 

263. OTT Pr = oT£ y* F = Sxa t' R. . 

265. naq)vxaai F L R = 7iaq)vxav Pr B. 

266. TW Pr F == xov R. xpct^f^j/^ R. 

267. nakiv add. t«/?? (p&>vrf A B. ovQuvod't tiqo om. A B. 

268. hunc v. om. AB. 

269. nacpv'krii.iavri G. 

270. xa xaX Pr A B = jf«^ te F L R G = r^8a corr. Ops. 
272.. av%6(A.avoi Pr = av'§av6f.iäi'oi F R. 

274. I(T£t' Pr = lff£5- R = l'aaad-' F. ^ 

275. (jpkt' R. rofpw? Pr P L R = JVcSe d' t5? corr. Ops. 

276. y/e «710^ Pr B = alg vno» F L R. inl Pr = «tzo F L R. 

277. ^Jf SdjLmQ{-Qxi P) cum v. 267. cönjung. Pr P. naxa-^va. Pr P L R. 

278. XU a\V Pr. 

279. hunc v. om. Pr B = hab. A P L R p. 

280. xoi om. L R. 

281. T^rfkffa LR. 

283. uxoixtg Pr F L R i= av&tg corr. Ops. 

284. nekaTai Pr A P L R = naXax^ B, 

285. Jg od-av Pr =i= fg oTov PL R=r Ig oteu A' B = Ig ov corr. Gast. 
ylvat* ävTjQ Pr B. 

286. fAafiaXi]f.ievrj Pr = fj.a^iaXr]f.iava P L R. 

287. cf. Euseb. in Gonstantini Orat. ad S. Coet. c. 18. 

288. fiaranaix" "Pr AB ='f.uxanaiTa P L R. oxa ö" l'xtpvyov Vr k B= ore 
<J' a(fvyov F L R. 

289. x'kvSo)viod-aiaa{-a»r,aa Pr) Pr F L R. avv Pr F L R = uf-t conj. 
Ops. ~^ xoi Pr P = »j R et conj. Ops. 

290. axvQföx^ IxvQTi Pr. ofiovvf^qioig Pr R =3 ofxovvf^qioiGiv F. 



XXIV SIBYLL. LIB. I. 

291. alvijaü) l'arai Pr B= f v vijaco P L R. 

292. avxjj F R == aäxTj avxtj Pr = avTiTj avxi] B = avxi] avxi] A. ftaadaet 
Pr F L R = /.leaaog conj, Alex. 

293. öe§ri Pr codd. = dti'iti conj. Alex. == J' e'^ti nos correximus. 

294. ävSQ£ ?r=ävÖQeg¥LK. Si (J^' FLR) t£ S7]k'^aoviai AFLÜ^ä^reSi- 
xaaovTa pr. m. h. = öi ra d^i/XriGOVTtti Pr=J«A?Jaovi:af B sedom. Sin. 

295. nolviTTi Pr F L R. 

296. oh IV Pr. ijQy" R. • 

297. yairiq R. ind'k'ktTai B. . 

299. T£ Ti]d-evTi]Q£g PrPLR=aTOT id-vvriJQeg corr. Alex. ^ay^paotFLR 
= ayTJgaioi Pr. 

300. jHuXepacov Pr ==» (.iaKaQio}v F R. 

301. ßeßXi]fuvoi R. 

302. iv Pr F. xat om. FL? 

303. fTiei Pr F L R == £7it B. yevog Pr = 7r«rJ£? P L R. 

304. dviQtq Qig Pr '= f^dxageg ohi P R L? dwxav F R. 

305. xal TOVTOiaiv Vr = tovTOig FR. 

306. eiv Pr = ev F R. 

307. avre AF >=- av Pr B L R. ßaQv om. LR. 

308. av yevog uXXo Pr =;= aXU yivog F L R. 

309. axuarov Pr F == axdazov R. Ops. 

310. ^jvjj Pr B F = 9)^v L R. 

311. aTrjd-aaiv R. av&axo v. seq. cum hoc v. conjung. Pr F. 

312. f^£To FR. 

316. 6 om. F LR. [.leya F. 

318. anl 19r = an F^. " 

319. dnagaiaiov ¥r = dnaigaaiov F 'R.. 

320. OQvvfiivov anl Pr = oQvvf.iavoto an' F R. Trot^aet Pr codd. 

321. OQY^g Pr F = cogyiig L fi edd. elg uXka t£ Pr B == aig aka F == 
xal aig aXa L R 6. 

322. oXiyitiaaiav corr. Alex. TQriyJaiv F R = xqu^ioiv Pr. 

323. yairi bgiaag Pr R == yaiTjv (?) hqlaai F = faitjv ogiaei conj. Ops. 

324. xal Pr A B = xx)v F L R. 

325. d^vrjToiaiv R. av yfj cum v. seq. conjung. F. 

326. (pagai Pr = (fagcav F L R. ov avtw Pr A B = oVr« av avxw F LR. 
8v^ avxM conj. Gast. = ovxa av avxM cum v. seq. conjung. F. 

327. Siaxwv dyyaXoäv Pr == S. dyyakXwv B R = Siaaov t' ayyeAw F L R. 
aQtd-fxwv B. 6' olov F L R = SoXov Pr. 

328. <^' eTii xavxaig F L R = Jot xovxoig Px B. 

331. xbv naiS" FR. 

332. Sa om. F L R. cf. Evgl. Matlh. c. V. v. 17. 

333. cf. Sibyll. lib. VIIL v. 270. 

334. iiQoaxofxiaovaiv R.- nQoaqitQovxag Pf. 

337. 7)%7i R. dnayyiUvaa B. /Soijerjy FR. 

338. dnoQQiipri P L R. 

339. xaxiTjv F R. xal om. B. vSaoi add. t£ F R. 

340. yavv^d-avxog R. cf. SibyU. lib. VIII. v. 3 16. Evgl. Job. c. IIL v. 3. 

341. ya Pr == om. F L R. nagaxxaivaai Pr= ndgog axß. F L R. 

342. namSrK.iivog Pr = o nanaiafiavog F L == o namjaixavog R. 



SIBYLL. LIB. I. XXV 

344. iarai Pr = i'aaiTat F L R. 

345. cf. Evgl. Malth. c. II. v. 15. 

348. y-al ärguTibv Iv (futi xoiväi P L R = aTQanijTov t' av ipäai Pr A B. 

349. ^oj^y aiuviov F L R = aitjviov ^(jütjv Pr A B. 

350. unoioet Pr codd. = fTiotcra corr. Gast. 

351. vÖGiQovq add. T£ R. 

352. Ivi Pr B = t' hl F R. 

353. ßXlijjovai ABLR == ßU\povaiv Pr F. Si t£ A B = cJ« ye F L R == 
Se Pr. ßaSiaovai A B == ßaSiovai F L R == ßaSiovat I'r. 

354. iiaaitaovoi Pr = tiaaxovaovai F L R. XuX-^aova^ ov Pr == XuTii^- 
Govat ö^ ov F L R = XaXrjaovai ö^ äcpwvoi A. 

356. hunc v. om. LR. - 

357. (liQXWV e conj. add. «,«« Gast. l'/ßvog Pr = i/ßvtov FR. dva- 
Xioio add. ^Qf-ipti F L R. cum v, 357 — 59. cf. Sibvll. üb. VIII. 
V. 275—278. 

358. xoQean Pr = om. F L R, 

359. öwötxa Pr = dtxa ovo FR. 

Post hunc V. add. F L R: Eira nQog roTg tiQrj(.iivoig inuyai f; ipvd^guia 
T« niQi TTjg ex f,iavovg xai äavfynuozov rcov (cuv F) xvqioxtovcov 
ToXf.irjg xai Tijg 6iä zovxo yiyovviag xiv^astog rovde rov naviog' 
xai Ttjg jöjv vtxgäjv ävußimai(jov{-aig R) "klyovaa ruöe' 
361. avdriGii Pr et codd. === h&Tqaei e conj. turneb. Alex. ßfßaQTjfiivog 
A B F L R = f.tefie&vafi6vog Pr. 

363. tavTÖJV Pr == e§ avxbiv P L R. 

364. 3-' 0« FR. 

365. ifimv(Tf.taTa F R. cum hoc v. cf. Sibyll. lib. VIII. v.- 289. 

367. vid. Sibyll. lib. VIII. v. 303. 

368. ßoXf](.iivoi Pr. 

369. ilaoQwvTig R. 

370. rvq)X6TiQ0i Pr == rvq>X6reQ^ F R == anuXdyiov Pr =^ uaq)a'kdxiov F R. 

371. T6 ßagn (ßagtt F) F L R. 

374. vrf^ooai Pr B = vv^ovai F L R. oiJ.ov Pr F L B == orov corr. Gast. 

375. Tiikd&Qiog VrV^neXwgicog R. jt«W R. cf. Sibyll. lib. VIII. v. 306. 

376. vaog Pr «= Xaog F L R. aoXof.iMvsiog F R. dv&gcuTioiai F R. 

377. ixTtKiarj F R. aiSoavicog Pr F R = aiötaviog corr. Ops. olxov 
Pr = oYxio FLR.;^ 

378. ayyiXüv Pr B R == uyyi'k\(av A F L. enavaaraaiv B = in uvd'- 
aruaiv Pr A F L B. ttd-vmaiv F. 

379. dg corr. Alex. 

380. «Ji% A F L R = Silin Pr B. ^vijtoTgi Pr A = &r7]Totaiv B ==» 
om.' P L R. TVTiov F L R = vnvov Pr B. 

381. iv Pr F =i= xai R. ovgdviov F L R. bSiva-r) Pr F L R = oStvcut 
corr. Ops. 

382. xaXvipag Pr et codd. == xaXXeiipag corr. Gast. SidairnAa Pr = 
diddr]/.ia A F L R =— öidd-}]fxa e conj. Gast. corr. Alex. 

385. ye xai Pr A = om. FL R. 

387. iv&tv F L R = IvrevO^tv 6" Pr A. to om. F R. a^riawvTai F. 

388. Idem v. exstat Sibyll. lib. IlL v. 179. 

389. Qtofiaioig Pr. • aXXoi Pr codd. => uXXai corr. Ops. 

17 



xxvi SIBYLL. LIB. II. 

390. l'anvTai F R. ßanikriwv R. 

391. d^lixpH F L R. hie et seq. v. recurrent Sibyll. lib. III. v, 182 — 183. 

392. onotav Pr codd. == orav corr. Gast. 

393. vabg Pr F — vi]6g F R. !SoXof.mveiog Pr codd. = 2oXouwviog 
corr. Gast. 

394. xamiiaeTzat Vr = xa7i7iea7]rai F = y.anmatijrai L R=xa7ineaovrai p. 

395. xaXxod^iOQijyMV Pr = /aXi(iod^io^rjy.TCov F L R. iXdaaovzai Pr = 
ildacjvtat LR.. 

'396. y.tQf-iiQQixtvoi A. tttoav F. 

397. verba quae post fxi£,ovai seq. cm. A. , xaxr] add. Ji F L R. 

399. dvSgdaiv om. A. tJXitov = rj(.ixov Pr. 

400. y.oXnoiaiv R == ceteri codd. xoXnoiai. 



IN LIBRUM II. 

Post V. 400 absque libri dislinclione codd. F L R haec haberit: 
''Q.aavxwg y.al rovg noXvd^aiav voaovvrug {yovovvxag R) eXfy/ji rovg 
T£ (t' L) uSixovg xal af.iaQTci)Xovg' xal ovi-ißaaiXevai {avf.ißov'kavei 
rec. m. L) (hg (jvyyavaTg tov ava xal fnovov aaßaiv &abv' aha naQoi- 
[.iiu^ai Trjv ud-X7}üiv twv ayiwv. xoX raXevTatov niQi tov (f>Qty.rov ßrj- 
fxaroq tov acorrjQog rjfxbiv cpi]ai' Xayovoa TuSa ' "Hfiog da x. t. X. 
la Pr et cod. A his omissis leguntur haec verba: 
TifQi EXlrjvwv xal naQi &aov xalnaQi ayivjv xal na^l XQiaacog (laQi'covA). 

1. de Pr F = drj R. xaxänaoa Pr. 

2. axri&aGai{-(n R) Pr codd. 

3. at'daxo Pr = xavd-axo F L R. 

4. 71UV add. da F L R. fy.TiX'}]X&aTaa Pr A = nXij/ß-aTaa F L R. TaS" 
aanofA.ai F L R == xddt anöjf.i' Pr A. 

5. xd add. ()' R. 

7. xa Pr = xal FL R. aQvai'ßt] add. aaiafxoi F L R. 

8. 7.vy.(i)v t' F = om. Pr R. 

9. fAvxofiavdcov e conj. Turnebi corr. Alex, 

10. xal TaxQaTc6öo)v F R. ovQ-^covxai uiQyujv Pr. 

11. aiyciüv add. xal F. otcöv FR. 

12. xaXXv(p&aiaa Pr = xaXvcp&aTaa F R == xaXXaKpd^ataa corr. Gast. 
dfA.aXaiag Pr F = avf.iaXaiag R. 

14. uQoavXtat Pr = laQoavXXia R F? 
17- ^ijXog ß-gavai] X. t. xivd'^i] F R. 

19. öawfiavog F L R = Savouavog Pr. 7rw()2 Pr F = iTispt R. 

20. utfiaxoaaaat F L R == rjfiaxi Pr. ovgaviov Pr = ovgavov F L R. 
post hunc V. lacunam haberi Turneb. Alex, observ. in v. omisso vöx 
ipaxdßag scripta esse videtur. cf. Sibyll. lib. XII. v. 57. lib, XIV. v. 89. 

21. xa Pr L R = om. F. 

24. äxagd-a Pr = axag F R = äna^ L. 

25. Xaixpiv Pr. 

26. xaxiSoi F L R =' xaxlS?] Pr. &av/.idaaiav F L R = &av(A.aaaai(^g Pr. 
28. ivaamv Pr. - 



SIBYLL. LIB. II. xxvil 

29. T£ alterum = xal L R. 

30. ndXtv Pr R. . 

31. ovdi ^UQ. Pr= ov SiafxiQ. F R. 

32. äv&p(6noiai R. 

33. eaaeTui Pr A = JW«^-' F L R. wantQ A. ävutSii] Pr. 
36- laf.inQ(oq L R, aTio corr. Ops. 

37. axiq)avog A. xore Pr = to F R. 

38. äed-Xivovai R = äed^Xeiovai F. 

39. rod^i-iat (to . . . J/.tat A) (^iyag yaQ Pr A = tote yap (.liyag F L R. 
ai(bv Pr et codd. == äycov conj. Alex. £tat?uAa(7T£;{og F L R. 

40. ovQuvlov y" F L R. 

41. IWfT Pr et codd. == taaiTai corr. Alex. 

42. enl Pr = f te' F L R. 

43. neQixaXiog Pr et codd. = neQtxaXXaog corr. Ops. o^ F L R == fi; Pr. 

44. uQyvQiov F L R = ogyvQfov Pr. 

47. a;fp/. zat &avuTov Pr = t' Kpfpt d^avürov F L R. noovai F. 

49. TOü d-t(.iaxog PrA==To£iT' a&lov F L R. 

50. nüaiv Pr F = näat R. 

51. Ü,(vovai F L R = ^(Txnv re Pr. 

52. 0? S' Pr = Tjö^ A F L R. ya^w/Xonomv R. 

53. nXovaia Sä>Qa Pr = Jöi^ct t£ (ye F) t^v t' F L R. 

54. cf. Phocylid. v. 100. 

55. NB. versus 93 sequentes inde a v. 56 — 148. post v. 55. in codd. 
F L R legunlur, sed desunt in Pr A. Sunt hi quidera versus iidem qui 
et in Pseudo-Phocylide, si paucos excipias, exstant. Apud Opsop. habentur 
inde a pg. 404. Gallaeus primus hos versus in textum recepit. 

56. cf. Phocyl. v. 3. 

58. ipivSai L. nüvT* uyoQavatv Phocyl. 

59. deest in Phocyl. 

60. Se om. F L R. 

61. /.irjdiig F. Tiajra FL R=^7r«ffi Phocyl. f-irjöe xgiaiv tlgyßQiv eXS^aiv Phoc, 

63. fT£ .5-. {.lar. ör/.. Phoc. 

64. iptvörjv FL. 

68. f.irjd'^ ayvdog (.irjd- F. 

69. oTTt F L R. ^£og a/ußgozog oaxig If-iaoar] Phoc.« 

70. yuQi FLR. v. 70—72. om. Phoc. 
72. Siä add. e conj. Alex.- . 

75. yXiLXjui] L et ¥ ''^ •== yXwaaTjg R. 

76. i7iiöevof.iivotg corr. Alex, abest hie v. e Phoc.' 

77. ovv F Phoc. = om. L R. 

78. TiTCü/w d^ iv&v äi'dov (,ii]d^ Phoc. 

79. TiaQuaxov ¥ L = TruQuay.ov R. v. 79. om. Phoc. 

83. neivuv z' uqtwv F = neivcövz uqtcüv L R. 

84. wöriyai FLR. 

85. anal nXoog Phpc. 

89. xavTag codd. = tovtcov Phoc. 

90. V. 90 abest e Phoc. cf. Phoc. v. 28. 

91. v. 91-^96. om. Phoc. 
97. in codd. = ig Phoc. 

17* 



xxvm SIBYLL. LIB, II. 

98. ii'&£ de (.17] x^Q7ill,6iq (it^t^ i'vvof.ia f.iiqT^ uöixtog ye Phoc. 

99. xuv codd. = rjv Phoc. (.naivtiQ R Phoc. = (.iiaviig F L. 

100. yaiTovevovTog F L R. anoaxov ff^ tov d' uq int^ßr/g F L R = 
«. («^ J' Üq VTiigßfjg Phoc. 

101. hunc. V. om. Phoc. 

105. noXvfiS/^d-ov F L = noXvfxoayov R. cf. Phoc. v. 35. 

106. '^Hvog F = 'iiivog L R. v(.uv corr. Alex. v. 106 et 107. absunl e Phoc. 

108. yßqrj F Phoc. =- ywqrig R = ywQig L. f'yuv F L R = tyu Phoc. 
et corr. Ops. xonov codd. = nidov Phoc. 

109. ^Atjc L = ^/Aft? F R. 

110. adiy.ov de ra /.njöev eyovra corr. Alex." 
112. V. 112 — 113 desunt apud Phoc. 

116. tl'd^e FR = ?5'^6 L. 

118. uöt')iq}iioiVhoc.=udsX(p£oiF='ädtXq:aiolL==uöiXq>olR. awif-ioig LR. 

119. cf. Phoc. V. 2. 

120. xgadijj voov Phoc. v. 43 = xquöiijv F L R. 

121. u^idßov Phocyl. 

122. deest hie v. apud Phoc. 

123. avayrig R. 

126. tig add. eaxl L. 

127. Tiao' olyoftiveig F. 
130. eitTeXeae L R. 

134. vßQijv L. 

135. vTiiQ^ofiivog Phoc. = vnaQyofiivog F. tevyjj L. 
139. aif.iv6g L = aif.iv6v F R. 

143. hie V. deest apud Phoc. 

147. avTiq)vrev£i F. 

148. negug R et Phoc. = Tegag F L. 

150. ud-avaah^g Pr. 

151. ye om. F L R. 

153. ilai'k&wai F L R = SitXtvaovrai Pr. 

156. J' äv&QMTiwv Tiotfiol y.ai Xifiol Pr. 

157. xal nivd-tfia {nev&rif.ia L) F L R = TreWj^jtia t£ Pr. 

158. ycoQag Pr A = ;fft5()^? F R = ;^w^/g L. «vJ &oivrjaovTai codd. = 
ivi&Q^vrjaovxai corr. Alex. 

159. yoveag A F L R p. = yeviag Pr. Iv Pr et codd. == xal corr. Alex. 

160. (v&ivreg F G L R == auv ^uf'Affftv Pr. 

161. 7iiq)VQftavoi ¥ L B. = naq)VQa(.iav Pr A. 
163. 0^* v^ixu F L R = o vixä Pr. 

165. (ifiöa Pr L R = jtt^ ^c F == ^ Ji corr. Alex. awaigaaiv Pr. 

167. JBfA/ag ti'§ai Pr. 

168. ^' Pr = ^^ F L R. unoxaTaaxaaig Pr == äxaxaaxaaC F L R. 

169. xa prius om. R. 

170. d" ^i)" A. avxotg Pr A = av F L R. 

171. avaxoXi)]g R. 

172. bV Pr = ^' bV FLR. 

173. <J* £7it TouTiv Pr = Torfff J' FLR. • 
178. Gxandaai Pr et codd. = oxiödaai corr. Gast. 



SIBYLL. LIB. ir. XXIX 

182. t' 7^ct3of ?/ StiXriQ Pr = i] i)ozg ?) ö^Xi-jg F L R. ' 

lös. y-ai Pr -= T6 (yf F) z«t FR.. 

185. T^ £w ß. TTKcrt qxxvitxai Pr = änocpavHxui F L R. 

1&6. yMTeTitiyof-uvoio Pr = i7ia!yo(.uvoio F = ya Ineiy. R. 

187. To'^' F R. y£ ora. Pr. cf. Evgl. Mallh. c. 17, 10. 

188. yaiTig R. 

189. T£ F L R = Tou Pr. 

190. ßV onoaai Pr == ouctt oaaf F L R. 

192. yaXov/ovaiv F L R == ya?^aSoTovaiv Pr. 

193. ßV OTioorat Pr = orat ha" (oae Fj F L R. xetV?;!' Pr F = ixe/j/T^v L R. 
u&(}oiaovaiv Pr. 

195. uvaTolirjg R. /neai^iißQi-ijg F R. 

196. ^ry oro. F L R. t£ Pr = 5-' o F L R. cum hoc et tribus seq. v. 
cf. Juslitf Apol. I. c. 20. (T. I. p. 180. ed. Otton.). 

199. xal alterum ^= T£ R. * 

200. t" arö-Q P L R. cf. Evgl. Matlh. c. 24, 29. 

202. d-uUoar, F L R = »uldaau Pr. cf. Sibyll. üb. VIII. v. 341. 

203. cf. Sibyll. lib. Vlll. v. 350. 

205. Sl Pr = (J'/y F L R. 

206. 7« A F R = om. Pr L? cf. Sibyll. lib. III. v. 80. et lib. VIII. v. 337. 
20-7. dr]Q Pr = ozr" m)q F L R. vvxTa R. cf. Sibyll. lib. VIII. v. 338. 

208. noxriGOVTai R. Si' i]iQog F t R. cf. Sibyll. lib. VIII. v. 342. 

209. Cc5a add. t£ F L R. i'Vxxä Pr. 

210. V inl F L R. novTonoQ^arj Pr. cf. Sibyll. lib. VIII. v. 348. 

212. drSgcöi' Pr A = r' ävÖQWv F L R = dtvÖQCiv corr. Gast. nuvxag'Pv. 

213. xcovivaata LR. cf. Sibyll. lib. III. v. 87. lib. VIII. v. 412. 

215. (.ityai^X F. add. za L R. Pr et A leg.: "Hxag" tgofi IrjX, ov^fF?;?., 
GuvlrjX, fl^ß/jXrf. 

216. &" oaa R. iQQaS,av FR. 

217. tpvxcg ano rs F = i//. ra ano ra R. leQoavTog Pr. 

218. u§ovai R. 

219. y' aig F L R. eVrJv Pr == wv F L R. 

220. V. 220. ora. R. o Pr = o A F L. 

221. uvdrjv F L R = doiÖip Pr A. 

222. y.al t' omaa Pr==d^tbg oaxia ^' F L R. Post hunc v. in versib. 3. 
. seq. magna leclionis diversitas habetur inter Pr A et codd. F L R. na'm 

323. PrA legunl: üg^ioTg nuvxoiotg aag^l auQxeg y.al vavga nsQi XQöL 
F L R - dQ(.i. navx. {nurxioig L) aap'§iv Sa t£ nuoaig auQxag 
{adQy.ag R). 

224. Pr A legunl: y.al (pXaßtg rjSi ra ötQfxa d" al tcqIv i&aiQai, 

F L R - vavQaaiv ravQu ra xai ra (pXtßaaai (q)XißaGiv L) «n^ß- 
Gaig atf-ia. 

225. PrA omiltunt. 

F L R legunt: SeQf.ia Sa y' av yßovl al tiqIv al'd-aiQai aiaav&ig {aig 
avd-ig) (pvaovaiv. Nos vv. restiluimus. 

223. navxiocg L. aaQxag R. 

224. (pltßtGiv L. 

225. XQol' conjeci. codd. /9'ovt. al'&aigai F. atg avS-tg L. 



XXX SIBYLL. LIB. IL 

226. i^invaa Pr. 

227. (.dav rjuegav Pr A = ivl ri^at' F L R. ävaari^cfovTai Pr et codd. 

228. xal aQi]y.TOv Pr = re x aQtjxxov F L R. 

229. xXdd^Qa FR. uxakxevrov kYh^=a/alxivx(x)v Pr. add. t [y F) FLR. 

230. t' ovQiriK L R. (^iyac; om. L R. 

232. T£ Tariia^)v(ov L R »== Tirdvwv F. 

233. T£ om. R. oaag Pr A == rdre cffoü? (oXovg R?) FLR. ffAe Pr. 
235. y.al d-" FLR. TiETeftv« A. 

237. l'cpd-iiQiv ivl Pr = i'cpdeiQe ra iv (Jv öm. R) FLR. 

239. uvaarrjori R. 

240. y.ad-i'aei Pr. T£ IdSwvai P L R = uScovaioq Pr p. . 

241. T£ prius Pr = ye F L R. ^f Pr = J^ F L R. nrilti Pr. 

242. »jgv/ L R. TiQog t' L R. 

243. ayysXr^^ffiv R. 

244. xad-iGT] F R. (xiydKcog Pr. fnt Ji^m Pr et codd. = iniöi^ia 
corr. Alex. 

246. rfirj F R L? g)tXog add. ^' F R L? 

247. adgxig {auQxa A) 3vau(.i£vog Pr A = aa^x^ aTiiii[i.ivog FLR. J' Pr. 
xal F L R. ,7§J7 F L R. 

248. r,d' om. FLR. VaffoSg Pr = 'Jriaovg FLR. x' Pr = rß' FLR. 

249. dßaxov(^ xai ra Icovug xai d-' ovg xietvuv '^EßQaioi FLR. 

250. oUaarj R. 

252. Tiacomv uniQ F L R = Tiaova oaa mg Pr. inQaS,iv R== inQri%i. F. 

256. tQQtiav F R. 

258. ßtj-oJ Pr = öiivol FLR. 

263. 6ixai(av Pr == ay/cöi' ts FLR. (p&iahoQig Pr. 

265. d«jjzov£5 Pr = öiuxovoi FLR. 

266. XQivövo' Pr = ya xQiaiv t' F L R. 

267. ipavdunuruig FLR = ipavSandrai Pr A. ntnaia^lvot FLR = 
ntntid-(.itvoi Pr A. 7tXa^6f.iavoi xa P L R = cm. Pr A p == avxäg 
eovxtg conj. Gast. 

268. oXooxaQOi FLR. 

270. Ol Pr = xal FL R. ya Pr = om. FL R. 

271. XW'*^ F. 

272. yr^gaaoi Pr. 

274. iv A. ' 

275. xu.VkamQv Pr == xakmov {xdXinxov R) FLR. xiauvxeg Pr A = y« 
xi[.iriGavxag FLR. d-Qanxa A. yoi'frfftv om. FLR." 

276. avTctp ö" Pr == t£ «rclp ^' F L R. 

277. dvxilnav Pr = dvxainov FLR. 

278. rß' F L R = ol 8" Pr. ^ 

279. SaanoxMv Pr F =^ öaanoxdcov L = Saanoxvtov R. 

280. daaXyaiuig (.udvavxag F L R = doaXyi'rj (.u^vavxeg Pr et A? 

281. riS' i^S" F) F L R. t^wTjv Pr. 

282. oaaui Pr = J* oaai (d' caaui F) FLR. 

284. (fagfAaxol t) xal (om. A). cpagi-iaxiöag Pr A = q>UQ(.iuxl8ag xal (pag- 
(xaxoi FLR. 

285. an ovgavoio F. 



SIBYLL. LIB. II. XXXI 

286. n^oaneXdaetg ye P R. 

287. T« Qesi F L R == {>£r Pr. 

288. d^eoTo t£ F L R = &sov Pr. Uvreg Pr et codd. = iövTo'g coi-r. F. 

289. äXvaeai Pr codd. corr. Alex. 

290. uQQi^xToiai T?r = ugrjXTOig re F L R. 

291. deivorärca xaldaovaiv Pr. 

292. yeevvt] Pr L R == jewr] F. d^rigai 8" L R. vnoTaQraQioiai p. 
ßakovvxai Pr ■== xaXovvTui F L R. 

294. \v\ nortiaovrai Pr et codd. 

295. näfjiv oaov Pr «= naat ze otg F L R. aurwp Pr. 

296. xaTtt'pge/ Pr = xa<^f§a F L R. " 

297. avxovg P L R = avxuQ Pr. orr' R. 

298. fTi' «nw <^Jc Pr. «710^«»' Pr F. 

299. oiyaozaTj] R. 

300. öaxQvoevTu Pr •= vi^nioavTu F L R. 

301. l'oTui Pr. avd^v F L R. 

302. daay.ovaexai R. 

303. Co(jpo'£^' R.. 

304. ßioaovxai codd. = ßouaovrai Pr. 

305. Tiaovaiv R. 

306. öevo/^evoi Pr. 

307. Titgof-ievoi A. Siipei _¥. t« prius om. A. cum v. 307 — 313. 
cf. Sibyll. lib. VIII. v. 352—358. 

309. TovTovg LR = TOvroTg Pr. 

314. onöaovg A. xaXA« F. (.lif.iri'kiv Vt F = (.lef-triXei LR. 

316. T£ (om. Pr F) öt" uyßo[.iivov Pr P L R === Sia ald^o[.iivov corr. Gast. 

317. T£ om. Pr. 

319. t' (om. Pr) ohov xe (rf om. LR.) Pr F L R fieXirog xal A = fi. 

xa corr. Ops. cf. Sibyll. üb. VIII. v. 211. 
321. öiafxiQi^. F L R == iK(.i£QiL,o(.iiv7j{-vov A) Pr A = ovSs f.iiQi^of.ievi] 

cod. G. Alex. cf. SibylL lib. VIII. v. 210. 

324. ov dovXog ovx^ av (.liyag ov Pr = ovx^ uq öovXog 6* ov (xiyag 
ovxa FLR. cf. SibylL lib. VIIL v. 110. seq. 

325. xoivri S^ u/.ia F L R == xoivctjg u(xa Pr. 

326. rjld-ev Pr codd. 

327. 8' oux P L R == oü/ Pr. cf. Sibyll. lib. VIIL, v. 425. 

328. t' (y' P) ov yHi.uov¥R. idem v. recurret Sibyll. lib. IIL v. 90. 
et lib. VIIL v.'426. 

329. ov ydf-iov ov d-dvaxov t^ (y* F) ov Pr P L R corr. Alex. 

330. ovo" uvaxoXiriv R. cf. Sibyll. lib. VIIL v. 427. 

332. avaeßd<Ttv{-ai R) ^' onoxav P R. 

333. xal äd-avuxcov Vr == (.taxQatwvcov t' PL R. 

335. yag t"* F L. 

336. äXuo Pr codd. uXXoa'' e conj. corr. Alex. 

338. ot Pr F. neXat F L R = naXa Pr. 

339. uavvdov Pr A F R. 

340. al Ol eyd) 8a Pr A == «?« 8" aydi P L R. 

342. ydf.i(ov F L R == ydfiov Pr. Xoyiafioig P L R = Xoyiaf.tcov corr.. Ops. 

343. noXvndf.ifiovog P L == noXvj.tdf.i(.iovog Pr. 



XXXII SIBYLL. LIB. III. 

344. l'^aia Pr = l'QQi§a F R. 

345. ovdt T£ (t£ om. F) Pr A P = äv Je L R. 

346. y.vvconi Pr A == xvvcona F L R. ngifi^aouv Pr == ngi^'^aadv yt 
(t£ R) F L R. 

347. fyJf 8^ Pr p = Ibov F L R. a« /£ F R. navat^uv Pr A = TratJa«« 
[.i F R = navat (.i L. 

348. f.iavovö6vra Pr == (.lawoSora A F == (.lavoSora L R p. ßaaikeiTjq 
F L = ßamldaq Pr A. NB. Post v. 348. in codd. FLR haec leguntiir: 

(in marg. rubr. i^i 'tjj fx <^ ¥). 
deinde sequuntur hi versus iambici: 

'AvTiQQTiaig itg rb roTg y.al o navToy.gaxiOQ. 

ipaväi] 7iQ0(puv(og' ovöi yap 7J'§h Qa^^ai ¥) nori 

rb nvQ y.oXät,ov rovc y.araxaxgi/iitvovg 

x' uycü yuQ üv tv^ai{.(i tov9-^ ovr(x)g f'xeiv 

ovXaTg /myiaruig a(paXi.iüxo}v aariyf.iivog{-oi L) 

at f-iai^ovog yQrji^ovai (fiXavd'Qwniag 

akV alayyviaQ^w (p7^i] (i L) vacfCüv cu (w L R) Qiytvijg 

nagag yavtadai t(vv yoXdaacov Xiycov. 
in Pr et codd. A F L deinde legilur: 

nuXiv ev reo rgirco avxrjg ro^ao ruSa (pi]aiv 
add. ax rov davrapov loyov nagl &aov Pr A = ax toiJ öavra^ov loyov ■ 
in marg. F L. cod. R in marg. leg. loyog rgirog. 



IN LIBRÜM m. 

1. iptßQffiha R. QvQüLvia Pr A. to Pr A R = xa F L. 

2. Xixofxai add. ae F L R. 

3. jU£ Pr = f.i' r) F = ^ttj L R. yuQ om. FLR. 

4. Tiuki Pr = t' av F L R. 

5. fA.daxiyi Pr A = f.iuaxi§i FLR. Je l'vSo&av (k'i'Öod-t A) Pr A. 

6. i'^uyytXXaiv R. uxug nuXiv F R. 

8. V. 8 — 36. vid. proeui. v. 1. seqq. 

9. dxQunbv FR. 
10. ßudi(;ax" FLR. 
13. t" oi'x Pr. 

15. alcoviov F L R = aiaJi'og Pr. 

16. ndXiv F R. 

17. y.axtdaTv Pr = tJerv FLR. 

18. fxovvov Pr F = f-iovov Pi. 

19. ovQavoTo FLR. ygaxovvxog FLR. 

20. l'xxi]aa R. 

22. T£ om. Pr. ri]d-vv {xi&vv A) A F L R = xi9tjv Pr. 

23. zal om. Pr. 

24. cf. Justin. Coli. c. 38. 

26. dvaxoXlr,v R. cf. SibylL üb. IL v. 195. lib. VlIL v- 321. 



SIBYLL. LIB. III. XXXIII 

27. aTrjQi'^tv Ä. f.ioQq>rjv ante Tvnov Pr et (add. rt) A. cf. Lact. lib. II. 
c. 12. Opsopoeus hie inserendos esse arbilralur versus Lact. 1. c. cf. 
Ops. not. ad h. v. 

28. nereeivd A = neTiijvd Pr F L R. 

29. *unc v.^om. Pr. ov Gißer" A et corr. Cast. == ov ov at'ßaod-' F L R. 

30. xai TiQoaxvvtovTsg A. ra xai Pr A F = (5^ L R. 

31. eläcüXoig ci%7>oig n Xid^ivoig y.u\ IÖq. F L R. 

34. y.aX6r7]Ti conj. Alex. 

35. i'y.xr,fji R. 

36. ai om. FL R. xaxwv t' L R. 

37. KOI Pr A. om. F L R. 

39. y.uy.bg e Cast. conj. corr. Alex. 

41. yup om. F L R. 

42. taaixui FR. 

44. xXvqn'cag Pr. 

45. y.an/ovoug L = xuTf/ovaag R. tov Pr Ä om. F L R. Alex, e 
conj. corr. xov an. xuri/ovoi ß. u.'ya lu/ovaui. 

AI. Id-vvovaa F L R == öid-vvovaa Pr. 

51. yoQog A L R. i. 

52. T(){$ F L R. 

57. xoGi-iaTa&ui Pr R. 

58. T£ ante '§oupotg F L R. 

59. lld-i]Te F L R. 

61. iv om. R. avd-Qwnoiaiv Pr A = uvd^QConoig F L R. utuq F L R 
== avTctQ Pr. 

62. noXaat L R. 

Post V. 62. Pr A: f.iaTa rdSa nQoßulvovaa roig Xoyoig na^l tov 
u,naTaü)vog{-raicuvog\ A add. öalf.iorog rov uvti/qigtov Pr) rfi]aiv 
wöa 711] [ni] om. A). ex da cet. Quae verba codd. F L R omitl,, sed 
cod. F in medio v. 62. vocem IdTag rubra iniliali insignitam habet. 
Deinde F L R v. 63. vocem ^Ex rubra iniliali dislinctam legunt. post 
Y. 62. lacunam esse raonet Alex. 

63. 6e om. F L R. ßtliag Pr. 

64. oQea {oQaa F) FLR. vipog om. FLR. &uXaaaav add. avrog FLR. 

66. Tcoriaai L. 

67. ovyl Pr = ou F L R. 

68. noXXovg nXavrioai Pr = ra xai noXXovg nXMV't]Qai F L R == noXXovg 
ta nlMv. e conj. corr. Alex. 

69- t' aßo. PrFLA? = T£ aßguiovg R. 

70. ovnto Pr == ovnod^' oXcog F G L R. Xoyov R G. 

71. änaiXag Pr. 

72. övvdf.iatg Pr. 

73. ßaXajg Pr. 

74. avinorjuavTO FLR. 

75. TuXg öm. FLR. 

76. 7ivd-6f.iavog FR.' 

77. l'vd-^ corr. Alex. = i]v ()' Pr codd. 

79. t' ävd^Qconcov Pr. 

80. Qiipai Pr. 



XXXIV SIBYLL. LIB. III. 

81. xöajLiov F L R = y.6af.tio Pr. 

82. ilUaoH Pr = tlXiau R = ilXi'arj FL? cf. Sibyll. lib. VIII. v. 233 
et 413. 

83. y.ai nt-aeTtai xal F L R = nfnatlxt Pr. oXwg R. 

84. cf. supra v. 54. et lib. II. v. 196. 

85. uxd/.iavTog F. 

87. cf. Sibyll. lib. II. v. 213. lib. VIII. v. 412. 

88. xovxtTt Pr = xu) ovxhi F R. 

89. ov/ Tjuig Pr.. of. SibyJl. lib. II. v. 327. 

90. cf. Sibyll. lib. VIII. v. 426. &iQOQ add. t' R. 

92. post V. 92. add. Pr. Xeimi ?] aQ/jj = Xeinovai ari/oi A. sed 
F L R inserunt verba : Ivxavd-u t,r]xei {^^rtiTai L R) rä Xtinovra ano 
rov öivxiQov loyov xai ttjv äg/jjv tov rgiTov. inter versum 92 et 
93. versus aliquot excidisse tum sententiarutn nexu tum hisce notatis 
verbis indicatur. Ranconelus hie quartum librum inchoat. cf. Ops. 
not. ad b. 1. 

93. tu allerum om. F L R = F habet "ß J^ initiali rubra. 

94. nüXtv F. 

95. iig uviovri Pr = elg uviovzog F L R. 

96. aneyvto xui A. z6 XQUTog F L R. 

97. V. 97—103. cf. Theoph. ad Autol. lib. II. p. 370. (ed. Paris ,1742). 
Joseph. Antiq. I. c. 4. no. 3. (pg. 19. ed. Hav.) Euseb. praep. ev. 
(p. 416. d.) IX. c. 15. (ed. Gaisf.). 

98. Tiore {noT^ L) r}nd\7]ath R. di Pr et codd. «= ore Theoph. 

100. äraß^v' eig Pr = uvaßrjvai dg F L R. 

101. integrum v. Theoph. I. c. habet. aiiTix' F L R. J' om. Pr A F L R. 
f.uy. iiiid: avayx. om. Pr et codd. 

102. axag F R. iipod-iv F R. 

103., alXrjXoig Pr. Theoph, = aXUig F R. 

104. hunc V. om. Theoph. 

105. "intatv Theoph. deest hie v. in cod. A. cf. Sibyll. lib. VIII. v. 4. 

106. (pwvieaai Pr. deest hie v. apud Theoph., cujus loco habet v. 5. Sibyll. 
lib. VIII. 

NB. ab hoc versu iterum procedit codicis B. leclio inde a lib. I. v. 382. 
interrupta, cf. Alex, ad h. 1. 

107. V. 107. exstat apud Theoph. I. cit. 

108. V. 108 — 113. exstant apud Alheuag. Apolog. (Galland II, c. 31.) v. 108 
— 111. meminit Tertull. ad nat. lib. II. c. 12. xal Pr et codd. ==« 
Sf) Alben. öaxarrj yevfji Athen. 

109. ovntQ Pr B = oü F L R = oi Sr] Athen. yivex^ om. A. avSqag 
= uvd^Qcänovg AB. 

110. xußaaiXivaa B. xixäv Pr B. cf. Lact. I, 14, 

111. oigavovg Athen. i'^exdXeaaav Pr == ixd?iSaaav(-eaav F) FR Athen. 
= övof.tad-ivxeg A e versu sequenli, quem omittit, transtulit. 

112. yaidv xa xal oiiQavbv Athen. v. 112. om. A. 

113. ngcüxiaxot Athen. cum hoc v. cf. Tertull. I, c. Minuc. Fei. §. 22.' 
Lact. Div. Inst. lib. I, c. 11. 

115. xäßaallavaav Pr, oid' afidxovxo L R == oi Jf fid/ovro Pr F. 
117. rivixa F L R. c^f B. 



SJBYLL. LIB. Iir. ' XXXV 

118. i'd-ave F L R. oQxotg F L R. 

119. iJQiv R. 

120. cf. Hesiod. Theogon. v. 462. 

121. rirdv F. eavrorg F L R. cf. Euseb. Praep. Evgl. üb. IX. c. 14. 

122. d" ijQii R = ^^ TjQT] PrF L R == di qsi] e conj. corr. Alex. 
123." d'rj^i. taxia t£ xal ivnl. d'itovT] F L R. •'- 

125. t" ^e Pr = ^J« F L R. , 

128. t' om. A. ys y.ai om. F L R. 

129. /.ayuXoig Pr. 

130. uQQiva F L R. xal om. L R. ßaaiktvan Pr B. 

131. xriQa F R. niXrjXai F L R == TttnXTjxut Pr B p et Ranc. cod. 

132. onore F. * öi om. B. tixts F R. 

133. ririj-ieg R. ndvru om. F L U. 

134. ot Pr R F om. L R. 

135. ^Vt? F R. 

136. T*;;^^-' F L R = t/kt' Pr B. t?Jov Pr B. 

139. Iud-Qi]idi7i (t;!/ F?) P R = lad^Qrßir^v Pr B = A«^-^»?; tWi; L? 

140. dg F R. 

141. incov6f.iaaav, d-^ Pr. or<Of F L. 

142. nooeidöüva P R. 

145. evQOTOv L == tvgamov Pr A ß P R = corr. Gast. äXa] uXla Pr. 
(.loigaio Pr,= (.loTqa to F L R == (.ivquto corr. AJex. 

146. af.uyya F R. arvyiaTov [arvyaiov R) xakovaiv (v om. R) Pr F L R 
= axvyiQv xakiovat corr. Gast. 

147. Tixrjytg"P R. 

148. Xad-giovg P R. 

149. TOf om. F L R. . tituv F. 

150. £?/ fv Pr = £?/£ F L R. t£ ^«V ^^ == ^'f/T^v P R. 

151. xQVipe L R. t,o)dw{.ioTg R. 

152. ^xovaav P L R, 
155. T£ om. F L R. 
158. nB.Qixtko(xivoio R. 

160. aid-idntüv] afyvnxcov Ops. 

161. (.laxedoviwv Pr B = /nuxedovwv P L R == fiuxTdovioiv corr. Alex. 

162. hie- et Ires v. seq. recurrent v. 297. seq. cf. v. 490 seq. 

164. hunc V. om. Pr. cf. v. 299. 

165. f.i6vog om. F L R. cf. v. 300. 

167. nQcuxiaxog Pr = ngcüxiaxu P L R. aoXof.uoveiog Pr P L R. 

172. /.iaxi]öovi7]g corr. Alex. 

175. l'aatx' R. 

176. eq)' R. tanfgov A. t£ om. F L R. 

177. ug'^rj Pr. 

178., näaiv Pr B. f-taxoTiiad-tv norjUst F L R. 

179. cf. Sibvll. lib. I. v. 388. 

180. ndhv A F R. di'a Pr A B om. F L R. 

182. cf. Sibyll. lib. I. v.' 391. 

183. cf. Sibyll. lib. I. v. 392. ug'gcavx^ Pr. 

185. aQafjv F L R = ugarg Pr == ägcig A B. J' om. F L R. xt] de R. 

186. Tiyiiaai Pr = xi'yaat F L R. eaaexat A = i'axai Pr F L R. 



XXXVI . SIBYLL. LIB. Ilf. 

188. idem v. recurret infra v, 613., 

189. (piKoxQri(.ioavvi]g y-axüxtgötc {xuy.iqdii R) P R. 

191. t^tyiQHXui F R. avxT^q FR. 

192. axQig FR. 

193. ytvovg R. 

194. ndliv FLR om. Pr AB. 

195. cf. Sibyll. üb. 1. v. 385. 

196. id-tvo R. 

198. liuiic V. om. Pr. ilq d^ dgyj] tovtcüv iarat Ä B p r. == t/c <)' i^PX^ FLR. 

200- ye conj. Ops. om. PrABFR. L hunc. v. et sequentem mulilos habet. 

202. ö" uvd-" FLR. TVQavyidog F R. ' 

203. i'aovxai R. 

204. ovyAxl F = ovy. l'xi Pr L R. 

205. l'y.navXoi Pr. 

206. l'aatxai A== laxai Pr F L R. 

207. V. 207. om. FLR. 

208. Tiuai F L R. 

209. nufiqivXoig FLR. • 

213. tvaißeaiv A F L R = ivaeßig(-ßiG B) Pr B. rabv {xaov L) A ß F L 
y.ay.ov R. 

214. oly.ovai{-aiv Pr) PrFLR. lg LR. 

215. iyyovoi Pr.^ 

217. noiy.iköf.i' i] R. SoXoqiQiOv F. 

218. liic versus in Pr et codd. claudus. Pr A B .versum. legunt hoc modo: 
l'arat [ßuxi A) noXig y.uxä x&ovog ov yakSoio. praeterea Pr versum 
bis expressit. Sed codd. FLR versum afferunt hoc modo: l'axi ndXig 
T£ y.axä yßovog avQvuyvia. conjicio pone noXig excidisse voculam 
tAah]g vel ävSgüJv. 

219. fg WJ' Sij Pr A B = i§ r,g öi] F = i'§ rjg ^loi L R. 
221. y.vy.7uov Pr = xvy.Xov A R == xvxXov FLR. 

223. xaQonoiov B F L R = /a^orrotoSff^^ßi Pr. ^a?.affaijg] aaariQ Pr. 

224. nxaQi-uov Grif-iif Pr B = naX(.mv G7jf.iiia ovx FLR.- re (om. B) 
mxitva Pr B = nxtjVMV FLR. 

227. Tot allerum om. L? Tigoßdvxaiu FLR. 

228. T« Pr = xal P L R. ndvra Pr = ravxa FLR. cum hoc et seq. 
V. cf. Lact. Div. Inst. lib. IL c. 17., qui priore Iiujus versus membro 
omisso, allerum affert hoc modo: Inii nXdva ndvta xdS' l'axiv. 

229. ug)9-ovig R. iQtvvwoiv Pr = ivtQyovai. in marg. F. hunc v. Lact, 
legit hoc modo: umg utpgovag avSgtg igewöjai y.axä rj/nag. 

231. nXdvrjv F L R == nXd.vrjg B r = TÜMvoig Pr. 

232. lov] ov Pr. 

234. f.iegi/Avwai om. ra ¥LR = juagifircoaiv xa Pr, 

235. LR hunc et sequentem v. omilt. xlg B = xoig e conj. Alex. 
241. 7io7^VTiXovx6g F LR = noXvnXovxwv Pr ß. 

243. tnagy.aüßv F L R = anagxacov av Pr B. hunc v. om. A. 

245. ano (.loigav Pr ß F = dnofxoigav L R. idXXti Pr == ldX7^iiv FLR. 

246. v/^ivov Vr = vnvov FR. 

247. cf. infra v. 261. 

249. ■jjyef.iSai A F L R = 7jyai.i6Giv Pr B. 



SIBYLL. LIB. III. XXXVII 

250. SioSivoov Vr f = dio$tvab)v Ops. R? 

251. >fßt OTvXcp {arvXlLO B) Pr B = xul Iv ar. F L R = kiv conj. Ops. 
■CO näv P L R = näv Pr B. 

253. f-icoariv Pr = (.icovo^v F L R. ßaailian" Pr = ßaaiXig F R == ßa- 
ailevg A B. ex6i.ii(^£ Pr F == ix6f.itae R et corr. F. 

256. aivd F L B. tiqo F (L R?) = n^bg Pr B. 

257. nla'il F L R == nXa'^h Pr B. 

258. noHv R. ' • 

259. Tiatig B. 

260. &vriTOvq Pr = ßgorovg F L R. 

261. ovQaviog F = ovguviöig Pr R. 

262. näai F L R == nuaiv Pr A B == nioTiv conj. Ops. xui allerum oin. A. 

263. TiUQ^H F L R = rtUd-ri Pr B. 

264. d-icio Pr = d-eoig F R. 

265. ioaerai k = taxai PrFLR. 

266. Sa xarokniMv Pr B = Xoinov F L R. 

267. VTTUQXHV Pr A. 

278. similes v. vid. infra v. 281 et 333. 

275. niawGVTtti R. ened^ijxag Pr = im&rjaug A B = ened-rjaav LR = 

-inid^Tjaav F. 
2n.ovSt (poßrjd^ei'g Ti pr. la. et corr. Alex. 

278. vid. infra v. 604. 

279. cf. V. 605. 

281. iaaer' Pr. 

282. fiiv eig] fievet a' conj. Alex. do§av /.leY^aTrjv F L R = d6'§a fie- 
yiatf] Pr B. 

283. aoi F L R = post d-iog Pr. xat ßgorbg codd. == äfcßgoTog conj. Alex. 
285. x' afibv F. 

287. iv om. F L R. 

289. neQiTiXXofiivoig Pr F L R == ntQixtXXofisvoioi A, 

291. nixovQr^Govai^-aiv F) F R. 

292. T£ pr.] y.a\ A, 

294. Tiv TiiQ Pr = ^v F L R. 

295. InavaaT^ A. 

296. XtTGfti]v Pr = Xt7i6f.ii]v {Xomo/.i'rjv L) F L R. iiiyav om. B. 

297. ndXiv R. h\ P R. 

299. lao^uva F. 

300. f'^£TO R. 

301. X5 ttJ Pr B = y.ai rot P L R. ßaßvXwv Pr B = ßaßvXcav F L R 
= ßaßvXüirt emend. Gast. 

302. ort d-tov vabv Pr =f= ^' or* ot vabv d^tov P L R. 
305. xtti om. P L R. oXaaii Pr. 

307. 7iox\uvcod-tv\ t' (Superscr. ttov) ävcod-iv P. 

310. tSg '^ff^-a {oiad-a F.) xat 7r()OTo{5 (ti^o toz5 R) PLR. 

311. ^710 Pr = «9)' PLR. avxri Vt = avxrj FLR. 

312. olvSq, xe Sixaicov corr. Alex. = te dixaimv atfxa Pr A B == ra uv- 
8qwv Sixaicov PLR. 

313. aTfia ßoä Pr = imßoä FR et L? 
315. ijXmaag Pr B. 



XXXVIII SIBYLL. LIB. lll. 

316. ili/gov Pr A B == /niaov P R => [.itaoov L. 

317. 6 ay.0Qmq(.idg de y.ui &. FLR. xe y,ui]./LitTe xal B. 

318. Tiavai] k B F L R => navafi Pr. 

319. ycüv (yoi' h.)rjdi fiayaiv LR. (.liaov (/niaoov Pr.) oi;cra {ovaai B) 
Pr B == 7j 0^(7« «>'« /.liocov {f.iiaaov L?) FLR. 

320. a^uuTog om. L. 

321. «v^pwTTOic FR. . 

322. na)udgo<Tog A. 

323. yä Pr B = ytj A == yuta FLR. 

324. . ig] dg Pr. 

325. ;{fxi A B L R == ()j) F? et conj. Gast. = om. Pr. dtioxufifvog B. 
äyxäivog FR. - 

327. iXivaead-' dg Vr B = eXevaead^e dg FLR. 

329. aidi]Qeoig et om. r" FLR. 

331. Tio'ke/xov F LK = TiTolti-iov Pr. 

333. l'Q7]!.ia] eQ7/f.iog L. 

334. Svaee Pr <== Jw?/ F = Ji;cr;j> R. 
336. (pd-OQÜg emend. Opsop. 

338. /.lauTirtg )J/iivi] Pr codd. corr. Alex. 

342. maiovrai Pr = naaaeovrai F R. aaaiöi F L R = uaarfidi Pr Ä B, 
iaaaig Pr A B = ^ ««ra/? F L R = iaaaog corr. Alex. 

343. ;<//?p7/ B. 

344. (.luQoavvrj ((.leQoavvi] R) F L R = (.lUQog Pr A B == (.ivQivTj emend. Alex. 

345. oy.vaygu F L R = xvayga Pr. xlvTog A. 

347. navolßlari] Vt ■== nuvoTißirj F L et R? Uqu noXic R. aorvna- 
ItoTo (ioio A) Pr A F L R = uarvnukaca emeiid. Alex. 

348. loTi A. alyvnxo F. 

.350. onnöte S. Pr codd.] onnoaa dua/LioifOQOv corr. Alex. cf. Lact. 

lib. VIL c. 15. 
351. y.ul XQ^f-iara FLR. 

354. ToaoovTov Pr F = roaovrov R. IdaiSi F R. &riTtvovocv B. ^ 

355. Ol om. Pr B. uvqiu Pr = /LivQidd" B. oq)iXi'jGovai B. 

356. /Xid.uviKu{-^a FLR.) ;;^^wfi Pr A B F L R. emend. Gast. Ops. lari- 
viadog R. 

357. noXlay.ig Pr F L R. no'kvf.ivrjaroQoi yußotai FLR. 

358. wf-ccpsvaarai Pr F L R, emend. Opsop. ov/^ avl FLR. 

359. xcüf.ii]v FR. T£ om. FLR. 

360. Ttt add. ^t£j' FR. 

361. £x Si Pr = ()' ix FLR. «5' ovgavhv dg uveyeiQi] FLR. 

363. iaaaaai de F LR. cf. TertuU'. de pallio n. 2. SiJjylL lib. VIII. v. 165. 
seq. üb. IV. V. 91. 

364. cf. Lact. lib. VIIL c. 25. Pallad. Lausiac. §.119. 

365. o(j.vvvg R. 6Xv(.ievi]g Pr F R. 

366. ßovXätg Pr. 

367. yuTav Pr ■= yaia FLR, 

368. fjaxaga R. h'ßovog Pr. 

369. l'QQfoaTog F. a/e/f-iaarog PrFLR. emend. Gast. 

371. exeivov dg Pr =' fzio'o? F L R. eaaer^ R. cf. SibyU. lib. IV. 
V. 184. 



SIBYLL. LIB. III. XXXIX 

374. Tiaz' emeud. Alex. tjS" tvSixiri Pr B. ri J' tvSoxli] F L B. 
uvToTg\ avTrjg corr. Alex. . 

375. acucpQtov FR. , - 

376. ^ivcov F R. 

378. y.al om. L R. 

379. qiSovog FR. 

380. xai prius] -^öi F. 

381. fiay.eSovh] P L R. 

382. uvaoxayvMGtT' F R. 

383. xQoviöcov Pr == x()orzJc(5v B = XQOvlSao F L R. vo&ov dovXov re 
iye L R Ol F?) Pr B F L R. cf. Sibyll. lib. XI. v. 198. 

384. Ön(.irjatTai P R. 

385. ßti??] yah]g ABF. 

388. amai" l§ Pr A == ämavov t' R et (add. eg) F corr. Alex. 

389. anisif.iivu R. 

391. «fffftT? FR. 

392. o(.ißQi]d-7]aa Pr. 

393. ' nave-vioTov A. ünavt' aWijg L R = uTiavza l'ötjg PrB F. dsga- 

71 avaei A L R = d^eganevai] Pr B F. 

394. e'§a7ioXiaaai{-iaai A) Pr A = i'^anoXiad-ai F L R. 

395. ix TftJ A. yavog om.- B. 

396. ya om. F L R. xoxpoi F. 

397. TtaQot Sa Pr = tt. (5?) F L R. 

398. i.iayJjrov B P R = i.iuy7jTr,v Pr L? 

399. al'aiov Pr codd. ß^?;? F L R. 

401. öa om. F L R. 

402. x£v F L R= xKi Pr A. Qalrig A F L R = Qalaig Pr B. f.aaQov\ 
* fiixQOv B. ßgüitm] J/tt emend. Alex. cf. Sibyll. lib. I. v. 184. 

403. uavvaov Pr A F L R. ''ra^Wg Pr. cf. Sibyll". lib. I. v. 185. 

404. navuXarov Pr == alavcorov P == uiaxco R. cf. 1. cit. v. 186. 

405. ävTuvSgca Pr = avrävSqio A B = avrdvSQiov F L R. cf. Sibyll. 
lib. I. V. 187. uxiaatg y&ovog Pr A = dxiaaig vnaqßr^aaig reo. m. 
Script, supra uxloaig) x&ovog B == urrjoaig yßövog PLR. 

406. rpi] ov A. (pijui^ovaiv PLR. öogvXuiov FLR = JopjA.ctwj' PrAB. 

408. aar' Pr == aaaaT' P R. äga add. 7]f.itv F. avvoalyßcov F R. 

409. xad'f.im'ag Pr. 

410. «ya^^oro zctKoib (zwxorg B) ^f Pr B = ayad-oig ya xuy.oTg dexa PLR. 

411. noXif.iQV PLR. avayxdiag FR. 

412. ulvaaSag da öiöovg Pr A B == aivad6ag(-öog R.) Sidovg F L R. uvrö- 
y&ovog Pr codd. = uvroyd^ovag conj. Alex. ayyavag Pr A B = Iv- 
yavag F = aiyavig ,L R. 

413. T£ Pr A B = T£ xal¥ L R. anl Pr = aaai PLR. cf. infra v. 447. 

414. cf. Sibyll. lib, XI. v. 124. Lact. Div. Inst. lib. I. c. 6. de ira c. 22. 
Pausan. Phoc. §.12. 

416. 7io7..v7iagag L R. 

417. cf. Sibyll. lib. XI. v. 127. 

419. in marg. napl n^i-^gov F. iiQaaßig B '= n'gaaßvg Pr. uvTig A. 
cf. Sibyll. lib. XI. v. 163. seq. 

420. övoaiöaa Pr A B F L R = övaai da e conj. Alex. avonTjatv F R = 



XL SIBYLL. LIB. III. 

qyonrjaiv Pr A B et L ? iv aiv Pr A B = w superscripl. A == «y 
Tyaev a rec. m. B = hr^qu F L R. 

421. vovv\ vav R. uf.iaTQOv ¥L^ = ii.i(.ieTQov Pr A. 

422. ovv6f.iaaiv Pr A. ;^/o>' F. xaXiaei Pr R. 

423. avTov Pr A R. ov /.lev Pr = oix üv F L R. 

424. tmai P L R = inaeaaiv Pr === Iniiaat A B. li-ioiot F t R- cf. Solin. 
polyhist. c. 2. et Sibyll. lib. XI. v. 167. . 

425. ovof.i7ivri Pr = ovof.irivH A F LR = 6vof.ivvT] B == uvaveif.i7j corr. Alex, 
cf. Sibyll. lib. XI. V. 169. 

426. noltf-ioi A. 

427. ä^iXia R. nijXeiovä Pr. 

429. ^eotg Pr A F L R == 3-eovg corr. Gast. TtorjnH R = noXrjaii L. 

431. ToTai] 17,01 L. 

432. ^IXiov] TjXiov L. äXXu Pr codd. = dfirfl corr. Alex. 

433. xaxä Pr A B == xaxu P L R. 

434. GTivoTo] OTetvoTo corr. Alex. 

435 uhwXeiog pr. P corr. ahuhog. i'itvaQi^ri P R = i§avaqt'ii] L. 

436. aoq (T£ PLR. 

437. apvy Pr A B = uqu F L R = ugelr] corr. Alex. azi^'iu P R. 

439. viptkov R. 

440. xtXuQv(^tTai B L. 

441. Tzavo]] Pt = Tiavasi PLR. • , 

442. xv^ixü) xriTtiQa Pr A B F L R corr. Ops. 

443. QuvSuxog Pr. 

444. av add. f.iiv F R. tcoXvv om. seq. jf^j' F R. uSovkivrog A. i'ff?; P R. 

445. noXvg R. 

446. noTio P R. e'^« R. 

447. (.uTuvd-ig R ■== ,M£r' avtig A. f^W/ Pr F L R = \'ari corr. Ops. 
cf. V. 413. 

448. ^7]ffff Pr codd. == d-riarj corr. Alex. 

449. i^avuQif^n Pr. 

450. t' om. A. t« X^w? om. L R. «X/t; Pr codd. = äXyfi corr. Alex. 

452. novTonoQOv F L = tiovtotioqov R ==' novroqjögov Pr B. d^ i'^ovaiv 
Pr = J' ^'^ora/v P L R = iSei'^'ovaiv corr. Gast. 

453. zeXapt'CfTßf Pr === xeXuQv'^ezat F. 

456. Tai . . . Tal corr. Alex. 

457. öe (p&iasi {(p&daH Pr) Pr F L R = 9)5-. da corr. Ops. g)aX«yy«Pr. 

459. iQaXig Pr. 

460. Tivx^d PrP et LR?=:T£t/«« corr. Ops. avnoiijra P R. - 

461. T£ om. PLR. «rrorg Pr et codd. === «ütou? corr. Ops. 

462. ßaQvvOf-iavovg B. 

463. ßaaiXtua Pr =^ ßaaiXaia F. Tfvgat PLR. 

464. ovToe Pr et codd. = ovTig e conj. Gast. corr. Ops. aS,ai F. 

466. TioXvinoXXv Fj&qvXXtjtov PLR. re prius om. P R. 

467. 6^ avrij P R. aTioöiijai F = GnovSfjat Pr B = amSiijai L R. 

468. arrj&aai Pr. foi? om. Pr A B. ivaQiL,{-i§ A)aTai Pr A =» avuQl^iz 
F = Ivagi^ax' L R. 

470. Xvixrixrig Pr B = Xif.ik'rig PLR. r}^££ t' PLR. 

471. a'QQovaa corr. Alex. 



SIBYLL. LIB. III. XLI 

472. äyXabv avoTvXixov Pr = a. äarv'kixov B == äy'kabiv uarvAioxov 
F L R = corr. Ops. 

474. ^p. [uno ßv^avTog] corr. Alex. äXXtov ar^aovTat avi[.i(x)v Pr codd. 
== avaartjaovi'ui av ^t(.iov emend. Alex. 

475. ägaßiöv Pr ß F = ägdßtov L R = UQußog corr. Alex. noXvxagTiov 
Pr codd. = TiTo'KinpQd^ov corr. Alex. 

476. TiovkvtTTjg äs Pr = noTiverrj di xqovov F L R. 

477. aaQdm'.'R.. 

478. Tikriyaig] nrjyrig B. uyioig P R. 

479. d^aluamotg F R. - 

480. vvfiqitvairai aörjg emend. Alex. 

481. xal om. Pr A ß F L R. xovgovg roig] xovgag B. 

482. xai cm. A. ßagvv OKßov F L R == ßaaikriiov afiqico Pr A B. 

483. ■ ei^Kpco Pr A B = äq)vw F L R. 

484. novXvg Vr k==iioXvv FLR corr. Ops. 

486. cf. Sibyll. lib. IV. v. 101. et lib. VIII. v. 160. 

487. xuXxdoig Pr = yß'kxuog A F L R. ff« Pr codd. = ov emend. Alex. 

488. avxtjan Pr codd. = avX'^aeig corr. Alex. avTicg] avxog B. 

489. d^vf.iog'\ diog A == &vf.iog . . . f.ioi (in v. seq.) om. B. 

490. xal null Pr = xai xt (y« R) ndXiv FR.. d-eov fxtyuXoio F R. 

493. 7rap«X. noXeaiv Pr codd. corr. Ops. 

494. (pfx'i Pr = (pa'i B = qxxei A F L R. 

495. ovöi Tt B=ovö^ enl FLR='o^Ji Pr corr. Ops. 

496. uvayvv Pr. 

497. ÖTO/Lia R. 

498. 't'] t6 F R. 

499. x^] xal FLR. 

500. Tovvaxa yag L R. 

501. fXTidyXog nTiTjytaat {n'ki^yiai B) Pr B. öuf.iuaeti FLR. 
503. 7iXi§ag noXsag Pr. 

506. avTtg A. 

507. Xeiipii Br='l^yjii Pr = Xiiif/ajai FLR. 

508. ^^ctsf^ A. : ' ft? om. F L et R? öovXtiov Ll^. i]'§7j ^ = t^ir] ¥ 
= efifj . L.. . 

509. yaXuTaig xal Sagd. FLR. SagSavidiaaiv{-taiv B) Pr B. 

510. fUdJ' Pr = «Ace J' P R = lilla Ö' L. 

511. ev om. econj.Cast. posl Swaeig add. xaxov e conj. Gast, ^^' i'vi LR. 

512. ai-iaywy B.. 

513. {.taga<xiv riSayatv F L Vk == (.lagacöv ■^ö" dyycöv AB. 

515. na/LKfivXiov FLR. 

516. f.tuvgü)v T£ P = (.lavgüv t' Pr et codd. = xdgiov G. 

517. exdatov FLR. 

518. naaiv Pr. oaaot R. 

520. nXi]aiv Pr. " . 

521. oXtaeia A ß = pXtaii F L R = oXeoeig Pr. 

524. (5 ' corr. Alex. 

525. SovXa om. FLR. 

526. ll'^ovaiv Pr B = a^ovai FLR. 

527. anuXoig FLR. 

18 



XLII SIBYLL. LIB. m. 

528. daafxotg A. 

529. Seivrjv Pr A B = xaXenrjV P L R = asixia corr. Alex. IW Pr A B 
== loz It = fr * L = totT conj. Ops. 

530. inaQxeacJv F R. noXi^ov A F L R == noXi/iiov Pr. 

533. anavTag L R. 

534. /oXov Pr et codd. = Xoxov conj. Alex. 

535. q}eQ6fievot Pr B. 

536. e/&Qoig A. , 

537. iOTUi Pr codd. = eaaerai corr. Alex. Trctfft Pr. 

538. h^ om. Pr. 

541. Seivöjg om. F L R. 

542. dnoghjv F = anoQi'av L R. 

543. xai &rjaii noXiv taxdv Pr codd. = xar&i^aec noXvvrfaxov corr. Alex. 

544. yfvo^ Pr codd. = [xigog e conj. Gast. corr. Alex, uviig A. 

545. hunc v. et v. 547 — 549. cit. Lact. Div. Inst. lib. I. c. 15. Sri ^^ 
Lact. = om. F L R. 

546. hunc v. om. Lact. 

547. re Pr F L R Lact. (ed. Fr) '= Ji Lact. (ed. Aid.) nogit^eigl uvari&fjg 
Lact. (ed. Aid.) sed plur. codd. noQi%etg. 

548. t' FLR Lact. (ed. Fr) = om. Lact. (ed. Aid.) = t/ Pr. rig toi (aoi 
Lact. ed. Fr) A F L R «Lact. (ed. Aid.) == Tt toi Pr B. nXdvov iv q)Q. 
&. Pr codd. Lact. (ed. Fr) == nXdvrjv ßuXev iv vw Lact. (ed. Aid.) 

549. TTQoXinovaa A B Pr = ngoXinovai F 'L R = TtQoXinovja Lact. codd. 
Lact. (ed. Aid.) hunc v. legit hoc modo : wg xk ae xada noittv /^layd- 
Xoio d-toio nooawnon Xiinof.ievov. 

550. nuyys'.hag t£ (ra om. Pr) Pr P L' R = Trayyfvg'rao corr. Alex. St/^a 
Pr = d l/s F L R ■== e'xa corr. Alex. 

551. 1x7] ¥ LR.' 

552. aßaaiXtvaav R. 

554. daveovTcov Pr codd. => uvad-avxec vel Tid^avxag conj. Alex. 

555. SVez« F R. rjfxiv ß. änedii/d-rj Pr codd. corr. Alex. 

558. x^'^Q^? ^^- - ; 

560. inafj-TjVTo Pr. 

562. dXXä ya Pr. 

564. y.al Tovg Pr B. t' l'ip^f^f] aQa'§a Pr B. 

565. cf. not. ad. v. 573. 

566. £x<f>£v§i] Pr codd. corr. Alex. 

567. vnaftcpav^r] Pr == vnay.q^av^i] codd. corr. Alex. avxig A. 

568. ^laxQi (l^kxQtg Pr) ya aa to'J' (tovÖ^ Pr) PrFLR'==|tt. ya ToaovS' 
corr. Alex. 

569. al'atov FLR. cf. infra v. 741. 

571. ßovXavaxai F L R == ßovXavaaxai Pr A B. ovx . . . ya Pr A B P === 
d^ahc ovx dxaXaaxa {ov v.hxi. R) L R. 

573. UQMv Pr. avxig A. post hunc versum inserunt versum 565 nqhg 
vrjbv {vabv L) cet. FLR. 

574. ßovXatat{-ptv A) da v(h o\ Pr A B = ßovXataiv Sa vooi FLR = ßov- 
XaTg rjöa vom corr. Alex. 

576. T£ om. LR.. 
578. otftJv P L R = vwv Pr A B. 



-> 



SIBYLL. LIB. III. XLIII 

580. voi-iov LR. 

581. nöXig F R. 

. 583. versus initio mutilus. pro xal leg. ^ijdovrftt. 
584. Süxi] Jw F R. 

586. hünc et 8 seq. v., excepto v. 589, cit. Clem. Alex. Prolr. p. 60. 

587. xal om. Pr. yal-xta R. uQyvQta L R == aQyvQi rjS^ iktfpavta 
Pr ß B' = uQyvQOv rjS" iXifpavzog Clem. Alex. 

588. ßQorwv el'SwXa d-avovviov Clem. Alex. 

589. hunc v. om. Clem. l'vi xal ^wyp. F L R. 

590. ti/xöjatv. oaa neQ ts Clem. re om. F L R. 

591. fitv F L R= it//v Pr = yap Clem. a^atiQovai Clem. pl. codd. 

592. pjepag Vv=XHQag FR = ;jpo« Clem. 

593. vÖaat Clem. d-eov ... ovra\ [.lovov rbv äei /.leöeovra Clem. 

594. xcil om. A. leclionem textus vulgali, quae et Clementis, in marg. 
habet F, in lextu vero cum cod. L. leg.: /uet« 6^ eneiva fovtig 
i^^o/^a ndvTtov. 

595. dal L. 

596. 7r(io§:.add. rovg F L R. ' agatvag A. ävaf.iiyvvvTai aviyvcog {.uvd- 
yvcog A) Pr A B. uvuyvwg ad. v. seq. retrahunt F L R. 

598. ivyjx)Qo,g Pr B == BvgvywQog P L R. xal li.'kXcüv] x* a'kXwv F R. 

601. dd-dvaxog add. dsog Pr A. 

602. uTT7]v R. Xoif.i6v F. xal alt. om. F L R. 

603. l'ö] r,S" F R. cf. Hesiod. Theog. 227. Orph. Fragm. I, 12. (ed. Herrn.) 

604. ovvtx^ A. cf. supra v. 278. 

605. cf. V. 279.^ 

606. Qi-Wovoi] Qi:'6,ovai A. 

607. xQvipavxtg L et R? 

608. cf. supra v. 192. seq. 
610. (.laxrjdovig corr. Alex. 
613. cf. supra v. 188. 

615. inoytiTai Pr A B == o/^rrat F L R = anoyiixui corr. Alex. 

618. nvgbg om. F R. simiiem v. habet Lact. 1. c. lib. VII. c. 19. 

619. ^eoffbm. R. cf. Lact. lib. VII. c. 24. ubi hie et quatuor seq. v. leg. 

620. nol(A.via (.iriX(jJv\ &Qe/j.(,taTa yaii]g Lact. 

621. Swaovaiv Lact. 

622. ylvxmg nonuulli codd. Lact. 

623. iax)v Lact. 

624. noXXriv Pr codd. = fte'AXcöv corr. Alex, ex Clem. Alex, qui hunc et 
seq. V. ex Orpheo desumtos cit. Protr. pg. 64. xax6q)Q0v {xax6q)Qcov 
pr. A.)] ßQdövvrj Clem. Alex. 

625. iiKCüv nXovxov Pr et codd. = naXi(x,7i)i.dyxTog Clem. Alex, unde corr. Alex. 

626. xal om. Pr. 

627. neQni\o(.iivaig F L R. 

628. ftn'] jttäV F. 

629. xal ovx R. cf. infra v. 759. 

632. fxeydXov A. ftijvif-iaxa R. (pvXa'^i F = q)vXa§e R. 

633. ßQQxoXat F R. 

634. tXd-oi B. Six-i^v A ß F = Stxij Pr = Slxrig L R. 
636. noQd-^aai Pr F R. 

18* 



XLIV ^ SIBYLL. LIB. III. 

637. . th R. 

638. äWdyßTj y« Pr codd. corr. Alex. uXXayßriatxai yi L? 

639. TioQ&Tjan codd. == noQd-fjai] corr. Ops. 

640. a^aQvoH Pr B R et L? == s^aQvaj] P et corr. Ops. 
Ml. Ud-ooai FLVi = lld-ovmi-mv A)PTAß.. ?vexev F R. 
642. ■3ii]f.caivovaa P L R = noifxevovaa Pr B. 

644. rüv Pr = T« P R. 

646. ävi]Xcüaaie Pr = ävi^hoaeic, B. hunc et 29 seqq. v. om. A iiulla 

indic. lac. 

648. xijQvaaovai Pr. 

650. yaioGovq Pr B. cf. infra v. 728. 

651. jU£v om. P L R = yaq G. cf. infra v. 730. ' 

652. tifXriio P R. Lact. üb. VH. c. 18. hunc v. cit. hoc modo: xai tot' f^ 
rjikloio {arr '^i7Jov ed. Aid.) d-ebg nafxipei (ti. &. Aid.) ßaaiXija. 

653. hunc v. cit. Lact. 1. cit. 

654. reXioag R. 

655. Tioijott P. 

657. Xdovg P L R. uiQixaXlH F R. 

659. 7ioQq)VQ6ei Pr B. 

661. xax(S P R. 

663. T?>'^f Pr = TTjv y« P L R. 

664. xijgag F? 

666. "xovztti Pr codd. corr. Alex, v 

667. xvxXco &T,aioaiv P et {y.vx\(jod-ria.) L R. 
669. TEttvirag R. 

673. av y£ om. F L R. 

674. 7i%ovTai Pr B 

675. cf. infra v. 751. 

676. n6vTQv\ ndvrtav P R. 

677. ^(J' PLR = jc' Pr AB. 
680. vhßdrovg Pr. 

682. vipiXoiaiv R. 

683. l'aovrai P R. 

689. XQivii Pr A B = xQiveT F L R. 
691. -«Tß() P R. - 

693. XQivsi F R (L?) = xpiVet Pr A = xgaivti corr. Ops. 

694. T£ om. FR. 

695. tierat F L R = ij'§STai Pr A B. oXvfievav P R. ' 

696. T£ om. P L R. 
698. divvaog FR. 

-699. cf. supra v. 571. et Hom. II. üb. IV. v. 168. I. v. 526. 

701. aipivöov Pr B. 

703. ^riaovrai Pr codd. corr. Gast. iv(pQtv6(.uvoi R. 

706. xvxXo}d-tv P LR = xvxXmd-' Pr A B corr. Ops. 

707. eaovTac R. iv pr] fw F. fw P et corr. Gast. == ev Pr L R. 
710. 7ro^f£? Pr = noXeig P L R. T£ Pr F = t' L R. 

712. hunc V, om. Pr. avTotai (L?) R. 

714. aaXjuETat B. cf. supra v. 675. 

715. Xöycov F L R. a^ovai ö^ Iv v/nvoig Pr A B = dsiovaiv ijfiaai xeivoig PL R. 



SIBYLL. LIB. m. XLV 

716. haacüf.it&a Pr codd. corr. Casl. 

717. vipiazov re FL^ = uevaov t£ PrA. 

718. f^ovov FR. 

719. q>Qa^6/Lia&a R. 

721. hunc et duo seq. v. cit. Justin. Cohort."e. 16. TQi'ßov FLR==t(»{'-. 
ßovg Justin. = om. Pr A B. 

722. re] de Justin. aeßAad-7}uev{-d-ei.itv F ?) ¥LVi = aeßdaf-ied^a Pr A B 
== yeQaiQOf.iev Justin. d-vf.i(p Pr codd. et Justini cod. Argentor. =• 
f.iv&u) Just. (edit. pr.) 

723. el'öcoXa Justin. 

724. hunc v. om. Pr. 

725. post hunc v. cod. A habet versus 19, qui exstant supra v. 622 — 640, 
addita ad marg. nota: negmol axi/oi evvtaxaiöey.a. 

726. v/Livoiai{-aiv PrA) PrABFLR. TaQU>cof.iav] 7ief.np(o/A.ev FLJL. 

728. iviavräiv] avTWv Pr. cf. Lact. 1. c. IIb. VII. c. 26, Ezech. c. 39. v. 9. 

729. d-"] t' Pr = T£ FR. 

730. 7iXi]d-vv Pr et codd. corr. Alex. ^ , 

731. yap] add. ev xaigl FLR. xoipnat F •= xotpaia Pr (L?) R. 

732. zdiaiv"] uXiv Pr B = om. A reliclo intervallo == taXav' L. nava R. 

733. Xiaae FR. 

734. xrivSe\ add. xa T^jv^Pr A B == xrjv L R. xhv om. Pr A R FLR. 

736. xuf,iapTav R. hunc v. cit. Stephan, de urbib. sub h. v. cf. Suidae 
lex. Serv. ad Virg.Aen. üb. III. v. 700. Luc. PseüdoL 32. 

737. Tot Pr = Tt FLR. 

738. l'axt F. 

741. Lact, hunc et seq. versum hab. lib. VII. c. '20. J^ Lact. Put. cod. 
= om. Pr F L R Lact. lußj] Lact. = om. Pr F L R. aiaiov F L R. 
rif-iag] rjde ßgoxoTai Lact. (ed. Aid. sed ed. Fr. ut codd. Sibyll.) 

742. ävd-g. (.leyalrj xgiaig rida xal ugxrj Lact. cf. infra v. 783. inter 
hunc V. et priorem Lact. 1. cit. habet v. : y.ai ö^ äq)i§7]xai (Lact. ed. 
Aid. sed aig de ßgoxovg Lact. cd. Fr.) y.Qiaig ad-avaxoio d-aoio. 

745. axag an^ ovQuvod^tv F. ~ 

747. xai(xaQQovg Pr. 

749. _av L et R? 

750. xd-ovog] add. avy(j.bc F L R = avyj.iog eV aoTat A. cf. infra v. 752. 

752. x" om. FR. ya om. FR. eV'om. FR. 

753. Xot/Liog FLR. xuxogijxaiQu B F L R = icay.o^Q7]xaiQa Pr. 

754. f-iiv Pr B = ffrjv F L R == jUfV corr. Alex. 

755. ßaadai F. 

757. ävd-QCünovg Pr et codd. ^= uvd-gumoig corr. Gast. 

758. oau Pr A B = &" oaa FLR. 

759. cf. supra v. 629. 

760. (flauet xaXaniäv yavog F L R = (paXa^aiev yaXenov /.levog Pr. 

761. axijd-aaätv FR. 

762," hunc et tres seq. v. cit. Lact, de ira D. c. 22. q'avya da {xa ed. Fr.) 
Lact. aSixov Pr codd. corr. Gast. = uvofiovg Lact. xü] d-ato 
Lact. XaxQavara Pr codd. corr. Gast. = XdxQava Lact. 

763. f-ioiydag xe qivXa^ai{-aaa Aid.) Lact. axQixov Pr et codd. corr. Ops. 
'ttQaavog ay.Qi{a Fr.) xov avvrjv Lact. 



XLVI SIBYLL. LIB. III. ^ 

764. Ttjv J' orn. Lact. Aid. (ed. Fr. habet). y^veav LsiCt. tfoveva Lact. 

765. roTg 6e y«p Lact. (ed. Fr.)= x«t yuQ Lact. (Aid.). d-dvarbg A. 
x£v] x^ av FR. 

766. J^ Pr AFLR = Jf B = S" corr. Gast. iysQtT A. aig add. zovg Pr B. 

768. evaeßiaiv Pr = uasßdat B. 

769. xoGfi. f.1. -T. n. FL R = x6a(.i. re n^Xag /LiaxuQiov Pr A B. 

772. xalovx Pr F. 

773. iaaofxevoig FR. 

774. ,hunc v. cit. Lact. 1. c. Hb. IV. c. 6. äXX' bV Pr codd. et Lact. (ed. 

Fr.) == avTov Lact. (codd. pleriq. et ed. Aid.) = äXKov Auguslin. 
contra V. haer. c. 3. niaroig avSgwai {avÖQaaai Aid.) Lact. = 
nicsTOv uvÖQa Pr et codd. corr. Alex. 

775. vlov Pr codd. v>]bv conj. Alex. &eov Pr.' 

776. TQTiyiog L R. 

777. vipotvja FR. 

778. ivßoxa B F L R == ußoxa Pr. Sri "«^ Pr B == xat FL R. ivnUTa 
Pr B J. = ivnlfotü F L R. g^ (t£ F) F L R om. Pr B. 

780. t'] 6' Pr. * 

781. £7it Pr et codd. = t« corr. Gast. 

782. taxai Srj Pr = iaatixui Se ye F L R. 

783. xQiaecog R. i'aaixai] rjöe xal corr. Alex. cf. supra v. 741. et 
Lact.. Hb. VII. c. 20. 

785. ai(6nov F L R = ahövoc Pr. 

787.' hie et tres seq. v. exstant Lact. Hb. VII. c. 24. Iv Ss Pr et codd. 

= ot ds Lact. (ed. Fr.) = ovSi ed. Ald. xs xal UQvtg codd. et 

Lact. (ed. Fr.) => avv uQvsa^ Lact. (ed. Ald.), Üf.if.iiy'' \dovxai Lact. 

(ed. Fr.) et Lact. cod. Put. = aixiTJkovvtat Lact, (ed. Ald.) = clfifiig 

eS. Pr A B = «^« F L R. 

788. TiaQSakiig Pr. ßoaxijd-'^aovxat F L R. Lact. (ed. Fr.) cum Pr et 
-codd. convenitj sed ed. Aldi legit v. : /^oqxov yaQ Xiyxeg t' iQiq)oiaiv 

af-ia ßoaxovxat. 

789. hunc v. cod. A om. (.löaxotatv Lact. vofiaSiöv "av\. F L R =■ 
of.iov xal näai ßQoxotaiv Lact. 

790. (faytx' Pr A B R = (pdytxai F L. inl qxxxvi^g F L R = iv (pdxvi] 
Pr A B add. wg ßovg ex seq. y. <= q)dysx^ {cpdytxai ed. Fr.) axvQOv 
Tiagd (pdxvaig Lact. 

792. u^ovai F LR == eiovmv Pr A B. tivqqov F L R. noti^aei (noijaai 
FL) ABFLR== Tixo^GH Pr. 

793. xal ßQ£q)itaai Pr = ßQitftai xe F R. xoifirjaovxai. Pr == xotj.itjd-'^- 
aovxai FR. Lact. 1. c. (v. 791 et 792. om.) hunc v, legit hoc 
modo: ovv ßQaq)eaiv xa Sgdxovxag dfxdxoQai {af.iaQXji ed. Fr.) 
xotfj.'^aovxa!. 

794. x' ovx Pr A B = oi'x F L R. dSixrjaovaiv Pr. d^aov F L R == 
xvQiov Pr A B. 

795. aoi\ xoi R. 

800. nüaav corr. Alex. 

801. (xaaov FR. cf.'SibyU. IIb. XIV. v. 90. 

802. ngoipävcüai et "xavxat emend. Alex. 

803. xal axayovaaai Pr = axayovag F L R. 



SIBYLL. LIB. IV. XLVII 

804. T£ om. L R. innticov Pr. 

805. of-d/Xri L. 

807. fj.tydXa} add. &iw P L R. 

808. aaavQioig A. ßaßvXwvta Pr A B. 

809. dg F R. 

810. [j.ifA.r](.iara Vr k B = /ni]vv/.iara F L R. cf. Sibyll. lib. VIII. v. 2. 
corr. Alex. d^vjjxoTg} ßgoxoTg F L R. Post hunc v. ad marg. leg.: 
XtiTiovat öi'o OTi^oi codd. Pr p. in cod. A relinquilur duorum ver- 
suum intervallum. 

812. cf. Lact. Div. Inst. lib. I. c. 12. 

813. yiyovviav F R = ytyaviav Pr L? 

814. fxi]TQog cum v. praeced. conjung. F. versus inde a qD^ffovfff ia hoc v. 
usque ad v. 817. habet Lact. lib. IV, c. 15. atßvXltjv Lact. 

815. ijjtvatQiav F L R et Lact, ed, Aid. en^ r^v Pr == in' av Lact. Äld. 
= Inav idem (ed. Fr.). 

816.. (.lov (Ävrjfxrjv Pr et Lact. = (.ivrjf.it]v (lov A F L R. 7ioiy,novai P L R. 
I xova ext Pr L R Lact.^= xovx ixi P. J" ovöiig L R = J' ovdtlg 
og (sie) F.' 

817. cpijasig B = cp'^ast (j.e {xrjv ed. Fr.) Lact. (xeydXrjv öe Pr F L R = 
f-uyakoio Lact. 

818. ov\ og corr. Gast. öri'kwaii] öijXtoaev corr. Gast. 

819. xaxilt'ie Pr codd. = eyxaxeXt'^t e conj. Gast. corr. Ops. ' 

822. d-vrjXoTg oxa yuq Vv = ^vrjtoTai yog loi FR et L? 

823. ^ovog Pr] og «y F R. eXr,q>d-r] Vr ¥ Vi = eltiq>&i] corr. Gast. 

825. ndXiv y.6Gf.iog Pr B = x6a(.iog nukiv P L R. 

826. hiyßi]v Pr F L R = ixvyßi]v A et corr. Alex. cf. Prooem. L v. 16. 

827. XtXexO'Cüv G. Post hunc v. ix da xov xgixov Xoyov axi/^ol a, i, <f 

add. R. axi'xoi a X d. add. L. Xoyog xhagrog ort aX S hab. F. 



IN LIBRUM IV. 

Xoyog rhttQxog nagt ^tov xat Sia(p6giov x^Q^^ ''"' vr/acov Pr ==: 
nagl &aov xal ätucpogiov xwgwv xai vrjOtav A init. rubr. et duarum 
linearum intervallo = Xoyog xixugxog L et (in marg.) R == «x xitfv 
Tigocfrjxr/Mv aißvXXrjg Xoyog t H Q et {löyog ~t in marg.) V. 

1. xXuiia Pr A P L R = xXvxa H Q V = xXva corr. Ops. Aairig PrFLR 
= ßaaiXairjg H Q V. (.layaXav/ao Pr A B Q V = (.tsyuXavxa F L R=> 
fityaXuvxaog H. 

2. oaa H. (xaXi(pd^iyxxoiQ A et corr. Ops. = i.taXtq)&ixxoio Pr == (xtXt- 
qid-txoio F L R = noXvq)d-6yyoto H Q V. 

4. hunc et tres seq. v. cit. Clem. Alex. Protrept. c. 4. ipavdovg Pr = 
ijjavSog Clem. = ipavÖTJ F L R = om. H Q V. x^W/^^'^^'^^^S PrAFLR 
= x.griaiA.riy6gov Clem. = ifjavöi]y6gov H Q V. 

5. (.idvxtg H Q V. 

7. Xid^o'^aaxoig A. bf.ioaov R. hunc v. legunt H Q V hoc moAo: aUto- 
Xoig aXXoiai Xi&oig {Xv&oig H) yXvnxoiaiv of-ioTov, 



XLVIII SIBYLL. LIB. IV. 

8. ovde H Q V. vum Pr H Q V = vabv F L R. Ugvd^ivra A B F L R 
= hgod-ivia Pr = iXy.iod-ivxa H Q V. 

11. iv d-vTjToTg ovd'^ inelaae {i'nXaai F L R) x^'9 ^vrjTwv Pr A B F L R 
== Ol' d-vi^xoXq ov nXaa&ivTa y,tt()l d-vijT^ H Q V, 

12. avTog vti ovötvog F R. 

13. ou Pr L R == ov F H V. rt 6voq>. Tt] 6^ w^a ra d-iarai H Q V. 

14. Gtkrivairj H Q V = aaXi'jvi] Pr P L R. • 

1 5. xal dtvdcüv {dtvvdwv F R) nofxa, Pr F R ^ T£ y.a\ divvacov {divdcov 
H) aTOf-ia E Q V. 

16. hie V. deest in Pr. o/.ißQoi d^ afia A B F L R == ofxßQov cifia HQ V. 

17. xTi^ovTig A B H Q V = TixTovrag PrFLR. äfiualot . . iXaiai'^TFLR 
= a/iinaXov uTug IXairjv H Q V. 

18. ovTcog H == ovxco V. 

19. oaan H. onoaa F R H V. yivaxai PrFLR = IWfT«i H V. avd-ig 
Pr F L R == aiirig A = airoTg H V. 

20. axQig Pr A = äy^i H V = [.laxQig F L R. hSty.d%rig F V et.L R? 
= av day.dTTjg Pr A H. 

21. aUyiat H V. 

22. vndxova H. 

23. TiQo/tovaav H V. 

24. hunc et sex seq. v. cit. Justin. Gehört. §. 16. äv&gconot Justin. 

25. oaoi H. {xiyav d'sov Justin. 

26. niaiv H. tpayaacv niaaiv Justin, 'ra om. LR. 

27. V. 27 — 30. exstant apud Clem. Alex, in Protrept.c. 4. in fin. oVvi^ovg 
Pr F R Justin. = o" vaovg L Clem, = ol'vovg H V. anavTug Pr F L R 
Justin. == ndvTug Clem. H V. dnoargäipovaiv Pr F L R =^= dnagvi^' 
oovTui H V Justin. Clem. 

28. iixaia Xi&wv F L R Just. Clem. =■ oheia L P A B. Lectio H V ßci-^ 
(.loiai xal dXid^iov pro ßc6(j.ovg aixaTa 7ud^a)v. lÖQV(xaTa F L R Clem. 
= dq)iSQV(xuTa Justin == d[xq)iSQV[xara H V. jtwqpwj'] (pcüTcuv H V. 
post hunc V. add. Clem.: xal Xi&ivu '^oavu xmi dydXf.iura xaiQOTtoifjTu. 

29. at/xaaiv afiipvyjav Pr F H L R V Justin. = nlfxaTi a(.iipvxio Clem. (.u- 
(j.iafxf.iiva Pr B F. d-vaiaiai{-Giv P R) F R Just. Clem. = ^vaitiv 
H V = &vaU(7ai Pr. 

30. ßXanovai F. aig] ig Justin. Clem. Alex, hunc v. legit hoc modo : ra- 
iQanod'wv dinoSiov mi^vcüv d-riQwv ra q)ovoiat{-v V) cum Clem. con- 
veniunt codd., sed in his codd. statim sequitur versus: raTQUTtoScov Xav- 
oovai {-IV H) hog d^tov elg f.iaya xvöog. Deinde in codd: H et V 
versus 32. vulgatae lectionis ante v. 31. coUocatus est. 

31. Qa^ovxag H. dxdad^aXov om. H V. 

32. y.£QÖog dnafxnoXiovxag aSrjQiyiaxa rixvxxat H V. 

33. hunc et seq, v. hab. Clem. Alex. Paedag. IIb. II. c. 10. övÖ' dg' 
Pr F L R = ovo" H = ovx" (ovxa Clem.) V Clem. anl H Y. dXXo^ 
TQia xoiTfj Clem. an/Qov R, i'/ovxag Clem. » _^ 

34. hunc V. om. H V. ovz'] ovSl Clem. am] in' F R Clem. ägga- 
vog dem. xa prius om. Pr F L R. 

35. (jüv xgönov Pr = vv xg. F H L R V. 

36. dvaiöhp R. 

37. [.loyßiC^ovxag H V, 



SIBYLL. LIB. IV. XLIX 

38. äq)Qoavv7]v H. 

39. oWct F. codd. H V hunc v. leg. hoc modo: dg avrot Qttovaiv, 
, Imipoya xai xanä l'Qya. ' 

40. uTiuv Pr H V Lact. = änaai F L R. tJSt] Pr F L R Lact. =dri H V. 
hunc et sex seq. v. (excepto v. 44.) Lact. cit. üb. VIL c. 23. cf. c. 13. 

41. Ud-fi Pr H V Lact. = tf^i] F L R. ' 

42. xQivcog F L R, ä/Lia t'J i)-^ uf.ia Lact. ivaeßu'uc H V. 

43. Tove Pr F L R == tote H V Lact. l'f.tna\i{-v FHLR) PrFHLRV 
= iv TivQi Lact. Tii(.inft H V. 

44. hunc V. om.. H V Lact. 

45. (.livovai H V. Lact, hunc y. legit hoc modo: oaaoi d' eva fßf ovai nu- 
"kiv ^r'iaova' inl yairjg. 

46. d-Bov H V Lact. = t« Pr A B = om. F L,R. ÖovTfg F L R. y.al 
i^cotjv Pr A B == (^(lüfjv F L R H V '== xifxrjv Lact, (alii codd. ipv/riv). 
ßiov Pr A B F _L R Lact. = /«p/v H V et nonnulli codd. Lact. 

47. (UfV] t-iiv^ V. ndvTa ^luka F Rj 

48. oaa H V.. taatrai Pr == tatai H V= l'oarai F L R. 

49. -d-vriTCüv] ra ßqoTwv H V. anavxeg H V. 

50. ax yiveTijg H V = a'§ yavaäg F. diaxQaTovvxag F R = öiaxQuTiovrog A. 

51. hunc et duo seq. v. cit. Lact, de ira D. c. 23. unovQurioio L? 

52. avraiaiv {avrrjaiv F L R) noXaaiv ra Pr F L R == avxaiaiv noXiaafJt 
Lact. = avtaig avv nokaai H V. nnaaiv H V Lact. 

53. Qayavxag H V.- 

54. d'Qovoicin'l /Qovoig H V. anavyjaovai R. 

55. atg yavaug ovo /novvag H V. aq)' wv Pr. raJ' Pr H. 

56. (J-iaT] av\ Ivaaxav V. avl A F L R = tv Pr B H. flf.iaxog Pr H. 

57. hunc V. om. H V. Xrjipai Pr. xvxlog L == xv(.ia B. 

58. xlovw Pr = xXovoi H V =r xXovri F = xX6vi]aai L R. aaio[,ioTai H V. 
(xayakoiai H V. 

59. nQ7]vi'^ac noXiag H V = nqipi'E.aia noXaig Pr F L R. 

60. öa om. L. yovaoi H V. 

61. av(pQrixrjg Pr = av(pQdx7jg F H R V. , 

62. §i) Pr F L R = Torg H V == om. L. xaX na^aaig F L R = nagaaig 
H V. q)iXonig A. 

63. hunc V. A om. SovQaxL H V. 

64. riygiöog H. 

65. Sri\ Sa V. oXov\ vnaQ H V. xoafxov R. (.layiaxov H V. 

66. noXvogßov F. 

67. aaaaxai oaaa (oaa H) xay H V. dnav^ovrat V"= anav'^ovxai (bis) H. 

68. tpvyai xa] QrTal H V = noXawv A ex v. seq. omissis intermediis, 

69. nvQydov % aixnQTiViOfxol (t' a(.inQria(.ioi H) xal dvaax. H V. xa prius 
om. L R. hunc v. om. A. Vid. v. praeeed. 

70. oxa (superscripto oxuv) A. 

71. nXavGij Pr A B F L R = nXavnH (nXavaaai V) H V. ßQv§at PrBFLR 
= q)Qv'§i H V. ()' äoaidt ßagaiav Pr = ßagaTav xfj S^ daai'di F = 
ßagaT avxij ö^ uaaidi L R = ßagtiav rjd' daiSi H V. 

72. tlg F R. TToXvuvXaiu H. nvgcpogov Pr = nvggocpogov F L R = 
(pavXog anaXd^rj H V. 

74. axaxnrjtfogog Pr == axa/vorpogog F R = axu/vrixgofpog H V. 



L -SIBYLL. LIB. IV. 

75. unb HQvipH V. 

76. inäöi PrPR= an« St] L = ^g« H V. (.liyag om. B. ^dya 
S" ci.'/yoq H V. 

77. vavai H = vavaiv V. ra (ttfV] xa^MV H V. 

78. hunc V. codd. HQ V legunt hoc modo: nlivan ml^eyaH re tu^cov 
oQog vifjixdgi^vov. n om. A. noal R. cod. H in marg. ab altera 
manu habet: Seg'ii]?. 

J79. uaig Pr H V. 

80. atxaXiav H V. 

81. igev'^ajiiivTjg Fr = iQev'yo(.i£V7]g ^ Y = fga'^a/nevrjg B = ^ev'§df.ievov 
F L R. cpXoyog Pr B H V == nvQog F L R. al'rvtjg Pr F L R = 
aVyXi^q H V = arXi] B. 

82. ^ de ßQOtcüv (.itydXTj neaeirai Pr A B == ^ Sa xqotcov (ßgorrZv F)- 
naaaiat f.iaydXi] F H R et L? •== rj Sa (xtydXrj xqotcov Tttaarai V. 

83. tn] h H V. 

84. 7iQ7]viKovai H. ' 

85. ui.X'^Xoiai F. 

86. hunc V. om. F L R. oze V. XQOvog'\ yivog H V. 

87. jttfVom.HV. nagai^aiR^naQaaiaiY. öovXaia FR'RW. xai] t£ H. 

88. «TMP F R. imi] am H V. (.laxäöovag F L R. av/riaovoiv Pr 
F L R = aaovaiv H V. ~ 

89. &rißaaat Pr = &rißi]Gt \ ^ »rißmai H. aXwaig H- cf. Sibyll. 
lib. VIII. V. 161. 

90. xdgag Pr F H V. ä" prius om. H V. 

91. cf. Sibyll, IIb. III. v. 363. seq. Tertull. de Pallio §. 2. riövaaat Pr 
== Tjiöviai H. 

92. d'] 6a V. rä om. F B H V. Si^Xovv H V. 

93. f,iixg^ B.. (.laxaiaiv H V. ■ . 

94. acp H V. hunc et sequentem v. om. F L R. 

95. Ol §^\ ovS' A. \ 

96. Ig)'] ag H V. anaaav H. 

97. hunc et seq. v. cit. Slrabo üb. I. p. 53. lib. XII. p. 536. Tzetzes 
Chil. VII. bist. 143. v. 574. et 575. aaaaxai aaconavoig B. \ Strab. 
Tzetz. == om. Pr AB F L R. uQyvQOÖivi]g{-öaivrig Pr) Pr codd. =^= 
avQvodivrjg Strab. Tzetz. post dgy. legunt ngoad-' äXbg dirjg F L R 
«= om. Pr Q H V Strab. Tzetz. 

98. tig'\ 6? L R Tzetz. vriaov] xvngov Strab. Tzetz. 

99. naaarai H et corr. Alex. = naaairai Pr F L R V. rivUa Pr F L R 
= i'lvaxa (Ivaxa H) H V. 

100. ßgaaGoi-ilvrig Pr A F L R V = ßgaaGOf.iavoig H. aaiaf-ioiai PrAFLR 
= x7^vaf.ioiaiv H V. ninxovaiv(-ai Pr) al noXaig Pr A F L R = 
bXaiad'aivovai{-ad-avovat pr. H) noXrjag V et corr. H= xaxumnxtoai 
noXrjag e conj. emend. Alex, nos correximus ex codd. H Q V. 

101. ^'ga V. cf. Sibyll. lib. VIII. v. 160. Pausan. Corinth. c. 7. §. 1. 

102. (xaxadovirig F H L R V = (xaxridovirig Pr B. alal Pr F = «et R 
= aaxai H V. xgaxhg H V. 

103. dvd^riaai F B = dg&r^aai H V. w] ovd-^ H V. vnb xoafiov H V 
= vn6xu)(A.og Pr. 



SIBYLL. LIB. IV. LI 

104. ^ov^iov Pr. iTa\iöaGiv(-Gi V) H V. post hunc v. codd. H V. legunt 
versum 108. # 

105. w«g Pr = yovv H V = om. F L R. nvQyog Pr = nvQybg V == nv- 
Qog H add. T£ F L R. igeiaet Pr F L R = igeiaat H = l'Qiia&ai V. 

106. cf. Sibyll. lib. III. v. 471. post hunc v. in cödd. F L R sequitur 
versus 108. 

107. ndXiv om. B codd. H V post Girjasi hab. öi nokiv noiug idgvvd-ttau. 

108. hie V. in codd. H V exslat post v. 104. in codd. FLR postv. 106. 
Tf^v tiot" enoipei Pr == reTjv oiptt FLR. totum hunc- v. codd. H V 
cit. hoc modo: xai aoi raXaiva xogtvd-e re-^v nöXiv oipei aXcoaei. 

109. Xvßirjg Vr = Xtßvrjg A. ovnoTt Pr codd. «= av non corr. Alex. codd. 
H V hunc V. legunt hoc modo : w Xvy.ug ai öi ovnoTa ßgdaati x^^wv. 

110. axrigi^ii H V. kXovw] xurco H V. y airig H V. 

111. eTegi]v H V. ngbg q)vy'rjv H. yß^ova om. H. post hunc versum 
in codd. H Q V exstant versus duo seq., quos in textum reeepimus: 

rivUa dri nardgtov hf-iaöav noxe övaasßirjatv 
ßgovratg xal attrs(.ioiaiv akXbg mTiiasi [xiXav vScoq. 

112. hunc V. om. Pr A B P L R. o/naSov V. dvaaißirjatv H. 

113. hunc V. om. Pr A B F L R. ' aUo? f. leg. &iog. 

114. agßovlri A. Si t£ xai ae Pr A =- Öi xal aoi F L R f= xai ae 6i 
H V. post hunc versum exslat in codd. H Q V versus seq., quem 
in textum- reeepimus : i]'iei xal aoXvfioiai xaxri 710X^1x010 &vaXXa. 

115. hunc V. om. Pr A B F L R. 

116. vijbv Pr P L R = vatov V = vaov H. 

117. ^viV av ä(pgoavvi]at H V. fiiv] xa V. 

118. atvyaQov Pr A B = axvyrjgov F R. q)6vov xeXaovai Pr A B F L R. 
ngiv^Mv Pr. codd. H Q V hunc v. leg. hoc inodo: giyjovai axvya- 
govg ßxacpuvovg xaXaovai ngovrioov. 

119. SgaxTjg Pr F L R = daxrig H V. 

120. (iniaxog Pr A F L R = unvaxog H V. avq)g^xoio Pr A B = tvcpgu- 
xoio F L R V = aixpgdxao H. 

121. OTinoxt Sr^ olg noivtjv H V. ftijTy.cJav H V = f^axgcotov A. ayog] 
uno H V. 

122. xaxij om. FLR. xi&^aag H V = ni&rjaag Pr A B F L R. 

123. 8^ df.i(pl d-govcp gcüfii^g H V. . ai/,ta§ovaiv A. 

124. dnoögrjaavxog H V. Trjv om. F H L R V. naxgida Pr L R = na- 
&i]ida H V = nad^löa A F. 

125. (lg (eg F) avgi^ Pr F L R = davgirig H V. ng6(.iog H V et Cast. 
in marg. = xgo^og Pr A F L R. nvgl Pr F L R = nagt H V Ops. 

126. noXaixwv Pr = nxoXffxfxiv P R = üoXv^mv H V. Sogl Pr F L R = 
8^ afxa H V. dvögorpovrjag H V. 

127. fiayaXrjv om. H V. avgvdyvav H- 

128. >Äft« initialib. rühr. V. ndqxo FLR. ^' afia Pr = J' äf.ia H V 
= äfxa P L R. oXtaat H. 

129. TtoXvxXvaxov A (superscripto nagixXvaxov ab eadem manu) et H = 
noXvxXvaxov V. vnagtfoviarj H V. [.liXav] (.liyav FLR. 

130. H V flnem versus leg.: dnoggoydSog haXi'i]g xa. yaiTjg Pr. 

131. Tivgabg EY = nvgbg Pr F L R. a7ioaxgaq)&t]g fl V. Ixdvi] Pr 
P L R = 'lxi]xai H V. 



LH SIBYLL. LIB. IV. 

132. (3nX6gaPrAB = (jDA.%FLRHV. nokrjug ÜY. xavögagYR. oUdrjU. 

133. %i]fal6eaaa Pr A ß. 

1 34. ipuxddfg H V. ninvovaiv Pr A B == mniwaiv F L R H V. 

135. UTiQVQavioio L et R?. 

136. hunc V. om. R. i'^oXiaovaiv H V. 

137. {yaiQ6f.uvov H V = iysiQOfAevoio F R. 

138. (.liyug Pr B = /.leya F H L R V == om. A. daiQag H V. 

139. tvippaTojv F H. (.iriQida^ Pr = /LivQidac F L R = f.ivQidStaatv H V. 
dvSQciv Pr = om." F H L R V. 

140. liic et seq. v. exstat in fragmento edit. a Gramer. Anecd. Paris. I. p. 334. 
TXijf.iov F L R Gramer. nvoXiv Pr Gram. == noXiv F fl L R V. ovkIt 
Pr F L R = ovnor" A H V Gram* igiovaiv F = iQtaovaiv R. 

141. tivty.iv dfpQQavvrjg Pr P L R == ?;Wx« uv dq)Qoavvijat EY=.ivT( 
y.uy.()q)Qoavvi]fn Gram. = it^vex aq)Q6avvrig A. huXoTg vno PrFLR 
Ttuig negi H V et Gram. nlnjeig Pr = nimrjg RY = ninToig 
F L R. in margine cod. H legit Tavta anX7jQü)d-i]{-aav H). cod. V 
eadem verba iam in marg. v. 137. liab. Similem v. Sibyllinum habet 
Tzelzes Ghil. VII. bist. 143. v. 570:' öovQuai ö' ivrtoTg ^^Tio/jta 
rdXaiv' uXXvaai. 

142. Gy.vQOv {axvQOv Pr) Pr A F L R = xvtiqov H Q V. Xt/xog A H V = 
7.oinbg Pr F L R.' oAeT H V ==i Uei A = eX-i] F L R = l'Xot Pr. 

143. hunc et seq. v. habet fragm. Crameri I. eil. versus 140. exstat Tzelzes 
1. eil. V. 569. et? «t H V Gram. Tzelz. da om. F R. nXarv] ua'ya 
Gram. Tzelz. &aXdaa'?]g] xaXvipät Gram. Tzetz. 

144. y.Qvipai H V = Qii^jai Pr F L R. dvaggaif&aTaav F. Fragm. 3pud 
Gram, hunc versum legit hoc modo: ijf.iaai /aifiaQiTjaiv OQivo/xav)] rt 
S^äXaoaa. 

145. S^ a'E, äah]g H V,. ov noza H V == onnoxa Pr A F L R^ 

146. avTrjg a'§ vXi^g Pr A B et add. te F L R = uvtt] avXXrjoaa&ai H V 
unde genuinam leclionem restiluimus. 

147. Toaavxu x aXX dnoöwnai E V. iidem codd. feinde habenl: alg äairjv 
Tora d' earat vnagxrrjoig noXafxoio quem in lexl. recep. 

149. xaQwv F H L R V -= xaivwv Pr A = ßaivMv B. nöXu &Qa H V. 

150. nanvQyovxat R. niy.goq] Xi/nbg A. oXaaa: F R. • 

151. Xi(.i6g] niy.Qog A. dnoxgvifJi] ¥ L R == unoxgvrljai Vr AB = V7io- 
xQvipi] H V. 

152. avaaßii'ig Pr A B F = avaaßir, H L R V. in] un H V. änoXijrai 
Pr ß = unoXaixai F L B = bXaixai H V. 

153. oaiaig FLR. finem hujus v. post Sixaiov codd. H V liabent hoc modo : 
dnoy.Qvq)d^'ri av xoafi(p. 

154. ayovaiv Pr A = ^äxwaiv F L R = Qa^ovatv H V. äxdad'aXov aXXa 
T£ noXXä Pr F L R = dxda&aXa y.al xaxd a'^ya H V. 

155. Tioiai Pr A B H V = noif] FLR. 

156. a^oXaxovaiv Pr = a^oXaaxcaaiv F R == a'ioXaaovaiv H V. 

158. nQTjVV F L= ngipiv B. ■= nQavv E\ = aiav A. Laclanlius qui et 
hunc V. et tres seq. el parlem v. 158. eil. de ira D- c. 23. leg. v. 

, hoc modo ; xui noxa xrjv oQytjv d-aov ovx tri nQavv ovxa (edit. Aid, 
sed. L£(ct. ed. Fritsche cum ,lect. codd. convenil). 

159. xq6vw\ yoXw H et Lact. I. cit. (ed. Fr.) xQaivovxoi\ ßgi^ovra H V. 



SIBYLL. LIB. IV. LIII 

= ßgiS^ovTu Lact. (ed. Fr.). yfwav Pr A F L R = t« yivvav Lact. 
= ytvid-Xriv Y = yevsa&Xijv H. Lact. (ed. Aid.) legit: aXX' iiifi-- 
ßQid-ovTa xul f^oXvovTu T€ ytvvav idem (ed. Fr.): aXkä y^o'kio ßQi- 
&ovTa xal i'^o\iy.ovxa rs ylvvuv. 

160. f.idXa ndaav Pr F L R Lact, (ed Fr.) = u(.ia nuaav H V == anaaav 
Lact. (ed. Aid.) vnb nqri(j(.iov Pr. Gast. i.ieyüikoio\ rifQd-ovTu Lact. 
(ed. Aid.) . ^ ^ 

161. ttf.ieXeoi H V == <y (.laXiot A ='äXX^ IXiti Lact. (ed. Aid.) = « [xi'ktoi 
Lact. (ed. Pr.) (.leTu&end-e om. F L R. ßQÖroi ora. H V. jade] 
örj Lact. (ed. Aid.) == rüde Lact. (ed. Fr.) f.ir]di] /nrj H V. ngog 
OQyrjv F H L R V Lact. === aXX« /.lad-evTsg Pr; A B e fine versus 158. 

162. äydyera P L R. f.i£&aovrag (-rag HjjH V.. hunc v. om. Pr A B. Lad. I. 
cit. verba habet: 7iuvToii]v dyuyrjra d-aov /.leyav. 

163. OT0f.ia/dg H. 

164. davvdoiai F H R V. 

165. t' axr.] r' inaiiQavreg \ ^= anaaigavxag H. alg did-iga Pr F L R 
== av ald^agi H V. rbv V. agyao V. 

,166. avaaßei'aig Pr F = avaaßiaig L R == dXoyiaig H = av yviaig V. 

167. TTtxpov BH. ; ldaa(j^i\ild<jy.aad-a H V. d^aov ^r k =: d-tbg BFH 
L R V. d' r^ei] da Saiaai H V. 

168. hunc et seq. versum Lactantius habet de ira D. c. 23. o^J' olaaat om. 
HV = ov;i (ovJ' ed. Fr.) oXiaai Lact. (ed. Aid.) naXiv yQ7.ov hSiCl. 

'etTrep] rivniQ H V = avx' uv anavTag Lact. (ed. Aid.) =i]v äga nav- 
rag Lact. (ed. Fr.) 

169. avaaßaaiv Lact. (ed. Aid.) agirifiov F L R. Lact. (ed. ¥r-) = nagi-ipi/Liov 
Pr ß = nagiri/Liov H V = negl &vf.i(3 Lact. (ed. Aid.) = 7taQi&ofj.ov 
Lact, in quibnsd. codd. dax-^aavrag H V. 

170. nai&ahd-a H V. daaßalav Pr F L R = dnovolav H V. 

171. daiatrS^a H V. dxoaig L R. 

172. av w Toda Pr F L R == oXov xai H V. Thvxzat Pr F L R = ^ayia- 
tov'hV. 

173. QOficpaTa B H V == QOf.i(faiui Pr F L R. adXniyyi H V. rjaXioto 
dviovTog P L R. 

174. dxovai Pr A B H V = uxövaai F L R. 

175. andv\ änav H. J' oXaaai H V cL Justin, apol. L c. 20. 

176. nöXiag] ra nolaig H V. ^' om. H V. S-aldaaav H V. 

177. Ixxavari Y L R = Ixxdvaai Pr A H V. xdBa Pr. A F L R = «Jf V = 
8a xa H. aaaer' Pr A B = t' aaaarai L R = aaaxai P == ()' aaaa 
{8^ aaa- N)rut H V. d-aUaaaa H V. 

178. hie et decem seq. v. exslant Constit. Ap.' lib. V. c. 7. oxav\ onoz^ 
Const. Tf'qppa Const. 

179. xoif^iaai] Pr = xotf-iiatj H = xo/.iiaTj V == xaif-irjarj F R = xot/nijaGii 
{supTSiSerii^to i) A. äanarov] a(pd-trog Const. onag PH LR V Const. 
=== ägnag Pr A B. 

180. anovSiriv H. a(.maltv L R = af^naXi Pr A B F H V. uvSocov H V 
== avSqa Constit. = x6a(.iov Pr A B F L R. 

181. V. 177. 178 "tet pars prior v. 179. usque ad xoafxov om. A B P LR 
sed exstant in H Q V Const. (.logqxaaai ari^aai H Q V == (.logcpioai] 
arrjari Ops. e Const, emend. rioav Const. == aiav H Q V. hunc et 



LIV SIBYLL, LIB. V. 

duo seq. v. Opsop. e Const. ap. recepit. codd. F L R his versibus omis- 
sis habent: oaaoi d' av Inl övoaeßiijai novrjgoig t' äXXoig. ed. Pr 
tantum ejusdfem versus inilium usque ad Svaa eßif]Gi(-iv Pr) habet. 

182. eaaer^ H Q V == l'aTai Coust. 

183. l'/.inaXtv H. oaaoi d' uv inl (J. A B. 

184. ^fiUQTOv adä. d-vi]Tol Gonslic. el Opsop. d^ avxe yvxri xaxa\ d' 
av null Constit. et Opsop. yaiav A H Q V. post huuc versum ad- 
dunt: TugraQU t^ evQO)£VTa (xvy^ol orvyii] öe t« yievva H Q V quem 
in textum .recepimus. 

186. hunc et seq. v. Lact, habet lib. VII. c. 23. ogoi H Q. nukiv\ offot 
Constit. fTTj] Ivl Constit. yaiav Pr P L R = yairig Lact. = xoa- 
ßov H Q V =: xoGfxcp Constit., post hunc v. codd. H Q V add. ßd-avu- 
Tov fj.tyo.'koio d^tov xai äq)&nov oXßov, 

187. ^'] == d^ H. ßiov] Pr F L R et Lact. == yagiv H Q V Constit. 

188. evaeßt'aii-aei H) H Q V et Constit. == ivaeßirji-sii] Pr) Pr A F L R. 
tot' hxjovtu {ol'aovTai F L R) y. a. Pr F L R == tot" xSipowat tav- 
Tovg H Q V =^ tot"" tiaotpovTai tavxovg Constit. post hunc v. codd. 
H Q V add.' v^Sv/liov -^iXiov xignvov (puog eiaoQOCovzsg, 

190. ixaivog F H L Q R V = sy.£tvov Pr A ß. og ig xqovov Pr F L R = 
Ini yd-ovbg H Q V. iasrai V. idem v. exstat Sibyll. lib. III. v. 371. 
cod. R add